Gattung Vallisneria - Wasserschrauben
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Vallisnerien oder Wasserschrauben gehören zu den ältesten und bekanntesten Aquarienpflanzen. Die Gattung wird zu den Froschbißgewächsen (Hydrocharitaceae) gezählt und ist nach dem italienischen Botaniker Antonio Vallisneri (1661—1730) benannt. In der Aquaristik sind etwa 40 verschiedene Vallisnerien-Namen bekannt. Die meisten sind aber lediglich Handelsbezeichnungen für verschiedene Farbvarianten. Die Artenzahl in dieser Gattung ist deutlich geringer.

Lowden hatte 1982 übereinstimmend mit Cook nur 2 Arten mit je zwei Unterarten unterschieden: V. spiralis var. spiralis, V. spiralis var. denseserrulata, V. americana var. americana und V. americana var. biwaensis. In neueren Untersuchungen wurden mit Hilfe von Genanalysen weitere Arten abgegrenzt.

Vallisneria americana
Vallisneria annua JACOBS & FRANK 1997
Vallisneria asiatica var. asiatica MIKI 1934
Vallisneri asiatica var. biwaensis MIKI 1934
Vallisneria australis JACOBS & LES 2006
Vallisneria caulescens BAILEY & MUELLER 1888
Vallisneria denseserrulata MAKINO 1921
Vallisneria erecta JACOBS 2006
Vallisneria gigantea GRAEBNER 1912
Vallisneria nana R. BROWN 1810
Vallisneria natans (LOUREIRO) HARA 1974
Vallisneria neotropicalis MARIE-VICTORIN 1943
Vallisneria rubra (RENDLE) LES & JACOBS 2006
Vallisneria sp. mit mehreren Blüten pro Blütenstand (unbeschrieben)
Vallisneria spinulosa YAN 1982
Vallisneria spiralis
Vallisneria triptera JACOBS & FRANK 1997





Im Unterschied zu den meisten anderen Aquarienpflanzen sind Vallisnerien reine Wasserpflanzen und können nicht außerhalb des Wassers leben. Sie wachsen in Bächen und Flüssen, selten in stehenden Gewässern. Sie kommen in den gemäßigten Breiten, Subtropen und Tropen vor. In der Natur besiedeln Vallisnerien Habitate mit hartem und alkalischem Wasser, oft mit pH-Werten zwischen 7 und 10. Sie sind in der Lage zusätzlich zu dem im Wasser gelösten CO2 auch den Hydrogencarbonat-Kohlenstoff für die Photosynthese zu nutzen. Daher sind hohe Karbonathärten für sie von Vorteil.
Bei Vallisneria spiralis wurde nachgewiesen, dass die Aufnahmefähigkeit für Eisen über die Blätter auf einen kleinen Bereich der Wachstumszone beschränkt ist. Voll entwickelte Blätter können von Eisen nicht mehr durchdrungen werden. Für eine ausreichende Versorgung müssen die Pflanzen darum Eisen über die Wurzeln aufnehmen. Phosphat wird in gleichem Maße mit den Blättern aus dem Wasser wie mit den Wurzeln aus dem Boden aufgenommen. (Gentner 1977).
Bei den Vallisnerien befinden sich männliche und weibliche Blüten an verschiedenen Pflanzen. In der Regel ist jeweils eine weiblichen Blüte von einem Hüllblatt (Spatha) umschlossen und wächst am Ende eines langen Stengels aus einer Blattachsel bis an die Wasseroberfläche. Die männlichen Blüten befinden sich zu hunderten zusammen an einer Achse und werden wie die weibliche Blüte von einer Spatha umschlossen. Der Blütenstand selbst befindet sich kurz gestielt oder sitzend in einer Blattachsel, also nahe am Gewässergrund. Wenn die Entwicklung der Blüten abgeschlossen ist, öffnet sich das Hüllblatt und die kugelige Knospen steigen nach und öffnen sich. Auf der Wasseroberfläche treibend kommen sie mit den Narben der weiblichen Blüten in Kontakt.
 
 

Zu Beginn sind die Narben nur wenig 
gespalten. 

Mit der Zeit entfernen sich die beiden
Narbenhälften immer mehr von einander. 

Am Ende trennen sie sich am äußeren 
Rand völlig. Diese Form wurde von 
Lowden als "fringed" (gefranst) beschrieben.

Die Befruchtung erfolgt an der 
Wasseroberfläche. Die kleinen 
männlichen Blüten lagern sich an 
die weibliche an und übetragen den Pollen.

Die Befruchtungsrate variiert in der Natur zwischen 0 und 100%. Kein Befruchtung findet statt, wenn die weibliche Pflanze in zu tiefem Wasser steht und die Oberfläche nicht erreicht. Ebenso ist die Befruchtung vermindert, wenn Wind und Wasserströmung (> 0,3 m/s) die Kontaktzeit zwischen männlichen und weiblichen Blüten verkürzen.
Die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung steigt mit der Menge der männlichen Blüten.

Wenn eine Befruchtung erfolgt ist, verdickt und verlängert sich der Fruchtknoten und die Frucht wird zur Reife durch ein spiraliges Aufrollen des Blütenstieles unter Wasser gezogen. Von diesem gewundenen Blütenstandstiel leitet sich der deutsche Name "Wasserschraube" ab. Abhängig von der Art sind die Früchte etwa 1,5 bis 15 cm lang und 5 bis 8 mm breit. Die Samen sind mit 0,6 bis 1,7 mm Länge und einem Durchmesser von 0,2 bis 0,8 mm winzig. Wenn sie reif sind werden sie unter Wasser aus der Frucht entlassen und treiben eine Zeit lang. Sie werden durch Wasserströmungen oder anhaftend an Wassertiere verbreitet.
Die Keimfähigkeit der Samen unterscheidet sich zwischen den Arten. Die Samen von V. natans, V. denseserrulata und V. spinulosa keimen bei Temperaturen ab 10 °C.
Ein Teil der Samen keimt im ersten Jahr innerhalb von 3-4 Monaten, ein Teil erst nach einer Kälteperiode im zweiten Jahr.

