Was ist ein Moos?
Obwohl es sich wahrscheinlich nicht um eine natürliche
Abstammungsgruppe handelt, werden die Moose systematisch zusammengefasst.
Dabei ist die systematische Stellung der einzelnen Gruppen zu einander
in der Literatur nicht einheitlich. Manchmal werden drei Klassen, Hornmoose
(Anthoceratae), Lebermoose (Hepaticae) und Laubmoose (Musci), unterschieden.
In der von Moosflora von Fram und Frey (2004) sind die Hornmoose (Anthocerotophyta)
aber als eigene Abteilung von den Moospflanzen (Bryophyta) abgetrennt.
Diese werden wiederum in zwei Unterabteilungen unterteilt. Die erste umfasst
die Lebermoose (Hepaticophytina) und die zweite die Laubmoose im weiteren
Sinn (Bryophytina). Zu den Bryophytina gehören die Spagnopsida (Torfmoose),
Andreaeopsida (Klaffmoose), Takakiopsida und die Bryopsida oder Musci (Laubmoose
im engeren Sinn).
| Systematik nach Rothmaler (1994) | Systematik nach Fram und Frey 2004 |
| Klassen:
Hornmoose (Anthoceratae) Lebermoose (Hepaticae) Laubmoose (Musci) |
Abteilungen:
Hornmoose (Anthocerotophyta) Moospflanzen (Bryophyta) Unterabteilungen: Lebermoose (Hepaticophytina) Laubmoose im weiteren Sinn (Bryophytina) Klassen: Sphagnopsida (Torfmoose) Andreaeopsida (Klaffmoose) Takakiopsida Bryopsida (Laubmoose im engeren Sinn) |
Es gibt etwa 150 Arten von Torfmoosen aus der Gattung
Sphagnum.
|
Moose unterscheiden sich in ihrer Struktur und ihrer Biologie
sehr von anderen Pflanzen. Sie haben wie die höheren Pflanzen die
Chlorophylle a und b als Photosynthesepigmente. Als Energiespeicher dient
Stärke und die Zellwände bestehen aus Zellulose. Allerdings wird
kein Lignin eingelagert, so dass die Pflanzenteile nicht verholzen.
Charakteristisch ist, dass die grüne Moospflanze
nur einen einfachen Chromosomensatz hat, also haploid ist, während
andere Pflanzen und auch wir Menschen in unseren Körperzellen einen
doppelten, diploiden, Chromosomensatz haben. Der Grund dafür liegt
ist die spezielle Form der geschlechtlichen Fortpflanzung bei den Moosen.
Tiere und Pflanzen, die sich sexuell fortpflanzen, bilden haploide Keimzellen,
die mit einander verschmelzen und dann diploide Lebewesen hervor bringen.
Bei Moosen gibt es aber einen Generationswechsel zwischen
einer haploiden, Geschlechtszellen bildenden Form und einer diploiden,
Sporen bildenden Form.
Fortpflanzung
Die grüne Moospflanze ist die Geschlechtszellen
bildende Form, der Gametophyt. An ihr bilden sich weibliche und männliche
Geschlechtsorgane, die als Archegonien und Antheridien bezeichnet werden.
Bei Lebermoosen können sie auf speziellen, gestielten, verschieden
geformten, schirmartigen Trägern positioniert sein. Bei Laubmoosen
sind sie winzig und befinden sich am Stiel zwischen den Blättern.
Bei Marchantia polymorpha sind die weiblichen Archegonienträger
(links)
|
Die weiblichen Archegonien sind flaschenförmig und
werden von sterilen Zellen gebildet. Sie haben an ihrem Grund eine einzelne
Eizelle. Der Flaschenhals wird von einer Bauchkanalzelle und Halskanalzellen
verschlossen. In den Antheridien befinden sich die Spermatozoid bildende
Zellen. Sie sind ebenfalls von einer Hülle aus sterilen Zellen umgeben,
die aber eine Kolbenform bilden. Sind die Eizellen reif zur Befruchtung
platzt das Archegonium an der Spitze auf. Die Bauch- und Halskanalzellen
verschleimen und setzen bei den Lebermoosen spezielle Eiweiße bzw.
und den Laubmoosen Rohrzucker frei, der als Lockstoff den begeißelten
Spermatozoiden die Richtung weist. Die schwimmen dann auf einem Wasserfilm,
der unbedingt erforderlich ist, in die nun oben offenen Archegonien. Dort
kommt es zur Befruchtung und es bildet sich eine diploide Eizelle (Zygote).
