Bestimmungsmerkmale von Pflanzen





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Die Beschreibungen von Pflanzen sind schwer zu deuten, wenn die nötigen Vorkenntnisse fehlen. Darum habe ich hier einen Überblick über die Merkmale zusammengestellt. Zu diesen führen Links aus den einzelnen Pflanzenbeschreibungen. Im Anschluss an die Beschreibungen sind immer einige Beispielbilder zu finden.

 

Blätter

Blattfarbe
Gestalt von Blattspreiten
Blattbasis und Blattspitze
Spreitenabschnitte
Blattränder
Spreitenquerschnitte
Blattstellung

Speicherorgane

Knollen
Zwiebeln
Rhizome

Blüten und Früchte

Blüten und Blütenteile
Beispiele für Variationen im Blütenbau
Blütenstandsformen
Hochblätter
Sporenbehälter

Früchte


 

Blattfarbe

Bei der Betrachtung von Pflanzen fällt uns zuerst die Farbe auf. Gerade die Beschreibung von Farben ist aber im allgemein sehr schwierig. Darum möchte ich hier einige Anmerkungen zur Färbung von Pflanzen machen.

grün
Die Farbe von Laubblättern ist in der Regel vom Blattgrün (Chlorophyll) bestimmt. Je nach Dichte des Blattgrüns und dem Vorhanden sein von anderen Farbstoffen variiert die Blattfarbe von gelblich über mittel grün zu dunkel grün. Bei der Beschreibung der Blattfarbe ist oft der Eindruck sehr subjektiv und abhängig zum Beispiel von der Lichtquelle (HQI, Leuchtstoffröhre, Tageslicht). Auch Fotos können keine absolute Farbwahrheit wiedergeben. Zum Einen sind sie unter bestimmten Lichtbedingungen aufgenommen, zum Anderen kommt es beim Fotografieren durch Eigenschaften der Kameralinse zu kleinen Farbveränderungen. Auch das Filmmaterial und am Ende die Bearbeitung auf dem Computer verändern die Farbwerte. Zusätzlich wirkt sich die Bildschirmeinstellung des Betrachters bei digitalen Bildern ebenfalls auf die Farbwiedergabe aus. Abhängig vom Blattalter und dem Ernährungszustand verändert sich die Blattfarbe einer Pflanze. In der Regel lässt sie sich darum am Besten im Vergleich mit anderen Pflanzen einordnen. Die zwei Bilder unten stellen die Normalform des Pfennigkrauts (Lysimachia nummularia) dem Goldpfennigkraut gegenüber. Auf beiden Bildern sind die gelben Blüten der Pflanzen zu sehen. Im linken Bild ist deutlich ein Farbunterschied zwischen Blättern und Blüten zu erkennen, im rechten Bild kaum.
 
 

blühendesPpfennigkraut Normalform

Beim Pfennigkraut sind die Blätter grün.

Blühendes Pfennigkraut "goldene" Form

Beim Goldpfennigkraut sind die Blätter
gelblich, gelb-grün oder hell grün.

rot, orange, braun
Gelb, orange und rot gefärbte, fettlösliche Pigmente werden als Carotinoide bezeichnet. Es werden Carotine und Xanthophylle unterschieden. Carotine enthalten in ihrer Molekülstruktur keinen Sauerstoff. Xanthophylle enthalten Sauerstoff in verschiedenen aktiven Gruppen. Xanthophylle (z. B. Lutein, Fucoxanthin) sind in den Chloroplasten enthalten. Bei einigen Pflanzen sind sie so hoch konzentriert, dass sie die Farbe des Chlorophylls überdecken. Rote, orange und rotviolette Farbanteile werden aber unter anderem auch von Antocyanen gebildet. Das sind Zuckerabkömmlinge. Sie können sich bei Ernährungsstörungen, die mit Energiemangel einhergehen in den Blattstielen und Adern ablagern (z. B. bei Phosphatmangel). Anthocyane werden von Pflanzen aber auch zum Schutz vor zu starkem Licht gebildet.
Bei alternden Blättern werden meist schneller die grünen Farbstoffe abgebaut. Darum werden bei Herbstlaub die gelben und roten Farbanteile sichtbar.

Panaschüre, Panaschierung
Bei einer Panaschierung sind einige Teile der Blattfläche mit weniger Chlorophyll ausgestattet oder sogar ganz chlorophyllfrei. Je nach dem ob sich dann kleine Farbstoffe oder amders gefärbte an den Stellen befinden ist das Blatt dann weiß-grün, gelb-grün oder rot-gelb-grün gefleckt. Diese Chlorophyll defekte können auf spontane Mutationen zurück zuführen sein oder durch Viren verursacht werden. Bespielsweise hat der Tomaten-Mosaik-Virus (TMV) genau davon seinen Namen. Worauf die weißen oder rosafarbenen Blattnerven von Cryptocoryne rosanervis oder Hygrophila polysperma "rosae" zurück zu führen sind, ist bisher unbekannt. Das Muster zeigt sich in Abhängigkeit von den Kulturbedingungen und kann über Monate und Jahre unsichtbar sein bevor es plötzlich (zum Beispiel nach dem Umpflanzen )wieder auftritt.

dreifarbiges Kirschblatt

Diese dreifarbige Kirschblatt
ist eine echte Rarität.

gelb-grüne Form vom Indischen Wasserstern

Die gelben Blattadern beim Indischen Wasserstern
sieht man in der Überwasserform besonders gut.

Rechts: Die Aderung an Cryptocoryne cordata var. siamensis "Rosanervis" ist nicht immer so schön ausgeprägt.
Aderung an "C. rosanervis"


Chlorose
Wenn Pflanzen von ihrer normalen Blattfarbe abweichen, dann spricht man von Chlorosen. Dabei handelt es sich sowohl um Symptome von Nährstoffmangel als auch um Folgeerscheinungen von Schädlingsbefall. meist werden Aufhellungen sichtbar, weil die Bildung vom grünen Blattfarbstoff gestört ist. Rotfärbungen werden durch die Ansammlung von niedermolekularen Zuckern (Anthocyane) verursacht.