 Keimfähigkeit der Samen verschiedener Vallisnerien-Arten nach Li Zhongqiang et al. 2005
 

1. Jahr
2. Jahr
V. natans
35,2 %
80,0 %
V. denseserrulata
19,2 %
72,0 %
V. spinulosa
11,2 %
32,4 %

Die Keimfähigkeit der drei Arten steigt in Anwesenheit von Mikroalgen. Die Tabelle unten gibt die Ergbenisse eines Versuchs über einen Dreimonatszeitraum wieder (Li Zhongqiang et al. 2005)
 

ohne Algen
mit Algen
V. natans
40,6 %
59,2 %
V. denseserrulata
30,2 %
49,2 %
V. spinulosa
11,0 %
20,2 %

Die Entwicklung der Sämlingen wird wenig von der Strömungsgeschwindigkeit beeinflusst.
Hauptsächlich vermehren sich Vallisnerien aber durch die Bildung von Ausläufern.

Die Unterscheidung der Arten ist schwierig, weil nur wenige Merkmale vorhanden sind. Die Blätter sind immer bandförmig, meist als grundständige Rosette. Die Blüten sind primitiv mit wenigen Merkmalen. Die Blattlänge und - breite, Bezahnung und Farbe sind innerhalb der Arten variabel. Zur eindeutigen Bestimmung werden männliche und weibliche Pflanzen mit Blüten, Früchten und Samen benötigt.
 

Es gibt verschieden mit gedrehten Blättern. 
Links und in der Mitte stehen hier Vallisneria torta
und Vallisneria contortionist. Beide gelten im Moment 
als Varietäten von Vallisneria spiralis.
Rechts ist die gedrehte Varietät von Vallisneria asiatica
die als biwaense bezeichnet wird. 

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Merkmale der verschiedenen Vallisneria-Arten
 
 

