Gattung Trapa - Wassernuß
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Systematik

Trapa wird meist als einzige Gattung der Familie der Trapaceae angesehen. Teilweise wird sie aber auch den Lythraceae zugeordnet. Es wurden auf Grund von Fruchtform und -größe viele verschiedene Arten beschrieben. Viele dieser Formen werden aber zu Trapa natans gezählt. Es werden von den Experten  3 bis 30 Arten unterschieden. Die plant database des USDA nennt kennt nur Trapa bicornis und Trapa natans. In der Flora of Pakistan gibt es neben Trapa natans nurTrapa bispinosa. In der Flora of China sind ebenfalls nur zwei Arten anerkannt, nämlich Trapa natans und Trapa incisa. Trapa bicornis und Trapa bispinosa werden dort als Synonyme zu Trapa natans aufgeführt. Auch der Name Trapa quadrispinosa ist gebrauchlich.
Als einziger gesichertert Name scheint Trapa natans dazustehen. Die Beschreibungen dieser Art weichen in den verschiedenen Quellen aber weit von einander ab, so dass sich eine große Variationsbreite ergibt, die im Prinzip sämtliche Formen einschließt. Es wurden mehrere fossile Arten beschrieben, die teilweise ebenfalls zu Trapa natans gestellt werden. Ich habe hier die vier Arten aus den Floren zusammengestellt und Skizzen von ihren Früchten gemacht. Diese sehen zunächst sehr unterschiedlich aus, doch gibt es in der Natur immer auch untypische Früchte und das fehlen von einem oder mehrer Dornen kann zu ähnlichkeiten mit anderen Arten führen.
Es ist also im Moment nicht zu klären wie viele und welche echten Trapa-Arten es gibt. Als "Unterschied" ist festzustellen, dass die aus Asien importierten "Trapa bicornis" nicht ganz winterhart ist bzw. sich so langsam entwickelt, dass die Früchte in unserem mitteleuropäischen Klima nicht ausreifen.

Blattrosetten

Biologie

Trapa sind einjährig und vermehren sich vegetativ und generativ. Die Blüten sind zwittig und werden von Insekten bestäubt. Sie haben vier Kelchblätter und vier weiße oder rosafarbene Kronblättern. Nach der Befruchtung biegt sich der Blütenstiel nach unten und drückt die Frucht unter Wasser. Die reifen Früchte sinken auf den Grund und keimen im nächsten Frühjahr. Die Samen können aber auch bis zu 12 Jahre ruhen bevor sie keimen. Aus jedem Samen können 10 bis 15 Rosetten hervorgehen, die wieder bis zu 20 Samen entwickeln können.
Die abgetrennten Roseten vergene mit der Zeit. Wenn man die Pflanzen im Gatrenteich ansiedeln möchte, sollte man sich im Frühjahr Samen besorgen oder Jungpflanzen mit Samen, bzw Stiel kaufen. Trapa ist keine Schwimmpflanze wie Eichhornia oder Pistia, sie wurzelt im Grund.

Ein Teich mit Trapa.

Trapa in einem Teich.

Nutzen

In Europa kennen wird die Wassernuß kaum. Sie ist bei uns heimisch, wird aber durch Gewässerverschmutzung bedroht. Als Teichpflanze findet sie eher selten Verwendung. In Asien werden die Pflanzen wegen ihrer Früchte kultiviert. Sie sind sehr fett- und stärkehaltig (33 - 34 % Stärke) und werden roh oder gekocht gegessen. Man kann die Samen zu Mehl mahlen und Brot daraus backen. Die ganze Pflanze inklusive der Früchte wird auch als Schweinefutter verwendet.
Die Früchte von Trapa bispinosawerden auch als Medizin vewendet. Sie wirken gegen Durchfall und Gallenbeschwerden, mit Milch gemischt helfen sie bei Nervenschwäche und allgemeinen Schwächezuständen. In Indien werden sie zur Behandlung der Bluterkrankheit verwendet. Die Stärke aus dem Samen kann als Hilfmitel in Medikamenten verwendet werden. Extrakte aus der Nuß wirken antibakteriell.
Trapa natans enthält Substanzen, die das Wachstum des Pilzes Candida tropicalis hemmen.


Asiatische Wassernuß, Water caltrap

Trapa bicornis Osbeck

Snonyme:

Trapa natans va. bicornis

Herkunft:

Südostasien

Aussehen:

Die Pflanzen bilden einen langen Stängel an dessen Sitze eine Rosette aus dreeckigen bis rhomischen Blättern sitzt. Die Dornen der Früchte sind zur Seite gerichtet und nach unten gebogen.

