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Startseite Zurück zu den Aquarienpflanzen |
Durch eine ausgewogene Nährstoffversorgung sind
Aquarienpflanzen in der Lage gesund zu wachsen und dabei
Makronährstoffe wie Nitrat und Phosphat aus dem Wasser zu
entziehen. Das macht sie zu Konkurrenten für Algen. Ist das
Pflanzenwachstum durch den Mangel an einem oder mehreren
Nährstoffen gehemmt, kommt es zu einem Überschuss an Phosphat
und Nitrat und es bilden sich vermehrt Algen.
Nicht jeder Nährstoffmangel muss dabei sofort erkennbar sein.
manchmal sind es gerade die Algen, die einen Hinweis auf ein
Ungleichgewicht in der Nährstoffversorgung geben.
Mangelsymptome an Pflanzen treten auf, wenn
über einen
längeren Zeitraum einer oder mehrere Nährstoffe nicht in
ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Die dadurch entstehenden
Verformungen oder Nekrosen können von den Pflanzen nicht repariert
werden! Die beschädigten Blätter werden nicht wieder ganz.
Lediglich Chlorosen (Verfärbungen) können an bestehenden
Blättern im begrenzten Maße wieder verschwinden. Im
Übrigen sorgt eine bessere Nährstoffversorgung dafür,
dass neu gebildette Blätter gesund sind.
Pflanzenernährung ist ein sehr komplexes und
schwieriges
Thema. Es müssen bei der Identifikation der möglichen
Mangelsymptome einige Themenkomplexe beachtet werden, auf die ich auf
dieser Seite
eingehe will:
- Bedarf der Pflanze
- Angebot - akuter Mangel
- Probleme bei der Aufnahme - induzierter Mangel
- Konkurrenz der Nährstoffe
untereinander
- falscher pH-Wert
- falsche Temperatur
- Wurzelschäden durch Pilze,
Nematoden oder Sauerstoffmangel
- Mangelsymptome oder Zeichen von Toxizität?
- latenter Mangel ohne Symptome
- Symptome haben eventuell nichts mit Nährstoffen
zu tun
- Schädlingsbefall
- Sonnenschäden
- Schaden durch Algenmittel oder
Fischmedikament
- Alterserscheinung
Einige Pflanzen zeigen früher Mangelsymptome
als andere. Man kann sie als Zeigerpflanzen verweden. Beispielsweise
sind Hygrophila-Arten
sehr anfällig für Kalium-Mangel und bilden die typischen
punktförmigen Nekrosen lange vor anderen Arten aus. Ludwigia
inclinata neigt dazu bei Mangel an Mikronährstoffen
chlorotisch zu werden, wenn unter den gleichen Bedingungen andere
Ludwigien völlig problemlos wachsen. Cabomba palaeformis zeigt
Eisenmangel viel früher als Cabomba
caroliniana.

Ludwigia inclinata ist chlorotisch
und die zwei Formen von Ludwigia
palustris nicht.
Die Ursachen für diese Unterschiede können
in einer unterschiedlichen Befähigung zur Nährstoffaufnahme
liegen, die es der einen Pflanze ermöglicht geringere
Nährstoffangebote zu nutzen als einer andere. Pflanzen, die
schneller wachsen, haben einen höheren Bedarf und zeigen schneller
Mangelsymptome. Möglicherweise ist aber das Milieu (pH-Wert,
Temperatur) für eine Pflanze günstig, während die andere
sich unter den Bedingungen schwer tut.
| Licht
limitiert (0,5 W/l) 1 |
Starklichtbecken
2 |
|
| Erntemenge an
Pflanzenfrischmasse pro Liter im Monat |
2 g |
etwa
6,7 g |
| Nährstoffentzüge
durch die Pflanzenmasse = notwendige Düngermenge* |
||
| Stickstoff (N): 1,5 -
2 % in der Trockenmasse |
3 - 4 mg N = 9 - 12 mg
Nitrat |
10,05 - 13,4 mg N = 31,5 -
40,2 mg Nitrat |
| Phosphor (P) : 0,2 - 0,5 %
in der Trockenmasse |
0,4 - 1 mg P = 1,27 - 3,17
mg Phosphat |
1,34 - 3,35 mg P = 4,25 -
10,62 mg Phosphat |
| Kalium (K): 1 - 3 % in der
Trockenmasse |
2 - 6 mg K+ |
6,7 - 20,1 mg K+ |
| Calcium (Ca): 0,5 - 1 % in
der Trockenmasse |
1 - 2 mg Ca+ |
3,35 - 6,7 mg Ca+ |
| Magnesium (Mg): 0,2 - 0,4 %
in der Trockenmasse |
0,4 - 0,8 mg Mg 2+ |
1,34 - 2,64 mg Mg 2+ |
| Eisen (Fe): 0,01 - 0,03 %
in der Trockenmasse |
0,02 - 0,06 mg Fe |
0,067 - 0,20 mg Fe |

In dem Diagramm ist deutlich zu erkennen, das mit
sinkendem Angebot an Nitrat auch die Aufnahme durch die Pflanzen sinkt.
In der ersten Woche entziehen die Pflanzen der Nährlösung
etwa 130 mg Nitrat pro Liter. Der Rest von etwa 120 mg/l sollte
eigentlich innerhalb der nächsten Woche verbraucht werden.
Tatsächlich entzogen die Pflanzen dem Wasser dann aber nur noch
jeweils 30 mg Nitrat pro Liter. Der hier untersuchte Pflanzenbestand
nahm konstant Nitrat und Phosphat in einem Verhältnis von etwa
15:1 auf. Ab der zweiten Woche wurde die Aufnahme von Nitrat durch den
Mangel an Phosphat begrenzt. Diese Phänomen gilt auch für das
Aquarium. Man kann die Nitratwerte im Wasser senken, wenn man Phosphat
düngt und umgekehrt. Zu geringem Nährstoffangebot, wird die
Aufnahme durch die Pflanzen erschwert. Kramer (2009) gibt an, dass Hygrophila odora beispielsweise
einen Phosphatgehalt von mindestens 0,3 mg/l benötigt.
Wenn wir uns mit der Frage beschäftigen,
wieviele
Nährstoffe und welche wir unseren Aquarienpflanzen anbieten
müssen,
dann suchen wir oft Hinweise in den Wasser- und Bodengrundanalysen von
Naturstandorten. Leider sind diese aus vielen Gründen nicht
geeignet
um uns bei der Düngung im Aquarium zu helfen.
Grundsätzlich müssen wir feststellen, dass
sehr viel mehr Nährstoffe als wir allgemein vermuten über die
Wurzeln aus dem Substrat aufgenommen werden (Gentner
1977, Moeller et al. 1988, Wigand
et al. 2001). Wasseranalysen, die nur extrem geringe
Nährstoffgehalte
anzeigen sind also irreführend, wenn keine Bodengrundanalyse
vorliegt.
In natürlichen Gewässern schwanken die
Wasserwerte
im Jahresverlauf, weil bei erhöhten Niederschlagsmengen oder bei
Schneeschmelze
eine Verdünnung auftritt bzw. im Jahresverlauf durch den Eintrag
von
Pollen, Blättern und anderem organischen Material auch der Input
variiert.
Beispielsweise schwankt der Nitratgehalt an einem Meßpunkt im Rio
Parana im Jahresverlauf zwischen 0,4 und 4 mg/l und der pH-Wert
zwischen
6,6 und 7,4. An einer anderen Stelle sind die Nährstoffgehalte
dagegen
fast unverändert, während der pH-Wert den gleichen
Schwankungen
unterliegt (Maine et al. 2004).
Es hängt
also davon ab zu welcher Jahreszeit und bei welchem Wasserstand die
Meßwerte
erhoben werden.
Außerdem wachsen Pflanzen in der Natur nicht dort, wo sie optimale Bedingungen für besonders buschiges, schnelles Wachstum mit schön gefärbten, unbeschädigten Blättern haben. Vielmehr besiedeln sie die Stellen, an denen sie akzeptable Umweltbedingungen vorfinden, aber andere Pflanzen aus irgendwelchen Gründen nicht wachsen können, weil beispielsweise die Salzkonzentration zu hoch, die Wasserversorgung zu schwankend, die Strömung zu stark oder das Licht nicht ausreichend ist. Pflanzen verändern durch ihre Anwesenheit das Millieu. Die Analysen im Pflanzenbestand und einige Meter davon entfernt unterscheiden sich darum. Die Unterschiede sind dann aber oft nicht der Grund dafür, dass die Pflanzen an der einen Stelle wachsen und nicht an der anderen, sondern die Folge davon.
Besonders schwerwiegend ist aber, dass die Analysen
möglicherweise
fehlerhafte Ergebnisse erzielen. Wasserproben müssen wegen der
biologischen
Aktivität von Algen und Bakterien sofort analysiert werden. Durch
den Verbrauch von Sauerstoff verändert sich der
pH-Wert.
Denitrifizierende und nitrifizierende Bakterien wandeln
Stickstoffverbindungen
weiter um und erzeugen so Zusammensetzungen, die in dem
natürlichen
Gewässer nicht vorliegen. Algen verbrauchen Nährstoffe oder
sterben
ab, wodurch wiederum Nährstoffe frei werden können. Kurz:
Nachdem
eine Wasserprobe mehrere Stunden bei tropischen Temperaturen gestanden
hat oder auf eine Schotterpiste durchgeschüttelt wurde, hat
es nichts mehr mit dem vom natürlichen Standort gemein.
