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Die Systematik innerhalb der Familie und in den
Gattungen
ist schwierig. Die äußeren Merkmale, besonders die
Färbung,
sind sehr variabel. Das Muster ist nicht genetisch festgelegt. Es kann
wechseln, wenn sich die Lebensbedingungen für das Tier
verändert
haben. Auf den neu gebildeten Schalenteilen findet man dann
möglicherweise
keine breiten Streifen mehr, sondern ein Muster aus Dreiecken,
Halbkreisen,
feinen Strichen oder Punkten. Manchmal werden aus Längsstreifen
auch
Querstreifen. Für eine sichere Unterscheidung werden heute von
Systematikern
vor allem die Geschlechtsorgane und die Gehäusedeckel herangezogen.
Alle Familienmitglieder erkennt man gut an ihrem
breiten,
ovalen Fuß und dem breit-ovalen Kopf mit der runden
Mundöffnung.
Die Fühler sind fadenförmig. Die Augen sitzen auf kleinen
Erhebungen.
Die Fußsohle ist meist grau. Mantel und Kopf sind schwarz.
Bräunlich
oder grau mit feinen weißen oder bräunlichen Linien. Der
Körper
ist völlig vom Gehäuse bedeckt. Lediglich die Fühler
werden
weit herausgestreckt.
In der Aquaristik kennen wir vor allem Arten aus der
Gattung Neritina, Clithon
und Septaria. Selten wird Theodoxus
fluviatilis im Aquarium gepflegt. In Salzwasseraquarien werden
manchmal Nerita-Arten gehalten.
Bei den Neritina-Arten ist das Gehäuse
eiförmig,
halbkugelig oder flach und hat eine glatte Oberfläche. Am
bekanntesten
sind die Zebra-Rennschnecke und die Orange-Treck. Beides sind
Farbformen
von N. turrita. Weitere aquaristische Arten sind Batman- (N.
auriculata), Batik- (N. variegata), Stahlhelm- (N.
pulligera)
und die Violette Rennschnecke (N. violacea).
Aus der Gattung Clithon ist C. diadema
in unseren Aquarien vertreten. Dieses kleine Tier fällt vor allem
durch die Dornen am Gehäuse auf und trägt darum den
Trivialnamen
Geweihschnecke. Die halbkreisförmige Mündung kann bei
Neritina
und Clithon mit einem kalkigen Deckel verschlossen werden.
Wegen ihrer sehr flachen Schale werden die Septaria-Arten
als Muschelschnecken bezeichnet. Ihr Gehäuse besteht nur aus einer
halben Windung und ist an der Unterseite fast völlig offen. Nur am
hinteren Rand ist eine kleine Wand, das Septum. Der Gehäusedeckel
ist in des Gewebe des Fußes eingebettet und beim lebenden Tier
nicht
zu sehen.
Die Neritina und Clithon-Arten sind
im
Aquarium bei Temperaturen zwischen 24 und 28 °C, einem pH-Wert von
6,0 bis 8,0, GH 1 bis 20 und KH 2 bis 15 problemlos zu halten. Auch
wenn
die Temperaturen etwas höher sind und der pH-Wert außerhalb
des angegebenen Bereichs liegt, schadet das den Tieren in der Regel
nicht.
Die Schnecken haben ein sehr großes Verbreitungsgebiet und kommen
sowohl in Brackwasser als auch im Süßwasser vor.
Abhängig
von Regenfällen und Gezeitenwechsel sind sie immer wieder
Schwankungen
in den Wasserwerten ausgesetzt. Ihre ökologische Toleranz ist sehr
groß. Wichtig ist vor allem, dass die Tiere immer Karbonat und
Calcium
im Wasser haben, da sie beides zum Gehäuseaufbau benötigen.
Die Schnecken reagieren oft empfindlich auf
Frischwasser.
Bei großen Wasserwechseln oder beim Einsetzen in nicht
eingefahrene
Aquarien reagieren die Tiere mit Unwohlsein. Besonders N. turrita
neigt dann dazu das Wasser zu verlassen. Ob Chlor, Schwermetalle oder
andere
Substanzen im Leitungswasser der Auslöser sind ist unklar.
Vermutlich
treiben auch höhere Nitratwerte die Tiere an die Oberfläche.
Neritina turrita ist farblich sehr variabel. |
Durch ungünstige Wasserwerte oder
Nahrungsmangel |
Die Ernährung sollte auf pflanzlicher Kost basieren. Sie entspricht dem natürlichen Bedürfnissen der Tiere und liefert Calcium, Rohfaser und Eiweiß in einem für die Tiere günstigen Verhältnis. Neben Grünfuttertabletten und Algenaufwuchs (Grünalgen, Kieselalgen) fressen die Tiere auch Futterreste und Aas.
Neritina auriculata |
Neritina pulligera |
Neritina violacea |
Neritina turrita |
Neritina turrita |
Neritina latissima |
Clithon diadema |
Septaria porcellana |
Septaria tessellata |
Kahnschnecken erkennt man gut an ihrem breiten,
ovalen
Fuß und dem breit-ovalen Kopf mit der runden Mundöffnung.
Die
Fühler sind fadenförmig. Die Augen sitzen auf kleinen
Erhebungen.
Die Fußsohle ist meist grau. Mantel und Kopf sind schwarz mit
feinen
weißen Linien. Der Körper ist fast völlig vom
Gehäuse
bedeckt. Lediglich die Fühler werden weit herausgestreckt.
Die Tiere haben zwei weibliche
Geschlechtsöffnungen,
die auf der rechten Körperseite nahe dem Anus liegen. Durch die
Vaginalöffnung
werden die Weibchen befruchtet. Durch die andere Öffnung werden
die
Eikapseln abgelegt. Der Penis des Männchens ist am Kopf hinter dem
rechten Fühler. Er ist dicker und sehr viel länger als die
Fühler.
Clithon-Arten
verfügen über eine Tasche in der sie ihr Penis im Ruhezustand
befindet. Bei den Septaria- und Neritina-Arten gibt es
eine
solche Tasche nicht. Bei den Septaria-Arten ist der Penis abgeflacht
und
sehr breit. Teilweise findet man in der Gattung auch mehr oder weniger
lange Papillen an der Penisspitze.
Bei der Paarung führt das Männchen
seinen Penis, |
Nach der Paarung wird der Penis sofort
|
![]() |
Paarung bei N. latissima |
Das Männchen überträgt Pakete aus
Spermien,
die Spermatophoren, oder Spermien in die Geschlechtsöffnung des
Weibchens.
Die Spermatophoren sind unterschiedlich gestaltet. Bei Clithon
und
einigen Septaria-Arten haben sie einen langen schlanken Anhang.
Dieses Filament fehlt bei den Neritina-Arten. Bei einigen Arten
sind deren Spermatophoren aber von einer sackartigen Hüllmembran
umgeben
Nach der Paarung werden die Spermatophoren in einen
Sack
nahe der Ovarien transportiert, wo sie lagert bis die Spermien frei
gesetzt
werden und die Eier befruchten. Bei einigen Septaria-Arten werden die
Spermien
nicht als Spermatophoren übertragen. Teilweise ist bei diesen der
Spermatophoren-Sack in der Größe reduziert oder fehlt ganz.
SHIGEMIYA UND KATO (2001) berichten, dass die Reste der
Spermatophoren im Spermatophoren-Sack von Clithon retropictus
verbleiben
ohne zersetzt oder ausgeschieden zu werden. Daher konnten sie an Hand
dieser
Reste die Zahl der Kopulationen während des gesamten bisherigen
Lebens
der Weibchen bestimmen in dem sie diese zählten. Sie fanden bis zu
91 Stück in einem einzelnen Weibchen. Im Schnitt sollen die Reste
von bis zu 60 Spermatophoren in einzelnen Neritidae-Weibchen
verschiedener
Arten gefunden worden sein. HAYNES (2005) fand ebenfalls Reste von
leeren
Spermatophoren in Clithon und Neritina, macht aber keine Angaben zu
ihrer
Zahl.
