Die Gattungen Alisma, Baldellia und Caldesia -  Froschlöffel
Startseite


Alisma plantago-aquatica
Alisma lanceolatum
Alisma subcordatum
Baldellia ranunculoides
Caldesia parnassiifolia

Zur Gattung Alisma gehören etwa 10 Arten. Alle wachsen im oder am Wasser. Sie haben elliptische bis pfeilförmige Blätter. Die Gattung Beldellia ist nach dem italienischen Adeligen Bartolomea Bartoloni-Baldelli benannt. Auch sie wachsen im oder am Wasser. Es sind zwei Arten aus Europa und Nordafrika bekannt. Auch die Gattung Caldesia ist nach einem Italiener benannt. Ludovico Caldesi (1821-1884) war Botaniker. Caldesia parnassifolia kommt in Südeuropa, Nordafrika, Asien und auf Madagaskar, sowie in Australien vor. Es gibt zwei weitere Caldesia-Arten in Australien.
Alle drei Gattungen gehören zu den Alismatales und sind nahe mit den ähnlichen Echinodoren verwandt.
Alisma ist der lateinsiche Name für den Froschlöffel, den zum Beispiel schon Plinius verwendete. Baldellia ist nach einem Förderer der Wissenschaft, dem Italiener Bartolomeo Bartolini-Baldelli, und Caldesia ist zu Ehren des italenischen Botanikers Ludoviko Caldesi (1821 - 1884) benannt (Genaust 2005).
 
 
Gewöhnlicher Froschlöffel
Alisma plantago-aquatica 

Synonyme:
Alisma natans POLLICH 1777

Herkunft:
Eurasien, Afrika, Australien 

Aussehen: 
Die Pflanzen werden zwischen 30 und 100 cm hoch. Die Unterwasserblätter sind bandförmig. Die Luftblätter sind lang gestielt und breit lanzettlich bis schmal herzförmig. Sie sind sind bis 50 cm lang gestielt. Die Blattspreite wird bis 25 cm lang und 10 cm breit. Die etwa 1 cm großen, weißen, zwittrigen Blüten erscheinen zwischen Juli und September. Der Blütenstand kann bis zu 120 cm hoch werden.

Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               kein kalkhaltiger Boden

Licht:                halbschattig bis sonnig

Sonstiges:
Der Gemeine Froschlöffel kann in bis zu 20 cm tiefem Wasser oder nahe am Gewässerrand kultiviert werden. Man findet ihn an schlammigen, nährstoffreichen Gewässern.
Die Pflanzen vermehren sich problemlos durch Aussaat selbst, bzw. lassen sich durch Teilung vermehren.
 

Der verzweigte Blütenstand überragt 
die Blätter.

Die Früchte sehen aus wie kleine Igel.

Seitenanfang



 
 
 
 
Amerikanischer Froschlöffel
Alisma subcordatum Rafinesque

Synonyme:
Alisma parviflora Pursh

Herkunft:
Eurasien, Afrika, Australien 

Aussehen: 
Die Blätter sind kräftig, steif und gestielt. Die Spreiten sind fast rund und haben einen Durchmesser von 10 bis 20 cm. Der Blütenstand überragt die Blätte rund wird etwa 60 cm hoch. Die einzelnen Blüten sind weiß. Sie haben sechs Staubblätter.

Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               kein kalkhaltiger Boden

Licht:                halbschattig bis sonnig

Sonstiges:
Diese Art bevorzugt feuchte Standorte und kann auch in flachem Wasser gut gedeihen. Die Vermehrung aus Samen ist sehr effektiv. 
 
 

Links Blüte und rechts Früchte

Nährstoffmanel erhöht die Anfälligkeit gegen Pilzbefall. 

Die Blätter sind fast rund.

Die Blütenstände überragen das Laub.

Seitenanfang



 
 
 
 
Lanzettblättriger Froschlöffel
Alisma lanceolatum

Synonyme:
 

Herkunft:
Eurasien, Afrika, nach Australien eingeschleppt

Aussehen: 
Die Blätter sind lang gestielt und lanzettlich. Die Blattspreite ist zwischen 4 und 20 cm lang und 2 bis 6 cm breit. Der Blütenstand kann bis 100 cm hoch werden. Die Blüten sind weiß oder rosafarbenen. Sie erscheinen im Juni und Juli. 

Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          leicht sauer

Härte:               kein kalkhaltiger Boden

Licht:                sonnig bis halbschattig

Sonstiges:
Die Art wurde in Australien eingeschleppt und ist ein Unkraut in Reisfelder im im südwestlichen New South Wales.


