Gattung Aponogeton - Wasserährengewächse

geschwungene Linie
Geschichte der Gattungssystematik
Botanik der Wasserährengewächse
- Wurzel
- Knolle, Rhizom und Vegetationspunkt
- Blütenstände
- Blüten
- Bestäubung und Fruchbildung
- Chromosomenzahl
Ökologie
Verbreitung
Fossile Funde
Nutzung durch den Menschen

Ein Paar einleitende Worte

Die Beschreibung der Wasserährengewächse, die ich auf dieser Seite zusammengestellt habe, enthält sehr viel Fachbegriffe. Davon muss sich aber niemand abschrecken lassen. Es steht entweder in Klammern dahinter, was der Begriff bedeutet oder er wird im nächsten Satz erklärt. In vielen Fällen gibt es auch einen Link zu der Seite mit den Bestimmungsmerkmalen oder zum Garten-ABC, wo dann die Bedeutung der Begriffe an Hand von weiteren Beispielen erklärt wird. Diese verknüpften Seiten öffnen sich in einem neuen Tab.
Auf die Fachbegriffe zu verzichten kommt für mich nicht in Frage, da sie alle auch in der Literatur verwendet werden und ihre Kenntnis notwendig ist, um die zitierten Fachartikel zu verstehen. Die Liste aller Literaturquellen ist am unteren Ende der Seite. Wenn es um bestimmte Aussagen oder Erkenntnisse geht, sind die Literaturangaben direkt im Text verlinkt.

Die hier gezeigten Zeichnungen und Bilder von Erstbeschreibungen sind im Internet frei verfügbar. Sie stammen aus der "Digital Heritage Library" und anderen digitalen Bibliotheken. Abbildungen aus nicht frei verfügbaren/kostenpflichtigen Veröffentlichungen sind hier nicht dargestellt. Darum fehlt zum Beispiel die Zeichnung aus den Erstbeschreibungen von Aponogeton bogneri. In der Literaturliste findet ihr Links zu pdf´s von einigen Artikeln. Für diese Dokument gilt das gleiche, wie für die Abbildungen. Diese Veröffentlichungen unterliegen keinem Urheberrecht mehr und/oder werden vom Herausgeber/Verlag kostenlos im Internet zum Download angeboten. Geschützte Dokumente wie "Monograph of the genus Aponogeton (Aponogetonaceae)" in Bibliotheca Botanica Heft 137 von van Bruggen aus dem Jahr 1985 findet ihr hier nicht.



Geschichte der Gattungssystematik

Liste der bekannten Aponogeton-Arten
Aponogeton abyssinicus
Aponogeton afroviolaceus
Aponogeton angustifolius
Aponogeton appendiculatus
Aponogeton azureus
Aponogeton bernierianus
Aponogeton bogneri
Aponogeton boivinianus
Aponogeton bruggenii
Aponogeton bullosus
Aponogeton capuronii
Aponogeton cordatus
Aponogeton crispus
Aponogeton cuneatus
Aponogeton decaryi
Aponogeton desertorum
Aponogeton dioecus
Aponogeton distachyos
Aponogeton eggersii
Aponogeton elongatus
Aponogeton euryspermus
Aponogeton fotianus
Aponogeton fugax
Aponogeton gottlebei
Aponogeton hexatepalus
Aponogeton jacobsenii
Aponogeton junceus
Aponogeton kimberleyensis
Aponogeton lakhonensis
Aponogeton lancesmithii
Aponogeton longiplumulosus
Aponogeton loriae
Aponogeton madagascariensis
Aponogeton masoalaensis
Aponogeton natalensis
Aponogeton natans
Aponogeton nateshii
Aponogeton nudiflorus
Aponogeton proliferus
Aponogeton queenslandicus
Aponogeton ranunculiflorus
Aponogeton rehmannii
Aponogeton rigidifolius
Aponogeton robinsonii
Aponogeton satarensis
Aponogeton schatzianus
Aponogeton stuhlmannii
Aponogeton subconjugatus
Aponogeton tenuispicatus
Aponogeton tofus
Aponogeton troupini
Aponogeton ulvaceus
Aponogeton undulatus
Aponogeton vallisnerioides
Aponogeton vanbruggenii
Aponogeton viridis
Aponogeton womersleyi
Aponogeton natans

Aponogeton natans ist die Typusart der Gattung Aponogeton.

