Gattung Myriophyllum - Tausendblätter



Besuchen Sie uns bei Facebook.

digg.comLinkarenafavoriten.degoogledel.icio.usMr. WongFolkd



Die Gattung gehört wie
Proserpinaca zu den Haloragaceae (Seebeerengewächse). Die Gattung ist unübersichtlich und die Unterscheidung der Arten schwierig. Einige Quellen gehen von 35 Arten weltweit aus (Flora of China). Andere schätzen die Gesamtzahl auf etwa 60 und geben allein für Australien 36 an (Orchard). Es werden auch immer wieder neue Arten beschrieben. 11 Arten soll es in China geben, 13 in den USA und 4 in Deutschland. Myriophyllum spicatum kommt so gut wie überall vor. Im Handel findet man die meisten Tausenblätter und zwei oder mehr verschiedenen Namen.

wissenschaftliche Name
Handelsbezeichnungen und Synonyme
Myriophyllum alterniflorum
Myriophyllum aquaticum
Myriophyllum dicoccum
Myriophyllum heterophyllum
Myriophyllum hippuroides
Myriophyllum mattogrossense
Myriophyllum mezianum
Myriophyllum pinnatum
Myriophyllum simulans
Myriophyllum spicatum
M.yriophyllum tetrandrum Roxburgh 1820
Myriophyllum tuberculatum
Myriophyllum ussuriense (Regel) Maximowicz 1974
Myriophyllum verticillatum

Myriophyllum brasiliense = M. aquaticum
Myriophyllum proserpinacoides = M. aquaticum
Myriophyllum scabratum = M. pinnatum
Myriophyllum propinquum = M. simulans
Myriophyllum variifolium = M. simulans
Myriophyllum indicumWallich non Roxburgh = M. tetrandrum
Myriophyllum indicum Griffith = M. tuberculatum
Myriophyllum tetrandrum Graham = M. tuberculatum
Myriophyllum spathulatum Blatt. & Hallbl. = Myriophyllum tuberculatum
Myriophyllum verticillatum Linné var. ussuriense Regel 1861 = M. ussuriense


Biologie:

Tausenblätter sind ein- oder mehrjährige, krautige Pflanzen. Sie wachsen emers an feuchten Stellen oder in stehenden oder langsam fließenden Gewässern in Wassertiefen von bis zu 17 Metern, wenn das Wasser klar genug ist und das Licht ausreicht.
Einige Arten sind einhäusig mit männlichen und weiblichen - zum Teil auch zwittrigen - Blüten auf einer Pflanze (M. spicatum), andere sind zweihäusig mit männlichen und weiblichen Pflanzen (M. aquaticum). Die sitzenden Blätter sind in Quirlen, wechselständig oder gegenständig. Unterwasser und Überwasserblätter unterscheiden sich stark. Die Blattspreiten sind linear, lanzettlich oder nadelförmig und haben über Wasser glatte bis gesägte Ränder. Submerse Blätter sind mehr oder weniger fein, kammförmig gespalten. Die Stängel können bis zu 12 Meter lang werden und wachsen vom Grund der Gewässer bis zur Wasseroberfläche. Die Blüten wachsen außerhalb des Wassers an der unbelaubten Triebspitze in Quirlen oder einzeln in den Achseln der oberen Blätter.

Bestimmung:

Einen vollständigen Bestimmungsschlüssel für die Gattung gibt es nicht. Es werden immer wieder neue Arten beschrieben, die aus Komplexen mit ähnlichen Arten oder Fundortvarianten herausgezogen werden. Genanalysen scheinen wegen der Variabilität der Pflanzen der einzige Weg für eine sichere Bestimmung zu sein. Das Bild zeigt Einzelblätter von verschiedenen Tausendblättern aus dem Handel. 