Art  Typische Merkmale
V. americana Michaux 1803 Amerikanische Art, mit Ausnahme weniger Staaten kommt sie überall in den USA vor, Blattlänge 10 bis 200 cm abhängig von der Wassertiefe, bis 2,5 cm breit, 3-9 Hauptlängsnerven, Mittig verläuft ein breiter Streifen aus gut sichtbaren Lacunen, Rand mehr oder weniger auffällig gezähnt, Spitze abgerundet oder spitz, Blüten im Sommer bis Spätsommer, bis zu 2000 männliche Blüten in einer Spatha, Durchmesser etwa 0,6 mm, Filamente an der Basis verbunden, Früchte zylindrisch, 5 bis 15 cm lang, 150 bis 500 Samen pro Frucht, Samen dunkel, 1,8 bis 2,6 mm lang und 0,6 to 1,0 mm breit, Keimrate bis zu 98 %, 2n = 20 
V. annua Jacobs und Frank 1997 Vorkommen: temporäre, flache, fließende Gewässer, Tümpel und Billabongs im Northern Territory, West. Australia und Queensland, Blätter bis 50 cm lang, 1,5-10 mm breit
mit 3-8 Hauptlängsnerven oder einen zentralen Nerv, 
Blattrand gewöhnlich fein gezähnt, Spitze lang zugespitzt,
Blütezeit Dezember - April, Fruchtreife Januar bis Juni, 
männlicher Blütenstand eiförmig, 2,7-10 mm x 2,2-6 mm, 
weiblicher Blütenstand circa 5,5 - 20 mm lang, Frucht schmal-zylindrisch, 18-35 mm x 1-3,5 mm, Samen schmal ovoid 0,8 - 1 mm x 0,2-0,3 mm
V. asiatica Miki 1934  Die Varietät var. biwaensis ist endemisch im Lake Biwa auf Japan. Sie ist etwa 40 bis 60 cm hoch und hat gedrehte, hell grüne Blätter. Die Normalform ist bei uns nicht in Kultur.
V. australis S.W.L. Jacobs & D.H. Les (Les et al 2008) Vorkommen: Australien (New South Wales, Queensland, Viktoria), Blätter bis zu 3 m lang und 11-35 mm breit, Spitze abgerundet, 5 bis 7 Hauptlängsnerven, männliche Spatha oval, 10 bis 25 mm lang, männliche Blüten <0,5 mm lang; mit 3 annähernd gleichen gebogen Sepalen, ca. 0,6 mm lang, 2 Antheren, Filamente auf etwa 50% ihrer Länge verwachsen (Y-ähnlich), Staminodien winzig, weibliche Spatha umschließt 1(-4) sitzende Blüten, dünn, durchscheinend, 10 – 30 mm lang,  weibliche Blüten (1,9-)2,5-4 mm lang, 3 Sepalen, dreieckig bis halb-kugelig, ca. 3 mm lang, Petalen-Rudimente winzig oder fehlend, 3 Narben, ca. 3 mm lang, zweispaltig über 50-70% ihrer Länge, Staminodien fehlen oder ca. 0,2 mm lang, direkt unter der Kerbe an der Außenseite der Narbe, Früchte zylindrisch, (15-)20-160 mm lang, ca. 2-5 mm breit, Samen schmal ovoid bis ellipsoid, 1,5-2,0 mm lang, (0,2-)0,4-0,8 mm im Durchmesser, glatte Oberfläche mit einem dichten Mantel aus kurzen bis mittelangen Haaren
V. caulescens Bailey und Mueller 1888  Vorkommen: temporäre Wasserlöcher und Billabongs im nördlichen Queensland und Northern Territory, Blätter bis 30 cm lang, 5-15 mm breit, Internodien 1-6 cm lang, 3 Hauptlängsnerven, Blattrand zumindest in der oberen Hälfte fein gezähnt, Spitze stumpf, Blütezeit Dezember - April, Fruchtreife April – August, männlicher Blütenstand eiförmig, 6-9 mm, weiblicher Blütenstand circa 8-9 mm lang, Frucht abgeflacht mit 2 Flügeln, 34-45 mm x 4-8 mm, Samen ovoid 1,2-1,7 mm lang und 0,5-0,6 mm im Durchmesser
V. denseserrulata Makino 1914 Vorkommen: Asien (China und Japan), Blätter 20-70 cm lang, 6-12 mm breit, 3 Adern, Mitteladern mit einer Reihe kleiner Dornen, Blattrand dicht gezähnt, Spitze stumpf oder spitz
blüht von September bis Oktober, männlicher Blütenstand konisch, 1-1,5 cm x 6 mm, weiblicher Blütenstand 1,5-2 cm lang, Frucht dreikantig-zylindrisch, Samen nicht geflügelt, 2n = 20
V. erecta S.W.L. Jacobs & D.H. Les (Les et al 2008) Vorkommen: Australien (Queensland), submers oder aus dem Wasser wachsend, zweihäusig und mehrjährig, Blätter bis 80 cm lang, 5,5-17 mm breit, emers Blätter steif, die Blattspitze ist spitz bis stumpf, etwa 5 Längsnerven, Blattränder ganz oder mit winzigen, nach vorne gerichteten Borsten, männliche Spatha oval, 7-8 mm lang, die Blüten sind < 0,5 mm lang, 3 Perianth-Segmente, annähernd gleich, ca. 0,2 mm lang, gebogen, 2 Antheren, Filamente frei (´V´-förmig), weibliche Spatha ca. 1 cm lang, auf einem langen, 0,7 bis 1 mm dicken Stiel, Blüten 2 bis 3 mm lang; 3 Sepalen, Petalen rudimentär, Staminodien unscheinbar oder fehlend, 3 Narben, kurz zweilappig, Früchte und Samen unbekannt
V. gigantea Gräbner 1913 Vorkommen: beschrieben aus dem Nordöstlichen Neuguinea, laut der Erstbeschreibung und späterer Aufsammlungen wachsen sie in fließendem oder stehendem Wasser auf sandigem, kiesigen oder schlammigen Grund, in 0,2 bis 2 m Tiefe, Blätter oft über 4 m lang, 2 bis 4,5 cm breit, 7 Längsnerven, in weitem Abstand teilweise undeutliche Queradern dazwischen, grün bis grünlich braun oder braun rot, nahe der Spitze fein, teilweise undeutlich gezähnt, Spitze stumpf oder abgerundet, Spatha grün mit kurzen bräunlichen oder schwärzlichen Streifen, Fruchtknoten etwa 2 cm lang, Kelchblätter etwa 3 mm lang, Narben ca. 2,5 mm groß, in zwei gebogene Lappen gespalten, Frucht lang mit rotbraunen Flecken, Blüte und Frucht von August bis Oktober. 2n = 40 (Jørgensen 1927)
V. nana Brown 1810 Vorkommen: temporäre und permanente Bäche und Flüsse an der Ostküste Australiens, Blätter 20-50 cm lang, 2,5-15 mm breit, 3 Hauptlängsnerven, Blattrand zumindest in der oberen Hälfte fein gezähnt, sehr spitz, Blütezeit November - August, Fruchtreife Dezember bis August, männlicher Blütenstand eiförmig, 5-15 mm, weiblicher Blütenstand circa 9-18 mm lang, Frucht schmal-zylindrisch, 10-90 mm x 1,5-3,3 mm, Samen schmal ellipsoid 1, 3-1,6 mm x 0,4-0,7 mm
V. natans Hara 1974 Vorkommen: Flüsse, Teiche und Seen in Indien, Malaysia, Japan und China, Blätter 20-200 cm lang, 0,5-2 cm breit
5-9 Hauptlängsnerven, Blattrand vollständig oder unauffällig gezähnt, Spitze stumpf, männlicher Blütenstand konisch, 1,5-2 cm x 5-10 mm, > 200 Blüten, weiblicher Blütenstand 1,5-2 cm lang, Frucht zylindrisch, 5-30 cm x 5 mm, Samen schmal ovoid 2-5 mm im Durchmesser, mit Drüsenhaaren, 2n = 20
V. neotropicalis Marie-Victorin 1943 Ähnlich wie V. americana aber ohne den Streifen aus Lacunen und mit rötlichen Querstreifen.
V. rubra (Rendle) Les & Jacobs 2006 Vorkommen: Northern Territory, Western Australia, ursprünglich Maidenia rubra, gestielt, Stiele unverzweigt bis 60 cm lang, Blätter fadenförmig, 2 bis 3 cm lang, dicht gedrängt am Stängel ohne erkennbare Anordnung, Blattrand fein gezähnt, die weiblichen Blüten sind oben und die männlichen unten an der selben Pflanze, männliche Blüten haben nur ein Filament und eine Anthere, viele zusammen in einer Spatha, 3-5 Spathen in einer Blattachsel
V. spinulosa Yan 1982 Vorkommen: China, Teiche und Seen, Blätter 20-50 cm lang, 4-10 mm breit, Mitteladern erhaben, mit einer Reihe kleiner Dornen, Blattrand gezackt, Spitze stumpf oder leicht spitz
blüht von August bis Oktober, männlicher Blütenstand konisch, 1-1,5 cm x 5-8 mm, > 300 Blüten, weiblicher Blütenstand 1-2 cm lang, Frucht dreikantig-zylindrisch, 8-20 cm x 4-7 mm, mit Dornen an den Ecken, Samen ovoid 2-5 mm im Durchmesser, geflügelt, 2n = 20
V. spiralis Linné 1753 Vorkommen: einheimische, europäische Art, Afrika (und Asien?). Die Erstbeschreibung von Linné bezieht sich auf Pflanzen aus Gräben in Italien bei Pisa und Florenz. Es sind Pflanzen mit seegrasähnlichen, gezahnten Blättern und rötlichen Blüten.
Die Art ist variabel in Länge und Form. Blätter 20 bis etwa 250 cm lang und bis etwa 1,5 cm breit.
Es werden Formen aus Asien für die Aquarienkultur importiert.
V. triptera Jacobs und Frank 1997 Vorkommen: temporäre und permanente Wasserlöcher, Bäche und Sümpfe im nördlichen Western Australia und im Northern Territory, Blätter 2-9 cm lang, 5-12 mm breit, 5-7 Hauptlängsnerven, Blattrand zumindest in der oberen Hälfte fein gezähnt, Blütezeit Februar - Mai, Fruchtreife April bis Juni, männlicher Blütenstand eiförmig, 2,5-4 mm x 2-3 mm,
weiblicher Blütenstand circa 0,5 cm lang, Frucht dreikantig-eiförmig mit Flügeln, 15-30 mm x 5-7 mm, Samen schmal ovoid 0,6 mm lang und 0,2-0,3 mm im Durchmesser

 

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Amerikanische Wasserschraube
Vallisneria americana Michaux 1803

Synonyme:
-

Herkunft:
USA (Große Seen bis Golf von Mexiko, Missisippi) 

Aussehen: 
Die langen bandförmigen Blätter sind bis 2,3 m lange und bis 2,5 cm breit. Die Blätter haben 3-9 Hauptlängsnerven. Mittig verläuft ein breiter Streifen aus gut sichtbaren Lacunen. Der Rand ist mehr oder weniger auffällig gezähnt. Die Spitze ist abgerundet oder spitz. Blüten und Früchte findet man im Sommer bis Spätsommer. Bis zu 2000 männliche Blüten sind zusammen in einer Spatha. Ihr Durchmesser beträgt etwa 0,6 mm. Die Filamente sind an der Basis verbunden. Die Früchte sind zylindrisch, 5 bis 15 cm lang und haben je 150 bis 500 Samen. Die Samen sind dunkel, 1,8 bis 2,6 mm lang und 0,6 to 1,0 mm breit. Die Keimrate liegt bei bis zu 98 %. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20. 