 

Eisenmangel an Nymphoides

Sehr auffällig ist die Aufhellung an jungen Blättern durch Eisenmangel.

Phosphatmangel an Echinodorus

Rote Verfärbung der Blattadern bei Phosphatmangel

 

Gestalt von Blattspreiten

Bei Laubblättern werden verschiedene Grundformen unterschieden. Dabei ist die Ausprägung des Blattrandes unerheblich und wird vorerst nicht berücksichtigt. Das untere Ende oder die Basis ist die Seite, an der der Blattstiel ansetzt. Die Spitze oder Apex die entsprechend gegenüber liegende Seite. Die Blattgrundform wird in der Regel in Abhängigkeit von dem Verhältnis der Länge zur Breite definiert. Die Erklärungen zu den verschiedenen Begriffen sind unten. Sie sind über die Links direkt erreichbar. umgekehrt ist jede Beschreibung wieder mit einer Abbildung verlinkt.
 

Grafik mit Blattformen

Abbildung verändert nach Rothmaler 2002

 Blattgrundformen
A kreisrund
B rundlich
C elliptisch oder oval
D eiförmig
E verkehrt-eiförmig
F spatelförmig
Grafik mit Blattformen

Abbildung verändert nach Rothmaler 2002


A eilanzettlich
B lanzettlich
C länglich
D linealisch, lineal oder bandförmig
E nadelförmig
F pfriemlich
G schwertförmig
Grafik mit Blattformen

Abbildung verändert nach Rothmaler 2002


A keilförmig
B rautenförmig
C herzförmig
D verkehrt-herzförmig
E nierenförmig
F pfeilförmig
G spießförmig
H schildförmig

Als kreisrund wird eine Blattform bezeichnet, die so lang wie breit mit einem kreisförmigen Umriss ist. Als rundlich werden Blätter bezeichnet, die nicht völlig rund sind. In der Regel sind sie etwas länger als breit. Bei elliptischen Blättern ist die Blattlänge 1,5 bis 2,5 mal so groß wie die Blattbreite. Das Blatt hat seine breiteste Stelle in der Mitte. Eiförmigbedeutet, dass das Blatt 1,5 bis 2,5 mal so lang wie breit und unterhalb der Mitte am breitesten ist. Bei verkehrt eiförmigen Blättern ist die breiteste Stelle entsprechend oberhalb der Mitte. Spatelförmige oder spatelige Blätter haben eine runde Blattspitze, sind im oberen Drittel am breitesten und werden zum Stiel hin mit konkaven Blatträndern immer schmaler. Bei einem spatelförmigen Blatt nähert sich der Blattrand dem Stiel allmählig in konkaven Bögen. Lanzettliche Blätter sind 3 bis 8 mal so lang wie breit. Sie verschmälern sich zu beiden Seiten mit bogigen (konvexen) Blatträndern. Dabei ist die breiteste Stelle etwa in der Mitte. Bei einem eilanzettlichem Blatt ist die breiteste Stelle entsprechend deutlich unterhalb der Mitte. Als länglichwerden Blätter bezeichnet, die 3 bis 8 mal so lang wie breit sind, aber gerade, mehr oder weniger paralell verlaufende Blattränder haben. Diese Form wird als linealisch bezeichnet, wenn das Verhältnis von Länge zu Breite größer ist als 10. Bei Wasserpflanzen spricht man dann auch von bandförmigen Blättern. Das ist zum Beispiel bei Vallisnerien und Crinum der Fall. Sehr schmale, feine Blätter werden auch als haarförmig bezeichnet. Nadelförmige Blätter sind schmal und starr. Sie sind über die gesamte Länge gleich breit. Pfriemliche Blätter werden dagegen von der Basis zur Spitze immer schmaler. Sie sind im Querschnitt fast rund. Wenn ein Blatt am Grund stark gefaltet ist, den Stengel umschließt und seitlich so stark zusammengedrückt ist, dass sich die Blattränder dadurch dem Stengel zuwenden, wird das als schwertförmig bezeichnet. Das tritt zum Beispiel bei Kalmus und Schwertlilien auf. Keilförmig sind Blätter, die an der Spitze am breitesten sind und sich zur Basis hin verschmälern. Diese Blätter sind etwa 1 bis 3 mal so lang wie breit. Ebenso geformt aber mit der breiten Seite unten sind dreieckige Blätter. Rautenförmige oder rhombische Blätter sehen aus wie auf die Spitze gestellte Vierecke. Solche findet man zum Beispiel bei der Wassernuß. Herzförmige Blätter haben an der Basis einen spitzen Einschnitt in dem der Stiel ansetzt oder mit der sie ohne Stiel direkt am Stängel sitzen. Die Blätter sind etwa 1 bis 1,5 mal so lang wie breit. Befindet sich der Einschnitt an der Blattspitze und der Stiel an der anderen Seite, ist das Blatt verkehrt herzförmigWenn das Blatt rundlich oder querelliptisch (breiter als lang) ist und einen tiefen Einschnitt am Grund hat, der zwei breite, abgerundete Basallappen trennt, dann wird es als nierenförmig bezeichnet. Bei pfeilförmigen Blättern ist die Spreite dreieckig mit Basallappen, die spitz und nach hinten gerichtet sind. Bei spießförmigen Blättern sind die spitzen Basallappen rechtwinklig zur Seite gerichtet.Schildförmige Blätter sind in der Regel rund oder rundlich, können aber auch andere Formen haben. Bei ihnen setzt der Blattstiel in der Spreitenmitte auf der Unterseite an. Die Spreite steht also senkrecht auf dem Stiel. Das ist zum Beispiel bei Hydrocotyle verticilliata der Fall. Es gilt auch für alle Schwimmblätter von Seerosengewächsen und Seekannen. Bei Kleefarn ist das schildförmige Blatt in 3 oder 4 keilförmige Segmente unterteilt.
 