Nach der Befruchtung werden in einer speziellen
Drüse
des Weibchens etwa 40 - 100 Eier zusammen in einen Kokon eingeschlossen
und als kleines, ovales Eipaket an eine feste Unterlage geklebt. Der
Kokon
besteht aus zwei Teilen. Die untere Hälfte ist flach und haftet am
Substrat. Darüber ist eine Kuppel, die mit der unteren Hälfte
entlang eines verdickten Randes verbunden ist. Auf der
äußeren
Oberfläche der Kuppel sind Kalkkörper eingelagert, die
für
die einzelnen Schneckenarten charakteristisch sind und eine
Unterscheidung
zum Beispiel bei Nerita möglich machen. Diese Körperchen
können
vom Weibchen selbst produziert werden oder werden mit der Nahrung
aufgenommen
und auf den Kapseln abgelagert (TAN & LEE 2009).
![]() Kokons von der Zebra-Rennschnecke |
Frischer Eikokon von Neritina turrita.
|
In einem älteren Kokon, kann man die
|
Die Entwicklung dauert abhängig von
Schneckenart
und Umweltbedingungen 3 Wochen bis 6 Monate. Dann löst sich die
Kuppel
von der Unterlage und etwa 0,1 mm große Veliger-Larven werden
frei,
die mit der Strömung ins Brackwasser oder ins Meer gelangen. Dort
ernähren sie sich von Plankton, bevor sie sich zur Jungschnecke
entwickeln
und zum Leben am Boden übergehen. Bei Neritina granosa,
einer
endemische Art von Hawaii, ist dieser Entwicklungszyklus nachgewiesen
worden.
Auch Septaria-Veliger leben in Seewasser weiter, wenn man sie
langsam
vom Süßwasser umstellt (HAYNES 2001 a, 2001 b). Man kann in
der Natur viele Arten sowohl im Brackwasser als auch im
Süßwasser
finden. Eine Nachzucht im Aquarium war bisher nicht möglich.
Etwas anders verhält es sich mit Theodoxus. Nur
ein Ei aus jedem Kokon ist befruchtet und entwickelt sich. Das Jungtier
durchläuft die Entwicklung zum fertigen Tier und nutzt dabei
die unbefruchteten Eier als Nahrungsquelle. Die Zahl der Nachkommen ist
dadurch kleiner als bei anderen Kahnschnecken. Aber dadurch, dass die
Larven
im Kokon geschützt sind, ist die Überlebenschance für
das
einzelne Tier höher.
Veliger von Neritina turrita (dorsal) |
Veliger von Neritina turrita (lateral) |
Veliger von Neritina spec. (ventral) |
Oft entwickeln sich die Jungschnecken innerhalb ihres Eis weiter bis zur kriechenden Schnecke. Bei den Arten mit primitivem Fortpflanzungstyp, wie wir ihn bei den Neritidae vorfinden, sind die Eier arm an Dotter. Da die Energie nicht ausreicht um die Entwicklung zur Schnecke ab zu schließen, müssen die kleinen Larven Nahrung aufnehmen um weiter wachsen zu können. Sie treiben dazu mit der Strömung und filtern mit Hilfe langer Wimpern Algen und Flagellaten aus dem Wasser. |
Die Jungschnecken wandern von der Küste aus dem
Meer oder dem Brackwasser die Flüsse hinauf bis ins
Süßwasser.
Die älteren und größeren Tiere findet man darum
überwiegend
weiter oben in den Flüssen. Es sind aber auch in den unteren
Flussabschnitten
adulte und Eikokons zu finden.
Die Tiere kriechen bei der Nahrungssuche mit und gegen
den Strom, bevorzugen aber die Richtung gegen die Strömung.
Für
N.
punctulata wurde eine durchschnittliche Wanderungsgeschwindigkeit
von
16 Metern stromaufwärts in 4 Monaten bestimmt. Einzelne Tiere
wanderten
aber auch bis zu 200 m in 3 Monaten (PYRON & COVICH 2003).
Manchmal sind die Wanderungen Massenbewegungen, bei
denen
sich bis zu 3000 Tiere pro Quadratmeter versammeln und ziel gerichtet
gegen
die Strömung wandern. Bei N. latissima wurden schmale
Tierkolonnen
von mehr als 30 Metern Länge beobachtet (SCHNEIDER & FROST
1986).
Tiere in solchen Aggregaten wandern schneller stromaufwärts als
einzelne
Individuen und legen 7 bis 15 m pro Tag zurück. Für N.
punctulata
wurde errechnet, dass die Tiere bis zum höchsten Punkt ihres
Verbreitungsgebietes
2,7 Jahren bräuchten wenn sie mit konstanter Geschwindigkeit
ständig
wandern würden (PYRON & COVICH 2003).
Solche Massenwanderungen unterliegen einer gewissen
saisonalen
Schwankung. In Japan wurden beobachtet, dass die Tiere bei höheren
Wassertemperaturen im Sommer (von April bis August) weiter
flussaufwärts
wandern als bei niedrigeren Wassertemperaturen. BLANCO & SCATENA
2005
untersuchten die Wanderungen von N. virginea in Puerto Rico und
fanden einen Zusammenhang mit den saisonalen Niederschlägen in der
Region. Starken Regen und die damit verbundenen größeren
Wassermengen
im untersuchten Fluss, hatten verstärkte Wanderbewegungen von N.
virginea zur Folge. Hauptsächlich wanderten dann Jungtiere mit
einer Gehäusegröße von 5 bis 7 mm flussaufwärts.
Als
Ursache für die Massenwanderungen werden Veränderungen im
Nahrungsangebot
und/oder ein erhöhter Druck durch Fische als Fressfeinde vermutet.
Die meisten Arten sind gut im Aquarium haltbar. Das
größte
Problem ist, dass die Tiere von Zeit zu Zeit das Wasser verlassen und
dabei
Gefahr laufen aus dem Becken zu fallen und im Zimmer zu vertrocknen.
Auch
bei einem Umzug in einer Region mit anderer Wasserversorgung kann es zu
Problemen kommen. Die Tiere vertragen die Umstellung auf andere
Wasserbedingungen
nicht immer.
Die absolute Lebenserwartung von Neritina und Co.
im Aquarium zu bestimmen ist nicht ganz genau möglich. Da es sich
bei den Tieren immer um Wildfänge handelt, deren Alter man nicht
kennt,
kann man die Zeit im Aquarium nur als Mindest-Lebenserwartung annehmen.
Obwohl ich seit etwa 10 Jahren Rennschnecken halte, kann ich über
die Lebenserwartung der meisten Arten selbst nur wenig Aussagen
treffen.
Das liegt daran, dass ich wiederholt Tiere bekommen und abgegeben habe
ohne die einzelnen Tiere individuell zu unterscheiden. Ich weiß
aber,
dass ich sowohl N. auriculata als auch S. porcellana
über
drei Jahre lang hatte.
Insgesamt sind die Kahnschnecken alle ausgesprochen
langlebig.
N.
gagates wird nachweislich älter als 15 Jahre (SEIDL 2000).
Nach
Messungen der Wuchsgeschwindigkeit des Gehäuses und der Bestimmung
der Wanderungsgeschwindigkeit wurde die minimale Lebenserwartung von N.
punctulata auf 3 bis 7 Jahre geschätzt (PYRON & COVICH
2003).
Laut der Artendatenbank des Arbeitskreis Wirbellose im
Binnengewässer
wurde auch N. virginea schon über einen Zeitraum von
mindestens
sechs Jahren gehalten.
