Die Beschreibungen von Pflanzen sind schwer zu deuten,
wenn die nötigen Vorkenntisse fehlen. Darum habe ich hier einen Überblick
über die Merkmale zusammengestellt. Zu diesen führen Links aus
den einzelnen Pflanzenbeschreibungen. Im Anschluss an die Beschreibungen
sind immer einige Beispielbilder zu finden.
Die innere Anatomie wird kurz auf der Seite über
die Biologie von Wasserpflanzen vorgestellt.
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Blattfarbe
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Blüten und Früchte Blüten und Blütenteile
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Bei der Betrachtung von Pflanzen fällt uns zuerst die Farbe auf. Gerade die Beschreibung von Farben ist aber im allgemein sehr schwierig. Darum möchte ich hier einige Anmerkungen zur Färbung von Pflanzen machen.
grün
Die Farbe von Laubblättern ist in der Regel vom
Blattgrün (Chlorophyll) bestimmt. Je
nach Dichte des Blattgrüns und dem Vorhanden sein von anderen Farbstoffen
variiert die Blattfarbe von gelblich über mittel grün zu dunkel
grün. Bei der Beschreibung der Blattfarbe ist oft der Eindruck sehr
subjektiv und abhängig zum Beispiel von der Lichtquelle (HQI, Leuchtstoffröhre,
Tageslicht). Auch Fotos können keine absolute Farbwahrheit wiedergeben.
Zum Einen sind sie unter bestimmten Lichtbedingungen aufgenommen, zum Anderen
kommt es beim Fotografieren durch Eigenschaften der Kameralinse (mit oder
ohne Polfilter) zu kleinen Farbveränderungen. Auch das Filmmaterial
und am Ende die Bearbeitung auf dem Computer verändern die Farbwerte.
Zusätzlich wirkt sich die Bildschirmeinstellung des Betrachters bei
digitalen Bildern ebenfalls auf die Farbwiedergabe aus. Abhängig vom
Blattalter und dem Ernährungszustand verändert sich die Blattfarbe
einer Pflanze. In der Regel lässt sie sich darum am Besten im Vergleich
mit anderen Pflanzen einordnen. Die zwei Bilder unten stellen die Normalform
des Pfennigkrauts (Lysimachia nummularia)
dem Goldpfennigkraut gegenüber. Auf beiden Bildern sind die gelben
Blüten der Pflanzen zu sehen. Im linken Bild ist deutlich ein Farbunterschied
zwischen Blättern und Blüten zu erkennen, im rechten Bild kaum.
Beim Pfennigkraut sind die Blätter grün. |
Beim Goldpfennigkraut sind die Blätter
|
rot, orange, braun
Gelb, orange und rot gefärbte, fettlösliche
Pigmente werden als Carotinoide bezeichnet. Es werden Carotine und Xanthophylle
unterschieden. Carotine enthalten in ihrer Molekülstruktur keinen
Sauerstoff. Xanthophylle enthalten Sauerstoff in verschiedenen aktiven
Gruppen. Xanthophylle (z. B. Lutein, Fucoxanthin) sind in den Chloroplasten
enthalten. Bei einigen Pflanzen sind sie so hoch konzentriert, dass sie
die Farbe des Chlorophylls überdecken. Rote, orange und rotviolette
Farbanteile werden aber unter anderem auch von Antocyanen gebildet. Das
sind Zuckerabkömmlinge. Sie können sich bei Ernährungsstörungen,
die mit Energiemangel einhergehen in den Blattstielen und Adern ablagern
(z. B. bei Phosphatmangel).
Bei alternden Blättern werden meist schneller die
grünen Farbstoffe abgebaut. Darum werden bei Herbstlaub die gelben
und roten Farbanteile sichtbar.
Panaschüre, Panaschierung
Bei einer Panaschierung sind einige Teile der Blattfläche
mit weniger Chlorophyll ausgestattet oder sogar ganz chlorophyllfrei. Je
nach dem ob sich dann kleine Farbstoffe oder amders gefärbte an den
Stellen befinden ist das Blatt dann weiß-grün, gelb-grün
oder rot-gelb-grün gefleckt. Diese Chlorophyll defekte können
auf spontane Mutationen zurück zuführen sein oder durch Viren
verursacht werden. Bespielsweise hat der Tomaten-Mosaik-Virus (TMV) genau
davon seinen Namen. Die weißen oder rosafarbenen Blattnerven von
Cryptocoryne
rosanervis oder Hygrophila polysperma
"rosae" sind wahrscheinlich auch auf Viren zurück zu führen.
Ein Beweis dafür oder dagegen konnte bisher aber nicht erbracht werden.
Dafür spricht in jedem Fall, dass die Färbungen nicht stabil
sind.
Chlorose
Wenn Pflanzen von ihrer normalen Blattfarbe abweichen,
dann spricht man von Chlorosen.
Bei Laubblättern werden verschiedene Grundformen
unterschieden. Dabei ist die Ausprägung des Blattrandes unerheblich
und wird vorerst nicht berücksichtigt. Das untere Ende oder die Basis
ist die Seite, an der der Blattstiel ansetzt. Die Spitze oder Apex die
entsprechend gegenüber liegende Seite. Die Blattgrundform wird in
der Regel in Abhängigkeit von dem Verhältnis der Länge zur
Breite definiert. Die Erklärungen zu den verschiedenen Begriffen sind
unten. Sie sind über die Links direkt erreichbar. umgekehrt ist jede
Beschreibung wieder mit einer Abbildung verlinkt.
