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Die Insekten stellen die artenreichste Tiergruppe der
Erde.
Ordnung Thysanoptera (Fransenflügler,
Blasenfüße, Thripse)
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Milben sind Spinnentiere. Sie haben acht Beine. In der Regel sind sie weniger als 1 mm groß. Die Tiere selbst sind oft nicht erkennbar. Deutlicher sind ihre Einstichstellen an den Blättern und eventuell produzierte Gespinnste sichtbar. Diese kleinen Würmer stechen Zellen der Wurzeln an und saugen Pflanzensaft. Schnecken fressen junge Blattteile an und können
auch ganze Blätter vollständig vertilgen. Es gibt einige Pflanzen,
die von ihnen bevorzugt gefressen werden.
Pilze sind sehr schwer unterscheidbar, weil sie häufig sehr ähnliche Symptome verursachen. |
Pflanzen sind Primärproduzenten, weil sie aus der
Energie der Sonne (Physikalische Energie) energiereiche Kohlenstoffverbindungen
(chemische Energie) herstellen können. Das macht sie zur Nahrungsgrundlage
aller anderen Lebewesen auf der Erde. Sehr viele Würmer, Schnecken,
Pilze und andere leben als Saprophyten von abgestorbenem Material. Andere
Lebewesen, den Menschen eingeschlossen, sind aber auf lebendes Material
angewiesen um sich zu versorgen. Diese verursachen Schäden an den
Pflanzen die ihnen als Nahrung dienen. Das sie auch vom Menschen bevorzugte
Nahrungs- oder Zierpflanzen befallen macht diese Lebewesen in unseren Augen
zu Schädlingen.
Um unsere Pflanzen zu schützen ist es hilfreich
den Feind zu kennen. Die hier vorgestellten Schädlinge an Wasser-
und Sumpfpflanzen kommen nicht alle in Europa vor. Sie werden aber teilweise
mit importierten Pflanzen in Gewächshäuser eingeschleppt und
könnten auf dem Wege auch ins heimische Wohnzimmer gelangen.
Viele der Insekten und auch einige Pilze auf dieser Seite
wurden intensiv wissenschaftlich untersucht, weil sie als biologische Bekämpfungsmöglichkeit
für verschleppte, wuchernde Wasserpflanzen in Frage kommen. Teilweise
werden sie gezielt zur Bekämpfung von Wasserpflanzen eingesetzt.
Fransenflügler, Blasenfüße, Thripse (Ordnung Thysanoptera)
Es gibt zwei Familien in dieser Ordnung, die sich durch
das Vorhandensein (Thriptidae) oder Fehlen (Phaelothriptidae) eines sägeartigen
Legebohrers unterscheiden. Sie werden als Fransenflügler bezeichnet,
weil sie nicht wie Fliegen oder Bienen häutige Flügel haben,
sondern die Tragflächen lediglich von bürstenartige Fransen gebildet
wird.
Die erwachsenen Tiere sind zwischen 0,9 und 2,8 mm lang.
Eine Unterscheidung der Arten erfordert den Einsatz einer guten Lupe oder
eines Mikroskops. Unterscheidungsmerkmale sind zum Beispiel die Form von
Stirnfortsätzen, die Farbe der einzelnen Fühlerglieder und das
Muster der Flügel.
| Thrips-Arten
Thripsschäden an Lysimachia
Thrips auf geschädigtem Blatt von |
Sehr bekannt ist der Kalifornische Blütenthrips (Frankliniella occidentalis PERGANDE). Die erwachsenen Tiere sind etwa 2 mm lang, hellgelb is braungelb. Die Fühler haben 8 Glieder. Die Larven sind durchscheinend bis goldgelb. Diese Art saugt an Blüten und verursacht dort starke Aufhellungen und Deformationen. Der Kalifornische Blütenthrips stammt aus Nordamerika. Er wurde mit Chrysantheme-Stecklingen nach Europa eingeschleppt. Bei den Thripsen an Wasserpflanzen handelt es sich allerdings um eine andere Art. Thripse sind weit verbreitete Schädlinge und schädigen nahezu alle Zierpflanzen. Sie saugen an einzelnen Zellen, die sie der Reihe nach anstechen. Das verursacht kleine, weiße Punkte auf den Blättern, die entstehen, weil Luft in die ausgesaugten Zellen dringt. Bei starkem Befall trockenen die Stellen ein. Unter anderem befallen sie in emerser Kultur auch Cryptocorynen, Lysimachia und Hydrocotyle. Thripse legen ihre Eier im Substrat ab und durchlaufen mehrere Larvenstadien im Boden. Durch Fluten der Töpfe können sie zumindest eingedämmt werden. Thripse sind die am schwersten zu bekämpfenden Schädlinge im Zierpflanzenbau. Gegen die meisten chemische Mittel sind sie resistent. Zur biologischen Bekämpfung eigenen sich Raubmilben (Amblyseius) und Raubwanzen (Orius). Die Räuber rotten den Schädling aber nicht vollständig aus |
Schnabelkerfe (Ordnung Hemiptera)
Zu den Schnabelkerfen gehören die Wanzen (Unterordnung
Heteroptera) und die Pflanzensauger (Ordnung Homoptera). Die Systematik
ist in der Gruppe nicht einheitlich und kann in der Literatur abweichen.
Diese Insektenordnung ist für den Pflanzenschutz
sehr wichtig, weil sie unter anderem auch Blatt-, Woll- und Schmierläuse
umfasst. Die Tiere haben stechende Mundwerkzeuge und saugen ihre Nahrung
auf.
Wanzen (Unterordnung Heteroptera):
Wanzen haben in der Regel zwei Flügelpaare. Die
Vorderflügel sind an der Basis lederartig und an den Spitzen membranartig.
Die Hinterflügel sind vollständig membranartig. Im Ruhezustand
liegen die Flügel flach auf dem Körper. Auffällig ist ein
großer Halsschild. Die Mundwerkzeuge eignen sich für eine stechende
und saugende Nahrungsaufnahme. Nicht alle Arten schädigen Pflanzen,
es gibt auch räuberische Arten.
Zu den Wanzen gehören zum Beispiel die Familie der
Miridae (Weichwanzen). Zu ihr gehört Eccritotarus catarinensis,
die Eichhornia crassipes
befällt. Die Reproduktion der Tiere hängt mit der Nährstoffversorgung
der Pflanzen zusammen. Leidet die Pflanze unter Mangel, vermehren sich
die Tiere langsamer.
In den Familie Piesmidae (Meldenwanzen), Pentatomidae
(Schildwanzen), Anthocoridae (Blumenwanzen) und Tingidae (Netzwanzen) gibt
es weitere Pflanzenschädlinge, von denen mir bisher aber nicht bekannt
ist, dass sie Wasserpflanzen schädigen. Recht bekannt sind die Feuerwanzen
(Pyrrhocoris apterus, Familie Pyrrhocoridae). Diese Wanzen saugen
Pflanzensaft, stechen aber auch andere Insekten an.
