Gattung Aegagropila - Algenball
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Der Algenball gehört zu den Chlorophyta (Grünalgen) und wird in die Familie der Cladophoraceae eingeordnet. Dazu gehören verzweigte und unverzweigte, fadenförmige Grünalgen mit großen, vielkernigen Zellen und wandständigen Chlorplasten.
In der Gattung Aegagropila gibt es nur diese eine Art. Lange Algenfäden verwachsen zu einem Knäuel und bilden eine Kugel, wenn sie in den Randbereichen von größeren Seen von den Wellenbewegungen hin und her gerollt werden. Größere Kugeln sind oft hohl, weil die Fäden im Inneren durch Lichtmangel sterben. Es empfiehlt sich die Algenbälle von Zeit zu Zeit wie einen Schwamm auszudrücken um den Mulm zu entfernen.
Die Pflanzen nehmen wie alle anderen Wasserpflanzen auch Nitrat und Phosphat auf, in dem sie die Nährstoffe in ihre Körpermasse einbauen. Die Angst, dass der Algenball durch Drücken Nitrat oder Phosphat ans Wasser abgibt ist darum unbegründet. Lediglich absterbenden Teile geben bei ihrer Zersetzung Nährstoffe ab, wie es andere verwesende organische Materialien auch tun.
Mehr Informationen über die Mooskugel finden Sie in unserem vierten Newsletter.
 
 
 
Moosball, Seeknödel
Aegagropila sauteri (NEES) KÜTZEL

Synonyme:
Cladophora aegagropila NEES
Cladophora sauteri

Herkunft:
Rußland

Aussehen: 
Dunkelgrüne Kugeln aus rauhen Algenfäden. Sie haben einen Durchmesser von 1 bis 8 cm. Grosse Exemplare sind meist innen hohl.

Temperatur:     5-28 °C (winterhart)

pH-Wert:          6,0-8,0 

Härte:               2-18 °KH (bis 20 °dGH)

Licht:                wenig bis mittel

Sonstiges:
Bei viel Licht bilden die Algen viel Sauerstoff und steigen nach oben, nachts sinken sie wieder ab. Die Kugeln verschlammen leicht und sollten daher nicht zusammen mit gründelnden Fischen gehalten werden. 
In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts sollen die Algenbälle in der DDR beliebte Aquarienpflanzen gewesen sein. Sie kamen früher in Brandenburg und Mecklenburg in Seen vor (Galenbecker See).
Wenn die Kugeln zerfallen, können sich Fasereste an kleinen Steinchen (2-5 mm) anheften und daraus neue Mooskugeln wachsen. Werden die Steinchen entfernt, wachsen runde Kugeln, mit dem Steinchen werden meist flache, ellipsoide Formen gebildet. Die in der Vermehrungs-Beschreibung von Wagenknecht genannten Wasserwerte sind: 25 °C, GH 16, KH 2, pH 6,8. Die Beleuchtungsdauer beträgt 12 Stunden mit 2 mal 38 Watt auf 220 Liter, bei einer Beckenhöhe von 42 bis 58 cm. Auslöser für die Vermehrung war möglicherweise das Zupfen durch Garnelen.
Oft wird diese Alge als Cladophora agagropila bezeichnet. Diese Bezeichnung ist aber nicht richtig. Die Art wurde ursprünglich unter dem Namen Aegagropila linnaei beschrieben. Während bei Cladophora einzelne, stark verzweigte Einzelfäden vorliegen, verfilzen die Fäden bei Aegagropila (Rothmaler 1994). Außerdem gibt es deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung der Zellwände, die bei Aegagropila auch Chitin enthalten und in den Chloroplasen, die sich in ihrer Carotin-Zusammensetzung unterscheiden.

Drei Algenbälle im Vordergrund. 

Literatur:

W. Rothmaler (1994): Exkursionsflora von Deutschland.- Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin

S. Kornorbis (1994): Cladophora aegagropila.- DATZ 47 (4), 250-251

Takeo Horiguchi, Tadao Yoshida, Manabu Nagao, Isamu Wakana, Yasutugu Yokohama (1998): Ultrastructure of chloroplasts in 'Marimo' (Cladophora aegagropila, Chlorophyta), and changes after exposure to light.- Phycological Research 46 (4), 253–261.

C. Kasselmann (1999): Eine Kuriosität im Aquarium. Der Echte Seeball oder Seeknödel Cladophora aegagrophila.- Aquarium heute 17(3), 378-382

Takeaki Hanyuda, Isamu Wakana, Shogo Arai, Kazuyuki Miyaji, Yasuyuki Watano, Kunihiko Ueda (2002): Phylogenetic relationships within Cladophorales (Ulvaphyceae, Chlorophyta) inferred from 18s rRNA gene sequences, with special refference to Aegagropila linnaei.- Journal of Phycology 38 (3), 564–571.

Miyaji, Shogo Arai, Kunihiko Ueda, Isao Inouye (2004): Carotinoid composition of Cladophora Balls (Aegagropila linnaei) and some members of the Cladophorales (Ulvophyceae, Chlorophyta): Their taxonomic and evolutionary implication.- Journal of Phycology 40 (6), 1170–1177

U. Wagenknecht (2006): Der Seeball - Vermehrung im Aquarium.- Aqua Planta 3-06, 115-117