
News - Neues Produktsegment bei Heimbiotop
Pflanzenporträt: Echinodorus x ´Reni´
Wirbellose: Marisa cornuarietis
News – Neues Produktsegment bei
Heimbiotop
Ab Februar 2008 bieten wir ein Sortiment an keimfreien
Aquarienpflanzen an. Unter dem Namen „Safer Plant“ gibt es ab jetzt eine
Auswahl an Pflanzen direkt aus dem In-vitro-Labor.
Normalerweise sind diese Pflanzen Ausgangsmaterial für
die Produktion in Gärtnereien und werden zwischen 4 und 12 Wochen
in Gewächshäusern herangezogen. Besonders in den Sommermonaten
entwickeln sich auf diese Weise schöne, buschige Pflanzen. Sie lagern
Reservestoffe ein, von denen sie unter ungünstigen Bedingungen, zum
Beispiel bei der Umstellung auf die Unterwasserkultur, zehren können.
Dabei werden die Pflanzen emers gezogen. Das heißt,
dass sie nur mit den Wurzeln im Wasser sind und der Rest der Pflanze sich
über Wasser befindet. Das Kulturwasser besteht aus einer Düngerlösung,
die deutlich mehr Nährsalze enthält als normales Aquarienwasser
und die Pflanzen optimal versorgt. In der Regel wird dieses Wasser in Intervallen
aus Vorratsbecken auf die Kulturtische gepumpt. In dem Wasser werden keine
Fische gehalten. Darum kommen solche emersen Pflanzen aus der Gärtnerei
nicht mit Fischen und damit auch nicht mit Fischkrankheiten in Kontakt.
Allerdings enthält das Wasser verschiedene Algen, Bakterien und manchmal
auch Wasserschnecken und Egel. Diese Organismen sind in der Regel für
Fische, Wirbellose oder die Pflanzen im Aquarium nicht gefährlich.
Allerdings legen besonders Halter und Züchter von Diskus großen
Wert darauf möglichst saubere Pflanzen zu bekommen. Im Vergleich zu
den Gewächshauspflanzen sind die steril vermehrten aus dem Labor sicherere
Pflanzen, also „Safer Plants“.
Ein Nachteil der In-vitro-Pflanzen ist, dass sie kleiner
sind als normale Wasserpflanzen aus der Gärtnerei. Nicht alle aus
Laboren verfügbaren Arten und Sorten lassen sich direkt in ein Aquarium
einsetzen und wachsen dann an. Bei den Wasserkelchen (Cryptocorynen) gibt
es die Möglichkeit größere Pflanzen im Labor anzuziehen.
Diese sind dann aber im Preis etwas teurer. Da diese größeren
Pflanzen nicht zum Standardsortiment der Labore gehören, werden sie
auch nur auf Bestellung produziert. Interessenten müssen darum bis
zu sechs Wochen auf ihre Pflanzen warten.
Bei Bodendecken wie dem Perlkraut (Micranthemum und Hemianthus),
dem Australischen Zungenblatt (Glossostigma elatinoides) oder dem Nadelblatt
(Crassula helmsii) ist das jedoch keine zusätzliche Kultur notwendig
und so stehen sie in der Regel immer zur Verfügung.
Ab dem 1. Februar bieten wir Ihnen ein Grundsortiment
an diesen „Safer Plants“ an. Wir werden abhängig von der Nachfrage
unser Sortiment in den nächsten Monaten erweitern.
Mit feuchten Grüßen
Koi-Herpesvirus
Der Koi-Herpesvirus ist eine der gefährlichsten
Erkrankungen für Zucht- und Wildkarpfen. Die klinischen Symptome einer
akuten KHV sind der Verlust der Schleimhaut, nervöse Störungen,
Kiemen- und Nierenschäden. Diese Symptome treten bei Temperaturen
zwischen 16 und 28 °C auf. 80 bis 100 % der Tiere sterben. Höhere
oder niedrigere Temperaturen schwächen den Krankheitsverlauf ab und
viele Tiere überleben als latente Virusträger.
In einigen Erzeugerländern von Kois wird das offenbar
ausgenutzt indem durch gezieltes Zusetzen von infizierten Fischen und Haltung
bei hohen Temperturen Fische angezogen werden, die „immun“ sind.
