Als Wasserpest werden die Pflanzen aus vier Gattungen
bezeichnet. Alle vier gehören zu den Hydrocharitaceae (Froschbißgewächse).
Sie sind also unter anderem mit den Vallisnerien
und dem Froschbiß (Hydrocharis)
verwandt. Sie haben verzweigte Stängel mit Quirlen aus kleinen, lanzettlichen
Blättern und Zähnchen an den Blatträndern. Alle Arten wachsen
immer vollständig untergetaucht und sind echte Wasserpflanzen.
Die Pflanzen vermehren sich in der Regel sehr schnell
vegetativ
und werden schnell zu einer Plage, wenn es ihnen an einem Standort zusagt.
Daher gehören die Wasserpestarten zu den am meisten bekämpften
Wasserpflanzen überhaupt. Das rasante vegetative Wachstum führt
dazu, dass sich der stärkste Klon durchsetzt.
Dann wachsen an einem Standort nur noch nachkommen von einer einzelnen
Pflanze, die entweder männlich oder weiblich sind. Darum findet man
selten männliche und weibliche Pflanzen in einem Bestand. Die Vermehrung
über Samen (generative Vermehrung)
ist darum eher die Ausnahme. Für die Aquaristik vermehrte Pflanzen
stammen ebenfalls aus einer vegetativen Vermehrung, die besonders starkwüchsige
Typen selektiert. Über die Jahre setzt sich ein Klon bei dem Anbauern
durch. Daher ist es auch bei den Pflanzen im Handel recht unwahrscheinlich,
dass man in einem Bund männliche und weibliche Pflanzen findet. Es
ist aber möglich, dass man bei von einem Anbauer männliche und
und von einem anderen Anbauer weibliche Pflanzen erhält.
Einzelner Zahn am Blattrand von Elodea densa
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Zur Gattung Elodea gehören insgesamt
5 Arten. Das natürliche Verbreitungsgebiet der Gattung beschränkt
sich auf das gemäßigte und subtropische Nord- und Südamerika.
Andere Vorkommen sind durch Verschleppung entstanden.Die Pflanzen sind
in der Regel zweihäusig. Die weiblichen Blüten bilden sich in
den oberen Stängelbereichen. Sie haben eine sehr lang gestreckte,
feine Röhre zwischen Samenanlage (in der Blattachsel) und den Narben
(Wasseroberfläche). Die Röhre besteht aus einer Hülle von
sehr dünnen Kelchblättern, die die Griffel umschließen.
Die Kronblätter und Narben treiben auf der Wasseroberfläche.
Die männlichen Blüten wachsen bei
Elodea
potamogeton an langen Stielen zur Wasseroberfläche, öffnen
sich und geben den nicht benetzbaren Pollen frei. Dieser treibt dann auf
der Oberfläche. Die Bestäubung erfolgt durch die Strömung.
Bei Elodea nuttallii lösen sich aber die männlichen Blüten
von den Stielen und steigen frei zur Oberfläche auf. Dort öffnen
sie sich oft explosionsartig. Teilweise werden die Pollen auch schon unter
Wasser frei gegeben und treiben in Luftblasen nach oben. Bei Elodea
canadensis lösen sich die männlichen Blüten ebenfalls
ab. Bei dieser Art öffnen sie sich aber langsam an der Wasseroberfläche
(Cook 1994 und 1995).
Die Frucht wird während ihrer Entwicklung immer
schwerer und geht nach einer Weile unter. Vermutlich werden darum in der
Natur nur wenige entdeckt. Bei Elodea potamogeton wurden bisher
noch nie welche gefunden.
Aus der Gattung Egeria sind zwei Arten aquaristisch
interessant. Aus den Gattungen Hydrilla nur eine und bei
Lagarosiphon
drei.
Die Gattungen Elodea und Egeria sind im
Umgang problemlos. Lagarisophon ist dagegen oft schwierig zu kultivieren
und empfindlich. Diese Gattung bevorzugt helle Standorte in leicht saurem,
weichem Wasser.
Alle Wasserpest-Arten entwickeln sich unter für sie
günstigen Bedingungen zu Unkräutern. Darum gibt es vor allem
von Institutionen, die Interesse an der Pflege von Wasserwegen haben zahlreiche
Untersuchungen zur Bekämpfung und zum Konkurrenzverhalten dieser Pflanzen.