Die Analyse selbst ist oft auch erschwert.
Beispielweise
können bei Tropftests Farbveränderungen gar nicht oder nur
schwer
beurteilt werden, wenn man es mit teebraunem Schwarzwasser zu tun hat.
Besonders weiches Wasser lässt sich schlecht messen, weil
beispielsweise
viele Gesamthärtetests eine Härte von mindestens 3 °dGH
voraussetzen.
Auch pH-Testreagenzien funktionieren in Weichwasser nur sehr ungenau.
Abweichungen
bis zu 3 pH-Stufen zwischen einem Tropftest und der Messung mit einem
Meßgerät
sind möglich. Tests deren Ergebnis an die Temperatur gebunden
sind,
können unter tropischen Bedingungen extreme Ungenauigkeiten
erzeugen.
Beispielsweise altern einige Reagenzien für Sauerstofftests bei
hohen
Temperaturen sehr schnell. Dadurch muss mehr Reagenz verwendet werden
um
den gewünschten Farbumschlag zu erreichen und der
Meßergebnis
ist deutlich zu hoch.
Tabelle: Sättigungswerte für Sauerstoff in
Wasser
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Auch elektronische Meßgeräte sind nicht zu 100% zuverlässig. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann es zu Kondenswasserbildung kommen, die Kriechströme verursachen kann. Es empfiehlt sich die Meßgeräte zusammen mit dem Feuchtigkeit ziehenden Kiesel-Gel zu verpacken.
Es gibt viele Unklarheiten darüber, wie und in
welcher
Form Nährstoffe von den Pflanzen aufgenommen werden.
Beispielsweise
wird immer wieder behauptet, dass Aquarienpflanzen ihre Nährstoffe
vor allem über die Blätter aufnehmen und darum keinen
Dünger
im Bodengrund benötigen. Außerdem sollen sie Ammonium
lieber/besser/schneller
verwerten als Nitrat. Beide Behauptungen sind falsch!
Es gibt sowohl unter den Landpflanzen als auch unter
den Wasserpflanzen solche, die bevorzugt Ammonium (NH4+)
aufnehmen aber auch solche, die Nitrat (NO32-)
bevorzugen.
Beim Rohrkolben (Typha orientalis) hat die Form der
Stickstoffverbindung
keinen Einfluss auf dessen Aufnahme (Cary
& Weerts 1984).
Bei submersen Pflanzen im Aquarium spielt Ammonium so gut wie
keine Rolle, weil es sofort über die Abbaukette in Nitrat
umgewandelt wird.
Wasserpflanzen sind nicht alle in der Lage
sämtliche
Nährstoffe in ausreichender Menge über die Blätter
aufzunehmen.
Untergetaucht lebende Sumpfpflanzen wie Echinodorus
und Cryptocoryne
schon gleich
gar
nicht.
Najas wächst sowohl frei treibend ohne
Wurzeln
oder mit Wurzeln, als auch im Substrat verankert. Oft wird daraus
geschlossen,
dass die Pflanzen ihren Nährstoffbedarf aus dem Wasser allein
decken
und darum keine Düngung über den Bodengrund benötigen.
Bei
den Sämlingen von Najas flexilis
wurde nachgewiesen, dass sie
mehr als 99 % ihres Phosphorbedarfs aus dem Sediment decken (Moeller
et al. 1988). Die Pflanzen können zwar frei treibend
überleben,
ihre Versorgung ist aber deutlich besser, wenn sie über den
Bodengrund
mit Nährstoffen versorgt werden.
Es werden auch nicht alle Nährstoffe gleich gut
über die Blätter aufgenommen. Vallisneria spiralis
kann
zum Beispiel Phosphat in gleichem Maße mit den Blättern aus
dem Wasser wie mit den Wurzeln aus dem Boden aufnehmen. Die Aufnahme
von
Eisen über die Blätter ist aber auf einen kleinen Bereich der
Wachstumszone beschränkt. Voll entwickelte Blätter
können
von Eisen nicht mehr durchdrungen werden. Für eine ausreichende
Versorgung
müssen die Pflanzen darum Eisen über die Wurzeln aufnehmen (Gentner
1977).
Untersuchungen haben gezeigt, dass Pflanzen mit einem
ausladenden, tiefgehendem Wurzelsystem mehr Nährstoffe aus dem
Boden
entziehen, als wenig bewurzelte. Vallisneria americana kann
zum
Beispiel dem Boden mehr Phosphat (PO4-) entziehen als Potamogeton
pectinatus
(Wigand
et al. 2001). Das ist nicht wirklich ein überraschendes
Ergebnis.
Interessant ist aber, dass sich im Boden unter Pflanzenbeständen
deutlich
mehr Nährstoffe befinden als auf freien Flächen. Die Pflanzen
sind in der Lage Nährstoffe im Sediment zu deponieren und im
Folgejahr
davon zu profitieren.
Das Angebot an Stickstoff und Phosphat wirkt sich
direkt
auf den Habitus der Pflanze aus. Beispielsweise wird bei Elodea
canadensis,
Elodea
nuttallii und Lagarosiphon major der Anteil der Wurzelmasse
an der Gesamtpflanzenmasse mit zunehmendem Nährstoffangebot immer
geringer (James et al. 2006).
Diese Beobachtung
kann man auch bei vielen Landpflanzen machen. Ist ihre
Nährstoffaufnahme
begrenzt, bilden sie mehr, längere und verzweigtere Wurzeln aus um
die geringen vorhandenen Mengen im Boden besser auszuschöpfen. Die
Trockenmasse der Wurzeln von Vallisneria americana nimmt
dagegen
mit steigendem Phosphatangebot im Sediment deutlich zu, während
sich
sich die Blattmasse nur wenig verändert. Diese Art reagiert also
anders
herum.
Das Angebot in der Natur liefert uns also kaum eine Aussage darüber welche Zusammensetzung und Menge in der Nährstoffversorgung optimal sind. Es liegt also nahe sich die Zusammensetzung der Pflanzenmasse an zu sehen um auf die Mengenverhältnisse zu schließen. Dazu bräuchte man ja eigentlich nur gut entwickelte Pflanzen analysieren und ihre Nährstoffgehalte mit denen von Mangelpflanzen vergleichen. Solche Analysen zeigen deutlich, dass Pflanzenarten unterschiedliche Nährstoffzusammensetzungen haben und dass es deutliche Schwankungen in Abhängigkeit von den Kulturbedingungen gibt.
Nährstoffgehalte in der Trockenmasse von Salvinia
molesta [%]
| Room & Gill 1984 |
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| Stickstoff |
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| Phosphat |
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| Kalium |
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| Calcium |
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| Magnesium |
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| Natrium |
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Auch sind die Zusammensetzungen in den einzelnen Pflanzenteile unterschiedlich.
Nährstoffgehalte in verschiedenen
Pflanzenteilen
von Nymphoides indica, Pontederia cordata und Utricularia
breviscapa in % der Trockenmasse
(Barbieri &
Esteves
1991)
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| Nymphoides indica | Blatt |
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| Rhizome |
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| Wurzel |
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| Blüte |
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| ganze Pflanze |
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| Pontederia cordata | Blatt |
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| Rhizom |
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| Wurzel |
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| Blüte |
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| ganze Pflanze |
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| Utricularia breviscapa | ganze Pflanze |
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Zusätzlich schwanken die Nährstoffgehalte
in
den einzelnen Pflanzenteilen im Jahresverlauf - also in
Abhängigkeit
vom Entwicklungsstand und von Jahr zu Jahr. Die nachfolgenden Grafiken
zeigen den Nährstoffgehalte im Jahresverlauf in den Blätter
und
den Rhizomen von Nymphoides indica (verändert nach Barbieri
& Esteves 1991).
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Die Tabelle unten zeigt die Veränderungen des
durchschnittlichen
Gehalts an Stickstoff und Phosphat in der Pflanzenmasse eines Bestandes
von Nymphaea alba im Verlauf mehrerer Jahre (Marion
et al. 2003).
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| Stickstoffgehalt [%] |
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| Phosphatgehalt [%] |
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Der pH-Wert des Milieus beeinflusst die Nährstoffaufnahme und damit auch die Nährstoffgehalte. Die folgende Tabelle zeigt die Nährstoffgehalte von Aponogeton elongatus in Abhängigkeit vom pH-Wert (Tabelle nach Crossey 2002).

Unglücklicherweise treten Mangelerscheinungen
einmal
früher und einmal später auf. Das ist abhängig von der
sonstigen
Nährstoffversorgung der Pflanze. Beispielsweise kann Natrium einen
Teil der physiologischen Aufgaben von Kalium bei der Regulation des
Wasserhaushalts
übernehmen. Entsprechend treten den Wasserhaushalt betreffende
Mangelsymptome
erst später auf, wenn die Natriumzufuhr besser ist.
Auch sind Pflanzen individuell unterschiedlich
anfällig
und zeigen Chlorosen nicht unbedingt sofort. Das Auftreten von
Chlorosen
oder Nekrosen ist außerdem ein Zeichen für extrem starken
Nährstoffmangel.