Die Wasserährengewächse haben nur eine geringe wirtschaftliche Bedeutung als Zierpflanzen für Teiche und Aquarien. Sie gelten auch nicht als Unkräuter oder invasive Arten. Die Entdeckung und Beschreibung neuer Wasserähren erfolgt eher zufällig durch interessierte Botaniker.
Der Gattungsnamen Aponogeton wurde 1782 durch Carl von Linné dem Jüngeren in Supplementum Plantarum, 32, S. 214 vergeben. Als Typusart wählte er Aponogeton monostachyon L. f., ein Name, der heute ein Synonym von Aponogeton natans ist. Der Gattungsname soll ein Umformung aus Potamogeton (Laichkraut) sein (Genaust 2005).
Die Wasserährengewächse als Familie Aponogetonaceae wurde 1856 durch Jules Émile Planchon (Botanical Magazine, Volume 82, ad Tab. 4894) begründet.
Engler beschrieb 1889 die Merkmale der Aponogetonacea. Er gab an, dass es etwa 45 Arten in der Gattung Aponogeton gibt, die in Afrika, Madagaskar, dem tropischen Asien und Australien zu finden sind. Aufgezählt wurden von ihm aber nur 13 (4 in Madagaskar, 3 in Südafrika, 2 im tropchen Afrika, 1 in Ostaustralien und 3 in Ostindien). Weiterhin schrieb er: "Die Knollen aller Arten, werden wegen ihres Gehaltes an Stärke gegessen."
1906 veröffentlicht Krause mit mit Unterstützung von Engler in der Reihe "Das Pflanzenreich" das Heft IV.13. über Aponogetonaceae. Diese Monographie beinhaltet einen Bestimmungsschlüssel für 22 Arten. H.W.E. van Bruggen überarbeitete die Gattung und veröffentlichte 1985 eine komplette englischsprachige Monographie. 1990 erschien eine überarbeitete Fassung als Aqua Planta Sonderheft in Deutsch und mit farbigen Abbildungen. Van Bruggen nannte 43 Arten. Seither wurden einige neue Arten beschrieben:
Aponogeton kimberleyensis C.B. Hellquist & S.W.L. Jacobs 1998
Aponogeton lancesmithii C.B. Hellquist & S.W.L. Jacobs 1998
Aponogeton euryspermus C.B. Hellquist & S.W.L. Jacobs 1998
Aponogeton proliferus C.B. Hellquist & S.W.L. Jacobs 1998
Aponogeton vanbruggenii C.B. Hellquist & S.W.L. Jacobs 1998
Aponogeton eggersii Bogner & H. Bruggen 2001
Aponogeton schatzianus Bogner & H. Bruggen 2001
Aponogeton masoalaensis Bogner 2002
Aponogeton cuneatus S.W.L.Jacobs 2006
Aponogeton tofus S.W.L.Jacobs 2006
Aponogeton gottlebei Kasselmann & Bogner 2008
Aponogeton fugax J.C.Manning & Goldblatt 2008
Aponogeton nateshii S. R. Yadav 2015

Insgesamt sind heute 56 Arten anerkannt.

Botanik der Wasserährengewächse

Die systematische Einordnung der Gattung Aponogeton nach morphologischen Merkmalen ist schwierig. Es handelt sich um Einkeimblättrige (Monokotyledonen), die der Unterklasse Alismatidae zugeordnet werden. Die Alismatidae (Froschlöffelähnliche) zählen nicht nur zu den ältesten Blütenpflanzen, sondern auch zu den ursprünglichsten höheren Wasserpflanzen. Ihre Blütenanatomie weist sie als primitive Angiospermen aus. Die ältesten fossilen Blattabdrücke, die Aponogeton zugeordnet werden, wurden am Aralsee gefunden und stammen aus dem Oberoligozän. Sie sind zwischen 33,9 Millionen und 23,03 Millionen Jahren alt. Da aber Blütestände fehlen, ist nicht sicher, ob es sich bei den Funden wirklich um Aponogeton oder um Potamogeton oder Pflanzen einer ausgestorbenen Gruppe handelt (van Bruggen 1985, van Bruggen 1990), Danert et al. 1994).
Genuntersuchungen zeigen die Wasserährengewächse nahe den Scheuchzeriaceae, als ursprünglichste Arten in dieser Ordnung (Xiaoxian Li & Zhekun Zhou 2009).

Abteilung: Spermatophyta (Samenpflanzen)
Unterabteilung: Angiospermae (Bedecktsamer)
Klasse: Monocotylidonae (Einkeimblättrige)
Unterklasse: Alismatidae (Froschlöffelähnliche)
Familie: Aponogetonaceae (Wasserährengewächse)
Gattung: Aponogeton (Wasserähren)

Die Aponogetonaceae sind mehrjährige, krautige Pflanzen. Sie sind echte Wasserpflanzen und überdauern Trockenperioden als ruhende Knollen oder Rhizome.

Wurzeln

Die Wurzeln haben eine sehr zarte Epidermis. Die Epidermiszellen sind nach Außen kaum verdickt. Es werden keine Verzweigungen und keine oder wenig Wurzelhaare gebildet. Die kontraktilen Wurzeln ziehen die Knolle während der Vegetationszeit tiefer in den Boden. Die Wurzeln sterben zu Beginn der Ruhezeit zusammen mit den Blättern ab.