Temperatur:      10-25 °C (winterhart, mit Wachstum über 10 °C)

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               5-18 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Als Vallisneria americana wird die Art bezeichnet, die im östlichen Nordamerika von Maine bis nach Florida und auf Kuba und Jamaika vorkommt. Sie wird nicht in asiatischen Pflanzenfarmen für die Aquaristik kultiviert und gelangt darum auch nicht in den europäischen Handel. 
Einige Fundortvarianten der Art vertragen Brackwasser.
Es gab Untersuchungen wie die Pflanzen auf das Herbizid Atrazin reagieren. Konzentrationen von 75 µg/l hemmten dabei die Photosynthese nicht so stark wie eine Konzentration von 650 µg/l. Bei einer Konzentrationen von 120 µg/l starben alle Vallisnerien im Versuch nach 30 Tagen. Bei einer Konzentration von 12 µg/1 lag die Sterblichkeit bei 50%, die Bildung von Ausläufern und das Blattwachstum (gemessen in Blattflächenzunahme) war reduziert.  Eine Konzentration von 3,2 µg/l hatte im Versuch nur wenig Auswirkung auf das Wachstum (Correll & Wu 1982)

Vallisneria americana im Freiland

Ausschnitt aus einem Blatt mit 
Luftkammern (Lacunen)

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Einjährige Wasserschraube
Vallisneria annua Jacobs und Frank 1997

Synonyme:
V. nana

Herkunft:
Australien (Northern Territory, West. Australia und Queensland)

Aussehen: 
Die Blätter sind bis 50 cm lang und 1,5-10 mm breit. Sie haben mit 3-8 Hauptlängsnerven oder einen zentralen Nerv. Der Blattrand ist gewöhnlich fein gezähnt und die Spitze lang zugespitzt. Die Blütezeit liegt im Dezember - April und die Fruchtreife im Januar bis Juni. Der männliche Blütenstand ist eiförmig, 2,7-10 mm x 2,2-6 mm groß. Der weiblicher Blütenstand ist circa 5,5 - 20 mm lang. Die Frucht ist schmal-zylindrisch, 18-35 mm x 1-3,5 mm. Die einzelnen Samen sind schmal ovoid 0,8 - 1 mm x 0,2-0,3 mm

Temperatur:     22 - 24 °C

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               5-18 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Die Art wächst in temporären, flachen, fließenden Gewässern, Tümpeln und Billabongs. Diese Gewässer trocknen jährlich ganz aus. Die Vallisnerien überdauern die Trockenzeit als Samen. Während der Zeit in der die Gewässer Wasser führen, keimen sie, wachsen zu Pflanzen heran und Fruchten. TRocknet das Gewässer wieder aus sterben sie ab. Es ist nicht bekannt, ob die Pflanze in permanenten Gewässern mehrjährig wäre. Sie ist nicht in Kultur.

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Gedrehte Wasserschraube
Vallisneria asiatica Miki 1934

Synonyme:
-

Herkunft:
Japan

Aussehen: 
Die Pflanzen sind durchschnittlich 40 bis 60 cm hoch. Die Blätter sind bei der Variatät biwaense spiralig gedreht. 

Temperatur:      22-28 °C

pH-Wert:          6,0-8,0

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Da sie sehr schnell anwachsen eignen sich diese Pflanzen gut für die Neueinrichtung von Aquarien. Wie stark die Blätter gedreht sind, hängt auch bei dieser Art von der Lichtstärke ab. 
Die Varietät var. biwaensis ist endemisch im Lake Biwa auf Japan. Die Normalform ist bei uns nicht in Kultur.

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Riesenvallisnerie
Vallisneria australis S.W.L. Jacobs & D.H. Les (Les et al 2008)

Synonyme:
Vallisneria gigantea
Vallisneria americana var. gigantea
Vallisneria gigantea ´Dwarf´
Vallisneria ´Marmor´
Vallisneria neotropicalis (Handelsbezeichnung!)
Vallisneria ´Rubra Serpanta´

Herkunft:
Australien (New South Wales, Queensland, Viktoria)

Aussehen: 
Die Blätter werden bis zu 3 m lang und 11-35 mm breit. Die Spitze ist abgerundet bis spitz. Es gibt 5 bis 7 Hauptlängsnerven. Die männliche Spatha ist oval, 10 bis 25 mm lang. Die männliche Blüten sind kleiner als 0,5 mm. Sie haben 3 annähernd gleiche, gebogene Sepalen, die ca. 0,6 mm lang sind. Zwei Antheren. Die Filamente sind auf etwa 50% ihrer Länge verwachsen (Y-ähnlich). Die Staminodien sind winzig. Die weibliche Spatha umschließt 1(-4) sitzende Blüten. Sie ist dünn, durchscheinend und 10 – 30 mm lang. Die weibliche Blüten sind (1,9-) 2,5-4 mm lang. Die drei Sepalen sind  dreieckig bis halb-rund, ca. 3 mm lang. Die Petalen-Rudimente sind winzig oder fehlend. Die 3 Narben sind ca. 3 mm lang, über 50-70% ihrer Länge zweispaltig. Die Staminodien fehlen oder sind nur etwa ca. 0.2 mm lang. Sie sitzen direkt unter der Kerbe an der Außenseite der Narbe. Die Früchte sind zylindrisch, (15-)20-160 mm lang, ca. 2-5 mm breit. Die Samen sind schmal ovoid bis ellipsoid, 1,5-2,0 mm lang und (0,2-) 0,4-0,8 mm im Durchmesser. Die glatte Oberfläche ist mit einem dichten Mantel aus kurzen bis mittelangen Haaren bedeckt.

