Apfelschnecken - Ampullariidae

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Systematik
Allgemeines über Apfelschnecken
Apfelschnecken als Schädlinge

Apfelschnecken-Arten
Gattung Afropomus
Gattung Asolene
Zebra-Apfelschnecke(Asolene spixi)
Gattung Felipponea
Gattung Lanistes
Gekielte Apfelschnecke (Lanistes carinatus)
Lanistes cf. varicus
Gattung Marisa
Paradiesschnecke (Marisa cornuarietis)
Gattung Pila
Pila ampullacea
Pila globosa
Afrikanische Riesenapfelschnecke (Pila wernei)
Gattung Pomacea
Gefurchte Apfelschnecke (Pomacea canaliculata)
Spitze Apfelschnecke (Pomacea diffusa)
Schwarze Apfelschnecke (Pomacea flagellata)
Blaugraue Apfelschnecke (Pomacea glauca)
Riesenapfelschnecke (Pomacea maculata)
Großmündige Apfelschnecke (Pomacea megastoma)
Lebendgebärende Apfelschnecke (Pomacea urceus)
Gattung Saulea

Als Apfelschnecken oder Apple Snails werden Süßwasserschnecken aus der Familie der Ampullariidae bezeichnet. Sie haben 1 bis 15 cm große Gehäuse und stammen aus den Subtropen und Tropen Amerikas, Afrikas und Asiens. Sie werden bereist seit mehr als 100 Jahren als Aquarientiere gepflegt.
Seit dem 10. November 2012 gilt ein europaweites Verbot der Haltung, der Vermehrung, des Handels und des Verbringens von Apfelschnecken der Gattung Pomacea. Der Grund dafür ist, dass verschiedene Pomacea-Arten nach Verschleppung aus ihrem natürlichen Lebensraum als Neozoen in vielen Ländern schwere Schäden anrichten. Inzwischen sind die Schädlinge nicht nur in Asien und Nordamerika verbreitet, sondern sind auch in Europa zu einem Problem geworden. In Spanien richten sie im Ebro-Delta schwere Schäden an der heimischen Flora an.
HÖchstwahrscheinlich sind die Tiere dort mit Reisetzlingen hingelangt und werden nun massiv bekämpft. Um neue Einschleppungen zu vermeiden, müssen alle potentiell gefährdeten Güter vor der Einfuhr in gefährdete Gebiete kontrolliert werden. Da es keine innereuropäischen Grenzkontrollen mehr gibt, ist ein europaweites Verbringungsverbot notwendig, um Kontrollen an den Außengrenzen zu ermöglichen. Es wäre mehr als unsinnig Wasserpflanzen und landwirtschaftliche Produkte zu kontrollieren und gegebenen Falls zu vernichten, wenn man zeitgleich den Handel mit den Tieren selbst zulassen würde. Bedauerlicherweise ist von dieser Regelung leider auch eine aquaristisch interessante Art betroffen.
Da die einzelnen Pomacea-Arten schwer unterscheidbar sind, wurde die Verbreitung aller Arten der Gattung verboten. Die Haltung der Tiere ist nicht untersagt. Auch sind die übrigen Apfelschnecken-Gattungen von dem Verbot nicht betroffen.
Die sehr beliebte Pomacea diffusa, die als einzige der Gattung keine Pflanzen frisst, darf auf Grund des Verbots also ebenfalls nicht weitergegeben werden. Sie ist so schwer von den übrigen Arten zu unterscheiden, dass an ihrer Stelle ständig Pflanzenfresser im Handel zu finden waren. Bis heute hält hartnäckig das Gerücht hält, dass es eine Frage des "Charakters" sei, ob Apfelschnecken Pflanzen fressen oder nicht. Tatsächlich waren die Zoohändler nie in der Lage und wahrscheinlich nie daran interessiert die Arten richtig zu bestimmen. Anders lässt es sich nicht erklären, warum Großhändler Pomacea aus Asien importieren, wo es nachweislich nur die schädlichen Arten gibt. Bedauerlicherweise umgehen nun skrupellose Betrüger das Pomacea-Verbot in dem sie die schädlichen Tiere unter falschem Namen verbreiten. Unter den Bezeichungen Felipponea, Pila oder Afropomus, werden die Pflanzenfresser weiter illegal verbreitet und schädigen Pflanzen und den Ruf der harmlosen Apfelschnecken.
Es gibt aber auch schöne Lanistes- und Pila-Arten, sowie Asolene, die sich gut in Aquarien pflegen lassen. Die Pflanzen fressenden Marisa bleiben aber etwas für Liebhaber.

Briefmarken mit Schnecken-Motiven Stark vereinfachter cladistischer Stammbaum der Ampullariidae nach Hayes et al. 2009 und Hayes, Cowie und Thiengo 2009





Systematik

Apfelschnecken (Fam. Ampullaridae) gibt es in den Tropen und Subtropen Südamerikas, Afrikas und Asiens. Es gab sie schon zu Zeiten der Dinosaurier. Sie haben ihren Ursprung in Gondwanaland vor etwa 170 bis 180 Millionen Jahren. Bei der Abspaltung von Südamerika bzw. Madagaskar und der Indischen Kontinentalplatte wurde ein Teil von ihnen von den übrigen Arten getrennt. Genetische Untersuchungen bestätigen, dass die Arten aus Südamerika, Afrika und Asien sich deutlich unterscheiden und jeweils monophyletische Gruppen bilden.
Es gibt in der Familie 9 Gattungen. In Nord-, Süd- und Mittelamerika leben Asolene, Felipponea, Marisa, Pomella und Pomacea. In Afrika Afropomus, Lanistes und Saulea. Die Gattung Pila kommt in Afrika und Asien jeweils mit eigenen Arten vor. Insgesamt gibt es etwa 170 Arten (Cowie, Thiengo 2003).
Die ursprüngliche Taxonomie basiert auf morphologischen Kennzeichen, vor allem auf Merkmalen des Gehäuses und des Geschlechtssystems. Da Apfelschneckenarten aber abhängig von ihren Lebensbedingungen sehr variabel in Form und Größe sind, war die bisherige Taxonomie voll von Synonymen. Sie gab eine systematische Ordnung nach äußerlichen ähnlichkeiten wieder, aber nicht die tatsächlichen Verwandtschafts- und Abstammungsverhältnisse. Mittlerweile machen es genetische Untersuchungen möglich cladistische Stammbäume zu erstellen. Solche Genanalysen haben gezeigt, dass die afrikanischen und asiatischen Gattungen klar von einander abgegrenzt sind. In Südamerika sind dagegen weder die Gattung Pomacea, noch Marisa, Asolene oder Felipponea monophyletisch(Hayes et al. 2009a). Eine Neuordnung der südamerikanischen Arten wäre notwendig.

Interessant an den neuen Ergebnissen ist zum Beispiel, dass Pomella megastoma innerhalb der Gattung Pomacea liegt. Bisher wurde die Art zum Verwandtschaftskreis um Asolene gezählt. P. papyracea, P. flagellata und P. camena können nach den geltenden nomenklatorischen Regeln nicht in der Gattung Pomacea bleiben, wenn weitere Analysen ihre hier dargestellte Position im Stammbaum bestätigen. Obwohl Marisa cornuarietis und M. planogyra äußerlich kaum zu unterscheiden sind, steht M. planogyra gentisch näher an Asolene und Felipponea. Weitere Untersuchungen müssen zeigen welche taxonomischen Folgen das für die Zukunft mit sich bringt. Würde sich dieses Ergebnis weiter absichern lassen, könnte es ein, dass die Asolene- und Felipponea- Arten in Zukunft in die Gattung Marisa gestellt werden.
Die Untersuchungen haben aber auch auf Artebene einige neue Erkenntnisse gebracht. Unsere beliebte Spitze Apfelschnecke war bisher unter dem Namen Pomacea bridgesii (var. diffusa) bekannt. Nun hat sich gezeigt, dass Pomacea diffusa keine Unterart von P. bridgesii ist, sondern eine eigenständige Art (Rawlings et al. 2007). Auch die recht ähnliche Pomacea scalaris soll früher manchmal im Aquarienhandel aufgetaucht sein. Die "echte" Pomacea bridgesii gab es dagegen in unseren Aquarien offenbar nie. Stattdessen wurden aber zwei Arten von Pflanzen fressenden Gefurchten Apfelschnecke im Handel. Nämlich Pomacea canaliculata und P. maculata.


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Allgemeines

Apfelschnecken sind Vorderkiemer. Alle Vorderkiemer sind getrenntgeschlechtig und haben einen Gehäusedeckel. Typisch für die Apfelschnecken ist das zweite Fühlerpaar am Maul (Labialtentakel), an dem sie immer zu erkennen sind. Apfelschnecken haben zusätzlich zu ihrer Kieme einen Lungensack ausgebildet. Die linke Seite der Mantelhöhle ist mit diesem Luftsack ausgefüllt. Die Tiere verfügen über eine Hautfalte an der linken Körperseite, die sie zu einer mehr oder weniger langen offenen Rinne oder einer geschlossenen Röhre formen können. Mit diesem Sipho stellen sie zur Aufnahme von Luft in ihren Lungensack eine Verbindung zur Wasseroberfläche her.



Anatomie von Pomacea Bezeichnung der Körperteile von Apfelschnecken am Beispiel von Pomacea diffusa.
Die Arten aus den Gattungen Pomacea und Pila laichen außerhalb des Wassers an Holz, Steinen oder Pflanzenteilen ab. Die übrigen wickeln gallertartige Eipackete unter Wasser an Pflanzenstängel oder andere Substrate.
Gelege von Marisa

Die Gelege von Marisa, Lanistes und Asolene findet man unter Wasser.

