Typha - Rohrkolben
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Typha angustifolia
Typha latifolia
Typha minima





Die Gattung Typha gehört zu den Süßgrasartigen (Ordnung Poales) und bildet allein die Familie der Typhaceae (Rohrkolbengewächse). Es werden je nach Autor 8 bis 12 Arten anerkannt.
Rohrkolben bilden hohe, stabiele, unverzweigte Stängel. Die Blätter sind an ihnen zweizeilig angeordnet. Es handelt sich um mehrjährige Pflanzen, die ein starkes, weit verzweigtes Wurzelsystem ausbilden, in dem sie im Herbst Nährstoffe einlagern und aus dem sie im Frühjahr neu austreiben. Sie sind starke Nährstoffzehrer und werden darum zur Reinigung von Abwässern in Biokläranlagen oder in Fisch- und Schwimmteichen eingesetzt.

Charkteristisch ist der kolbenförmige, braune Blüten-/ Fruchtstand, der im unteren Bereich weiblich und oben männlich ist. Ihm verdanken die Pflanzen nicht nur ihre Trivialnamen wie Schlootbesen, Katzenschwanz und Rohrkolben, sondern auch ihren wissenschaftlichen Namen. Typha soll sich vom griechischen "týphos" = "Rauch" ableiten. Der männliche, obere Kolbenteil ist deutlich dünner und wirkt im Vergleich zum dickeren weiblichen Teil wie bereits abgebrannt, wenn zur Samenreife die weißen, flaumigen Achänen wie kleine Rauchwölkchen über dem Bestand schweben.
 
 

Beim Zwergrohrkolben (Typha minima) ist ein
kahler Abschnitt zwischen den oberen, männlichen
Blüten und den unteren, weiblichen Blüten sichtbar.

Bei Typha latifolia gehen die Bereiche mit dem 
weiblichen und den männlichen Blüten ineinander über.

 

Die Blüten sind eingeschlechtig. Weibliche Blüten haben eine Blütenhülle (Perigon), die zu einem Haarkranz reduziert ist und sich zum Pappus der Achäne entwickelt, wenn die Samen reifen. Der Fruchtknoten ist gestielt und hat eine spatelförmige Narbe. Die weiblichen Blüten stehen im unteren Bereich des Kolbens dicht zusammen. Die männlichen Blüten haben zwei bis fünf Staubblätter, die von wenigen Hüllborsten umgeben sind. Sie stehen über den weiblichen Blüten auf der Verlängerung der Blütenstandsachse. Die Bestäubung erfolgt durch den Wind. Die Achäne wird durch Wind und Wasser verbreitet.
 
 
 
Schmalblättriger Rohrkolben
Typha angustifolia LINNÉ
 
Synonyme:
 


Herkunft:
Europa, Westasien, Nordafrika, Nordamerika, Australien

Aussehen: 
Der schmalblättrige Rohrkolben wird zwischen  150 und 250 cm hoch. Die Blätter sind grasgrün, schwertförmig, etwa 60 m lang und 1 cm breit. Die Spreiten sind auf beiden Seiten flach. Die Blattspitzen überragen den Blütenstand. Der weibliche Kolben ist etwa 10 - 20 cm lang, ist ca. 1,5 cm im Durchmesser und kastanienbraun.  Zwischen dem männliche und weiblichen Kolbenteil ist ein kahles Stück von etwa 2 bis 5 cm Länge. Der männliche Kolben ist ebenfalls etwa 10 bis 20 cm lang. Die männlichen Blüten zerfallen nach der Blüte. 

Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          -

Härte:               -

Licht:               halbschattig bis sonnig

Sonstiges:
 

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Breitblättriger Rohrkolben
Typha latifolia LINNÉ
 

Synonyme:

 


Herkunft:
Kosmopolit

Aussehen: 
Diese Art wird zwischen  100 und 250 cm hoch. Die Blätter sind schwertförmig bis über 1 m lang und 2,5 bis 4 cm breit. Die Spreiten sind auf beiden Seiten flach und blau-grün. Die Blattspitzen können den Blütenstand überragen. Der Kolben ist etwa 10 bis 40 cm lang. Männliche und weibliche Kolbenteile sind dabei etwa gleich lang. Die männlichen Blüten zerfallen nach der Blüte, so dass nur der untere schwarz-braune weibliche Teil erhalten bleibt. Zwischen den männlichen und weiblichen Blüten gibt es keinen Zwischenraum.

Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          -

Härte:               -

Licht:               halbschattig bis sonnig

Sonstiges:
Die Sorte ´Variegata´(Bilder rechts) hat cremeweiß - grün gestreifte Blätter (Panaschierung). 

Detail der gestreiften Blätter.

Normalform des Breiten Rohrkolbens

Typha latifolia ´Variegata´

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Zwerg-Rohrkolben, Kleiner Rohrkolben
Typha minima FUNCK ex. HOPPE
 

Synonyme:

-


Herkunft:
Europa, Westasien, Nordchina

Aussehen: 
Diese Art wird etwa 50 bis 75 cm hoch. Die Blätter sind schwertförmig und 0,1 bis 0,4 cm breit. Ihre Innenseite ist flach, die Außenseite halbrund. Die Kolben sind auf blattlosen Stielen und überragen das Laub. Unterhalb des Kolbens gibt es lediglich ein lanzettliches, dünnes Stängelblatt mit reduzierter Blattspreite. Die weiblichen Kolbenteile sind kugelig, mit 2 bis 4 cm etwas länger als breit. Die männlichen sind schmal zylindrisch und etwa genauso lang. Zwischen den männlichen und weiblichen Blüten gibt es einen Zwischenraum von wenigen Zentimetern. Die männlichen Blüten zerfallen nach der Blüte, so dass nur der untere braune weibliche Teil erhalten bleibt. 

Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          -

Härte:               -

Licht:               halbschattig bis sonnig

Sonstiges:
Die Art ist in Deutschland selten und kommt möglicherweise nicht mehr als natürlicher Bestand vor. 
Im Teichandel ist die Pflanze regelmäßig erhältlich. Sie kann sowohl in der Sumpfzone als auch bis zu 10 cm tief im Wasser stehen. 
Als einzige Art der Gattung ist der Zwergrohrkolben auch für kleine Wasserbecken oder kleinere Fertigteiche geeignet. Er wuchert unter günstigen Bedingungen, durchbohrt aber mit seinem Rhizom nicht die Beckenumrandung.
 
 
 
 
 

 

Zwerg-Rohrkolben mit männlichem
(oben) und weiblichem Kolbenteil.

Zur Samenreife sind die männlichen 
Blüten bereits abgefallen und der obere 
Kolbenteil ist kahl. Die Achänen
quellen wie Rauchwölkchen aus dem
weiblichen Kolbenteil. 
Vermutlich verdankt die Gattung 
diesem Anblick ihren Namen.

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P.R. Cary, P.G.J. Werts (1984): Growth and nutrient composition of Typha orientalis as affected by water temperature and nitrogen and phosphorus supply.- Aquatic Botany 19, 105-118

D. Aidele, M. Golte-Bechtle (1997): Das neue Was blüht denn da?- 56. völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Kosmos Naturführer, Stuttgart

E. Schuster (2000): Sumpf- und Wasserpflanzen - Eigenschaften - Ansprüche - Verwendung.- 3. Auflage, Parey Verlag, Berlin

H.W. Ludwig (2003). Tiere und Pflanzen unserer Gewässer.- BLV Verlagsgesellschaft mbH München, Wien, Zürich


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