 

Echinodorus-Blatt

Dieses Blatt von Echinodorus palaefolius
ist etwa 1,5 mal so lang wie breit. die breiteste
Stelle liegt etwas unterhalb der Mitte.
Das Blatt ist also eiförmig, mit einer
spitze Spitze und eine abgerundete Basis.

Echinodorus-Blatt
Dieses Blatt von Echinodorus palaefolius var. argentiniensis
ist typisch lanzettlich. Es ist in der Mitte am breitesten, 
hat eine spitz zulaufende Spitze und eine verschmälerte Basis. 
Es gibt auch lanzettliche Blätter mit abgerundeter oder gestutzer Basis 
und runder Blattspitze. Entscheidend ist, dass sich die breiteste 
Stelle in der Mitte befindet und das Blatt 
drei- bis achtmal so lang wie breit ist.
Rorippa

Die Blätter von Rorippa aquatica sind etwa 
4 mal so lang wie breit, in der Mitte am breitesten
und damit lanzettlich. Das gilt obwohl die Jugendblätter
leiherförmig und die Altersblätter unpaarig gefiedert sind (rechts).

Blätter von Rorippa

Formen von Blattbasis und Blattspitze

Als Blattbasis wird das Ende mit dem Stiel bezeichnet, bzw. dasjeneige, das am Stängel oder Rhizom sitzt. Die Spitze befindet sich entsprechend am anderen Ende. Die Blattspitze muss nicht immer als Spitze ausgeformt sein. Beispielsweise haben kreisrunde, schild- oder nierenförmige Blätter keine deutliche Spitze.
 

Blattspitzen

Abbildung verändert nach Rothmaler 2002


Form von Blattspitzen
A gestutzt
B abgerundet
C stumpf
D spitz
E zugespitzt
F stachelspitzig
G bespitzt
H ausgerandet
Blattbasis

Abbildung verändert nach Rothmaler 2002

Form der Blattbasis
A gestutzt
B abgerundet
C keilförmig oder keilig
D verschmälert

Sowohl bei der Blattspitze als auch bei der Blattbasis wird ein gerader, wie abgeschnittener, Abschluß als gestutzt bezeichnet. Abgerundete Blattspitzen oder Blattbasen weisen keine Spitzen oder Winkel auf. Ein keilförmiger Blattgrund wird in geraden Linien allmählig schmaler und geht in den Stiel über. Er verschmälert sich, wenn er in konkaven Bogen schmaler wird. Die Basis kann auch als spieß-, pfeil-, nieren oder herzförmig bezeichnet werden, wenn sie die entsprechenden Einschnitte und Basallappen aufweist, wie sie bei den Blattformen beschrieben sind.
Blattspitzen können stumpf sein. Dann treffen die Seitenränder in einem stumpfen Winkel (> 90°) aufeinander. Spitze Blattspitzen haben einen Winkel von weniger als 90 °. Bei zugespitzten Blättern laufen die Seitenränder mit einem konkaven Boden aufeinander zu. Bei stachelspitzigen Blättern befindet sich am Ende des Mittelnerves eine kurze Borste. Wenn auf eine sonst runde Blattspitze eine kleine Spitze aufgesetzt ist, deren Fläche nicht nur vom Mittelnerv gebildet wird, dann ist das Blatt bespitztEine ausgerandete Blattspitze ist in einer kleinen Bucht nach innen gezogen.
 

zugespitzes Blatt

Das Blatt von  Echinodorus tunicatus
ist zugespitzt.

bespitztes Blatt

Die Blätter von
Echinodorus parviflorus ´Tropica´ 
sind bespitzt.

 

Anordnung von Spreitenabschnitten bzw. von Blättchen

Es gibt sehr viele Blätter die auf die eine oder andere Weise gelappt, gespalten oder geteilt sind. Die einzelnen Spreitenabschnitte werden als Blättchen bezeichnet. Dabei wird zwischen Blättern unterschieden, deren Blattadern alle aus einem Zentrum hervorgehen und solchen, deren Seitenadern von einer Mittelader abzweigen. Bei hand- oder fingerförmigen Spreitenabschnitten oder Blättchen gehen die Adern aus einem Zentrum hervor (z.B. Kastanie). Bei fiederförmigen zweigen sie von einer Mittelader ab (z.B. Walnuss).
 
 
geteilte Blattspreiten

Abbildung aus Rothmaler 2002

handförmig oder gefingert
A ganz
B handförmig gelappt
C handförmig gespalten
D handförmig geteilt
E handförmig geschnitten
F gefingert
G dreizählig gefingert oder dreizählig
geteilte Blattspreiten

Abbildung aus Rothmaler 2002

gefiedert
A ganz
B fiederlappig
C fiederspaltig
D fiederteilig
E fiederschnittig
F unparig gefiedert
G paarig gefiedert
geteilte Blattspreiten
Abbildung verändert nach Rothmaler 2002
A unterbrochen fiederschnittig
B doppelt oder mehrfach gefiedert
C leiherförmig
D schrotsägeförmig
E kammförmig
F fußförmig geschnitten 
G fußförmig zusammengesetzt