Temperatur:      22-26 °C

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Diese Art wurde 2007 neu beschrieben und damit von Vallisneria gigantea (Neuguinea) und Vallisneria americana (Nordamerika) abgegrenzt (Les et al. 2007). Es hat sich gezeigt, dass die bei uns in Aquarien kultivierten Formen der Riesenvallisnerie nicht von Vallisneria americana oder Vallisneria gigantea abstammen, sondern von dieser Art.
Als Vallisneria neotropicalis oder V. americana var. americana ´Marmor´ wird eine marmorierte, schmalblättrigere Form dieser Riesenvallisnerie verkauft. Entlang der querverlaufenden Blattadern ist eine rötlich braune Zeichnung sichtbar. Bei starkem Licht ist die gesamte Blattspreite rötlich. Bei schwachem Licht verschwindet die Musterung. Die Blätter sind etwa 1 cm breit und werden bis 100 cm lang. Die Pflanzen im Handel stammen nicht von den ursprünglich als V. neotropicalis beschriebenen Pflanzen der Karibik ab (siehe dort). 
Vallisneria gigantea ´Rubra´ ist bei ausreichend Licht flächig rot. Sie wird ebenfalls bis zu 2 m hoch. Es gibt auch eine kleiner bleibende Selektion, deren Blätter nur 60 cm lang werden und eine schmalere, stumpfe Blattspitze haben. Sie wird als V. gigantea ´Dwarf´ oder Zwerg-Riesenvallisnerie bezeichnet. Sie lässt sich auch in kleinen Aquarien pflegen. Eine andere Selektion hat schmale, spitz zulaufende, rein grüne Blätter. Diese V. gigantea ´Narrow´ ist schmaler und hat spitzer zulaufende Blätter. Auch bleibt sie etwas kleiner als die normale Riesenvallisnerie. Bei Vallisneria „Serpanta Rubra“ bzw. V. americana var. americana „Rubra Serpanta“ sind einige Blattspreiten bullös. Es handelt sich um eine Selektion aus der als V. neotropicalis gehandelten Pflanze, der sie sehr ähnlich ist. Die Blätter dieser Form werden etwa 120 cm lang und 0,5 bis 2 cm breit. Bei guter Belichtung werden die Spreiten flächig rot.
 
 


"Serpanta Rubra" hat teilweise eine Strichelung wie "Marmor".
Stark beleuchtete Pflanzen werden rotbraun und 
sind als "Neotropicalis" im Handel zu finden.
Es handelt sich lediglich um Selektionen, die auf den 
Pflanzenfarmen alle zusammen in einem Teich auftreten.

Diese Form der "Vallisneria gigantea
kann bis zu 2,4 m lang werden.

Bei der als "V. neotropicalis"
verkauften Form sind die Blätter 
bräunlich und haben eine Marmorieriung.
Es handelt sich um die Starklicht-
Variante von "Serpanta Rubra".

Bestand von V. australis im 
Hawksburry River (NSW).


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Gestielte Wasserschraube
Vallisneria caulescens Bailey und Mueller 1888

Synonyme:
-

Herkunft:
Australien (nördlichen Queensland und Northern Territory)

Aussehen: 
Bei dieser Art sind die Blätter nicht in einer grundständigen Rosette angeordnet, sondern wechselständig bis nahezu gegenständig an einem gestreckten Sproß sitzen (caulescent = gestielt). Die Internodien (Sproßabschnitte zwischen zwei Blattknoten) sind 1 bis 6 cm lang. Die Blätter sind bis 30 cm lang und 5-15 mm breit. Sie haben 3 Hauptlängsnerven. Der  Blattrand ist zumindest in der oberen Hälfte fein gezähnt. Die Spitze ist stumpf. Die Blattfarbe variiert von hellgrün bis rot. Die Blütezeit liegt in Australien im Dezember bis April. Die Fruchtreife vom April – August. Die männlichen Blütenstande sind eiförmig und 6-9 mm groß. Die weiblicher Blütenstände sind circa 8-9 mm lang. Die Frucht ist abgeflacht mit 2 Flügeln und 34 - 45 mm x 4 - 8 mm groß. Die Samen sind ovoid 1,2 - 1,7 mm lang und 0,5 - 0,6 mm im Durchmesser.
 

Temperatur:     18-30 °C

pH-Wert:          4,5-6,5

Härte:               1-10 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Die Kultur von Vallisneria caulescens ist nicht ganz unproblematisch. Unter ungünstigen Bedingungen werden die Blätter glasig und zerfallen von der Spitze her. Außerdem neigen die Pflanzen dazu im Substrat abzufaulen und dann unter der Wasseroberfläche zu treiben. Wenn die Bedingungen nicht ganz ungünstig sind, bildet sie aber frei treibend neue Blätter und Wurzeln, so daß sie nach einiger Zeit wieder eingepflanzt werden kann. Allerdings kann es sein, daß die Pflanze wiederum abfault. Es lohnt sich aber es immer wieder zu versuchen. Wenn sich diese Art akklimatisiert hat, bringt sie an kompakten Stengeln bis zu 50 cm lange Blätter hervor. Sie bildet in den Blattachseln Ausläufer, die in einer Entfernung von etwa 10 bis 20 cm von der Mutterpflanze anwachsen. Anders als die anderen kultivierten Arten entwickelt sich Vallisneria caulescens gut in saurem, weichem Wasser, aber nicht in basischem, hartem Wasser. Bei einem pH-Wert von 4,5 bis 6,5, einer Gesamthärte von 12 °DH und einer Karbonathärte von 3 °DH zeigt diese Art nach ihrer Eingewöhnung gutes Wachstum. CO2-Düngung scheint einen positiven Einfluß zu haben. Starke Wasserbewegung ist nicht notwendig, möglicherweise eher schädlich, da die Pflanzen etwas spröde sind.

Die Pflanze kommt in temporären Wasserlöchern und Billabongs vor. 
Neben dieser gibt es noch eine weitere gestielte Art, die ebenfalls in Australien heimisch ist. Diese wurde als V. triptera beschrieben. Sie unterscheidet sich von V. caulescens dadurch, dass ihre Blüten und Früchte dreizählig sind.

Vallisneria caulescens ist gestielt.

Die Blüten und Früchte sind zweizählig.

Am rechten Stängel sind männliche 
Blütenstände in den Blattachseln.
Links sind flachen geflügelten Früchte.

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Wasserschraube
Vallisneria denseserrulata Makino 1914

Synonyme:
Vallisneria spiralis var. denseserrulata

Herkunft:
Asien (China und Japan)

Aussehen: 
Die Blätter sind 20-100 cm lange und 0,5 bis 1,2 cm breit, bandförmig und schlaff. Sie haben drei Hauptlängsnerven. Die Mittelader hat eine Reihe kleiner Dornen. Der Blattrand ist dicht gezähnt. Die Spitze ist stumpf oder spitz. Die Art blüht von September bis Oktober. Die weiblichen Blüten sitzen auf langen Stielen, die sich zur Fruchtreife eindrehen. Der männlicher Blütenstand ist konisch, 1-1,5 cm x 6 mm groß. Der weiblicher Blütenstand ist 1,5-2 cm lang. Die Frucht ist dreikantig-zylindrisch. Die Samen sind nicht geflügelt. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.
 