Sonstiges:

Die Samen vertragen weder Frost noch Austrocknung.
Die Abbildungen von Früchten von Trapa bicornis sind alle weitgehend gleich und zeigen die Form, die hier dargestellt ist. Ob nun Trapa bicornis ein Synonym von Trapa natans ist oder Trapa natans var. bicornis ein Synonym von Trapa bicornis, hängt davon ab, ob dieses hier. als echte Art angesehen wird oder nicht.
Jungpflanze

Skizze einer Trapa bicornis Frucht

Frucht vonTrapa bicornis

Trapa bicornis Frucht

Aufnahme einer Fucht
 

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Wassernuß, Horn Nut, water caltrap, devil's pod, bat nut

Trapa bispinosa Roxb.1798


Synonyme: (laut Flora of Pakistan)

Trapa natans var. bispinosa (Roxb.) Makino

Aussehen:

Die Schwimmblätter sind 3 bis 5 mal 3,5 bis 7 cm groß. An der Basis sind sie ganzrandig und entlang des übrigen Saums gezähnt bis gekerbt. Die Oberseite ist unbehhart, die Unterseite ist flaumig-zotig behaart. Die Nebelbläter (Stipel) sind linealisch und etwa 3 mm lang. Der Blattstiel ist 3 - 12 cm lang, wollig behaart und hat eine spindelförmige Verdickung am oberen Ende (Schwimmkörper). Unterwasserblätter sind ca. 5 cm lang, gefiedert mit fadenförmigen Segmenten. Die Blütenstiele sind 2,5 bis 3,5 cm lang und behaart. Die behaarten Kelchblätter sind 7 mm lang, oval und zwei von vier bleiben erhalten. Die Kronblätter sind länglich mit einer verlängerten Basis. Sie sind doppelt so lang wie die Kelchblätter. Der Blütenboden ist etwa 3 mm im Durchmesser und am Rand gebuchtet. Der Griffel ist ca. 4 mm lang und verjüngt sich. Die Narbe ist rund. Die Frucht hat zwei etwa 2 cm lange Hörner, die nach oben zeigen.

Temperatur:      0 bis 32 °C

pH-Wert:          5,5-8,0

Härte:               2-30 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:

Die Frucht, die in der Flora of Pakistan dargestellt ist ist viel schlanker und sieht in etwa aus wie die hier gezeigte Trapa incisa ohne die zwei nach unten weisenden Dornen. Viele andere Bilder zeigen Früchte wie sie hier bei Trapa bicornis dargestellt werden. Meist wird sie als Form von Trapa natans verstanden.
Interessant ist, das Trapa bispinosa als Medizinalpflanze verwendet wird.

Frucht von Trapa bispinosa

Frucht von Trapa bispinosa


Trapa incisa Siebold & Zuccarini 1845


Synonyme: (nach Flora of China)

Trapa bispinosa Roxburgh var. incisa (Siebold & Zuccarini) Franchet & Savatier
Trapa incisa var. quadricaudata Glück
Trapa maximowiczii Korshinsky
Trapa maximowiczii var. tonkinensis Gagnepain
Trapa natans Linnaeus var. incisa (Siebold & Zuccarini) Makino.

Herkunft:

China, Indien, Indonesien, Japan, Korea, Laos, Malaysia, Russland (Osten), Thailand, Vietnam

Aussehen:

Die Pflanze wird in der Flora of China nur von Trapa natans unterschieden.

Die Pflanzen sind klein. Der Stiel ist 1 - 2,5 mm im Durchmesser. Die Blätter sind wechselständig und in einer lockeren Rosette am Stängelende. Die Blattstiele sind 5 - 15 cm lang, am Ende leicht geschwollen (oder nicht). Die Blattpreiten sind rhombisch bis dreieckig, 1,5 bis 3 x 2 bis 4 cm groß. Die Oberseite ist haarlos, dunkel grün und glänzend. Die Unterseite ist grün oder manchmal rötlich, oft schwarz-braun oder mit zwei dunklen Punkten an der Basis. Haarlos oder dünn behaart an den Adern. Die Kanten der Blattbasis sind nahezu rechtwinkelig zur Mittelrippe. Die Ränder sind gezähnt. Die Kronblätter sind rosa bis zart rot oder weiß und etwa 5 bis 7 mm lang.
Die Frucht ist nahezu rhombisch und hat 4 konische Dornen mit scharfen Spitzen. Die Oberfläche ist gerippt oder glatt. Die Nuss ist 0,8 bis 1,5 x 1,2 -2 x 0,7 - 1 cm groß. Zwei der vier 1 - 1,5 cm langen Dornen zeigen nach unten, die zwei oberen sind horizontal oder nach oben gerichtet. Die Spitze ist mit borstigen Widerhaken versehen. Die Blütezeit (China, Japan) liegt im Mai bis Oktober. Früchte findet man von Juli bis November.
Chromosmenzahl 2n = 48, 88*, 90*, 92*, ?96.