Knolle, Rhizom und Vegetationspunkt

Aponogeton longiplumulosus

Knolle von Aponogeton longiplumulosus mit zwei Vegetationspunkte. Sie bilden jeweils eine eigene neue Knolle und werden sich später trennen.

Blätter verschiedener Aponogeton-Arten

Blätter verschiedenen Aponogeton: oben typisches Blatt von Aponogeton ulvaceus, in der Mitte junges Blatt von Aponogeton madagascariensis, unten Schwimmblätter von Aponogeton distachyos.

Aponogeton capuronii-Knospe

Eine von einer Spatha umhüllte Knospe von Aponogeton capuronii durchstößt die Wasseroberfläche.

Die Sprossachse ist stark gestaucht und besteht aus einer stärkehaltigen, kugelförmigen Knolle oder seltener aus einem länglichen kriechenden Rhizom. Der Vegetationspunkt an der Knolle ist eingesenkt und von einem dichten Geflecht aus Wurzeln uns zum Teil auch von harten Borsten umgeben und verdeckt. Nur an diesem einen Vegetationspunkt kann die Pflanze Blätter bilden. Wird er beschädigt stirbt die Pflanze ab. Es gibt keine "schlafenden Augen" an den Seiten oder unten an der Knolle wie bei Kartoffeln. Darum können die Pflanzen nicht durch zerschneiden der Knollen vermehrt werden. Es kommt aber während des Wachstums vor, dass sich ein zweiter oder mehrere neue Vegetationspunkte oben auf der Knolle bilden. Jeder dieser Vegetationspunkte bildet eigenes Speichermaterial und wächst aus der ursprünglichen Knolle heraus. So wachsen die Pflanzen auseinander und trennen sich im Laufe der Zeit von allein. Das ist relativ häufig bei Aponogeton madagascariensis, Aponogeton undulatus und Aponogeton robinsonii zu sehen.
Die Knollen oder Rhizome werden von einem stärkehaltigen Parenchym gebildet, durch das verstreut mehrere Gefäßbündel verlaufen. Sie besitzen kein Aerenchym (Luftgefäßsystem). Ihre Epidermis ist mäßig verdickt und von wenigen Lenticellen durchbrochen (Krause & Engler 1906).
Die Stärkekörner sind zusammengesetzt und ellipsoid. An den einzelnen Körnern oft ein rissiger Spalt zu sehen.
Engler (Krause & Engler 1906) untersuchte den Vegetationspunkt von A. distachyos und A. madagascariensis (Syn. A. fenestralis). Am Vegetationspunkt stehen sich demnach jeweils zwei Laubblätter nicht ganz genau gegenüber. Zu jedem Blattpaar gehört ein Blütenstängel, der bei einem Blattpaar aus der rechten Vaginalseite des zweiten Blattes entspringt und bei dem folgenden auf der linken Vaginalseite des zweiten Blattes, bei dem nächsten wiederum auf der rechten Seite des zweiten Laubblattes und so weiter. Die einzelnen Blattpaare sind zueinander immer etwas mehr als um 90° gedreht. Es bilden also immer zwei Laubblätter und ein Blütenstand eine Einheit. Der Spross wird so nach Engler von einem stark verkürzten Sympodium gebildet. Das bedeutet, dass Die Endknospe eines Sprosses eine Blüte bildet (oder abstirbt) und die weiteren Blätter und Blüten jeweils aus einem Seitentrieb hervorgehen.