Temperatur:      22-26 °C

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Die Pflanzen, die regelmäßig als Vallisneria spiralis aus Malaysia importiert werden sind mittlerweile als V. denseserrulata bestimmt worden. Bei den Pflanzen aus Indonesien handelt es sich um V. spiralis. (Zwei verschiedene Importeure mit unterschiedlichen Zulieferern!). Die beiden importierten Formen lassen sich recht gut an Hand ihrer Blattspitzen unterscheiden. Die Blätter von V. spiralis laufen in einem spitzen Winkel zu, während die Blattspitzen von V. denseserrulata abgerundet sind. Dieses Merkmal ist jedoch nur bei den aus wenigen Ausgangspflanzen selektierten Pflanzen aus den Kulturteichen stabil. Andere Standortvarianten können durchaus davon abweichen.

Links die Blattspitze von V. denseserrulta
rechts die von V. spiralis. 
Beide aus dem Handel.

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Aufrechte Vallinserie
Vallisneria erecta S.W.L. Jacobs & D.H. Les (Les et al 2008)

Synonyme:
-

Herkunft:
Australien (Queensland)

Aussehen:
Diese Art ist submers oder aus dem Wasser wachsend. Sie ist zweihäusig und mehrjährig. Die Blätter sind bis 80 cm lang und 5,5 - 17 mm breit. Die emersen Blätter sind steif. Die Unterwasserblätter sind weicher, aber deutlich fester als die anderer Vallisnerien. Sie haben 5 Längsnerven. Die Blattspitze ist bei jungen Blättern spitz und wird bei älteren Blättern breiter. Die Blattränder sind ganz oder mit winzigen, nach vorne gerichteten Borsten. Die männliche Spatha ist oval, 7-8 mm lang. Die einzelnen Blüten sind < 0,5 mm lang. Sie haben 3 Perianth-Segmente, die annähernd gleich, ca. 0,2 mm lang und gebogen sind. Je 2 Antheren. Die Filamente sind frei (´V´-förmig). Die weibliche Spatha ist ca. 1 cm lang und steht auf einem langen, 0,7 bis 1 mm dicken Stiel. Die sind Blüten 2 bis 3 mm lang. Sie haben 3 Sepalen. Die Petalen sind rudimentär. Die Staminodien sind unscheinbar oder fehlend. Die 3 Narben sind kurz zweilappig.  Früchte und Samen sind unbekannt.

Sonstiges:
Bisher ist diese Art nur aus dem Daintree River in Queensland bekannt. Sie ist nicht in Kultur.

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Riesenvallisnerie
Vallisneria gigantea Gräbner 1913

Synonyme:
-

Herkunft:
Neuguinea, Philippinen

Aussehen: 
Die Blätter dieser Pflanzen sind oft über 4 m lang. Sie sind 2 bis 4,5 cm breit. Sie haben 7 Längsnerven, die in weitem Abstand mit teilweise undeutliche Queradern verbunden sind. Die Blätter sind grün bis grünlich braun oder braun rot. Nahe der Spitze sind sie fein - teilweise undeutlich - gezähnt. Die Spitze ist stumpf oder abgerundet. Die Spatha ist grün mit kurzen bräunlichen oder schwärzlichen Streifen. Der Fruchtknoten ist etwa 2 cm lang. Die Kelchblätter sind etwa 3 mm lang. Die Narben sind ca. 2,5 mm groß und in zwei gebogene Lappen gespalten. Die Frucht ist lang mit rotbraunen Flecken. Blüte und Frucht findet man von August bis Oktober (Gräbner 1913). Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40 (Jørgensen 1927)

Temperatur:      22-26 °C

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Laut der Erstbeschreibung und späterer Aufsammlungen wachsen sie in fließendem oder stehendem Wasser auf sandigem, kiesigen oder schlammigen Grund, in 0,2 bis 2 m Tiefe. In wie weit die Pflanzen außerhalb von Neuguinea vorkommen ist nicht bestetigt. Möglicherweise wurde sie nach Neuseeland verschleppt.

Die Form ist nicht in der europäischen Aquarienkultur. Als "Riesenvallisnerie" werden Formen von Vallisneria australis gehandelt. 

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Zwerg-Vallisnerie
Vallisneria nana Brown 1810

Synonyme:
Vallisneria ´Striped´
Vallisneria spiralis ´Tiger´
Vallisneria gracilis Bailey 

Herkunft:
Australien (Ostküste)

Aussehen: 
Ihre Blätter sind 0,1 bis 0,15 cm breit und bis 120 cm lang. Sie haben drei Hauptlängsnerven. Die Farbe variiert von hellgrün bis oliv. Zumindest an der Spitze sind die Blätter fein gezähnt. Die Spitze ist sehr spitz. Bei starker Beleuchtung weisen die Blattspreiten schmale, rotbraune, unterbrochene Längsstreifen auf.  Die Blütezeit liegt im November - August, die Fruchtreife im Dezember bis August. Der männliche Blütenstand ist eiförmig und 5-15 mm lang. Der weibliche Blütenstand ist circa 9-18 mm lang. Die Frucht ist schmal-zylindrisch, 10-90 mm x 1,5-3,3 mm groß. Die Samen sind schmal ellipsoid und 1, 3-1,6 mm x 0,4-0,7 mm groß.