Ganze Blattspreiten haben keine Einschnitte, müssen aber nicht unbedingt auch glatte Blattränder haben. Bei handförmigen und fiederförmigen Blättern sind zwischen den Blattnerven unterschiedlich tiefe Einschnitte. Der Verlauf der Blattnerven bestimmt dadurch die Form der Einschnitte. Bei handförmigen oder gefingerten Blättern sind alle Nerven und damit auch alle Blattsegemente strahlig um einen Punkt am Ansatz des Blattstiels angeordnet. Die einzelnen Segmente werden dann als Blättchen bezeichnet. Je nach der Zahl der Segmente spricht man von dreizähligen, vierzähligen, ... gefingerten Blättern. Bei fiederförmigen Blättern sind die Nerven und Blattsegmente längst der Mittelrippe angeordnet. Hier werden die einzelnen Segmente dann als Fiedern bezeichnet.
Von gelappten Blätter spricht man, wenn die Einschnitte nur etwa ein Drittel der Spreitenhälfte erreichen. Gespalten sind Blattspreiten, wenn die Einschnitte bis etwa zur Hälfte der Spreitenhälfte reichen. Bei geteilten Blättern reichen die Einschnitte bis zu 2/3 der Spreitenhälfte. Wenn die Einschnitte bis zum Ansatzpunkt des Nervs reicht, dann spricht man von geschnittenen (handförmig geschnittenen oder fiederschnittigen) Blättern. Paarig gefiedert sind Blätter mit einer geraden Anzahl an Fiederblättern. Unpaarig gefiedert sind solche mit einem Fiederblatt an der Spitze (Walnuß).
So lange die Basis mehr oder weniger breit ist, gilt das Blatt als einfaches Blatt. Erst wenn die einzelnen Segmente nur noch über die Nerven mit einander verbunden sind, handelt es sich um ein zusammengesetztes Blatt.
Es gibt eineige Sonderformen von zusammengesetzten Blättern. Bei unterbrochen fiederschnittigen Blättern sind Fiedern unterschiedlicher Größe im Wechsel entlang der Mittelrippe angeordnet. Das ist zum Beispiel bei Kartoffeln der Fall. Bei doppelt oder mehrfach gefiederten Blättern, sind die Fiedern aus Fiederchen zusammengesetzt. Leierförmig sind gefiederte oder fiederlappig bis fiederschnitte Blätter mit einem vergrößerten Endabschnitt (Brunnenkresse, Wasser-Meerrettich).
Die bekanntesten schrotsägeförmigen Blätter hat der Löwenzahn. Die Blätter sind fiederlappig bis fiederteilig mit dreieckigen Abschnitten, deren Spitzen sich in Richtung Blattbasis richten. Die Wasserprimel (Hottonia palustris) hat kammförmige Blätter. Die Spreite ist regelmäßig fiederteilig oder fiederschnittig mit zahlreichen dicht stehenden, sehr schmalen Abschnitten.

Blätter, deren Spreiten sich einmal oder mehrmals in mehr oder weniger feine, nadelähnliche Segmente aufspalten, werden als gabelteilig bezeichnet (Ceratophyllum).
Als fußförmig werden nahezu handförmige Blätter bezeichnet, deren Abschnitte nicht genau in einem Punkt entspringen, sonder aus einer verbreiterten Basis hervorgehen. Dabei werden fußförmig geschnittene und fußförmig zusammengesetzte Blätter unterschieden.
 
 
 


 

gefingerte Blätter

Roßkastanien haben gefingerte Blätter mit
5 bis 7 verkehrt eiförmigen, ungestielten 
Blättchen bzw. Spreitenabschnitten.

fiederförmige Blätter

Walnüsse haben fiederförmige Blätter 
mit 5 bis 9 unpaarigen Blättchen.

unpaarig gefiedert

Hornfarn (Ceratopteris cornuta)
rechts ist ein juveniles Blatt, unpaarig gefiedert
links senszentes Blatt, gabelteilig

zusammengesetztes Blatt

Kleefarn (Marsilea) hat zusammengesetzte 
Blätter mit vier keilförmigen Blättchen

Blattränder

Formen des Blattrandes
A gesägt
B doppelt gesägt
C gezähnt
D gefranst
E gekerbt
F gebuchtet
G geschweift
H gewimpert

Wenn das Blatt keine Zacken oder Buchten am Rand aufweist, dann ist es ganzrandig. Das bedeutet aber nicht, dass die Blattspreite ganz sein muss. Sie kann durchaus Einschnitte aufweisen. Wenn die Blattränder spitze Vorsprünge zwischen spitzen Buchen haben, dann sind sie gesägt. In der Regel weisen die Sägezähne etwas in Richtung der Blattspitze. Dann sind sie vorwärtsgerichtet. Rückwärtsgerichtete Sägezähne weisen in Richtung der Basis. Manchmal haben die Sägezähne selbst noch Zähne. Dann ist der Blattrand doppelt gesägt. Sind die Buchten zwischen den Zähnen rund, dann ist das Blatt gezähnt. Wenn die Zähne sehr klein sind, spricht man von gezähnelten Blatträndern. Blattränder mit sehr langen, spitzen Zähnen sind gefranst. Abgerundete Vorsprünge mit spitzen Buchten dazwischen findet man bei gekerbten Blatträndern. Bei gebuchteten Rändern sind die Vorsprünge und die Buchten abgerundet. Sehr flach gebuchtete Ränder werden als geschweift oder ausgeschweift bezeichnet. Wenn der Rand mit feinen haaren besetzt ist, ist er gewimpert.
 
 

Spreitenquerschnitte

Spreitenquerschnitte

A zurück gerollt
B eingerollt
C zusammengerollt
D gefalzt
E gekielt

Blätter sind nicht immer glatt. Wenn die Ränder sich nach hinten, unten zur Mittelrippe biegen, sind sie zurück gerollt. Sind die Ränder nach oben gebogen, dann die Blätter eingerollt. So sehen zum Beispiel die jungen Blätter von Lagenandra aus. Rollen sich die Blätter wie eine Eistüte, dann sind sie zusammengerollt. Das ist zum Beispiel bei jungen Blättern von Cryptocorynen der Fall. Blätter, die v-förmig an der Mittelrippe zusammengefaltet sind, werden als gefalzt bezeichnet.Wenn sich auf einer flachen oder gewölbten Blattunterseite eine erhabene, scharfkantige Rippe befindet, spricht man von gekielten Blättern.
 