Gelege von Pomacea diffusa

Die Pomacea-Arten laichen oberhalb des Wasserspiegels.

Die grÖßte bekannte Süßwasserschnecke ist eine Apfelschnecke. Das Gehäuse von Pomacean maculatakann einen Durchmesser von bis zu 15 cm erreichen. Auch die Gefurchte Apfelschnecke (Pomacea canaliculata werden sehr groß und man bekommt sie manchmal als Pomacea gigas.
Apfelschnecken sind keine Zwitter! Es gibt Männchen und Weibchen. Sie können ihr Geschlecht nicht wechseln und produzieren auch keine Nachkommen aus unbefruchteten Eiern. Die Weibchen einzelner Arten können aber Sperma bevorraten und zum Teil mehrere hundert Eier ablegen ohne zwischendurch neu begattet zu werden. Diese Spermaspeicherung kann über Monate hinweg andauern. Weibchen legen manchmal aber auch unbefruchtete Eier ab, die sich dann aber nicht entwickeln. Bei einigen Arten sind die Eier gefärbt. Manchmal dient eine grüne Färbung als Tarnung und manchmal eine rote zur Abschreckung.




Art Gelegefarbe
P. bridgesi, scalaris, flagellata, scalaris creme-weiß
P. canaliculata
orange bis pink
P. doliodes pink
P. glauca grün
P. haustrum grün
P.maculata pink
P. lineata pink


In den Eiern von Pomacea canaliculata und P. maculata sind übel schmeckende Stoffe und Toxine. Als Perivitellin-2 (PV-2) wird eine Nervengift bezeichnet, das das Rückenmark von Nagetieren so schwer schädigt, dass sie daran sterben. Die tötliche Dosis (LD 50) liegt bei Mäusen bei 2,3 mg pro Kiliogramm Körpergewicht in 96 Stunden. Der rote Farbstoff, der als Ovorubin bezeichnet wird, schützt den Inhalt der Eier vor Sonnenstrahlung, dient als Warnfarbe und ist gleichzeitig auch noch ein Proteinase-Inhibitor. Proteinasen sind für die Verdauung von Eiweißen notwendige Enzyme. Das Ovorobin bindet an Trypsin und verhindert so die Zerlegung von Eiweißen. Die Tiere können ihre Nahrung dann nicht mehr verwerten. Gegen Ameisen wirkt das Gift aber nicht. Das macht Feuerameisen zu wichtigen Fressfeinden von Pomacea-Arten.

P. diffusa bei der Eiablage Pomacea diffusa bei der Eiablage.

P. maculata bei der Eiablage Pomacea maculata bei der Eiablage.


Im Aquarienhandel findet man Arten aus den Gattungen Pomacea, Asolene und Marisa. Während Pomacea und Asolene eine typische Apfelschneckenform haben, sieht Marisa aus wie eine gestreifte Posthornschnecke. Von Posthornschnecken kann man sie aber leicht an Hand ihres Gehäusedeckels und den Lippentastern unterscheiden.

Vergleich von Pomacea canaliculata und P. diffusa Vergleich der Gehäuseformen von Pomacea canaliculata und Pomacea diffusa. Der Pfeil zeigt auf die Naht. Bei P. canaliculata ist sie eingesenkt und bei P. diffusa nicht.

Die erste für die Aquaristik entdeckte Ampullariidae war die Spitze Apfelschnecke (Pomacea diffusa). Bereits 1904 wurde sie unter dem Synonym Ampullaria australis zum ersten Mal nach Europa importiert. Der Artname "australis" bedeutet übrigens nicht, dass die Art aus Australien stammt. Australis" bedeutet "südlich". Da diese Art keine Pflanzen anfrisst war sie schnell sehr beliebt. Um 1960 trat eine gelbe Variante auf, die gezielt vermehrt und gehandelt wurde. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Farbformen.
Nur wenig später als die Spitze Apfelschnecke (1906/1907) wurde die Gefurchte Apfelschnecke (Pomacea canaliculata) eingeführt.
Die Farbe ist bei Apfelschnecken kein Artmerkmal. Die Behauptung braune Tiere würden Pflanzen fressen und die Gold-Apfelschnecke nicht, ist falsch. Auch von den Pflanzen fressenden Arten gibt es goldene Formen. Ebenso wenig hat das Anfressen von Pflanzen etwas mit schlechter "Kinderstube" oder dem "Charakter" der Schnecke zu tun. Schnecken, deren Kiefer nicht stark genug ist um Pflanzenteile zu zerkleinern, können einfach keine Pflanzen fressen, auch wenn sie es vieleicht wollen (Ernährung von Schnecken) Um sicher zu gehen, dass man keinen Pflanzenfresser bekommt, muss man die Arten unterscheiden können.
Leider werden vor allem die Pomacea-Arten immer wieder falsch bestimmt oder einfach gar nicht unterschieden. Bei der harmlosen Pomacea diffusa, von der es die meisten Farbformen gibt, sind die Windungen rechtwinkelig und stufenartig voneinander abgesetzt. Bei den Pflanzenfressern (P. canaliculata, P. maculata, P. haustrum) ist zwischen den Windungen eine Furche in die die Naht (Sutur) eingesenkt ist.


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Apfelschnecken als Schädlinge

Reis Gelege von P. canaliculata

Reis und Gelege von Pomacea canaliculata.

Unter dem Namen "Gold-Apfelschnecke" oder "Golden Applesnail" haben es die Gefurchte Apfelschnecken (Pomacea canaliculata, P. maculata) geschafft weltweit bekannt zu werden. Einzelne Exemplare können einen Durchmesser von 150 mm erreichen (Argentinien, Texas). Wegen ihrer imposanten Größe wurden die Tiere ursprünglich als Nahrungsmittel von Südamerika nach Asien eingeführt und sollten als zusätzliche Eiweißquelle in Reisfeldern vermehrt werden.
Die Sache mit der Vermehrung hat problemlos geklappt. Bedauerlicherweise eignen sich die Tiere nicht zum Verzehr, weil sie in ihren Ovarien Giftstoffe produzieren. Da die Tiere erst nach dem Kochen aus der Schale geholt werden, kann man die Geschlechter vor der Zubereitung nicht trennen. Das macht die Tiere ungenießbar für den Menschen. Auch die meisten Tiere meiden diese Schnecken. Dafür fressen Gefurchte Apfelschnecken so gut wie alle Pflanzen - inklusive Reis.
Da die Gefurchte Apfelschnecke in Asien keine natürliche Feinde hat, konnte sie sich ungehindert ausbreiten. Nachdem die Art 1979 zum ersten Mal in Taiwan gefunden wurde, waren 1982 bereits 17.000 Hektar Reis (Oryza sativa), Taro (Colocasia esculenta) und andere Kulturen von ihr befallen. 1986 waren es 171.425 Hektar.
Auf den Philippinen trat sie zuerst 1982 auf. 1986 wurde zum ersten Mal von Schäden durch diese Art berichtet. Bis 1989 dehnte sie ihr Verbreitungsgebiet von 9.500 auf 500.000 Hektar Reisland aus.
In Japan waren 1995 mehr als 50.000 Hektar betroffen. In der Dominikanischen Republik fand man die Schnecken 1997 auf 40% der gesamten Reisfläche. In West-Java waren 1996 in den vier Regierungsbezirken Karawang, Bekasi, Subang und Indramayu 268 Hektar Reisland befallen. Drei Jahre später waren es 7359 Hektar.

Reis ist in Asien das wichtigeste Nahrungsmittel. Das die aus Südamerika eingeschleppten Pomacea canaliculata und P. maculata alle Pflanzen fressen, macht sie zu schlimmen Schädling.
Eine Schnecke pro Quadratmeter senkt den Reisertrag um 20%. Bei acht Schnecken auf einen Quadratmeter treten Verluste von über 90% auf. Die Tiere fressen die jungen Pflanzen über dem Boden ab. ältere Pflanzen sind kaum gefährdet. Die Bekämpfung der Schnecken hat daher sehr hohe Priorität.
Am 9. April 2003 wurden in Sarawak (Nord-Borneo) im Verlauf einer Bekämpfungsmaßnahme 7184 dieser Schnecken und 134 ihrer Gelege in zwei Stunden gesammelt und vernichtet. Die Tiere waren im Vorjahr von ausländischen Besuchern als Delikatesse mitgebracht und achtlos in einem Teich ausgesetzt worden. Innerhalb von wenigen Monaten hatten sich die Tiere über eine Fläche von 25 Hektar Reisland ausgebreitet. Die Farmer in der nördlichen Küstenregion von West-Java sammeln die Schnecken ebenfalls ein, wenn sich zu starke Schäden zeigen. Zwei Tage nach dem Pflanzen werden die Felder abgesucht. 2 bis 4 Männer oder Frauen sind nötig um an einem Tag einen Hektar abzusammeln. Bei starkem Befall sind 20 Menschen pro Hektar und Tag nötig. Als KÖder werden Blätter von Kangkong (Ipomoea aquatica), Süßkartoffel (Ipomoea batatas) und Papaya (Carica papaya) ausgelegt. Von ihnen werden die Schnecken dann wiederum abgesammelt.
Zur chemischen Bekämpfung werden/wurden in Asien Pflanzenschutzmittel eingesetzt die graviernde Umwelt- und Gesundheitsschäden verursachen. Insektizide wie Endosulfan werden eingesetzt. Um die Schnecken effektiv zu bekämpfen (74-94% Todesrate) sind aber deutlich höhere Dosierungen (etwa 0,5 kg/ha und Jahr) notwendig als für die Bekämpfung von Insekten. Es werden auch Molluskizide (Schneckengifte) eingesetzt. Darunter finden sich Brestan, Aquatin und Telustan (organische Zinkverbindungen)und Baylucide (Niclosamine). Da oft auf die Verwendung von Schutzkleidung beim Umgang mit Pestiziden verzichtet wird, kommt es immer wieder zu akuten Vergiftungen und chronischen Erkrankungen bei den Anwendern. Zusätzlich wird Oberflächenwasser, das auch als Trinkwasser dient, kontaminiert.
Aber auch Regionen in denen die Menschen nicht auf den Reisanbau angewiesen sind, stellen die Schnecken ein Problem dar, weil sie auch andere, zum Teil seltene, Sumpf- und Wasserpflanzen fressen. Das Bureau of Plant Industry des Mississippi Department of Agriculture and Commerce gab am 12.9.2001 eine Verordnung heraus, nach der Kalifornien, Florida, Texas, Hawaii und North Carolina, sowie alle Staaten oder Regionen, in denen möglicherweise Apfelschnecken vorkommen, als Quarantänegebiet gelten. Es wird darin untersagt Apfelschnecken oder ihre Gelege, bzw. irgendwelche Gegenstände, Pflanzen oder Substrate an denen die Tiere oder ihre Gelege haften könnten über die Grenze in den Staat Mississippi zu bringen. Die Einfuhr solcher gefährdeter Güter ist nur noch nach einer Kontrolle gestattet.
Wer sich für die Thematik, interessiert sollte sich einmal im Snailbusters-Blog von Jess van Dyke umsehen.