Diese keimt direkt im Archegonium und bildet den Sporophyten, der auch
als Sporogon bezeichnet wird. Er stellt die ungeschlechtliche, Sporen bildende
Generation des Generationswechsels dar. Er ist alleine nicht lebensfähig
und wächst auf dem Gametophyten. Er besteht aus einem Stiel (Seta)
und einer Kapsel.
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Die häutigen Mützchen auf den
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Bei Laubmoosen bildet sich erst der Stiel und später
an seiner Spitze die Kapsel. Bei Lebermoosen bildet sich erst eine Kapsel,
die dann auf dem Stiel angehoben wird.
An der Basis des Stiels bildet sich oft eine becherförmigförmige
Hülle, die als Perianth oder, wenn sie aus verschieden gestalteten
Blätter besteht, als Perichaetium bezeichnet wird. Bei manchen Moosen
ist auf der Spitze der Kapsel eine häutige Hülle, die die Spitze
wie eine kleine Mütze bedeckt. Diese Calyptra ist ein Rest des Archegoniums
aus dem das Sporogon herausgewachsen ist. Der eigentliche kapseldeckel
befindet sich darunter.
In der Kapsel bildet sich das Archespor, das durch Meiose
die haploiden Meiosporen bildet. Die Sporen haben bei den Laubmoosen zwei
Zellwände (Exo- und Endospor), bei den Lebermoosen gibt es drei (Peri-,
Exo- und Endospor). Bei einigen Moosarten steht in der Mitte der Kapsel
eine zentrale Säule, die Columella, um die herum die Sporen reifen.
Wenn diese Entwicklung abgeschlossen ist, fällt
bei Laubmoosen der Deckel von der Kapsel ab (stegokarp). Er löst sich
an einerm Zellring, der als Anulus bezeichnet wird. Die Öffnung der
Kapsel wird dann durch einen Kranz aus Zähnen, dem Peristom verschlossen.
Das Peristom kann aus zwei Kränzen bestehen (Endostom und Exostom)
und auf einer ringförmigen Haut der Basilarmembran stehen. Die Peristomzähne
reagieren auf Luftfeuchtigkeit und geben unter günstigen Witterungsbedingungen
die Öffnung frei, so dass die Sporen heraus fallen können.
Durch das Peristom verschlossene Kapsel
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Die Peristomzähne haben sich beim
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Bei Lebermoosen bilden sich Schlitze in der Kapselwand
(schizokarp). Sterile Zellfäden ermöglichen das Ausschleudern
der Sporen.
Gelangen die Sporen im Freien auf ein geeignetes Substrat,
bilden sie das Protonema. Das ist ein Geflecht aus feinen Fäden oder
ein winziger Thallus, der mit bloßem Auge kaum sichtbar und meist
nicht sehr beständig ist. Aus dem Protonema wächst dann die eigentliche
Moospflanze, eben der haploide Gametophyt. Weil Sporophyt und Gametophyt
unterschiedlich aussehen, spricht man auch von einem heteromorphen Generationswechsel.
Moose können sich aber auch vegetativ, durch teilung
fortpflanzen. Das ist vor allem bei zweihäusigen Arten wichtig, weil
es bei ihnen vorkommen kann, dass nur männliche oder nur weibliche
Individuen an einem Standort wachsen. Der Gametophyt der Moospflanze kann
beliebig zerteilt werden und regeneriert sich wieder zur ganzen Pflanze.
Es gibt bei Laubmoosen aber auch spezielle Organe zur vegetativen Vermehrung
wie Blätter oder Triebteile, die besonders leicht abgelöst werden.
Lebermoose, mit Ausnahme der Marchantiales, haben keine speziellen Organe
zur vegetativen Vermehrung. Bei den Marchantiales bilden sich auf den Thalli
Brutbecher in denen sich Brutkörper befinden. Bei Regen werden diese
Brutkörper heraus geschleudert und so verbreitet.
Brutbecher an Marchantia polymorpha |
Thallus und Blätter
Es gibt zwei Grundformen bei den Moosen. Die ungegliederten
Formen werden als thallos und die in Stängel und Blatt gegliederten
als frondos oder folios bezeichnet. Zu den thallosen Moosen gehören
zum Beispiel
Riccia und Monosolenium. Frondose oder
foliose Moose sind dagegen das Java-Moos (Taxiphyllum barbieri)
oder das Singapur-Moos (Vesicularia dubyana).