Pflanzensauger (Unterordnung
Homoptera):
Diese Unterordnung wird in verschiedene Überfamilien
unteteilt, die alle charakteristische Merkmale und Lebensgewohnheiten haben.
Überfamilie Cercopoidea
Familie Cercopidae (Schaumzikaden)
Typisch für die Schaumzikaden ist, dass sie bei
der Eiablage ein Sekret aus dem Hinterleib abgeben und mit Luft aus speziellen
Luftkanälen aufschäumen. So entsteht ein Schaumnest in dem sich
die Eier und die Larven entwickeln. An der Tibia (Schienbein) haben sie
kräftge Dornen. Am bekanntesten und am weitesten verbreitet in Europa
ist die polyphage Wiesenschaumzikade (Philaenus spumarius). Sie
lebt sowohl auf Gehölzen als auch auf vielen verschiedenen krautigen
Pflanzen.
Überfamilie Cicadelloidea
Familie Cicadellidae (Zwergzikaden)
Die Zwergzikaden haben an der Tibia (Schienbein) zwei
Reihen feiner Borsten. Die einzelnen Arten sind schwer zu unterscheiden,
meist muss der Geschlechtsapparat unter dem Mikroskop seziert werden. Zu
den bekanntesten Arten gehört die Rhododendron-Zikade (Graphocephala
fennahi YOUNG, Syn. G. coccinea FÖRSTER).
Überfamilie Psylloidea
In dieser Überfamilie sind Blattflöhe und Blattsauger
zusammengefasst, die nach verschiedenen Merkmalen in unterschiedliche Familien
eingeordnet werden (Psyllidae, Triozidae, Carsidaridae, Spondyliaspidae).
In dieser Überfamilie gibt es mindestens ein Mitglied,
dass Echinodorus befällt. Eine bisher nicht identifizierbare
Art von Blattfloh, wurde zusammen mit E.
bleheri aus Asien nach Deutschland verschleppt. Die Tiere sind
ca. 2 bis 3 mm lang und springen sehr gut. Die betroffenen Pflanzen welken
durch die Saugtätigkeit an den Blättern.
Überfamilie Aleyrodoidea
In der Überfamilie gibt es nur eine Familie, die
Aleyrodidaea (Mottenschildläuse, Weiße Fliegen). Mottenschildläuse
haben weiß bepuderte Flügel und sehen aus wie ganz kleine Motten.
Es gibt zahlreiche Arten in verschiedenen Gattungen (Aleyrodes, Asterobemisia,
Pealius, Siphoninus, Dialeurodes, Trialeurodes, Bemisia, Aleurotuba).
Die einzelnen Arten sind schwer zu unterscheiden. In Europa ist vor allem
Trialeurodes
vaporariorum von Bedeutung. Diese Art befällt in Gewächshäusern
und Wintergärten zahlreiche Zier- und Nutzpflanzen. Die Art wird von
Schlupfwespen (z. B.
Encarsia fomosa) parasitiert. Diese werden
als Nützlinge gezüchtet und verkauft. Auch die Raubwanze Macrolophus
caliginosus wird zur Bekämpfung der "Weißen Fliege" genutzt.
| Tabakmottenschildlaus
Bemisia tabacci GENNADIUS
|
Diese Art ist etwas problematischer als die normale "Weiße
Fliege". Bemisia tabaci ist gegen viele Schädlingsbekämpfungsmittel
resistent und wird nicht von den selben Schlupfwespen parasitiert wie Trialeurodes.
Typisch sind die wahllos auf der Blattunterseite verteilten Eikokons und
gelben Larven. Bei Trialeurodes sind Eier und Larven deutlicher
gruppiert und heller. Die Pupparien von Bemisia sind am hinteren
Ende etwas zugespitzt. Horizontale Fortsätze, die bei den Pupparien
von Trialeurodes vorhanden sind, fehlen bei dieser Art.
Die erwachsen Tiere von Bemisia und Trialeurodes unterschieden sich wenig. Bei Bemisia liegen die Flügel in Ruhe dachartig über dem Körper. Bei Trialeurodes sind die Flügel flacher über dem Körper. |
Überfamilie Aphidoidea
In der Überfamilie sind alle Schädlinge zusammengefasst,
die wir im Volksmund als Blattläuse bezeichnen. Sie haben einen sackförmigen
Körper, mit schlanken Beinen, oft langen Fühlern und teilweise
Siphonen (Fam. Aphididae, Röhrenläuse) am Hinterleib.
Blattläuse sind Phloemsauger. Das heißt, dass
sie die zuckerführenden Leitgefäße der Pflanzen anstechen
und sich von dem Pflanzensaft ernähren. Ihre Ausscheidungen (Honigtau)
sind entsprechend zuckerhaltig. Daher sind sind sie beliebte Nahrungsquellen
für Ameisen, die ausgeschiedene Tropfen sorgfältig sammeln und
wegtragen. Fressfeinde von Blattläusen werden von den Ameisen bekämpft
um diese Nahrungsquelle zu schützen. Bienen sammeln den Honigtau ebenfalls
(Waldhonig). Es gibt auch Pilze, die auf dem klebrigen Honigtau siedeln.
Abhängig von der Art bevorzugen Blattläuse
bestimmte Pflanzen, aber auch Positionen auf der Pflanze (Blüten,
Blattachseln, Blattunterseite, zwischen Rindenschuppen etc.). Entsprechend
unterschiedlich können auch die Symptome an der pflanze sein (Triebstauchungen,
Blattrollen, Verkrüppelungen, Verkleinderung der Blattfläche,
Bildung von Gallen, Chlorosen).
Zusätzlich zu den direkten Schäden, verursachen
Blattläuse auch als Überträger von Viren Schaden. Einige
Pflanzenviren werden persistent übertragen. Das heißt sie werden
von der Blattlaus aufgenommen und vermehren sich in ihr. Sie wandern in
die Speicheldrüse und werden bei erneutem Saugen wieder abgegeben.
Der Zeitraum zwischen der Aufnahme des Virus und dem Erreichen der Speicheldrüse
wird als Latenszeit bezeichnet. Sie kann Stunden oder Tage dauern. Einige
Viren bleiben während der gesamten Lebensdauer des Wirtes aktiv andere
werden innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder vollständig abgegeben.
Nicht persitente Pflanzenviren haften nur äußerlich an den Stechborsten
der Läuse. Sie vermehren sich dort nicht und können auch nur
Minuten bis Stunden überleben. Bei der Häutung gehen sie verloren,
weil sie nur an der Oberfläche des Tieres haften. Persistente Viren
"leben" vor allem im Phloem und im Mesophyll. Nicht persistente Viren bleiben
in der Epidermis.
Einige Blattläuse können sehr viele verschiedene
Viren übertragen. Die Grüne Pfirsichblattlaus (Myzus persicae)
ist Vektor für mehr als 100 persistente und nicht persistente Viren.