 

Blattstellung


Blattstellung
 

A grundständig, rosettig
B quirlständig
C gegenständig
D kreuzgegenständig
E zweizeilig

In einer grundständigen Rosette sind zum Beispiel die Blätter von Rosettenpflanzen wie Schwertpflanzen, Sumatrafarn und Wasserkelchen angeordnet. Bei ihnen entspringen alle Blätter in einem gemeinsamen Punkt. Das kommt durch eine extreme Stauchung der Pflanzenachse zustande. Bei Stängelpflanzen ist die Sproßachse gestreckt und deutlich sichtbar in Blattknoten (Nodien) und Abschnitte zwischen den Knoten (Internodien) gegliedert. An den Knoten entspringen die Blätter. Bei kriechenden Pflanzen bilden sich hier auch Wurzeln. Wenn immer zwei Blätter an einem Blattknoten sind und die Blätter aller Knoten direkt über einander stehen, sind die Blätter gegenständig angeordnet. Sind die jeweils zwei Blätter an jedem Blattknoten zu dem darunter und darüber liegenden Blattpaar um jeweils 90 ° um den Stängel gedreht, sind sie kreuzgegenständig.Wechselständige Blätter sind in einer mehr oder weniger gleichmäßigen Spirale im den Stängel angeordnet. Das Folgeblatt ist gegenüber dem vorherigen immer um einige Winkelgrade um den Stängel gedreht.Von quirlständigen Blättern spricht man, wenn mehr als zwei Blätter an einem Blattknoten sitzen. Wenn die Blätter einzeln abwechseln rechts und links vom Stängel an aufeinanderfolgenden Knoten sitzen, dann sind sie zweizeilig angeordnet. Sind die Blätter so in drei Reihen angeordnet, sind sie entsprechend dreizeilig (z. B. Fontinalis).
 
 

Speicherorgane

Besonders saisonale Pflanzen, die Trocken- oder Kälteperioden überdauern müssen, nutzen die Möglichkeit Nährstoffe in meist unterirdischen Speicherorganen einzulagern. Eine Form der Speicherorgane besteht aus Verdickungen an den Wurzeln oder am Sproß, die dann entsprechend als Wurzel- oder Sproßknollen bezeichnet werden. Eine andere Form ist die Zwiebel.
Knollen entstehen durch eine seitliche Ausdehnung von Wurzeln oder des Sproßes durch Zellstreckung und Zellteilung. Die zusätzlichen Zellen lagern Speicherstoffe wie Stärke ein, die bei Bedarf abgebaut werden und als Energielieferanten für ein weiteres Wachstum veratmet werden. Allgemein bekannt sind die Sproßknollen von Kartoffeln. Wurzelknollen sind rundlich oder keulenförmig. Es wird zwischen Speicherwurzeln und echten Wurzelknollen unterschieden. Speicherwurzeln haben eine typische Wurzelform. Sie haben weiterhin eine Wurzelfunktion und nhemen Wasser und Nährstoffe auf, während sie gleichzeitig als Speicher dienen. Solche Speicherwurzeln bildet zum Beispiel Kohlrabi. Echte Wurzelknollen sind dagegen verdickte Wurzeln, die nur der Reservestoffspeicherung dienen. Sie helfen der pflanze nicht bei der Nährstoffaufnahme und verankern sie nicht im Boden. Unter den Pflanzen für Aquarien und Terrarien finden wir Wurzelknollen bei Froschlöffeln (Echinodorus), Pfeilkräutern (Sagittarien), Schlangenbart (Ophiopogon japonicus) und Grünlilien (Chlorophytum). Sproßknollen bilden zum Beispiel die Wasserähren (Aponogeton).
Zwiebeln sind gestauchte Sproßachsen. Sie bestehen aus mehreren Schichten von Schuppenblättern. Meist sind die äußeren Häute papierartig dünn und trocken. Teilweise werden sie schon während ihrer Entstehung so angelegt, oft sind sie aber eingetrocknete Reste von alten Laubblättern. Die inneren Blätter sind fleischiger und schieben ihre Spitzen aus der Zwiebel hinaus. Aus dem Zentrum gehen auch die Blütenstände hervor. Am unteren Ende bildet sich die Zwiebelscheibe aus der die sproßbürtigen Wurzeln hervorgehen. Es können sich in den Blattachseln der Zwiebel kleinere Brutzwiebeln bilden, die der Vermehrung dienen.
 
 
 

Zwiebel
Zwiebel von Crinum natans
Speicherwurzeln
Wurzelknollen an
Echinodorus maculatus.

Rhizome sind unterirdische oder nahe am Boden liegende Sproßachsen, die der Nährstoffspeicherung dienen. Die Sproße sind stark gestaucht, so dass die Blätter nahe bei einander stehen. Während die Triebspitze wächst und sich neue Verzweigungen an den Blattknoten bilden, stirbt das Rhizom am hinteren Ende allmälig ab, während die Reservestoffe verbraucht werden. Ein Rhizom wird entsprechend nur länger, wenn die Pflanze gut versorgt ist und schneller Nährstoffe einlagert als sie verbraucht. Zu den typischen bekannten Rhizompflanzen in der Aquaristik gehören die Speerblätter (Anubias) und die Farne (Bolbitis, Microsorum etc.)
 
 