Abbildung verändert nach Rothmaler 2002 |
Blattgrundformen
A kreisrund B rundlich C elliptisch oder oval D eiförmig E verkehrt-eiförmig F spatelförmig |
Abbildung verändert nach Rothmaler 2002 |
A eilanzettlich B lanzettlich C länglich D linealisch, lineal oder bandförmig E nadelförmig F pfriemlich G schwertförmig |
Abbildung verändert nach Rothmaler 2002 |
A keilförmig B rautenförmig C herzförmig D verkehrt-herzförmig E nierenförmig F pfeilförmig G spießförmig H schildförmig |
Als kreisrund
wird eine Blattform bezeichnet, die so lang wie breit mit einem kreisförmigen
Umriss ist. Als rundlich
werden Blätter bezeichnet, die nicht völlig rund sind. In der
Regel sind sie etwas länger als breit. Bei
elliptischen
Blättern ist die Blattlänge 1,5 bis 2,5 mal so groß wie
die Blattbreite. Das Blatt hat seine breiteste Stelle in der Mitte. Eiförmigbedeutet,
dass das Blatt 1,5 bis 2,5 mal so lang wie breit und unterhalb der Mitte
am breitesten ist. Bei
verkehrt
eiförmigen Blättern ist die breiteste Stelle entsprechend
oberhalb der Mitte. Spatelförmige oder spatelige Blätter haben
eine runde Blattspitze, sind im oberen Drittel am breitesten und werden
zum Stiel hin mit konkaven Blatträndern immer schmaler. Bei
einem spatelförmigen
Blatt nähert sich der Blattrand dem Stiel allmählig in konkaven
Bögen. Lanzettliche
Blätter sind 3 bis 8 mal so lang wie breit. Sie verschmälern
sich zu beiden Seiten mit bogigen (konvexen) Blatträndern. Dabei ist
die breiteste Stelle etwa in der Mitte. Bei einem eilanzettlichem
Blatt ist die breiteste Stelle entsprechend deutlich unterhalb der Mitte. Als
länglichwerden
Blätter bezeichnet, die 3 bis 8 mal so lang wie breit sind, aber gerade,
mehr oder weniger paralell verlaufende Blattränder haben. Diese
Form wird als linealisch
bezeichnet, wenn das Verhältnis von Länge zu Breite größer
ist als 10. Bei Wasserpflanzen spricht man dann auch von bandförmigen
Blättern. Das ist zum Beispiel bei Vallisnerien
und Crinum der Fall. Sehr schmale, feine
Blätter werden auch als haarförmig bezeichnet. Nadelförmige
Blätter sind schmal und starr. Sie sind über die gesamte Länge
gleich breit. Pfriemliche
Blätter werden dagegen von der Basis zur Spitze immer schmaler. Sie
sind im Querschnitt fast rund. Wenn ein
Blatt am Grund stark gefaltet ist, den Stengel umschließt und seitlich
so stark zusammengedrückt ist, dass sich die Blattränder dadurch
dem Stengel zuwenden, wird das als schwertförmig
bezeichnet. Das tritt zum Beispiel bei Kalmus
und Schwertlilien auf. Keilförmig
sind Blätter, die an der Spitze am breitesten sind und sich zur Basis
hin verschmälern. Diese Blätter sind etwa 1 bis 3 mal so lang
wie breit. Ebenso geformt aber mit der breiten Seite unten sind dreieckige
Blätter. Rautenförmige
oder rhombische Blätter sehen aus wie auf die Spitze
gestellte Vierecke. Solche findet man zum Beispiel bei der Wassernuß. Herzförmige
Blätter haben an der Basis einen spitzen Einschnitt in dem der Stiel
ansetzt oder mit der sie ohne Stiel direkt am Stängel sitzen. Die
Blätter sind etwa 1 bis 1,5 mal so lang wie breit. Befindet sich der
Einschnitt an der Blattspitze und der Stiel an der anderen Seite, ist das
Blatt verkehrt herzförmig. Wenn
das Blatt rundlich oder querelliptisch (breiter als lang) ist und einen
tiefen Einschnitt am Grund hat, der zwei breite, abgerundete Basallappen
trennt, dann wird es als nierenförmig
bezeichnet. Bei pfeilförmigen
Blättern ist die Spreite dreieckig mit Basallappen, die spitz und
nach hinten gerichtet sind. Bei spießförmigen
Blättern sind die spitzen Basallappen rechtwinklig zur Seite gerichtet.Schildförmige
Blätter sind in der Regel rund oder rundlich, können aber auch
andere Formen haben. Bei ihnen setzt der Blattstiel in der Spreitenmitte
auf der Unterseite an. Die Spreite steht also senkrecht auf dem Stiel.
Das ist zum Beispiel bei Hydrocotyle
verticilliata der Fall. Es gilt auch für alle Schwimmblätter
von Seerosengewächsen und Seekannen.
Bei Kleefarn ist das schildförmige Blatt in 3 oder 4 keilförmige
Segmente unterteilt.