Die Unterscheidung der Tiere an Hand von
äußeren
Merkmalen des Gehäuses ist schwierig, weil es bei den meisten
Arten
ein sehr variables Muster aus Farben und Formen aufweist. Wichtig
für
die Bestimmung der Gattungen und Arten sind vor allem der
männlichen
Geschlechtsapparat, die Form und Größe der Spermatophoren
und
die Gestalt und Farbe des Operculums.
Neritina-Arten haben abgeflachte, halbkugelige
oder eiförmige Gehäuse mit glatter Oberfläche. Eine
Ausnahme
ist N. granosa, deren Gehäuse mit Tuberkeln besetzt ist.
Einige
Clithon-Arten
haben eine (z.B. C. corona, C. squarrosus) oder manchmal zwei (C.
diadema) Reihen Dornen. Clithon nucleolus hat nur einen
auffälligen
Dorn an der rechten Seite nahe der Mündung.
C. rarispina und
C.
pritchardi haben nur selten Dornen. Andere
Clithons sind glatt
wie Neritina-Arten (z.B. Clithon waigiensis, C. francoisi,
C.
olivaceus).
Alle Theodoxus, Neritina, Clithon, Neritodryas und
Nerita
haben ein halbkreisförmiges Operculum mit dem sie ihre
Mündung
verschließen können. Mit Ausnahme von Neritina variegata
haben alle Opercula einen Saum aus Horn. HAYNES (2005) hebt dieses
Merkmal
in der Artbeschreibung eindeutig hervor. STARMÜHLNER (1993)
erwähnt
es nicht bei der Artbeschreibung, eine Abbildung zeigt aber eindeutig
ein
Operculum ohne Saum.
An der Innenseite hat der Deckel eine oder zwei
Apophysen.
Das sind Kalkfortsätze an denen der Muskel in der Nähe der
linken
Mündungsseite ansetzt. Diese Fortsätze werden als Rippe
(engl.
rip) und Zapfen (engl. peg) bezeichnet. Bei Theodoxus gibt es
eine
oder zwei Apophysen. Dabei scheint innerhalb einer Art beides
möglich
zu sein. Die Neritina-Arten haben eine Rippe und einen Zapfen,
wobei
der Zapfen groß oder klein sein kann und selten ganz fehlt. Bei Neritodryas
ist die Rippe zur Spitze hin verbreitert und mit tiefen
Längsrillen
versehen.
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Septaria ist deutlich anders gestaltet
als
die übrigen Neritidae. Bei diesen Schnecken ist das Gehäuse
symmetrisch,
sehr flach und hat nur eine halbe Windung. Die Unterseite hat nur am
hinteren
Rand ein schmales Septum und ist ansonsten offen. Das Operculum ist
flach
und annähernd viereckig. Es kann eine (z. B. S. porcellana
und S. tessellata) oder zwei Rippen (z. B. S. livida, S.
sanguisuga
und
S. cumingiana) haben.
Die Systematik ist etwas umstritten. Während in
der wissenschaftliche Literatur nur die hier auch von mir verwendeten
Gattungsbezeichnungen verwendet werden, sind in der Aquarienliteratur
auch Gattungsbezeichnungen wie Neripteron,
Vitta und Vittina verwendet.
Tatsächlich gibt es eine Arbeit von Bernadette Holthuis, in der
sie die Gattungen Neripteron und
Vitta von Neritina abspaltet. Aktuell ist
wohl auch in den USA eine neue Untersuchung in Arbeit, die wohl auch Vittina noch als
eigenständige Gattung bestätigen soll.

Phylogenie der Neritidae
nach Holthuis (Quelle)
Diese Arbeiten besitzen
jedoch zurzeit keinen wissenschaftlichen Stellenwert, da sie nicht
offiziell veröffentlicht wurden.
Die „Geweihschnecken“ in unseren Aquarien fallen
durch
die mehr oder weniger langen Dornen am Gehäuse auf. Besonders
junge,
kleine Exemplare haben oft sehr lange Dornen. Bei älteren
Exemplaren
können sie erodiert sein und fehlen. Es sind verschiedene
Farbformen
in der Aquaristik zu finden. Rein schwarze, oliv-farbene, schwarz-gelbe
und auch grau-gelb gemusterte Tiere kann man finden. Sie werden oft
für
verschiedene Arten gehalten. Allerdings ist die Bestimmung schwierig
und
nicht immer richtig. So gehört zum Beispiel C. waigiensis
zu
den Arten der Gattung die nie Dornen aufweisen. Entsprechend kann die
Zuordnung
der schwarz-gelben Dornen tragenden Tiere zu dieser Art nicht richtig
sein.
Charakteristisch für die Gattung sind das
Vorhandensein
einer Penistasche hinter dem rechten Fühler, eine mehr oder
weniger
ausgeprägte Zwischenwand zwischen Zapfen und Rippe an der
Innenseite
des Operculums und bei einigen Arten Dornen am Gehäuse. An der
Kolumellaris
ist neben einigen feinen Zähnchen auch ein größerer
Zahn,
den man bei Neritina nicht findet.
Die Tiere können gut in
Süßwasseraquarien
gehalten werden. Die erwachsenen Tiere können im Brackwasser mit
1,5%
Salzgehalt leben, paaren sich und legen auch Eier. Bisher ist keine
gelungene
Nachzucht bekannt geworden.
Die Kronen- oder
Geweihschnecke
wird 11 bis 15 mm lang und 8 bis 11 mm breit. Es weist 5
bis 7 stumpfe, hohle Dornen auf. Die Außenseite kann rein
schwarz,
fahl-orange, weißlich, grünlich braun mit hellen Flecken
oder
gelbbraun mit schwarzen Linien sein. Es sind deutliche Wuchslinien
sichtbar.
Die Gehäusespitze ist oft korrodiert. Die Kolumellar-Region ist
weißlich
bis gelblich und fein körnig. Die Mündung ist weiß und
bläulich. Das Operculum hat einen orange-braunen Hornsaum und ist
außen weiß mit einem gelblich-rötlichen Fleck am
Nukleus.
Innen ist es rötlich und wird zum Rand hin dunkler. Die Rippe ist
weißlich und abgeplattet. Der Zapfen ist rötlich gelb.
Zwischen
Rippe und Zapfen ist eine schwach entwickelte Zwischenwand. Die
Fühler
sind etwa 8 mm lang und fadenförmig.
Die Tiere sind häufig und weit verbreitet. Sie
leben
auf und unter Steinen in schnell fließendem Wasser. Man findet
sie
in den unteren Flussregionen, die von den Gezeiten beeinflusst werden.
Dort leben sie oft auch im Brackwasser. Auf Tonga und Samoa wurden 1985
an verschiedenen Fundorten Wassertemperaturen von 25 – 30 °C,
pH-Werte
von 6,5 bis 8, Leitwerte von 62,5-900 µS und Gesamthärten
zwischen
1,6 und 20 °dH gemessen (STARMÜHLNER 1993).
Es konnten bisher keine Clithon aus Aquarien eindeutig
als C. corona bestimmt werden. Alle Tiere waren mit der
beschreibung
von C. diadema identisch. Möglicherweise handelt es sich
bei
der "Sun Snail". die unten abgebildet ist um C. corona.
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Möglicherweise handelt es sich bei
diesen Tieren
um C. corona. Übereinstimmend geben Haynes und
Starmühlner
für die Art eine raue Gehäuseoberfläche an.
Es fehlen leider Opercula von dieser Form für eine genaue Artbestimmung. |
Das Gehäuse ist oliv bis schwarz mit
weißen
bis gelben Flecken oder Steifen. Meist hat es zwei Reihen von Dornen.