Blüten und Blütenteile

Blüten sind die generativen Organe der Pflanzen und dienen der sexuellen Fortpflanzung. Im Prinzip handelt es sich bei den einzelnen Blütenteilen um umgewandelte Blätter an einer stark gestauchten Sproßachse. Die Blütenachse bzw. der Blütenboden ist die direkte Fortsetzung des Blütenstiels und trägt sämtliche Blütenteile. Er kann unterschiedlich geformt sein. Beispielsweise bildet er bei den Himbeeren den kegelförmigen Zapfen, den man vor dem Verzehr aus der Frucht zieht. Bei Rosen ist der schüsselförmig Blütenboden schüsselförmig. Aus dieser Basis wachsen die verschiedenen Blütenteile. Die äußeren Teile bilden die Blütenhülle (Perianth). Die Blütenhülle kann aus unterschiedlich gestalteten Hüllblättern gebildet werden. Die äußeren Blätter sind dann meist derber und grün. Sie werden als Kelchblätter (Sepalen) bezeichnet. Die inneren Blätter des Perianths sind die Kronblätter (Petalen). Die Kronblätter sind in der Regel die farblich auffälligen Blütenblätter. Sie dienen dazu Insekten oder andere Bestäuber mit Hilfe von auffälligen Farben anzulocken. Durch ihre Form können sie einigen Tieren den Zugang zu Nektar und Pollen versperren bzw. ihn speziell für andere Tiere öffnen (z. B. lange, schmale Röhren für Schmetterlinge) und lotsen erwünschte Insekten in eine für sich selbst günstige Position zur Pollenabgabe. Selten sind die Kronblätter kleiner als die Kelchblätter, die dann ihre Funktion übernehmen (z. B. Nuphar). Bei einigen Pflanzen sind die Hüllblätter alle gleich gestaltet. Dann spricht man von einem Perigon. Die Perigonblätter (Tepalen) können kelchblattartig (grünlich und derb) sein (z. B. Binsen) oder  kronblattartig (z. B. Tulpe).
Die Form der Blütenhüllblätter wird beschrieben wie die der Laubblätter. Es gibt jedoch einige Sonderformen. Ein genageltes Blatt hat zum Beispiel einen schmalen, stielähnlichen unteren Abschnitt (Nagel) und einen mehr oder weniger deutlich davon abgesetzten (z. B. durch eine Richtungsänderung), breiteren, oberen Abschnitt (Platte). Solche Blütenblattformen findet man zum Beispiel bei Nelken.
 

Kronblätter
Die Kronblätter von Nelken sind genagelt. 
Die Platte (rosa) steht frei, der Nagel (weiß) 
wird von der Röhre aus Kelchblättern umschlossen.

Die Blütenhülle kann auch mehr oder weniger stark verwachsen sein. Sie bildet dann im unteren Bereich eine Röhre, die sich nach oben hin erweitert und über den Schlund in den meist geteilten oder gelappten Saum übergeht. Die verwachsenblättrigen Blütenhüllblätter werden je nach Grad der Verwachsung als zähnig (fast ganz verwachsen mit gezähntem Rand), lappig (2/3 bis 3/4 verwachsen), spaltig (ca. 50 %), teilig (am Grund bis maximal zu 1/3 verwachsen) oder zweilippig (verschieden hoch verwachsen mit zwei seitlichen Einschnitten). Zweilippige Blüten findet man zum Beispiel bei der Taubnessel (Lamium sp.) und Wasserfreunden (Hygrophila).
 

Blütenschema

Schematische Darstellung der Blütenteile 
einer bedecktsamigen Pflanze

Blütenboden
Kelchblatt
Kronblatt
Staubblatt
Nektardrüse
Fruchtknoten, hier oberständig dargestellt
Griffel
Narbe, hier drei-lappig dargestellt

 

Im Inneren der Blütehülle sind zunächst die Staubblätter. Sie bestehen aus einem feinen Staubfaden (Filament) und dem Staubbeutel (Anthere). Diese männlichen Blütenteile produzieren den Pollen, der je nach Pflanzenart von Wind, Wasser, Insekten oder anderen Tieren (Vögel, Fledermäuse, Schnecken) verbreitet wird. Unfruchtbare Staubblätter (Staminodien) treten manchmal als evolutionäres Überbleibsel in eingeschlechtigen, weiblichen Blüten auf. Eine Sonderform der Staminodien sind die Nektar absondernden, verschieden geformten "Honigblätter". Die Nektar absondernden Drüsen auf diesen Blättern werden als Nektarien bezeichnet. Die Honigblätter können sehr unterschiedlich geformt sein und auch Kronblättern ähnlich sein (z. B. Hahnenfuß, Teichrose). Die Gesamtheit der männlichen Blütenteile wird als Andrözeum bezeichnet. Zu den weiblichen Blütenteilen (Gynözeum) gehören die Fruchtblätter, die bei Bedecktsamern meist zu einem geschlossenen Gefäß, dem Stempel, verwachsen sind. Der Stempel besteht aus dem bauchigen Fruchtknoten, dem länglichen, flaschenhalsähnlichen Griffel und der Narbe. Der Fruchtknoten enthält die Samenanlagen, nach der Befruchtung die Embryonen. Die Narbe ist ein oft klebriger Abschnitt des Stempels auf dem die Pollen haften. Auf ihr keimen die Pollenkörner und wachsen mit einem Pollenschlauch bis zu den Samenanlagen im Fruchtknoten hinunter, wo es zur Befruchtung kommt. Durch biochemische Barrieren kann hier von der Pflanze die Bestäubung durch fremde Arten oder auch Selbstbestäubung verhindert werden. Die Narbe kann ungeteilt sein. Da sie aber oft aus der Verwachsung von mehreren Fruchtblättern hervorgeht, kann sie auch geteilt sein. Je nach Tiefe der Teilung spricht man von lappigen oder spaltigen Narben. Wenn sich die Spaltung bis zum Fruchtknoten hinunterzieht, spricht man von mehreren Narben. Der Griffel ist ein Stiel und dient dazu die Narbe höher in der Blüte zu positionieren und so die Bestäubung zu optimieren. Bei einigen Pflanzen fehlt ein Griffel und die Narbe sitzt direkt auf dem Fruchtknoten (z. B. Mohn).
Die Position des Fruchtknotens kann im Blütenquerschnitt (von oben nach unten, wie in der Skizze) in Bezug zum Blütenboden und den übrigen Blütenteilen gesetzt werden. In der Skizze ist der Fruchtknoten oberständig. Das heißt, dass er auf einem kegelförmigen oder scheibenförmigen Blütenboden höher steht, als die Ansatzstellen der übrigen Blütenorgane. Ist der Blütenboden schüssel- oder krugförmig mit dem Fruchtknoten frei darin und den anderen Blütenteilen am Rand darum herum, dann spricht man von einem mittelständigem Fruchtknoten. Ist der Fruchtknoten halb oder ganz im Blütenboden und fest mit ihm verwachsen, dann ist er unterständig bzw. halbunterständig. Bei unterständigen Fruchtknoten sind vom Stempel nur Griffel und Narbe zu sehen.
 