Ein latenter Mangel wird oft nicht bemerkt.
Wichtige Hinweise, bitte lesen!
Pflanzen benötigen verschiedene chemische
Elemente
um ihre Substanz aufzubauen.
Kohlenstoff ( C ), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O)
sind in den größten Mengen in der pflanzlichen Masse
enthalten.
Sowohl Zellulose als auch Zucker und Stärke sind aus den drei
Elementen
aufgebaut. Im Zellkern und in der DNS sind zusätzlich Phosphat
(P), Stickstoff (N) und Schwefel
(S)
enthalten.
Im Zellsaft sind Calcium (Ca), Kalium
(K), Natrium (Na) und Magnesium
(Mg)
gelöst. Chlorid (Cl), Bor (B),
Eisen
(Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn),
Kupfer
(Cu) und Molybdän (Mo) übernehmen
wichtige
Aufgaben bei den chemischen Umwandlungen durch Enzyme.
Mangelerscheinungen äußern sich am
Häufigsten
in Chlorosen (Verfärbung oder Verblassen). Wie genau die
Mangelsymptome
aussehen, hängt in erster Linie von der Pflanzenart und
natürlich
vom Nährstoff ab. Oft treten Kombinationen von Mangelsymptomen
auf,
die eine Identifikation erschweren.
Mangel kann durch das Fehlen eines Nährstoffs oder
durch dessen schlechte Verfügbarkeit hervorgerufen werden.Ist die
Verfügbarkeit durch Überangebot eines anderen Nährstoffs
oder durch einen ungünstigen pH-Wert verursacht, spricht von von
einem
induzierten Mangel. wenn der Nährstoff fehlt, von einem akuten.
Akuter
Mangel kann durch die Zufuhr des Nährstoffes behoben werden.
Induzierter
Mangel nur durch Veränderungen im Milieu.
Auch Überschuss an verschiedenen Nährstoffen
kann zu Schäden führen. Entweder werden direkte Vergiftungen
(Toxizität) hervorgerufen oder die Aufnahme eines anderen
Nährstoffs
wird behindert.

Bei zu hohem pH-Wert ist die Aufnahme von
Mikronährstoffen
behindert.
Es bilden sich zum Beispiel Deformationen an den
Schwimmblättern
von Nymphaea lotus aus.
Es ist schwierig an Hand von Symptomen einen
bestimmten
Nährstoffmangel als Ursache für eine Verfärbung oder
eine
Wuchsstörung zu identifizieren. Das liegt zum Einen daran, dass
sich
der Mangel an verschiedenen Nährstoffen in Verfärbungen
(Chlorosen)
äußert. Zum Anderen kann der gleiche Mangel
unterschiedlich
an verschiedenen Pflanzen aussehen, z. B. sind die Verteilungen der
Chlorosen
im Blatt zwischen Ein- und Zweikeimblättrigen
unterschiedlich. Aber auch bei den Zweikeimblättrigen sehen die
Mangelsymptome
nicht immer gleich aus. Magnesium-Mangel an Kartoffel zeigt sich zum
Beispiel
in Chlorosen der Interkostalfeldern,
ausgehend
von der Mittelrippe. der Rand bleibt oft grün. Die Chlorosen
können
in
Nekrosen übergehen. Bei
Futterrüben
beginnt die Chlorose am Rand der Blattspitze und geht auch am Rand
zuerst
in Nekrosen über, während der Bereich um die Mittelrippe und
die Blattbasis lange grün bleiben. In einem Fall beginnt der
Mangel
an einem bestimmten Nährstoff also in der Blattmitte und im
anderen
am Blattrand. Der Ort des Auftretens ist aber ein wichtiges Indiz
dafür,
welche Nährstoffe überhaupt in Betracht gezogen werden
sollten!
Beispielsweise führt sowohl der Mangel an Stickstoff als auch der
an Eisen zu Gelbfärbung der Blätter. ABER ACHTUNG: Stickstoff
ist ein retranslozierbarer Nährstoff und wird von der Pflanze bei
einer Unterversorgung aktiv aus den älteren Blättern in die
Triebspitzen
transportiert. Darum sind bei Stickstoffmangel-Pflanzen die
Triebspitzen
noch grün, wenn alles andere bereits quietschgelb sein KANN (nicht
muss!). Eisen ist ist nicht retranslozierbar! Es kann nicht wieder aus
den Blättern entzogen werden und transportiert werden. Darum tritt
Eisenmangel zuerst an den Triebspitzen auf. Zuerst deshalb,
weil
die Pflanze weiterwachsen kann und sich die Chlorosen dann auf einen
zunehmend
größeren Bereich der Pflanze erstreckt. Einfach deshalb,
weil
immer mehr neue chlorotische Blätter gebildet werden, während
ältere Blätter aus Altersgründen einfach vergehen. Man
kann
bei einer ganz gelben Pflanze die Ursache also nur dann beurteilen,
wenn
man weiß wie es am Anfang aussah.
Das Messen von Wasserwerten zur Unterstützung
einer
Diagnose kann hilfreich sein. Allerdings kann damit nicht
ausgeschlossen
werden, dass die Aufnahme der Pflanze durch ein Überangebot an
anderen
Nährstoffen, durch Schädigung der Wurzeln oder falsche
Temperatur
und pH-Wert behindert wird. Außerdem kann die Aufhellung
der
Blattflächen verdeckte Blattfarbstoffe sichtbar werden lassen. Hat
zum Beispiel eine Pflanze viele Anthocyane,
dann werden diese durch den Verlust des Chlorophylls z. B. bei
Stickstoffmangel
oder beim Einsetzen der Herbstfärbung sichtbar. Diese
Rotfärbung
ist dann aber nur eine Begleiterscheinung.
Zusätzlich kann es vorkommen, dass die Ursache
für
eine Chlorose eine andere ist. Zuviel oder zu wenig Licht kann
ebenfalls
zu Verfärbungen führen. Ebenso Virus- oder Pilzbefall oder
eine
mechanische Beschädigung durch Welse oder Schnecken.
Chlorosen und Nekrosen durch |
Bräunliche Chlorosen auf einem
Seerosenblatt |
Es gibt kaum brauchbare Literatur zu Nährstoffmängeln an Aquarienpflanzen. Es wurden nur sehr wenige Erfahrungsberichte zu dem Thema veröffentlicht. Es ist wahrscheinlich, dass es auch Situationen gibt, in denen zum Beispiel die Stickstoffmengen, die Kramer (2001 und 2009) angibt über- oder unterschritten werden können ohne, dass es zu Schäden kommt.
Die folgende Tabelle soll
Hinweise
gebenen, worum es sich bei den Veränderungen an den
Aquarienpflanzen
handeln könnte. Es handelt sich überwiegend um Beobachtungen
an emersen Kulturpflanzen (Kartoffeln,
Getreide etc.). Aus den oben genannten Gründen sind sie nur
bedingt
auf Aquarienpflanzen übertragbar. Nekrosen, die durch Vertrocknen
auftreten, werden bei submersen
Pflanzen
entfallen, solche die durch direkte Vergiftung entstehen aber nicht.
Die
Beschreibungen sind gemäß den Angaben von Bergmann
(1993).
| Pflanzenteile | Symptome | mögliche Ursache |
| alle | eigentlich rote oder weiß-panaschierte Pflanzen werden grün; Pflanzen schwächlich; Stängel dünn, Blätter klein (Rosettenpflanzen); lange Internodien, wenig Blätter (Stängelpflanzen) | Lichtmangel |
| alle | Pflanzen lang, unverzweigt | zu hoher Rotanteil in der Beleuchtung |
| alle | lange Internodien und kleine Blätter bei Stängelpflanzen; schmächtiger Wuchs bei Rosettenpflanzen | zu hohe Temperaturen |
| alle | Pflanzen kurz und gedrungen | zu hoher Blauanteil in der Beleuchtung |
| alle | Kümmerwuchs | zu hoher Gelb/Grün - Anteil in der Beleuchtung |
| alle | Blattrandchlorosen, die in Nekrosen übergehen; kleine braune bis schwarze Punkte | Mangantoxizität |
| alle | dunkle Flecken, Absterben der Blätter | Phosphatüberschuss |
| alle, besonders ältere Blätter | hellgrüne bis gelbe Farbe, beginnend an den älteren Blättern, wenige Verzweigungen | Stickstoffmangel |
| besonders ältere Blätter | dunkel- bis blaugrüne Farbe, Blattadern und Stängel rötlich, ältere Blätter gelbbraun bis rot | Phosphatmangel |
| ältere Blätter | erst blaugrüne Färbung, dann Chlorosen | Molybdänmangel |
| ältere Blätter | Chlorosen in den einzelnen Interkostalfeldern geben dem Blatt ein marmoriertes Aussehen, Blattadern und Blattränder bleiben lange grün, aus den Chlorosen können sich Nekrosen entwickeln | Magnesiummangel |
| ältere Blätter | ausgehend vom Blattrand bilden sich Chlorosen, die in graubraune bis rötlichbraune Nekrosen übergehen | Kaliummangel |
| alte Blätter | braune oder gelbe Verfärbung, beginnend an den Blattspitzen | Eisentoxizität |
| Interkostalfelder jüngerer Blätter | mosaikartige Chlorosen, Adern bleiben grün; Übergang zu größeren gelben Flecken und Nekrosen oder schwarze Punkte | Manganmangel |
| Interkostalfelder jüngerer Blätter | Chlorosen | Zinkmangel |
| jüngste Blätter | klein, verdreht und/oder verkrüppelt | Calciummangel Bormangel Zinkmangel Kupfermangel |
| jüngste Blätter | Junge Blätter sind hellgrün bis zitronengelb; Blattadern bleiben zunächst grün; Stängel kürzer und dünner; später auch Blattadern hell; vom Rand beginnend Nekrosen; kurze, braun verfärbte Wurzeln | Eisenmangel |
| jüngste Blätter | einschließlich der Blattadern hellgrün bis gelb, Blattadern heller als Blattspreite, gehemmtes Sproßwachstum | Schwefelmangel |
| jüngste Blätter | zuerst tiefgrün bis blaugrün, später chlorotisch, Absterben zusammen mit der Sproßspitze | Bormangel |
| Sproßspitze | Absterben | Calciummangel Bormangel Kupfermangel |
| Blattränder | Nekrosen | Nitrat-Überschuss
Molybdänmangel Eisentoxizität |
| Blattflächen | verbogen oder kleiner als normal | Kaliummangel Molybdänmangel |
| Interkostalfelder junger oder alter Blätter | Chlorosen | Zinkmangel |
| unteres Stängelende | Braunfärbung und Fäule; schwärzliche Wurzeln | Fäulnis durch Sauerstoffmangel im Bodengrund |
Im folgenden Abschnitt werde einige grundsätzliche Angaben zu den wichtigsten Nährstoffen gemacht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass alle Zahlen Mittel- oder Näherungswerte sind. Beispielsweise unterscheiden sich die Nährstoffgehalte in den einzelnen Pflanzenteilen (Blatt, Sproß, Wurzel, Rhizom) von einander. Zusätzlich schwanken sie im Jahresverlauf (Austrieb, Blüte, Samenansatz) und abhängig vom pH-Wert (siehe Tabelle).