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Gattung Afropomus


Afropomus balanoidea ist die einzige Art ihrer Gattung. Ihr schweres Gehäuse ist kräftig verkalkt. Es ist ovoid und hat nur wenige schnell zunehmende Windungen. Die Farbe variiert von hell- bis mittelbraun, mit bis zu 17 schmalen dunklen Längsbändern. Die Gehäusespitze und die älteren Windungen fehlen meist. Es bleiben noch 1 bis 2 Windungen, die bis 26 mm hoch und 26 mm breit sind. Der Mündungsrand ist sehr dick. Das Operculum ist schmal-oval. Es ist nicht verkalkt und kann tief in das Gehäuse zurückgezogen werden. Diese Art kommt nur in kleinen Gewässern in West-Afrika vor. Sie wurde in Sierra Leone und Liberia gefunden. Es gibt keine Berichte über die Haltung dieser Art in Aquarien oder ihre Verbreitung und Lebensbedingungen. Die im Handel neuerdings angebotenen Afropomus sind falsch deklarierte Pomacea-Arten, die trotz Verbot gehandelt werden. Vom Kauf ist abzuraten, da es wahrscheinlich ist, dass sich dahinter die aquarienuntauglichen, pflanzenfressenden Arten befinden. Finger Weg, wenn es schon in der Beschreibung heißt, dass die Tiere hauptsächlich Pflanzen fressen!



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Gattung Asolene


In der Gattung Asolene gibt es nur wenige Arten (4 bis 6). Es besteht eine nahe Verwandtschaftsbeziehung zu Marisa und Felipponea. Die Eier werden in gallertartigen Gelegen unter Wasser abgelegt. Teilweise sind sie grün oder rot gefärbt.

Asolene spixi - Zebra-Apfelschnecke



Skizze von Asolene spixi

Die Zebra-Apfelschnecke (Asolene spixi) ist recht selten im Handel zu finden.

Asolene spixi

Zebra-Apfelschnecke im Aquarium
Asolene bei der Eiablage

Asolene spixi bei der Eiablage

junge Asolene im Ei

Jungschnecke im Ei.

Das Gehäuse dieser Art wird im Aquarium selten größer als 20 bis 25 mm. In der Natur, also unter kühleren Bedingungen, kann sie bis 40 mm erreichen. Die Oberfläche ist glatt und die Naht nur wenig eingesenkt. Die Grundfarbe ist gelbbraun, darüber ziehen sich scharf abgegrenzte, schwarze Längsstreifen. Der Körper ist gelb bis bräunlich mit dunklen Punkten und Flecken. Besonders dunkel sind der Kopf und die Rückseite des Fußes. Der Sipho ist etwa so lang wie die Labialtentakel. Er bildet beim Luftholen eine Rinne, mit der eine Verbindung zwischen der Wasseroberfläche und der Öffnung im Lungensack hergestellt wird. Dazu muss das Tier sein Gehäuse etwas aus dem Wasser heben.
Die Haltung im Aquarium ist unprobelematisch. Die Tiere bevorzugen weiche Nahrung und nehmen gerne Fischfutter an. Bei Nahrungsmangel fressen diese Schnecken aber auch feinfiederige Pflanzen. Da die einzelnen Tiere sehr wenig fressen, fallen Schäden meistens nicht auf. Bei einem starken Besatz mit etwa einem Tier pro Liter Wasser (50 in einem 60 cm Becken) und ohne Fütterung (Urlaub!) haben sie eines meiner Aquarien aber völlig kahl gefressen. Zu den gefressenen Pflanzen gehörten Nymphaea lotus, Vallisneria caulescens, Ceratopteris cornuta, Sagittaria platyphylla, Bacopa carolineana, Aponogeton undulatus, Nymphoides aquatica, Cryptocoryne wendtii grün, Cryptocoryne ´Mi Oya´, eine Najas-Art, Echinodorus opacus, Echinodorus x ´Harbich Rot´, Echinodorus x ´Harbich´ und Echinodorus x ´Lothario´. Egeria najas wurde dagegen nicht gefressen. Offenbar sind die Wasserpestarten allen Apfelschnecken ein Graus. Anubias barteri var. nana, Lagenandra twaitesii und Cryptocoryne aponogetifolia blieben am längsten unbeschädigt.

Wenn sich die Tiere gut eingewÖhnt haben, beginnen sie recht bald mit der Fortpflanzung. Die weißlichen Eier werden unter Wasser in gallertartigen Eipaketen abgelegt. Die Eier sind zunächst milchig weiß. Mit der Zeit quellen sie auf und der Inhalt wird zunehemnd transparent. Mann kan durch die Eihülle die Jungschnecken beobachten, wie sie im Ei herum kriechen. Bis zum Schlupf der Jungtiere dauert es etwa 2 bis 3 Wochen. Die Jungen verstecken sich gerne zwischen Pflanzen und graben sich auch ein. Daher sind sie nicht immer leicht zu finden. Die Männchen der Zebra-Apfelschnecke versuchen auch andere Apfelschnecken-Arten zu begatten. Kreuzungen sind dabei aber nicht möglich.
Die Zebra-Apfelschnecke lebt in Flüssen, Gräben, Kanälen und Seen. Sie wurde im brasilianischen Staat Rio Grande do Sul und im Rio Parana im Norden von Argentinien gefunden. Möglicherweise kommt sie auch weiter nördlich vor. Die Region ist warmgemäßigt und feucht mit relativ kalten Wintern. Frost ist möglich. Die Wintermonate verbringen die Tiere im Substrat vergraben, bis wärmere Temperaturen sie zu neuer Aktivität anregen. Im Aquarium sollten sie nicht zu warm gehalten werden. 26 °C sollten nach Möglichkeit die Obergrenze sein. Es gibt einen kurzen Bericht über diese Art aus dem Jahre 1937. Dort wird sie fälschlich als "Ampullarius lineatus" bezeichnet. Ihre Laichballen werden als ähnlich wie bei Marisa rotula (gemeint ist M. cornuarietis) beschrieben. Bei dem Text ist eine Zeichnung, die fünf Tiere neben und auf einer Sagittaria subulata zeigt. Größe und Muster der Gehäuse, sowie die Beschreibung passen gut auf Asolene spixi. Offenbar wird oft angenommen, das "spixi" sich in irgendeiner Form von Spitze oder spike ableitet. Tatsächlich ist die Art nach Herrn Spix benannt, der im 19. Jahrhundert viele Schnecken in Südamerika gesammelt und beschrieben hat.



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Gattung Felipponea

Die drei Felipponea-Arten haben alle neritoide Gehäuse. Das Operculum ist hornig. Felipponea iheringi wird etwa 31 mm hoch und 27 mm Breite. Der Körper ist weißlich mit gräulichem Flecken-Muster. Paarungen finden zu jeder Tageszeit statt und dauern zwischen 20 und 40 Minuten. Die Tiere laichen unter Wasser ab. Die Eier selbst sind orange-braun und von einer klaren, gallertartigen Hülle umgeben. Nach ca. 10 Tagen schlüpfen die Jungen.
Die Wassertemperatur im natürlichen Lebensraum schwankt im Jahr zwischen 12 und 28 °C. Der pH-Wert liegt um 7. Die Tiere sind in Uruguay und Brasilien häufig. Sie leben im Rio Uruguay und im Rio Grande do Sul und deren Nebenflüssen.

Das gehäuse von Felipponea neritiniformis ist 30 bis 33 mm hoch. Die Art kommt im Piratini River im brasilianischen Rio Grande do Sul vor und wurde auch in Uruguay gefunden. Die dritte Art ist Felipponea elongata. Sie lebt ebenfalls in Uruguay. Es gab in Amerika Versuche diese Schnecken im Aquarium zu pflegen.

Nach dem Verbot der Pomacea-Arten werden in Deutschland Pomacea-Arten als Felipponea oder sogar als Afropomus verkauft! Augen auf beim Schneckenkauf. Hier gibt es keine Besonderheiten zu ergattern!