 

Beispiele für Variationen im Blütenbau

Die Blüten der verschiedenen Pflanzengattungen sind sehr unterschiedlich geformt. Sie verfügen in der Regel über alle oben genannten Teile. Diese könne aber stark reduziert oder mit einander verwachsen sein. Hier sind nur einige Beispiele zu sehen. Bei der Beschreibung der einzelnen Gattungen sind jeweils beispielhaft beschriftete Blüten abgebildet.
 

Nuphar-Blüte

Bei Nuphar lutea wird die kugelige Blüte
von den Kelchblättern geformt. Die Kron-
blätter sind kleiner und weniger auffällig.

Hibiskus-Blüte

Hibiscus moscheutus hat eine fünfteilige Narbe.
Der Fruchtknoten ist oberständig (hier nicht sichtbar).
Die Staubblätter sind zu einer Röhre verwachsen,
aus der der Griffel herausragt. 

Hakenlilie

Bei den Hakenlilien sind mehrere
Blüten an einem Blütenstand.
Staubblätter und Griffel sind sehr
zart und lang.

Cabomba-Blüte

Die Haarnixen haben an der Basis der
Kronblätter kleine Zipfel, 
die als Öhrchen bezeichnet werden.

Narzissen-Blüte

Die Röhre der Narzissen besteht aus
verwachsenen Anhängen der Filamente.
Sie wird als Nebenkrone (Paracorolla) bezeichnet.

Iris-Blüte

Die Irisblüte sieht auf den ersten Blick aus 
wie drei verwachsene Einzelblüten.

Die oft bunte Blütenscheide (Spatha) der Aronstabgewächse (Anubias, Cryptocoryne, Spatiphyllum) ist nicht Bestandteil der Blüte. Es handelt sich dabei um ein Hochblatt, ein umgewandeltes Laubblatt unter einer Blüte oder im Bereich eines Blütenstandes. Dieses übernimmt Schutz- und/oder Lockfunktion. Beispielsweise ist der Blütenstand der Wasserährengewächse (Aponogeton) während seiner Entwicklung von einer häutigen Spatha umhüllt, die jedoch zur Reife der ersten Blüten aufreißt und abfällt. Bei den Wasserkelchen (Cryptocorynen) dient der obere farbige Teil der Spatha dazu Insekten anzulocken.
Blütenscheiden können aus einem Blatt bestehen (Aronstabgewächse), aus zwei (Lauch) oder selten auch aus mehreren (Mais).
 
 

Blütenstandsformen

Die Blüten können einzeln stehen oder in Blütenständen organisiert sein. Als Blütenstiel wird dabei der Stiel bezeichnet, der die Blüte mit der Pflanze verbindet. Der Stiel unterhalb eines Blütenstandes ist ein Blütenstandstiel (Pedunculus). Abhängig vom Grad der Verzweigung und der Länge der verschiedenen Blütenstandsäste werden mehr als 20 Blütenstandsformen unterschieden. Nicht alle davon treten bei den von uns vorgestellten Arten auf. Die wichtigsten werden hier kurz vorgestellt.
Die Ähre ist eine häufige Blütenstandsform. Die Einzelblüten sind ungestielt und wachsen entlang einer Achse (Spindel). Ähren sind charakteristisch für Gräser. Kolben sind eine Sonderform der Ähre. Sie haben eine dicke fleischige Spindel, die dicht mit sehr kleinen Blüten besetzt ist. Solche Blütenstände findet man zum Beispiel bei den Aronstabgewächsen zu denen die Wasserkelche und Speerblätter gehören. Auch Rohrkolben bilden Blütenkolben aus.
Eine Traube hat im Gegensatz zur Ähre gestielte Einzelblüten, die entlang einer Spindel entspringen (Rotala, Johannisbeere, Hottonia). Bei einer Rispe sind mehrere gestielte Blüten an den Verzweigungen der Blütenstände (Wein, Flieder).
Die Thyrse ist namentlich nicht sehr bekannt. Dabei handelt es sich um ähren- oder traubenförmige Blütenstände, bei denen an die Stelle von Einzelblüten eine ganze Gruppe tritt. Diese Blütengruppen werden als Zymen bezeichnet und sind dadurch charakterisiert, dass sie eine Endblüte haben, die sich als erstes öffnet, und darunter eine oder mehrere weitere Blüten (Echinodorus, Roßkastanie)
Bei Dolden entspringen aus einem zentralem Punkt Seitentriebe, die alle unverzweigt sind und an der Spitze eine einzelne Blüte tragen. Die einzelnen Blüten blühen gleichmäßig von außen nach innen auf. Trugdolden oder Scheindolden sind Blütenstände, die aufgebaut sind wie Thyrsen mit verkürzten Achsen. Dadurch stehen alle Blüten etwa auf einer Höhe und wirken wie eine Dolde. Anders als bei der Dolde blühen die Blüten der Scheindolde von innen nach außen auf.
 

Blütentraube

Blütentraube von Rotala rotundifolia

Blütenkolben

Der Blütenstand von Anubias ist ein Kolben.

 

Hochblätter: Brakteen und Brakteolen

Blätter, die innerhalb eines Blütenstandes auftreten werden als Hochblätter oder Brakteen bezeichnet. Diese Blätter sind gegenüber den normalen Blättern oft verkleinert oder auf andere Weise verändert. Sitzt in der Achsel eines Hochblattes eine Blüte, dann handelt es sich um eine Braktee, die auch als Deckblatt bezeichnet wird. Wenn das Hochblatt den ganzen Blütenstand umhüllt, wie bei den Aronstabgewächsen (Cryptocoryne, Anubias, Spathiphyllum, Anthurium), wird es als Spatha bezeichnet. Befinden sich die Blätter am Stiel der Einzelblüte, spricht man von Brakteolen. Bei dicht gedrängt sitzenden Blüten bilden die Hochblätter einen Wirtel, ein so genanntes Involukrum. Ein Involukrum kann aber auch bei Einzelblüten auftreten. Wenn alle Brakteolen in einem einzigen Wirtel unter dem Kelch stehen, wird das als Außenkelch oder Epicalyx bezeichnet.
 