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze:
durchschnittlich
1,5%
Der tatsächliche Stickstoffgehalt ist von der
Pflanzenart,
ihrem Ernährungszustand und dem untersuchten Pflanzeteil
abhängig
(siehe Tabelle oben).
Beispiele für Stickstoffgahlte in den Teilen verschiedener Wasser-
und Sumpfpflanzen:
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
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| Eichhornia crassipes Blätter |
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| Elodea canadensis |
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| Elodea nuttallii |
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| Lagarosiphon major |
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| Nymphaea alba |
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| Nymphoides indica Blätter |
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| Nymphoides indica Rhizom |
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| Nymphoides peltata |
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| Pontederia cordata Blätter |
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| Pontederia cordata Rhizom |
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| Potamogeton mackianus |
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| Potamogeton pectinatus Blätter |
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| Potamogeton pectinatus Wurzeln |
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| Salvinia molsta |
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| Trapa natans |
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| Vallisneria americana Blätter |
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| Vallisneria americana Wurzeln |
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| Vallisneria natans Blätter |
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Allgemeine Informationen
Stickstoff ist Bestandteil der Erbsubstanz DNS, von Eiweißen, Chlorophyll und verschiedenen Pflanzenhormonen.
Stickstoffmangel ist im Gartenbau und in der
Landwirtschaft
ein großes Problem, im Aquarium aber seltener.
Stickstoff gehört zu den translozierbaren
Nährstoffen.
Das heißt die Pflanze ist in der Lage Stickstoff aus altem Gewebe
zu mobilisieren und in jüngeres Gewebe zu transportieren. Das
passiert
zum Beispiel, wenn im Blätter von Laubbäumen ihre
Herbstfärbung
bekommen. Es werden Nährstoffe aus den Blättern entzogen und
im Stamm gespeichert umd den Nährstoffverlust beim Laubfall zu
verringern.
Darum enthält Herbstlaub auch weniger Nährstoffe als
grüne
Blätter.
Wegen dieser Fähigkeit der Pflanzen treten bei
einer
Unterversorgung mit Stickstoff auch zuerst Mangelsymptome an den
älteren
Blättern auf. Der Stickstoff wird von den alten in die jungen,
wachsenden Pflanzenteile transportiert. Ein geringer Mangel muss dabei
nicht bemerkt werden. Die älteren Blätter werden lediglich
schneller
gelb und haben eine kürzere Lebenserwartung. Das tritt zum
Beispiel
auf, wenn
emerse Pflanzen auf die submerse
Kultur umgestellt werden. Da sie zunächst nicht gut angewachsen
sind,
können sie sich nicht ausreichend über die Wurzeln versorgen.
Daher nutzen sie die Nährstoffreserven aus den alten
Blättern.
Es ist daher auch nicht ratsam zum Beispiel beim Einpflanzen von Echinodorus
zu viele Blätter zu entfernen, auch wenn sie tatsächlich nach
wenigen Tagen beginnen abzusterben. Die Pflanze benötigt die in
ihnen
enthaltenen Nährstoffe für einen guten Start in die
Unterwasserwelt.
Der Stickstoffgehalt in Pflanzen wird aber auch durch
andere Faktoren beeinflusst. Bei Vallisneria spinulosa hat sich
in einem Versuch gezeigt, dass durch eine Erhöhung des
Kohlendioxidangebotes
das Wachstum deutlich zunimmt. Überraschenderweise nahm dabei die
Stickstoffkonzentration in den Blättern um rund 15% ab,
während
die Wurzeln und Stolonen unbeinflusst blieben. Die
Phosphatkonzentration
stieg dagegen in den Blättern, Wurzeln und Stolonen um 35 bis 147
% an (Yan X. et al 2006).
Stickstoffmangel zeigt sich als Aufhellung bis hin
zu
einer zitronengelben Färbung, beginnend an den älteren
Blättern.
Bei extremem Mangel wird die gesamte Pflanze gelb, sofern nicht andere
farbstoffe durch den Verlust von Chlorophyll sichtbar werden. Die
Verzweigung
von Stängelpflanzen ist geringer. Stickstoffmangelpflanzen sind
kleiner
als gut versorgte Pflanzen. Stängel und Blätter stehen steif
aufrecht und auch die Blätter liegen dabei eng am Stängel an.
Diese Starrtracht kann bei Gräsern bis in die Blattspitzen
reichen.
(Bei Schwefelmangel hängen die Blattspitzen.) Ursache ist ein
erhöhter
Anteil an Kohlehydraten. Das kann bei manchen Pflanzenarten (z. B.
Rüben
und Erdbeeren) zu Rotfärbung durch Anthocyane
führen. Anders als bei Phosphatmangel treten sie aber nur zusammen
mit hell grünen bis gelben Chlorosen auf.
Die Samen reifen nach der Blüte nicht aus.
Schwefelmangel kann je nach
Pflanzenart
und Situation Stickstoffmangel oder Stickstofftoxizität
verursachen.
Ein Mangel an Molybdän stört den Stickstoff-Stoffwechsel, so
dass auch durch Molybdän-Mangel Stickstoffmangelsymptome
ausgelöst
werden können.
Überdüngung und Toxizität
Mit einem steigenden Angebot an Stickstoff, steigt
auch
der Stickstoffgehalt in der Pflanze. Beispielsweise stieg in einem
Versuch
der Anteil von Stickstoff bei Elodea canadensis von 1,83 auf
2,1
% Trockenmasse, bei Elodea nuttalii von 1,56 auf 2,1% und bei Lagarosiphon
major von 1,5 auf 1,9 % bei einer Düngung von jeweils 0,21
mg/l
Stickstoff bzw. 3,36 mg/l Stickstoff, das entspricht einem
Äquivalent
von ca. 13 bzw. 208 mg Nitrat pro Liter (James
et al. 2006).
Auch eine Überdüngung kann zu Problemen
führen.
Eine hohe Konzentration von Ammonium führt zu Blattschäden.
Eine
Überversorgung mit Nitrat kann Blattrandnekrosen verursachen.
Nitrattoxizität
kann auch durch Schwefelmangel induziert werden.
Zusätzlich fördert starke
Stickstoffdüngung
das Wachstum, ohne das ausreichend hochmoleulare Kohlehydrate
(Zellulose,
Lignin) gebildet werden. Die Zellwände werden dünner und der
Gehalt an Zuckern im Zellsaft steigt. Dadurch wird die Pflanze nicht
nur
anfälliger, sondern auch attraktiver für Pilze und saugende
Insekten.
Zu starke Stickstoffdüngung fördert zum Beispiel den Befall
mit
Grauschimmel
(Botrytis cinerea). Kaliumbetonte Düngung wirkt sich
dagegen
positiv auf die Widerstandskraft gegen den Pilz aus.
Nitratüberschuss
soll nach einer von mehreren Theorien für die
Cryptocorynen-Krankheit
verantwortlich sein, bei der durch Veränderungen des Lichtangebots
oder Schwankungen der Wasserwerte die Blätter zerfallen.
Eingelagerte
Stickstoffverbindungen werden möglicherweise schlagartig
freigesetzt
und führen zu einer Vergiftung der Pflanze. Allerdings kann man
die
Symptome auch durch einer Überdüngung mit
Kalium
(über 50 mg/l Aquarienwasser) verursachen.
| Erfahrungsberichte aus der Aquaristik
Eichhornia-Arten benötigen viel
Stickstoff.