Laubmoose sind alle frondos. Es gibt aber auch unter
den Lebermoosen einige. Zum Beispiel die Arten aus den Gattungen Jungermannia
und Plagiochila.
Bei Marchantia polymorpha ist der
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Bei Riccia fluitans sind die einzelnen Thalli
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Plagiochila intergerrima ist ein folioses
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Taxiphyllum barbieri ist ein Laubmoos. |
Foliose Lebermoose von Laubmoosen zu unterscheiden ist nicht immer einfach. Aber es gibt einige Kennzeichen, die mit Hilfe einer Lupe oder mit einem Mikroskop gut zu sehen sind. Die Blätter von Lebermoosen haben nie eine Blattrippe. Bei Laubmoosen können eine oder zwei Blattrippen mehr oder weniger deutlich zu sehen sein. Sie fehlen aber manchmal auch ganz. Bei Laubmoosen sind die Blätter meist dreizeilig, spiralig um den Stängel angeordnet und umfassen den Stängel dabei. Bei den Lebermoosen sehen die Blätter eher wie Verbreiterungen des Stängels aus und leigen meist in einer Ebene.
Anordnung der Blätter
In der Regel wachsen Laubmoose mit einer dreischneidigen
Scheitelzelle an der Spitze. Daher bilden sie auch drei Reihen Blätter
aus. Ursprünglich sind die Blätter darum dreizeilig angeordnet.
Eine Ausnahme stellen nur die Spaltzahnmoose (Fissidentales) dar, die eine
nur zweischneidige Scheitelzelle haben und nur zwei Blattreihen ausbilden,
wodurch die Triebe ein federatiges Aussehen haben.
Oft dreht sich der Stängel um die eigene Achse,
so dass die Blätter nicht dreireihig, sondern in einer Spiralstellung
stehen. Das dritte Blatt ist vielfach zu einem Unter- oder Bauchblatt (Amphigastrium)
umgewandelt. Die Ober- oder Seitenblätter können mit großen
Abständen angeordnet sein, so dass sie sich nicht überlappen.
Wenn sie sich überlappen, kann entweder das näher an der Spitze
liegenden Blatt von dem nachfolgenden mit dessen Vorderkante bedeckt sein,
was als oberschlächtig bezeichnet wird, oder das nachfolgende Blatt
taucht mit seiner Vorderkante unter das näher an der Spitze stehende,
was als unterschlächtig bezeichnet wird.
Zusätzlich bilden einige Moose zerschlitzte, nebenblattähnliche
Stängelauswüchse, die als Paraphyllien bezeichnet werden.
Moose bilden keine Wurzeln, sondern lediglich haarförmige
Rhizoide. Diese sind bei den Lebermoosen einzellig und bei den Laubmoosen
mehrzellig.
Moose unterscheiden
Zur Unterscheidung vieler Moose ist die Form der Blattzellen
wichtig. Beispielweise gibt es rechteckige oder quadratische Zellen, die
mit den kurzen Kanten direkt an einander stoßen. Rhombischen, sechseckige
Zellen sind schräg zu einander versetzt, so dass immer eine Spitze
in den Winkel passt, den zwei andere Zellenspitzen bilden. So etwa findet
man zum Beispiel bei Vesicularia-Arten. Als prosenchymatische Zellform
wird es bezeichnet, wenn die Zellen sehr viel länger als breit sind
und sich schlängelnd an einander schmiegen. Das ist zum Beispiel charakteristisch
für die Gattung Taxiphyllum. Außerdem können
Zellen quadratisch, rundlich, sechseckig oder rechteckig sein. Manchmal
sind die zellwände nicht gerade oder gleichmäßig dick an
allen Stellen. Getüpfelte Zellen haben Stellen an denen die Zellwände
dünner sind. Bei papillösen zellen sind die Zellwände nach
außen hin verdickt. Bei mamillösen Zellen sind die Zellwände
nach außen gebeult aber dennoch überall etwa gleich dick, weil
der Zellinnhalt der Ausbuchtung folgt. Die Zellformen in der Blattfläche
und an der Basis des Blattes bzw. entlang des Blattrandes können sich
unterscheiden.