Der
Kolumellar-Bereich ist schräg und schmal. Er und die Mündung
sind weiß. Das Operculum ist weißlich bis hell grau mit
einem
orange-roten Hornrand und einem gelblichen Nukleus. Die Oberfläche
ist fein gekörnt und hat eine flache Bogenfurche an der
Außenseite.
An der Innenseite ist eine gebogene Leiste. Die Rippe ist leicht
gerippt
und durch einen gerade Zwischenwand mit dem gelben Zapfen verbunden ist.
Die Tiere leben in der Nähe von
Flussmündungen
auf Steinen und sind oft im Brackwasser zu finden. Sie kommen
flussaufwärts
bis in die von Gezeiten beeinflussten Süßwasserbereich vor.
Auf Tonga und Samoa wurden 1985 an verschiedenen Fundorten
Wassertemperaturen
von 25,7 – 25,9 °C, pH-Werte von 7-7,6, Leitwerte von 140-210
µS
und Gesamthärten zwischen 2,3 und 5 °dH (STARMÜHLNER
1993).
Das Verbreitungsgebiet reicht von Südostasien bis
Neuguinea, zu den Salomonen, nach Vanuatu, Fiji und Samoa.
|
Die Fühler können etwa 1,5 mal so
lang sein |
Clithon diadema und Melanoides
tuberculata. |
Die Wand zwischen dem Zapfen (links)
|
![]() |
Außen sind der gelbe Fleck und
|
An der Innenseite fällt vor allem
|
Bei dieser Schnecke handelt es sich um eine reine
Brackwasserart!
Sie kann nicht in Süßwasseraquarien gehalten werden. Die
Gehäuse
sind klein (< 1 cm), glatt und halbkugelig. Sie sind variabel
gemustert.
Oft sind sie gelblich mit schwarzer Linienzeichnung, Dreieckige Flecken
kommen auch vor. Das Muster kann sich ändern. Die
Kolumellarfläche
und die Mündung sind gelblich. Das Operculum ist grau. Die Rippe
ist
weißlich bis gelblich und gerippt. Der Zapfen ist gelb.
Die Tiere kommen in Asien und auf Neu Kaledonien, Fiji
und Samoa, sowie in Australien vor.
C. oualaniensis und Bithynia tentaculata |
![]() |
Das Muster der Gehäuse ist sehr variabel. |
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Manchmal werden Nixenschnecken auch als C.
waigiensis
angeboten. Vermutlich handelt es sich bei den angebotenen Tieren um C.
oualaniensis.
Die "waigiensis" gehört in die Gattung Neritina
und ist
auch als
Neritina communis (beschrieben 1832) bekannt. Am Bekanntesten
sind rötlich gefärbte Formen von den Philippinen. Es werden
aber
auch Schnecken dazu gezählt, deren violette Färbung der von "Neritina
coromandelina" entspricht. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst
Südostasien
(Indonesien und Philippinen). Sie lebt im Brackwasser. Typisch ist ein
Muster aus Spiralstreifen.
Die Gehäuse sind mit etwa 1,5 bis 2 cm etwa
doppelt
so lang, wie die von C. oualaniensis. Unter http://neritopsine.lifedesks.org/node/510
ist ein Foto von einem Gehäuse und dem Deckel zu sehen.
An den tropischen und subtropischen
Meeresküsten
findet man oft Nerita-Arten. Sie fallen vor allem durch ihre
sehr
dickwandigen Gehäuse auf. An der Mündung sind oft große
Zähne und auf der Kolumellar-Platte findet man bei vielen Arten
kleine
Knoten. Sie leben auf Felsen in der Brandungszone und weiden dort
Algenaufwuchs
ab. Die Gehäuse der größeren Arten werden etwa 4 cm
lang.
Die Artenzahl ist unbekannt. Weil viele Farbformen als
eigenständige
Arten beschrieben worden sind gibt es zahlreiche Synonyme.
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Die Bilder links zeigen drei Nerita-Arten
von
Fitzroy-Island (Queensland/Australien). Von links nach rechts: Nerita costata mit deutlichen Spiralrippen und auffälligen Zähnen an der Mündungslippe. Nerita albicilla mit feinen Spiralfurchen, fein ganuliertem Operculum und Tuberkeln auf der Kolumellar-Fläche. Nerita plicata weiß mit feinen Spiralfurchen, großen Zähnen an der Mündungslippe und charakteristischen gelben Saum |
Das Gehäuse hat
außen
feine Spiralfurchen und ist schwrz mit weißen Flecken. Das
Operculum
ist fein ganuliert. Auf der Kolumellar-Fläche sind Tuberkeln. Die
Tiere sind gut in Aquarien zu halten und leben drei Jahre oder
länger.
Sie sind gut zur Beseitigung von Algen geeignet und fressen auch
Fadenalgen
(Derbesia sp.).
Das Gehäuse ist auf den
beiden
Bildern oben in der Mitte zu sehen.
| Die Art hat ein typischen neritoides Gehäuse. Es ist dickwandig und deutliche Zähne an der Kolumellaris und an der Mündungslippe. Der Mündungsbereich und der untere Bereich der Kolumellaris ist weiß. Das OPerculum ist außen braun bis schwarz und hat feine Tuberkeln. |
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Der "Blutende Zahn" ist eine der bekanntesten Neritidae. Den Namen hat das Tier von der roten Markierung an der gezahnten Gehäusemündung. Außen ist das Gehäuse gelblich und hat rote Zick-Zack-Linien. Es wird etwa 3 cm lang. Das Tier lebt im Gezeitenbereich oberhalb der Wasserlinie und wandert mit dem Wasserstand. Im Aquarium sind die Tiere nicht zu halten, weil sie das Wasser verlassen und in der Wohnung bis an die Decke kriechen.
Nerita picea Récluz,
1841
Diese kleine schwarze Nixenschnecke lebt in
Gezeitenpools.
Auf der schwarzen Lava von Hawaii ist sie gut getarnt. Im Aquarium
haben
die Tiere eine Lebenserwartung von etwa einem Jahr.
Die typischen Rennschnecken, Zebraschnecken,
Stahlhelmschnecke
und die Batman-Schnecke gehören zu dieser Gattung. Sie haben
dicke,
glatte Gehäuse ohne Dornen (mit Ausnahme von N.
juttingae). Bei einigen Arten ist es oval mit deutlich
sichtbaren
Windungen, andere Arten sind halbkugelig. Teilweise ist es um die
Mündung
herum flügelartig verbreitert (N. latissima, N. auriculata, N.
violacea).
An der Kolumellar-Lippe sind feine, oft kaum erkennbare
Zähnchen. Bei N. coromandeliana sind die Zähnchen
recht
auffällig und groß. Die Mündung ist
halbkreisförmig
und kann mit dem Operculum verschlossen werden. Abgesehen von N.
variegata
haben alle Arten am Gehäusedeckel einen hornigen Rand. Die
Spermien
werden als Spermatophoren übertragen. Die Spermatophoren haben nie
ein Filament, können aber in eine umhüllende Membran verpackt
sein (N. variegata, N.turrita).
Die Batman-Schnecke verfügen
auch über Verbreiterungen an den Gehäuseseiten, die eine
Anpassung
an schnell strömende Gewässer sind. Die Auswüchse zeigen
an beiden Gehäuseseiten nach hinten und haben einen kreativen
Menschen
wohl an die Flügel einer Fledermaus erinnert. Daher stammt der
merkwürdige
Trivialname.
Die Art gehört zu den weniger gut haltbaren mit
hoher Sterblichkeit. Möglicherweise werden die Tiere im
Brackwasser
gesammelt und schaffen die Umstellung auf Süßwasser nicht
alle.