Eine Untersuchung zur Übertragung des Koi-Herpesvirus
an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover, hat ergeben, dass auch
symptomlose Fische die Viren übertragen können. Die Fische scheiden
nach überstandener Krankheit noch bis zu 6 Monate Viren aus. Durch
Stresssituationen, wie das Fangen, der Transport, Futterumstellungen und
Temperaturwechsel, werden auch später noch infektionsfähige Viren
abgegeben.
Im Versuch kam es durch diese freigesetzten Viren zu
Infektionen bei vorher virusfreien Tieren, die zu den Erkrankten gesetzt
worden waren. In den meisten Fällen blieben die neu infizierten Tiere
ohne Symptome, gaben aber selbst auch wieder Viren ab. Allerdings zeigten
sich klinische Symptome einer KHV-Erkrankung und es traten Todesfälle
auf nachdem die Tiere Stress ausgesetzt worden waren.
Ausschlaggebend für die Infektion anderer Fische
und das Auftreten von Symptomen scheint dabei die Virusmenge im Hälterungswasser
zu sein. Bei hohen Viruskonzentrationen zeigten die Tiere deutliche Symptome
uns verstarben im Versuch innerhalb von 3 bis 10 Tagen alle. Bei einer
geringeren Konzentration konnte zwar im Labor nach 10 Tagen eine Infektion
nachgewiesen werden aber die Tiere blieben symptomfrei. Sehr geringe Mengen
der Viren reichten nicht aus um eine nachweisbare Infektion auszulösen.
Problematisch sind diese Ergebnisse deshalb, weil in
dieser Studie auch die Zuverlässigkeit der Nachweisverfahren getestet
wurde und sich gezeigt hat, dass bei den latent infizierten Tieren die
Viruslast so gering sein kann, dass die Infektion oft nicht durch die üblichen
Testverfahren (Zellkultur oder PCR) nachweisbar sind. Obwohl der Fisch
negativ auf KHV getestet ist, kann er dennoch infiziert sein und andere
Fische anstecken.
Problematisch ist dabei vor allem, dass es kein standardisiertes
Verfahren zur Durchführung des Tests gibt. Beim PCR-Nachweis muss
das Probenmaterial in mehreren Schritten aufbereitet werden. Dazu wird
DNS extrahiert und gereinigt, die Partikel der DNS in einer Polymerasekettenreaktion
(PCR) vermehrt und dann auf einem Elektrophorese-Gel aufgetrennt und sichtbar
gemacht. Für jeden dieser Arbeitsschritte stehen unterschiedliche
Kits aus Chemikalien und Primern zur Verfügung. Besonders bei der
Extraktion des DNS zeigen sich Unterschiede in der Zuverlässigkeit.
Im Versuch konnten Infektionen teilweise nicht durch
Untersuchung des Kiemengewebes, sondern nur durch die Untersuchung von
Leukozyten festgestellt werden. So hat also auch die Art der Probenahme
einen Einfluss auf das Ergebnis.
Drei von zwölf Karpfen im Versuch wurden nach 21
Tagen Haltung mit einem infizierten Koi positiv auf KHV getestet. Danach
wurden alle zwölf Tiere für 30 Tage bei 30 bis 32 °C gehalten
und erneut durch Entnahme von Kiemengewebe getestet. Alle Ergebnisse waren
negativ, auch bei den bereits vorher positiv getesteten Tieren. In
den folgenden Monaten wurden die Tiere verschiedenen Formen von Belastungen
ausgesetzt (Abfischen, Temperaturschwankungen etc). In diesem Zeitraum
gaben fünf der Tiere nach Stresseinfluss Viruspartikel ab, obwohl
der Virusnachweis bei allen vorher negativ gewesen war.
In weiteren Untersuchungen wurde außerdem eine
Übertragbarkeit auf Graskarpfen, Schleien, Goldfische und Silberkarpfen
nachgewiesen. Es wurde auch festgestellt, dass eine Impfung mit abgetöteten
Viren keinen Schutz vor einer Infektion bietet.
Es ist also beim Kauf von Koi äußerste Vorsicht
geboten, da selbst ein negatives Testergebnis keine hundertprozentige Sicherheit
gibt.