 

Blattformen verschiedener Arten

A) M. dicoccum B) M. pinnatum C) M. mattogrossense
D) emerses Blatt von M. aquaticum  E) Submerses Blatt von M. aquaticum

 


Seitenanfang


Wechselblütiges Tausendblatt

Myriophyllum alterniflorum De Condolle 1815

Synonyme:
 

Herkunft:
Nord-, West- und Mitteleuropa, Nordamerika, Zentralasien

Aussehen: 
Die Triebe werden 0,5 bis 2 m lang. Der Stängel ist ohne deutliche Rotfärbung. Drüsen findet man ausschließlich am Ende der Blattfiedern und am Blattgrund. Die Spreiten der Fiederblättchen sind ohne Drüsen. Die Blätter stehen in drei- bis vierzähligen Quirlen. Das Blatt hat 8 bis maximal 18 Fiederblättchen.
Die Pflanzen sind einhäusig mit getrenntgeschlechtigen Blüten. Selten treten zwittrige Blüten auf. Namensgebend ist die wechsel- oder gegenständige Anordnung der männlichen Blüten an der Spitze der 0,5 bis 12 cm langen Ähre. Ihre Kronblätter sind 1,5 bis 2 mm lang. Sie enthalten lediglich acht Staubblätter. Die weiblichen Blüten sitzen in Quirlen unten am Blütenstand. Ihre Narben sind hell rot. Am Blütenstand sind Hochblätter mit glatten bis gesägten Rändern. Die Frucht besteht aus vier Kammern.
Die Pflanzen werden vom Wind bestäubt und die Samen vom Wasser verbreitet.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14


Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          k. A.

Härte:               kalkarmes Wasser

Licht:                k. A.

Sonstiges:
Eine Teichpflanze, die sich nicht für das tropische Aquarium eignet.
In der Natur wachsen die Pflanzen in langsam strömendem oder stehenden Wasser in Tiefe von 0,2 bis 3 m. Hauptsächlich stehen sie auf Sand und Kies. Das Wasser ist weich und enthält wenig Calcium und Magnesium.

 

Seitenanfang



 
 
 

Gewöhnliches Tausendblatt,  Parrot Feather

Myriophyllum aquaticum (Velloso) Verdcourt 1973

Synonyme:
Myriophyllum proserpinacoides
Myriophyllum brasiliensis Cambess.
Enydria aquatica = Myriophyllum brasilicum Cambess*

Handelsbezeichnungen:
Als Myriophyllum elatinoides Gaudichaud-Beaupré 1825 wurden männliche Pflanzen von M. aquatica in den Handel eingeführt.  M. aquaticum wird teilweise unter dem Namen M. proserpinacoides für die Teichkultur angeboten.

Herkunft:
Südamerika, südliches Nordamerika und Australien

Aussehen: 
Die Stängel werden bis 1,5 m lang und 1 bis 6 mm dick. Die Blätter in 4 bis 6-zähligen Quirlen angeordnet. Die Spreiten sind bis 5 cm lang. Jedes in 10 bis 20 feine Segmente geteilt. Bei starkem Licht werden die Triebspitzen rötlich.

Temperatur:      18-30 °C

pH-Wert:          5,0-7,0

Härte:               2-12 °KH

Licht:                viel

Sonstiges:
Die Pflanzen sind in der Aquarienkultur etwas anspruchsvoller. Bei "M. elatinoides" soll es sich
laut Kasselmann 2010 um männliches M. aquaticum handeln. Tatsächlich unterschieden sich unsere "M. elantinoides" nicht von M. aquaticum. Ob das bei Pflanzen aus anderer Herkunft ebenso ist, kann ich nicht sagen.

emerse Triebesubmerses Blatt

Emerse Triebe und ein submerses Blatt von "M. elatinoides".


Sumpfkultur

Emerse Form des Tausendblattes

Unterwasseform

Bei der Unterwasserform sind 
die Blätter feiner ("M. brasiliensis").

Myriophyllum aquaticum männlich?

Die unteren Blattsegemente sind so lang,
dass sie fast bis zur Blattspitze reichen ("M. elatinoides").

Seitenanfang

Tausendblatt

Myriophyllum dicoccum F. Mueller 1859

Synonyme:
-

Herkunft:
Australien

Aussehen: 
Über Wasser sind die Blätter dunkel grün und in 2 bis 6-zähligen Quirlen angeordnet. Sie sind bis zu 3 cm lang und 2 mm breit breit. Die Ränder sind gezähnt. Unter Wasser sind die Blätter hell grün, fein gefiedert. Die Spreiten sind bis 4 cm lang und haben etwa 8 gebogene Segmente auf jeder Seite der Mittelader. Die Blätter sind wechselständig oder in Quirlen angeordnet. Die Stängel sind rötlich.
Die Früchte, die aus zwittrigen Blüten hervorgehen haben vier Kammern und die aus rein weiblichen Blüten nur zwei. Dadurch wird die Art von M. humile unterschieden, das immer vierkammerige Früchte hat. Genetisch sind die zwei Arten deutlich getrennt.