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Gattung Lanistes

Die Gehäuse der Lanistes-Arten sind im Gegensatz zu denen aller anderen Apfelschnecken linksgewunden. Die Gattung kommt nur in Afrika vor, ist dort aber weit verbreitet. Zum Beispiel leben im Malawi-See 4 Arten aus dieser Gattung. Lanistes nyassanus, L. solidus und L. nasutus sind Endemiten, kommen also nur in diesem See vor. Lanistes ellipticus, die das Sumpfgebiet an den Ufern besiedelt, ist in Afrika weit verbreitet. Bei allen Arten der Gattung ist das Operculum von der Innenseite verkalkt. Dadurch bietet es einen besonders guten Schutz vor Austrocknung.


Gehäuse von Lanistes graueri

Gehäuse von Lanistes graueri

Gehäuse von Lanistes hildebrandtii

Gehäuse von Lanistes hildebrandtii
Lanistes purpurea

Gehäuse von Lanistes purpureus

Lanistes cf. varicus

Lanistes cf. varicus





Lanistes carinatus - Gekielte Apfelschnecke



In der ägyptischen Tempelanlage von Karnak in ägypten wurden Gehäuse der Gekielten Apfelschnecke in Gräbern gefunden. Möglicherweise hatten die Tiere oder ihre Gehäuse irgendeine rituelle Bedeutung. Vielleicht dienten sie aber auch nur als Schmuckstücke. Aus dem Jahr 1908 gibt es einen Bericht über die Haltung dieser Tiere im Aquarium. Das Gehäuse ist 25 mm hoch und 45 mm breit. Der Nabel ist tief. Die Oberfläche ist glatt, hellbraun mit rötlichen, selten weißen Spiralbändern. Die 5 Windungen sind unten gekielt. Die ersten Windungen haben außerdem einen Kiel oberhalb ihrer Mitte. Die Mündung ist oval. Die Fläche über den Mündungsrändern ist schräg zur Gewindeachse, weil der untere Mündungsrand stark zurückweicht. Das Tier ist hell zimtbraun, dunkel geflammt. Der Fuß ist einfarbig blaugrau mit zimtbraunem Saum, vorn breit, hinten etwas verschmälert. Der Mantel ist braun gezeichnet, ebenso das kurze, sehr weite Atemrohr. Wenn die Schnecke dieses entfaltet, muss sie ihren Kopf nach rechts biegen. Trotz der Linkswindung der Lanistes ist ihr Körperbau im ganzen den rechtsgewundenen Ampullarien gleich, auch das Atemrohr ist an der linken Seite. (Ziegeler 1908) Vermehrt haben sich die Tiere nicht, hielten sich aber über ein Jahr in einem mäßig geheizten Aquarium. Diese Art stammt aus dem Osten Afrikas. Sie bewohnt kleine Teiche und temporäre Gewässer vom Nildelta über den Sudan, äthiopien und Somalia bis nach Kenia und Uganda.










Gehäuse eines Wildfangtieres

Das links gewundene Gehäuse ist auffällig. ein Wildfangtier

Ein Nachzuchttier beim Atmen.
Lanistes - Jungtier

Ein Jungtier im Aquarium.

Lanistes von vorn

Die Fühler und Lippentaster sind sehr lang.


Lanistes cf. varicus



Ende 2009 wurde aus Nigeria eine Schneckenart importiert, bei der es sich wahrscheinlich um Lanistes varicus handelt. Die vorläufige Bestimmung beruht auf dem Vergleich mit einem Gehäusebild bei Brown (1994).
Die Tiere haben im Aquarium sehr schnell Eier gelegt. Ich habe von einem Aquarianer, der vier Tiere aus der ersten Lieferung hatte, ein Alttier und 13 Jungschnecken bekommen. Das erwachsenen Tiere ist überwiegend nachtaktiv. Es scheint im Aquarium immer wieder den selben Ruheplatze aufzusuchen. Dorthin kehrt es meist sofort zurück, wenn es im Aquarium umgesetzt wird. Die meiste Zeit verbringt die Schnecke halb im Substrat vergraben.

auf dem Weg zum Futter

Die Jungtiere suchen den ganzen Tag nach Nahrung und erreichen den Futterplatz bereits nach wenigen Minuten, wenn es etwas zu Fressen gibt.





Gelege von Lanistes

Ein Gelege unter schwimmendem Farn.

Lanistes-Ei

Ein einzelnes Ei nach 6 Tagen.
6 Tage alter Embryo

6 Tage alter Embryo.

Embryo kurz vor dem Schlupf
11 Tage alter Embryo kurz vor dem Schlupf.

Bisher ist die Haltung der Tiere im bepflanzeten Aquarium problemlos gewesen. Allerdings lösen sich durch die Grabtätigkeit des adulten Tiers manchmal Pflanzen aus dem Substrat.
Im Alter von etwa 8 Monaten werden die Jungtiere geschlechtsreif und laichen zum ersten Mal. Die Gehäuse sind zu dem Zeitpunkt zwischen 22 und 30 mm hoch und 23 bis 33 mm breit. In den Gelegen sind etwa 50 bis 80 Eier. Bei 27 bis 29 °C schlüpfen die Jungtiere nach 11 bis 13 Tagen. Das Wachstum ist sehr langsam. Nach 8 Wochen haben die Tiere erst eine Gehäusegröße von 8 - 12 mm Höhe und 9 bis 14 mm Breite erreicht.

Lanistes varicus ist in Westafrika beheimat. Bekannte Fundorte liegen in Ghana, Senegal, Gambia, Mali, Elfenbeinküste, Nigeria, Niger und Obervolta.
Das Gehäuse ist bis 60 mm hoch und 65 mm breit. Typisch sind die runden Windungen, eine große Mündung und und ein weiter Nabel.
Die Tiere leben in Bewässerungskanälen, Flüssen und Seen. Die Eier werden unter Wasser, zum Beispiel an der Unterseite von Seerosenblättern abgelegt. Ich halte es für wahrscheinlich, dass unsere Lanistes zu dieser Art gehören. Eine genaue Bestimmung steht aber noch aus.




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Gattung Marisa



Marisa frisst Nymphoides
Marisa frisst an einem Blatt von Nymphoides aquatica
Jungtiere beim Fressen von Wasserlinsen
Jungtiere beim Fressen von Wasserlinsen

In der Gattung Marisa gibt es zwei Arten: M.cornuarietis und M. planogyra. Beide sehen sich sehr ähnlich, lassen sich aber an Hand von Genanalysen unterscheiden. M. planogyra legt zudem rote Eier. Im Aquarium pflegen wir M. cornuarietis.

Marisa cornuarietis - Paradiesschnecke



Wegen ihres flachen Gehäuses wird die Paradiesschnecke auch als "Gestreifte Posthornschnecke", "Kolumbianische Deckeltellerschnecke" oder "Südamerikanisches Posthorn" bezeichnet. Sie hat zwar ein tellerförmiges Gehäuse, kann aber an ihren Lippentastern und dem Gehäusedeckel gut als Apfelschnecke identifiziert werden.

Marisa cornuarietis

Das kurze Fühlerpaar am Maul weist Marisa als Apfelschnecke aus.
Marisa cornuarietis

Die Eier werden unter Wasser abgelegt.

Die Paradiesschnecke (Marisa cornuarietis) ist gut mit der Gefurchten Apfelschnecke (Pomacea canaliculata) zu vergesellschaften. Sie hat denselben Appetit auf Pflanzen und verschmäht zunächst nur Wasserpest und Javamoos. Die Tiere fressen auch andere Schnecken und deren Gelege. Sie wurden zum Beispiel in Puerto Rico zur natürlichen Bekämpfung von Schistosoma-Wirten ausgesetzt. Neben der Wirtsschnecke Biomphalaria glabrata wurde auch Lymnaea columella fast ausgerottet, die kein Wirt des Pärchenegels ist. Zusätzlich schaden die Schnecken dort zunehmend den Wasserpflanzen.
Das Gehäuse der Paradiesschencke wird etwa 26 mm hoch und 53 mm breit. Fleck (1950) gibt einen Durchmesser von 6 cm an. In kühlerem Wasser leben die Tiere bis zu 4 Jahre. In warmen Aquarien erreichen sie selten mehr als 3 cm und werden etwa 2 Jahre alt. Die Gehäusespitze ist eingesenkt, so dass auf beiden Seiten des Gehäuses eine weite Vertiefung entsteht. Die Grundfarbe ist gelblich bis hellbraun. Darüber liegen meist mehrere dunkle Längsbänder. Es gibt auch von dieser Art eine gelbe Variante ohne Streifen.
Der Sipho ist recht kurz, bildet aber beim Atmen eine geschlossene Röhre. Der Körper und der Mantel sind weißlich-gelb bis hellgrau und haben ein unregelmäßiges graues Fleckenmuster. Früher wurde vermutet, dass sich die Geschlechter an Hand von Flecken auf der Fußsohle unterscheiden lassen. Die Musterung der Fußsohle ist jedoch genauso zufällig wie die des übrigen Körpers. Es ist eine Geschlechtsunterscheidung an Hand des Gehäuses möglich. Bei den Weibchen ist die Mündung nierenförmig und bei den Männchen rundlich (siehe unter Fortpflanzung der Schnecken bei Sexualdimorphismus.

Marisa bei der Paarung

Marisa bei der Paarung

Gelege in Filterwatte

Als Laichsubstrat eignet sich gut dieses Filtermaterial. Es wird nicht gefressen und verhindert,dass die Gelege am Boden im Mulm landen.