Quelle: Kirsten Meyer (2007): Untersuchungen zur Übertragung
von Koi-Herpesvirus-Infektionen durch symptomlose Carrierfische.- Inaugural-Dissertation
zur Erlangung des Grades einer Doktorin der Veterinärmedizin durch
die Tierärztliche Hochschule Hannover
Online einsehbar unter: http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/meyerk_ss07.pdf
Hamburger Mattenfilter (HMF)
In den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde in
und um Hamburg zum ersten Mal über die Verwendung von Mattenfilter
gesprochen. Allgemein bekannt ist dieses System aber erst seit etwa 10
oder 15 Jahren.
Charakteristisch an diesem Filtersystem ist, dass das
Filtermedium sich über eine gesamte Aquarienseite erstreckt.
Anders als bei handelsüblichen Innenfiltern ist
das Filtermaterial nicht in einem Gehäuse. Der Wasserfluss wird nicht
durch schmalen Wassereinzüge behindert, sondern erfolgt gleichmäßig
über die gesamte Fläche.
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Vereinfachte Schematische Darstellung eines Aquariums mit HMF |
Das Filtervolumen ist auch sehr viel größer.
Das bedeutet, dass den nitrifizierenden Bakterien ein größerer
Lebensraum zur Verfügung steht. Als Lebensraum für die Bakterien
eignen sich nämlich nur solche Stellen, die durch einen Wasserstrom
mit Ammonium und Nitrit sowie mit Sauerstoff versorgt werden. Außerdem
müssen Nitrat und Kohlendioxid, die als Stoffwechselprodukte der Bakterien
anfallen, weggespült werden. Die Strömung darf aber auch nicht
zu stark sein, weil die Bakterien sich sonst von ihrem Substrat lösen
und andere Stellen besiedeln.
Das große Filtervolumen bewirkt, dass Aquarien,
die mit einem HMF ausgestattet sind in der Regel sehr wenig störanfällig
sind. Das Filtermedium verstopft nicht und die Filtermatte muss nicht oft
gereinigt oder ausgetauscht werden. Tatsächlich kann die Matte selbst
über Jahre hinweg wartungsfrei betrieben werden. Lediglich die Pumpe
muss man ab und an reinigen.
HMF auf der langen Seite eines
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Pumpe und Verlängerung
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Dieses Filtersystem ist ein typischer Eigenbau. Man benötigt
lediglich eine Pumpe oder einen Luftheber, dessen Leistung der Aquariengröße
entspricht, eine Schaumstofffiltermatte und etwas Aquarienschlauch.
Möchte man einen HMF bei der Neueinrichtung eines
Aquariums einsetzten, dann empfiehlt es sich zumindest bei größeren
Aquarien Führungsschienen für die Matte in das Becken einzukleben.
Diese halten die Matte an ihrem Platz und verhindern, dass Wasser
ungefiltert an den Seiten vorbeiströmt. Für die Schienen können
schmale Streifen aus Glas oder Kunststoff verwendet werden. Zwingend erforderlich
sind sie aber nicht. Dickere Matten ab 5 cm bleiben von allein aufrecht
stehen und sind steif genug um sich zwischen den Aquarienwänden verklemmen
zu lassen.
Auf welche Weise genau die Filtermatte installiert wird,
hängt von der Beckengröße und vom gewählten Filter
ab. Wenn man den Filterkopf vor der Matte platziert und lediglich das Ansaugrohr
hinter die Matte steckt, kann die Matte nahe an der Glaswand liegen. Möchte
man aber den Filterkopf und möglicherweise auch den Heizer oder andere
technische Geräte hinter die Matte bringen muss man natürlich
einen entsprechend großen Abstand wählen. Es gibt sehr kleine,
schmale Filterköpfe, für die auch flache Aussparungen in die
Filtermatte geschnitten werden können, so dass sie ganz in ihr verschwinden.
Für Heizer ist das aber nichts, weil sie so nicht gleichmäßig
genug vom Wasser umströmt werden können und dann in ihrer Funktion
beeinträchtigt sind. Heizer lassen sich nur hinter der Filtermatte
betreiben, wenn dort ein Hohlraum von einigen Zentimetern ist.
