
Echinodorus-Arten im Handel –
Who is who Teil III -
Echinodorus tenellus und die
E.
bolivianus-Gruppe
Algen - Freund oder Feind? - Teil II: Rot- und Braunalgen
Wirbellose: Macrobrachium nipanae
Pflanzenportrait: Lilaeopsis brasiliensis
News
Vom 30. November bis zum 2. Dezember 2007 findet wieder
die Messe „Fisch Reptil“ in Sindelfingen statt. Wir werden auf dieser
Messe mit einem Stand vertreten sein um Ihnen uns und unser Sortiment vorzustellen.
Auf unserem Stand erwarten sie Hochzuchtkampffische,
Skalare und Guppys aus eigener Nachzucht, sowie verschiedene Schnecken
und Garnelen, ein umfangreiches Sortiment an Aquarienpflanzen, unser Futtersortiment
und die bekannten DRAK-Dünger inklusive des neu entwickelten Langzeitdüngers
Ferrdrakon Power von Aquafim.
Im Rahmenprogramm der Messe bieten wir Ihnen einen Vortrag
über Wasserpflanzenstandorte in Australien, die wir im Frühjahr
dieses Jahres besucht haben. In einem zweiten Vortrag stellen wir Pflanzen
für kleine Aquarien vor und geben Tipps zur dekorativen Bepflanzung
von Garnelenbecken.
Über Ihren Besuch an unserem Stand würden wir
uns sehr freuen.
Echinodorus-Arten im Handel
– Who is who Teil III - Echinodorus
tenellus und die E. bolivianus-Gruppe
Die kleinen Ausläufer bildenden Amazonaspflanzen
unterscheiden sich deutlich von den großen Froschlöffeln der
Gattung Echinodorus. Sie bilden zum Beispiel Jungpflanzen an Ausläufern
und nicht am Blütenstandstiel. Dazu kommen Abweichungen bei der Form
der Nüsschen. Darum werden sie von einigen Botanikern heute nicht
mehr zu den Echinodorus gezählt, sondern der Gattung Helanthium
zugeordnet.
Die meisten dieser kleinen Formen werden von Botanikern
unter dem Namen Echinodorus bolivianus
zusammengefasst. In ihrer Wuchsform sind die Pflanzen etwas unterschiedlich
und werden darum von Aquarianern unterschieden. Echinodorus bolivianus
ist eine Pflanze, die meistens unter dem Namen Echinodorus latifolius im
Handel ist. Über Wasser werden die Pflanzen etwa 25 cm hoch. Die Blätter
haben eine lanzettliche, 2 bis 8 cm lange und 0,3 bis 1 cm breite Spreite.
Der Stiel kann mehr als doppelt so lang sein, wie die Spreite. Unter Wasser
sind die Stiele nur etwa 2 cm lang. Die Blattspreite streckt sich
auf bis zu 10 cm. Die Pflanzen bilden nur sehr wenige Ausläufer und
lassen sich darum auch nur langsam vermehren.
Echinodorus angustifolius
ist über Wasser dem Echinodorus latifolius sehr ähnlich.
Ein Unterscheidungsmerkmal soll sein, dass sich bei E. angustifolius
die Kronblätter der Blüte waagerecht ausrichten, während
sie bei E. latifolius nach unten hängen. Die Pflanzen bilden
mehr Ausläufer. Unter Wasser werden die Blätter bandförmig
und erreichen eine Länge von bis zu 60 cm.
Echinodorus bolivianus (Syn. E. latifolius) und ..... |
… Echinodorus angustifolius sind Formen der selben Art. |
Echinodorus x
quadricostatus ist die dritte Form dieser Gruppe. Sie bildet deutlich
breitere Blätter aus. Die lanzettlichen bis ovalen Spreiten sind 5
bis 25 cm lang und 1 bis 3 cm breit. Über Wasser erreichen die Pflanzen
eine Höhe von bis zu 30 cm. Unter Wasser unterscheiden sie sich kaum
von E. bolivianus, werden aber mit 10 bis 20 cm etwas höher.
Es werden neben der Typusform aus Peru zwei Fundortvarianten unterschieden.
In Brasilien wurde eine Form gefunden, die als E. quadricostatus var. xinguensis
bezeichnet wird. E. quadricostatus var. magdalenensis stammt aus Kolumbien.
Die kleinste Art ist Echinodorus tenellus. Die Zwergschwertpflanze
wird über Wasser circa 8 bis 10 cm hoch - unter Wasser bleibt sie
meist kleiner. Wegen ihrer geringen Größe eignet sich diese
Pflanze gut als Rasen für den Vordergrund.