Dieses Blatt von Echinodorus
palaefolius
|
Dieses Blatt von Echinodorus palaefolius var. argentiniensis ist typisch lanzettlich. Es ist in der Mitte am breitesten, hat eine spitz zulaufende Spitze und eine verschmälerte Basis. Es gibt auch lanzettliche Blätter mit abgerundeter oder gestutzer Basis und runder Blattspitze. Entscheidend ist, dass sich die breiteste Stelle in der Mitte befindet und das Blatt drei- bis achtmal so lang wie breit ist. |
Die Blätter von Rorippa
aquatica sind etwa
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![]() |
Als Blattbasis wird das Ende mit dem Stiel bezeichnet,
bzw. dasjeneige, das am Stängel oder Rhizom sitzt. Die Spitze befindet
sich entsprechend am anderen Ende. Die Blattspitze muss nicht immer als
Spitze ausgeformt sein. Beispielsweise haben kreisrunde,
schild- oder nierenförmige Blätter keine deutliche Spitze.
Abbildung verändert nach Rothmaler 2002 |
Form von Blattspitzen A gestutzt B abgerundet C stumpf D spitz E zugespitzt F stachelspitzig G bespitzt H ausgerandet |
Abbildung verändert nach Rothmaler 2002 |
Form der Blattbasis
A gestutzt B abgerundet C keilförmig oder keilig D verschmälert |
Sowohl bei der Blattspitze als
auch bei der Blattbasis wird ein gerader, wie abgeschnittener, Abschluß
als gestutzt
bezeichnet. Abgerundete
Blattspitzen oder Blattbasen weisen keine Spitzen oder Winkel auf. Ein
keilförmiger
Blattgrund wird in geraden Linien allmählig schmaler und geht in den
Stiel über. Er verschmälert
sich, wenn er in konkaven Bogen schmaler wird. Die Basis kann auch als
spieß-, pfeil-, nieren oder herzförmig bezeichnet werden, wenn
sie die entsprechenden Einschnitte und Basallappen aufweist, wie sie bei
den Blattformen beschrieben sind.
Blattspitzen können stumpf
sein. Dann treffen die Seitenränder in einem stumpfen Winkel (> 90°)
aufeinander. Spitze
Blattspitzen haben einen Winkel von weniger als 90 °. Bei
zugespitzten
Blättern laufen die Seitenränder mit einem konkaven Boden aufeinander
zu. Bei stachelspitzigen
Blättern befindet sich am Ende des Mittelnerves eine kurze Borste. Wenn
auf eine sonst runde Blattspitze eine kleine Spitze aufgesetzt ist, deren
Fläche nicht nur vom Mittelnerv gebildet wird, dann ist das Blatt
bespitzt. Eine
ausgerandete
Blattspitze ist in einer kleinen Bucht nach innen gezogen.
Das Blatt von
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Die Blätter von Echinodorus parviflorus ´Tropica´ sind bespitzt. |
Es gibt sehr viele Blätter die auf die eine oder
andere Weise gelappt, gespalten oder geteilt sind. Die einzelnen Spreitenabschnitte
werden als Blättchen bezeichnet. Dabei wird zwischen Blättern
unterschieden, deren Blattadern alle aus einem Zentrum hervorgehen und
solchen, deren Seitenadern von einer Mittelader abzweigen. Bei hand- oder
fingerförmigen Spreitenabschnitten oder Blättchen gehen die Adern
aus einem Zentrum hervor (z.B. Kastanie). Bei fiederförmigen
zweigen sie von einer Mittelader ab (z.B. Walnuss).
Abbildung aus Rothmaler 2002 |
handförmig oder gefingert
A ganz B handförmig gelappt C handförmig gespalten D handförmig geteilt E handförmig geschnitten F gefingert G dreizählig gefingert oder dreizählig |
Abbildung aus Rothmaler 2002 |
gefiedert
A ganz B fiederlappig C fiederspaltig D fiederteilig E fiederschnittig F unparig gefiedert G paarig gefiedert |
Abbildung verändert nach Rothmaler 2002 |
A unterbrochen
fiederschnittig
B doppelt oder mehrfach gefiedert C leiherförmig D schrotsägeförmig E kammförmig F fußförmig geschnitten G fußförmig zusammengesetzt |
Ganze
Blattspreiten haben keine Einschnitte, müssen aber nicht unbedingt
auch glatte Blattränder haben. Bei handförmigen
und fiederförmigen Blättern sind
zwischen den Blattnerven unterschiedlich tiefe Einschnitte. Der Verlauf
der Blattnerven bestimmt dadurch die Form der Einschnitte. Bei
handförmigen
oder gefingerten Blättern sind alle Nerven und damit
auch alle Blattsegemente strahlig um einen Punkt am Ansatz des Blattstiels
angeordnet. Die einzelnen Segmente werden dann als Blättchen
bezeichnet. Je nach der Zahl der Segmente
spricht man von dreizähligen, vierzähligen, ...
gefingerten Blättern. Bei
fiederförmigen
Blättern sind die Nerven und Blattsegmente längst der Mittelrippe
angeordnet. Hier werden die einzelnen Segmente dann als Fiedern
bezeichnet.
Von gelappten
Blätter spricht man, wenn die Einschnitte nur etwa ein Drittel der
Spreitenhälfte erreichen. Gespalten
sind Blattspreiten, wenn die Einschnitte bis etwa zur Hälfte der Spreitenhälfte
reichen. Bei geteilten
Blättern reichen die Einschnitte bis zu 2/3 der Spreitenhälfte. Wenn
die Einschnitte bis zum Ansatzpunkt des Nervs reicht, dann spricht man
von geschnittenen
(handförmig geschnittenen oder fiederschnittigen) Blättern. Paarig
gefiedert sind Blätter mit einer geraden Anzahl an Fiederblättern. Unpaarig
gefiedert sind solche mit einem Fiederblatt an der Spitze (Walnuß).