Das Weibchen kann Samen für 3-4 Gelege bevorraten. Die Eier sind in eine klare Gallerte eingeschlossen. Die Gelege werden unter Wasser nah der Oberfläche an Pflanzen oder der Aquarienscheibe befestigt. Der Auftrieb der Eihülle reicht nicht aus, damit das Gelege frei im Wasser schwebt. Ein Gelege umfasst 20 bis 110 Eier. Durchschnittlich sind es etwa 70. 75 bis 93 % der Eier entwickeln sich. Die Jungen schlüpfen bei einer Temperatur von 25 - 30 °C nach 8 Tagen. Bei 15 - 20 °C dauert es 20 Tage bis zum Schlupf.
Es gibt verschiedene aus älteren Aquarienzeitschriften Berichte über die Pflege dieser Schnecken in Aquarien. BÖhm (1984) gibt an, dass seine Tiere bei Fütterung mit Kopfsalat und Futtertabletten keine Pflanzen angefressen haben. Comp (1908) konnte bei Fütterung mit Salat, Fischfutter und geschabter Sepia ebenfalls keine Schäden feststellen. ("Selbst die jungen Triebe der Vallisneria bleiben verschont.") Stenglein (1984) berichtet dagegen von starken Schäden an seinen Pflanzen trotz intensiver Fütterung. Am sichersten kann man Pflanzenschäden durch diese Schnecke vermeiden, wenn man die Pflanzen nicht zusammen mit den Schnecken in ein Aquarium bringt. Vermutlich ist diese Verfressenheit der Grund warum die Tiere bereits zweimal in den deutschen Aquarien ausgestorben sind. Sie wurde nämlich bereits 1906 nach Deutschland eingeführt und bis 1913 gehalten. Um 1930 sollen sie noch einmal eingeführt worden sein. Ein drittes Mal gelangten die Tiere um 1979 nach Deutschland und wurden seither offenbar durchgehend importiert oder vermehrt.
Die Art kann gut in unbepflanzten Barschaquarien zur Beseitigung von Algen, toten Fischen und Futterresten eingesetzt werden. Es werden sogar Pinselalgen beseitigt. Sie frisst allerdings auch Fischlaich. Die Tiere können zusammen mit Barschen, Prachtschmerlen, Ringelhandgarnelen (Macrobrachium sp.) und Marmorkrebse (Procambarus sp.) leben, ohne dass sie ernsthaft gefährdet wären. Vermutlich wird den Fischen oder Krebsen das eine oder andere Jungtier zum Opfer fallen. er Gesamtbestand ist dadurch aber nicht gefährdet.
Die Art verträgt viel Salz und wurde auch schon in Brackwasser gefunden. Offenbar können sich die Tiere dort aber nicht erfolgreich fortpflanzen. Vermutlich wird den Eiern durch Osmose Wasser entzogen und deren Entwicklung dadurch gestört. Ursprünglich stammen die Tiere aus Südamerika. Heute leben sie aber auch auf den Hawaii-Inseln, in Florida und im Sudan. In der älteren Literatur wird die Art oft als Marisa rotula bezeichnet.
Zu dieser Gattung gehört noch eine weitere Art. Die Kleine Paradiesschnecke (Marisa planogyra) wird etwa 12 bis 16 mm hoch und 26 bis 30 mm breit. Bei ihr erhebt sich der Apex deutlich über die Windungen hinaus. Das Gehäuse ist also nur auf einer Seite schüsselförmig eingesenkt. Jungtiere der vorangegangenen Art sehen ihnen sehr ähnlich.

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Gattung Pila

Die Gattung Pila kommt in Afrika und Asien vor. Die Tiere sind besonders gut an Trockenzeiten angepasst. Sie bilden auf der Innenseite des Gehäusedeckels eine millimeterdicke Kalkschicht, die den Deckel fast völlig wasserundurchlässig macht. In der Gattung Pila gibt es einige sehr groß werdende Arten.

Pila ampullacea

Pila im Aquarium
Diese Pila stammt von Java.

Pila im Aquarium

Das Tier lebte über ein Jahr in einem bepflanzen Aquarium.

Pila-Gehäuse
Der Gehäusedeckel verschließt die Mündung völlig.

Diese asiatische Art lebt in langsam fließenden und stehenden Gewässern. Sie frisst abgestorbenes und grünes Pflanzenmaterial, sowie Aas und Detritus. Ihr Gehäuse ist dick, breit konisch und wird bis zu 86 mm hoch. Die Oberfläche ist glatt und braun bis oliv. Es sind nur undeutlich wenige Längsstreifen zu sehen. Das Operculum ist kalkig, auf der Innenseite leicht rosa-weiß. Die kalkigen Gelege umfassen 15 bis 50 oder auch mehr Eier. Diese sind 5 bis 10 mm im Durchmesser. In der Natur (Lake Maja, West-Java) und in den Teichen des Botanischen Gartens in Bogor legen sie ihre Eier in etwa 20 bis 75 cm Höhe an den Stämmen der Kirai-Palme (Metroxylon rumphii) oder an den Stängeln von Wasserpflanzen ab. Während der Regenzeit laichen die Weibchen 1- bis 2-mal im Monat ab. In der Trockenzeit werden keine oder bedeutend weniger Gelege produziert.
Die Tiere leben in Seen, Gräben, Sümpfen und Bewässerungskanälen. Es wird langsam fließendes Wasser bevorzugt. Sie fressen abgestorbenes und grünes Pflanzenmaterial, sowie Aas und Detritus.
Die Tiere kommen unter anderem in Thailand, Malaysia und auf Java vor. Sie sind für gewöhnlich während der Regenzeiten und kurze Zeit danach aktiv. Den Rest des Jahres verbringen sie bis zu einen Meter tief im Boden vergraben. Sie können Ruhezeiten von bis zu einem Jahr ohne Schaden überstehen.
Ich hatte ein einzelnes Tier über ein Jahr lang in einem bepflanzten Aquarium. Die Schnecke war vor allem nachts aktiv. Sie frass keine Pflanzen an. Besonder munter wurde sie, wenn ich zur Fütterung Gernelenmehl ins becken gegeben habe. Dafür würde sie dann auch am Tag aktiv.



Pila wernei

Diese Pila wernei ist ist etwa 8 cm groß.

Opercula von Pila wernei

Die Opercula von Pila wernei sind mehrere Millimeter dick. Die Innenseite ist verkalkt.

Pila globosa - Kugelige Apfelschnecke


Das Gehäuse dieser indischen Apfelschnecke ist 30 bis 60 mm hoch, rundlich mit einer ovalen Mündung. Die Farbe variiert von gelb und grün bis grau-grün, zum Teil mit einem rötlichen Hauch. Die Gelege sind weiß und werden über dem Wasserspiegel abgelegt. Die einzelnen Eier haben einen Durchmesser von 4-7 mm. Die Jungschnecken schlüpfen bei 32 - 38 °C nach 10 bis 14 Tagen. Bei 21 - 27 °C dauert die Entwicklung 3 Wochen. Das Verbreitungsgebiet ist sehr klein und umfasst das Ghangesgebiet in Indien und Bangladesch. Sie schädigt Reis.



Pila wernei - Afrikanische Riesenapfelschnecke



Die Afrikanische Riesen-Apfelschnecke wird im Schnitt 127 mm hoch und 125 mm breit. Die Tiere leben in Sümpfen und anderen Stillgewässern. Sie fressen Wasserpflanzen. Nach Norden erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet über den Weißen Nil bis in den Sudan nach Khartoum, weiter westlich bis Nordnigeria und in den südlichen Tschad, sowie im Niger-Gebiet bis in den Süden Malis. Das Tier lebt dort in Sümpfen und anderen Stillgewässern von Pflanzen.



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Gattung Pomacea



In der Gattung Pomacea gibt es etwa 100 Arten.
Pomacea sind die typischen Apfelschnecken mit kugeligem Gehäuse, hornigem Operculum, langem Atemsipho und langen Fühlen an Kopf und Maul.


Pomacea canaliculata - Gefurchte Apfelschnecke

Diese geroß werdene Apfelschnecke ist sehr varaibel gefärbt. Die Gehäuseberfläche kann hell bis dunkelbraun oder olivfarben mit oder ohne Streifen oder gelb ohne Streifen sein. Charakteristisch ist die eingesenkte Naht, der die Art ihren Namen verdankt (canalicula = kleine Rinne). Der Körper ist in der Regel schmutzig weiß mit grauen Flecken. Es kommen auch unpigmentierte rein weiße bis gelbliche Tiere vor.

Gehäuse

Die Gehäuse haben eine deutliche Rinne entlang der Naht.

braune P. canaliculata im Aquarium

Eine Wildfarbene P. canaliculata.

verschiedene Gehäusefarben von P. canaliculata

Die Farbe ist variabel, aber die zur Furche eingesenkte Naht bleibt gleich.
Radula
Mit der Radula wird die Nahrung ins Maul gezogen.

Kiefer
Die Kieferplatten schneiden die Pflanzenteile ab.




Pomacea canaliculata frisst alle Pflanzen. Hier zum Beispiel einen Javafarn, der besonders hart und ungenießbar ist.