Insgesamt sind alle Arten und Forme dieser schmalblättrigen
Pflanzen gut für die Aquarienkultur geeignet.
Echinodorus tenellus ist die kleinste Form der Gruppe. |
Algen - Freund oder Feind? - Teil
II: Rot- und Braunalgen
In der Süßwasseraquaristik spielen die Braunalgen
keine Rolle. Allerdings halten sie so manche kulinarische Überraschung
bereit. Rotalgen gehören, wenn sie im Aquarium auftreten, zu den lästigsten
Algen überhaupt.
Braunalgen (Phaeophyceae) kommen fast nur im Meer vor.
Sie wachsen am Boden fest oder leben epiphytisch auf anderen Algen. Sie
sind sehr vielgestaltig. Der mehrzellige Thallus der verschiedenen Arten
kann aus verzweigten feinen Schläuchen bestehen oder blattartig bis
baumförmige wachsen. Es gibt Braunalgen, die mehr als 100 Meter lange
Thalli ausbilden. Oft haften sie mit Rhizoiden an festen Unterlagen. Es
gibt aber auch frei treibende Arten (Sargassum sp.). Diese großen
Formen werden auch als Tange bezeichnet. Es gibt etwa 800 Arten.
Typisch für Braunalgen ist die braune Farbe, die
durch den Farbstoff Fukoxanthin hervorgerufen wird. Dieser ist Farbstoff
gehört zu den Carotinoiden. Zusammen mit ?-Carotin und verschiedene
Xanthophyllen ermöglicht es den Algen Wellenlängen des Lichts
zu nutzen, die in größere Wassertiefen vordringen. Darum können
Braunalgen in sehr viel größeren Tiefen wachsen als zum Beispiel
Grünalgen. Braunalgen haben auch viel Chlorophyll. Dessen grüne
Farbe ist aber durch das Fukoxanthin nicht sichtbar, so dass der frischen
Algen hell braun, bräunlich grün oder dunkelbraun sind..
Diese Braunalge gehört zur Gattung Ecklonia. |
Auch diese Hormophysa sp. ist eine Braunalge. |
Eine weitere Besonderheit der Braunalgen ist, dass sie
keine Stärke bilden. Stärke ist bei den meisten Pflanzen das
Endprodukt der Assimilation. Sie wird aus dem Kohlenstoff zusammengesetzt,
den die Pflanze als Kohlendioxid aufnimmt. Die Stärke wird dann gespeichert
– zum Beispiel in Samen wie Getreidekörnern oder in Knollen wie bei
der Kartoffel. Braunalgen bilden stattdessen Laminarin, den Alkoholzucker
Mannitol und Öle.
Die Zellwände bestehen aus Zellulose und quellfähigen
chemischen Substanzen wie der Alginsäure. Diese Alginsäure oder
ihre Salze (Alginate) werden zum Beispiel als Geliermittel genutzt. Diese
verbergen sich hinter den Bezeichnungen E 401 bis E 405 für Lebensmittelzusatzstoffe.
Die Salze werden großtechnisch aus Arten der Gattungen Macrocystis,
Laminaria, Ascophyllum und Fucus gewonnen. Aber auch in der Kosmetik und
in der Pharmaindustrie sind einige Inhaltstoffe von Braunalgen sehr begehrt.
Fucus-Arten bilden die Grundlage für die Thalasso-Wellness-Therapie.
Von besonderer Bedeutung ist dabei der Blasentang (Fucus vesiculosus).
Er wird über einen Meter lang. Der Thallus ist abgeflacht, vielfach
gegabelt und verzweigt. Die Luft gefüllten Blasen im Thallus gaben
der Alge ihren Namen. Dieser Tang ist sehr häufig an der Atlantikküste
und im Stillen Ozean. In Frankreich Irland und den USA wird der Tang geerntet
und für die kosmetische Industrie aufbereitet. Der Tang enthält
anorganisch und organisch gebundenes Iod, Bromverbindungen und einige Polyphenole,
die Fucole, die antibiotische Wirkung haben. Wegen des hohen Jodgehaltes
werden homöopathische Mittel aus Blasentang gegen Kropfleiden und
Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt. Auch historisch waren Braunalgen
vor allem als Lieferant für Jod. Unter Ludwig XIV. wurde in Frankreich
vor allem Soda zur Herstellung von Glas aus Braunalgen gewonnen.
Die Küstenbewohner verarbeiteten die angespülten
Algen oft weniger aufwendig. In der Sonne getrocknet und durch den Regen
vom Salz befreit wurden sie als Dünger auf die Felder ausgebracht.