Temperatur:      22-26 °C

pH-Wert:          6,5-7,2

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis sehr viel

Sonstiges:
Im Aquarium werden die Pflanzen, abhängig von der Beleuchtungsstärke und dem Platzangebot, 15 bis 60 cm hoch. Bei dichtem Stand oder geringer Beleuchtungsstärke werden die Blätter sehr lang und erreichen schnell die Oberfläche. Bei ausreichender Beleuchtung bleiben die Pflanzen erst einmal klein. Sie bilden einen zunehmend dichten Bestand von etwa 15 cm Höhe. Erst wenn sie beginnen sich gegenseitig zu beschatten wachsen die Blätter in die Länge. 
Etwa 1994 wurde sie zum ersten Mal nach Deutschland gebracht. Diese Art wächst nur langsam an und bildet wenige Ausläufer. Die Blätter der gehandelten Nominatform sind nur etwa 1 bis 3 m breit und olivgrün. Sie bilden nur bei sehr starkem Licht rötliche Querstreifen aus.
Unter den Namen Vallisneria „Striped“ oder Vallisneria spiralis „Tiger” ist eine Farbform von V. nana im Handel, die sich auch schon bei verhältnismäßig geringer Beleuchtung noch durch die schmalen, bräunlich roten Querstreifen in den Blättern auszeichnet. Die Intensität dieses Musters ist aber von der Lichtstärke abhängig. Die Pflanzen werden durchschnittlich etwa 60 cm hoch und 0,4 bis 0,6 cm breit. Sie eigenen sich gut zur Bepflanzung des Hintergrundes. Diese Form wächst sowohl in hartem und weichem Wasser schnell an und kann das ganze Becken mit Ausläufern durchziehen. Sie eignet sich gut für die Erstbepflanzung neu eingerichteter Aquarien.

Vallisneria nana im Orara River (NSW)

Diese ganz schmale Form (ca. 5 mm)
von V. nana wird abhängig vom Licht 
zwischen 15 und 60 cm hoch.

"Striped" im Aquarium

Blüte und Blatt von "Striped"

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Flutende Vallinserie
Vallisneria natans Hara 1974

Synonyme:
-

Herkunft:
Indien, Malaysia, Japan und China

Aussehen: 
Die Blätter sind 20-200 cm lang und 0,5-2 cm breit. Sie haben 5-9 Hauptlängsnerven. Der Blattrand ist vollständig oder unauffällig gezähnt. Die Spitze ist stumpf. Der männlicher Blütenstand ist konisch, 1,5-2 cm x 5-10 mm groß. Er umfasst mehr als 200 Blüten. Der weiblicher Blütenstand ist 1,5-2 cm lang. Die Frucht ist zylindrisch, 5-30 cm x 5 mm groß. Die Samen sind schmal ovoid und mit Drüsenhaaren besetzt. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.
 

Sonstiges:
Die Pflanzen wachsen in Flüssen, Teichen und Seen. Sie ist bei uns nicht in Kultur.


 

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Karibische Vallisnerie
Vallisneria neotropicalis Marie-Victorin 1943

Synonyme:
Vallisnerie americana

Herkunft:
Mittel- und nördliches Südamerika, Kuba und einige andere Inseln

Aussehen: 
Die langen bandförmigen Blätter sind bis 2,3 m lange und bis 2,5 cm breit. Die Blätter haben 3-9 Hauptlängsnerven. Charakteristisch sind rötliche Querstreifen in den Blättern. Der Rand ist mehr oder weniger auffällig gezähnt. Die Spitze ist abgerundet oder spitz. 

Sonstiges:
Dieser Art wird nicht in asiatischen Pflanzenfarmen kultiviert und gelangt darum auch nicht in den europäischen Handel. Unsere gestreiften Vallisnerien sind entweder Formen von V. nana ("Tiger", "Striped") oder gehören zu Vallisneria australis ("Marmor").

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Rote Vallisnerie
Vallisneria rubra (Rendle) Les & Jacobs 2006

Synonyme:
Maidenia rubra Rendle

Herkunft:
Northern Territory, Western Australia

Aussehen: 
Eine der gestielten Arten. Die Stiele sind unverzweigt und werden bei 60 cm lang. Die Blätter sind fadenförmig, 2 bis 3 cm lang und dicht gedrängt am Stängel ohne erkennbare Anordnung. Der Blattrand ist fein gezähnt. Die weiblichen Blüten sind oben und die männlichen unten an der selben Pflanze. Die männliche Blüten haben nur ein Filament und eine Anthere. Es sind viele zusammen in einer Spatha. 3-5 Spathen sitzen zusammen in einer Blattachsel.

Sonstiges:
Genetische Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Pflanze nahe mit den anderen gestielten Vallisnerien verwandt ist. Um die Einheit der Gattung Vallisneria zu erhalten, wurde diese Art aus der Gattung Maidenia überführt.
Die Pflanze, die als Vallisneria "Rubra" im handel ist, ist wahrscheinlich eine Form von V. spiralis. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass sie unter wasser leuchtend rot wird.

Vallisneria rubra in einem Fotobecken

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Bestachelte Vallisnerie
Vallisneria spinulosa Yan 1982

Synonyme:
Vallisneria spiralis

Herkunft:
China

Aussehen: 
Die Blätter sind 20-50 cm lang und 4-10 mm breit. Die Mitteladern sind erhaben und haben eine Reihe kleiner Dornen. Der Blattrand ist gezähnt. Die Spitze ist stumpf oder leicht spitz. Die Art blüht von August bis Oktober. Die männlichen Blütenstände sind konisch, 1-1,5 cm x 5-8 mm groß und haben mehr als 300 Blüten. Der weibliche Blütenstand ist 1-2 cm lang. Die Frucht ist dreikantig-zylindrisch, 8-20 cm x 4-7 mm und hat Dornen an den Ecken. Die Samen sind ovoid und haben 2-5 Flügel. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 20.
 

Sonstiges:
Die Pflanzen wachsen in teichen und Seen. Sie sind bei uns nicht in Kultur.

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Gewöhnliche Wasserschraube
Vallisneria spiralis Linné 1753

Synonyme:
-

Herkunft:
Nordafrika und Südeuropa, breitet sich nach Nordeuropa aus; verschieden Vorkommen in Deutschland, Österreich und Italien

Aussehen: 
Die bandförmigen Blätter sind bis 2,50 m lang und 0,5 bis 1,5 cm breit. Es gibt Formen mit gedrehten Blättern. Die weißlichen  Blüten sitzen auf langen Stielen, die sich bei der Fruchtreife eindrehen. 
Die Erstbeschreibung von Linné bezieht sich auf Pflanzen aus Gräben in Italien bei Pisa und Florenz. Es sind Pflanzen mit seegrasähnlichen, gezahnten Blättern und rötlichen Blüten.