Diese Art kommt zusammen mit P. maculata weiter südlich vor als alle anderen Apfelschnecken. Ihr südlichstes Vorkommen liegt im Paso de las Piedras Reservoir (38° 24´ südliche Breite), in der Provinz Buenos Aires, Argentinien. Im Norden hat sie sich bis nach Florida und Texas ausgebreitet. Sie ist also an warmgemäßigte Klimate angepasst und können auch im Mittelmeerraum leben. Aber auch in den Tropen und Subtropen finden die Tiere gute Lebensbedingungen. Heute ist die Art fast überall in Südamerika, in Thailand, Vietnam, Kambodscha, Hongkong, Japan, Indonesien, Kalifornien, auf den Philippinen und den Hawaii-Inseln verbreitet. Sie gehört zu den schädlichsten invasiven Arten, die wir kennen. Die gefruchte Apfelschnecke richtet große Schäden an Reis und Taro an, schädigt aber auch wilde Sumpf- und Wasserpflanzen.
Wachstum und Lebenserwartung sind abhängig von der Temperatur. Bei Zimmertemperatur (19-22 °C) leben bis zu 49 Monate lang. Bei 25°C sterben sie bereits nach durchschnittlich 13,5 Monaten. Abhängig von den Klimabedingungen können sie ihre Geschlechtsreife nach 60 Tagen (Südostasien) oder auch erst nach 2 Jahren (7-28 °C in Argentinien) erreichen. Zu diesem Zeitpunkt sind die Weibchen mindestens 25 mm groß. Auf den Philippinen erreichen die Tiere im Freiland innerhalb eines Jahres einen Durchmesser von 5 cm. Ab einer Größe von 3- bis 3,5 cm sind sie dort geschlechtsreif. Bei einer Wassertemperatur um 18°C werden später im Jahr und weniger Eier abgelegt, als bei Temperaturen um 25°C. Die Tageslänge hat keinen Einfluss auf Paarungen und Eiablage. Bei Nahrungsmangel nimmt die Häufigkeit von Kopulationen und die Zahl der Gelege ab. Die Größe der Gelege verändert sich nicht.
Die Weibchen sind in der Lage Spermien bis zu 140 Tage lange zu speichern und in dieser Zeit bis zu 3000 befruchtete Eier zu legen. Drei- bis sechsmal in 2 Wochen laicht das Weibchen außerhalb des Wassers ab. Die Eiablage dauert 2 bis 3,5 Stunden. Die Gelege sind orangerot bis pink. Es sind nicht die Schalen gefärbt, sondern der Inhalt der Eier. Es handelt sich um eine Warnfarbe, die Fressfeinde vor dem widerlichen Geschmack und vor einem Nervengift warnt. Die Gelege werden von Säugern nicht gefressen und auch die Eiweißdrüse des Weibchens rühren zum Beispiel Ratten nicht an. Gegen Ameisen ist die Substanz dagegen wirkungslos. Ein Gelege umfasst 100 bis 500. Die Eier sind bereits verkalkt und fest, wenn sei den Eileiter verlassen. Daher sind sie auch im fertigen Gelege rund. Sie haben einen Durchmesser von etwa 2-3 mm. Die jungen Schnecken schlüpfen bei 24 °C nach 12-14 Tagen.
Die Populationsdichte hat Einfluss auf die Größe der Tiere und auf die Zahl der Eier pro Weibchen und Laichsaison. Die überlebensrate der Elterntiere wird nicht von der Populationsdichte beeinflusst. Die überlebensrate der Jungschnecken sinkt aber mit steigender Konkurrenz. Es gibt nur wenige Pflanzen, die von P. canaliculata gar nicht gefressen werden. Eine davon ist die Wasserpest Elodea canadensis). In Laborversuchen verweigerten Tiere, denen nur E. canadensis angeboten wurde, die Nahrungsaufnahme und verhungerten. Darüber hinaus ist im Aquarium keine Pflanze vor diesen Tieren sicher. Die Blätter werden vom Rand her aufgefressen oder gleich die Stängel gekappt und der Länge nach verspeist. Blätter von Hornkraut Ceratophyllum sp.) werden abgenagt und im Stück verschluckt. Harte Pflanzen wie Javafarn oder Anubias sind nicht vor den Schnecken sicher. Sie werden inklusive Rhizom gefressen.
Auch Javamoos (Vesicularia dubyana) wird gefressen.

Für bepflanzte Aquarien ist diese Art also völlig ungeeignet. Die Vergesellschaftung mit anderen Schnecken ist auch nicht immer möglich. Spitzschlammschnecken (Lymnaea stagnalis) werden zum Beispiel gejagt und gefressen. Tellerschnecken (Planorbidae) und junge Apfelschnecken sind nicht in Gefahr. Möglicherweise liegt es daran, dass die Tiere sich deutlich tiefer in ihre Gehäuse zurückziehen, bzw. einen Gehäusedeckel haben. Es kommt auch vor, dass sich Gefruchte Apfelschnecken gegenseitig anfressen. Einige Tiere nehmen gerne lebende Regenwürmer an. Bereits SchrÖder (1907) berichtet vom Heißhunger dieser Schnecken: "Nur ihr ungeheurer Appetit zeugte von ihrem Wohlsein; hatten sie in den ersten drei Tagen sämtliche Pflanzen bis zum Wurzelhals verspeist, so verschwand im weiteren Verlauf ihres Daseins alle 24 Stunden ein fester Salatkopf von der Größe einer Männerfaust." In diesem und einem Artikel von Hartmann (1908) wird die Eiablage der Tiere genau beschrieben. Beide Autoren berichten, dass die Eier der Tiere rot waren. Sie beobachten die Ablage von durchschnittlich 17 Eiern in 5 Minuten. Die Gelege sind etwa 7 - 8 cm lang, 13 bis 16 mm breit und 6 bis 7 mm hoch. Sie enthalten zwischen 580 und 680 Eier. Die Eiablage erfolgt nachts oberhalb des Wasserspiegels und dauert 2,5 bis 3,5 Stunden. Hartmann (1908) berichtet von Zwillingsgeburten aus besonders großen Eiern.

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Pomacea diffusa -Spitze Apfelschnecke



Die Gelege werden außerhalb des Wasser abgelegt. Die Jungtiere fallen beim Schlüpfen ins Wasser oder kriechen aus eigner Kraft in die nächte Wasseransammlung.
Die Spitze Apfelschnecke ist schon lange die beliebtes Aquarienschnecke in der Süßwasseraquaristik. Sie sind recht groß und lassen sich gut beobachten. Sie fressen keine gesunden, lebenden Pflanzen, sondern verzilgen Futtereste und Aas. In Aquarien mit ausreichend Apfelschencken hat man keine Probelme mit Grünalgen oder Blaualgen. Sie vermehren sich leicht, aber durch das Entfernen der Gelege lässt sich die Population gut kontrollieren.

Die Tiere erreichen im Aquarium eine Gehäusehöhe von etwa 50 mm und ein Gewicht von bis zu 23 g. In der Natur variieren sie in der Größe von 40 bis 60 mm. Bei dieser Art ist die Naht nicht eingesenkt. Die einzelnen Windungen treffen in einem rechten Winkel aufeinander. Die Furche, die man bei Pomacea canaliculata deutlich sehen und fühlen kann, fehlt bei ihr (Bild). Die Art ist in der Farbe sehr variabel. Die Wildform hat ein braunes Gehäuse mit dunkleren Spirallinien. Seit etwa 1960 ist ein gelbe Form bekannt. In den letzen Jahren wurden immer mehr Farbvariationen herausgezüchtet. Der Kopf und Fuß können weißlich, braun, schwarz, grau oder lila sein. Meistens weist der Körper eine orangerote Musterung auf. Das Gehäuse kann gelb, weiß, hell- bis dunkelbraun oder rosa bis violett sein. Oft weist es eine Zeichnung mit Spirallinien auf. Die Farbe ist kein Artmerkmal und hilft bei der Unterscheidung von P. diffusa von Pflanzen fresssenden Arten nicht! Es gibt bisher aber keine rosa-farbenen Formen von den Pflanzenfressern. Bei der Farbform kann man sich darum sicher sein, eine Pflanzen verträgliche Schnecke vor sich zu haben.


Verschiedene Zuchtformen

braune P. diffusa

Diese Tiere kommen der Naturform in ihrer Gehäusefarbe nahe.

gelbe P. diffusa

Eine goldene Apfelschnecke.

braune P. diffusa mit dunklem Körper

Der Körper ist blau bis schwarz und das Gehäuse braun.

P. diffusa mit gelbem Haus und blauem Körper

Die "grüne" Form. bei Jungtieren scheint der blaue Körper durch das gelbe Haus.
blaue P. diffusa
Blaue Apfelschnecke.

violette P. diffusa

Eine violette Apfelschnecke.

rosa P. diffusa

Auch rosafarbenen Apfelschnecken gibt es.

P. diffusa weiß

Weiße Pomacea diffusa.






Der Wildtyp der Spitzen Apfelschnecke hat einen bräunlich-grauen Körper und ein braunes Gehäuse mit Spiralstreifen. Die braune Farbform aus unseren Aquarien kommt dem recht nahe. Allerdings hat sie einen auffällig hellen Körper.
Die gelbe oder Goldapfelschnecke hat eine gelbes Gehäuse ohne Spirallinien. Der Körper ist weiß. Diese Farbform ist seit etwa 1960 bekannt. Heute ist sie die häufigste Farbform von P. diffusa. Sie lässt sich leicht vermehren, hat eine hohe Schlupfrate und ein hoher Anteil der Jungtiere erreicht die Geschlechtsreife. Es gibt auch von P. canaliculata und P. maculata gelbe Formen. Die Unterscheidung ist nur durch die Gehäuseform möglich.
Sehr selten sind Tiere mit dunklem Gehäuse und fast schwarzem Körper.
Die Farbform mit gelbem Haus und blauem Körper ist als "Grüne " Apfelschnecken bekannt geworden. Bei ihr scheint bei den Jungtieren der Körper durch das gelbe Gehäuse durch.
Auch blaue Apfelschnecken zeigen die ewünschte Farbe nur als Jungtiere. Sobald das Gehäuse ausreichend dick ist, scheint der Körper nicht mehr durch und das Haus ist weiß.
Lilafarbene oder rosafarbene Schnecken haben eine violettes oder rosafarbenes Haus und einen dunklen bzw. weißen Körper.