Rhombische Zellen im Blatt von
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Prosenchymatische Zellen im Blatt
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Die Blattflügelzellen von
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Die Blattflügelzellen von
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Die Bezahnung des Blattrandes ist sehr variabel. Trotzdem
kann das Vorhandensein, die Gestalt und die Position der Zähne ein
Hinweis auf die Identität eines Mooses sein.
Blattspitze von Plagiochila intergerrima. |
Blattspitze von Taxiphyllum alternans. |
Auch die Zahl der Chloroplasten, also der Zellorganellen,
die den grünen Blattfarbstoff tragen, und ihre Position helfen bei
der Bestimmung. Bei den Lebermoosen gibt es zusätzlich Ölkörper,
die in verschieden positionierten Zellen sein können.
Die Sporenkapseln der Moose sehen sich alle äußerlich
sehr ähnlich und sind innerhalb der Arten manchmal recht variabel.
Interessante Merkmale sind die Neigung und die Form der Kapsel, sowie die
Form des Deckels. Ein Merkmal ist auch ob die Spaltöffnungen an der
Kapsel eingesenkt sind oder nicht.
Skizzen von Mooskapseln: links aufrechte Kapsel mit rundlichem
Deckel,
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Die Kapseln vom Christmas-Moos
|
Diese Kapseln einen Waldmoosen sind
|
Die Peristomzähne, die nach dem Abfallen der Spitze
die Öffnung der Kapsel bei den Laubmoosen verschließen, sind
dagegen sehr typisch. Meisten sind es vier, sechzehn oder zweiunddreißig
Stück. Sie können unterschiedlich gestaltet und aufgebaut sein.
Generell bestehen sie aus zwei Zellschichten, von denen die innere aus
einer einfachen Zellreihe besteht. Die äußere Zellschicht hat
bei manchen Arten zwei Zellreihen und bei anderen nur eine Reihe. Die Querwände
der äußeren Zellschicht sind bei manchen Familien verstärkt.
Wenn der Deckel der Kapsel abreißt, geht auch die äußere
Zellwand verloren und die verstärkten Zellwände sind als Querstreifung
sichtbar. Bei den Fissidentales sind die Peristomzähne fast bis zur
Basis gespalten, was dieser Moosfamilie ihren Namen „Spaltzahnmoose“ einbrachte.
Das Peristom ist eines der sichersten morphologischen
Merkmale von Moosen. Leider kann es nur an reifen Kapseln untersucht werden.
Die Laubmoose bilden eine eigene systematische Klasse
der Moose. Sie sind immer in einen Stängel und Blätter gegliedert.
Die für uns Aquarianer interessanten Arten können meist sowohl
unter als auch über Wasser wachsen. Dabei haben die Landformen oft
ein etwas anderes Aussehen als die Wasserformen.
Die meisten Aquarienmoose stammen aus den Gattungen Taxiphyllum
und Vesicularia, die beide zu den Hypnaceae (Schlafmoosgewächsen)
gehören.
| Ordnung | Familie | Gattung | Art |
| Hypnales
|
Hypnaceae
|
Taxiphyllum
|
T. alternans -
Taiwan-Moos
T. barbieri - Echtes Javamoos T. sp. ´Flame´ - Flame-Moos T. sp. ´Spiky´ - Spiky-Moos T. sp. ´Peacock´ - Pfauenmoos |
| Vesicularia
|
V. dubyana - Singapur-Moos
V. montagnei – Christmas-Moos V. reticulata – Erect-Moos V. ferrieri – Weeping-Moos V. sp. - Creeping Moss |
||
| Plagiotheciaceae | Isopterygium | I. sp. „Mini Taiwan Moss“ | |
| Amblystegiaceae | Amblystegium | A. serpens | |
| Drepanocladus | D. adunctus | ||
| Fissidentales
|
Fissidentaceae
|
Fissidens
|
F. fontanus
F. nobilis F. rivularis F. splachnobryoides F. zippelianus |
| Neckerales | Fontinalaceae | Fontinalis | F. antipyretica – Quellmoos
F. hypnoides - Brunnenmoos |
| Bryales | Mniaceae | Plagiomnium | P. cf. affine
P. trichomanes |
| Pottiales | Pottiaceae | Tortula | T. ruralis - Sternmoos |
| Hyophila | Hyophila involuta |
Merkmale der Gattung Vesicularia
Die Triebe wachsen an Land kriechend und verzweigen sich
frei, unregelmäßig bis federförmig. Manchmal haben sie
einen deutlichen Haupttrieb, manchmal nicht. Die Seitentriebe sind einfach.