Blätter

Die Blätter der Wasserähren sind in Scheide, Stiel uns Spreite gegliedert. Nur bei A. vallisnerioides ist der Stiel stark verkürzt, so dass sitzende Blätter gebildet werden.
Die Blätter sind entweder ganz untergetaucht (Unterwasserblätter) oder treiben an langen Stielen auf der Wasseroberfläche (Schwimmblätter). Sie sind immer ganzrandig ohne Kerben und Zähne. Wasser- und Schwimmblätter unterscheiden sich deutlich in ihrer Form und Anatomie. Die Spreiten der Unterwasserblätter sind lanzettlich, linealisch, selten löffel- oder eiförmig. Die Blätter von A. dioecus sind binsenförmig. Die von A. ranunculiflorus spindelförmig.
Die Blätter sind meist weich und bieten strömendem Wasser wenig Widerstand. Die Spreite kann glatt gewellt, gekräuselt oder fast schraubig gedreht sein. Pflanzen in schnell strömendem Wasser bilden häufig genoppte Blattspreiten aus.
Bei den Unterwasserblättern sind Ober- und Unterseite gleich gebaut. Meistens sind sie frei von Spaltöffnungen. Sie sind von 5-11 Längsnerven durchzogen, die deutlich zu erkennen sind. Die Längsnerven sind durch viele Quernerven miteinander verbunden. Der Mittelnerv ist aus vielen einzelnen Strängen zusammengesetzt. Bei A. madagascariensis lösen sich die Interkostalen während der Blattentwicklung auf. Dadurch entsteht die für die Art typische Gitterung der Blätter.
Blüten- und Blattstiele haben nur eine dünne Epidermis. Das chlorophyllhaltige äußere Parenchym ist von wenigen, kleinen Interzellularen durchzogen. Im Inneren befinden sich große Luftkammern, die durch einschichtige Wände von einander getrennt sind. Die Gefäßbündel sind peripherisch oder unregelmäßig angeordnet. Die Wände der einzelnen Gefäße sind meist spiralig verdickt. Weitere mechanische Elemente gibt es nicht, daher sind die Pflanzen außerhalb des Wassers völlig schlaff.
Auf der Blattunterseite gibt es Bereiche mit deutlich kleineren Epidermiszellen. Diese Bereiche werden als Hydropoten bezeichnet. Diese sind häufig entlang der Mittelnerven angeordnet. Die Zellen zeichnen sich dadurch aus, dass ihre Zellwände mit bestimmten kationischen Farbstoffen (Tuloidinblau, Methylviolett) anfärbbar sind, Während die normalen Epidermiszellen die Farbstoffe nicht annehmen. Es wird vermutet, dass in diesen Bereichen aktiv (mit Energieaufwand) Nährstoffe aufgenommen werden können. Auch eine Sekretionsfunktion ist möglich. Auf der Oberseite von Schwimmblättern bei A. abyssinicus befinden sich Drüsenhaare, die sich wie die Hydropoten anfärben lassen. In einigen Fällen wurden Gerbstoffzellen (flavonhaltig) gefunden (MAYR 1914, Lyr & Streitberg 1955, Lüttge 1964, Kirsten 1969).
Die Schwimmblätter sind deutlich bilateral. Das heißt Ober- und Unterseite unterscheiden sich. Spaltöffnungen befinden sich fast ausschließlich an der Oberseite. Im Blatt gibt es luftgefülltes Schwammgewebe. Die Schwimmblätter sind lanzettlich, linealisch, länglich oval oder selten rundlich. Die Basis ist schwach herzförmig oder abgerundet.
Der Blattstiel ist meist deutlich länger als die Spreite. Sie wachsen an den Stielen zur Wasseroberfläche und entfalten sich erst dort. Arten die Schwimmblätter bilden, haben nur wenige, kurzlebige Unterwasserblätter.

Aponoteon-Ähren

Die Blütenstände von Aponogeton können aus einer oder zwei Ähren bestehen. Links ist oben ist Aponogeton longiplumulosus mit einem zweiährigen Blütestand an dem die Blüten allseitswendig (rundherum) stehen. Rechts oben ist der typische einährige Blütenstand von Aponogeton crispus zu sehen. Auch hier sind die Blüten nach allen Seiten gerichtet. Bei Aponogeton robinsonii (links unten) und Aponogeton distachyos (rechts unten) sind die Blüten nur auf der Innenseite der Ährenäste.

Blütenstand und Fruchtstand von Aponogeton capuronii

Knospe, Blütenstand und Fruchtstand von Aponogeton capuronii. Der Blütenstand (rechts) ist normalerweise zweiährig. Hier haben sich die Ähren beide noch einmal gespalten. Beim der Fruchstand (links) hat eine der Ähren zwei zusätzliche Äste.

Blütenstand und Fruchtstand von Aponogeton crispus

Die jungen Blütenstände strecken sich weit aus dem Wasser und die Blüten sind dicht zusammen. Während des Verblühens streckt sich die Blütenstandsachse und sinkt Stück für Stück ins Wasser.

Blütenstände

Der Blütenstand entspringt direkt aus der Knolle oder dem Rhizom und wächst an einem langen Blütenstandstiel (Pedunculum) aus dem Wasser heraus. Die Teile oberhalb der Wasseroberfläche werden durch erhöhten Turgor aufrecht gehalten. Sie verfügen über keine stabilisierenden Elemente wie verdickte Zellwände oder Stützgewebe.
Der Blütenstand besteht aus einer oder mehreren Ähren, die als Knospe von einer Spatha (Blütenhüllblatt) umgeben sind. Diese fällt in den meisten Fällen nach dem Aufreißen ab. Bei wenigen Arten bleibt sie an einem dünnen Gewebefaden hängen. Die mehrachsigen Ähren trennen sich die Ährenäste direkt über dem Blütenstandstiel (Pedunculum). Es treten aber immer wieder Wuchsanomalien auf. Greger (1986 a) beschrieb einen Blütenstand von A. madagascariensis, bei dem sich eine Ähre an der Spitze teilte. Bei Barth und Stallknecht (1990) ist ein Bild von einem Blütenstandsstiel von A. ulvaceus, der sich kurz vor dem Ende spaltet und in zwei Blütenstände mit jeweils 2 Ähren ausläuft. Auch bei anderen Arten treten Abweichungen an den Blütenständen auf.
Die einzelnen Ähren sind entweder meist allseitswendig, das heißt die Blüten sind rundherum um die Achse angeordnet. Seltener stehen sich die Blüten bei zweiachsigen Blütenständen auf der Innenseite der Achsen gegenüber (A. angustifolius, A. azureus, A. cordatus, A. distachyos, A. fugax, A. junceus, A. natalensis, A. robinsonii, A. vallisnerioides).