Sonstiges:

Die Pflanzen wachsen in Sümpfen und Teichen bis etwa 1000 m über NN, in Südwestchina bis 2000 m NN.
Frucht von Trapa incisa

Frucht von Trapa incisa




 
 

Wassernuß, Water Chestnut

Trapa natans Linnaeus 1753

Synonyme: (nach Flora of China)

Trapa acornis Nakano
Trapa amurensis Flerow
Trapa amurensis var. komarovii Skvortsov
Trapa arcuata S. H. Li & Y. L. Chang
Trapa bicornis Osbeck
Trapa bicornis var. acornis (Nakano) Z. Trapa Xiong
Trapa bicornis var. bispinosa (Roxburgh) Nakano
Trapa bicornis var. cochinchinensis (Loureiro) Steenis
Trapa bicornis var. quadrispinosa (Roxburgh) Z.
Trapa bicornis var. taiwanensis (Nakai) Z.
Trapa bispinosa Roxburgh
Trapa bispinosa var. iinumae Nakano;
Trapa chinensis Loureiro
Trapa cochinchinensis Loureiro
Trapa dimorphocarpa Z. S. Diao
Trapa japonica Flerow
Trapa japonica var. jeholensis (Nakai) Kitagawa
Trapa japonica var. longicollum Z. Trapa Xiong;
Trapa japonica var. magnicorona Z. Trapa Xiong;
Trapa japonica var. tuberculifera (V. N. Vassiljev) Tzvelev
Trapa jeholensis Nakai
Trapa korshinskyi V. N. Vassiljev
Trapa litwinowii V. N. Vassiljev
Trapa litwinowii var. chihuensis S. F. Guan & Q. Lang
Trapa manshurica Flerow
Trapa manshurica var. bispinosa Flerow
Trapa manshurica f. komarovii (Skvortsov) S. H. Li & Y. L. Chang
Trapa natans var. amurensis (Flerow) Komarov
Trapa natans var. bicornis (Osbeck) Makino
Trapa natans var. bispinosa (Roxburgh) Makino
Trapa natans var. japonica Nakai
Trapa natans var. pumila Nakano ex Verdcourt
Trapa natans f. quadrispinosa (Roxburgh) Makino
Trapa natans var. quadrispinosa (Roxburgh) Makino
Trapa potaninii V. N. Vassiljev
Trapa pseudoincisa Nakai
Trapa pseudoincisa var. aspinosa Z.
Trapa Xiong
Trapa pseudoincisa var. complana Z. Trapa Xiong
Trapa pseudoincisa var. nanchangensis W. H. Wan;
Trapa pseudoincisa var. potaninii (V. N. Vassiljev) Tzvelev
Trapa quadrispinosa Roxburgh
Trapa quadrispinosa var. yongxiuensis W. H. Wan
Trapa saissanica (Flerow) V. N. Vassiljev
Trapa sibirica Flerow;
Trapa sibirica var. saissanica Flerow
Trapa sibirica var. ussuriensis Flerow
Trapa taiwanensis Nakai
Trapa transzchelii V. N. Vassiljev;
Trapa tuberculifera V. N. Vassiljev.



Herkunft:
 Europa (Deutschland, Niederlande, Schweiz, Italien), Afrika und Asien (Indien, China, Indonesien, Japan, Korea, Laos, Malaysia, Pakistan, Philippinen, Russland, Thailand, Vietnam), verwildert in Australien und Nordamerika

Aussehen: 
Der Stängel ist 2,5 bis 6 mm dick. Die behaarten Blattstiele sind (2-) 5 - 18 cm lang und kräftig. Nahe der Spreite sind sie mehr oder weniger stark spindelförmig angeschwollen (Schwimmkörper). Die Blätter stehen in einer dichten Rosette am oberen Stängelende. Die Blattspreiten sind dreieckig-rhombisch. Sie sind oberseits glänzend grün und kahl. Die Unterseite ist behaart (oft entlang der Adern), grünlich rot, oft mit farbigen Flecken zwischen den Adern. Die Spreiten sind 4-6 x 4 x 8 cm groß. Die Basis ist keilförmig. Die Ränder sind unregelmäßig gezähnt. Die Kronblätter sind weiß und 7 bis 10 mm lang. Die Frucht ist 1,8 - 3 xm hoch, 2 - 4,5 cm breit und 1 - 2,8 cm dick. Sie hat 4 Dornen, von denen zwei zur Seite und zwei, die weiter unten ansetzen nach vorne bzw. hinten. (In der Flora of China heißt es 0 - 4 Dornen, hier sind aber außer Trapa incisa alle Formen eingeschlossen). Die Krone ist vierkantig bis rundlich, selten fehlt sie.  Die Pflanzen blühen von Mai bis Oktober, Früchte bilden sich von Juli bis November.
Chromosomenzahl 2n = 44*, 46*, 48*, 76*, 90*, ?96 (Flora of China)


Sonstiges:

Die Pflanzen wachsen in langsam fließenden Flüssen, Seen Sümpfen und Teichen bis in 3 Meter Tiefe. Sie werden vielfach kultiviert. 
Nach Beschreibungen aus Europa sind Blättern und Früchte kleiner. Als Unterscheidung zu zu Trapa bispinosa wird die geringere Größe, eine geringere Behaarrung und die vier Dornen an den Früchten angeführt.

 Frucht von Trapa natans

Frucht von Trapa natans

Blätter mit keilförmiger Basis

Die keilförmige Basis soll laut "Flora of China" typisch für Trapa natans sein.

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Literatur:


Trapa in der Flora of China

Trapa in der Flora of Pakistan

Pflanzendatenbank des US-Landwirtschaftsministeriums

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© Wiltermann-Hildeband 2012