Eventuell spielt aber auch eine mangelhafte Futterversorgung
während
der Zeitspanne vom Sammeln über die Hälterung beim Exporteur,
Großhändler und Fachhändler bis in unsere Aquarien eine
Rolle. Tiere, die sich etablieren, können mehrere Jahre im
Aquarium
leben.
Das Gehäuse ist hell braun bis schwarz. Es ist
flach
und hat am Hinterrand flügelartige Verbreiterungen. Der Bereich
der
Kolumellaris ist sehr breit und weiß-grau bis cremfarben. Das
Operculum
ist hell braun mit grauen Linien und einem roten Hornrand. Die Rippe
ist
weiß und der Zapfen orange. Die Tiere leben in Flüssen nahe
der Mündung und oft im Brackwasser. Sie sind im gesamten Indischen
Ozean, in Südostasien und von den Pazifischen Inseln bis
Französisch
Polynesien verbreitet. Auf Tonga und Samoa wurden 1985 an verschiedenen
Fundorten Wassertemperaturen von 25 – 25,7 °C, pH-Werte von 6-6,9,
Leitwerte von 76-140 µS und Gesamthärten zwischen 2 und 5
°dH
gemessen.
Das Gehäuse ist sehr flach. |
Bei näherer Betrachtung wird die
Ähnlichkeit |
Das eiförmige Gehäuse ist pink-violett mit
schwarzen Streifen, wirkt aber bei intaktem Periostrakum braun mit
schwarzen
Streifen (BROWN 1994). Es ist bis 28 mm hoch und 24 mm breit. Die
Kolumellar-Region
ist grau-weiß und glatt. Am Rand sind deutliche Zähnchen.
Das
Operculum ist glatt, grau-braun mit rotem Hornsaum.
Die Tiere leben auf Holz und Laub in den Mangroven von
Indonesien und Malaysia. Das Verbreitungsgebiet reicht von Ostindien
bis
zu den Philippinen.
Die Art ist weder bei STARMÜHLNER (1993) noch bei
HAYNES (2005) behandelt. Daher gibt es keine Beschreibung die direkt
mit
den übrigen hier erwähnten Neritina-Arten zu
vergleichen
wäre. Ich kann darum nicht mit Sicherheit sagen ob es sich um eine
valide Art handelt oder ob es ein Synonym ist.
Sofern die Beschreibung bei TAN und CLEMENTS (2008)
ausreicht,
kann ich nur sagen, dass diese Art sich nicht in meiner
Gehäusesammlung
befindet. Ich habe keine grau-braunen Opercula finden können und
keines
der Gehäuse hat so deutliche Zähne am Kolumellar-Rand. Auch
ist
die pinke bis metallisch violette Färbung, die man bei C.
coromandeliana
sehen sollte fehlt bei allen meinen Exemplaren.
Die Gehäuse sind glatt mit gelb-brauner
Grundfarbe
über die schwarze Bändern gezeichnet sind. Teilweise ist die
helle Grundfarbe auf nur wenige Flecken reduziert. Diese Beschreibung
nach
Brown (1994) ist relativ oberflächlich und macht einen Vergleich
schwer.
Bei Haynes (2005) sind Penis, Spermatophore und Operculum abgebildet.
In
allen drei Merkmalen unterscheidet sie sich von N. turrita.
Das Verbreitungsgebiet umfasst Südafrika,
Madagaskar,
die Seychellen und die Inseln im Indischen Ozean. Dort leben die Tiere
in Flüssen mit Gezeiteneinfluss auf Felsen.
Da selten Schnecken aus diesem Gebiet importiert werden
und die meisten aus Asien stammen, ist es unwahrscheinlich, dass diese
Art in unseren Aquarien lebt.
Die Tiere kommen wahrscheinlich auf Borneo und
Sumatra,
sowie auf Pulau Panaitan vor. Sie leben im Süßwasser auf und
unter Steinen, sowie im Detritus. Über das natürliche Biotop
ist aber nicht wirklich etwas bekannt. Die Tiere bevorzugen zur
Eiablage
die Gehäuse von Artgenossen und anderen Schnecken. Daher vermute
ich,
dass sie wie N. pulligera in Gewässern mit Laub und Holz
auf
dem Grund leben. Die Tiere fressen im Aquarium gerne Laub, nehmen aber
auch Kaninchenpellets und anderes Fischfutter problemlos an. Wie die
anderen
Arten fressen sie auch Algen. Zum Überleben in Aquarien ohne
sichtbare
Algenbeläge brauchen sie aber unbedingt zusätzliches Futter.
Das Gehäuse ist etwa 2 bis 2,5 cm lang und mit
mehreren
Reihen Dornen besetzt oder von mehreren Spiralleisten überzogen.
Es
ist hell braun, wirkt aber oft durch schwärzliche Beläge
dunkel.
Das Operculum ist orange-rot mit rotem Hornsaum. Die Eikokons haben
eine
sehr glatte gleichmässige Oberfläche. Im Mikroskop habe ich
bisher
keine Kristalle oder oder andere Strukturen finden können.
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Die Schnecken kommen zur Futtersuche auch auf
den Boden. |
Diese Art wurde vor einigen Jahren (um 2003) von
einem
Aquarianer aus Mexiko mitgebracht und als „Mexikanische Napfschnecke“
über
einen Zooladen in Berlin verkauft. Ob die Tiere über den
Großhandel
importiert werden/wurden ist zweifelhaft. Die Tiere haben sich als sehr
haltbar erwiesen. Allerdings konnte ich sie nur einmal bekommen und
weiß
nicht, ob sie überhaupt noch im Aquarium gehalten werden.
Ihr Gehäuse ist etwa 25 mm lang und ebenso breit
oder breiter. Die Farbe variiert von hell bis dunkelbraun, manchmal mit
einem leichten Grünstich. Die Oberfläche ist
unregelmäßig
gehämmert. An der Unterseite ist das Gehäuse weiß und
bis
zur Hälfte geschlossen. Das Operculum ist innen und außen
grau
und glatt. Die Rippe und der Zapfen sind gelb. Es hat einen deutlich
sichtbaren,
dünnen, rötlichen Rand. Es gibt am Gehäuse einen
deutlich
sichtbaren Sexualdimorphismus. Bei den Weibchen ist das Gehäuse
auf
beiden Seiten mit jeweils einem „Flügel“ verbreitert. Beim
Männchen
fehlt dieser auf der linken Körperseite. Bei der Paarung steht
dieser
Teil des Gehäuses senkrecht im Wasser und bietet einen hohen
Strömungswiderstand,
der durch den Flügel nur vergrößert würde.
Kriechen
die Tiere jedoch flach über das Substrat, werden sie bedingt durch
ihre Form von der Strömung nach unten gedrückt und
benötigen
darum weniger Kraft um sich festzuhalten.
Paarung bei N. latissima |
Bei dieser Art kann man Männchen (rechts)
|
Das Operculum hat eine gelbe Rippe
|
Weibchen von N. latissima |
Diese Schnecken haften sehr fest am Untergrund und
lassen
sich nur mit gleichmäßigen sanftem Zug von der Unterlage
lösen.
Im Süßwasseraquarium sind die Tiere sehr aktiv und gut
haltbar.
Sie sind auch tagsüber gut zu beobachten.
Mit der Fortpflanzung ist es wie bei den anderen Arten.
Die weißen Kokons sind etwa 1 mm lang, oval und sehr flach. Sie
werden
verstreut an andere Schnecken, Steine und die Aquariumscheiben geklebt.
Dabei werden Winkel und Kanten bevorzugt. In einer Nacht werden von
einem
Weibchen 3-15 (möglicherweise auch mehr) Eikokons abgelegt. Aus
diesen
schlüpfen im Süßwasser Larven. Diese treiben in der
Natur
in Meer und ernähren sich da von Plankton. Eine Nachzucht im
Aquarium
ist entsprechend schwierig und bisher nicht gelungen.