Ein befriedigendes |
![]() Shinnersia rivularis
weiß-grün oben |
![]() Echinodorus palaefolius mit extremem Stickstoffmangel. Im Hintergrund zum Vergleich E. x ´Ozelot grün´ |
Wenn der Stickstoffmangel nicht stark
|
Stickstoffkreislauf
und
Einlaufphase des Aquariums
Im Aquarium läuft wie im Boden oder in
natürlichen
Gewässern eine Abbaukette ab, bei der aus abgestorbenem tierischen
oder pflanzlichem Material und tierischen Ausscheidungen erst Ammonium
(pH > 7 Ammoniak), dann Nitrit und zum Schluss Nitrat wird. Dabei
werden
an Stickstoffreste aus Amminogruppen oder Harnstoff (CNH-Körper)
Sauerstoff
(O) angehängt. Dieser Vorgang erfolgt im Inneren von Bakterien,
die
z.B. Ammonium als Nahrungsquelle nutzen und ihn in ihrem Stoffwechsel
verbrennen
(oxidieren). Auf die gleiche Weise produzieren wir Menschen bei der
Energiegewinnung
aus Kohlenhydraten (Zucker und Stärke) Kohlendioxid. Das
entstehenden
Nitrit (NO2)
ist also
ein Abfallprodukt von bakteriellem Stoffwechsel. Andere Bakterien
nutzen
das Nitrit um ihren eigenen Nahrungsbedarf zu decken und verbrennen das
Molekül auch noch einmal. Das entstehende Nitrat (NO3)hat
darum drei Sauerstoffatome.
In der Einlaufphase eines
Aquariums
sind die Bakterien nur in sehr geringer Konzentration im Wasser bzw. im
Filter. Darum kann sich Ammonium ansammeln. Erst wenn die Bakterien
sich
vermehrt haben, kann jedes frei werdende Molekül von Ammonium
sofort
verwertet werden. Dann steigt der Gehalt an Nitrit so lange an
(Nitritpeak),
bis ausreichend Bakterien der anderen Art da sind um es schnell ab zu
bauen.
Da Ammoniak und Nitrit giftig für Fische sind, sollten Fische erst
eingesetzt werden, wenn die Abbaukette vollständig abgelaufen ist.
Das Absinken des Nitritgehaltes ist dafür ein gutes Indiz.
Allerdings
kann sich die Abbaukette nur dann entwickeln, wenn Stickstoff im Wasser
ist. Es muss also Mulm oder Fischfutter zugegeben werden, damit die
ersten
Bakterien der Abbaukette Nahrung haben und in der Folge auch die
anderen
Futter finden. In der Einlaufphase ist es darum wichtig etwas
Stickstoff
zu zuführen und für eine ausreichende Belüftung zu
sorgen.
Von Kohlendioxiddünung ist in den ersten Monaten abzuraten, da
zuerst
vor allem Stickstoff und Phosphat das Wachstum begrenzen.
Stickstoffmangel ist im eingefahrenen Aquarium selten
zu erwarten, da die Stoffwechselprodukte von Fischen eher zu einer
Überversorgung
führen. Bei einer übermäßigen Versorgung mit
Phosphat
kann es aber vorkommen, dass zumindest latenter Mangel auftritt.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze:
durchschnittlich
0,2%
Der tatsächliche Phosphatgehalt ist von der
Pflanzenart,
ihrem Ernährungszustand und dem untersuchten Pflanzeteil
abhängig
(siehe hier).
Phosphat ist Bestandteil der Chromosomen, der
Zellmembranen
und dient als Energieträger (ATP).
|
|
|
| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
|
| Eichhornia crassipes Blätter |
|
| Nymphaea alba |
|
| Nymphoides indica Blätter |
|
| Nymphoides indica Rhizome |
|
| Nymphoides pelatata |
|
| Pontederia cordata Blätter |
|
| Pontederia cordata Rhizome |
|
| Potamogeton mackianus Blätter |
|
| Potamogeton pectinatus Blätter |
|
| Potamogeton pectinatus, Wurzeln |
|
| Salvinia molesta |
|
| Trapa natans |
|
| Vallisneria americana Blätter |
|
| Vallisneria americana Wurzeln |
|
| Vallisneria natans Blätter |
|
Ein zu hoher Phosphatgehalt wird oft für das übermäßige Wachstum von Pinselalgen verantwortlich gemacht. Es kann aber vorkommen, dass ein Aquarium mit 5 mg/l Phosphat völlig algenfrei ist, währenmd ein anderes mit 0,1 mg/l Phosphat völlig überwuchert wird. Der Grund dafür scheint zu sein, dass nicht der totale Phosphatgehalt wichtig ist, sondern das Verhältnis vom Phosphat zu den anderen Nährstoffen. Nitrat und Phosphat werden von den Aquarienpflanzen in Sumpfkultur etwa in einem Verhältnis von 15:1 aufgenommen. Ist mehr Phosphat vorhanden, dann kann Stickstoff der begrenzende Faktor werden.
Teilweise können die Phosphatwerte dann die
Skala
der Wassertest sprengen und lassen sich nur mit Hilfe von
Verdünnungen
messen. Dazu muss man vor dem Testen destilliertes Wasser zur Probe
geben.
Es können in so einem Fall Werte bis 30 oder 40 mg Phosphat pro
Liter
Wasser auftreten. "Normal" wären etwa 0,1 mg/l. Dieser Zustand
geht
oft mit verstärktem Wachstum von Pinselalgen einher. Abhilfe
schaffen
regelmäßige Wasserwechsel (etwa alle 2 Tage) bis eine
Verringerung
des Phosphatgehaltes eintritt. Ein einmaliger Wasserwechsel reicht
nicht
aus, weil aus dem Substrat ausgefallene Phosphorsalze nach dem
Wasserwechsel
zurückgelöst werden. Die Zugabe von Phosphatreduzierenden
Zusätzen
ist aus dem gleichen Grund keine Lösung. Das Phosphat wird
lediglich
ausgefällt und löst sich wieder, wenn z.B. der pH-Wert oder
die
Gesamthärte verändert werden. Wenn der Phosphatgehalt
gesunken
ist, dann empfiehlt sich die Zugabe von stickstoffhaltigen
Düngern.
Denn die Pflanzen können das Phosphat nur aufnehmen, wenn sie
wachsen.
Alle Mangelfaktoren müssen dafür beseitigt werden. Die
Ergänzung
des Pflanzenbestandes mit schnell wachsenden Pflanzen ist zu diesem
Zeitpunkt
sinnvoll um den Entzug von Phosphat zu fördern.
In einem Versuch hat sich gezeigt, dass durch eine
Erhöhung
des Kohlendioxidangebotes bei Vallisneria spinulosa die
Phosphatkonzentration
in den Blättern, Wurzeln und Stolonen um 35 bis 147 % ansteigt,
während
der Stickstoffgehalt sink (Yan
X. et al 2006).
Phosphatmangel erzeugt kleine, grau-grüne oder
rötliche
Pflanzen. Ursache ist die Ansammlung von Anthocyanen
durch einen Mangel am energietransportierenden ATP. Die Rotfärbung
beginnt
in den älteren Pflanzenteilen und ist im Bereich der
Blattadern
und –stiele besonders ausgeprägt. Die Pflanzen können sich
dunkler färben oder blau-grün werden. Der Energiemangel hemmt
alle
Stoffwechselvorgänge.
Die Pflanzen kümmern und sterben von unten nach oben ab.

In diesem Bestand von Echinodorus
bleherae |
Der Nährstoffentzug aus den alten
Blättern |
Überdüngung und Toxizität
Mit zunehmendem Phosphatangebot steigt der
Phosphatgehalt
im Pflanzengewebe.
Phosphatüberschuss ist im Aquarium häufiger.
Er zeigt sich manchmal in braunen bis schwarzen Verfärbungen auf
den
Blättern, die dann absterben. Es kommt zu verstärktem
Algenwuchs
(Pinselalgen, Kieselalgen, Cyabobakterien). Häufig tritt
zusätzlich Eisenmangel
auf, weil zuviel Phosphat die Aufnahme von Eisen behindert.
Regelmäßige
Wasserwechsel sind nötig.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,1-0,6%.
Schwefel ist Bestandteil von Chlorophyll und
Chloroplasten,
sowie von essentiellen Aminosäuren (Cystein und Cystin) und so am
Aufbau wichtiger Proteine beteiligt. Aneurin (Thiamin oder Vitamin B1)
enthält Schwefel. Ebenso Biotin (Vitamin H), das Co-Enzym A, das
eine
wichtige Rolle im Atmungsstoffwechsel spielt, und einige Enzyme, die
bei
der Stickstoffumwandlung in der Pflanze von Bedeutung sind. Auch in
Zellmembranen
ist Schwefel gebunden. Er ist damit für die Pflanze unverzichtbar.
Die aromatischen Öle, die bei Senf und Lauch
für
den Geruch verantwortlich sind, sind ebenfalls schwefelhaltig. Daher
haben
solche Pflanzen auch mit z.T. mehr als 1 % in der Trockenmasse
einen
besonders hohen Schwefelgehalt. Entsprechend größer ist auch
ihr Schwefelbedarf, gegenüber anderen Kulturpflanzen.