Blüten

Die Blüten können dicht gedrängt an der Achse stehen oder mit Abstand in deutlichen Reihen. Die Dichtblütigkeit hängt vom Entwicklungsstand der Ähren ab und ist kein geeignetes Unterscheidungsmerkmal. In der jungen Ähre stehen alle Blüten dicht zusammen. Dann öffnen sich zunächst die unteren Blüten, während sich die Ähre streckt. Nach und nach blühen dann alle Blüten bis hoch zur Spitze auf. Wenn die letzten Blüten reif und befruchtungsfähig sind, hat sich die Ähre auf ihre maximale Länge gestreckt. Dadurch gibt es zum Schluß genug Platz für die Früchte, die sich entlang der Ähren entwickeln.
Die Blüten sind in der Regel zwittrig und dreizählig. Es gibt aber auch einige diözische (zweihäusige) Arten (A. decaryi, A. dioecus, A. nudiflorus, A. satarensis, A. troupini). Der weibliche Blütenteil wird von 3 Carpellen (Fruchtblättern) gebildet. Der männliche Teil besteht aus 2 Kreisen aus je 3 Staubblättern. Es gibt jedoch immer wieder Abweichungen. Bei Aponogeton fugax sind die Blüten zweizählig und haben nur 2 Fruchtblätter und 4 Staubblätter.
Von den drei Tepalen werden bei Aponogeton-Blüten häufig nur zwei ausgebildet. Ausnahmen sind die Spitzenblüten von A. bernierianus, A. desertorum, A. madagascariensis und A. rigidifolius mit 3 Tepalen. Aponogeton hexatepalus bildet 6 Tepalen aus ("hexa" = sechs, "tepalus" = Blütenblätter). Aponogeton distachyos hat nur eine, große, weiße Tepale pro Blüte. Eine weitere Ausnahme sind die weiblichen Blüten zweihäusiger Arten, die ganz "nackt" sind und gar keine Tepalen haben. Darauf bezieht sich das Artepithel "nudiflorus", das "nacktblütig" bedeutet.

Die Tepalen sind weiß, rot, violett, blau, gelb oder grün. Sie sind elliptisch oder verkehrt eiförmig und meistens so ausdauernd, dass sie auch am jungen Fruchtstand noch zu sehen sind. Bei Aponogeton fugax sind die Blütenblätter weiß, durchscheinenden und auffallend groß. Sie dienen dem Blütstand als Schwimmhilfe und fallen ab im Verblühen ab.
Ursprünglich wurden die Blütenhüllblätter als Brakteen betrachtet. Erst später als ausser Aponogeton distachyos auch andere Arten untersucht worden waren, kam man zu der Auffassung, dass es sich um die Reste eines ursprünglich 6-blättrigen Perigons (Blütenhülle) handelt. Die Blüten sind homoiochlamydeisch. Das bedeutet, dass alle Hüllblätter gleichartig sind. Diese Blütenform ist primitiver als die heterochlamydeische, bei der das Blütenhülle (Perianth) aus verschieden gefärbten und unterschiedlich geformten Kelchblättern (Sepalen) und Blumenblätter (Petalen) besteht.
Die Blüten sind in der Regel dreizählig mit je sechs Staubblättern und drei Fruchtblättern. Eine Ausnahme ist Aponogeton fugax, bei dem die nur noch 2 Fruchtblätter und 4 Staubblätter vorhanden sind.
Die Staubblätter (Stamen) sind in 2-5 Kreisen dreizählig angeordnet. Die Staubbeutel (Thecae) sind ellipsoid oder fast kugelig. Sie öffnen sich durch seitliche Längsspalten.
Die Pollenkörner sind gelbe, kugelige oder rund-polyedrische Zellen mit einem Durchmesser von etwa 0,02 mm.
Die Fruchtblätter (Carpelle) sind oberständig und nicht miteinander verwachsen. Sie sind epeltat (nicht schildförmig). Da sie keine Querzone ausbilden sind sie im Querschnitt hufeisenförmig. Sie haben nur ein Fach. Darin sind am Grunde 2-4 oder entlang der Bauchnaht 4-8 Samenanlagen.