Diese Art ist von Westmexiko bis Ecuador und Costa Rica
verbreitet. Sie lebt auf festen Untergründen in Flüssen und
weiden
Algenaufwuchs ab.
Diese Art wird für die Meerwasseraquaristik in
den
USA angeboten. Die Art stammt von der Zentralamerikanischen
pazifik-Küste.
Die Tiere wurden bereits bis zu drei Jahre lang in Meerwasseraquarien
gehalten.
Die Art kommt in Ostafrika (Somalia bis Mozambique)
und
Südafrika vor. Die Tiere Leben in Mangrovensümpfen entlang
der
Küste.
Die gesicherten Angaben zu dieser Schnecke sind
spärlich.
Sie ist wohl etwas heller als N. gagates gezeichnet und etwas
gedrungener.
Die Bilder bei BROWN (1994) zeigen Tiere mit einem dicken Netzmuster
aus
schwarzen Linien auf hellem Grund. Ob es sich um ein Synonym von N.
gagates handelt kann ich nicht sagen, teilweise wird es angenommen.
Das Gehäuse wird bis etwa 2 cm lang und 1,5 cm
hoch.
Die Naht ist wenig abgesetzt und wird von der Folgewindung
überwachsen.
Die Unterseite des Gehäuses ist zur Hälfte geschlossen. Ein
glatter,
weißlicher Kallus bedeckt die Parietalregion. Der innere
Mündungsrand
ist dort fein gezähnt. Die Kolumellaris ist gelb- orange an den
Seiten
und oben grau bis schwarz. Der Mundsaum hat einen gelb-orangen Ring.
Das
Operculum ist hell braun mit grauen Linien und einem roten Hornsaum.
Die
Rippe ist weiß und gelblich. Der Zapfen ist gelb-orange. Der Kopf
und Fußsohle sind breit oval. Die Augen sind auf kleinen
Erhebungen
an der Außenseite der fadenförmigen Fühler. Die Tiere
sind
getrenntgeschlechtig und legen ihre Eier in weißen Kokons auf
festen
Flächen ab. Das können Einrichtungsgegenstände, die
Aquarienscheibe
oder auch andere Schnecken sein. Nachzuchten im Aquarium sind nicht
bekannt.
Die Schnecken können bei Temperaturen zwischen 22 und 28 °C im
Süßwasseraquarium gehalten werden. Sie schädigen keine
Pflanzen und sind für andere Tiere ungefährlich. Es sollte -
wie bei anderen Schnecken auch - genug Calciumkarbonat im Wasser sein,
damit sie problemlos ihr Gehäuse aufbauen können.
Diese Art kommt in schnell strömenden Flüssen
in Süßwasser auf Steinen und Laub vor. Das
Verbreitungsgebiet
umfasst Südafrika, Kenia, Madagaskar, die Andamanen,
Südostasien,
Taiwan und die Pazifischen Inseln.
Manchmal wird der Name als Synonym von N. violacea
aufgeführt, es handelt sich aber um eine eigenständige Art.
Die Ring-Rennschnecke ist hellbraun |
Die weißen Ringe sind Reste von
Eikokons, |
Typisch ist der orange-rote Rand an der
Mündung |
Tier mit frischen Eikokons |
Ursprünglich wurde die „Batman-Schnecke“
für
N. tahitensis gehalten. Mittlerweile wurden die Tiere aber als N.
auriculata
identifiziert.
Das Gehäuse hell braun mit einem Muster aus feinen
roten oder schwarzen Linien. Es ist flach und hat am Rand
flügelartige
Verbreiterungen. Der Bereich der Kolumellaris ist sehr breit und grau
bis
orange-braun. Die Mündung ist weiß-blau. Das Operculum ist
hell
braun und hat einen rot-braunen Hornrand. Die Tiere leben auf Steinen
nahe
Flussmündungen, oft auch im Brackwasser. Sie kommen auf den
Philippinen,
den Salomonen, Fiji, Neu Kaledonien, Vanuatu, Samoa und
Französisch
Polynesien vor.
Sie ist unsere Zebra-Rennschnecke. Es gibt sie mit
feinen
Linien oder mit breiten Streifen. Die Art ist sehr gut über Jahre
im Aquarium zu halten. Eine Nachzucht ist bisher nicht gelungen. Aus
den
zahlreichen weißen Eikokons schlüpfen winzige schwimmende
Larven,
der Lebens- und Futteransprüche unbekannt ist.
Das eiförmige Gehäuse hat schwarze und hell
braune bis gelbe, mehr oder weniger breite zick-zack-Linien. Die
Columellar-Region
ist matt und gelblich weiß, ebenso die die Mündung. Das
Operculum
ist weißlich bis rosa und hat einen schmalen roten Hornsaum.
Die Tiere leben auf Schlamm und Holz im
Mündungsbereich
von Flüssen. Oft findet man sie im Brackwasserbereich. Das
Verbreitungsgebiet
umfasst Südostasien, Taiwan, die Salomonen, die Fijis, Samoa und
Französisch
Polynesien.
Soviel sieht man von den Tieren sonst nicht.
|
Die Art ist sehr variabel. Das Muster kann aus
|
Anders als bei N. turrita ist die
Columellar-Platte |
Die "Orange Track" wird meist unter
|
Das Gehäuse ist halbkugelig, glatt und dick.
Die
Grundfarbe variiert von oliv, gelb bis orange mit schwarzem Muster. Die
Columellar-Lippe ist weiß mit einem roten Bereich oben. Die Kolumellar-Lippe
ist fein gezähnt. Der vordere Mundsaum ist weiß. Das
Operculum
ist schwarz mit einem weißen Fleck am Nukleus. Teilweise zieht
sich
ein heller rotbrauner Bereich weit am Rand entlang. Der Deckel hat nie
einen Hornsaum.
Die Tiere leben auf Steinen und Felsen in Flüssen
mit schnell oder langsam fließendem Wasser. Auf Tonga und Samoa
wurden
1985 an verschiedenen Fundorten Wassertemperaturen von 25,7 – 26,7
°C,
pH-Werte von 7-7,6, Leitwerte von 65-110 µS und Gesamthärten
zwischen 1,3 und 3 °dH gemessen (STARMÜHLNER 1993). Das
Verbreitungsgebiet
umfasst Südostasien, die Salomonen, Vanuatu, Fiji, Samoa, Guam,
Ponape
und Truk.
Die Aquarienhaltung ist unproblematisch, da die Tiere
außer Algen auch Fischfutter annahmen. Sie verlassen von Zeit zu
Zeit das Wasser. Eine dicht schließende Abdeckung ist darum
wichtig.
Dies ist eine von zwei Arten, die als Batikschnecke
im
Handel ist. Die Andere ist bei Bitter (2008)
als Vittina variegata bezeichnet. Dabei handelt es sich um Neritodryas
cf. dubia.
Die rote Kolumellaris und der dunkle
Gehäusedeckel |
Die Batikschnecke im Aquarium. |
Diese Tiere wurden einige Jahre nach N. pulligera
für die Aquaristik entdeckt.
Das Gehäuse ist flach und breit. Es ist schwarz
und hat manchmal mehr und manchmal weniger weiße Flecken. Oft
sind
schwarze beläge auf der Oberfläche.
Die Columellar-Region und die Mündung sind orange
bis rot. Das Operculum ist orange und grau und hat einen orangefarbenen
Hornsaum. Die Eikokons sind etwa 1,5 mm lang und einen viertel
Millimeter
hoch. Sie enthalten jeweils 40 bis 60 Larven.