Seitenanfang


Igelschlauch
Baldellia ranunculoides

Synonyme:
-

Herkunft:
Europa und Nordwestafrika 

Aussehen: 
Die Pflanzen werden etwa 20 cm hoch. Die Blätter sind langgestielt mit 2 bis 4 cm langen Spreiten. Sie sind schmal lanzettlich bis elliptisch. Die Blattspitze kann rund oder spitz sein. Die etwa 1 cm großen, weißen Blüten erscheinen zwischen Juli und Oktober. Sie haben 6 Perianth- und 6 Fruchtblätter. An einem Samenstand können zwischen 15 und 45 Nüsschen sitzen. 

Temperatur:      Pflanze nicht immer winterhart, Samen überdauern

pH-Wert:          -

Härte:               -

Licht:                sonnig bis halbschattig

Sonstiges:
Die Pflanzen wachsen gerne in bis zu 5 cm tiefem Wasser. Bei einem Wasserstand ab etwa 40 cm kommen sie nicht mehr zur Blüte. Die Pflanzen erfieren z.T. im Winter. Es bilden sich aber in der Regel zahlreiche Jungpflanzen aus Samen.
Die Unterart ssp. repens treibt der Blütenstandstiel an den Knoten Wurzeln und Laubblätter.



Seitenanfang

Herzlöffel
Caldesia parnassiifolia (BASSI) PARL.

Synonyme:
-

Herkunft:
Mittel- und Osteuropa, Ägypten, Asien, Nordaustralien, Madagaskar

Aussehen: 
Die Pflanzen werden zwischen 30 und 70 cm hoch. Die Unterwasserblätter sind bandförmig, 3 bis 30 cm lang und 1 bis 5 mm breit. Danach werden ovale Schwimmblätter mit herzförmiger Basis gebildet. Sie haben eine Länge von 3 bis 8 cm und eine Breite von 2 bis 6 cm. Der Blütenstand wird 20 bis 90 cm hoch. Die 5 bis 7 mm großen, weißen, zwittrigen Blüten erscheinen zwischen Mai und August. Zusätzlich werden 5 bis 50 cm lange senkrechte oder waagerechte Stängel gebildet an deren Knoten sich jeweils drei Winterknospen (Turonien) bilden.

Temperatur:     bedingt winterhart

pH-Wert:           6,5-8,0

Härte:                -

Licht:                sonnig bis halbschattig

Sonstiges:
Die Pflanzen können einzeln oder in Gruppen am Teichrand in Wassertiefen von etwa 20 bis 30 cm gepflanzt werden. Sie blühen nur bei hohen Sommertemperaturen. Die Vermehrung erfolgt durch die Winterknospen, die im Herbst abfallen. 
Im tropischen Australien (Queensland, Westaustralia und Northern Territory) kommt Caldesia oligococca vor.


Seitenanfang



 

Literatur zu Alisma und Baldellia:

H. Lyr, H Streitberg (1955): Die Verbreitung von Hydropoten in verschiedenen Verwandtschaftskreisen der Wasserpflanzen.- Wissenschaftliche Zeitschrift der Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg 4, 471-483

G. Eggers (1987): Baldella ranunculoides (L.) Parlatore.- Aqua Planta 4-87, 133-136

U. Stichmann-Marny (Hersg.), E. Kretschmar (1994): Der neue Kosmos Tier- und Pflanzenführer.- Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart

D. Aidele, M. Golte-Bechtle (1997): Das neue Was blüht denn da?- 56. völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Kosmos Naturführer, Stuttgart

A. Gutjahr (1999): Ein Hauch von Nordamerika am Gartenteich.- Aquaristik aktuell 7-8/99, 42-43

C. Kasselmann (1999): Aquarienpflanzen.- 2. Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

E. Schuster (2000): Sumpf- und Wasserpflanzen - Eigenschaften - Ansprüche - Verwendung.- 3. Auflage, Parey Verlag, Berlin

H.W. Ludwig (2003). Tiere und Pflanzen unserer Gewässer.- BLV Verlagsgesellschaft mbH München, Wien, Zürich

G.R. Sainty, S.W.L. Jacobs (2003): Waterplants in Australia.- Royal Botanical Gardens Sydney, Sainty and Associates Pty Ltd.

H. Genaust (2005): Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen.- genehmigte Lizenzausgabe, Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Hamburg

H.W. E. van Bruggen (2009): Baldellia, der Igelschlauch.- Aqua Planta 4-2009, 124-129 



(c) Wilstermann-Hildebrand 2010