Im Prinzip muss dann nur noch der Auslass der Pumpe mit
einem Stück Schlauch verlängert und durch ein kleines Loch in
der Matte geführt werden. Ob das Wasser am Rand, oben oder mittig
ausgeleitet wird ist egal, nur sollte die Pumpe möglichst zentral
sitzen, damit sie über die gesamte Mattenfläche Wasser zieht.
Bei kleinen Flächen bis etwa 40 x 40 cm ist das
ausreichend. Bei größeren Flächen, zum Beispiel wenn die
Rückwand des Aquariums genutzt wird, empfiehlt es sich vor die Ansaugöffnung
der Pumpe ein Rohrsystem zu setzen, das über einen größeren
Bereich Wasser zuleitet. Dazu sind Rohre in der entsprechenden Größe
des Ansaugstutzens an der Pumpe nötig bzw. ein Zwischenstück,
das Pumpe und Rohrsystem verbinden kann. Um einen gleichmäßigen
Wasserstrom durch die Bohrungen zu erzielen müssen die freien Enden
der Rohre verschlossen werden.
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Für längliche Filtermatten kann man zum Beispiel
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Für annähernd quadratische Filtermatten
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In kleinen Aquarien mit etwa 12 bis 40 Litern kann an Stelle einer Pumpe auch ein Luftheber für die nötige Strömung sorgen. Der einfachste Luftheber besteht aus einem an beiden Enden offenen Stück Rohr oder Schlauch, das bzw. der senkrecht im Aquarium installiert wird. Am unteren Ende wird Luft von einer Membranpumpe zugeführt. Die aufsteigenden Luftblasen ziehen von unten Wasser mit durch das Rohr nach oben und verursachen so eine Strömung. Es wird also keine Luft gehoben, sondern Wasser mit Hilfe von Luft.
Zuleitungsgitter für größere Matten
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Zwei Luftheber aus dem Handel,
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Javamoos auf einer Filtermatte |
Bewuchs mit Ricardia,
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Die Effektivität dieses Systems lässt sich durch
einbringen eines Sprudelsteins in das Steigrohr verbessern. Weil viele
kleine Blasen eine größere Oberfläche haben als wenige
große, wird dann mehr Wasser beim Aufsteigen mitgezogen. Es gibt
unterschiedliche Baupläne für Luftheber und man kann sie auch
von verschiedenen Herstellern kaufen. Oft sind sie dann aber mit einer
winzigen Schaumstoffpatrone kombiniert.
Die Filtermatten sind als Filterschaumblöcke in
verschiedenen Größen lieferbar. Sie lassen sich leicht mit einem
scharfen Messer in die gewünschte Form schneiden. Alle mir bekannten
Matten sind hell blau. Das wirkt in der ersten Zeit etwas störend.
Innerhalb weniger Wochen lagern sich aber Mulm, Bakterien und Algen auf
der Matte ab und färben die unter Wasser gelegenen Teile bräunlich
grün. Solche Matten lassen sich wie Styroporrückwände sehr
gut mit Javamoos, anderen Moosen, Zwergspeerblatt oder Javafarn begrünen.
Auf diese Weise werden sie mit der Zeit ein natürlicher Bestandteil
der Bepflanzung.
Pflanzenportrait: Echinodorus x ´Reni´
Dieser Echinodorus ist keine wirkliche Neuheit mehr.
Diese wunderschöne rote Pflanze verdient aber mehr Aufmerksamkeit.
Die Sorte ist eine Hybride aus Echinodorus x ´Großer Bär´
und Echinodorus x ´Ozelot´. Sie stammt aus der bekannten
Echinodorus-Schmiede Zoologica in Altlandsberg.
Über Wasser wird die Sorte im Sommer bis zu 50 cm
hoch. Die Blattspreiten sind oval mit leicht herzförmiger Basis. Sie
sind bis 15 cm lang und 12,5 cm breit. Die jungen Blätter sind dunkel
rotbraun. Die älteren Blätter sind dunkelgrün mit weinroten
Blattadern. Die Blattränder sind leicht gewellt und haben einen roten
Saum. Im Winter liegen die rundlichen Blätter flach auf dem Substrat.
Die Farbe ist auch dann intensiv dunkel rot.
