Anentome helena (Meder in Philippi, 1847)
Synonyme: Clea helena (Van den Busch, 1847), Anentome
theminckiana (Petit, 1853)
Die Gattung Anentome wurde erst 1901 von Crossman begründet. Sie gehört zur Familie der Buccinidae (Kinkhörner). Alle Mitglieder dieser Familie leben carnivor. Die Wellhornschnecke (Buccinum undatum) ist vermutlich die bekannteste von ihnen. Diese Tiere fressen Aas, können aber auch die Gehäuse von Schnecken und Muscheln durchboren. Abgesehen von der asiatischen Anentome leben sie alle im Salzwasser. Aus diesem Grund sind die Tiere sehr wenig erforscht. Systematiker, die sich mit Salzwasserarten befassen, klammern diese Gattung genauso aus wie Bearbeiter von Süßwasserarten. Ob es sich bei Clea nigricans (ADAMS, 1855) um eine Synonym oder um eine verwandte Art handelt, konnte ich bisher nicht klären.
Die Schnecken sind besonders beliebt, weil sie andere Schnecken fressen. Blasenschnecken, Tellerschnecken und auch Schlammschnecken bis zum Vielfachen ihrer eigenen Körpergröße werden aktiv angegriffen, getötet und gefressen. manchmal greifen dabei mehrere Tiere gleichzeitig eine Schnecke an. Vermutlich werden sie durch austretende Körperflüssigkeiten des Opfers angelockt. Die Schnecken lassen sich auch mit Hilfe von Futtergranulaten mit hohem Eiweißanteil (>50%) problemlos ernähren und züchten.
Das Gehäuse von Anentome helena ist rechtsgedreht
und kegelförmig, besteht aus 4 Windungen und wird 15 bis 21 mm hoch.
Der Umbilicus ist geschlossen und die Naht deutlich eingesenkt. Die Oberfläche
weist flache Querrippen auf. Am unteren Ende der Mündung ist ein kurzer
Siphonalkanal. Die Grundfarbe ist hell- bis dunkelbraun. Ein breiter cremefarbener
Längsstreifen verläuft in der Mitte der Windungen. Ein zweiter,
sehr schmaler Streifen ist nur auf der letzten Windung zu sehen, weil er
sonst von den folgenden Windungen überdeckt wird. Die Mündung
ist bei einer Gehäusehöhe von 21 mm etwa 10 mm hoch und 5 mm
breit. Das Operculum ist kalkig, glatt und braun. Es ist etwa 7 mm hoch
und 4 mm breit. Es kann nur etwa 2 mm tief in die Mündung zurück
gezogen werden. Es wächst nicht konzentrisch, sondern wird schuppenartig
von unten nach oben bzw. hinten nach vorne immer größer.
Die Tiere suchen meist mit ausgestrecktem Sipho
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Der Körper und der Mantel sind hellgrau mit dunkelgrauen
oder schwarzen Punkten und Flecken. Der Fuß ist breit und läuft
am hinteren Ende rund aus. Beim ruhenden Tier ist er ca. 1,5 cm lang. Beim
Kriechen wird er auf etwa 2 cm gestreckt. Die Mundöffnung ist sehr
klein und nur selten sichtbar. Die Augen sitzen an der Außenseite
der runden, spitz zulaufenden Fühler, etwa auf einem Drittel der Gesamtlänge.
Auffallend ist der etwa 8 bis 10 mm lange Sipho. Er ist die meiste Zeit
weit ausgestreckt. Durch ihn strömt ständig Wasser in und durch
die Mantelhöhle der Schnecke. Auf diese Weise wird ständig frisches
Wasser am Osphradium der Tiere vorbeigeleitet. Buccinidae orten auf diese
Weise ihre Beute. In einen Bodengrund aus feinem Sand graben sie sich ein.
Dann ist nur noch der Sipho zu sehen. Ist der Bodengrund gröber findet
man sie oft an der Unterseite von Holz oder unter Kokosnuss-Schalen und
in anderen Verstecken.
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Die Planarien werden deutlich weniger,
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Wie die anderen Buccinidae ist auch Anentome getrenntgeschlechtig. Die Eier werden einzeln in eckigen, kleinen transparenten Kokons abgelegt, die aussehen wie Kissen mit ausgezogenen Ecken.
In der Natur leben die Tiere in Teichen, Seen und Flüssen auf und in schlammigem Bodengrund. Es sind verschiedene Fundorte in thailändischen Flüssen bekannt. In Nord-Sumatra leben die Tiere im Tobasee. Die Oberfläche des Sees liegt 905 m über dem Meer. Sie wird von 400 bis 1200 m hohen Bergzügen überragt. An der tiefsten Stelle ist er 529 m tief. Der Wasserstand schwankt während des Jahres um 1,5 m. Der Fluss Asahan entwässert den See nach Südosten. Die Jahresmitteltemperatur (Luft) liegt bei etwa 19 °C und schwankt während des Jahres wenig. Die Wassertemperatur liegt an der Oberfläche bei 26-27 °C und verändert sich bis in eine Tiefe von 300 m kaum. Es gibt keine Frostperioden. 1979 wurden pH-Werte von 7,0 bis 8,4 gemessen.
Auf Java wurden Anentome helena in einem kleinen Fluss bei Surubaya gesammelt. Auch in Sabah (Nord-Borneo) im Mahua River und im Baiayo River, die beide durch den Crocker Range Park fließen, wurden die Tiere gefunden. In Alkohol und als Trockenpräperat liegen Exemplare im Institut für Systematische Zoologie im Naturkundemuseum in Berlin. Die Tiere wurden während einer Thailandreise gesammelt. Bei der Universiti Malaysia Sabah gibt es drei Gehäuse, von denen eines als Anentome helena identifiziert wurde. Bei den beiden anderen wird zumindest eine Zugehörigkeit zur gleichen Gattung vermutet. Über die Herkunft dieser Gehäuse ist nichts bekannt.
Bereits 2002 waren die ersten Tiere in Deutschland in Aquarien zu finden. Damals kamen sie als blinde Passagiere an den Wurzeln von Cryptocorynen. Gezielt importiert wird die Schnecke erst seit dem Jahr 2008. Sie ist problemlos zu halten und vermehrt sich gut. Daher wird sie sie eine der wenigen Schnecken sein, die man auch langfristig in der Aquaristik finden wird.
© Wilstermann-Hildebrand 2010