So lange die Basis mehr oder weniger breit ist, gilt
das Blatt als einfaches Blatt. Erst
wenn die einzelnen Segmente nur noch über die Nerven mit einander
verbunden sind, handelt es sich um ein zusammengesetztes
Blatt.
Es gibt eineige Sonderformen von zusammengesetzten Blättern. Bei
unterbrochen
fiederschnittigen Blättern sind Fiedern unterschiedlicher
Größe im Wechsel entlang der Mittelrippe angeordnet. Das ist
zum Beispiel bei Kartoffeln der Fall. Bei
doppelt
oder mehrfach gefiederten Blättern, sind die Fiedern
aus Fiederchen zusammengesetzt. Leierförmig
sind gefiederte oder fiederlappig bis fiederschnitte Blätter mit einem
vergrößerten Endabschnitt (Brunnenkresse, Wasser-Meerrettich). Die
bekanntesten schrotsägeförmigen
Blätter hat der Löwenzahn. Die Blätter sind fiederlappig
bis fiederteilig mit dreieckigen Abschnitten, deren Spitzen sich in Richtung
Blattbasis richten. Die Wasserprimel
(Hottonia palustris) hat kammförmige
Blätter. Die Spreite ist regelmäßig fiederteilig oder
fiederschnittig mit zahlreichen dicht stehenden, sehr schmalen Abschnitten.
Blätter, deren Spreiten
sich einmal oder mehrmals in mehr oder weniger feine, nadelähnliche
Segmente aufspalten, werden als gabelteilig bezeichnet
(Ceratophyllum).
Als fußförmig
werden nahezu handförmige Blätter bezeichnet, deren Abschnitte
nicht genau in einem Punkt entspringen, sonder aus einer verbreiterten
Basis hervorgehen. Dabei werden fußförmig
geschnittene und fußförmig
zusammengesetzte Blätter unterschieden.
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Roßkastanien haben gefingerte Blätter mit
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Walnüsse haben fiederförmige Blätter
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Hornfarn
(Ceratopteris cornuta):
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Kleefarn (Marsilea)
hat zusammengesetzte
|
![]() |
A gesägt
B doppelt gesägt C gezähnt D gefranst E gekerbt F gebuchtet G geschweift H gewimpert |
Wenn das Blatt keine Zacken oder Buchten am Rand aufweist,
dann ist es ganzrandig. Das bedeutet aber nicht, dass die Blattspreite
ganz sein muss. Sie kann durchaus Einschnitte
aufweisen. Wenn die Blattränder spitze Vorsprünge
zwischen spitzen Buchen haben, dann sind sie gesägt.
In der Regel weisen die Sägezähne etwas in Richtung der Blattspitze.
Dann sind sie vorwärtsgerichtet. Rückwärtsgerichtete Sägezähne
weisen in Richtung der Basis. Manchmal
haben die Sägezähne selbst noch Zähne. Dann ist der Blattrand
doppelt gesägt. Sind die Buchten zwischen
den Zähnen rund, dann ist das Blatt gezähnt. Wenn die Zähne
sehr klein sind, spricht man von gezähnelten Blatträndern. Blattränder
mit sehr langen, spitzen Zähnen sind gefranst. Abgerundete
Vorsprünge mit spitzen Buchten dazwischen findet man bei gekerbten
Blatträndern. Bei gebuchteten Rändern
sind die Vorsprünge und die Buchten abgerundet. Sehr
flach gebuchtete Ränder werden als geschweift oder ausgeschweift bezeichnet. Wenn
der Rand mit feinen haaren besetzt ist, ist er gewimpert.
![]() |
A zurück gerollt B eingerollt C zusammengerollt D gefalzt E gekielt |
Blätter sind nicht immer
glatt. Wenn die Ränder sich nach hinten, unten zur Mittelrippe biegen,
sind sie zurück gerollt. Sind die Ränder
nach oben gebogen, dann die Blätter eingerollt. So sehen zum Beispiel
die jungen Blätter von Lagenandra
aus. Rollen sich die Blätter wie
eine Eistüte, dann sind sie zusammengerollt. Das ist zum Beispiel
bei jungen Blättern von Cryptocorynen
der Fall. Blätter, die v-förmig an
der Mittelrippe zusammengefaltet sind, werden als gefalzt bezeichnet.Wenn
sich auf einer flachen oder gewölbten Blattunterseite eine erhabene,
scharfkantige Rippe befindet, spricht man von gekielten Blättern.
![]() |
A grundständig, rosettig B quirlständig C gegenständig D kreuzgegenständig E zweizeilig |
In einer grundständigen
Rosette sind zum Beispiel die Blätter von Rosettenpflanzen wie Schwertpflanzen,
Sumatrafarn
und Wasserkelchen angeordnet. Bei ihnen
entspringen alle Blätter in einem gemeinsamen Punkt. Das kommt durch
eine extreme Stauchung der Pflanzenachse zustande. Bei Stängelpflanzen
ist die Sproßachse gestreckt und deutlich sichtbar in Blattknoten
(Nodien) und Abschnitte zwischen den Knoten (Internodien) gegliedert. An
den Knoten entspringen die Blätter. Bei kriechenden Pflanzen bilden
sich hier auch Wurzeln. Wenn immer zwei
Blätter an einem Blattknoten sind und die Blätter aller Knoten
direkt über einander stehen, sind die Blätter gegenständig
angeordnet. Sind die jeweils zwei
Blätter an jedem Blattknoten zu dem darunter und darüber liegenden
Blattpaar um jeweils 90 ° um den Stängel gedreht, sind sie kreuzgegenständig.Wechselständige
Blätter sind in einer mehr oder weniger gleichmäßigen Spirale
im den Stängel angeordnet. Das Folgeblatt ist gegenüber dem vorherigen
immer um einige Winkelgrade um den Stängel gedreht.Von
quirlständigen
Blättern spricht man, wenn mehr als zwei Blätter an einem Blattknoten
sitzen. Wenn die Blätter einzeln abwechseln
rechts und links vom Stängel an aufeinanderfolgenden Knoten sitzen,
dann sind sie zweizeilig
angeordnet. Sind die Blätter so in drei Reihen angeordnet, sind sie
entsprechend dreizeilig (z. B. Fontinalis).