Temperatur:     18-25 °C

pH-Wert:          6,0-7,2

Härte:               2-12 °KH

Licht:                viel bis sehr viel

Sonstiges:
Die Pflanzen sind nicht sehr anspruchsvoll. Bei Nährstoffmangel werden die Blätter an den Triebspitzen kleiner.
Dieses Tausendblatt wird / wurden von Oriental Aquarium Singapur gehandelt. Es ist bei uns kaum bekannt.

Die Pflanzen der Erstbeschreibung fand man "In lakes, rivers and lagoons towards the Gulf of Carpentaria".

M. dicoccum

Myriophyllum dicoccum

Blätter von Myriophyllum-Arten

Bild A zeigt ein Blatt von M. dicoccum


Seitenanfang


Verschiedenblättriges Tausendblatt

Myriophyllum heterophyllum Micheaux 1803

Synonyme:
keine

Herkunft:
Südöstliches Nordamerika, in Europa als Neophyt

Aussehen: 
Die Triebe werden bis zu 10 m lang. Die Unterwasserblätter sind in 4- bis 5-, selten 6-zähligen Quirlen. sie sind kammförmig und werden nis zu 5 cm lang. Die Fiederblättchen sind auf der gesamten Spreite mit Drüsen besetzt. Die Endfieder des Blattes ist von der Basis zur Spitze hin kontinuierlich verschmälert. Höchstens nahe der Basis ist sie etwas parallelrandig, aber nie in der oberen Hälfte breiter als in der unteren.  Die Triebspitzen mit den Blüten wachsen 10 bis 30 cm hoch aus dem Wasser. Die Blüten sind in Ähren an der Spitze der Triebe. Die weiblichen Blüten sind unten
Die männlichen Blüte sitzen oben. Sie haben je 4 kurze, weißlichgrüne Kelchblätter, weißliche Kronblätter und kurzgesteilte Staubblätter. In der Mitte der Ähre sind einige zwittrige Blüten. Im unteren Bereich sind nur weibliche Blüten. Auffällig sind die 4 roten Narben. Die Kronblätter sind 1,5 bis 3 mm groß.
Die Pflanzen bilden keine Winterknospen (Turionen).


Temperatur:      winterhart, optimales Wachstum bei 20 - 25 °C

pH-Wert:          -

Härte:               -

Licht:                viel bis sehr viel

Sonstiges:
In der Natur findet man sie in mesotrophen, stehenden oder langsam fließenden Gewässern. Bei klarem Wasser kann dieses Tausendblatt bis in 10 m Tiefe gefunden werden.

 

Seitenanfang


  
 

Tausendblatt

Myriophyllum hippuroides Nuttall ex Torrey & A. Gray 1840

Synonyme:
-

Herkunft:
USA, Mexiko

Aussehen: 
Die Stängel werden bis zu einem Meter lang. Sie gehen aus einem kriechenden Rhizom hervor. Unter Wasser sind die Blätter hell grün, fein gefiedert. Sie sind in 4-bis 6- zähligen Quirlen angeordnet. Die Spreiten sind bis 5 cm lang und haben 6 bis 10 Segmente auf jeder Seite der Mittelader. Die Blätter sind gelblich grün und werden bei starkem Licht vor allem an den Triebspitzen rotlich braun. Die emersen Blätter sind etwa 2,5 cm lang, linealisch bis lanzettlich, mit gezähntem oder glattem Rand. 