Beispielsweise wurde das Konkurrenzverhalten von Elodea
canadensis, Elodea nuttallii
und Lagarosiphon major untersucht. Dabei
zeigte sich, dass der Konkurrenzeffekt nicht allein auf die Bezeihung zwischen
Kohlendioxid, pH-Wert und Sauerstoff zurück zu führen ist (James
et al. 1999).
Alle hier genannten Arten reagieren empfindlich auch
antibakterielle Fischmedikamente mit Acriflavin (Trypaflavin). Oft wirken
auch Kupfer (> 0,02 mg/l) und Zink (> 0,01 mg/l) in relativ geringen Konzentrationen
schädlich.
| Argentinische oder Dichtblättrige
Wasserpest
Egeria densa PLANCHON 1849 Synonyme: (nach de
Wit 1990)
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 15-26 °C pH-Wert: 6,0-8,0 Härte: 8-20 °KH Licht: mittel Sonstiges:
![]() Chromosomenzahl: 2n = 48 bei beiden Geschlechtern (Cook & Urmi-König 1984) Die Pflanzen sind sehr anpassungsfähig und verbreiten sich schnell, wen sie in ein neues Gebiet eingeschleppt wurden. Beispielsweise breiteten sie sich im australischen Hawskbury River im Abschnitt zwischen Warragamba Dam und Wisemans Ferry von einer Fläche von 1,1 Quadratkilometer im Jahr 1994 auf eine Fläche von 2,1 Quadratkilometern im Jahr 1996 aus. Damit wuchs die Pflanze im Jahr 1996 fast überall entlang des Flussabschnitts. Dabei verdrängte sie Bestände von einheimischen Vallisnerien (Roberts et al 1999). |
Männliche Blüte von Egeria densa
Turionen (Winterknospen) bilden sich
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| Nixkrautähnliche Wasserpest
Egeria najas (PLANCHON 1849) ST. JOHN 1920 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 15-26 °C pH-Wert: 6,0-8,0 Härte: 8-20 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
Chromosomenzahl: 2n = ca. 18 bei weiblichen Pflanzen, 2n = ca. 40 bis 60 bei den männlichen Pflanzen (Cook & Urmi-König 1984) |
Die Blätter sind feiner als bei der
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| Kanadische Wasserpest
Elodea canadensis RICHARD apud MICHEAUX 1803 Synonyme: (nach de
Wit 1990)
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 15-26 °C pH-Wert: 6,5-8,0 Härte: 2-20 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
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Elodea canadensis (unten) im Vergleich
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| Nuttalls Wasserpest,
Schmale Wasserpest
Elodea nuttallii (J. E. PLANCHON) ST. JOHN 1920 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 15-24 °C (Wachstum), winterhart pH-Wert: 6,0-8,0 Härte: 2-20 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
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Elodea nuttallii (oben) im Vergleich
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| Grundnessel
Hydrilla verticilliata (LINNÉ FIL.) ROYLE 1839 Synonyme: (nach de
Wit 1990)
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 20-30 °C pH-Wert: 6,0-7,5 Härte: 2-20 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
Chromosomenzahl: 2n = 16, 3n = 24 (triploid) , 4n = 32 (tetraploid) (Langeland et al. 1992) |
Lake Tineroo Falls Dam in Queensland
Blüte von Hydrilla verticilliata |
| Afrikanische Wasserpest
Lagarosiphon cordofanus CASPARY 1858 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 22 - 32 °C pH-Wert: 5,5-7,5 Härte: 2-12 °KH Licht: viel bis sehr viel Sonstiges:
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L. cordofanus im Aquarium |
| Madagassische Wasserpest
Lagarosiphon madagascariensis CASPARY 1882 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 24 - 28 °C pH-Wert: 5,5-7,0 Härte: 2-8 °KH Licht: viel bis sehr viel Sonstiges:
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| Krause Wasserpest
Lagarosiphon major (RIDLEY) MOSS 1928 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 15 - 25 °C pH-Wert: 5,5-7,0 Härte: 2-12 °KH Licht: viel bis sehr viel Sonstiges:
Die Blüten von Lagarosiphon major
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Die Pflanzen sind sehr steif.
Die Blätter biegen sich alle nach unten.
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Literatur:
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Richard (1803): in Micheaux, Fl. Bor. Am. 1, Seite 20
Royle (1839): Ill. Bot. Im. taf. 376
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(c) Wilstermann-Hildebrand 2008