 



Blütenstand

Blütenstand von Anubias barteri var. barteri
Kolben und Spatha

Schema eines Cryptocorynen-Blütenstandes

Schema eines Blütenstandes von Cryptocoryne
Die weiblichen Blüten sitzen unten, die männlichen oben 
an einem von einer Spatha umschlossenen Stiel (Spatix).


 

Sporenbehälter

Farne und Moose sind keine Blütenpflanzen. Sie bilden Sporen, die in Sporenbehältern heranreifen. Diese Organe sind meist sehr klein und unscheinbar. Teilweise sind sie auch unter Wasser oder unter der Erde.
 
 

Farnsporen

Sporenbehälter auf der Unterseite eines Farnblattes.

Sporenbehälter

Die Sporenbehälter beim Sumatrafarn befinden
sich am umgerollten Rand der Wedel.

Sporocarpien

Sporocarpien von Marsilea quadrifolia

Sporenbehälter an Salvinia

Die Sporenbehälter von Salvinia molesta
sind hier als helle Kugeln sichtbar.


   
Mooskapsel

Sporenbehälter von Javamoos


Früchte

Es gibt zahlreiche Typen von Früchten. Grundsätzlich werden Einzelfrüchte und Sammelfrüchte unterschieden. Zu den Einzelfrüchten gehören alle, die aus einem einzigen Fruchtknoten hervorgegangen sind. Bei Sammelfrüchten verwachsen im Verlauf der Fruchtreife verschiedene Fruchtknoten mit einander. Desweiteren werden Schließfrüchte, die geschlossen abfallen, Streufrüchte, die ihre Samen herausschleudern, und Zerfallfrüchte unterschieden. Eine sehr bekannte Form der Schließfrüchte ist z. B. bei Einzelfrüchten die Steinfrucht bzw. bei Sammelfrüchten die Sammelsteinfrucht. Dabei handelt es sich um eine Frucht, deren Wand eine steinharte Innenschicht (Kern, Stein) hat, die von saftigem oder zumindest fleischigem Gewebe umgeben ist. Steinfrüchte sind zum Beispiel Kirsche und Walnuß. Sammelsteinfrüchte sind z. B. Brombeeren. Bei Nußfrüchten ist die äußere Fruchtwand dagegen trocken. Sie kann holzig, ledrig oder häutig sein. Meistens beinhaltet sie nur einen Samen. Bei Sammelnußfrüchten spricht man auch von Nüßchen. Diese findet man zum Beispiel bei Erdbeeren oder Froschlöffeln. Sind Fruchtwand und Samenschale stark mit einander verwachsen, dann bezeichnet man das bei einem oberständigem Fruchtknoten als Karyopse (Süßgräser). Eine Achäne ist dagegen eine Nußfrucht aus einem unterständigen Fruchtknoten. Die Fruchtwand und die Samenschale sind verwachsen und manchmal tritt ein Pappus auf. Ein Pappus ist ein zum Flugorgan umgebildeter Haarkelch. Oft findet mach solche Früchte an Körbblütengewächsen. Bekannt ist dafür zum Beispiel der Löwenzahn, der zur Fuchtreife als "Pusteblume" dasteht. Auch Rohrkolben (Typha) und Wollgras (Eriophorum) bilden Achänen aus. Auch die Früchte von Najas sind Achänen. Sie heben allerdings keinen Pappus.
 
 
Löwenzahnfrüchte

Löwenzahn bzw. "Pusteblume"

Typha minima

Achänen an Typha minima

Bei Beere ist die äußere Schicht auch bei der Reife noch weich. Die meist vielzähligen Samen sind direkt in das Fruchtfleisch eingebettet. Beeren findet man zum Beispiel bei Wein, Gurken und Kürbis.
Zu den Streufrüchten gehört die Balgfrucht oder auch die Sammelbalgfrucht. Die Balgfrucht wird aus einem einzelnen Fruchtblatt gebildet. Bei der Samenreife springt die Frucht entlang einer einzigen Naht auf. Bei Sammelbalgfrüchten sind mehrere solche Früchte miteinander verwachsen. Das ist zum Beispiel bei Aponogeton der Fall.
Auch Kapseln sind Streufrüchte. Sie bestehen aus zwei oder mehr Fruchtblättern. Sie sind ungefächert oder durch mehrere Scheidewände in einzelne Fächer unterteilt. Bei der Reife öffnen sich die Kapseln verschiedener Pflanzen unterschiedlich. Bei der Schwertlilie klappen die Kapseln an der Spitze auf. Bei Sauerklee (Oxalis) oder Knabenkraut (Orchis) bilden sich Längsritzen. Die Kapseln von Mohn (Papaver) und Glockenblume (Primula) bilden Poren aus. Gauchheil (Anagallis) und Bilsenkraut (Hyoscyamus) haben einen Deckel am oberen Kappselende, der bei der Reife abfällt und beim Siebenstern (Trientalis) zerfällt die gesamte Kapsel. Bei Bachbungen (Didiplis und Peplis) zerfallen die Kapseln nicht.
 
 

Kapsel von Iris

Fruchstand von Iris pseudacorus
mit mehreren Kapseln

aufgeschnittene Iris-Kapsel

Querschnitt durch eine unreife Kapsel
von Iris pseudacorus


 

Literatur:

W. Rothmaler (2002): Exkursionsflora von Deutschland - Band 2: Gefäßpflanzen - Grundband.- 18., bearbeite Auflage, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg und Berlin

E.F. Welle (2004): Kleines Repetitorium der Botanik.- Dr. Felix Büchner Handwerk und Technik - Hamburg

O. Schmeil (1911): Leitfaden der Botanik.- 44. Auflage Verlag von Quelle und Meyer in Leipzig



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