Besonders saisonale Pflanzen, die Trocken- oder Kälteperioden
überdauern müssen, nutzen die Möglichkeit Nährstoffe
in meist unterirdischen Speicherorganen einzulagern. Eine Form der Speicherorgane
besteht aus Verdickungen an den Wurzeln oder am Sproß, die dann entsprechend
als Wurzel- oder Sproßknollen bezeichnet werden. Eine andere Form
ist die Zwiebel.
Knollen entstehen durch eine
seitliche Ausdehnung von Wurzeln oder des Sproßes durch Zellstreckung
und Zellteilung. Die zusätzlichen Zellen lagern Speicherstoffe wie
Stärke ein, die bei Bedarf abgebaut werden und als Energielieferanten
für ein weiteres Wachstum veratmet werden. Allgemein bekannt sind
die Sproßknollen von Kartoffeln. Wurzelknollen sind rundlich oder
keulenförmig. Es wird zwischen Speicherwurzeln und echten Wurzelknollen
unterschieden. Speicherwurzeln haben eine typische Wurzelform. Sie haben
weiterhin eine Wurzelfunktion und nhemen Wasser und Nährstoffe auf,
während sie gleichzeitig als Speicher dienen. Solche Speicherwurzeln
bildet zum Beispiel Kohlrabi. Echte Wurzelknollen sind dagegen verdickte
Wurzeln, die nur der Reservestoffspeicherung dienen. Sie helfen der pflanze
nicht bei der Nährstoffaufnahme und verankern sie nicht im Boden.
Unter den Pflanzen für Aquarien und Terrarien finden wir Wurzelknollen
bei Froschlöffeln (Echinodorus),
Pfeilkräutern (Sagittarien), Schlangenbart
(Ophiopogon japonicus)
und Grünlilien (Chlorophytum).
Sproßknollen bilden zum Beispiel die Wasserähren (Aponogeton).
Zwiebeln sind gestauchte
Sproßachsen. Sie bestehen aus mehreren Schichten von Schuppenblättern.
Meist sind die äußeren Häute papierartig dünn und
trocken. Teilweise werden sie schon während ihrer Entstehung so angelegt,
oft sind sie aber eingetrocknete Reste von alten Laubblättern. Die
inneren Blätter sind fleischiger und schieben ihre Spitzen aus der
Zwiebel hinaus. Aus dem Zentrum gehen auch die Blütenstände hervor.
Am unteren Ende bildet sich die Zwiebelscheibe aus der die sproßbürtigen
Wurzeln hervorgehen. Es können sich in den Blattachseln der Zwiebel
kleinere Brutzwiebeln bilden, die der Vermehrung dienen.
Zwiebel von Crinum natans |
Wurzelknollen an Echinodorus maculatus. |
Rhizome sind unterirdische
oder nahe am Boden liegende Sproßachsen, die der Nährstoffspeicherung
dienen. Die Sproße sind stark gestaucht, so dass die Blätter
nahe bei einander stehen. Während die Triebspitze wächst und
sich neue Verzweigungen an den Blattknoten bilden, stirbt das Rhizom am
hinteren Ende allmälig ab, während die Reservestoffe verbraucht
werden. Ein Rhizom wird entsprechend nur länger, wenn die Pflanze
gut versorgt ist und schneller Nährstoffe einlagert als sie verbraucht.
Zu den typischen bekannten Rhizompflanzen in der Aquaristik gehören
die Speerblätter (Anubias) und die
Farne (Bolbitis,
Microsorum
etc.)
Blüten sind die generativen
Organe der Pflanzen und dienen der sexuellen Fortpflanzung. Im Prinzip
handelt es sich bei den einzelnen Blütenteilen um umgewandelte Blätter
an einer stark gestauchten Sproßachse. Die Blütenachse bzw.
der Blütenboden ist die direkte Fortsetzung des Blütenstiels
und trägt sämtliche Blütenteile. Er kann unterschiedlich
geformt sein. Beispielsweise bildet er bei den Himbeeren den kegelförmigen
Zapfen, den man vor dem Verzehr aus der Frucht zieht. Bei Rosen ist der
schüsselförmig Blütenboden schüsselförmig. Aus
dieser Basis wachsen die verschiedenen Blütenteile. Die
äußeren Teile bilden die Blütenhülle (Perianth). Die
Blütenhülle kann aus unterschiedlich gestalteten Hüllblättern
gebildet werden. Die äußeren
Blätter sind dann meist derber und grün. Sie werden als Kelchblätter
(Sepalen) bezeichnet. Die inneren Blätter
des Perianths sind die Kronblätter (Petalen). Die Kronblätter
sind in der Regel die farblich auffälligen Blütenblätter.
