Gattung Eichhornia - Wasserhyazinthen

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Eichhornia azurea
Eichhornia crassipes
Eichhornia diversifolia

Diese Pflanzen gehören zu den Pontederiaceae (Wasserhyazinthengewächse). Es gibt schwimmende und im Grund verwurzelte Arten. Alle haben violette oder bläuliche Blüten. Absterbende Blätter verfärben sich blauschwarz bevor sie vergehen. Schwarzfärbungen der Wurzeln sind aber normal und werden durch Mikroorganismen verursacht, die den Pflanzen bei der Umwandlung von Nährstoffen helfen.
Der Nährstoffbedarf ist hoch. Der Nitratwert sollte über 10 mg/l liegen. Besser sind Werte zwischen 30 und 50 mg/l (Kramer 2001).
Der Gattungsname soll zu Ehren des preußischen Ministers J. A. Fr. Eichhorn (1779-1856) vergeben worden sein.
 
 
Azurblaue Eichhornie
Eichhornia azurea (SWARTZ) KUNTH 1843

Synonyme:
Pontederia azurea SWARTZ 1788
Piaropus azureus (SWARTZ) BRITTON

Herkunft:
tropisches Amerika

Aussehen: 
Die wurzelnde und die frei schwimmende Form unterscheiden sich stark. Submers wurzelnd befinden sich die Blätter gegenständig in zwei Reihen am Stängel. Sie haben linealische Spreiten von 6-20 cm Länge und 1 cm Breite.  Die Blätter sind hellgrün. Weil alle Blätter nach rechts und links in der Reihe stehen, wirkt der Stängel wie ein einzelnes gefiedertes Blatt das aus dem Boden wächst. Die flutende (seneszente) Form hat fast kreisrunde Blätter mit einem  Durchmesser bis 16 cm. Die Blüten sind azurblau oder hell bis kräftig lila mit einem gelben Fleck an einem Kronblatt. Sie sind in dichten Ähren angeordnet. 

Temperatur:      18-30 °C

pH-Wert:          6,0-7,5

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Sie sollte im Aquarium die Oberfläche nicht erreichen, weil sie sonst beginnt Schwimmblätter zu bilden. Die unteren Blätter werden dann schwarz und unansehnlich. 
Die Pflanze kommt wegen ihrer eigenwilligen Form am Besten zur Geltung, wenn die Stiele einzeln gesteckt werden.

Eichhornia azurea im Aquarium 

Zusammen mit Ludwigia und Rotala

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Wasserhyazinthe
Eichhornia crassipes (MARTIUS) SOLMS 1883

Synonyme:
Pontederia crassipes MARTIUS 1823

Herkunft:
Südamerika (Nordbrasilien), weltweit in die Tropen verschleppt

Aussehen: 
Die Pflanzen können einen Durchmesser von bis zu 50 cm erreichen. Die Rosette besteht aus gestielten, runden oder ovalen Blättern. Der Blattstiel ist bauchig verdickt und mit schwammigem Gewebe gefüllt. Er dient als Schwimmkörper. Die einzelnen auf der Oberfläche treibenden Rosetten sind unter Wasser durch Ausläufer verbunden. Die blau-schwarzen Wurzeln können sehr lang werden. Der Blütenstand wird im Zentrum auf einem bis 50 langen Stängel gebildet. Bis zu 30 Einzelblüten sind in einer Scheinähre angeordnet. Das obere der sechs blaß violetten Kronblätter hat einen blauen Fleck mit einem gelben Zentrum.

Temperatur:      18 - 33 °C

pH-Wert:           6,0 - 7,8

Härte:                2 - 15 °KH

Licht:                 viel

Sonstiges:
Im Aquarium kann sie einen Durchmesser bis 15 cm erreichen, wenn ausreichend Nährstoffe vorhanden sind. Im Aquarium blüht sie selten und nur mit wenigen Blüten. Im Sommer auf dem Gartenteich sind die Blüten zahlreicher. 
Die Photosyntheseleistung der Pflanzen ist bei Stickstoff- und Phosphatmangel reduziert. Aber bereits ab einem Angebot von 10 mg/l Stickstoff im Wasser ist die maximale Wuchsrate der Pflanzen erreicht. Der Gesamtstickstoffgehalt in den Blättern kann auf 5% ansteigen (Wilson et al. 2005). Normal sind durchschnittlich 1,5% in Pflanzen, manchmal können bis zu 3 % gespeichter werden (siehe Ernährung, Stickstoff). Bei 30°C ist die Wuchsrate am größten. Höhere oder niedrigere Temperaturen reduzieren die Zuwachsraten (Wilson et al. 2005). 
Die Art wurde weltweit verschleppt und ist eines der schlimmsten Wasserunkräuter (z. B. im Viktoria-See). Auf Sri Lanka gibt es sie seit 1904. Bereits seit 1909 stellt sie ein ernst zu nehmendes Problem dar. 1988 wurde als biologisches Bekämpfungsmaßnahme der Käfer Neochitina eichhorniae nach Sri Lanka eingeführt (Room & Fernando 1992). Auch im Viktoria-See stellen die Pflanzen ein Problem dar. Ende der 1990er nahm die Pflanzendichte aber stark ab, ohne dass ein Grund dafür bekannt war. Versuche haben später gezeigt, dass möglicherweise eine starke Bewölkung und zu feuchte Bedingungen durch El Nino im Jahr 1997/1998 das Wachstum der Pflanzen stark beeinträchtigt hat (Williams et al. 2005).
Am Nil in Ägypten wurden die Pflanzen vermessen und hatten durchschnittlich eine Größe von 40 Gramm Frischgewicht bei 7,4 Blättern. Jede bedeckt etwa 450 Quadratzentimeter. Die Pflanzen sind unter guten Bedingungen sehr schnellwüchsig. Eine einzelne Pflanze kann in 200 Tagen Vegetationszeit 3.418.800 Ableger produzieren und dann eine Fläche von etwa 15.000 Quadratmeter bedecken (? 1975). 
Die Länge und Zahl der Seitenwurzeln wird durch das Phosphatangebot beeinflusst. Sie sind bei niedrigem Phosphatgehalt des Wasser bis zu 2,5 mal länger und es sind etwa doppelt so viele pro Zentimeter Wurzellänge. Der Durchmesser der Seitenwurzeln wird dann aber geringer. Insgesamt haben die Wurzeln einen größeren Anteil an der Gesamtbiomasse der Pflanze, wenn der Phosphatgehalt niedriger ist. Die Seitenwurzeln können dann bis zu 99,8% der gesamten Wurzeloberfläche ausmachen (Yonghon Xie 2003). 
Die Wurzeln sind Lebensraum für zahlreiche Tiere. Bei einer Untersuchung in Mexiko wurden 96 Arten gefunden, die im Wurzelsystem der Wasserhyazinthe lebten. Milben (15), Decapoden (14) und Mollusken (12) wurden am häufigsten gefunden (Rocha-Ramirez et al. 2006). 
 
