Wir bieten
manchmal Taia oder Viviparus in unserem
Shop
an.
Sumpfdeckelschnecke (Viviparus
contectus)
Flussdeckelschnecke (Viviparus
viviparus)
Blaue Turbo-Schnecke (Celetaia
persculpta)
Pianoschnecke (Taia naticoides)
Allgemeines
Mit Ausnahme von Südamerika und Antarktis sind die
Viviparidae auf allen Kontinenten vertreten. Sie werden in drei Unterfamilien
geteilt. Zu den Viviparinae gehören die Gattungen Viviparus
und Tulotoma.
Viviparus -Arten sind in Nordamerika und Eurasien
heimisch. Zu ihnen gehört zum Beispiel die einheimische Sumpfdeckelschnecke
(Viviparus contectus).
Zur zweiten Unterfamilie, den Campelominae, gehören
die zwei rezenten nordamerikanischen Gattungen Campeloma und Lioplax,
sowie die fossile Gattung Lioplacoides. Letztere lebte im Jura und
in der Kreidezeit (vor 190-65 Mio. Jahren) in Nordamerika und während
des Eozän (vor 54 – 34 Mio. Jahren) in Südamerika. Die Bellamyinae
stellen die dritte Unterfamilie dar. Zu ihr gehören die übrigen
amerikanischen, die afrikanischen, die asiatischen und die australischen
Arten.
Neu eingeführt sind die Arten aus den Gattungen
Taia
und Celtaia. Sie stammen aus Asien. Celetaia ist eine Gattung
von Lebengebärenden im Poso-See auf Sulawesi.
Neothauma tanganyikense stammt aus
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Bei dieser Art sind die Windungen des
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Bei den meisten Arten ist das Gehäuse kegelförmig.
Es gibt jedoch auch Arten mit einem rundlichem Gehäuse. In der Regel
sind die Windungen rund, selten gekielt oder mit Dornen. Zwei Ausnahmen
sind die unten abgebildeten Gehäuse von Tulotoma
magnifica und Viviparus
eyriesi. In der Gattung Tulotoma gibt es nur die
eine Art. Ihr Verbreitungsgebiet ist auf das Coosa-Alabama-Fluss-System
in den USA beschränkt. Das Gehäuse ist etwa 4 cm hoch. Abhängig
von der Population kann das Gehäuse gleichmäßig mit Knoten
besetzt oder glatt sein.
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Tulotoma magnifica |
Viviparus eyriesi |
Das Operculum der Viviparidae ist hornig und weist konzentrische
Wuchslinien auf. Die Schnauze ist deutlich verlängert. Sumpf- und
Flußdeckelschnecken ernährt sich als Weidegänger von Algen
und pflanzlichem Detritus. Sie können auch Plankton aus ihrem Atemwasser
filtern. Viele Arten sind sehr empfindlich gegenüber ungünstigen
Wasserverhältnissen. Arten aus gemäßigten Klimazonen können
aber Kälte gut ertragen und überleben sogar längeres Einfrieren
im Eis.
Die Geschlechter sind relativ leicht zu unterscheiden.
Beim Männchen ist der rechte Fühler zu einem Begattungsorgan
umgebildet. Er ist deutlich dicker als der linke und hat eine stumpfe Spitze.
Nach der Befruchtung im Körperinneren behält
das Weibchen die Eier im unteren, erweiterten Abschnitt ihres Uterus bis
die Jungtiere schlüpfen. Sie sind also lebendgebärend (vivipar).
Die Tiere haben eine Lebenserwartung von etwa 10 Jahren. Bei einigen Arten
bilden die Männchen ihre Begattungsorgane erst im zweiten Lebensjahr
aus. Bei der Sumpfdeckelschnecke (Viviparus contectus) ist der verdickte
Fühler bereits im Alter von 8 Wochen sichtbar.
In den USA sind vor allem asiatische Arten als „Mysterysnails“
im Aquariumhandel zu finden, z.B. Cipangopaludina chinensis (Chinese Mysterysnail).