Viele Blattläuse vermehren sich vivi-ovipar. Bei
manchen findet eine Wechsel zwischen einem Sommer- und einem Winterwirt
statt. Am Beispiel der Haferblattlaus sind das Hafer und die Traubenkirsche.
Dabei wird die Pflanze als Hauptwirt bezeichnet auf der die Eier abgelegt
werden. Die Haferblattlaus schlüpft z. B. auf der Traubenkirsche aus
dem Ei. Ein Teil der Tiere bildet Flügel aus und wandert auf den Hafer
(Stammmütter). Dort vermehren sich die Tiere durch Jungfernzeugung
und die Produktion von lebenden Nachkommen. Dadurch können sehr schnell
sehr viele Blattläuse produziert werden, die wiederum zum Teil geflügelt
sind und neue Gebiete erschließen. Zum Ende des Sommers werden
auch geflügelte, männliche Tiere geboren, die zusammen mit ebenfalls
geflügelten Weibchenmüttern auf den Winterwirt fliegen. Die Weibchenmütter
bringen Weibchen zur Welt, die sich mit den Männchen paaren und dann
Eier auf dem Winterwirt ablegen können.
Wegen der hohen Vermehrungsraten ist eine Bekämpfung
der Blattläuse nicht einfach. Es werden teilweise Resistenzen gegen
Insektizide ausgebildet. Biologische Bekämpfung ist möglich in
dem die Tiere regelmäßig von den Pflanzen abgespült werden
(z. B. bei Seerose). Ein Bepinseln mit Öl (Pflanzenöle, Parasommer-Öl)
bewirken das Ersticken der Läuse. Einige Nützlinge können
effektiv gegen Blattläuse wirken, wenn diese nicht von Ameisen verteidigt
werden. Dazu gehören die Larven von Marienkäfern, Florfliegen,
Schwebfliegen (Episyrphus balteatus) und Gallmücken (Aphidoletes
aphydimyza). Schlupfwespen (Aphidius, Aphelinus,
Praon
und Lysiphlebus) sind Nützlinge, die ihre Eier in Blattläuse
ablegen. Ihre Larven entwickeln sich dann in den Wirten und fressen sie
von innen her auf.
Familie Aphididae (Röhrenläuse)
Röhrenläuse sind die typischen,
bekannten Blattläuse. Es handelt sich um kleine (< 5 mm) saugende
Insekten. Es gibt tausende von Arten in verschiedenen Gattungen. Sie durchlaufen
jährlich mehrere Generationen (vivi-ovipar), die oft zwischen einem
Sommer- und einem Winterwirt wechseln. Im Sommer vermehren sie sich meist
parthenogen und dadurch sehr schnell. Die Artbestimmung ist oft schwierig
und basiert auf der Farbe und Länge von Fühlern und Siphonen.
Die Sumpfpflanzenblattlaus gehört zu den Röhrenläusen.
| Sumpfpflanzenblattlaus
Rhopalosiphum nymphaeae
Sumpfpflanzenblattlaus auf Hydrocharis
und auf treibenden Stängeln
|
Diese kleine, schwarze Blattlaus lebt im Sommer auf Seerosen
(Nuphar und Nymphaea),
Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica),
Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia)
und Rohrkolben (Typha). Diese Art ist fast weltweit verbreitet.
Die ungeflügelte Form ist 1,6 bis 2,6 mm lang, dunkel oliv bis braun
und leicht mit Wachs bestäubt. Die Siphonen sind lang, verdickt, vorwiegend
hell, aber an der Spitze dunkel. Die geflügelte Form ist dunkelbraun
bis glänzend schwarz. Die Tiere überwintern als Ei an Schlehdorn
(Prunus spinosa) und anderen Prunus-Arten. Die Tiere vermehren zunächst
parthenogen und vivipar. Zum Sommeranfang entwickelt sich eine geflügelte
Generation, die auf den Sommerwirt wechselt. Im Herbst fliegt eine andere
geflügelte Generation auf den Winterwirt. Es werden Männchen
produziert. Nach geschlechtlicher Fortpflanzung werden Wintereier abgelegt.
Starker Befall erzeugt bei den Sommerwirten Verformungen der Stängel und Blätter. Bei Befall der Blüten kommt es zusätzlich zu Farbveränderungen. Von befallenen Pflanzen sollten sie mit einem scharfen Wasserstrahl weggespült werden. |
Blattläuse suchen vor allem geschützte Stellen an jungen Pflanzenteilen. |
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Blattläuse verschiedener Größe und Blattläuse am Herzblatt von weiß-graue Exuvien, die bei Häutungen Echinodorus x ´Regine Hildebrandt´ |
Familie Diapdsidae (Austernschildläuse, Deckelschildläuse)
Zu dieser Familie gehören verschiedene Arten in unterschiedlichenen
Gattungen. Die Bestimmung ist schwierig. Die Tiere sitzen unter selbst
gebildeten Schilden und sind darum nicht direkt zu sehen. Gegen Deckelschildläuse
können Marienkäfer aus den Gattungen Chilocorus und Lindorus,
sowie Schlupfwespen (Encarsia citrina und Aphytis melinus)
als Gegenspieler eingesetzt werden.
| Afrikanische Kommaschildlaus
Kommaschildläuse an
|
Bei der Afrikanischen Kommaschildlaus ist der männliche
Schild weiß, schmal und länglich mit einer Längsrippe.
Die Schilde der Weibchen sind abgerundet dreieckig, bräunlich und
durchscheinend.
Die Tiere saugen zuerst in der Nähe der Blattmittelrippen an der Blattunterseite. Auf der Oberseite sind diese Befallstellen erst als Aufhellungen, dann als gelbe Stellen und zum Schluss als Nekrosen sichtbar. Bei starkem Befall findet man die Tiere auch auf der Blattoberseite. Setzt man Pflanzen mit befallenen Blättern unter Wasser, dann breiten sich die gelben Chlorosen und Nekrosen innerhalb weniger Tage flächig aus. Die befallenen Blätter müssen entfernt werden. Die Tiere lassen sich wegspülen. |
Familie Pseudococcidae (Schmierläuse,
Wollläuse)
Wollläuse findet man an fast allen Kulturpflanzen.
Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Arten in unterschiedlichen Gattungen.
Zitrus-Schmierläuse an Echinodorus umgeben von ihren Ausscheidungen
|
Weit verbreitet und häufig ist die Zitrus-Schmierlaus (Planococcus citri RISSO). Die erwachsenen Tiere sind 3 bis 4 mm lang. Der Körper ist rosa, aber meist so dicht mit Wachsflocken bedeckt, dass das Tier selbst nicht mehr sichtbar ist. Die wachsartigen Rand- und Caudalfortsätze sind kurz und dick. Hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchte begünstigen die Entwicklung dieser Schädlinge. Es sind bis zu 8 Generationen im Jahr möglich. Zur biologischen Bekämpfung können Marienkäfer (Cryptolaemus sp.), bzw. deren Larven eingesetzt werden. Auch Schlupfwespen aus den Gattungen Anagyrus, Aphytis und Leptomastix befallen Wollläuse. |
Käfer sind Insekten mit einer harten Panzerung, die auch eine Verhärtung der Vorderflügel einschließt. Sie haben beißende Mundwerkzeuge. Zahlreiche Arten sind Pflanzenfresser, es gibt aber auch Räuber.