Die Algen wirken dabei wie Kompost, da sie in ihrem Thallus Stickstoff,
Phosphat und vor allem Kalium eingelagert haben.
Besonders die Bewohner kleinerer Inseln waren früher
auf die Algen angewiesen. Die Insel Moléne ist ein etwa 1000 Meter
langer und 850 Meter breiter Granitfelsen im Atlantik. Sie liegt etwa 35
Kilometer vor der französischen Stadt Brest. Die Nutzung von Algen
machte es möglich, dass hier bis heute 250 Menschen leben können.
Algen
dienen als Heizmaterial und Dünger. Fucus vesiculosus wird außerdem
zum Räuchern einer speziellen Wurst genutzt. Von Mai bis September
ist in der gesamten Küstenregion um Brest Algensaison.
Für die kosmetische Industrie werden dann Algenextrakte
gewonnen. Sie finden Verwendung für Gesichtswasser, Shampoos und Lotionen,
die besonders gut vor einer Dehydrierung der Haut schützen sollen.
Besonders im asiatischen Raum werden Braunalgen auch
zur menschlichen Ernährung genutzt. Beispielsweise handelt es sich
bei Hijiki, Kombu und Wakame um Braunalgen. Es gibt Algenfeinkosthändler,
die Tange an spezialisierte Restaurants in aller Welt verkaufen. In der
Bretagne werden vom Ecomusée in Plouguerneau zwischen Juni und Oktober
Kurse zum Thema Kochen mit Algen angeboten.
In neuerer Zeit werden Pulver aus Braunalgen als biologische
Masthilfen in der Tierproduktion eingesetzt.
Die Rotalgen (Rhodophyceae) haben einen roten, bläulichen,
violetten oder schwarzen Thallus. Das wird dadurch verursacht, dass neben
dem Chlorophyll auch das blaue Pigment Phycocyan, das rote Phycoerythrin
und orange-rote Carotionoide eingelagert sind. Dadurch kann auch das schwache
kurzwellige Licht genutzt werden, dass bis in große Meerestiefen
vordringt. Rotalgen können so in Tiefen von bis zu 300 Meter wachsen.
Die Gattung Tricleocarpa umfasst nur zwei Arten. |
Es gibt einzellige Rotalgen, aber auch Arten mit verzweigten
langen Thalli. Die etwa 5000 Arten kommen überwiegend im Meer vor.
Anders als die Braunalgen haben die Rotalgen aber auch etwa 50 Vertreter
im Süßwasser. Sie gehören zum Beispiel in die Familien
Batrachospermaceae, Lemaneaceae oder Thoreaceae. Zur letzten gehört
die Süßwasser-Rotalge Thorea ramosissima BORY. Ihre Thalli wachsen
aufrecht. Sie sind im Querschnitt rund, biegsam und weich. Sie sind verzweigt
und ihre Oberfläche ist mit Assimilationsfäden bedeckt. Sie fühlen
sich schleimig an.
Die Vermehrung erfolgt über Monosporen. Thorea ramosissima
ist die häufigste Art von 5 oder 6 in der Gattung. Sie wächst
auf festen Substraten und wird dort etwa 10 bis 15 cm hoch bzw. lang.
Die Algen können mit Tümpelfutter oder Dekorationsmaterial in
das Aquarium eingeschleppt werden. Das kommt aber selten vor. Alkalisches
Wasser scheint für diese Alge von Vorteil zu sein.
Thorea ramosissima auf einem Stück Holz |
Eine nahe Verwandte ist die Froschlaichalge (Batrachospermum
moniliforme) aus der Familie der Batrachospermaceae. Diese Art kommt in
sauberen schnell fließenden Gewässern vor. Die Zellen der Zentralachse
sind perlschnurartig an einander gereiht. Jede einzelne trägt ein
Büschel aus reich verzweigten Kurztrieben. Der Thallus wächst
aufrecht und ist reich verzweigt. Die Oberfläche ist schleimig. Die
Alge bedeckt in Gebirgsbächen steinige Substrate als rötlich
brauner bis violetter Belag.
In der Aquaristik sind aber andere Rotalgen von Bedeutung.
Das Wachstum von Rotalgen wird vor allem durch einen Mangel an freiem CO2
bzw. einem zu hohen pH-Wert und zu hartem Wasser gefördert. Ein weiterer
Faktor ist eine einseitige Überdüngung mit Phosphat.
Pinselalgen an der Frontscheibe |
Die Pinsel- oder Bartalgen sind sehr hartnäckig und
schwer zu bekämpfen. Sie haften als dichte, pinselige Büschel
an festen Substraten und lassen sich nur schwer restlos entfernen. Oft
treiben die Algen aus den Resten der Haftorgane wieder aus. Die Algen wachsen
besonders gut in überdüngten Becken mit viel Phosphat und härterem
Wasser. Regelmäßige Wasserwechsel und eine gezielte Kohlendioxiddüngung
können innerhalb von mehreren Wochen zu einer Verbesserung führen.