Temperatur:     18-28 °C

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               2-15 °KH

Licht:                viel

Sonstiges:
Unter dem Namen war laut Kasselmann (2010) lange das rote M. tuberculatum bekannt. Die hier abgebildete Pflanze stammt von Oriental Aquarium Singapur. Sie scheint nicht mit den heute im Handel erhältlichen M. hippuroides identisch zu sein. Unter dem Namen findet mans sowohl rote als auch grüne Tausendbätter bei verschiedenen Anbietern.

submerses M. hippuroides

Unterwasserform

einzelner Trieb


Seitenanfang


Matto-Grosso Tausendblatt

Myriophyllum mattogrossense HOEHNE 1915

Synonyme:
keine
Der Name wird im Handel manchmal fälschlich für das Rote Tausendblatt Myriophyllum tuberculatum verwendet.

Herkunft:
Ecuador, Brasilien, Peru

Aussehen: 
Diese hell grüne Stängelpflanze hat 3 bis 3,5 cm lange, feinfiedrige Blätter. Auf jeder Seite der Mittelader befinden sich 7 bis 10 feine Segmente. Die Spreiten sind lanzettlich. Die Blätter sind in 3 bis 4-zähligen Quirlen angeordnet. Der Stängel wird 30 bis 60 cm lang. 

Temperatur:     22-28 °C

pH-Wert:         6,0-7,2

Härte:               4-15 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Wasserwerte von einem Fundort in Ekuador (RioYanayuka):
Temperatur: 25°C; pH-Wert: 6,8; GH: < 1; KH 2-3; Leitwert: 50 µS/cm.

M. mattogrossense

Dieses Tausenblatt hat große, hellgrüne
Blattquirle.

Triebe

Die einzelnen Blätter sind kammförmig
gefiedert.

Seitenanfang


   

Magagassisches Tausendblatt, Mez´ Tausendblatt

Myriophyllum mezianum Schindler1905

Synonyme:
-

Herkunft:
Madagaskar

Aussehen:
Bei der Überwasserform sind die Blätter kreuzgegenständig oder wechselständig. Die Spreiten sind ca. 0,5 bis 1 cm lang, 0,4 bis 0,5 cm breit, lanzettlich und kammförmig gefiedert mit 3 bis 7 Fiedern. Der Stängel ist drehrund. Blätter und Stängel sind hell grün. Unter Wasser sind die Blätter sehr fein gefiedert und oliv bis rötlich braun. Sie stehen wechselständig oder in 3- bis 4-zähligen Scheinquirlen. Die Spreiten sind bis zu 2 cm lang und in etwa 7 bis 9 haarfeine Segmente geteilt. Die Stängel werden zwischen 10 und 30 cm lang. Die Pflanzen sind einhäusig. Die weiblichen Blüten sind unten in der Ähre. Sie haben 2 behharte Narben. Die männlichen Blüten ahben nur einen Staubbeutel und zwei schmale Kronblätter. 

Temperatur:     25 - 28 °C 

pH-Wert:          unter 7

Härte:               sehr weich bis weich

Licht:                mittel bis viel 

Sonstiges:
Die Pflanze wurde 2008 von Tropica als Neuheit auf der Interzoo vorgestellt. Sie galt als anspruchslos und einfach in der Kultur. Es hat sich aber gezeigt, dass sie sich nur langsam auf die Unterwasserkultur umstellt und nur sehr langsam wächst.
Die Kultur gelingt am Besten in weichem, sauerem Wasser mit Kohlendioxiddüngung.

emerses M. mezianumDetail

Aufsicht auf einen emersen Topf mit dem Madagassischen Tausendblatt 
und Nahaufnahme einzelner Triebe mit Blütenknospen.

emerses M. mezianum in einem Becken

An den Seiten steht hier die 
Überwasserform des Tausendblattes. 
Es hält an den feinen Blättern zahlreiche 
Luftblasen. Im Hintergrund steht die 
Überwasserform von 
Nesaea pedicellata und im Vordergrund 
die dazu gehörige Unterwasserform. 

submerses M. mezianum

Unterwasserform

Seitenanfang

  
 

Rotstängeliges Tausendblatt

Myriophyllum pinnatum (Walter) Britton, Stern & Poggenburg 1888

Synonyme:

Potamogeton pinnatum Walter 1788
Myriophyllum
scrabratum Michaux.