Sie dienen dazu Insekten oder andere Bestäuber mit Hilfe von auffälligen
Farben anzulocken. Durch ihre Form können sie einigen Tieren den Zugang
zu Nektar und Pollen versperren bzw. ihn speziell für andere Tiere
öffnen (z. B. lange, schmale Röhren für Schmetterlinge)
und lotsen erwünschte Insekten in eine für sich selbst günstige
Position zur Pollenabgabe. Selten sind die Kronblätter kleiner als
die Kelchblätter, die dann ihre Funktion übernehmen (z. B. Nuphar). Bei
einigen Pflanzen sind die Hüllblätter alle gleich gestaltet.
Dann spricht man von einem Perigon. Die Perigonblätter
(Tepalen) können kelchblattartig (grünlich und derb) sein (z.
B. Binsen) oder kronblattartig (z. B. Tulpe).
Die Form der Blütenhüllblätter wird beschrieben
wie die der Laubblätter. Es gibt jedoch einige
Sonderformen. Ein genageltes Blatt hat zum Beispiel
einen schmalen, stielähnlichen unteren Abschnitt (Nagel) und einen
mehr oder weniger deutlich davon abgesetzten (z. B. durch eine Richtungsänderung),
breiteren, oberen Abschnitt (Platte). Solche Blütenblattformen findet
man zum Beispiel bei Nelken.
![]() |
Die Platte (rosa) steht frei, der Nagel (weiß) wird von der Röhre aus Kelchblättern umschlossen. |
Die Blütenhülle kann auch mehr oder weniger
stark verwachsen sein. Sie bildet dann im unteren Bereich eine Röhre,
die sich nach oben hin erweitert und über den Schlund in den meist
geteilten oder gelappten Saum übergeht. Die verwachsenblättrigen
Blütenhüllblätter werden je nach Grad der Verwachsung als
zähnig (fast ganz verwachsen mit gezähntem Rand), lappig (2/3
bis 3/4 verwachsen), spaltig (ca. 50 %), teilig (am Grund bis maximal zu
1/3 verwachsen) oder zweilippig (verschieden hoch verwachsen mit zwei seitlichen
Einschnitten). Zweilippige Blüten findet man zum Beispiel bei der
Taubnessel (Lamium sp.) und Wasserfreunden (Hygrophila).
Schematische Darstellung der Blütenteile
|
Blütenboden
Kelchblatt Kronblatt Staubblatt Nektardrüse Fruchtknoten, hier oberständig dargestellt Griffel Narbe, hier drei-lappig dargestellt
|
Im Inneren der Blütehülle
sind zunächst die Staubblätter. Sie bestehen aus einem feinen
Staubfaden (Filament) und dem Staubbeutel (Anthere). Diese männlichen
Blütenteile produzieren den Pollen, der je nach Pflanzenart von Wind,
Wasser, Insekten oder anderen Tieren (Vögel, Fledermäuse, Schnecken)
verbreitet wird. Unfruchtbare Staubblätter (Staminodien) treten manchmal
als evolutionäres Überbleibsel in eingeschlechtigen, weiblichen
Blüten auf. Eine Sonderform der Staminodien
sind die Nektar absondernden, verschieden geformten "Honigblätter".
Die Nektar absondernden Drüsen auf diesen Blättern werden als
Nektarien bezeichnet. Die Honigblätter können sehr unterschiedlich
geformt sein und auch Kronblättern ähnlich sein (z. B. Hahnenfuß,
Teichrose). Die Gesamtheit der männlichen
Blütenteile wird als Andrözeum bezeichnet. Zu
den weiblichen Blütenteilen (Gynözeum) gehören die Fruchtblätter,
die bei Bedecktsamern meist zu einem geschlossenen Gefäß, dem
Stempel, verwachsen sind. Der Stempel besteht aus dem bauchigen Fruchtknoten,
dem länglichen, flaschenhalsähnlichen Griffel und der Narbe.
Der Fruchtknoten enthält die Samenanlagen, nach der Befruchtung die
Embryonen. Die Narbe ist ein oft klebriger Abschnitt
des Stempels auf dem die Pollen haften. Auf ihr keimen die Pollenkörner
und wachsen mit einem Pollenschlauch bis zu den Samenanlagen im Fruchtknoten
hinunter, wo es zur Befruchtung kommt. Durch biochemische Barrieren kann
hier von der Pflanze die Bestäubung durch fremde Arten oder auch Selbstbestäubung
verhindert werden. Die Narbe kann ungeteilt sein. Da sie aber oft aus der
Verwachsung von mehreren Fruchtblättern hervorgeht, kann sie auch
geteilt sein. Je nach Tiefe der Teilung spricht man von lappigen oder spaltigen
Narben. Wenn sich die Spaltung bis zum Fruchtknoten hinunterzieht, spricht
man von mehreren Narben. Der Griffel ist ein
Stiel und dient dazu die Narbe höher in der Blüte zu positionieren
und so die Bestäubung zu optimieren. Bei einigen Pflanzen fehlt ein
Griffel und die Narbe sitzt direkt auf dem Fruchtknoten (z. B. Mohn).
Die Position des Fruchtknotens
kann im Blütenquerschnitt (von oben nach unten, wie in der Skizze)
in Bezug zum Blütenboden und den übrigen Blütenteilen gesetzt
werden. In der Skizze ist der Fruchtknoten oberständig. Das heißt,
dass er auf einem kegelförmigen oder scheibenförmigen Blütenboden
höher steht, als die Ansatzstellen der übrigen Blütenorgane.