Die Pseudoparaphyllen sind linear bis blattartig. Die Blätter sind
unterschiedlich gestaltet. Die Ventralblätter der Unterseite sind
normalerweise kleiner als die der Oberseite. Sie sind mehr oder weniger
angedrückt, lanzettlich und spitz auslaufend. Die oberen Blätter
spreizen sich ab. Sie sind etwas unsymmetrisch, breit lanzettlich, länglich
lanzettlich bis länglich oval. Die Spitze ist spitz oder zugespitzt.
Die Blattränder sind ganz oder an der Spitze gezähnt. Die zwei
Blattnerven sind kurz oder fehlen ganz. Die Blattzellen sind lang und im
Vergleich zu denen von Taxiphyllum recht breit. Die Pflanzen fühlen
sich gröber an.
Der Stiel des Sporogons ist länglich, flexibel,
glatt, rötlich, rot.orange bis gelb orange. Er biegt sich kurz vor
der Kapsel. Die Kapsel steht waagerecht oder hängt. Sie ist ovoid
bis länglich ovoid und mehr oder weniger unsymmetrisch. Der Deckel
ist zugespitzt bis kurz geschnäbelt. Das Peristom ist doppelt. Die
Zähne sind lanzettlich, quergestreift, mit Knoten und Papillen an
der Spitze. Das Endostom hat eine hohe Basilarmembran. Die Segmente sind
gekielt und haben Haare. Meistens stehn sie in Gruppen von 1 bis 3. An
der untersten Basis der Kapsel sind Spaltöffnungen. Die Sporen sind
kugelig, mit feinen Papillen besetzt oder fast glatt. Es gibt etwa 200
Arten, die im Südosten der USA, Mittelamerika, Südamerika, Afrika,
Asien und Australien vorkommen.
Die Familie der Fissidentaceae umfasst etwa 800 bis 900
Arten weltweit.
Die Moosgruppe wird als Spaltzahnmoose (lat. fissum =
Spalt und dens = Zahn), bezeichnet, weil ihre sechzehn Peristomzähne
gespalten sind. Sie stehen in einem Ring.
Die Gattung ist die einzige unter den Laubmoosen, die
eine zweischneidige Scheitelzelle hat. Die Blätter sind darum zweizeilig
und nicht dreizeilig, wie bei anderen Moosen, angeordnet. Sie sind
an der Blattrippe gekielt und haben am Kiel einen Flügel. Die Blattzellen
sind rundlich oder sechseckig. Entlang des Blattrandes kann ein Saum aus
einer oder mehreren Reihen von länglichen Zellen sein.
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Das Foto links zeigt die die charakteristische Blattform
der Fissidentales.
|
Der untere Blattbereich bis zum Ende der kürzeren
Blattspreitenseite wird als Scheidenteil bezeichnet. Der darüberliegende
als Spreitenteil. Für die Artbestimmung ist es von Interesse wie weit
oben an der Blattrippe die eine Spreitenseite endet und was für eine
Spitze sie dabei formt.
Einige Systematiker erkennen nur die Gattung Fissidens
in der Familie der Fissidentaceae an. Dann wird die Gattung in vier Untergattungen
unterteilt: Aloma, Fissidens, Octodiceras und Pachyfissidens.
Manchmal werden die Fissidentales aber auch in in mehrere Gattungen unterteilt.
Bei Fissidens ist der obere Spreitenteil kürzer, so lang oder
wenig länger als der Scheidenteil. Die Kapsel steht auf einem langen
Stiel und überragt die Blätter. Bei der Gattung
Octodiceras
ist der obere Spreitenteil 2 bis 3 Mal so lang wie der Scheidenteil. Die
Kapsel steht auf einem kurzen Stiel und überragt die Blätter
nicht. Zu dieser Gattung gehören weltweit etwa 25 Arten. In Europa
ist nur Octodiceras fontanum (Syn. Octodiceras julianum, Fissidens
fontanus) heimisch. Die Art kommt auch in Nordamerika vor und wird
als Fissidens fontanus oder US-Fissidens in der Aquaristik verwendet.
Viele Fissidens-Arten sind Wassermoose, einige
Arten kommen aber auch an Land vor. Es bilden nicht alle Rhizodien
aus mit denen sie sich selbstständig an festen Unterlagen anhaften.