Ziel muss es sein den Wasserpflanzen die Lebendbedingungen zu verbessern,
damit sie den Algen besser Konkurrenz machen können. Das kann im Einzelfall
auch bedeuten, dass zum Beispiel Stickstoff oder Mikronährstoffe nachgedüngt
werden müssen.
Eine andere Form von Rotalgen bildet harte, zum Teil
kalkige Krusten. Sie überziehen vor allem die Blätter von langsam
wachsenden Pflanzenarten. Besonders Speerblätter (Anubias)
sind oft betroffen. Diese Beläge werden von Rennschnecken (Neritina
sp.) und Geweihschnecken (Clithon corona) gefressen. Bei einem ausreichend
dichten Besatz wachsen Rotalgen und auch Grünalgen nicht schnell genug
um störende Beläge zu bilden. Wie hoch nun der Besatz tatsächlich
sein muss, hängt natürlich davon ab, wie stark der Algenbefall
ist und wie viel zusätzlich gefüttert wird. Etwa 1 bis 2 Tiere
pro 10 Liter Wasser sollten aber ausreichend sein. Selbstverständlich
gilt auch für die Bekämpfung dieser Algen, dass zuerst möglichst
optimale Wasserbedingungen für die Wasserpflanzen hergestellt werden
müssen.
Ähnlich wie die Braunalgen werden auch die marinen
Rotalgen industriell genutzt. Beispielsweise stammt das Geliermittel Agar
Agar aus Rotalgen der Gattungen Gelidium und Gracilaria.
Agar kann zum gelieren von Tortenguss und für Fruchtzubereitungen
verwendet werden. In der in vitro Vermehrung von Aquarien- und anderen
Kulturpflanzen dient er zum Verfestigen der Nährböden.
Carrageen ist ein Schleimstoff aus den Zellwänden
vom Knorpeltang (Chondrus crispus) und anderen Rotalgen. Es wird
als Verdickungsmittel in der Pharmaindustrie und für Lebensmittel
eingesetzt. Es ist schwer verdaulich und findet darum vor allem als Quell-
und Ballaststoff bei diätetischen Lebensmitteln Verwendung. Die bekannten
Nori–Algen, die Bestandteile von Sushi sind, sind ebenfalls Rotalgen.
Wirbellose: Macrobrachium niphanae
Die Thai-Garnele wurde vor ein Paar Jahren von Cord und
einigen befreundeten Aquarianern in Thailand gefunden. Sie wurde von Werner
Klotz im Februar 2007 als Macrobrachium niphanae SHOKIDA & TAKEDA 1989
bestimmt.
In der Aquaristik ist die Art noch nicht weit verbreitet.
In der Gattung Macrobrachium sind weltweit mehr als 190
Arten beschrieben und benannt worden. Viele davon haben ein schwimmendes
Larvenstadium, das im Aquarium schwer mit dem richtigen Futter zu versorgen
ist. Diese Art lässt sich dagegen fast problemlos vermehren. Sie gehört
zu den Großarmgarnelen mit dem spezialisierten Fortpflanzungstyp.
Das heißt, dass sie keine Schwebelarven haben und darum im Süßwasser
ohne großen Aufwand nachgezogen werden können. Bei dieser Art
ist das dominante Männchen an allen Scheren und Schreitbeinen, sowie
zwischen den Zähnen des Rostrums behaart. Bei juvenilen Tieren beginnt
die Behaarung am vergrößerten Scherenpaar. Die Weibchen scheinen
(abgesehen vom Rostrum) unbehaart zu sein.
Die Scheren sind von Natur beide etwa gleich groß.
Allerdings sind die Tiere untereinander etwas aggressiv und nach Verlust
und Nachwachsen kommt es oft zur Ausbildung unterschiedlich großer
Scheren.
Die Grundfarbe der Tiere ist ein helles braun mit unterschiedlich
dichter grau-brauner Marmorierung. Auf den Scherenarmen sind größere,
dunklere Flecken zu sehen. Der Körper kann etwa 5 bis 6 cm lang werden.
Dabei scheint es so zu sein, dass es in jedem Revier ein besonders großes
Tier gibt und die anderen deutlich kleiner bleiben. Es hat bei uns bisher
auch immer nur das größte Männchen die auffällige
Behaarung an allen Beinen gezeigt. Entfernt man das dominante Männchen,
wächst ein anderes Tier nach.
