Optimale Kulturbedingungen
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Optimale Kulturbedingungen für Aquarienpflanzen gibt es nicht. Oft wird angenommen, dass Pflanzen am besten wachsen, wenn sie so gehalten werden, das Wasser, Substrat, Temperatur und Licht den Vorgaben vom natürlichen Standort entsprechen. Das ist aber falsch.

An einem Standort wachsen Pflanzen, die dort überleben können. Der Standort muss ihnen weder optimale Nährstoffversorgung nach reinstes, algenfreies Wasser bieten. Lediglich die minimalen Ansprüche müssen erfüllt sein. Sofern nicht eine andere, stärker wachsende Pflanze sich dort ansiedeln kann und unsere Art verdrängt, pflanzt sich die Pflanze von Generation zu Generation an dem Standort fort. Es setzen sich die Nachkommen durch, die am besten unter den Bedingungen zurecht kommen. Das bedeutet aber nicht, dass die angepassten pflanzen nicht auch woanders (besser) wachsen könnten.

Einige Pflanzen sind sehr flexibel und vertragen unterschiedliche Wasserbedingungen. Beispielsweise die Kriechende Ludwigie (Ludwigia repens), die in Bereichen mit Wassertemperaturen von 18 bis 30°C vorkommt und pH-Werte von 5,5 bis 7,5 toleriert. Für den Aquarianer bedeutet das, dass die Pflanze gut für Anfänger geeignet ist, da sie nicht empfindlich auf Haltungsfehler reagiert. Durch diese große Toleranz kann sich die Pflanze in neuen Regionen ansiedeln. Solche Pflanzen verbreiten sich meist schnell und stellen als Neophyten eine starke Konkurrenz für heimische Arten dar. Zu diesen anpassungsfähigen Arten gehören zum Beispiel Wasserpest, Vallisnerien, und der Indische Wasserfreund. 

 
 

Licht

Alle wichtigen Informationen zu Licht im Aquarium findet ihr hier.  Es werden unter anderem Lichtstärken, Lichtfarben und der Lichtbedarf verschiedener Pflanzen diskutiert.

Die Beleuchtungsdauer (Tageslänge) hat Einfluss auf den Hormonhaushalt der Pflanzen. Sie bewirkt vor allem die Induktion von Blüten und Schwimmblättern. Fehlende Lichtstärke kann durch eine längere Beleuchtungsdauer nicht wieder wett gemacht werden.

 
 

Temperatur


Zu niedrige Temperaturen führen zu einem Wachstumsstopp. Enzyme, die für verschiedene Stoffwechselvorgänge zuständig sind, arbeiten nämlich nur innerhalb bestimmter Temperaturbereiche. Auch wird durch zu niedrige Temperaturen die Nährstoffverfügbarkeit und -aufnahme eingeschränkt. Tropische und subtropische Aquarienpflanzen wachsen darum nicht bei temperaturen unter 22 °C.
Lichtstärke, Nährstoffangebot und Temperatur müssen auf einander abgestimmt sein. Eine Temperaturerhöhung kann den Pflanzen schaden, wenn ihr Stoffwechsel beschleunigt wird, ohne dass ihnen durch eine verstärkte Lichtzufuhr und mehr Düngung mehr Energie zur Verfügung steht.
 

pH-Wert

Der pH-Wert ist der wichtigste chemische Parameter. Stoffwechselvorgänge im innerhalb des Zellsaftes sind an bestimmte pH-Werte gebunden, da bei zu hohem oder zu niedrigem pH Zellinhaltsstoffe ausfallen oder Enzyme ihre Struktur verändern. Auch können die Zellmembranen durchlässig werden. Wasserpflanzen sind an bestimmte pH-Werte angepasst und können nur im Bereich ihrer Ökologischen Toleranz ihre Membranstabilität aufrecht erhalten.
Außerdem hängt die chemische Form und die Verfügbarkeit von Nährstoffen vom pH-Wert des Umgebungs- bzw. des Bodenwassers ab. Bei pH-Werten über 7 sind zum Beispiel Mikronährstoffe überwiegend in wasserunlÖslichen Salzen gebunden.
Die meisten Pflanzen sind in einem pH-Bereich zwischen 6,5 und 7,0 kultivierbar. In der folgenden Abbildung ist die Verteilung der Wasserpflanzen (100 Arten) auf die verschiedenen Temperatur- und pH-Bereiche dargestellt. Es ist deutlich zu sehen, dass die meisten Pflanzen an Temperaturen von 22-26 °C und einen pH-Wert von 6,5 bis 7,0 angepasst sind. Es sind ca. 90% der auf diesen Seiten genannten Arten. Im pH-Bereich von 6,0-6,5 bzw. 7,0-7,5 sind es nur noch etwa 60%.
 
 

Zum Erstellen dieser Tabelle wurden 100 Aquarienpflanzen nach den Angaben zu ihren Kulturbedingungen in der Literatur in einer Tabelle mit den angegeben Temperatur- und pH-Bereichen verteilt. Danach wurden die Pflanzen in den einzelnen Kategorien ausgezählt.
 
 
 
 
 

Wasserhärte

Für Fische ist die Gesamthärte, also die Summe aus Calcium- und Magnesium-Ionen im Wasser, von Bedeutung, weil sie diese Salze über die Nieren ausscheiden müssen und sie mit den Hüllen ihrer Eier reagieren. Für Pflanzen sind Calcium und Magnesium wichtige Nährsalze. Darum stellt für sie eine zu geringe Gesamthärte möglicherweise einen begrenzenden Faktor dar. Darüber hinaus kann Calcium mit Phosphat zusammen ausfallen und so einen Phopshatmangel verursachen.
Darüber hinaus ist die Gesamthärte für die Kultur von Wasserpflanzen ohne Bedeutung.
Interessant ist die Karbonathärte bzw. das Säurebindungsvermögen des Wassers. Es steht in einem direkten Zusammenhang mit dem pH-Wert und dem freinen Kohlendioxid.

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