Die Gehäuse dieser Art werden zwischen 25 und 40 mm hoch und 18 bis
30 mm breit. Die Form von Gehäuse und Operculum schwankt in Abhängigkeit
von den Umweltbedingungen. Bei niedrigem pH-Wert und geringem Calcium-Gehalt
der Gewässer sind die Gewinde der Gehäuse kürzer, der Apex
fehlt oft und das Periostracum ist dicker. Obwohl die Arten dieser Gattung
alle aus Südostasien stammen, trifft man einige heute auch in amerikanischen
Seen und Flüssen an. Zum Beispiel wurde Cipangopaludina japonica von
asiatischen Einwanderer als Nahrungsmittel in die USA gebracht. Bereits
1942 wurde sie zum ersten Mal im Niagara River gefunden. Etwa um dieselbe
Zeit trat sie auch im Lake Erie auf. Nach Europa werden diese Arten bisher
selten importiert.
Auch die Sumpfdeckelschnecke (Viviparus
contectus) wird in den USA im Aquarium gehalten. In Europa wird
diese Art und die Flußdeckelschnecke (Viviparus
viviparus) im Teichhandel angeboten. In der Aquaristik sind
sie aber fast völlig unbekannt, obwohl sie sich bei regelmäßigen
Wasserwechseln und ausreichend Futter gut halten lassen.
Das Gehäuse der Sumpfdeckelschneckeist
kegelförmig, 30 bis 50 mm hoch und 25 bis 35 mm breit. Die Windungen
sind durch eine tiefe Naht deutlich von einander abgesetzt. Die Mündung
ist eiförmig, aber deutlich runder als bei den anderen Viviparus-Arten.
Die Gehäusefarbe variiert von grünlich über braun bis schwarz
mit drei Bändern oder ohne. Es gibt auch eine gelbliche, albinotische
Form. Der Körper ist grau-braun mit gelb-orangen Punkten.
Die meisten Jungen werden in der Natur im Juni oder Juli
geboren. Es können etwa 6 bis 7 Jungschnecken auf einmal freigesetzt
werden. Bei der Geburt sind sie bereits 4-6 mm hoch und 5-6 mm breit. Es
sind deutlich alle drei Streifen sichtbar. Nach 14 Tagen haben sie im Aquarium
eine Gehäuselänge von etwa 8 mm. Im Alter von 3 Monaten sind
die Schnecken 11,8 mal 11,8 mm groß und durchschnittlich 0,564 g
schwer. Die Tiere können bis zu 10 Jahre alt werden. Es wurde mehrfach
beobachtet, dass die Weibchen kurz vor ihrem Tod (oder danach) alle fertigen
und unentwickelten Jungtiere, sowie Eier ausstoßen. Vermutlich wird
das durch Muskelkontraktionen beim Sterben oder beim Einsetzen der
„Leichenstarre“ verursacht. Diese Art lebt in wenig bewegten, pflanzenreichen
Altarmen, Teichen, Tümpeln und Seen. Die Tiere halten sich vor allem
im Schlamm des Bodens auf. Sie sind in ganz Europa und in den USA verbreitet,
aber nicht sehr häufig. In Deutschland stehen die Tiere auf der Roten
Liste.
Obwohl diese Art in den gemäßigten Breiten
zu Hause ist, kann sie gut in tropischen Süßwasseraquarien gehalten
werden. Temperaturen um 24 °C werden gut vertragen. Kurzfristig schaden
Temperaturen bis 30°C nicht. Die Tiere pflanzen sich fort, bleiben
aber etwas kleiner als in kühlerem Wasser. Da sie sich gerne im Substrat
vergraben, sollten sie nicht ohne Bodengrund gehalten werden. Grelles Licht
scheint ihnen unangenehm zu sein. Ansonsten sind sie tagsüber aktiv
und gut zu beobachten. Die Tiere sind nicht besonders schnell. Nach Störungen,
besonders durch Herausnehmen aus dem Wasser, brauchen sie lange, bevor
sie ihr Haus wieder verlassen. Sie sollten möglichst ungestört
leben können. Ein Artaquarium ist für diese Tiere optimal.
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Die Windungen des Gehäuses sind
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Die Flussdeckelschnecke hat
ebenfalls ein kegelförmiges Gehäuse. Im Gegensatz zur vorangegangenen
Art sind bei ihr die Windungen weniger bauchig. Sie sind nicht so deutlich
von einander abgesetzt. Das Gehäuse ist hellbraun mit dunklen
Bändern. In der Höhe erreicht es im Mittel 34 mm und 25 mm in
der Breite. Ausgewachsene Tiere wiegen etwa 5,5 bis 7,5 g.