Im Zellsaft liegt Schwefel als CaSO4
und als SO24 -
vor. Überschüssiger Schwefel kann in den Blättern als
Sulfat
gelagert werden. Diese Reserve kann mehr als die Hälfte des
Gesamtschwefels
einer Pflanze ausmachen. Erst wenn die völlig verbraucht ist,
treten
an den jüngeren Blättern erste Mangelsymptome auf.
Schwefelmangel kann je nach Pflanzenart und Situation
Stickstoffmangel oder Stickstofftoxizität verursachen
Die chlorotischen Mangelsymptome treten zuerst
an den
jüngeren Blättern auf, die älteren Blätter
sterben
nicht
vorzeitig ab. Es wird zwar Schwefel aus älteren Blättern
verlagert,
aber die Versorgung reicht nicht aus. Junge Blätter sind darum
kleiner
und zeigen Chlorosen von hellgrün bis gelb, beginnend um die
Blattadern
herum. Teilweise kann es durch Anthocyaneinlagerung
zu rot-violetten Verfärbungen entlang der Blattadern kommen.
Es werden Starrtrachtsymptome gebildet, d.h. die
Stängel
stehen starr aufrecht und die Blätter eng am Stängel
anliegend
auch. Die Blätter sind kleiner und oft schmaler. Das
Sprosswachstum
ist reduziert und die Stängel sind dünner. Das Wurzelwachstum
ist weniger stark beeinträchtigt, so dass sich das Verhältnis
zwischen Sproß und Wurzel zu Gunsten der Wurzel verschiebt.
Abhängig davon in welchem Entwicklungsstadium
akuter
Mangel auftritt, können die Pflanzen auch stark kümmern.
Niedriger Sulfatgehalt im Boden kann eine
verstärkte
Chloridaufnahme provozieren, die wiederum zum Quellen des Gewebes
führt.
Die Pflanzen zeigen dann kaum Chlorosen, haben aber gestauchte Internodien
und ähneln Sukkulenten.
Die Menge an Chlorophyll sinkt, weil Schwefel
Bestandteil
von Chlorophyll und Chloroplasten ist. Durch Schwefelmangel kann es zu
Störungen in der Nitratreduktion im Pflanzeninneren kommen und
dadurch
Nitrattoxizität auftreten. Knöllchenbakterien, die zum
Beispiel
in Symbiose mit Leguminosen leben, benötigen Schwefel für die
Bindung von Luftstickstoff (N2).
Schwefelmangel
hemmt sie und kann so zu Stickstoffmangel führen.
Bei Schwefelmangel vermindert sich die
Eiweißqualität
und der Stärkegehalt in den Pflanzen nimmt zu.
Im Aquarium ist der Mangel unwahrscheinlich, weil
Leitungswasser
Sulfat enthält und Schwefel aus Futterresten frei wird. Schwefel
bzw.
Sulfat ist das am häufigsten verwendete Gegenion für Salze in
Aquarienpflanzendüngern.
Überdüngung und Toxizität
Schwefelüberdüngung ist sehr selten. Es
gibt
keine Berichte über Schwefelüberdüngung bei
Aquarienpflanzen.
Allerdings kann es in unbelüfteten
Filtermaterialien
und anaeroben Substratschichten zur Bildung von giftigem
Schwefelwasserstoff
(H2S) kommen, weil die bakterielle Abbaukette zum Sulfat
durch
Sauerstoffmangel unterbrochen wird. Der Schwefelwasserstoff kann die
Wurzeln
schädigen und ist auch giftig für Fische und andere Lebewesen.
Bei anderen Kulturpflanzen kann sehr selten eine Toxizität durch ein Schwefelüberangebot auftreten. Bei Citrus beginnen die Blätter vom Rand her zu vergilben und bleiben kleiner. Die Früchte reifen aus, bevor sie ihre Zielgröße erreichen. Zuckerrüben, Tomaten, Baumwolle und Luzerne bleiben bei Schwefelüberschuß kleiner ohne Blattsymptome zu zeigen. Sorghumhirse und Bohnen kümmern sehr stark und zeigen deutliche Interkostalchlorosen und Nekrosen. Die Blätter fallen früh ab. Luzerne zeigt Chlorosen erst ab einem Blatt-S-Gehalt von etwa 2 %. Bei Citrus sind bereits ab 0,5 % Schäden sichtbar.
Schwerwiegender hat sich in den 70er und 80er Jahren im Freiland eine Schädigung durch Schwefeldioxid (SO2) und Schäden durch sauren Regen ausgewirkt. Durch den Einsatz von Filtern bei den verursachenden Industrien hat der Schwefeleintrag aus der Luft so weit nachgelassen, das zusätzliche Düngung in der Landwirtschaft nötig geworden ist.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 1 %
Kalium ist wichtig für den Wasserhaushalt. Der
Zellinnendruck
wird durch hohe Kalium-Gehalte aufrecht erhalten. Im Wasserwerk wird es
in der Regel aus dem Wasser entfernt, darum ist es im Leitungswasser
oft
nicht in ausreichender Menge vorhanden.
|
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
|
| Nymphoides indica Blätter |
|
| Nymphoides indica Rhizome |
|
| Pontederia cordata Blätter |
|
| Pontederia cordata Rhizome |
|
| Salvinia molesta |
|
Kalium-Mangelsymptome
Kalium-Mangel führt zu einer Störung der
Zellatmung,
des Kohlehydrat- und Proteinstoffwechsels. Die Symptome zeigen
sich
zuerst durch Blattrandchlorosen und Nekrosen an älteren
Blättern.
Typisch für Kalium-Mangel sind die
kleinen Löcher
in der Blattspreite. Sie treten vor allem an den
älteren
Blättern auf. Hygrophila-Arten sind gute
Zeigerpflanzen
für Kalium- und Calcium-Mangel,
weil sie früher als
andere Pflanzen Symptome zeigen.
Ursache hierfür soll die Ansammlung von Aminen (Stickstoffverbindungen) sein, die toxisch wirken. Bei Aponogeton zeigt sich Kaliummangel sehr deutlich. Diese braunen Flecken sind vor allem bei Aponogeton rigidifolius bekannt. Kluczniok (1989) berichtet, dass beim ihm Echinodorus macrophyllus gelbe Flecken an den Rändern und an der Spitze der Blätter bekam, die dann in Nekrosen übergingen und zu Löchern führten. Durch Zugabe von einem Teelöffel Kaliumsulfat auf 150 l Wasser konnte er die Mangelsymptome beheben. Die Blätter wurden innerhalb von drei Wochen wieder grün. Die selben Symptome zeigte auch Anubias barteri var. glabra. Als Nebeneffekt der Düngung verschwanden beim ihm die Blaualgen.
Kaliumbetonte Düngung verbessert die
Widerstandskraft
von Pflanzen gegenüber Grauschimmel
(Botrytis cinerea), während eine stickstoffbetonte
Düngung
den Pilzbefall fördert.
Bei Kaliummangel bilden sich auf den
Blättern |
Von links nach rechts: |
Kalium-Mangel an Hygrophila |
|
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,5 %.
Calcium stabilisiert die Zellwände und die
Membranen.
Es wird nicht in Moleküle der Pflanze eingebunden, sondern liegt
nur
als Ion im Zellsaft oder als Ion in den Zellwänden vor.
|
|
|
| Nymphoides indica Blätter |
|
| Nymphoides indica Rhizome |
|
| Pontederia cordata Blätter |
|
| Pontederia cordata Rhizome |
|
| Salvinia molesta |
|
Calcium-Mangelsymptome
Mangelsymptome treten zuerst an meristematischem
Gewebe von Wurzel und Spross auf. Je schneller die Pflanzen wachsen,
desto
stärker sind die Symptome. Jüngere Blätter einiger
Pflanzen
zeigen Gewebeschäden. Bei anderen Pflanzenarten treten Chlorosen
am
Blattrand auf. Bei Hygrophila-Arten ist Calcium-Mangel sehr deutlich an
V-förmigen Chlorosen entlang des Blattrandes zu erkennen. Es sind
schnell alle Blätter betroffen. Hygrophila zeigen viel früher
als andere Pflanzen Calcium-Mangel und sind darum gute Zeigerpflanzen
für
Calcium.
Ein hoher Kalium-Gehalt verstärkt den Mangel,
da
Pflanzen an eine bestimmtes K/Ca-Verhältnis angepasst sind.
Chlorosen und Nekrosen in den
Interkostalen |
Blattrandchlorosen und
Trockenschäden |
Calcium-Mangel an Hygrophila |
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,2 %.
Magnesium ist das Zentralatom des Chlorophylls und in
dieser Funktion nicht ersetzbar. Außerdem ist es wichtig für
die Proteinbiosynthese, weil es die Ribosomen aktiviert. Ohne Magnesium
können keine Proteine (Eiweiße) hergestellt werden. Der
Stoffwechsel
kommt dann zum erliegen.
|
|
|
| Nymphoides indica Blätter |
|
| Nymphoides indica Rhizome |
|
| Pontederia cordata Blätter |
|
| Pontederia cordata Rhizome |
|
| Salvinia molesta |
|
Mangel äußert sich zuerst an den
älteren
Blättern. Es bildet sich ein marmoriertes Muster aus Chlorosen.