Bestäubung und Fruchtbildung

Die meisten Aponogeton-Arten sind zur Selbstbestäubung fähig. Die Pollen und die Narbe der einzelnen Blüten sidn nicht gleichzeitig reif. Es kann aber Pollen von einer Blüte in der Ähre auf eine aufnahmefähige Narbe der selben Ähre übertragen werden. Eine künstliche Bestäubung mit Hilfe eines Pinsels ist bei Pflanzen, die im Aquarium blühen möglich. Der Erfolg dieser Bestäubungsverscuhe hängt von der Luftfeuchtigkeit ab. Hanns-Jürgen Krause (1977) beobachtete an Aponogeton crispus (Syn. Aponogeton echinatus), dass eine erfolgreiche Bestäubung nur bei einer Luftfeuchtigkeit von 55 bis 80 % erfolgt. Unter der geschlossenen Aquarienabdeckung war es bei ihm zu feucht, oberhalb der Abdeckung im Raum zu trocken. Er erzielte die notwendige Luftfeuchtigkeit, in dem er die Abdeckung einen 5 cm weiten Spalt öffnete, die Ähre herauswachsen ließ und dann ein Glas drüber stülpte. Nachdem die Spatha die Blüten freigab, hat er dann täglich einmal mit einem weichem Pinsel alle Blüten rundherum von unten nach oben abgepinselt.
Bei Aponogeton distachyos ist ein lebhafter Blütenbesuch durch Bienen und Hummeln zu beobachten. Auch die anderen Arten werden von Insekten besucht. Zwischen den Carpellen sind Septalnektarien (Danert 1994) und einige Arten verströmen zur Zeit der Pollenreife einen angenehmen Geruch. Es gibt aber auch Arten, die nach Verwesung riechen (Aponogeton elongatus). Hier werden vermutlich eher Fliegen als Bestäuber angelockt. Nach der Bestäubung schwellen die Fruchtblätter an und es bilden sich an den Achsen der Ähren die grünen Früchte.

Aponoteon-Sämlinge

Sämlinge von Aponogeton distachyos in einer flachen Schale mit Wasser.

Die Fruchtstände sind so lang wie die abgeblüte Ähre. Das können bis zu 20 cm sein (z. B. Aponogeton capuronii und Aponogton rigidifolius). Der Blütenstand legt sich während des Verblühens Stück für Stück ins Wasser und die Früchte reifen dann an den unter Wasser flutenden Fruchtständen. Die Aponogetonaceae bilden Sammelbalgfrüchte. Diese sind grün unterscheiden sich bei den einzelnen Arten vor allem in der Größe. Auf der Spitze sind häufig die zurückgekrümmten Griffelreste zu sehen. Die einzelnen Früchte enthalten abhängig von der Zahl der Samenanlagen 2-12 oder auch nur einen Samen. Die Carpelle reißen auf, in dem sich die Fruchtblattwände an der Basis ablösen und in mehreren Zipfeln nach außen hoch rollen. Die Samen fallen dann heraus.
Die Samen sind unterschiedlich groß und geformt. Der Embryo besteht aus der Keimwurzel (Radicula), einem Keimblatt (Kotyledon) und der Sproßknospe (Plumula). Die Samen haben kein Nährgewebe. Die Nährstoffe werden im Keimblatt gespeichert. Zum Teil sind sie von einer schwammigen, luftgefüllten Hülle umgeben, die ihnen das Schwimmen ermöglicht. Sie treiben von der Mutterpflanze fort. Nach etwa einem Tag löst sich die äußere Hülle vom Embryo, der daraufhin auf den Grund sinkt. In ihrem Bau sind die Samen der einzelnen Arten unterschiedlich. Die Integumente (Samenhüllen) sind entweder völlig von einander getrennt oder sie hängen über ihre ganze Länge zusammen (Aponogeton natans). Das äußere, schwammige Integument fehlt bei einigen Arten ganz. Während der Entwicklung des Embryos wandeln sich die Integumente zu einer einfachen oder doppelten Samenschale (Testa) um.
Die Samen der meisten Arten sind nur wenige Tage lang keimfähig und dürfen nicht austrocknen.
Die Embryonen sind ebenfalls unterschiedlich gestaltet. Bei einigen Arten sind sie flach zusammengedrückt, bei anderen fast zylindrisch. Die Apikalknospe ist am Grund oder in der Mitte des Embryos. Bei A. appendiculatus ist der Embryo von mehreren linealischen und zum Teil gedrehten Anhängseln (Appendices) gekrönt.

Chromosomenzahl

Bei verschiedenen Aponogeton-Arten wurden die Chromosomen gezählt. Laut Engler (1969) ist die Grundzahl x = 8. In diploiden, somatischen Zellen liegen also 16 Chromosomen vor. Bei Aponogeton crispus und Aponogeton masoalaensis wurden jedoch 32 Chromosomen gezählt, bei Aponogeton eggersii 34-36 und bei Aponogeton junceus sogar 126. Diese Pflanzen weisen demnach den 2 bis 8-fachen Chromosomensatz auf. Die niedrigste Chromosomenzahl wurde bisher bei Aponogeton satarensis gefunden, der nur 26 Chromosomen hat. Diese Art ist tetraploid und es fehlen 2 Chromosomen.