Herkunft:
östliche USA

Aussehen: 
Die Blätter sind in sehr feine Segmente zerteilt. Sie sind in Pseudoquirlen angeordnet bei denen oft ein Blatt etwas höher ist als die anderen. In der Natur werden die Stängel bis zu 2 m lang. Die Blätter sind unter Wasser bis zu 4 cm lang und haben 20 haarfeine Fiederpaare. Im Aquarium bleiben die Blätter kleiner (2-3 cm) und habe weniger Fiedern. Die Stängel sind rötlich braun.
Die emersen Blätter sind linealisch, 1 bis 1,7 cm lang, kammförmig geteilt, mit 8 bis 12 ca. 3 mm langen Segmenten. Die Pflanzen sind einhäusig. Zwittrige Blüten kommen vor. Die männlcihen Blüten haben 4 kleine Kelchblätter, 4 weieße bis rote Kronblätter und 4 Staubblätter. Die weiblichen Blüten haben vier rosa Narben mit weißen Haaren.

Temperatur:      18-25 °C    

pH-Wert:          6,5-7,5

Härte:               4-15 °KH

Licht:                viel bis sehr viel

Sonstiges:
Die Pflanzen kommen auf Kuba und im Süden der USA vor. Sie ist im Aquarium schwierig zu kultivieren. Zu hohe Temperaturen sind ungünstig. Die Pflanzen auf dem Foto wurden bei 22 °C in einer Mischung aus viel Regen- und wenig Leitungswasser gepflegt. Unter den Bedingungen wuchsen sie sehr schnell.
Am Teich kommen die Pflanzen im Sommer zur Blüte.

 

Bestand im Aquarium

M. pinnatum im Aquarium

Unterwasserform

Unterwasserform

Seitenanfang

Täuschendes Tausendblatt

Myriophyllum simulans ORCHARD 1986

Synonyme/Handelsbezeichnungen:
Myriophyllum propinquum (eine andere Art aus Neuseeland)
Myriophyllum variifolium

Herkunft:
östliches Australien

Aussehen: 
Die Stängel werden bis 40 cm lang. Die Blätter in 4 bis 5-zähligen Quirlen angeordnet. Sie sind 2 bis 3 cm lang und kammförmig gefiedert. Sie haben 2 bis 12 fadenförmige Segmente. Die Überwasserblätter sind nadelartig, drehrund und in 3- bis 5-zähligen Quirlen. Sie sind etwa 2 bis 3,5 cm lang. Die männlichen Blüten sind oben in der Ähre, die weiblichen unten. Die männlichen Blüten haben je vier Kelch- und Kronblätter. Sie heben 8 Staubblätter. Die weiblichen Blüten bestehen nur aus 4 Griffeln mit Narben. 

Temperatur:      20 - 28 °C

pH-Wert:          k. A. 

Härte:               weiches bis mittelhartes Wasser

Licht:                viel bis sehr viel

Sonstiges:
Mit steigendem Lichtangebot steigt der auch der Nährstoffbedarf. Oft treten in Starklichtbecken darum Nährstoffmangelsymptome auf.

Die hier abgebildeten Pflanzen wurden wahrscheinlich 1983 von P.J. van der Vlugt aus Australien nach Europa eingeführt und gelangten auch in den botanischen Garten Göttingen. Ursprünglich wurden sie als Myriophyllum propinquum bezeichnet. 1986 wurde von A.E. Orchard ein Tausendblatt als Myriophyllum simulans neu beschrieben. Ein Aquarium-Myriophyllum aus Australien wurde daraufhin neu untersucht und dieser neuen Art zugerechnet. 2011 wurde von Moody eine neue Art - M. jacobsii - beschrieben. Sie wurde nach Genanalysen aus dem Formenkreis von M. simulans herausgelöst. Ein Unterscheidungsmerkmal ist die Länge der emersen Blätter. Bei M. simulans sind sie 5 bis 18 mm lang und bei M. jacobsii 15 bis 36 mm. Auch
Die Unterscheidung der verschiedenen Arten ist schwierig. Möglicherweise handelt es sich bei dem M. simulans aus Göttingen um M. jacobsii. Es ist aber nicht sicher, dass die als M. simulans bekannte Aquarienpflanze damit identisch ist. Ebenfalls schwer nachzuvollziehen ist, ob es sich bei den als M. simulans angebotenen Pflanzen immer um die selbe Art handelt.


emerses M. simulans

Myriophyllum simulans
im 

Botanischen Garten Göttingen

Triebe

Die Überwasserfrom hat 
nadelfömige Blätter.