Nekrosen
bilden sich aus. Blattränder und Blattadern sind häufig nicht
betroffen.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,01%.
Eisen ist Bestandteil von Chlorophyllvorstufen und ist
wichtig für die Umwandlung von Stickstoff in der Pflanze.
|
|
|
| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
|
Eisenmangel äußert sich in Chlorosen an
den
jüngern Blättern. Anfangs sind die Blattadern noch grün,
später werden sie auch gelb. Die Blätter werden gelb oder
weiß,
brüchig
und glasig. Im Extremfall sterben die Pflanzen von oben her ab. Die
Wurzeln sind
kurz
und braunverfärbt.

Eisen wird in der Pflanze nicht verlagert, wenn es
einmal
im Blatt angekommen ist. Daher treten die Mangelsymptome zuerst an der
Spitze auf.
In der Natur haben sich Pflanzen an bestimmte Standorte
angepasst. Auf basischen Böden findet man besonders Pflanzen
(Gräser),
die durch die Ausscheidung von Phytosiderophoren (Chelatbildner) Eisen
komplexieren können. Dieser Vorgang ist unabhängig von
pH-Wert
und Temperatur. Nicht-Gräser reagieren auf einen Mangel an Eisen
mit
verringertem Wurzellängenwachstum, verdickten Wurzelspitzen
(Vergrösserung
der Membranoberfläche) und einer Zunahme der Wurzelhaarzahl. Es
werden
verstärkt H+-Ionen ausgeschieden und damit aktiv der pH-Wert
gesenkt.
In stark alkalischem Milieu werden die Protonen abgepuffert und die
Strategie
der Eisenaufnahme bleibt erfolglos.
Ein hohes Angebot an Phosphat und ein
zu hoher pH-Wert (über 7) verstärken den Mangel. Auch hohe
Nitratgehalte,
hohe Carbonat, Gesamthärte und Kaliummangel wirken sich negativ
aus.
Bei zu geringen temperaturen ist die Eisenaufnahme ebenfalls
beeinträchtigt. Bei tropischen und subtropischen pflanzen darf die
Temperatur im Aquarium darum nicht dauerhaft unter 22 °C sinken.
Starker Mangel lässt sich durch
Eisendüngung nicht mehr
beheben.
Links Ludwigia mit Eisenmangel,
|
![]() Auch bei Schwimmblattpflanzen werden immer zuerst die jungen Blätter chlorotisch, während die älteren normal gefärbt sind. |
![]() Bei Echinodorus mit rosa oder gelb gefärbten Herzblättern (hier E. x ´Oriental´) fallen Eisenmangelchlorosen besonders schnell auf. |
![]() Links Eisenmangel an Cabomba palaeformis. Rechts Cabomba caroliniana aus dem selben Aquarium zeigt keine Symptome. |
Der Eisengehalt im Wasser muss nicht das Maß
für
die Verfügbarkeit des Eisens sein, da die Pflanzen auch
Nährstoffe
aus dem Bodengrund aufnehmen, wo sie es sich zum Beispiel durch
Absenken
des pH-Wertes im wurzelnahen Bereich direkt verfügbar machen. Die
Empfindlichkeit gegenüber anderen störenden Einflüssen
ist
unterschiedlich stark, so dass es möglich ist, dass einige
Pflanzen
Eisenmangel zeigen und andere wunderbar wachsen.
Dem Frischwasser sollte bei einem Wasserwechsel ein
Eisendünger
zugesetzt werden. Darüber hinaus müssen aber auch die
übrigen
Wasserwerte beobachtet werden.
Fazit: Die Ursachen von Eisenmangel
1. absoluter Mangel an Eisen (im Leitungswasser nicht
enthalten)
2. Mangel an verfügbarem Eisen
a) zu hoher Nitratgehalt (Wasserwechsel machen)
b) zu hoher Phosphatgehalt (Wasserwechsel machen)
c) falsches Lichtspektrum (Leuchtkörper
austauschen)
d) zu hohe Karbonathärte (angepasste Arten
verwenden,
Wasser enthärten)
e) zu hohe Gesamthärte (angepasste Arten
verwenden,
Wasser enthärten)
f) zu hoher pH-Wert (angepasste Arten verwenden,
pH-Wert
senken)
|
Eisen kommt im natürlichen Boden in
unterschiedlichen
Konzentrationen vor. Hochmoore sind meist frei von Eisen. Laterite und
Terra rossa-Böden der Tropen können bis 10% oder mehr Eisen
enthalten.
Es ist Bestandteil verschiedener Minerale (Hornblenden, Augite, Biotite
u.a.) und wird durch Verwitterung frei als dreiwertige Oxide und
Hydroxide,
die wasserunlöslich sind. Ein geringer Teil wird an Tonminerale
gebunden
oder bildet mit Phosphaten und Carbonaten Salze. |
Eisen-Toxizität
Eisen kann auch zu Vergiftungen führen, besonders bei Calcium-, Phosphat- und Sauerstoffmangel. Eine Überdüngung mit Eisen behindert die Aufnahme von Mangan.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,005%.
|
|
|
| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
|
Mangan-Mangel:
Manganmangel zeigt sich als erstes an Chlorosen in der
Wachstumszone. Betroffen sind zunächst die Interkostalfelder,
dann bilden sich gelbe Flecken, die in Nekrosen übergehen. Oft
bilden
sich Deformationen an den jüngsten Blättern. Ursache für
Manganmangel an Aquarienpflanzen ist eine häufig einseitige
Eisendüngung.
Mangantoxizität kann bei pH-Werten unter 5,5
und bei Sauerstoffmangel vorkommen. Blattrandchlorosen entwickeln sich
weiter zu Nekrosen. Die Blätter sind gekrümmt. Es sind
deutlich
braune Punkte aus oxidierten Phenolen (in den Zellwänden) zu
sehen.
Die Calcium-Aufnahme wird gestört, so dass es zu einem Ca-Mangel
kommt.
Silizium wirkt der Mangan-Toxizität entgegen.
Manganmangel an Echinodorus
palaefolius |
Extremer Manganmangel an Echinodorus
maculatus
durch |
Die Pflanzen reagieren unterschiedlich auf
Manganmangel.
Bei Echinodorus palaefolius treten viele kleine Punkte auf und
die
Blätter zeigen Wellen in der Spreite. Echinodorus maculatus
zeigt ausgeprägte Nekrosen. Weniger Punkte sind an Echinodorus
parviflorus ´Tropica´und E. cordifolius zu
sehen.
Sehr vereinzelt nur an Echinodorus bleherae, Echinodorus x
´Rrubra´
und E. x barthii. An den klein bleibenden E. angustifolius,
E.
bolivianus und E. latifolius treten Chlorosen auf.
Echindorus x ´Harbig rot´, E. x
´Ozelot´,
E.
amazonicus und E. osiris bleiben unter den gleichen
Bedingungen
noch symptomlos.
Kleemann (1990) beschreibt die
"Christbaumkrankheit"
bei der es sich nach seiner Meinung um Manganmangel handelt. Dabei ist
die Spreite zwischen den Adern aufgehellt, die Adern bleiben aber
dunkel.
Er bezeichnet diese Symptome als Christbaumkrankheit, weil ihn die
Adern
an trockene Tannenzweige erinnerten. leider enthält der Artikel
keine
Bilder, so dass ich nur auf Grund der Beschreibung annehmen kann, dass
die Pflanzen solche Symptome zeigen wie die unten abgebildeten Cryptocoryne
beckettii.
Diese Chlorosen an einer Varietät von Cryptocoryne
waren nur |
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|
| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
|
Bormangel betrifft vor allem meristematisches
(teilungsfähiges)
Gewebe. Das Wurzelwachstum wird eingeschränkt. Junge Blätter
sind stark verkrüppelt und tiefgrün bis blau. Später
werden
sie chlorotisch und sterben ab. Ein zu hoher pH-Wert behindert die
Boraufnahme.

Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,0006 %.
Kupfer wird unabhängig von der Konzentration in der Außenlösung immer in konstanter Rate von 0,11 mg/l und Tag von Myriophyllum aquaticum, Ludwigia palustris und Mentha aquatica aufgenommen (Kamal et al. 2004).
Kupfer-Mangel
Kupfermangel führt zu starken Chlorosen bis hin zur Weißfärbung. Die Blätter verkrüppeln und drehen sich ein. Hohe Stickstoffmengen und hohe pH-Werte verstärken den Mangel. Jüngste Blätter sterben ab bevor sie Farbe ausbilden.
Kupfer-Toxizität
Wenn neue Wasserleitungen aus Kupfer sind, dann kann
das
Leitungswasser 0,1 mg/l Kupfer oder mehr enthalten. Arten, die sehr
empfindlich
auf Kupfer reagieren (Vallisnerien, Wasserpest und andere) zeigen
aber schon bei Konzentrationen von 0,02 mg/l Deformationen. Besonders
in
Bereichen mit hartem Wasser bildet sich aber schnell eine
wasserunlösliche
Schicht in den Rohren, die das Auswaschen von Kupfer deutlich
reduziert.