Die Tiere sind mit dunkleren Flecken gezeichnet … |
… und die dominanten Tiere haben eine auffällige Behaarung. |
Für die Haltung empfehlen sich dicht bepflanzte und
stark strukturierte Aquarien. Die Tiere zeigen eine deutliche innerartige
Aggressivität. Es kommt oft zu Rangeleien und zu Verlust von Scheren
oder Beinen. Ein großes - gut im Becken verteiltes - Futterangebot
verringert die Übergriffe. Der Garnelenbestand scheint sich bei dieser
Art so selbst zu regulieren.
Die Tiere beschädigen keine Pflanzen, fressen aber
Schnecken. Posthornschnecken und Blasenschnecken können vollständig
ausgerottet werden. Auch frisch geschlüpfte Apfelschnecken werden
gefressen. Jungschnecken über 5 mm Gehäusegröße scheinen
aber ein ausreichend dickes Gehäuse und einen ausreichend festen Deckel
zu haben um sich zu schützen. Auch Turmdeckeschnecken werden nicht
sichtbar reduziert.
Die Thai-Garnele ist eine interessante Bereicherung für
ein bepflanztes Gesellschaftsbecken.
Pflanzenportrait: Lilaeopsis
brasiliensis
Ursprünglich wurde diese Pflanze als Neuseelandgras
unter dem Namen (Lilaeopsis nova-zelandiae) bekannt. Die Art stammt allerdings
aus Südamerika und kommt dort in Brasilien, Paraguay und Argentinien
vor. Es ist wissenschaftlich korrekt als L. brasiliensis zu bezeichnen,
weil sie zuerst unter diesem Namen beschrieben wurde.
Lilaeopsis ist kein Gras, obwohl die ungestielten, halmartigen
Blätter diesen Eindruck vermitteln. Die Gattung gehört zu den
Doldenblütlern und ist zum Beispiel mit dem aquaristisch bekannten
Wassernabel (Hydrocotyle) und der völlig anders gestalteten Herkulesstaude
(Heracleum mantegazzianum) verwandt. Die Familienähnlichkeiten beschränken
sich hier auf die Form der Blüten. Die Blütenstände stehen
auf einem Stiel und die einzelnen, gleich lang gestielten Blüten gehen
alle aus dem Punkt an der Spitze dieses Stiels hervor.
Das Neuseelandgras ist eine ausdauernde Rhizompflanze.
Aus jedem Knoten des kriechenden Rhizoms gehen ein oder zwei Blätter
und ein Paar feine Wurzeln hervor. Auf diese Weise bilden die Pflanzen
einen „Rasen“. Diese lichtbedürftige Pflanze ist sehr beliebt für
die Begrünung des Vordergrundes im Aquarium. Mann muss aber bedenken,
dass klein bleibende Pflanzen zwangsläufig in der größten
Wassertiefe im Aquarium wachsen und die Lichtintensität mit zunehmender
Wassertiefe abnimmt. Es ist möglich, dass lichtbedürftige Stängelpflanzen,
deren Triebspitzen dichter an der Wasseroberfläche sind, gut wachsen,
aber das Neuseelandgras aus Lichtmangel kümmert. Es muss auch eine
Beschattung durch Schwimmpflanzen oder andere, höhere Pflanzen vermieden
werden.
Lilaeopsis brasiliensis über Wasser. |
An die Wasserwerte stellt diese Pflanze aber keine besonderen
Ansprüche. Sie wächst – genügend Licht vorausgesetzt – bei
Temperaturen zwischen 22 und 28 °C und pH-Werten von 5,5 bis 7,5.
Lilaeopsis wird in der Regel nicht von Aquarienbewohnern
wie Apfelschnecken (Pomacea bridgesii) oder Posthornschnecken (Planorbella
und Helisoma) angefressen. Großarmgarnelen fressen manchmal an den
Halmen, ziehen aber bei ausreichendem Angebot Fischfutter vor. Lässt
man sie mehrere Tage fasten, können sie aber innerhalb kurzer Zeit
eine ganze Lilaeopsis-Wiese abweiden.
Vorschau auf Newsletter Nr. 5/ November 2007:
Betta splendens - Hochzuchtkampffische
Algen - Freund oder Feind? - Teil III: Blau- und Kieselalgen
Wirbellose: Körbchenmuscheln
Pflanzenportrait: Pogostemon helferi
Der heimbiotop-newsletter ist ein Informationsblatt der heimbiotop GbR
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Erscheinungsdatum von heimbiotop-newsletter Nr.4/2007: 10. Oktober 2007
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newsletter Nr. 2 / August 2007