Temperatur:      18-28 °C

pH-Wert:         6,5-8,0

Härte:               5-18 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Im Aquarium bildet sie schnell dichte Bestände. Vallisneria spiralis ´Rot´ ist eine Varietät, die bei ausreichendem Licht eine flächige Rotfärbung zeigt. Die Ausprägung der roten Farbe ist stärker als bei der „normalen“ Wasserschraube, hängt aber von der Lichtstärke ab. Die Blätter werden an hellen Standorten durchschnittlich 40 cm lang. Bei schwachem Licht wachsen sie stärker zur Oberfläche und erreichen Längen von etwa 60 cm. Die Rotfärbung geht dann natürlich verloren. Die weiblichen und männlichen Blüten dieser Selektion sind violett.
Formen deren Blätter in einer lockeren Spirale aufgedreht sind werden als “Contortionist”, “Torta” oder “Tortifolia” bezeichnet. Als Vallisneria torta oder Vallisneria tortifolia wird eine Selektion bezeichnet, die etwa 15 bis 20 cm hoch wird. Die Blätter sind etwa 0,5 bis 0,7 cm breit und je nach Lichtstärke mehr oder weniger stark gedreht. Diese Form ist gut für den Vorder- und Mittelgrund geeignet wo sie mit ihren Ausläufern lockere Gruppen bildet. Die Pflanzen benötigen längere Zeit, bis sie richtig angewachsen sind. Besonders in dieser Anfangszeit benötigt sie viel Licht und sollte darum nicht von andern Pflanzen beschattet werden.
Vallisneria contortionist erreicht eine Höhe von circa 60 bis 70 cm und eignet sich besser für den Hintergrund. Die Blätter sind mit 0,3 bis 0,5 cm recht schmal und in engen Spiralen gedreht. Sie sind selbst für Vallisnerien verhältnismäßig weich. Mit der Stärke der Beleuchtung nimmt auch die Stärke der Blattdrehung zu. Reicht das Licht nicht aus, werden die Blätter glatt. Diese Form ist etwas schwierig und braucht lange zum Anwachsen. Wenn sich die Pflanzen aber erst einmal eingewöhnt haben, vermehren sie sich gut durch Ausläufer.
An einem einzelnen männlichen Blütenstand von V. spiralis können über 1000 Blüten sein. 
In unserem ersten Newsletter haben wird die Schraubenvallisnerie vorgestellt.

Von Vallisneria spiralis gibt es Formen 
mit glatten und gedrehten Blättern. 
Rechts ist die Form 
Vallisneria ´Contortionist´ zu sehen.

Vallisneria ´Contortionist´

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Dreizählige Gestielte Vallisnerie
Vallisneria triptera Jacobs und Frank 1997

Synonyme:
Vallisneria caulescens Bailey und Mueller 1888

Herkunft:
Australien (im nördlichen Western Australia und im Northern Territory)

Aussehen:
Eine der gestielten Arten. Die Blätter sind 2-9 cm lang und 5-12 mm breit. Sie haben 5-7 Hauptlängsnerven. Der Blattrand ist zumindest in der oberen Hälfte fein gezähnt. Die Blütezeit liegt im Februar - Mai, die Fruchtreife im April bis Juni. Der männlicher Blütenstand ist eiförmig und 2,5-4 mm x 2-3 mm groß. Der weibliche Blütenstand ist circa 0,5 cm lang. Die Frucht ist dreikantig-eiförmig mit Flügeln und 15-30 mm x 5-7 mm groß. Die Samen sind schmal ovoid, 0,6 mm lang und 0,2-0,3 mm im Durchmesser.

Sonstiges:
Die Pflanzen wachsen in temporären und permanenten Wasserlöchern, Bächen und Sümpfen.
Bei und nicht in Kultur.

Die intensive rote Farbe schützt das 
Chlorophyll vor der australischen Sonne.

Die Blüten sind dreizählig.

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Literatur zu Vallisneria:

P. Graebner (1913): Neue Hydrocharitacee Papuasiens.- Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie 49, 68-69

Makino (1921): J. Jap. Bot, 2, 19

C. A. Jørgensen (1927): Chromosomes and Sex in Vallisneria.- Journ. Genetics, 18, 63-75 (nach Botanischem Zentralblatt 1927/28, Band 153, 35-36)

H.C.D. DeWit (1971): Aquarienpflanzen.- Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart

H. Hara (1974): J. Jap. Bot. 49, 136

S.R. Gentner (1977): Uptake and transport of iron and phosphate by Vallisneria spiralis.- Aquatic Botany 3, 267-272

R.M. Lowden (1982): An approach to the taxonomy of Vallisneria L. (Hydrocharitaceae).- Aquatic Botany 13, 269-297

D. L. Correll, T. L. Wu (1982): Atrazine toxicity to submersed vascular plants in simulated estuarine microcosms.- Aquatic Botany 14, 151-158

S.Z.Yan (1982): J. Sci. Med. Jinan Univ. 2, 161

J.J. MacFarlane (1992): Permeability of the cuticle of Vallisneria spiralis to carbon dioxide and oxygen.- Aquatic Botany 43, 129-135

L. St-Cyr, D. Fortin, P.G.C. Campbell (1993): Microscopic observations of iron plaque of submerged aquatic plant (Vallisneria americana Michx).- Aquatic Botany 46(2), 155-167

S.W.L. Jacobs & K.A. Frank (1997): Notes on Vallisneria (Hydrocharitaceae) in Australia, with descriptions of two new species.- Telopea 7, 111-118

S.W.L. Jacobs (1999): Die Gattung Vallisneria L. (Hydrocharitaceae) in Australia (I).- Aqua Planta 3-99, 95-101

S.W.L. Jacobs (1999): Die Gattung Vallisneria L. (Hydrocharitaceae) in Australia (I).- Aqua Planta 4-99, 151-156

T. K. Van, G.S.Wheeler, T.D. Center (1999): Competion between Hydrilla verticilliata and Vallisneria americana as influenced by soil fertility.- Aquatic Botany 62(4), 225-233

G. Sainty & S.W.L. Jacobs (2003): Waterplants in Australia.- Sainty and Associates Pty Ltd

Li Zhongqiang, Dan Yu, Tu Manghui (2005): Seed germination of three species of Vallisneria (Hydrocharitaceae), and the effects of freshwater microalgae.- Hydrobiologia 544, 11-18

C. Hildebrand & M. Wilstermann-Hildebrand (2007): Die Gattung Vallisneria - Wasserschrauben im Aquarium.- Amazonas 9 (1/07), 78-82

D. H. Les, S. W. L. Jacobs, N. Tippery, L. Chen, M. L. Moody, M. Wilstermann (2008):  Systematics of Vallisneria L. (Hydrocharitaceae). Systematic Botany 33, 49-65


(c) Wilstermann-Hildebrand 2009