Ökologie

Aponoteon desertorum

Naturstandort von Aponogeton desertorum in Südafrika. Zahlreiche gelbe Blütenstände erheben sich aus dem Wasser. Bei der Seerose handelt es sich um Nymphaea nouchali. Bild von Gerd Eggers (Archiv Müllenholz).

Alle Aponogeton-Arten sind echte Wasserpflanzen. Sie sind in ihrem Lebenszyklus daher streng an die wechselnden Bedingungen in ihren Heimatgewässern gebunden.
Während der Trockenzeiten fehlt es an den Standorten an Wasser. Die Pflanzen ziehen ihre Blätter ein. Das heißt sie resorbieren Nährstoffe aus dem Laub bevor dieses durch den Wassermangel eintrocknet und stoßen sie dann ab. Die Knollen und Rhizome bleiben im Substrat und treiben nach dem nächsten Regen wieder aus. Dabei werden dann zuerst submerse Blätter gebildet. Erst danach treibt die Knolle die ersten Wurzeln. Bei Arten, die Schwimmblätter bilden treten diese zusammen mit den Blüten auf. Teilweise sterben nach der Bildung der Schwimmblätter die submersen Blätter ab (z. B. Aponogeton distachyos). Während der Vegetationsperiode bilden die Pflanzen eine neue Knolle. Die aus dem Vorjahr wird bei manchen Arten vollständig aufgezehrt und stirbt ab. Bei der Kultur dieser Pflanzen stellt dieser Vorgang das größte Problem dar. Wenn die Pflanze nicht genügend Nährstoffe speichern kann, werden die Knollen von Jahr zu Jahr kleiner und treiben irgendwann nicht mehr aus. Eine Bodengrunddüngung für Aponogeton ist darum unbedingt zu empfehlen.
Die Samen der Wasserähren sind klein und nur wenige Tage keimfähig. Sie können keine Trockenzeit überdauern. Die Jungpflanzen müssen daher schon kurz nach dem Keimen in derselben Regenzeit eine neue Knolle bilden. Dieser Zeitraum kann sehr kurz sein. In einigen Fällen dauern die Trockenzeiten bis zu 9 Monate. Aponogeton abyssinicus soll innerhalb von sechs Wochen seinen Lebenszyklus durchlaufen können (van Bruggen 1986 b).
Dieser Zyklus wird zum einen von den äußeren Bedingungen und zum anderen durch ein genetisches Programm gesteuert. Anders lässt sich nicht erklären, dass die Pflanzen auch im Aquarium unter gleich bleibenden Bedingungen einziehen. Kasselmann (1988 a) berichtet, dass A. crispus auch eine Ruhepause einlegt, wenn der Wasserstand in der Natur zu hoch wird und durch Wassertrübungen nicht mehr genug Licht vorhanden ist.