Im Gegensatz zur Sumpfdeckelschnecke (V. contectus)
bevorzugt diese Art bewegte Gewässer. Sie ist auch im Brackwasser
an der Küste von Nord- und Ostsee zu finden. Die Eier im Uterus entwickeln
sich nach und nach. Es sind einige wenige Eier im Uterus und weitere Portionen
weiter unten im Eileiter. Diese rücken nach, wenn die weiter entwickelten
Jungtiere geboren wurden. Zwischen zwei Geburten liegen etwa 14 Tage. Die
Jungtiere sind etwa 6 mm im Durchmesser. Verglichen mit der Mündungshöhe
der Weibchen, die nur etwa 15 mm beträgt, ist das sehr groß.
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Flussdeckelschnecke im Aquarium.
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Portrait einer männlichen Sumpfdeckelschnecke |
Diese Schnecke aus dem Poso-See wurde 1898 von Paul
und Fritz Sarasin als Viviparus persculptus beschrieben. Clench
überführte die Art 1966 in die dafür neu aufgestellte Gattung
Celetaia,
weil sie sich stark von den Arten der übrigen Gattungen unterscheidet.
Die Gehäuse meiner Tiere sind etwa 25 bis 30 mm
hoch und 23 - 26 mm breit. Es gibt Angaben nach denen die Gehäuse
bis zu 5 cm hoch werden sollen. Das Gehäuse ist kegelförmig mit
einem winzigen Nabel. Die Windungen sind deutlich von einader abgesetzt.
Die Windungsübergänge sind annähernd rechtwinkelig. Über
alle Windungen verlaufen 4 bis 6 deutliche Spiralrippen. An der Unterseite
sind Wuchslinien als feinere Axiliar-Rippen zu zu sehen. Die Farbe variiert
von hell braun-oliv bis dunkelbraun. Das Operculum ist konzentrisch. Es
hat den Nukleus nicht ganz in der Mitte.
Als Turboschnecke wird das Tier bezeichnet, weil das
Gehäuse wie ein Kreisel (Turbo) geformt ist. Wie alle Viviparidae
ist die Schnecke alles andere als schnell.
Gehäuse von Celetaia persculpta |
Die Pianoschnecke ist relativ neu in der Aquaristik. Sie
wurde etwa 2007 zum ersten Mal eingeführt und kommt seither immer
wieder Mal in den Handel.
Die Gehäuse sind sehr variabel. Tiere mit unterschiedliche
intensiven Mustern und Skulpturen kommen in der Natur zusammen vor. Charakteristisch
sind die kleinen Knoten die in Spiralreihen auf dem Gehäuse angeordnet
sind. Teilweise sind die Knoten zu Spiralrippen verbunden, manchmal fehlen
sie ganz. Der Nabel ist geschlossen und von einem dicken, glatten Kallus
verdeckt. Der Name Pianoschnecke leitet sich von der Färbung ab, die
aus hellen und dunklen Spiralstreifen besteht. Es gibt aber auch einfarbig
braune Tiere. Das Operculum ist hornig und auffallend glänzend.
vorne das Männchen, hinten das Weibchen |
Ein Jungtier auf dem Gehäuse der Mutter.
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Die Männchen sind an einem verdickten rechten Fühler
von den Weibchen zu unterscheiden. Meist wird der etwas nach unten eingerollt,
während der linke Fühler zum Tasten vorgestreckt ist. Die Gehäuse
der Jungtiere sind bei der Geburt bereits etwa 7 mm hoch und 6 mm breit.
Werden die Muttertiere in anderes Wasser umgesetzt stoßen sie wohl
auch kleinere Jungtiere mit nur 2 bis 4 mm aus. Jungtiere haben die Gehäuseskulpturen
bei der Geburt noch nicht – ihr Gehäuse ist glatt.
Deutlich ist der dicke Kallus zu sehen, der den Nabel
verdeckt.
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Weibchen mit wenige Tage altem Jungtier |
Das Gehäuse meiner größten Taia
ist 32 mm hoch und 23 mm breit. In der Aquarienliteratur findet man aber
auch Angaben mit bis zu 40 mm Höhe.
Die Tiere sind problemlos im Aquarium zu pflegen. Anders
als die einheimischen Viviparus-Arten vertragen sie die hohen Temperaturen
im Tropenaquarium gut. Sie können bei 23 bis 28 °C und einem pH-Wert
von 6 bis 7,5 gehalten werden.