Familie Curculionidae (Rüsselkäfer)
Mit ca. 50.000 Arten ist dies die größte Käferfamilie.
In Mitteleuropa gibt es 168 Gattungen mit 1200 Arten. Die Identifikation
der Arten ist für den Laien (für mich zum Beispiel) nicht möglich
(Harde & Severa 1988).
Die Schnauze ist mehr oder weniger stark verlängert
-teilweise gebogen - mit beißenden Mundwerkzeugen am Ende. Die Fühler
sitzen vorne an der Schnauze. Die Eier werden in Löcher gelegt, die
in Pflanzen gefressen werden. Die Larven sind beinlos, madenförmig
und fressen sich meist im Inneren durch die Pflanze. Einige Arten fressen
an den Wurzeln (z. B. Gefurchter Dickmaulrüssler Otiorhynchus sulcatus).
Alle hier vorgestellten Käfer gehören in diese Familie.
Diesen Rüsselkäfer habe ich in der
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Das Tier ist von der "Nasenspitze" bis
|
| Agasicles hygrophila | Der Käfer frisst an der Wasserform von Alternanthera philoxeroides. Er kann seinen Lebenszyklus aber nicht an den Pflanzen der Art vollenden, die außerhalb des Wassers wachsen. |
| Bagous affinis
Bagous glabrirostris |
Es gibt 20 Arten der Gattung Bagous allein in Europa.
Alle leben in Sümpfen oder an Gewässerrändern. Meist findet
man sie an niedrigen Pflanzen. Obwohl sie keine äußeren Anpassungen
zeigen, leben einige Arten auch unter Wasser.
Der indische Rüsselkäfer Bagous affinis wurde zur Bekämpfung von Hydrilla verticilliata in Florida ausgesetzt. Die Tiere fressen an den Rhizomen. Bei Bagous glabrirostris handelt es sich um einen 2,3 - 3,2 mm großen, schwarzen Rüsselkäfer. Die Larven dieser Art leben unter Wasser in den Stängeln von Laichkraut, Froschlöffel und besonders oft in Krebsschere. |
| Cyrtobagus salviniae | Der Käfer frisst Salvinia. Er wird gezielt
zu Bekämpfung der Pflanze eingesetzt.
Salvinia molesta wurde 1939 in Sri Lanka eingeführt. 1954 war sie auf 9000 ha Reisfelder zu finden, 1961 auf insgesamt 20.000 ha Binnengewässer. 1986 wurde der Käfer eingeführt und vernichtete bis 1990 80% der Salvinia-Bestände. |
| Disonycha argentiniensis
|
Das sogenannte Alligatorkraut (Alligator weed) Alternanthera
philoxeroides behindert mit seinem raschen Wachstum den Wasserabfluß
in Kanälen in den südlichen USA, Mittel- und Südamerika.
Die Pflanze wurde auch nach Australien verschleppt. Dieser Rüsselkäfer
frisst in seiner Heimat Brasilien an den Pflanzen, die am Gewässerrand
stehen und wurde darum zu deren Bekämpfung an verschiedenen Stellen
ausgewildert. Die Tiere fraßen an den Pflanzen und legten Eier, aus
denen sich neue Käfer entwickelten. Diese waren jedoch nicht in der
Lage sich erfolgreich fortzupflanzen. Die Versuche den Käfer in Australien,
China oder Nordamerika anzusiedeln schlugen alle fehl. Es wird vermutet,
dass der Käfer ein sehr spezielles Mikroklima benötigt.
Blattschäden durch Käferfrass an Alligatorkraut in NSW (Australien). Die Schäden sind nicht groß genug um die Pflanzen abzutöten. |
| Eubrychius velutus | Dieser braune Rüsselkäfer ist in Nord- und Mitteleuropa weit verbreitet, aber immer selten. Er kommt in sauberem, stehendem Wasser an verschiedenen Tausendblattarten vor. Er ist 2,4 bis 2,9 mm lang. |
| Galerucella nymphaeae
Seerosenblattkäfer oder Erdbeerblattkäfer |
Der Käfer befällt Nymphaea rubra, Nymphaea
alba, Nymphaea marliacea var. chromatella, Nymphaea caerulea, Nuphar
lutea, Potamogeton natans, Sagittaria
sagittifolia, Rumex hydrolapathum, Polygonum amphibium, Comarum palustre,
Lysimachia vulgaris und ca. 100 weitere Arten.
Das Tier ist 6-8 mm groß, braun und behaart. Die Eier sind kugelförmig, opalweiß, mit leicht runzeliger Oberfläche. Die Larven sind erst schwarzgrün, nach der Häutung hellbraun, 8-10 mm lang. Sie haben 3 Beinpaare. Durch Fraß entstehen Blattschäden, die die Pflanze anfälliger für Fäulen machen. |
| Grypus equiseti
Großer Schachtelhalmrüssler |
Der Käfer ist zwischen 4,8 und 6 mm lang. Er lebt am Ufer stehender Gewässer auf Schachtelhalm. Die Art ist in Mitteleuropa und Nordamerika verbreitet, aber nicht häufig. |
| Hydronomus alismatis
Froschlöffelminierrüssler |
Dieser Rüsselkäfer ist 2,8-3 mm lang. Die Art kommt überall in Mitteleuropa an Tümpeln, Seen und Gräben vor. Der Käfer und seine Larven leben auf Froschlöffel (Alisma). |
| Listronotus echinodori | Ein Rüsselkäfer aus Mexiko, der auf Echinodorus subulata vorkommt. |
| Litodactylus leucogaster | Rüsselkäfer, die an submersen Pflanzenteilen fressen. Die Tiere sind äußerlich nicht an das Leben im Wasser angepasst und treiben auf, wenn sie den Halt verlieren. Die Larven leben in den Blüten. |
| Mononychus punctumalbum
Schwertlilienrüssler |
Der Rüsselkäfer ist im Süden häufiger als im nördlichen Mitteleuropa. Er lebt auf Schwertlilien. Farblich ist er variabel, hat aber immer einen weißen Punkt ("punctumalbum") auf dem Rücken. Das erwachsene Tier ist 3,8-5,2 mm lang. |
| Neochetina bruchi | Die Adulten und Larven dieses Rüsselkäfers
fressen an Eichhornia crassipes.