Ist der Blütenboden schüssel- oder krugförmig mit dem Fruchtknoten
frei darin und den anderen Blütenteilen am Rand darum herum, dann
spricht man von einem mittelständigem Fruchtknoten. Ist der Fruchtknoten
halb oder ganz im Blütenboden und fest mit ihm verwachsen, dann ist
er unterständig bzw. halbunterständig. Bei unterständigen
Fruchtknoten sind vom Stempel nur Griffel und Narbe zu sehen.
Die Blüten der verschiedenen Pflanzengattungen sind
sehr unterschiedlich geformt. Sie verfügen in der Regel über
alle oben genannten Teile. Diese könne aber stark reduziert oder mit
einander verwachsen sein. Hier sind nur einige Beispiele zu sehen. Bei
der Beschreibung der einzelnen Gattungen sind jeweils beispielhaft beschriftete
Blüten abgebildet.
Bei Nuphar lutea
wird die kugelige Blüte
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Hibiscus moscheutus hat eine fünfteilige Narbe.
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Bei den Hakenlilien sind mehrere
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Die Haarnixen haben an der
Basis der
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Die Röhre der Narzissen
besteht aus
|
Die oft bunte Blütenscheide
(Spatha) der Aronstabgewächse (Anubias,
Cryptocoryne,
Spatiphyllum)
ist nicht Bestandteil der Blüte. Es handelt sich dabei um ein Hochblatt,
ein umgewandeltes Laubblatt unter einer Blüte oder im Bereich eines
Blütenstandes. Dieses übernimmt Schutz- und/oder Lockfunktion.
Beispielsweise ist der Blütenstand der Wasserährengewächse
(Aponogeton) während seiner Entwicklung
von einer häutigen Spatha umhüllt, die jedoch zur Reife der ersten
Blüten aufreißt und abfällt. Bei den Wasserkelchen (Cryptocorynen)
dient der obere farbige Teil der Spatha dazu Insekten anzulocken.
Blütenscheiden können aus einem Blatt bestehen
(Aronstabgewächse), aus zwei (Lauch) oder selten auch aus mehreren
(Mais).
Die Blüten können einzeln stehen oder in Blütenständen
organisiert sein. Als Blütenstiel wird dabei der Stiel bezeichnet,
der die Blüte mit der Pflanze verbindet. Der Stiel unterhalb eines
Blütenstandes ist ein Blütenstandstiel (Pedunculus). Abhängig
vom Grad der Verzweigung und der Länge der verschiedenen Blütenstandsäste
werden mehr als 20 Blütenstandsformen unterschieden. Nicht alle davon
treten bei den von uns vorgestellten Arten auf. Die wichtigsten werden
hier kurz vorgestellt.
Die Ähre ist eine häufige
Blütenstandsform. Die Einzelblüten sind ungestielt und wachsen
entlang einer Achse (Spindel). Ähren sind charakteristisch für
Gräser. Kolben sind eine Sonderform der
Ähre. Sie haben eine dicke fleischige Spindel, die dicht mit sehr
kleinen Blüten besetzt ist. Solche Blütenstände findet man
zum Beispiel bei den Aronstabgewächsen zu denen die Wasserkelche
und Speerblätter gehören. Auch Rohrkolben
bilden Blütenkolben aus.
Eine Traube hat im Gegensatz zur
Ähre gestielte Einzelblüten, die entlang einer Spindel entspringen
(Rotala, Johannisbeere, Hottonia). Bei
einer Rispe sind mehrere gestielte Blüten an den Verzweigungen der
Blütenstände (Wein, Flieder).
Die Thyrse ist namentlich nicht
sehr bekannt. Dabei handelt es sich um ähren- oder traubenförmige
Blütenstände, bei denen an die Stelle von Einzelblüten eine
ganze Gruppe tritt. Diese Blütengruppen werden als Zymen bezeichnet
und sind dadurch charakterisiert, dass sie eine Endblüte haben, die
sich als erstes öffnet, und darunter eine oder mehrere weitere Blüten
(Echinodorus, Roßkastanie)
Bei Dolden entspringen aus einem
zentralem Punkt Seitentriebe, die alle unverzweigt sind und an der Spitze
eine einzelne Blüte tragen. Die einzelnen Blüten blühen
gleichmäßig von außen nach innen auf. Trugdolden
oder Scheindolden sind Blütenstände, die aufgebaut sind wie Thyrsen
mit verkürzten Achsen. Dadurch stehen alle Blüten etwa auf einer
Höhe und wirken wie eine Dolde. Anders als bei der Dolde blühen
die Blüten der Scheindolde von innen nach außen auf.
Blütentraube von Rotala rotundifolia |
Der Blütenstand von Anubias ist ein Kolben. |
Blätter, die innerhalb eines Blütenstandes auftreten
werden als Hochblätter oder Brakteen bezeichnet. Diese Blätter
sind gegenüber den normalen Blättern oft verkleinert oder auf
andere Weise verändert. Sitzt in der Achsel eines Hochblattes eine
Blüte, dann handelt es sich um eine Braktee, die auch als Deckblatt
bezeichnet wird. Wenn das Hochblatt den ganzen Blütenstand umhüllt,
wie bei den Aronstabgewächsen (Cryptocoryne,
Anubias,
Spathiphyllum,
Anthurium),
wird es als Spatha bezeichnet. Befinden sich die Blätter am Stiel
der Einzelblüte, spricht man von Brakteolen. Bei dicht gedrängt
sitzenden Blüten bilden die Hochblätter einen Wirtel, ein so
genanntes Involukrum. Ein Involukrum kann aber auch bei Einzelblüten
auftreten. Wenn alle Brakteolen in einem einzigen
Wirtel unter dem Kelch stehen, wird das als Außenkelch oder Epicalyx
bezeichnet.