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Die Sorte ist recht blühfaul und lässt sich
nicht gut über Ableger an Blütenstielen vermehren. Stattdessen
bilden sich zahlreiche gedrungene Seitentriebe am Rhizom. Die Pflanze lässt
sich mit einem scharfen Messer zwischen den einzelnen Blattrosetten problemlos
teilen. Solange dabei eine Triebspitze, einige Blattansätze und Wurzeln
an jedem Stück erhalten bleiben, scheint die Größe der
dabei entstehenden Verletzungen keinen Einfluss auf das Anwachsen zu haben.
Selbst Stücke, die aus Längsspaltungen des Rhizoms hervorgegangen
sind, sind bei meinen Versuchen gut angewachsen und haben innerhalb weniger
Wochen schöne kompakte Rosetten gebildet. Bis zu 8 Jungpflanzen habe
ich so aus einzelnen etwa einjährigen Mutterpflanzen erhalten können.
Ausfälle hatte ich dabei keine.
Im Aquarium kann diese schöne Sorte bei etwa 22
bis 29 °C gepflegt werden. Sie verträgt pH-Werte zwischen 5, 5
und 8 und weiches bis hartes Wasser. Die Blätter werden unter Wasser
elliptisch und sind etwa 25 cm lang und 10 cm breit. Die Stiele erreichen
eine Länge von etwa 10 cm. Auch bei relativ geringer Beleuchtung (ca.
0,3 Watt/Liter) wie sie in handelsüblichen Einsteigersets eingebaut
ist, sind die jungen Blätter der Pflanzen intensiv dunkelrot. Die
älteren Blätter werden dunkelgrün.
Wie alle Echinodorus mag auch diese Sorte nährstoffreichen
Bodengrund, so dass der Einsatz von Düngerkugeln zu empfehlen ist.
Sie kann aber auch mit Flüssigdünger über das Wasser versorgt
werden.
Wirbellose: Marisa cornuarietis
Die Paradiesschnecke (Marisa cornuarietis) hat
ein posthornschneckenähnliches Gehäuse. Die Gehäusespitze
ist eingesenkt, so dass auf beiden Seiten des Gehäuses eine weite
Vertiefung entsteht. Die Grundfarbe ist gelblich bis hellbraun. Darüber
liegen meist mehrere dunkle Längsbänder. Es gibt auch von dieser
Art eine gelbe Variante ohne Streifen. Die Schnecke ist aber deutlich durch
ihren Gehäusedeckel von allen Tellerschnecken (Planorbidae) zu unterscheiden.
Außerdem hat sie die für Apfelschnecken charakteristischen Labialtentakel.
Das ist ein zweites Paar Fühler, das an den Lippen sitzt. Der ebenfalls
für Apfelschnecken typische Sipho - ein Atemrohr, das der Aufnahme
von atmosphärischer Luft dient - ist bei diesen Tieren sehr kurz und
nur bei größeren Tieren gut zu sehen.
Das Gehäuse wird etwa 26 mm hoch und 53 mm breit.
In älterer Literatur werden Größen bis zu 6 cm angegeben.
Die Tiere wachsen ihr ganzes Leben. Dieses verlängert sich durch kühlere
Haltungsbedingungen. In warmen Aquarien (um 25°C) erreichen die Schnecken
selten mehr als 3 cm und werden etwa 2 Jahre alt. Bei etwa 18 bis 22 °C
leben sie dagegen bis zu 4 Jahre und werden entsprechend größer.
Der Körper und der Mantel sind schmutzig gelb bis
hellgrau und haben ein unregelmäßiges graues Fleckenmuster.
Früher wurde vermutet, dass sich die Geschlechter an Hand von Flecken
auf der Fußsohle unterscheiden lassen. Die Musterung der Fußsohle
ist jedoch genauso zufällig wie die des übrigen Körpers.
Es ist aber eine Geschlechtsunterscheidung an Hand des Gehäuses möglich.
Bei den Weibchen ist die Mündung nierenförmig und bei den Männchen
rund.