 

Schnitt durch einen der Schwimmkörper

Blühende Pflanze

Blatt mit verdicktem Stiel

Die Wurzeln sind manchmal 
bläulich-schwarz.

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Verschiedenblättrige Eichhornie
Eichhornia diversifolia (VAHL) URBAN 1903

Synonyme:
Heteranthera diversifolia VAHL 1806

Herkunft:
Mittelamerika, Guyana, Venezuela, Brasilien

Aussehen: 
Die Blätter sind wechselständig am Stängel. Sie haben linealische Spreiten von etwa 9 cm Länge und 2-5 mm Breite. Die Blätter sind hellgrün. Die Schwimmblätter sind gestielt, rund bis herzförmig mit runder Spitze und haben eine Größe von etwa 2 x 3 cm. Die Blüten sind hellblau bis blauviolett. Eines der sechs Kronblätter hat einen gelben Fleck.

Temperatur:      20-28 °C

pH-Wert:          5,5-7,5

Härte:               2-12 °KH

Licht:                viel

Sonstiges:
Die Art ist weiter verbreitet als Eichhornia azurea. Sie sollte im Aquarium die Oberfläche nicht erreichen, weil sie sonst beginnt Schwimmblätter zu bilden. Die unteren Blätter werden dann schwarz und unansehnlich.  Der Nährstoffbedarf ist hoch.
Unter Wasser sieht die Art Heteranthera zosterifolia recht ähnlich, die sich leichter kultivieren lässt und weniger anfällig ist. 

Blüten und Schwimmblätter 
von E. diversifolia

E. diversifolia in einem 
Graben in Malaysia

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Literatur:

H.-T. Rust (1949): Einiges über die dickfüssige Wasserhyazinthe Eichhornia crassipes.- DATZ 1949/4, 70

G. Brünner (1960): Einiges über Eichhornia-Arten.- Datz 1960/6, 177

H.W.E. van Bruggen (1960): Eichhornia natans (Beauvois) Solms.- Datz 1960/10, 310

K. Paffrath (1975): Schwimmpflanzen im Aquarium VI.- Datz 1975/3, 92

? (1975): ?.- Aquatic Botany, 243-252

S.C.H. Barrett (1978):  The floral biology of Eichhornia azurea (Swartz) Kunth (Pontederiaceae). Aquat. Bot., 5: 217-228

K. Paffrath (1983): Eichhornia diversifolia.- Datz 1983/5, 193

H. Schöpfel (1987): Eichhornia azurea, die azurblaue Wasserhyazinthe.- Aquarien Terrarien 34(11), 382

C. Kasselmann (1987): Leicht zu verwechseln: Eichhornia natans (P. Beauvois) Solms-Laubach und Eichhornia diversivolia (Vahl) Urban.- Aqua Planta 3-87, 105-109

K. Paffrath (1988): Kulturerfahrungen mit der Schwimmenden Wasserhyazinthe, Eichhornia natans.- Aquarien Magazin 22(1), 13-15

K.R. Reddy, M. Agami, J.C. Tucher (1989): Influence of nitrogen supply rates on growth and nutrient storage by water hyazinth (Eichhornia crassipes) Plants.- Aquatic Botany 36, 33-43

F. Möhlmann (1989): Zwei auffällige und dekorative Aquarienpflanzen, Eichhornia azurea Kunth und Eichhornia diversifolia Urban.- Das Aquarium 23(1), 21-22

W. Staeck, Chr. Kasselmann (1990): Eichhornia azurea (Sw.) Kunth.- DATZ 1990/1, 54

H.C.D. De Wit (1990): Aquarienpflanzen.- 2. Überarbeitete Auflage, übersetzt aus dem Niederländischen von Dr. Edy Roche, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

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C. Kasselmann, W. Staeck (1990): Eichhornia azurea (Sw.) Kunth.- DATZ 43(1), 54-57

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Th. Kappel, R.H. Anken (1993): Landschaftsbestimmende Wasserpflanzen in Zentralthailand.- Aqua Planta 1-93, 19-20

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Yonghong Xie, Dan Yu (2003): The significance of lateral roots in phosphorus (P) acquisition of water hyacinth (Eichhornia crassipes).- Aquatic Botany 75, 311–321

Aqua News (2003): Viktoriasee immer noch kritisch bedroht.- Aquarium live 1/2003, 33

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