Bei Umgang mit Fischmedikamneten ist immer Vorsicht geboten.
Zu niedrige Dosierungen oder zu kurze Behandlungsdauern, aber auch Anwendungsfehler
(gleichzeitige Filterung über Aktivkohle etc.) verringern nicht nur
die Wirksamkeit, sondern erhöhen auch das Risiko einer Resistenzbildung
bei den Erregern. Es kann auch trotz richtiger Anwendung beim Menschen
zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Eine Überempfindlichkeitsreaktion
(Kontaktallergie, Reizung der Haut) gegen die Wirkstoffe ist möglich.
Die Hinweise auf der Packunsgbeilage sind zu beachten!
Die Tabelle führt Wirkstoffe gegen einige mögliche
Krankheitserreger bei Fischen auf. Die Informationen stammen aus dem Buch
von Bassleer 2002 und von Renates
Seiten. Die Informationen in der Tabelle ersetzen nicht den Beipackzettel
mit den Anwendungshinweisen!
Die Präperate sind nicht alle frei in Deutschland
erhältlich. Es sind auch nicht alle erhältlichen Medikamente
aufgeführt. Einige Wirkstoffe sind nur als Einzelsubstanzen erhältlich
oder müssen selsbt zusammen gemischt werden. Informationen dazu finden
sich bei Bassleer 2002.
| Krankheitserreger, Symptome | Wirkstoff (Erreger oder Krankheit) | Präperate mit dem Wirkstoff |
| Laichverpilzung
|
Trypaflavin/Acriflavin
Formalin Malachitgrün Methylenblau Wasserstoffperoxid Chloramin |
CiliaCont, Cilex, Baktopur, Esha 2000, Mycopur, General
Tonic
Furamor-P, Odimor, Rabomed, ESHA Exit, CiliaCont, Cilialind,
Sera costamed, Fungol
|
| Pilzinfektionen am Fisch
|
Trypaflavin/Acriflavin
FMC Malachitgrün |
CiliaCont, Cilex, Baktopur, Esha 2000, Mycopur, General
Tonic
Furamor-P, Odimor, Rabomed, ESHA Exit, CiliaCont, Cilialind, Sera costamed, Fungol |
| Bakterielle Infektionen
|
Doxycyclin
Enroflaxoacin (Aeromonas, Columnaris) Florofenicol Flumequin Nifurpirinol (nicht Mycobakterium) |
Vibramycin
Baytril 10% Aquaflor Apuron, Apoquin, Flumisol, Flumix Aquafuran, Aquamor-1, Sera baktopur direct, Sera bakto tabs |
| Haut- und Kiemenwürmer, Planarien
|
Flubendazol
Formalin |
Flubenol
Cerpofor Helminth |
| Kiemenwürmer | Parziquantel | Droncit, Cestocur |
| Cestoden im Darm
|
Mebendazol
Fenbendacol Niclosamid Parziquantel |
Telmin, Ovitelmin, Vermox
Panacur, Safe-Guard Yomesan, Niclosid Dronocit, Cestocur |
| Nematoden im Darm
(Camallanus, Capillaria) |
Fenbendacol
Levamisol Piperazin Trichlorfon |
Panacur, Safe-Guard
Levasol, Concurat, Tramisol, Nemisol Uvilon |
| digene Metacecarien | Parziquantel | Dronocit, Cestocur |
| Acanthocephalus im Darm | Niclosamid | Yomesan, Niclosid |
| Argulus | Difluorobenzuron | Dimilin 25% |
| Chilodonella
|
Acriflavin
FMC |
CiliaCont, Cilex, Baktopur, Esha 2000, Mycopur, General
Tonic
|
| Cryptobia
|
Diminazendiaceturat
FMC |
Berenil (Tierarzt)
|
| Gyrodactylus
|
Fenbendazol
Mebendazol |
Panacur, Safe-Guard
Telmin, Ovitelmin, Vermox |
| Hexamita | Metronidazol | Flagyl, Clont |
| Ichthyobodo (Costia)
|
Acriflavin
FMC |
CiliaCont, Cilex, Baktopur, Esha 2000, Mycopur, General
Tonic
|
| Ichthyophthirius
|
FMC
Malachitgrünoxalat (zinkfrei) |
Furamor-P, Odimor, Rabomed, ESHA Exit, CiliaCont, Cilialind, Sera costamed, Fungol |
| Lernaea
|
Difluorobenzuron
Trichlorfon |
Dimilin 25%
|
| Piscinoodinium
|
Acriflavin
Kupfersulfat Metronidazol |
CiliaCont, Cilex, Baktopur, Esha 2000, Mycopur, General
Tonic
Furamor-P, Odimor, ESHA 2000, Oodinol, Mycopur Flagyl, Clont |
| Pseudodactylogyrus | Mebendazol | Telmin, Ovitelmin, Vermox |
| Saprolegnia | Kupfersulfat | Furamor-P, Odimor, ESHA 2000, Oodinol |
| Trichodina | FMC | |
| Trypanosoma | Diminazendiaceturat | Berenil (Tierarzt) |
FMC ist eine Kombination aus Formol,
Methylenblau und Malachitgrünoxalat.
Nicht alle Wirkstoffe sind unbedenklich. Acriflavin / Trypaflavin ist ein stark gelb färbendes Antibiotikum. Es färbt das Wasser, die Hände, Kleidung und Kunststoffgegesnstände im Aquarium. Es soll bei einigen Fischen, unter anderem bei Guppys, Unfruchtbarkeit verursachen. Einige Antibiotika (Amoxiicillin, Ampicillin) können beim Menschen allergische Reaktionen auslösen. bei Überempfindlichkeit können auch andere Wirkstoffe beim Aquarianer zu Hautausschlag führen. Andere Substanzen sind giftig (Malachitgrünoxalat, Kupfersulfat) und führen bei Überdosierung im Aquarium zu Tod der Tiere und können auch Vergiftungen beim Menschen verursachen. Alle Medikamente müssen grundsätzlich ausserhalb der Reichweite von Kindern gelagert werden!
Kupfer und Acriflavin schaden einigen Aquarienpflanzen. Der Einsatz von Medikamenten im Aquarium tötet in der Regel einen nicht unerheblichen Teil der Filterbakterien ab.
Zur Anwendung und Lagerfähigkeit der Medikamente und zu möglichen Resistenzen bei Erregern liefert der Bildatlas der Fischkrankheiten umfangreiche Informationen. Dort werden auch mögliche Unverträglichkeiten mancher Substanzen für verschiedene Fische aufgezählt. So vertragen schuppenlose Fische wie Botia und Pangio beispielsweise die üblichen Konzentrationen von FMC nicht. Malachitgrünoxalat kann bei ihnen und Salmern Kiemenschäden verursachen.
Quellen:
Bassleer (2002): Der neue Bildatlas der Fischkrankheiten bei tropischen Zierfischen ud Teichfischen.- Aquarium Münster
Renates Seiten-Frei erhältliche Zierfisch-Medikamente und ihre Zusammensetzung: Informationen über die Wirkstoffe in Fischmedikamenten