Seitenanfang

Ähren-Tausendblatt, Eurasisches Tausendblatt, Eurasian Milfoil

Myriophyllum spicatum

Synonyme:
 

Herkunft:
Europa, Asien, Afrika, in Australien und Nordamerika eingeschleppt

Aussehen: 
Die Stiele werden normalerweise zwischen 1 und 4 Meter lang. Aus dem westlichen Hymalaya sind aber Funde mit bis 12 m langen Stängeln bekannt. Die Quirle haben meist 4 Blätter. Es können aber 2 bis 6 sein. Die Blätter sind 2 bis 3,5 cm lang. Die einzelnen Blättchen haben 14 - 24 Fiederblättchen. Die Stängel sind oft deutlich rot gefärbt. Die Pflanzen sind insgesamt sehr kräftig. Es gibt Drüsen am Ende der Fiedern und an deren Basis. Die Spreiten der Fiederblättchen sind aber ohne Drüsen.
Die Blüten sind rosa und zwittrig. Sie haben je vier Kelch- und Kronblätter und acht Narben. Sie sitzen in Viergruppen an den blattlosen Knoten der Triebspitzen. Die Früchte sind Nüsschen.

Temperatur:      winterhart, 0 - 20 °C

pH-Wert:          -

Härte:               -

Licht:                viel bis sehr viel

Sonstiges:
Eine Teichpflanze, die sich nicht für das tropische Aquarium eignet.
In der Natur wachsen die Pflanzen bis in eine Wassertiefe von 17 Metern. Sie sind bei uns heimisch.

Die Pflanze verursacht in den USA Probleme, weil sie sich ungehindert ausbreitet. Sie wird von Karpfenfischen nicht bevorzugt gefressen und vermehrt sich stark. Zur Bekämpfung werden Herbizide (Unkrautvernichter) in den Gewässern eingesetzt. Die Bekämpfung kostet jährlich mehrere Millionen Dollar.

blühender Trieb weibliche Blüten

Blüten von Myriophyllum spicatum

Unterwasseraufnahme

Unterwasseraufnahme

im Teich

Myriophyllum spicatum in einem 
flachen Teich.

 

Seitenanfang

Rotes Tausendblatt

Myriophyllum tuberculatum ROXBURGH 1820

Synonyme:
Myriophyllum tetrandrum GRAHAM
Myriophyllum indicum GRIFFITH
Myriophyllum spatulatum BLATT. & HALLBL.

Herkunft:
Indien, Pakistan, Indonesien

Aussehen: 
Die Stängel werden bis 2 m lang und 1 mm dick. Die Blätter in 4 bis 7-zähligen Quirlen angeordnet. Die Spreiten sind 2 bis 5 cm lang. Sie sind bei der Unterwasserform in haarfeine Segmente zerteilt. Über Wasser sind die Blätter lanzettlich und haben gesägte Blattränder. Die gesamte Pflanze ist oliv grün bis braunrot gefärbt. Die Narben sind rosa.

Temperatur:      22-28 °C

pH-Wert:          5,5-7,0

Härte:               0-8 °KH

Licht:                viel bis sehr viel

Sonstiges:
Die Pflanzen bevorzugen leicht saures, weiches Wasser. Eine zusätzliche Kohlendioxiddüngung kann das Wachstum verbessern.

emerse BlätterBlüten

Die emersen Blätter sind nicht so fein gefiedert. Rechts ein blühender Trieb.
Unten sind die rosafarbenen Narben der weiblichen Blüten zu sehen und oben die gelben Staubbeutel.

Diese Pflanzen werden unterverschiedenen Namen im Handel angeboten.
submers
Die Unterwasserform hat 
sehr fein geschlitzte Blätter.

mit P. perfoliatus

Die feinen dunklen Blätter bilden 
einen schöner Kontrast zu den hellen 
Blättern von Potamogeton perfoliatus.

Seitenanfang


Quirl-Tausendblatt

Myriophyllum vercillatum L.