Der Käfer wurde zusammen mit N. eichhorniae 1993 aus den USA nach Mexiko importiert um dort damit Wasserhyazinthen zu bekämpfen. Innerhalb von 320 Tagen nahm in Käfigversuchen die Zahl der Tiere pro Pflanzen von 0,1 auf 2,93 zu. Die Pflanzen waren am Ende des Versuchs alle schwer geschädigt und starben ab. Nach dem Freisetzen der Käfer im Zeitraum vom Januar 1995 bis August 1996 reduzierte sich der Bestand an Wasserhyazinthen in verschiedenen Regionen Mexikos von 95 bis 100% Bedeckung der Wasseroberfläche auf 1 bis 3 % im März 1998. Die Käfer werden von dem entomophagen Pilz Beauveria bassiana befallen. Außerdem von einer Pilzart, die bisher unidentifiziert ist. Diese reduziert ihre Lebenserwartung, die Zahl der Eier und die Schlupfrate. |
| Neochetina eichhorniae | Dieser dunkelbraune Rüsselkäfer hat einen Lebenszyklus
von 90-120 Tagen. Adulte und Larven fressen an Eichhornia
crassipes.
1972 wurde er zum ersten Mal in Florida ausgesetzt. Mittlerweile ist er in Australien, Fiji, Honduras, Indien, Malaysia, Papua Neuguinea, Südafrika, Thailand und anderen Ländern etabliert. Eichhornia crassipes wurde 1904 nach Sri Lanka eingeführt und stellte 1909 bereits ein Problem dar. 1988 wurde dieser Käfer zur Bekämpfung ausgesetzt. Zusammen mit N. bruchi wurde er 1993 aus den USA nach Mexiko importiert. Innerhalb von 320 Tagen nahm in Käfigversuchen die Zahl der Tiere pro Pflanzen von 0,26 auf 3,40 zu. Die Pflanzen waren am Ende des Versuchs alle schwer geschädigt und starben ab. Nach dem Freisetzen der Käfer im Zeitraum vom Januar 1995 bis August 1996 reduzierte sich der Bestand an Wasserhyazinthen in verschiedenen Regionen Mexikos von 95 bis 100% Bedeckung der Wasseroberfläche auf 1 bis 3 % im März 1998 |
| Neohydronomus affinis
Syn. Neohydronomus pulchellus |
Der ausgewachsene Käfer frisst an der Blattoberfläche,
vom inneren Schwammgewebe und zwischen den Längsrippen der Blätter
an Wassersalat (Pistia stratiotes). Die
Eier werden einzeln in kleinen Gruben auf der Bolattoberseite nahe der
Blattspitzen von jungen Blättern abgelegt. Nach der Eiablage werden
die Grupen mit einer schwarzen Masse verschlossen. Die Larven schlüpfen
nach etwa 4 bis 5 Tagen. Sie fressen und durchlaufen im Blattinneren innerhalb
von 11 bis 14 Tagen drei Larvenstadien, bevor sie sich verpuppen. Nach
weiteren 4 bis 5 Tagen schlüpft der Käfer aus der Puppe. Innerhalb
von etwa 5 bis 9 Tagen Paaren sich die Tiere und legen selbst Eier. Die
erwachsenen Tiere lassen sich äußerlich schlecht unterscheiden.
Bei den Puppen gibt es jedoch geschlechtsspezifische Unterschiede am Hinterende.
Die Tiere fressen ausschließlich Pistia. Im Test wurden 35 Pflanzen als Nahrungsquelle angeboten. Darunter Reis, Salvinia molesta, Marsilea drummondii, Azolla pinnata, Tomate (Lycopersicum esculentum), Philodendron (Philodendron cordatum) und Fensterblatt (Monstera deliciosa) und Ludwigia peploides. An keiner davon wurde gefressen und es wurden auch keine Eier abgelegt. Der Käfer wurde zur Bekämpfung von Pistia stratiotes nach Australien eingeführt. Er reduzierte die Pistia-Bestände um 40 % oder mehr innerhalb von 12 bis 18 Monaten. Er wurd auch in Botswana, Papua-Neuguinea, Südafrika, den USA und Simbabwe ausgewildert. Ursprünglich stammen die Tiere aus Brasilien. |
| Notaris scirpi | Dieser Rüsselkäfer frisst an Binsen, Seggen
und anderen Sumpfpflanzen am Rand stehender Gewässer. Das ausgewachsene
Tier ist 6-7,5 mm lang.
Die Art ist von Europa über Sibiren bis nach Japan verbreitet und recht häufig |
| Notaris acridulus | Dieser Rüsselkäfer lebt auf Seggen und Süßgräsern. Das ausgewachsene Tier ist 3-4 mm lang. Er ist stellenweise häufig |
| Poophagus sisymbrii | Ein Rüsselkäfer aus Nord- und Mitteleuropa. Er lebt an Gewässerufern auf Brunnenkresse, Sumpfkresse, anderen Sumpfpflanzen. Die Larven entwickeln sich in den Stängeln der Pflanzen. Der Käfer ist 2,6-3,7 mm lang. |
| Thyryogenes festucae
Braungraue Riedgrasrüssler |
Dieser Käfer lebt an Seggen und Binsen. Er ist 4-7,5 mm lang. Nicht besonders häufig, aber weit verbreitet. |
Schmetterlinge (Ordnung Lepidoptera)
| Tier | Aussehen, Verhalten, Wirtspflanzen |
| Acentria ephemerella
DENIS & SCHIFFMÜLLER Acentaria nivosa OLIV.
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Die Wasserschmetterlinge der Gattung Acentaria
sind Schädlinge an submersen Wasserpflanzen in den Uferzonen von Seen.
Die Tiere sind etwa 6 mm lang. Die Weibchen sind etwas größer
als die Männchen. Die Tiere haben Schwimmborsten an den Füßen.
Die Männchen sind normal geflügelt, aber einige der Weibchen
haben Stummmelflügel. Sie strecken lediglich den Hinterleib zur Paarung
aus dem Wasser.
Acentaria ephimerella frisst an Potamogeton lucens, P. pectinatus, P. perfoliatus, Ceratophyllum demersum und Myriophyllum spicatum. Die Art meidet aber Chara sp., Najas marina und Elodea nuttallii. Die Larven fressen im Sommer an den oberen Sproßbereichen und wandern zur Überwinterung in die unteren Bereiche. In der Untersuchung von Gross et al. (2002) im Bodensee wurden im Zeitraum zwischen Juni 1998 bis Oktober 2000 durchschnittlich an Potamogeton pectinatus 6 - 234, an Potamogeton perfoliatus 17 - 2833 und an Myriophyllum spicatum 125 - 410 Larven pro Quadratmeter gefunden. Durch den Fraß der Larven wurden zwischen 46 und 100 % der Triebspitzen von P. perfoliatus beschädigt. Der Fraßschäden an den Blätter war geringer (bis 80%). Von den Triebspitzen von Myriophymmum spicatus wurden durchschnittlich nur 50%, von den Blättern nur etwa 1% beschädigt. Acentaria nivosa OLIV. lebt vor allem an Wasserpest. Die Larven leben und verpuppen in Köchern unter Wasser. |
| Bellura densa | Ein in Florida heimischer Falter, dessen Larven an Eichhornia fressen. Er hat wenig Einfluß auf die Bestände der Wasserhyazinthe in Florida. |
| Catalysta lemnata | Die Larven des Falters fressen unter anderem an den Blättern von Lemna minor, Spirodela polyrhiza, Elodea canadensis, Potamogeton luscens und Nymphoides peltata. |
| Elophila nymphaeata
Seerosenzünsler
geöffneter Kokon mit Raupe |
Der Seerosenzünsler gehört zur Familie der
Pyralidae. Er ist ein häufiger Schädling an Wasserpflanzen. Neben
Seerosen werden auch andere Pflanzen befallen, darunter auch Potamogeton
und Hydrocharis.