Fortpflanzung

Unabhängig von der Gehäuse- und Körperfarbe paaren sich alle Farbformen von P. diffusa mit einander und kreuzen sich.

Paarung zwischen zwei Farbformen

Eiablage bei der blauen Farbform
Schlupf von Pomacea diffusaSchlüpfende Pomacea diffusa.

Die Gelege dieser Art sind immer weiß. Da die Eier erst nach der Ablage aushärten sind sie noch weich, wenn sie an die Eitraube angefügt werden. Dadurch sind sie nicht rund sondern werden wabenartig zusammengedrückt.

Bei der Spitzen Apfelschnecke sind die kalkigen Gelege creme-weiß oder hellbeige und enthalten bis zu 400 Eier. Sie werden außerhalb des Wassers an der Aquarienscheibe oder der Abdeckung abgelegt. Die Eiablage erfolgt immer nachts einen Tag bis eine Woche nach der Befruchtung. Das Tiere, die über mehr als 6 Monate allein gehalten wurden plÖtzlich Gelege produzieren ist eher die Ausnahme. Entweder haben sie dann noch aus einer früheren Paarung Samen bevorratet oder die Gelege sind unbefruchtet. Jungfernzeugung (Parthenogenese) ist bei Apfelschnecken bisher nicht nachgewiesen worden.
Es dauert durchschnittlich 6 Stunden bis alle Eier abgelegt sind. Häufig paaren sich die Männchen sofort nach der Eiablage erneut mit den Weibchen. Es ist daher notwendig die Tiere zu trennen, wenn man genug Gelege hat. Das Weibchen laicht sonst weiter in Abständen von 3 bis 4 Tagen und stirbt dann möglicherweise an ErschÖpfung.
Die Jungen schlüpfen bei guten Bedingungen bereits nach 9 Tagen. Geringe Luftfeuchtigkeit oder niedrige Temperaturen verlängern die Entwicklungszeit auf bis zu 3 Wochen.


Die überlebenschancen der jungen Schnecken sind in einem stark veralgten Becken am Besten. Sie können gut von dem jungen Algenaufwuchs leben. So können bis zu 90% der Jungtiere aufgezogen werden. Im Gesellschaftsbecken sind es häufig weniger als 10%. Ab einer Größe von 30 mm, die bei ca. 25°C bereits nach etwa 3,5 Monaten erreicht sein kann, sind die Tiere geschlechtsreif.

Haltung im Aquarium

Da die Spitze Apfelschnecke nicht in der Lage ist gesunde Pflanzen zu fressen, muss sie sich mit faulenden Blättern und Futterresten zufrieden geben. Wird ein Becken von abgestorbenem Material immer befreit und nur wenig gefüttert, dann können die Tiere verhungern. Es empfiehlt sich daher die Tiere zusätzlich zu füttern. Gut eigenen sich gekochte Möhren, Kopf- und Eisbergsalat, überbrühter Feldsalat und Kaninchen-Pellets. Auch Pferdeleckerlies aus Weizen und Möhre sind eine gute Nahrung. Die Tiere fressen auch die Gelege von Teller- und Schlammschnecken.
Fütterungsversuche haben gezeigt, dass die Tiere schneller wachsen, wenn sie statt Salat oder anderem pflanzlichen Material mit eiweißreicher Nahrung gefüttert werden (Fischmehl). Dabei wachsen die Tiere schneller und verwerten das Eiweiß besser, wenn ihnen weniger Kalorien (250 statt 350 kcal pro 100g Futter) angeboten werden. Bei 85 mg Protein/kcal ist das optimale Wachstum erreicht. Ein höheres Energieangebot steigert weder das Wachstum noch die Umsetzung des Eiweißes. Im Laborversuch wurden Wachstumsraten von etwa 14 mm Gehäuselängenzuwachs in einem Monat erzielt, was deutlich mehr ist als in der Natur (Mendoza 1999).
Bei intensiver Fütterung mit proteinhaltigen Futtertabletten wachsen die Tiere im Aquarium etwa 7,5 mm im Monat. Dafür sind aber auch Temperaturen um 25 bis 28 °C notwendig, da die Tiere bei niedrigen Temperaturen einfach weniger fressen. Die Geschlechtsreife setzt dann besonders früh ein und die Tiere sterben nach etwa 12 Monaten. Besonders die goldene und die blaue Variante bilden nur ein sehr dünnes Haus aus, wenn sie zu schnell aufgezogen wird. Die Gefahr eines Gehäusebruchs ist dann bedeutend höher. Bei ungünstigen Haltungsbedingungen wird das Gehäuse dann wesentlich schneller porÖs.
Die Spitze Apfelschnecke kann auch im Pflanzenbecken gehalten werden. Lediglich das sehr weiche Teichlebermoos (Riccia fluitans)wird gefressen. Wasserlinsen (Lemna minima) und Schwimmender Hornfarn (Ceratopteris pterioides) weisen manchmal Fraßspuren auf. Bei einem Extrembesatz (mehr als 2 Tiere auf 1 Liter Wasser) können Schäden an der schwammigen Blattunterseite von Nymphoides sp. ´Taiwan´ oder an den Triebspitzen von Limnophila sessiliflora und Myriophyllum sp. auftreten. Bei anderen Wasserpflanzen, Nymphoides aquatica, Vallisneria, Sagittaria, Aponogeton, Echinodorus, Ludwigia, Bacopa, Anubias, Microsorum pteropus, Ceratophyllum sp., Aegagropila linneai, Vesicularia dubyana, Spirodela polyrhiza, Salvinia molesta und Pistia stratiotes, konnte ich auch bei extrem dichten Besatz keine Schäden feststellen.



Pomacea flagellata - Schwarze Apfelschnecke



Abhängig von der Unterart, werden die Tiere 35 bis 100 mm hoch. Die einzelnen Windungen sind nur wenig abgesetzt und die Naht ist recht flach. Der Winkel zwischen den Windungen ist deutlich größer als 100°. Insgesamt ist das Gehäuse kugelig. Das Periostracum ist oliv bis rötlich braun mit dunklen Längsbändern, die aber auch fehlen können. Einige Tiere sollen eine dunkel braune bis schwarze Farbe haben. Der Körper ist gräulich-blau, worauf sich vermutlich der deutsche Name bezieht. Besonders dunkel sind Kopf, Fühler und der Rand des Fußes. Es gibt von diesen Tieren jedoch auch eine weiße Form, die aus Mexiko stammt. Im Alter von 6 Monaten sind die Tiere 20 mm groß und geschlechtsreif. Die Gelege sind cremefarben bis apricot. Die Eiablage dauert etwa 5 Stunden. Die einzelnen Eier haben einen Durchmesser von rund 3 mm. Die Jungen schlüpfen nach etwa 3 Wochen. Wie die meisten Apfelschnecken fressen sie lebende Pflanzen, Aas und auch Fischlaich. Diese Art kommt von Mexiko bis in den Norden Südamerikas vor.

Die Blaugraue Apfelschnecke (Pomacea glauca) wird manchmal von reisenden Aquarianern mit nach Europa gebracht. Die Art wurde nie im Handel angeboten. Die Tiere legen leuchtend grüne Eier. Auch diese Art frisst gesunde Pflanzen und Fischlaich. Javafarn wird jedoch gemieden. Möglicherweise ist er die einzige Alternative zu Plastikpflanzen, wenn man diese Art halten will. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst die Dominikanische Republik, die Kleinen Antillen, Trinidad, Guadeloupe, Kolumbien, Bolivien, Venezuela, Guyana, Surinam und FranzÖsisch Guyana, Britisch Guyana und Nord-West-Brasilien.

Pomacea glauca - Blau-graue Apfelschnecke

Pomacea glauca bei der Paarung

Paarung von P. glauca. Das Männchen ist links.

Gelege von P. glauca

Pomacea glauca und Asolene spixi

Man kann die Tiere gut mit Asolene spixi zusammen halten.
Pomacea glauca im Aquarium

Eine Futtertablette erreichen alle Tiere innnerhalb von 1 Minute.




Wie alle Pomacea-Arten stammt auch diese aus Südamerika. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt im Norden von Südamerika. Nach Florida wurde sie eingeschleppt.

Das Gehäuse kann bis 7 cm hoch werden. Meist ist es aber nur 4 bis 5 cm groß. Es ist kugelig mit wenig erhobenen Windungen. Die Gehäusefarbe kann weißlich, gelb, rosa oder hell braun sein. Darüber liegen mehr oder weniger deutliche braune Spiralstreifen. Teilweise sind die Tiere fast völlig schwarz. Der Körper ist weißlich mit einem Muster aus grauen Flecken. Die Fußsohle ist weiß. Charakteristisch sind die leuchtend grünen Gelege.

Diese Apfelschnecken gehören zu den Pflanzenfressern. Bei Nahrungsmangel fressen sie auch Javafarn und Speerblätter. Wasserpest (Elodes densa) wird aber nicht gefressen. Eine Eigenart, die sie mit Asolene spixi und Marisa cornuarietis gemeinsam hat. Gegenüber anderen Tieren ist die Schnecke harmlos und frisst offenbar auch keine Gelege. Eine Vergesellschaftung mit anderen Schnecken und Garnelen ist darum ohne Probleme möglich.