Viele Aquarien-Fissidens müssen darum angebunden werden. Die
hell grünen Moosstängel bilden keine Matten wie es die Triebe
von Taxiphyllum oder Vesicularia es tun. Die Stängel
stehen einzeln, dicht beieinander.
Die meisten Arten dieser Gattung findet man in den Tropen.
In Asien werden sie generell als Phoenix Moss oder Phoenix Tail Moss bezeichnet,
weil die Triebe die Form von Phoenix-Schwanzfedern haben. Der Phönix
ist ein altes chinesisches Glücksymbol und findet sich als Motiv auf
Zahlreichen Abbildungen in Asien. Daher ist er in Asien ein sehr bekanntes
Tier.
Die Gattung wird in zahlreiche Untergattungen unterteilt
und manchmal findet man die Moose auch unter diesen Bezeichnungen in der
Literatur. Einen Bestimmungsschlüssel für die Untergattungen
und ihre Sektionen findet man bei Pursell & Bruggeman-Nannenga
(2004).
| Amerikanisches Fissidens
Fissidens fontanus (B. Pyrl.) Steud Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 18-28 °C pH-Wert: 6,0-7,5 Härte: 3-10 °KH Licht: wenig bis viel Sonstiges:
Das Moos das ich unter dem Namen Fissidens spec. ´Japan´ bekommen habe ist mit Fissidens fontanus identisch. Ursprünglich war F. spec. ´Japan´ die Bezeichnung für F. nobilis. Bertram Wallach stellte das hier abgebildete Moos in seinem Artikel fälschlich als Fissidens nobilis vor. |
Octodiceras fontanum =
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der Scheidenteil. |
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| Fissidens
Fissidens nobilis GRIFF. Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 18-28 °C pH-Wert: 6,0-7,5 Härte: 3-10 °KH Licht: wenig bis viel Sonstiges:
|
Merkmale der Gattung Fontinalis
Die Brunnenmoose wachsen flutend in fließenden Gewässern.
Sie haben ja nach Art zehn bis fünfzig Zentimeter lange Stängel.
Die Blätter stehen daran dreizeilig. Sie sind drei bis sieben Millimeter
lang. Eine Mittelrippe fehlt, aber sie sind zum Teil scharf gekielt. Der
Blattrand ist ganz und ungezähnt. Die Blattzellen sind langgestreckt.
Die Kapsel ist scheinbar ohne Stiel. Sie sitzt zwischen den Blättern
von kurzen seitlichen Ästen. Das Peristom ist zu einem durchbrochenen
Kegel verwachsen.
Wir kennen in der Aquaristik Plagiomnium affine
und Plagiomnium trichomanes. Ob es sich um zwei verschiedene Moose
oder um ein Moos mit zwei verschiedenen Handelsbezeichnugen handelt, kann
ich nicht sagen. An Stelle von Plagiomnium bekam ich bisher immer
Moosmischungen mit drei oder vier verschiedenen Moosarten, unter denen
teilweise kurze Stängelstücke von Plagiomnium waren. Ich
habe es bisher nicht geschafft mir beide Moose unter dem Mikroskop an zu
sehen.
Plagiomnium trichomanes: Dieses Moos wächst
im Aquarium bei etwa 23 bis 30 °C gut. Weiches bis mittelhartes Wasser
mit einer Karbonathärte von 1 bis 8 °KH ist günstig. Die
Pflanze stammt aus China.
Bei den Moosen aus der Gattung Tortula sind die
Stängel weniger als einen Zentimeter lang. Die Blattform ist oval,
länglich oval, zungen- oder spatelförmig. Die Blattränder
sind selten flach. Meist sind sie mehr oder weniger nach unten gebogen
oder gerollt. Typisch ist, dass die Blattrippe als haarfeine Verlängerung
oder Stachel an der Spitze austritt. Die Länge und Farbe dieser Verlängerung
ist arttypisch und dient der Identifikation. Die Kapsel ist gleichmäßig
oval oder zylindrisch. Die 32 Peristomzähne stehen auf einer niedrigen
oder schrägen hohen Basilarmembran. Sie zeigen keine Streifung und
sind papillös. Weil die Peritomzähne in sich gedreht sind, werden
die Tortula-Arten als Drehzahnmoose bezeichnet. Die Blätter
haben sehr große Zellen.