Die Tiere leben in Flüssen auf Steinen nahe der
Küste. Das Verbreitungsgebiet umfasst. Indien, Südostasien,
Neuguinea,
die Salomon Inseln und die Fijis.
Das flache Gehäuse stellt eine Anpassung
an |
Typisch ist die rote Gehäuseunterseite.
|
Wenn das
Gehäuse nicht mit schwarzen
Belägen |
Das Verbreitungsgebiet der Cajo-Lago
Schnecke reicht laut Western Atlantic Gastropod Database
von
32.3°N bis 27°S und 97.7°W bis 35°W. Die Tiere leben in
Flüssen und an der Küste von Florida, Texas, Mexico,
Guatemala,
Costa Rica, Panama, Kolumbien, Venezuela, auf den Bermudas, den
Bahamas,
Kuba, den Cayman Inseln, Jamaica, den Jungfraueninseln, in der
Dominikanische
Republik, Surinam und Brasilien. Ihren deutschen Namen hat die Art vom
Cajo-Largo, einem See auf Kuba. Von dort wurde sie vor einigen Jahren
von
einem Aquarianer mit nach Deutschland gebracht.
Das Gehäuse dieser Art ist typisch neritoid mit
einer glatten Oberfläche. Die Grundfarben und Muster variieren von
schwarz über braun und rot bis gelb und weiß. Die
größte
je gemessene Schalenlänge soll bei 43 mm liegen. Meistens sind die
Tiere aber kleiner. Eine Nachzucht dieser Art ist bisher nicht
gelungen.
Die adulten Tiere leben im Süßwasser. Nach dem Schlupf
werden
die Larven mit dem Flusswasser in die Brackwasserzonen der
Flussmündungen,
die als Ästuare bezeichnet werden, gespült. Sie entwickeln
sich
hier zu kriechenden Schnecken und wandern langsam die Flüsse
hinauf,
während sie heranwachsen. Daher werden flussaufwärts immer
größere
Tiere gefunden, als in Mündungsnähe und im
Küstenbereich.
Auf den Bahamas leben die jungen Tiere auf Sandflächen und an
Seegras.
Sie werden von Fischen (z.B. Lutjanus apodus und
Halmolon sciurus)
gefressen. Da die Tiere sowohl in Flüssen als auch im Meer leben
und
dabei farblich sehr variabel sind, gibt es sehr viele Synonyme für
diese Art. Bezeichnend ist, dass sowohl Röding 1798 als auch
Mörch
1852 diese Art jeweils unter zwei verschiedenen Namen beschrieben
haben.
Recluz wollte sie 1850 sogar in drei Arten unterteilen. Gültig,
weil
am ältesten, ist die Artbezeichnung „virginea“ von Linné
aus
dem Jahre 1758.
Einige Synonyme für Neritina virginea:
Neritina braziliana Sowerby, 1849, Neritina
matoni Mörch, 1852, Neritina trabalis Mörch,
1852,
Neritina
cajennensis Rigacci, 1866, Neritina minor Metcalf, 1904, Nerita
virginea Linné, 1758, Nerita cardinalis Röding,
1798, Nerita nigrocincta Röding, 1798, Nerita chlorina
Link, 1807, Nerita phrygia Dillwyn, 1823, Nerita listeri
Pfeiffer, 1840, Nerita bahiensis Recluz, 1850, Nerita
fasciola
Recluz, 1850, Nerita tigris Recluz, 1850
Diese
kleinbleibende Schnecke ist |
![]() |
In der Gattung gibt es mindestens vier Arten. Die
Tiere
gehören nicht zu den typischen Aquarientieren. Sie wurden aber
mehrmals
als Neritina spec. importiert.
Charakteristisch ist das Fehlen eines Hornrandes am
Operculum.
Die Rippe ist gefurcht und zur Spitze hin fächerartig verbreitert.
Der Kegel wächst aus dem Rand der Rippe. Darunter ist das
Operculum
tief ausgehöhlt. Am Rand der Kolumellaris gibt es keine Zähne.
Eine kleine Schnecke mit halbkugeligem Gehäuse.
Sie
wurde an Cryptocoryne aponogetifolia gefunden, die von den
Philippinen
nach Deutschland importiert wurden.
Gehäuse von Neritodryas cornea rechts: Nahaufnahme von Rippe und Zapfen |
![]() |
Das Gehäuse ist halbkugelig und hat
Spiralrippen.
Die Grundfarbe ist hell bis dunkelbraun. Darüber verläuft in
Spiralbändern eine Muster aus schwarzen Strichen oder Flecken. Der
Gehäusedeckel ist dunkelbraun bis schwarz und hat keinen Hornsaum.
Rippe und Zapfen gleichen denen von N. dubia. Die Färbung der
Kolumellaris
ist aber nicht identisch mit dem Typus. Fürs Erste bezeichne ich
die
Tiere darum als N. cf. dubia (cf. = confer = ähnlich).
Dieses ist eine der zwei Arten, die als Batikschnecke
im Aquaristikhandel zu finden sind. Die Tiere kommen in der Natur im
Brack-
und Süßwasser vor, klettern aber auch weit entfernt vom
Wasser
auf Bäumen und Sträuchern herum.
In der Aquarienhaltung ist die Schnecke unkompliziert.
Das Aquarium sollte aber gut abgedeckt sein. Die Schnecken reagieren
sehr
empfindlich auf Kupfer.
Die Schnecke wird meist mit Neritina
variegata verwechselt. Bei Bitter
(2008)
ist sie als Vittina variegata bezeichnet. Die hat aber ein
glattes
Gehäuse ohne die Spiralrippen und eine gezähnte
Kolumellarlippe.
Die Herkunft der Tiere ist unklar. Der Typus stammt von
den Philippinen. Manchmal wird als Verbreitungsgebiet ganz
Südostasien
und die pazifischen inseln angegeben. Vermutlich liegt den meisten
Angaben
aber eine Verwechslung mit N. variegata zu Grunde. Weder bei Starmühlner
(1993) noch bei Haynes (2001a)
ist die
Art erwähnt.
Typisch ist das dunkle Operculum ohne Saum. |
![]() |
Das Operculum zeigt die charakteristisch
|
Die Puperita-Arten leben in den Gezeitenzonen von Algenaufwuchs.
Die etwa 8 mm große „Zebra-Nerite“ zeigt
deutlich
wie stark das Muster der Schalen von den Umweltbedingungen
abhängt.
Im Salzwasser sind die Tiere weiß und haben eine schwarze
Linienzeichnung.
In Gezeitenpools mit Süßwassereintrag sind die Tiere dagegen
schwarz mit weißen Punkten. Diese Tiere wurden ursprünglich
als eigenständige Arte (P. tristis) beschrieben. Siedelt
man
die Tiere aber von einem Lebensraum in den anderen um, dann zeigt sich
nach 3 Monaten auf dem Gehäusezuwachs das jeweils andere Muster.
Die Tiere kommen an den Küsten von Florida und auf
den Bahamas vor. Sie können im Meerwasseraquarium gehalten werden.
Dort leben sie etwa ein Jahr lang. Über die natürliche
Lebenserwartung
der Tiere ist nichts bekannt.
Charakteristisch für die 13 Septaria-Arten
ist ein dünnes, glattes, flaches und symmetrisches Gehäuse.
Das
Operculum ist in den Fuß eingewachsen. Das Tier kann damit die
Gehäusemündung
nicht verschließen. Der Kolummellar-Bereich ist auf ein schmales
Septum am hinteren Schalenende reduziert. Bei S. suffreni gibt
es
einen Sexualdimorphismus. Bei den männlichen Tieren ist in der
Mitte
das Septum zungenförmig ausgezogen und bei den Weibchen nicht. Bei
S.
porcellana und S. bougainvillei sind die Männchen
deutlich
kleiner als die Weibchen. S. macrocephala ist nach Ansicht von
Haynes
(2001b) ein protandrischer Konsekutivzwitter. Sie schließt das
daraus,
dass sie keine Männchen finden konnte, die größer waren
als 16 mm und keine Weibchen die kleiner waren als 10 mm. Die
schlüpfenden
Tiere sind alle männlich. Zwischen zwei Paarungssaisons beginnen
die
Tiere ab einer Schalenlänge von 10 bis 15 mm Eier zu produzieren.