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Das Weibchen kann nach einer Befruchtung Samen für
3-4 Gelege bevorraten. Die Eier werden unter Wasser abgelegt und sind in
eine klare Gallerte eingeschlossen. Der Auftrieb der Eihülle reicht
nicht aus, damit das Gelege frei im Wasser schwebt, darum befestigen die
Schnecken sie gerne an Pflanzenteilen, Holz oder der Aquarienscheibe nahe
der Wasseroberfläche. Ein Gelege umfasst 20 bis 110 Eier. Im Schnitt
entwickeln sich 75 bis 93 % zu schlüpfenden Jungschnecken. Die Jungen
schlüpfen bei einer Temperatur von 25 - 30 °C nach 8 Tagen. Bei
15 - 20 °C dauert es 20 Tage bis zum Schlupf.
Bereits 1906 wurden die Tiere zum ersten Mal nach Deutschland
eingeführt und bis 1913 gehalten. Um 1930 sollen sie noch einmal eingeführt
worden sein. Ein drittes Mal gelangten die Tiere um 1979 nach Deutschland
und wurden seither offenbar durchgehend importiert oder vermehrt.
Obwohl sie sehr hübsch anzusehen sind, ist vom Kauf
dieser Tiere dringend ab zu raten. Sie fressen alle Pflanzen im Aquarium
einschließlich Javafarn und allen Speerblattarten. Sie frisst sogar
Pinselalgen.
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Die zwei kurzen Fühler am Maul
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Marisa bei der Eiablage |
Lediglich in unbepflanzten Barschaquarien kann sie zur
Beseitigung von Algen, toten Fischen und Futterresten eingesetzt werden.
Allerdings macht sie auch vor Fischlaich nicht halt. Die Tiere sind sehr
widerstandsfähig und gehen bei Bedrohung zum Nachtleben über.
Darum können sie zusammen mit Barschen, Prachtschmerlen, Ringelhandgarnelen
und Marmorkrebsen leben, ohne dass sie ernsthaft gefährdet wären.
Vermutlich wird den Fischen oder Krebsen das eine oder andere Jungtier
zum Opfer fallen. Der Gesamtbestand ist dadurch aber nicht gefährdet.
Die Paradiesschnecken fressen auch andere Schnecken und deren Gelege. Sie
wurden zum Beispiel in Puerto Rico zur natürlichen Bekämpfung
von Schistosoma-Wirten ausgesetzt. Neben der Wirtsschnecke Biomphalaria
glabrata wurde auch Lymnaea columella fast ausgerottet, die
kein Wirt dieses Pärchenegels ist. Zusätzlich schaden die Schnecken
dort zunehmend den Wasserpflanzen.
Die Art stammt ursprünglich aus Brasilien. Heute
kommt sie aber auch auf Hawaii, in Asien und in Ägypten in der Natur
vor.
Diese Tiere vertragen viel Salz und wurden auch schon
in Brackwasser gefunden. Offenbar können sie sich dort aber nicht
erfolgreich fortpflanzen.
Von Zeit zu Zeit werden die Tiere im Handel oder auf
Börsen angeboten. Bei Interesse empfiehlt es sich sie in einem Artbecken
unter zu bringen.
Vorschau auf Newsletter Nr. 9 / März
2008:
Emerse Kultur von Aquarienpflanzen
Aquarienpflanzen werden in der Gärtnerei meist über
Wasser angezogen. Auch zu Hause lassen sich viele leicht auf der Fensterbank,
im Balkonkasten oder am Teich kultivieren.
Schnecken im Aquarium
Fast jeder hat sie. Kaum einer will sie. Brauchen tun
wir sie aber eigentlich alle.
Wirbellose: Schneckenegel
Weniger zu den Pfleglingen als zu den Schädlingen
zählt der Schneckenegel. Interessant ist er aber doch. Wussten Sie,
dass er Brutpflege betreibt?
Pflanzenportrait: Wendts Wasserkelch (Cryptocoryne
wendtii)
Diese Pflanze ist nicht nur der anspruchloseste ihrer
Gattung, sondern auch die vielseitigste.
Der heimbiotop-newsletter ist ein Informationsblatt der
Heimbiotop GbR
Inhaber: Maike Wilstermann-Hildebrand und Cord Friedrich
Hildebrand
Ludwigsburger Steige 119
71686 Remseck/Neckar
v.i.S.d.P. Maike Wilstermann-Hildebrand und Cord
Friedrich Hildebrand
Erscheinungsdatum von Newsletter Nr. 8: 1.2.2008
ältere Ausgaben:
newsletter Nr. 1 / Juli 2007
newsletter Nr. 2 / August 2007