Blütenstand von Anubias barteri var. barteri
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Schema eines Blütenstandes von Cryptocoryne
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Farne und Moose sind keine Blütenpflanzen. Sie bilden
Sporen, die in Sporenbehältern heranreifen. Diese Organe sind meist
sehr klein und unscheinbar. Teilweise sind sie auch unter Wasser oder unter
der Erde.
Sporenbehälter auf der Unterseite eines Farnblattes. |
Die Sporenbehälter beim Sumatrafarn
befinden
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Sporocarpien von Marsilea quadrifolia |
Die Sporenbehälter von Salvinia
molesta
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Sporenbehälter von Javamoos |
Es gibt zahlreiche Typen von Früchten. Grundsätzlich
werden Einzelfrüchte und Sammelfrüchte unterschieden. Zu den
Einzelfrüchten gehören alle, die aus einem einzigen Fruchtknoten
hervorgegangen sind. Bei Sammelfrüchten verwachsen im Verlauf der
Fruchtreife verschiedene Fruchtknoten mit einander. Desweiteren werden
Schließfrüchte, die geschlossen abfallen, Streufrüchte,
die ihre Samen herausschleudern, und Zerfallfrüchte unterschieden. Eine
sehr bekannte Form der Schließfrüchte ist z. B. bei Einzelfrüchten
die Steinfrucht bzw. bei Sammelfrüchten die Sammelsteinfrucht. Dabei
handelt es sich um eine Frucht, deren Wand eine steinharte Innenschicht
(Kern, Stein) hat, die von saftigem oder zumindest fleischigem Gewebe umgeben
ist. Steinfrüchte sind zum Beispiel Kirsche und Walnuß. Sammelsteinfrüchte
sind z. B. Brombeeren. Bei Nußfrüchten
ist die äußere Fruchtwand dagegen trocken. Sie kann holzig,
ledrig oder häutig sein. Meistens beinhaltet sie nur einen Samen.
Bei Sammelnußfrüchten spricht man auch von Nüßchen.
Diese findet man zum Beispiel bei Erdbeeren oder Froschlöffeln.
Sind Fruchtwand und Samenschale stark mit einander verwachsen, dann bezeichnet
man das bei einem oberständigem Fruchtknoten als Karyopse (Süßgräser). Eine
Achäne
ist dagegen eine Nußfrucht aus einem unterständigen
Fruchtknoten. Die Fruchtwand und die Samenschale sind verwachsen und
manchmal tritt ein Pappus auf. Ein Pappus ist
ein zum Flugorgan umgebildeter Haarkelch. Oft findet mach solche Früchte
an Körbblütengewächsen. Bekannt ist dafür zum Beispiel
der Löwenzahn, der zur Fuchtreife als "Pusteblume" dasteht. Auch Rohrkolben
(Typha) und Wollgras (Eriophorum)
bilden Achänen aus. Auch die Früchte von Najas
sind Achänen. Sie heben allerdings keinen Pappus.
Löwenzahn bzw. "Pusteblume" |
Achänen an Typha minima |
Bei Beere ist die äußere
Schicht auch bei der Reife noch weich. Die meist vielzähligen Samen
sind direkt in das Fruchtfleisch eingebettet. Beeren findet man zum Beispiel
bei Wein, Gurken und Kürbis.
Zu den Streufrüchten gehört
die Balgfrucht oder auch die Sammelbalgfrucht. Die Balgfrucht wird aus
einem einzelnen Fruchtblatt gebildet. Bei der Samenreife springt die Frucht
entlang einer einzigen Naht auf. Bei Sammelbalgfrüchten sind mehrere
solche Früchte miteinander verwachsen. Das ist zum Beispiel bei Aponogeton
der Fall.
Auch Kapseln sind Streufrüchte.
Sie bestehen aus zwei oder mehr Fruchtblättern. Sie sind ungefächert
oder durch mehrere Scheidewände in einzelne Fächer unterteilt.
Bei der Reife öffnen sich die Kapseln verschiedener Pflanzen unterschiedlich.
Bei der Schwertlilie klappen die Kapseln an der
Spitze auf. Bei Sauerklee (Oxalis) oder Knabenkraut (Orchis)
bilden sich Längsritzen. Die Kapseln von Mohn (Papaver) und
Glockenblume (Primula) bilden Poren aus. Gauchheil (Anagallis)
und Bilsenkraut (Hyoscyamus) haben einen Deckel am oberen Kappselende,
der bei der Reife abfällt und beim Siebenstern (Trientalis)
zerfällt die gesamte Kapsel. Bei Bachbungen (Didiplis
und Peplis) zerfallen die Kapseln nicht.
Fruchstand von Iris pseudacorus
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Querschnitt durch eine unreife Kapsel
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Literatur:
W. Rothmaler (2002): Exkursionsflora von Deutschland - Band 2: Gefäßpflanzen - Grundband.- 18., bearbeite Auflage, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg und Berlin
E.F. Welle (2004): Kleines Repetitorium der Botanik.- Dr. Felix Büchner Handwerk und Technik - Hamburg