Die Falter haben eine Flügelspannweite von ca. 2 cm. Sie sind braun mit unregelmäßigen weiß-grauen Flecken. Die Raupe ist bis 2,5 cm lang, samtig, cremefarben mit einem dunklen Rückenstrich. Der Kopf und der Nackenschild sind bräunlich. Die Weibchen leben ihre Eier im Juni und August auf der Blattunterseite oder an den Blattrand der Wirtspflanzen. Die Raupen schlüpfen nach etwa 2 Wochen und bohren sich in die Blätter. Drei Tage bleiben sie im Blatt, dann kommen sie heraus und bilden ein flaches, obvales Gehäuse aus zwei abgebissenen Blattteilen. Darin eingeschlossen wandern die Raupen auf der Blattoberfläche (über oder unter Wasser) herum und fressen weiter. Bei Bedarf bauen sie einen größeres Haus. Wenn sie nicht fressen treiben die Blattgehäuse frei auf dem Wasser. Im Herbst wandern sie an das Gewässerufer und überwintern dort. Im Frühjahr fressen sie weiter. Im Frühsommer verpuppen sie sich und spinnen sich einen seidenen Kokon. Die Schäden äußern sich in zerfressenene Blättern. Eine Bekämpfung mit Insektiziden ist nicht zu empfehlen, weil Fische und andere Lebewesen im Teich gefährdet wären. Die Gehäuse sollten mit der Hand abgesammelt werden. |
| Niphograpta albiguttalis
Wasserhyazinthen-Motte |
Die Wasserhyazinthen-Motte befällt nur Eichhornia
crassipes. Ihr Lebenszyklus (vom Schlupf zu Eibablage) dauert 30 Tage.
Nur die Laren fressen von der Pflanze. Die Motte wurde in Florida, Louisiana,
Mississippi, Auatralien, Südafrika und im Sudan etabliert, um Wasserhyazinthen
zu bekämpfen.
Syn. Sameodes albiguttalis |
| Nymphula nymphaeata | Die Larven der Falter verursachen Lochfraß an Seerosenblättern. |
| Nymphula stagnata | Die Larven fressen sich in die Balttstiele von Seerosen |
| Spodoptera littoralis BOISDUVAL
Afrikanischer Baumwollwurm
Larve, Kopf links
Bauchansicht der Larve, Kopf links
|
Dieser nachtaktive, kleine Schmetterling gehört
zu den Eulenfaltern (Familie Noctuidae). Er ist unauffällig grau-braun
mit variabler Zeichnung. Die Flügelspannweite beträgt etwa 4
cm. Die Vorderflügel sind schwarz-braun mit hellerer Zeichnung. Die
Hinterflügel sind meist weiß. Die sehr gefräßige
Raupe ist zwischen 1 und 5 cm lang. Sie ist hell braun bis schwarz-braun
mit einer feinen weißlichen Sprenkelung. Entlang des Körpers
verlaufen drei - manchmal nicht gut sichtbare - orange-braune Linien. Manche
Tiere haben auf beiden Körperseiten je einen schwarzen oder schwarzen
Fleck pro Segment. Andere haben nur auf wenigen Segmenten schwarze Flecken.
Die Puppe ist 1,5 bis 2 cm lang und rötlich braun.
Es handelt sich um eine subtropische bis tropische Schmetterlingsart, die sich in Südeuropa etabliert hat und manchmal mit Stecklingen oder Jungpflanzen nach Nordeuropa importiert wird. Die Weibchen legen Eier in großen Gruppen an der Blattunterseite. Unter Gewächshausbedingungen schlüpfen die Raupen nach wenigen Tagen. Zunächst kommt es zu einem Lochfrass in den Blattspreiten, größere Raupen fressen ganze Blätter. Es wird reichlich grünlicher bis schwarzer, feuchter Kot abgesetzt. Bei Störung lassen sich die Raupen von den Pflanzen fallen. Nach etwa 2 Wochen ist die Entwicklung abgeschlossen und die nächste Generation Falter fliegt. Betroffene Wasserpflanzen sind zum Beispiel Echinodorus und Microsorum.
erwachsenes Tier |
| Vogtia malloi | Eine Motte an Alternanthera phyloxeroides. Der Falter schädigt sowohl die Wasserform, als auch die Landform der Pflanze, hat aber auf die emersen Bestände nur sehr wenig Einfluss. |
| Xubida infusella | Falter, dessen Larven an Eichhornia crassipes fressen. |
Die Zweiflügler werden in die Unterordnung Nematocera (Mücken) und Brachycera (Fliegen) unterteilt. In beiden Gruppen gibt es Pflanzenschädlinge.
Mücken:
Familie Tipulidae (Schnaken)
Familie Chironomidae (Zuckmücken)
Zuckmücken haben ihren Namen von den zuckenden Bewegungen
ihrer Vorderbeine. Sie stechen nicht. Bei vielen Arten fressen die erwachsenen
Tiere gar nicht. In Mitteleuropa leben mehr als 1000 verschiedene Arten.
Die Larven leben im Süßwasser und ernähren
sich hauptsächlich von Algen und Detritus. Sie selbst dienen als wichtige
Fischnahrung.