Synonyme:
 -

Herkunft:
Europa

Aussehen: 
Die Tragblätter der Blüten sind kammförmig gefiedert. Alle Fiederblätter sind in 5- oder 6-zähligen Quirlen. Die Fiederblättchen sind auf der gesamten Spreite mit Drüsen besetzt. Die Endfieder des Blattes ist mittig breiter als an der Basis oder von der Basis aus teilweise etwas parallelrandig und nicht auf der gesamten Länge gleichmäßig schmaler werdend. Die Triebe sind grün, selten etwas rötlich. Die Art bildet Turionen zur Überwinterung.
 

Temperatur:      winterhart

pH-Wert:          -

Härte:               -

Licht:                viel bis sehr viel

Sonstiges:
Eine Teichpflanze, die sich nicht für das tropische Aquarium eignet.

 

Seitenanfang


Literatur:

A. Micheaux (1803): Flora Boreali-Americana 2, 191

De Condolle (1815): Famille des Onagraires.- Flore Francaise, ou Descriptions Succinctes de Toutes les Plantes qui Croissent Naturellement en France, 3 Edition, 6, 529

C. Gaudichaud-Beaupré (1825): Annales des Sciences Naturelles 5, 105

J. Velloso & A. Senefelder (1827): Index Methodicus.- Flora fluminensis 11(1), 15

Torrey & Gray (1840): A Flora of North America.- 1, 530

F. Mueller (1859): Transactions and Proceedings of the Philosophical Institute of Victoria 3

A.K. Schindler (1905): Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. Leipzig, xxxiv. Beibl. lxxix. 47 und in Engl. Pflanzenreich, Heft 23 Halorrh.104

Hoehne (1915): Relatório, Commissão das Linhas Telegráficas Estratégicas de Matto Grosso ao Amazonas. Annexo 5, Bot. pt. 6: 58, pl. 127

A. Wendt (1949): Die Behandlung der Myriophyllum-Arten im Aquarium.- Datz 1949/11, 188

H. Lyr, H Streitberg (1955): Die Verbreitung von Hydropoten in verschiedenen Verwandtschaftskreisen der Wasserpflanzen.- Wissenschaftliche Zeitschrift der Martin-Luther-Universität, Halle-Wittenberg 4, 471-483

A. Wendt (1955): Bem. über Myriophyllum prismatum.- DATZ 1955/4, 93

A. Wendt (1955): Myriophyllum hippuroides blüht.- DATZ 1955/10, 266

G. Brünner (1962): Myriophyllum im Tropenaquarium.- DATZ 1962/1, 16

G. Brünner (1968): Ein “Rotes” Tausenblatt.- DATZ 1968/12, 376

B. Verdcourt (1973): Kew Bulletin 28 (1), 36

K. Paffrath (1977): Ein rotes Myriophyllum.- DATZ 1977/2, 56

K. Paffrath (1975): Das Brasilianische Tausendblatt, Myriophyllum aquaticum.- DATZ 1975/12, 416

K. Paffrath (1978): Myriophyllum scabratum.- DATZ 1978/12, 416

G. Beyer (1978): Myriophyllum spicatum Linné - eine Kaltwasserpflanze für unser Tropenbecken.- Aqua-Planta 2-78, 3

A. E. Orchard (1986): Myriophyllum (Haloragaceae) in Australia 2. The Australian Species.- Brunonia 8(2), 173 - 291

G. Follmann, B. Sonnberger (1986): Das Verschiedenblättrige Tausensblatt, Myriophyllum heterophyllum Michaux (Haloragacae), im Stadtgebiet von Köln (NRW).- Aqua Planta 2-86, 84-85

P.J. van der Vlugt (1987): Myriophyllum propinquum A. Cunningham.- Aqua Planta 1-87, 3-6

Leo van den Berkmortel (1989): Myriophyllum hippuroides Torr. & Gray.- Übersetzung von H.W.E. van Bruggen, Aqua Planta 3-89, 104-105

K. Paffrath (1990): Pflanzenportrait: Das Rote Tausendblatt, Myriophyllum mattogrossense Hoehne, 1915.- Das Aquarium 24(1), 28-29