Einige Arten übertragen bei der Paarung Spermatophoren und andere
Spermien.
1975 versuchten Golikov & Starobogatov für die
Gattung Septaria die Familie der Septariidae einzuführen,
die
aber nie allgemeine Anerkennung fand. Holthuis (1997) machte eine
umfangreiche
phylogenetische Analyse und kam zu dem Schluss, dass die Unterschiede
zwischen
Septaria
und Neritina nicht ausreichen um Septaria in eine
eigene
Familie zu stellen. Dieses Ergebnis wurde von Haynes (2005) in ihrer
Revision
der Gattung bestätigt. Septaria ist also wie Neritina
und Clithon eine eigenständige Gattung der Neritidae.
Sehr selten wird die Muschel-
oder Algenschnecke zum Kauf angeboten. Ihr glattes, sehr
flache
Gehäuse wird 30 bis 40 mm lang und etwa 24 mm breit. Dabei ist es
weniger als 1 cm hoch. Die Schale erinnert auf den ersten Blick an eine
Muschelhälfte. Die Mündung ist sehr weit, so dass die
Gehäuseunterseite
bis auf einen schmalen Grat am hinteren Ende offen ist. Trotz der
großen
Ähnlichkeit gehören die Tiere nicht zu den Napfschnecken. Sie
verfügen über ein annähernd rechteckiges, sehr
unregelmäßig
geformtes Operculum, das zum großen Teil oder vollständig in
den Fuß eingewachsen ist.
Das Verbreitungsgebiet umfasst Neuguinea, den
Salomonen,
Vanuatu, Neu-Kaledonien, Indien, Andamanen, Indonesien, Philippinen,
Taiwan,
Japan, Guam, Saipan und Nord-Australien.
Es wird kaum Ersatzfutter angenommen, so dass die Tier
in einem zu sauberen Aquarium verhungern. Sie reagieren aber auch
empfindlich
auf erhöhte Nitratwerte.
Die Schalen sind sehr flach und |
Von unten sieht das Tier aus wie eine
|
Gehäuse und Deckel von S. porcellana |
Herauspräpariertes Operculum von |
Diese hübsche Schnecke wurde fälschlich
als
S.
porcellana importiert und verkauft. Die Sterblichkeit der Tiere,
die
ich über einen Großhändler bezogen hatte, lag bei 100%.
S.
tesselata lebt in der Natur nur im Brackwasser. Fälschlich
für
S.
porcellana gehalten und ins Süßwasser gesetzt hatten sie
keine Überlebenschance.
Das ovale Gehäuse ist bis 27 mm lang. Es gibt zwei
Gehäuseformen. Eine weite Form mit einem durchschnittlichen
Verhältnis
von Breite zur Länge von 0,67 und eine schmale Form mit einem
Breiten-Längen-Verhältnis
von 0,45. Der Apex ragt nicht über den hinteren Rand des
Gehäuses
hinaus. Die Grundfarbe ist gelb-braun oder gelb-grün gezeichnet
mit
schwarzen oder roten geraden, geschwungenen oder gezackten Linien. Bei
der schmalen Form treten auch zum Vorderrand hin breiter werdende
Längsstreifen
auf. Das Septum ist recht breit und hat einen geschwungenen Rand. Das
Operculum
ist weiß bis hell gelb. Es ist länglich, hat eine nach innen
gebogene Rippe und einen transparenten Hornrand. Bei der schmalen Form
ist es entsprechend schmaler. Das Männchen hat einen relativ
langen
dünnen Penis mit einer langen Papille.
Die Tiere leben im Brackwasser im Gezeitenbereich von
Flüssen. Die breite Form findet man auf Steinen in schnell
fließendem
Wasser. Die schmale Form lebt auf den Stängeln von Gräsern im
ruhigen Brackwasser.
Das Verbreitungsgebiet reicht von Ostindien, Sri Lanka,
Taiwan, Philippinen, Indonesien, Neuguinea bis zu den Salomonen und
nach
Ostafrika.
Durch die Form des Operculums sind |
![]() |
An den europäischen Küsten lebt Smaragdia viridis. Die Gehäuse der Tiere sind bis maximal 8 mm lang, glatt und glänzend grün mit weißen Linien oder Marmorierungen. Die Tiere leben unterhalb der Gezeitenzone in Tiefen von 3 bis 15 Metern. Sie fressen an Seegras (Zostera marina). Es gibt mehrere Arten in der Gattung, die alle sehr klein bleiben.

Die einheimische Fluss-Schwimmschnecke,
Kahnschnecke oder Zwerg-Flussschnecke (Theodoxus fluviatilis) kann
man im Handel nicht kaufen. Die Schale dieser Art ist 6 bis 12 mm lang,
4 bis 8 mm breit und 3 bis 5 mm hoch. Im Aquarium werden die Tiere kaum
größer als 8 mm. Die Oberfläche ist weißlich oder
gelblich und in variablen hellen und dunklen Braun- und Rottönen
oder
in schwarz mit netzartigen feinen Linien gemustert. Manchmal ist sie
auch
rein schwarz oder weißt nur wenige helle Flecken auf. Sie kann in
Aquarien gehalten werden, benötigt aber ausreichend Sauerstoff.
Als
Nahrung dienen Algen, Schwämme und Futterreste. Sie pflanzen sich
unter günstigen Lebensbedingungen auch im Aquarium fort. Es werden
30-70 Eier in einer weißen, ledrigen, etwa 1 mm großen
Eikapsel
auf Steine oder anderen Schnecken abgelegt. Von ihnen entwickelt sich
nur
eines, die anderen sind Nähreier. Der Schlupf erfolgt
abhängig
von der Temperatur nach 4-8 Wochen. Die Jungschnecken kriechen von
Anfang
an. Sie sind etwa 0,5 bis 1 mm groß. Die Tiere werden bis zu 3
Jahre
alt.
Sie lebt im Brack- und Süßwasser auf festen
Substraten. In der Ostsee ist sie häufig. Ihr Verbreitungsgebiet
reicht
von Spanien bis zu den britischen Inseln und von Lappland zum
Kaspischen
Meer (Iran, Aserbeidschan, Russland, Kasachstan, Turkmenistan). In
Nordafrika
treten einzelne Populationen in Marokko, Algerien, Tunesien und im
unteren
Nilstrom-Gebiet auf. Mit zunehmend verbesserter Wasserqualität
wird
diese Art in Europa wieder häufiger. Sie ist Indikator für
gering
belastete Gewässer (Güteklasse I-II). Sie steht in
Deutschland
auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Diese Schnecke
war 2004 das Weichtier des Jahres.
![]() |
Theodoxus fluviatilis links: Gehäuse und Operculum |
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M. Wilstermann-Hildebrand (2010): Fasziniernde Rennschnecken.- Amazonas 29, 66-67
Wilstermann-Hildebrand, Maike (2010): Rennschnecken bestimmen Teil 1.- Amazonas 31, 64-68
Wilstermann-Hildebrand, M. (2010): Rennschnecken bestimmen Teil 2.- Amazonas 32, 60 -65
Yusuke Shigemiya, Makoto Kato (2001): Age
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retropictus (Neritidae).- Population Ecology (43), 133–140
© Wilstermann-Hildebrand 2010 - 2011
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