Als Pflanzenpatogene treten sie vor allem an Wasser-
und Sumpfpflanzen auf. Die Larven einiger Arten können auch in feuchter
Erde überleben und sind manchmal Schädlinge an den Wurzeln von
Gewächshauspflanzen (z.B. Bryophaenocladius furcatus).
| Chironomus sp. | Eine Mückenart aus China. Die Larven sind rot. Einige davon bohren sich in die Schwimmkörper von Eichhornia crassipes. Sie fressen das schwammige Gewebe im Inneren. Die Schwimmkörper faulen und gehen unter. |
| Cricotopus lebestis
Hydrilla-Triebspitzen-Miniermücke |
Die Mücke stammt aus Nordamerika. Das genaue Verbreitungsgebiet ist nicht bekannt. Die Larve frisst sich als Minierer durch das meristematische Gewebe von Hydrilla verticilliata und unterbricht so das Sproßwachstum. Auf diese Weise kann die Larve verhindern, dass die Pflanzen die Wasseroberfläche erreichen. Weitere Informationen zu dem Tier sind auf der Seite der University of Florida zu finden. |
| Cricotopus ornatus | Dieser Blattminierer frisst an Seerosen. Die Blätter können völlig skelettiert werden. Besonders schwerwiegend ist der Befall bei kleinen Varietäten von Seerosen. |
Familie Sciaridae (Trauermücken)
Als Trauer- oder Pilzmücken werden verschiedene
Arten aus der Gattung Bradysia bezeichnet. Die Tiere sind bis etwa
6 mm groß und meist schwarz ("Trauer"-mücke). Die Weibchen legen
100 oder mehr Eier in der Nähe der Pflanze im Substrat ab. Die Larven
sind transparent mit einer schwarzen Kopfkapsel. Sie fressen junge Wurzeln
und manchmal auch Stängel. Oft treten zusätzlich Pilzinfektionen
an den befallenen Pflanzen auf ("Pilz"-mücke).
Zur Befallskontrolle werden gelbe oder blaue Leimtafeln
über den Pflanzen aufgehängt. Starker Befall ist leicht festzustellen,
da die Mücken beim Streichen durch den Bestand auffliegen. Sie sind
keine besonders ausdauernden und guten Flieger und "fallen" recht schnell
wieder zurück zwischen die Pflanzen.
| Bradysia sp.
Trauermücken
Trauermückenlarve mit typischer,
|
Trauermückenlarven verursachen ohne eine geeignete Bekämpfung große Schäden in Jungpflanzenbeständen von z. B. Alternanthera reineckii, Ceratopteris thalictroides, Glossostigma elatinoides, Micranthemum umbrosum und Hemianthus callitrichoides. Die Wurzeln werden angefressen und die Pflanzen sterben ab. Oft kommen noch Pilzinfektionen dazu, die durch die Frassstellen leicht in die Pflanzen eindringen können. |
Fliegen
Brachycera (Fliegen)
| Hydrellia balciunasi | Die Larven dieseer Bohrfliege (Ephydridae) aus Australien
fressen an submersen Hydrilla
verticilliata. Sie sind Blattminierer.
In Australien entwickeln sich 97% der Tiere an Hydrilla. 1988 wurde die Fliege nach Florida eingeführt um ihr Potential gegen die dort eingeschleppte Hydrilla verticiliata zu testen. Bei 27 °C und 16 Stunden Beleuchtung dauert die Entwicklung vom Ei bis zum fertigen Tier etwa 22 Tage. 27 Testpflanzen wurden den Tieren angeboten. Darunter waren Sagittaria sp., Elodea canadensis, Egeria densa, Vallisneria americana, 8 Potamogeton-Arten und Reis. Es wurden auf den meisten Pflanzen Eier abgelegt. Die Larven frassen sich aber nur in die Blättern von Hydrilla verticilliata, Potamogeton pusillus und P. crispus (Buckingham et al. 1991). |
| Hydrellia pakistanae | Wie die vorangegangene Art ist auch diese eine Minierfliege an Hydrilla. |
| Tarsonemidae sp.
Weichhautmilben
|
Weichhautmilben sind kleine elliptische, hellbraune bis weißliche Milben, deren Mundwerkzeuge deutlich sichtbar vom Rest des Körpers abgesetzt sind. Alle Arten zeigen Sexualdimorphismus. Ein Geschlechtsunterschied kann das Vorhandensein von hakenförmigen Klauen beim Männchen sein. Milben sind Spinnentiere und haben 8 Beine. |
| Tetranychus urticae
Gemeine Spinnmilbe Rote Spinne Weichhautmilben
Spinnmilben an Hydrocotyle verticiliata
|
Die Gemeine Spinnmilbe und die Rote Spinne gehören
zur Familie der Tetranychidae. Die Arten in diser Familie spinnen alle
Seidenfäden mit Drüsen an der Vorderseite des Körpers. Alle
Arten saugen in allen Entwicklundstadien an Pflanzen.
Diese Art ist sehr häufig, weit verbreitet und befällt sehr viele verschiedene Pflanzen. Die Tiere sind nur etwa 0,5 bis 0,6 mm groß und fallen darum nicht direkt auf. Sichtbar ist das Schadbild aus aus winzigen weißen Punkten, die durch die Saugtätigkeit an einzelnen Zellen entstehen. Die betroffenen Regionen trocknen aus und werden braun. Auffällig sind auch feine Gespinste, die die befallenen Pflanzenteile einhüllen. Die Rote Spinne ist eine kleine rotbraune Milbe, die sich ebenfalls mit Gespinsten ein eigenes Mikroklima schafft. |
Rote Spinne an Limnophila sessiliflora |
| Orthogalumna terebrantis | Eine Milbe, die Eichhornia crassipes schädigt. |
| Nematode | Wirtspflanze |
| Aphelenchoides fragariae | Das Erdbeerblattälchen befällt neben Erdbeeren auch Zier- und Wasserpflanzen. Der Befall tritt auch submers auf. |
| Meloidogyne sp.
Wurzelgallnematoden
Wurzelgallen an Echinodorus |
Wurzelgallnematoden befallen die Wurzeln und verursachen
durch Störungen des Hormonhaushaltes Wucherungen im Gewebe. Die so
entstehenden Gallen sind zwischen 1 mm und 2 cm groß. Die Nematoden
können durch ihre Saugtätigkeit Eintrittspforten für Pilze
schaffen.
Durch die Wucherungen werden die normalen Stoffwechselfunktionen der Wurzeln gestört. Dadurch kommt es zu Kümmerwuchs und Nährstoffmangelsymptomen bei den Pflanzen. Die Nematoden sind meist polyphag und befallen viele verschiedene Pflanzenarten. |
Echinodoren werden von Schnecken angefressen. |
Besonders die jungen Herzblätter weisen Frassspuren auf. Wenn sie vollständig entfaltet sind, zeigen sich oft merkwürdige Scherenschnittmuster. |
| Pilz | Wirtspflanze |
| Acremonium curvulum | befällt Myriophyllum spicatum |
| Acremonium zonatum
|
Der Pilz verursacht an Eichhornia crassipes lokale Blattflecken. Gelangt er durch Beschädigungen in das Pflanzengewebe verursacht er Fäulen. |
| Alternaria alternanthera | Alternaria sp. verursachen die Schwarz- oder Dürrfleckenkrankheit
an verschiedenen Zier und Nutzpflanzen. Zuerst treten an bodennahen Blättern
ringförmige, graue bis schwarze Flecken auf, die schnell einsinken
und eintrocknen. Später werden auch die oberen Blätter befallen.
Der Pilz überdauert in Laub und Fruchtresten des Vorjahres und infiziert
die folgende Pflanzengeneration vom Boden her durch aufwirbelnde Sporen.
Es werden vor allem geschwächte Pflanzen befallen.