Die Verwendung von Wasseraufbereitungsanlagen zur Wasserenthärtung
fördert dagegen die Kupferfreisetzung aus den Rohren. Die
Verwendung eines Wasseraufbereiters - auch zum Schutz von Wirbellosen -
ist darum manchmal unverzichtbar.
Hauptsächlich
stellt aber das Kupfer aus Fischmedikamenten und Mitteln zur
Algenbekämpfung
ein Problem dar. Es wird schlagartig in hohen Konzentrationen zugegeben
und kann schnell ganze Pflanzenbestände vernichten. Das Bild unten
zeigt einen Kupferschaden an Egeria densa. Die Ammannia am Bildrand und die
Fadenalgen sind von der gewählten Kupfersulfatmenge unbeeinflusst
geblieben.

Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,002 %.
Zink wird unabhängig von der Konzentration in der
Außenlösung immer in konstanter Rate von 0,48 mg/l und Tag
von
Myriophyllum
aquaticum, Ludwigia palustris und Mentha aquatica
aufgenommen
(Kamal et al. 2004).
Zinkmangel tritt häufig zusammen mit Eisenmangel und unter den gleichen Bedingungen auf. Besonders ein hohes Phosphatangebot kann der Auslöser sein. Die Interkostalfelder der jüngeren Blätter werden chlorotisch.
Toxizität ist selten und äußert sich wie Eisentoxizität.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,00001 %.
Bei Mangel verfärben sich ältere Blätter blaugrün (Ursache ist eine Störung im Stickstoff-Stoffwechsel). Später kommt es zu Chlorosen.
Allgemeine Informationen
Silizium wirkt Mangan-Toxizität entgegen, weil die
Ionen um die Bindungsplätze an der Zellmembran konkurrieren.
Silizium
wird in Zellwände eingebaut. Harte Pflanzen (Gräser, z. B.
Reis)
enthalten meistens Silizium. Es ist kein essentieller Nährstoff.
Die
genaue Funktion ist unbekannt.
Silzium ist auch Bestandteil der Schalen von
Kieselalgen.
Quarzkies und Glas bestehen aus Siliziumoxid. Eine künstliche
Zufuhr
ist nicht notwendig.
Allgemeine Informationen
Natrium ist wichtig für den Wasserhaushalt.
|
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| Nymphoides indica Blätter |
|
| Nymphoides indica Rhizom |
|
| Pontederia cordata Blätter |
|
| Pontederia cordata Rhizome |
|
| Salvinia molesta |
|
Natrium-Mangelsymptome sind bisher nicht bekannt.
Allgemeine Informationen
Es ist wichtig für den Wasserhaushalt und für
die Proteinstabilität.
Ein Mangel wäre äußerlich nicht
sichtbar,
ist aber unwahrscheinlich, da Chlorid häufig in Leitungswasser
enthalten
ist.
Man sollte aber möglichst keine Düngesalze
verwenden
die Chlorid als Gegenion enthalten. (z. B. KCl), da einige
Aquarienpflanzen,
darunter Nymphaea
lotus
und Bolbitis
heudelottiiempfindlich auf Chlorid reagieren.
|
|
Pflanzen, die an schattige Standorte angepasst sind haben dunkelgrüne Blätter. Sie haben besonders viel Chlorophyll. Dieses wird nicht durch andere Farbstoffe überlagert und kann durch zu starkes Licht beschädigt werden. Anubias-Arten stellen bei zuviel Licht ihr Wachstum ein. |
Diese Anubias heterophylla zeigen
Chlorotische
Veränderungen, |
Zu den Schwermetallen gehören Aluminium, Chrom, Barium, Titan, Cobald, Nickel, Cadmium und Blei, aber auch Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Mangan und Zink, die als (Mikro)-Nährstoffe für die Pflanze wichtig sind. Besonders die Elemente, die keine Funktion in der Pflanze haben, können zu schweren Vergiftungserscheinungen führen, weil sie schon bei geringen Dosen, Stoffwechselvorgänge behindern, indem sie Bindungstellen für andere Elemente belegen und dadurch zum Beispiel Enzyme zerstören. Dabei sind die Schäden durch Messung von Stoffwechselaktivitäten deutlich früher zu bemerken als an Chlorosen oder Wuchshemmung, z. B. bei Nickel an Elodea canadensis (Käkönen & Kairesalo 1998). Bei einer Vergiftung durch Quecksilber besipielsweise nimmt der Gehalt an Chlorophyll, Proteinen, Stickstoff, Phosphat und Kalium in Vallisneria spiralis innherlb von 7 Tagen ab (Gupta & Chandra 1998).
Obwohl sie nicht alle von Nutzen und in höheren Dosen schädlich sind, nehmen Pflanzen Schwermetalle auf. Sie werden im Pflanzengewebe eingelagert. Die meisten Elemente (Ca, Fe, Al, Cr, Cu, Ba, Ti, Co, Pb) werden vor allen in den Wurzeln akkumuliert. Mangan, Zink und Magnesium findet man vor allem im Stängel und Calcium wird in den Blättern eingelagert. Dabei nehmen die Pflanzen die für sie wichtigen Metalle in größerem Maße auf, als die schädlichen (Vardanyan & Ingole 2006).
Zink und Kupfer werden unabhängig von der Konzentration in der Außenlösung immer in konstanter Rate von 0,48 mg pro Liter und Tag bzw. 0,11 mg pro Liter und Tag von Myriophyllum aquaticum, Ludwigia palustris und Mentha aquatica aufgenommen. Bei Quecksilber und Eisen steigt die Aufnahmerate in Abhängigkeit von der Konzentration. Bei Quecksilber reicht die Spanne von 0,0002 bis 0,0787 mg pro Liter und Tag. Bei Eisen von 0,41 bis 7,00 mg pro Liter und Tag (Kamal et al. 2004). Auch Cadmium wird mit steigender Konzentration im Nährmedium vermehrt aufgenommen (Sivaci et al. 2004). Die einzelnen Schwermetalle werden unterschiedlich schnell aufgenommen. Nickel dringt zum Beispiel 25 bis 40 Mal schneller in Elodea canadensis als Chrom (Kahkönen et al. 1998).
In einem Versuch mit Vallisneria spinulosa
wurde
nachgewiesen, dass von der Mutterpflanze aufgenommenes Blei auch in die
Jungpflanzen gelangt. Die höchste Bleikonzentration wurde in den
Wurzeln
gefunden, danach absteigend in den Turionen, den Stolonen und die
niedrigste
in den Blättern. Bereits bei einer Bleimenge von 40 µg pro
Gramm
Boden ist das Wachstum deutlich gesenkt. Die Enzyme Superoxiddismutase,
Katalase
und Peroxidase zeigten eine
deutlich
verringerte Aktivität (Yan X.
et al. 2006).
Chrom wird von Salvinia herzogii und Eichhornia
crassipes nur in geringen Mengen in die Blätter verlagert.
Eine
Aufnahme über die Blätter ist aber möglich. (Maine et
al.
2004
Wie hoch die Konzentration an Schwermetallen sein darf hängt von der Pflanzenart ab. Mehr als 50 mg/l Blei ist tödlich für Algen der Gattung Microspora. Axtell et al. 2003 Eichhornia crassipes verträgt bis zu 100 mg/l Blei. Wir dieses aber mit anderen Schwermetallen zusammen angeboten sind bereits 3 mg/l tödlich (Soltan & Rashked 2001).
Die Fähigkeit Schwermetalle aufzunehmen macht man sich bei der Klärung von Abwässern zu Nutze. Interssant ist darum die Frage welche Pflanzenarten besonders viel von welchem Schwermetall aufnehmen können, bevor sie absterben. Lee et al. 1998 untersuchten 20 Wasserpflanzen und stellten fest, dass sie sehr unterschiedlich reagierten. Generell war die Empfindlichkeit gegen Zink höher und viele der Versuchspflanzen überlebten den Versuchszeitraum nicht. Aber auch die Fähigkeit Blei einzulagern ist begrenzt. Die Aufnahme wird irgendwann durch die Zerstörung der Enzyme behindert.
Tabelle: ungefähre Maximale Gehalte an Blei und
Zink
in mg pro kg Trockenmasse bei verschiedenen Wasserpflanzen (nach Lee
et al. 1998).
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| Ceratopteris thalictroides |
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| Hygrophila polysperma |
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| Myriophyllum elatinoides |
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| Hydrocotyle leucocephala |
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| Ludwigia palustris |
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| Cabomba caroliniana |
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| Limnophila aquatica |
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| Vallisneria spiralis |
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Gehalte von Cadmium und Blei in Alternathera
philoxeroides
nach dreiwöchiger Kultur in Nährlösung mit 0,5 mg/l
Blei-Nitrat
oder Cadmium-Chlorid (Naqvi et al. 1993)
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| Wurzel |
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| Stängel |
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Interessant ist, dass verschiedene Versuche gezeigt haben, dass auch tote, getrocknete Pflanzenteile Schwermetalle einlagern. das bedeutet, das die Aufnahme passiv in die Zellwände erfolgt und nicht bedingt durch Stoffwechselaktivitäten. Ergebnisse dazu gibt es für Eichhornia crassipes, Potamogeton natans und Ceratophyllum demsum (Schneider et al. 1995, Lacher & Smith 2002, Keshkinkan et al. 2004).
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