Die Tiere fressen weiches Futter aller Art. Man kann
sie mit Futtertabletten und Flockenfutter, Kaninchenpellets füttern.
Sie sammeln Nahrungspartikel, die sich im Atemstrom befinden und leiten
sie in einem Schleimfaden, eine Rinne an der rechten Körperseite entlang
zum Maul. Das Zufüttern von speziellem Futter für Filtrierer
ist aber nicht notwendig. Die Tiere lassen sich problemlos auch Ausschließlich
mit Pellets füttern.
Die Tiere sollten im Artbecken oder nur zusammen mit
anderen Schnecken oder Garnelen gehalten werden. Sie sind wie alle Viviparidae
sehr langsam und nicht sehr konkurrenzstark, wenn es ums Futter geht. Werden
sie im Gesellschaftsbecken mit Fischen oder zusammen mit vielen anderen
Schnecken gehalten kommen sie schenll zu kurz. Die Tiere vergraben sich
gern. Sand ist ein geeignetes Substrat. Kies bis 4 mm Größe
hat sich bei mir aber nicht als nachteilig erwiesen.
Die Systematik dieser Schnecke ist etwas unklar. Ursprünglich
1865 von W. Theobald als Vivipara naticoides beschrieben, wurde
sie 1918 von Annandale in die Gattung Taia
überführt. Die Gattung Taia wurde für Arten aufgestellt,
von denen Annandale glaubte sie kämen nur auf dem Shan Plateau und
im oberen Myanmar vor. Vermutlich waren ihm damals keine anderen Vivipariden
mit Knoten auf dem Gehäuse bekannt und er hatte nur europäische
Viviparus-Arten zum Vergleich. Er unterschied damals 11 Arten, von denen
6 nur als Fossilien bekannt waren. Die Abbildung zeigt alle von Annandale
beschriebenen Taia-Arten. Annandale schrieb, er habe sich nicht
in der Beschreibung von Untergattungen und Unterarten verzetteln wollen
und darum alle Formen als Arten beschrieben.
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Abbildungen aus der Erstbeschreibung von Annandale
1918:
1, 2, 3: T. intha
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Haas (1939) schreibt zur Gattung
Taia,
sie sei weit in Asien verbreitet und könnte in mehrere unterscheidbare
Untergattungen geteilt werden. Neuere Autoren akzeptieren teilweise nur
Taia
naticoides als einzige Art der Gattung. Andere unterscheiden zwischen
T. naticoides und T. polyzonata.
Die Übergänge zwischen den verschiedenen Gehäuseformen
sind fließend. Durch die geringe Mobilität der Tiere kommt es
zu
einer starken Rassenbildung in den verschiedenen Habitaten. Es ist daher
ohne molekulare Untersuchungen kaum möglich die Verwandtschaftsverhältnisse
der einzelnen Formen und ihren Artstatus sicher fest zu stellen.
Die gesicherte Herkunft von Taia naticoides (Typus:
Vivipara
naticoides) liegt in Myanmar und Indien. Taia polyzonata Fraunfeld
1862 ist aus Singapur, Vietnam, China, Hong-Kong und Taiwan bekannt.
N. Annandale (1918): Aquatic molluscs of the Inlé Lake and connected waters.- Records of the Indian Museum Vol. 14, 103-182
N. Annandale (1920): Indian Freshwater Gastropods – No. II — The Indian Genera of Viviparidae. Records of the Indian Museum Vol. 19, 107-116
Clench, W. J. (1966): Celetaia, new genus of viviparidae from the island of Celebes, Indonesia.- The Nautilus 79(4), 137
Glöer, P. (2002): Die Süßwassergastropoden Nord- und Mitteleuropas.- Die Tierwelt Deutschland Band 73
F. Haas (1939): Malacological Notes.- Zoological Series of Field Museum of Natural History, Vol. 24, Chicago, September 19, 1939, No. 8
Sarasin P., Sarasin F. (1898): Die Siisswasser-Mollusken von Celebes (Wiesbaden), 1: 62, pi. 10, fig. 129-130; pi. 9, fig. 121. (Vivipara persculpta)
Schwab, H. (1995): Süßwassertiere - Ein ökologisches
Bestimmungsbuch.- 1. Auflage, Ernst Klett Schulbuchverlag GmbH, Stuttgart
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