Alternaria alternanthera befällt das "Aligator Weed" (Althernanthera philoxeroides). |
| Botrytis cinerea
Grauschimmel
Grauschimmel an Bacopa autralis
Mycel von Grauschimmel |
Der Grauschimmel hat einen sehr großen Wirtskreis.
In Gewächshäusern und im Freiland befällt er unter anderem
Erdbeeren, Begonien, Alpenveilchen, Geranien und Rosenblüten. An Blätter,
Blüten und Früchten bilden sich braune Faulstellen, die mit
grauem Hyphengeflechten überzogen sind. Die Pilzmycelien dringen in
das Gewebe ein und zerstören es. In den Konidienfäden entwickeln
sich zahlreiche Sporen, die zu neuen Infektionen führen.
Grauschimmel ist ein typischer Schwächepilz. Der Befall wird durch hohe Luftfeuchte und schlechtes Abtrocknen der Pflanzen begünstigt. Eine stark einseitige Stickstoffdüngung senkt die Widerstandkraft der Pflanzen. Kaliumbetonte Düngung wirkt der Infektion entgegen. |
| Cercospora echinodori
Blattfleckenkrankheit an Echinodorus
C. echinodori an E. schlüteri ´Leopard´
Gegen das Licht sind um die braunen
|
Blätter und Adventivpflanzen werden bereits in einem frühen Entwicklunsstadium infiziert. Es bilden sich zuerst chlorotische Aufhellungen und bräunliche Punkte in den Blattspreiten aus, die sich dann schnell zu flächigen braunen Flecken erweitern. Oft sind die Blätter deformiert und klein. Der Pilz kann bei starkem Befallsdruck durch die Blattstiele in das Herz der Pflanze wandern und sie abtöten. |
| Cercospora piaropi | Ein Blattfleckenerregern aus den USA, der an Wasserhyazinthen
Nekrosen verursacht. Der Pilz reduziert die Zahl der Blätter, die
Zahl der Pflanzen pro Quadratmeter Wasseroberfläche und das Frischgewicht.
Der Befall wird durch Fraßschäden von Neochetina eichhorniae und N. bruchi um das 7,5 bis 10-fache gesteigert. |
| Cercospora rodmanii | Dieser Pilz befällt die Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes). Im frühen Stadium bilden sich an den Blatträndern der Wasserhyazinthen winzige dunkle Punkte. Die Blätter beginnen von der Spitze her abzusterben. Nachwachsende Blätter bleiben klein. Die Wurzeln werden abgebaut. Wenn mehr Blätter absterben als nachwachsen, dann sinkt die Pflanze. |
| Colletotrichum gloeosporioides | Befällt Myriophyllum spicatum |
| Fusarium roseum ´culmorum´ | Eichhornia crassipes, Hydrilla sp. Ceratophyllum demersum,
Egeria densa, Vallisneria americana und Najas gudalupensis
Am stärksten wirkt ein bestimmter Stamm, der in den Niederlanden aus Hydrilla isoliert worden ist. An dieser Hydrilla war der Befall an Kopf- und Wurzelfäule zu erkennen. Isolate des selben Pilzes aus Ficus elastica (Gummibaum), Pistia stratiotes und aus der Wasserhyazinthe waren wirkungslos. Der Pilz verursacht eine Wurzelfäule. Nicht geschädigt wurden im Versuch Alternanthera philoxeroides, Nuphar luteum und Ruppia maritima. |
| Fusarium sporotrichoides | Myriophyllum spicatum
Verursacher von Chlorosen und Stängelflecken |
| Fusarium sp. Pythium sp. oder
Pythophtera sp. Stängelgrundfäule
Stängelgrundfäule durch Pilzbefall
|
Für die Stängelgrundfäule kommen eine
ganze Reihe von Pilzen in Frage, die in die Basis der Pflanzen eindringen
und Fäulen verursachen.
Die Fusarium-Arten werden teilweise in Formen unterteilt, die auf bestimmte Wirtspflanzen spezialisiert sind. Beispielsweise befällt Fusarium oxysporum f. sp. leucopersici nur Tomaten. Einige Fusarium-Arten produzieren Toxine, die zum Absterben der Wirtspflanzen führen. Die Gattung Phytophtera umfasst etwa 40 Arten, die meist einen sehr großen Wirtskreis haben. Allein die Art P. cactorum gefällt Pflanzen aus mindestens 154 verschiedenen Gattungen. P. cinnamomi lebt als Parasit an etwa 900 verschiedenen Pflanzenarten. Es werden Stängelgrund- und Wurzelfäulen verursacht. Die Gattung Pythium umfasst etwa 60 Arten, die Wurzeln, Speicherorgane oder Stängel befallen. Dabei verursachen sie Umfallkrankheiten, Schwarzbeinigkeit und wässrige Fäulen. Die Pilze an Aquarienpflanzen in Gärtnereien werden in der Regel nicht genau identifiziert, weil das für eine Bekämpfung nicht notwendig ist. Daher lassen sich die Pilze auch nicht eindeutig zuordnen. Eine Mischinfektion ist möglich. Ähnliche Schäden können durch den Befall mit Raupen auftreten, dann sind aber immer Kotkügelchen zu finden. |
| Myrothecium roridum | Anubias barteri, Cryptocoryne wendtii, Cryptocoryne albida,
Pistia stratiotes, Phyllanthus fluitans
tritt mur in emerser Kultur auf; bei Anubias auf Blättern und Blüten, bei den Cryptocorynen, Pistia und Phyllanthus auf den Blättern |
| Phytophtora sp. | Nymphaeae-Arten, Hydrilla sp. und andere
Der Pilz verursacht eine Kronen- und Stängelfäule. Die Blätter werden frühzeitig gelb, schwammig und beginnen zu riechen. Die Infektionsstellen können unter Wasser sein. Quelle:
|
| Pythium sp. | Hydrilla
Ob Pythium selbst Schaderreger oder nur ein sekundärer Parasit ist konnte bisher nicht geklärt werden. |
| Rhizoctonia solani | Myriophyllum
Der Pilz verursacht auch Fäule an Kartoffeln, und Zierpflanzen. Sehr häufig! |
| Rhizoctonia spec. | Bei Cryptocoryne wendtii verursacht der Pilz Fäulen an der Stängelbasis. Bei Javafarn bilden sich auf den Blättern braune Flecken, die eintrocknen. Das Isolat von M. pteropus war im Versuch nicht auf C. wendtii übertragbar. |
| Uredo eichhornia | Rostpilze verursachen im Anfangstadium an der Blattunterseite punktförmige, rostrote bis dunkelbraune, erhabene Pusteln. Dabei handelt es sich um die Sporenträger des Pilzes. Sie dehnen sich zu Ringen oder Flecken aus, während der Pilz der Planze Nährstoffe und Wasser entzieht. Das befallenen Gewebe stirbt ab. Uredo eichhornia befällt Wasserhyazinthen (Eichhornia crassipes). |
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