Für die Fütterung sind Grünfuttertabletten (täglich 1 pro Tier) und Kaninchenpellets ideal. Die regelmäßige Zugabe von Sepiaschale und wöchentliche Wasserwechsel fördern den Aufbau gesunder Gehäuse.













Pomacea maculata - Riesenapfelschnecke

Pomacea maculata

Man kann erkennen, dass der Mündungsrand unten etwas nach außen gebogen ist.

Pomacea maculata-Gehäuse

Das Gehäuse ist a. 12 cm hoch.



Eiablage von Pomacea maculata

Pomacea maculata
legt bis zu 2500 Eier auf einmal.

Um die Nomenklatur der Riesenapfelschnecke gab es viel Verwirrung. Bis 2012 wurde Pomacea insularum noch als Synonym von P. canaliculata geführt. Inzwischen sind Ampullaria gigas Spix, 1827 und Ampullaria insularum d´Orbigny, 1835 Synonyme von Pomacea maculata. Die uns bekannte Insel-Apfelschnecke ist also die legendäre Riesenapfelschnecke, die den Weltrekord als grÖßte Süßwasserschnecke mit 156 mm Gehäusehöhe hält. In der Regel werden die Tiere aber nicht so groß und sind äußerlich auch von der gefurchten Apfelschnecke kaum zu unterscheiden. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet überschneidet sich.
Die Art kommt natürlich in Brasilien, Bolivien und Argentinien (möglicherweise auch in Uruguay und Paraguay) vor. Der Typusfundort ist am Rio Paraná (Provinz Entre Ríos). Durch Verschleppung findet man sie heute auch auf Borneo, in Kambodscha, Panama, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam, Florida, Georgia und Texas.
Die Tiere leben in Gewässern mit einem pH- Wert von 3,5 bis 10,5. Die Temperatur schwankt zwischen 15 und 36.6 °C. Das Gehäuse kann hell- bis dunkelbraun oder oliv sein. Oft hat es dunkle Spiralstreifen. Es kann bis zu 15 cm hoch werden. Die Windungen sind gewölbt und nehmen schnell an Größe zu. Die Naht ist eingesenkt, so dass sich an den übergängen zwischen den Windungen eine Furche bildet. Bei ausgewachsenen Tieren kann sich der untere Rand der Mündungslippe etwas nach außen biegen. Namensgeben war beim Typus, dass die Innenseite der Mündung rötlich war mit einer Zeichnung aus rotbraunen, unterbrochenen Strichen. Von ihnen hat dieser Zeichung hat die Art ihren lateinischen Namen (maculata = gepunktet). (Ampullaria insularum bekam ihren Artnamen (insularum), weil sie zuerst auf einer Insel im Rio Parana gefunden wurde.) Der Körper ist hellgrau mit dunkler Zeichnung und orangefarbenen Punkten.
Die Gelege sind orange, rosa oder intensiv pink. Die einzelnen Eier sind mit etwa 2 mm kleiner als die von P. canaliculata. Dafür sind die Gelege mit 1000 bis 2500 Eier deutlich größer. Es werden innerhalb der Brutsaison 1 bis 2 Gelege in der Woche produziert. Die Eier sind bereits verkalkt und fest, wenn sie den Eileiter verlassen. Daher sind sie auch im fertigen Gelege rund.

Da die Tiere alle Arten von Aquarienpflanzen fressen, sollte man sie nie in bepflanzte Aquarien setzen. In Artaquarien mit Holz, Steinen und etwas Laub lassen sich die Tiere problemlos halten.






Pomacea megastoma - Großmündige Apfelschnecke

Gehäuse von Pomacea megastoma

Pomacea megastoma
Die große Mündung kann nicht mit dem Deckel verschlossen werden.

Pomacea megastoma hat ein neritoides Gehäuse mit einer sehr weiten Öffnung.

Sie ist unter verschiedenen Synonymen bekannt:
Ampullaria megastoma G. B. Sowerby I, 1825 (ursprüngliche Beschreibung)
Ampullaria neritoides d´Orbigny 1835
Ampullaria neritoides d´Orbigny, 1835
Pomella (Pomella) megastoma (G. B. Sowerby I, 1825)
Pomella megastoma (G. B. Sowerby I, 1825)


Der Name "megastoma" bedeutet "große Öffnung". Diesen Namen trägt die Art zu Recht. Die Mündung macht mehr als die Hälfte der Gehäusehöhe aus. Das Gehäuse selbst ist deutlich neritoid, d.h. der grÖßte Teil wird von der letzten halben Windung gebildet. Das Gewinde ist so kurz, dass die kleineren Windungen sich nicht über die letzte erheben. Sie sind nur durch die leicht eingesenkte Naht abgesetzt. Die Außenseite ist hell bis rötlich dunkelbraun, manchmal mit undeutlichen Querstreifen. Die Innenseite ist kalkig weiß. Die Oberfläche ist rau. Es sind deutlich Wachstumslinien zu sehen. Das Gehäuse ist kräftig und kann bis zu 100 mm hoch werden. Das Operculum ist relativ dick und hornig. Es ist braun bis schwarz und kann weit in die Mündung zurückgezogen werden.
Der Körper ist weißlich bis fast schwarz mit hellen, gelblichen Punkten auf der Rückseite des Fußes und am Kopf. Der Fuß ist sehr groß. Die Tiere halten sich mit großer Kraft an harten Unterlagen fest. Diese Schnecken leben in ihrer natürlichen Umgebung an beschatteten Plätzen auf dem Grund von Fließgewässern in Brasilien, Uruguay und Argentinien, vor allem im Fluss-System des Rio Uruguay.



Pomacea urceus Pomacea urceus, aufgeschnittenes Gehäuse


Pomacea urceus - Lebendgebärende Apfelschnecke

Bei dieser Schnecke wird das Gehäuse 125 bis 145 mm hoch und 115-125 mm breit. Es variiert in der Form von globos bis spitz-oval. Die Windungen sind rund und die Naht nur wenig eingesenkt. Die Oberfläche ist gelb, olivgrün oder braun bis schwarz mit oder ohne Längsstreifen. In den meisten Fällen sind die Gehäuse rotbraun ohne Linien. Die Weibchen legen ihre 50 bis 200, 6 bis 15 mm großen Eier. Die Tiere paaren sich zum Ende der Regenzeit und das Weibchen legt die Eier zu Beginn der Trockenzeit im Dezember und Januar. Sie behält das Gelege aber unter ihrem Gehäuse und gräbt sich während der Trockenzeit (Dezember bis April) oberflächlich ein. Die Tiere halten auch eine Ruhezeit ein, wenn das Gewässer in dem sie leben nicht ganz austrocknet. Dann verlassen sie das Wasser und graben sich auf Sandbänken ein. Die etwa 10 mm großen Jungtiere schlüpfen im Januar oder Februar unter dem Gehäuse der Mutter und bleiben dort bis zum Beginn der Regenzeit (Mai bis November), auch wenn die Mutter vorher stirbt. Erst dann beginnen die Jungtiere zu fressen und ein schnelles Wachstum setzt ein. Bis zum November sind sie 85 bis 135 mm groß. Ab einer Größe von 85 mm sind die Tiere geschlechtsreif. In der Regenzeit speichern die Tiere Energie in Form von Kohlenstoffverbindungen. Diese wird für die Eiablage und die Ruhezeit benötigt. Die Schnecken werden 2 bis 5 Jahre alt. Die Weibchen produzieren in ihrem Leben also nur drei Gelege mit insgesamt etwa 600 Eiern. Weil die Tiere gegessen werden und Preise von etwa 5 US$ pro Kilogramm erzielen, wird versucht sie gezielt zu züchten. Aus der Natur entnommene erwachsene Tiere werden dazu in 0,4 Quadratmeter große Mulden mit Schlamm und Wasser gesetzt. Durch eine Absenkung des Wasserstandes wurden die Tiere zur Paarung angeregt. Nach der Paarung graben sich die Tiere ein und legen ihre Eier ab. Die frischen Gelege werden vorsichtig aus dem Gehäuse der Mutter entfernt. In einem abgedunkelten Aquarium mit einer Temperatur von durchschnittlich 27°C und einer Luftfeuchtigkeit über 80% schlüpfen die Jungtiere nach 21 bis 34 Tagen. Durchschnittlich überleben etwa 96%. Die Lebendgebärende Apfelschnecke kommt in Guyana, Venezuela, Kolumbien, Trinidad, Peru, Brasilien und Ecuador vor.



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Gattung Saulea



Saulea vitrea ist die einizige Art der Gattung. Sie lebt in Westafrika. Ihr Gehäuse ist spitz eiförmig, hell-bis dunkelbraun mit gelben gezackten Bändern und wird bis 45 mm hoch und 36 mm breit. Die Windungen sind kräftig gewölbt. Das Periostracum sehr dick, die Kalkschicht dagegen stark reduziert und nur auf den Bereich um den Nabel beschränkt. Dadurch ist das Gehäuse sehr flexibel. An der Innenseite der Mündung ist immer ein dunkler Rand. Das Operculum ist hornig und so dünn, dass es teilweise transparent ist. Kopf und Fuß sind schmutzig-gelb mit unregelmäßigen dunkelgrauen Flecken. Die Eiklumpen sind gallertartig und werden unter Wasser abgelegt. Diese Schnecken wurden nie im Aquarium gehalten.


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Literatur:


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Online-Quellen:
Mitteilung des VDA zum Verbot von Pomacea-Arten


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