Diese Moose wachsen auf der Erde oder an Felsen. Sie
sind ausdauernd.
| Erd-Drehzahnmoos
Tortula ruralis (Hedw.) Gärtn., Meyer & Scherb. Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: - pH-Wert: - Härte: - Licht: - Sonstiges:
|
Merkmale der Gattung Hyophila
Zur Gattung Hyophila gehören etwa 150 Arten
in den Tropen und Subtropen. In Europa gibt es nur 2 Arten.
Die Blätter sind zugespitzt und zungenförmig.
Die Sporenkapsel ist zylindrisch. Sie steht aufrecht und hat kein Peristom.
Viele Arten bilden Brutkörper an den Blättern.
| Star moss, Sternmoos
Hyophila involuta (Hooker) Jaeger Angeboten wird das Moos als Tortula ruralis. Synonyme:
Herkunft:
Aussehen: Temperatur: 24-29 °C pH-Wert: 6,0-7,5 Härte: 3-10 °KH Licht: wenig bis viel Sonstiges:
|
So wird das Moos geliefert.
Einzelnes Blatt von Hyophila involuta.
Die Blattrippe reicht nicht ganz
|
Unter den Lebermoosen gibt es Thalluspolster aus undifferenzierten
Zellen (z. B. Riccardia), differenzierte Thalli und auch beblätterte
Formen (z.B. Jungermannia).
Die thallosen Formen sind leicht als Lebermoose zu erkennen.
Die beblätterten Formen sehen Laubmossen ähnlich.
Die Lebermoose haben einige Merkmale, die sie von den
beiden anderen Klassen unterscheiden. So enthalten die Zellen der meisten
Arten beispielsweise Ölkörper, kleine Zusammenballungen von Tröpfchen
aus Terpenen. Viele Arten haben hierdurch einen charakteristischen Geruch.
Bei den Lebermoosen bleibt der Sporophyt meist noch sehr
lange vom Gewebe des Gametophyten umhüllt. Bei einzelnen Arten kann
dies bis zur Reifung der Sporen so bleiben. So etwas wird dann Coelokaulie
genannt. Bei manchen Lebermoosen bildet auch am Stämmchen eine beutelartige
Wucherung -ein Marsupium-, in der der Sporophyt heranwächst.
Liste mit den in der Aquaristik bekannten Lebermoosen
| Ordnung | Familie | Gattung | Art |
| Ricciales | Ricciaceae | Riccia | R. fluitans- Teichlebermoos |
| Metzgeriales | Aneuraceae | Riccardia | R. chamedryfolia Korallenmoos, Buchtiges Riccardimoos, Buchtiges Ohnnervmoos |
| Pelliaceae | Pellia | P. endiviifolia - Endivienblättrige Beckenmoos | |
| Marchantiales | Monosoleniaceae | Monosolenium | M. tenerum |
| Marchantiaceae | Marchantia | M. polymorpha | |
| Jungermanniales | Jungermanniaceae | Jungermannia | J. pseudocyclops ? |
| Plagiochilaceae | Plagiochila | P. cf. integerrima |
Thallose Lebermoose
Der Thallus kann hochkompliziert aufgebaut sein, mit Atemporen, Luftkammern und Epidermis, aber auch sehr einfach, nämlich aus nur einer Zellschicht bestehend. Trotzdem kann man mit ein wenig Erfahrung Lebermoose auf den ersten Blick erkennen, was in der Praxis heißt, sie von Laubmoosen zu unterscheiden.
Die Gattung Riccia gehört zur Ordnung der Ricciales.
Diese Ordnung besteht aus thallösen Lebermoosen mit einem mehr oder
weniger hoch differenzierten Thallus. Der Thallus der Ricciales besitzt
Atemhöhlen, die durch Poren mit der Außenwelt verbunden sind.
Diese Poren, die auf der Oberseite des Thallus liegen, sind relativ einfach
gebaut. Sie sind beispielsweise nicht wie bei den Marchantiales vulkanförmig
emporgehoben. Das Thallusgewebe ist in ein lockeres, chlorophyllreiches
Assimilationsgewebe in der oberen Hälfte und ein Speichergewebe in
der unteren Hälfte differenziert. Auf der Unterseite der Thalli befinden
sich Rhizoide und sogenannte Bauchschuppen.
Die Antheridien und Archegonien liegen meist einzeln
in die Thallusoberseite eingesenkt. Die Kapsel wird weder durch eine Seta
noch durch ein Pseudopodium emporgehoben, sondern bleibt ebenfalls in den
Thallus eingesenkt und von der Archegonienwand umhüllt.