P.J. van der Vlugt (1992): Myriophyllum aquaticum (Vellozo) Verdcourt.- DATZ 45(7), 463-465

C. Kasselmann (1992): Myriophyllum mattogrossense Hoehne.- DATZ 45(11), 712-715

R. Kaminski (1993): Tausendblätter, Myriophyllum, in Aquarien und natürlichen Standorten Europas. Teil 1: Einfache Identifizierungsverfahren von Tausendblättern der natürlichen Standorte in Deutschland.- Das Aquarium 27 (5), 16-19

R. Kaminski (1993): Tausendblätter, Myriophyllum, aus tropischen und subtropischen Gebieten. Teil 2: Kultur in Aquarien.- Das Aquarium 27(8), 19-22

M. Sarika-Hatzinikolaou, L. Koumpli-Sovantzi, A. Yannitsaros (1994): Myriophyllum alterniflorum DC. (Haloragaceae), a New Record for the Greek Flora.- Phyton (Horn, Austria), Vol. 34 Fasc. 2,  243-246 

C. Kasselmann (1994): 25 Jahre unter falschem Namen in Kultur: Das Rote Tausendblatt - Myriophyllum tuberculatum Roxburgh.- DATZ 47(12), 21-23

H.W.E. van Bruggen (1995): Einheimische Myriophyllum-Arten.- DATZ 1995/4, 254

C. Kasselmann (1995): Weitere im Aquarium kultivierte Tausendblatt-Arten.- DATZ 48(1), 48-53

H. Schöpfel (1996): Verschiedenblättriges Tausendblatt - Myriophyllum heterophyllum.- Das Aquarium 30(4), 24-25

H. Ebert (1996): Einheimische Wasserpflanzen für die Aquaristik.- DATZ 3/96, 174-175

B. Greger (1996): Myriophyllum tuberculatum - Rotblättriges Tausendblatt.- Das Aquarium 30(10), 42-43

R. Suttner (1996): Aquarienpflanzen aus Florida.- DATZ 1996/12, 796

R. Suttner (1997): Brasilianisches Tausendblatt.- DATZ 9/1997, 604-605

C. Kasselmann (1997): Rotblättrige Stengelpflanzen als Blickfänge im Aquarium 3. Von Myriophyllum bis Urticularia (Schluß).- Aquarium heute 15(2), 542-544

H. Schöpfel (1998): Das Rote Tausendblatt. Myriophyllum tuberculatum - eine verkannte Schönheit aus Asien.- Das Aquarium 32(2), 29-30

C. Kasselmann (1999): Aquarienpflanzen.- 2. Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

C. Kasselmann (1999): Myriophyllum ussuriense aus Japan.- DATZ 7/1999, 55-57

P. van der Vlugt (1999): Myriophyllum aquaticum (Vell.) Verdc., eine einhäusige Population.- Aqua Planta 2-99, 58-63

H.W.E. van Bruggen (1999): Myriophyllum verticilatum L. - Quirlblättriges Tausendblatt.- Aqua Planta 1-99, 17-22

C. Kasselmann (2000): Myriophyllum mattogrossense in Ekuador und Bolivien. Neue Erkenntnisse zur Ökologie und Kultur einer interessanten Aquarienpflanze.- DATZ 53(7), 24-29

J. Clayton (2000): Neuseeländische Aquarien- und Teichpflanzen 2.- Aqua Planta 4-2000, 131-141

H. Legrelle (2001): Myriophyllum aquaticum. Das Brasilianische Tausendblatt.- Aquarium live 5(4), 50-54

I. Scheuermann (2001): Pflanzen fürs Aquarium.- 9. Auflage, GU Aquarien-Ratgeber, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München

H.G. Kramer (2001): Problempflanzen.- Aqua Planta 2-2001, 86-92

M. L. Moody, Donald H. Les (2010): Systematics of the Aquatic Angiosperm Genus Myriophyllum (Haloragaceae).- Systematic Botan, 35(1): pp. 121–139

M. L. Moody (2011): Myriophyllum jacobsii M.L.Moody (Haloragaceae), a new species from southeast Queensland, Australia.- Telopea 13(1–2) 277–283



© Wilstermann-Hildebrand 2009 - 2011