Den Kapseln fehlt eine Öffnung, so daß die
Sporen erst ins Freie gelangen, wenn die Kapselwand zerstört wird.
Fast alle Vertreter dieser Ordnung sind an ein amphibisches Leben im, auf
oder zumindest in der Nähe des Wassers angepaßt. In Europa sind
die Ricciales mit den Familien Ricciaceae und Oxymitriaceae vertreten,
wobei die letztere hier nur eine Art umfaßt. Die Familie der Ricciaceae
ist bei uns mit der monotypischen Gattung Ricciocarpus und mit der
großen namensgebenden Gattung Riccia vertreten.
| Asiatisches Lebermoos
Monosolenium tenerum GRIFFITH 1849 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 15-30 °C pH-Wert: 6,0-8,0 Härte: 5-15 °KH Licht: wenig bis viel Sonstiges:
|
Die Mittelrippe ist deutlich sichtbar, die
|
Die Ordnung der Jungermanniales umfasst alle beblätterten
Lebermoose, das sind etwa zwei Drittel der bekannten Arten. Die meisten
kommen aus feuchten, tropischen Gebieten. Die Moose der Ordnung wachsen
mit einer dreischneidigen Scheitelzelle, darum bestehen die Blätter
in drei Zeilen um den Stängel. Zwei davon sind seitlich und recht
groß. Sie werden als Flanken- oder Oberblätter bezeichnet. Die
dritte Reihe sind die Unterblätter (Amphigastrien) und liegt unter
dem Stiel. Bei vielen Arten in der Ordnung sind die Unterblätter stark
reduziert oder fehlen ganz.
In der Gattung Jungermannia gibt es weltweit mehr
als 140 Arten. 18 Arten sind in Deutschland heimisch. Die Flankenblätter
sind rundlich. Unterblätter fehlen meist. Die Zellen haben mehrere
Ölkörper, selten gibt es nur einen.
Die Gattung Plagiochila gehört zu den Jungermaniales
in die Familie der Plagiochilaceae. Die Familie umfasst 9 Gattungen. Plagiochila
gilt als artenreichste Gattung der Lebermoose. 500 bis 1300 Arten von den
Tropen ist in die Arktis werden dazu gezählt. Es fehlt aber bisher
ein vollständige Revision.
Die kleinen kräftigen Moose haben einen kriechenden
Stamm an dem aufrechte Äste entspringen. Die Flankenblätter sind
schräg angewachsen, so dass sie nach vorne gerichtet sind. Die Unterblätter
sind unscheinbar oder fehlen ganz. Dieses Moose sind getrenntgeschlechtig.
Bei den männlichen Gametophyten bildet sich eine ährenähnliche
Spitze aus. Das Perianth ist seitlich zusammengedrückt.
Literatur:
B. Kahl (1989): Aquarienpflanzen.- GU-Kompaß, Gräfe und Unzer GmbH, München
H.C.D. De Wit (1990): Aquarienpflanzen.- 2. Überarbeitete Auflage, übersetzt aus dem Niederländischen von Dr. Edy Roche, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim)
Leo van der Berkmortel (1990): Riccia fluitans L. - das Teichlebermoos.- Aqua Planta 4-90, 139-140
L. van den Berkmortel (1990): Das Javamoos Vesicularia dubyana (C. Müll.) Broth. - DATZ 43(12), 759-760
W. Rothmaler (1994): Exkursionsflora von Deutschland, Band 1 - Niedere Pflanzen.- Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin
C. Christensen (1995): Riccia fluitans - Flutendes Sternlebermoos oder Teichlebermoos.- Aquarium heute 13(1), 42
H. Ebert (1996): Einheimische Wasserpflanzen für die Aquaristik.- DATZ 3/96, 174-175
H. Stallknecht (1996): Javamoos - Anspruchslos und vielseitig verwendbar.- Ti-Magazin 128, 33-35
C. Kasselmann (1999): Aquarienpflanzen.- 2. Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
E. Maier (1999): Auf den Spuren von Lantzius-Beninga – Die Bedeutung der Peristommerkmale bei Laubmoosen (Bryophyta) In the Footsteps of Lantzius-Beninga – The Weight of Peristome Characters of Mosses (Bryophyta).- Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serie A (Biologie), Staatliches Museum für Naturkunde, Stuttgart
Jan-Peter Frahm (2000): Tropische Moose in Mitteleuropa.- Bryologische Rundbrife 34, 3-6
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© Wilstermann-Hildebrand 2009