Verbreitung

Das natürliche Vorkommen der Aponogetonaceae beschränkt sich aus Afrika, Asien und Australien. Aponogeton distachyos wurde von Südafrika jedoch nach Nordamerika (Kalifornien), Südamerika (Argentinien, Peru), West- und Südeuropa (England, Südfrankreich, Italien), Neuseeland und Südaustralien verschleppt (Pemberton 2000). Nach Europa wurde die Art 1780 von Massin eingeführt (Engler und Krause 1906).
Es wurde von vereinzelten Aponogeton-Funden in Indonesien berichtet. In nordöstlichen Irian Jaya (West-Neuguinea) soll es eine gelb blühende Art im Sentani-See geben. In Papua-Neuguinea gibt es zwei ebenfalls gelb blühende Arten (Aponogeton loriae und Aponogeton womersleyi). Aus dem Südwesten von Celebes gibt es sehr altes Herbarmaterial, das das Vorkommen eines Aponogetons belegt. Aus dem Süden von Borneo soll einmal Aponogeton undulatus nach Europa eingeführt worden sein (van Bruggen 1990).
Auffallend ist, dass bis auf die in Borneo gefundenen Aponogeton undulatus, alle indonesischen und australischen Arten gelb blühen. Das lässt vermuten, dass sie alle sehr nah miteinander verwandt sind. Vermutlich haben die Menschen, die diese Inseln vom Festland her besiedelten Aponogeton-Knollen als Vorrat mit sich geführt. Dann wäre A. lakhonensis aus Indien möglicherweise der Stammvater aller indonesischen und australischen Arten. Eigentlich lässt sich das Vorkommen von Aponogetonaceae in Australien und auf den indonesischen Inseln nur durch anthropogene Einflüsse erklären.
Die heutige globale Verteilung der Aponogetonaceae gibt Hinweise darauf, dass sich die Familie auf dem Urkontinent Gondwanaland, der aus den Landmassen von Südamerika, Afrika, Indien, Australien, Antarktika und Teilen von Südostasien bestand (Tarling 1985), entwickelt hat.
So lässt sich die nahe Verwandtschaft von Aponogeton satarensis aus Indien mit Aponogeton decaryi aus Madagaskar erklären, die van Bruggen (1990) vermutet. Wegen der heute so großen geographischen Entfernung scheint das auf den ersten Blick unwahrscheinlich. Die Landmassen von Indien und Madagaskar trennten sich jedoch erst vor etwa 100 Millionen Jahren. Zu dem Zeitpunkt waren die Aponogetonaceae bereits weit verbreitet.
Das Vorkommen von Aponogeton in Australien lässt sich dagegen nicht mit dem Kontinentaldrift erklären. Vor 150 Millionen Jahren waren Australien und Antarktika bereits von Afrika getrennt. Die Vorfahren der heutigen australischen Aponogeton-Arten müsste es zu dem Zeitpunkt also bereits gegeben haben. Das ist jedoch unwahrscheinlich, da die Entstehung der ersten Blütenpflanzen erst vor etwa 100-130 Millionen Jahren begann. Auch können die Pflanzen auf natürlichem Wege das Meer nicht überwunden haben. Da die Samen mit dem Wasser verbreitet werden, aber nur wenige Tage lang schwimmfähig bleiben ist es unmöglich, dass sie später nach Australien getrieben sind. Eine Verbreitung über das Gefieder von Wasservögeln kann ausgeschlossen werden, da Samen und Früchte nicht haften. Einen Transport im Vogeldarm überleben die empfindlichen Samen nicht. Vermutlich brachten also frühe Siedler aus Südostasien Wasserährenknollen als Vorrat mit nach Australien. Die Knollen von Aponogeton elongatus und Aponogeton queenslandicus werden zum Teil noch heute von den Aborigines als stärkehaltige Nahrungsquelle genutzt. Vermutlich gelangten auf diese Weise auch Arten nach Celebes, Borneo und Papua Neuguinea. Dafür spricht auch die Ähnlichkeit der Arten in diesen Gebieten, die alle gelb blühen. Laut De Wit (1990) vermutete van Bruggen, dass es sich bei Aponogeton loriae (Papua Neuguinea) und Aponogeton elongatus (Australien) um die gleiche Art handelt. Mittlerweile wurden von der ursprünglichen Aponogeton elongatus mehrere systematisch neue Arten abgespalten.
Aponogeton besiedeln heute Gewässer, die entweder stark schwankende Wasserstande aufwiesen oder sogar über längere Zeiträume austrockneten. Vermutlich wanderten Vorfahren von Aponogeton in die heutigen Verbreitungsgebiete ein, Während sich Gondwana nach Norden zum Äquator bewegte. Während sich die Pflanzen ausbreiteten bildeten sich Trockengebieten, die sich weiter ausdehnten während der Kontinent den Äquator überquerte. Die Wasserpflanzen wurden nach Süden gedrängt. Da die Südspitze von Südamerika bereits nach Westen driftete, gelangten die Pflanzen hier nicht mehr hin. Es ist unwahrscheinlich, dass es sich bei den 1909 in Südamerika gefundenen Fossilien von Blütenständen (Engler 1969, Van Bruggen 1991) um eine Überreste einer Aponogeton-Art handelt.

Fossile Funde

Aponogeton tertianus Zhilin wurde 1968 am Aralsee gefunden. Die Blattreste lagen in den Schichten des Oberoligozän und sind damit 24 bis 34 Millionen Jahre alt (Van Bruggen 1990). Ob es sich bei dem fossilen Material, dass am Aralsee gefunden wurde tatsächlich um Aponogeton-Reste handelt, kann Niemand mit Bestimmtheit sagen, da die Identifikation der Pflanzen anhand der Blattspreiten allein nicht möglich ist. Die Ähnlichkeiten mit anderen submersen Einkeimblättrigen sind zu groß. Von der Gattung Potamogeton unterscheiden sich die Funde dadurch, dass die Mittelnerven der Blätter aus vielen einzelnen Strängen zusammengesetzt sind. Es könnte sich bei den Fossilien aber auch um Mitglieder einer bereits ausgestorbenen Gattung handeln (van Bruggen 1990).
Die heutigen Aponogeton-Arten gehen auf einen gemeinsamen Genpool zurück. Vor etwa 100 Millionen Jahren teilte sich dieser Pool in drei Teile und es entwickelten sich die afrikanischen, madagassischen und die indisch-asiatischen Arten. Vom indischen oder asiatischen Festland aus nahmen Menschen vermutlich eine gelb blühende Art als Vorrat mit, als sie begannen die Inseln Indonesiens und Australien zu besiedeln.
Die Familie der Aponogetonaceae hat sich in den letzten 100 Millionen Jahren nicht verändert. Wenn man davon absieht, dass die afrikanischen und madagassischen Arten mehrere Ähren pro Blütenstand bilden und die indisch-asiatischen meist nur eine, dann gibt es keine nennenswerten Unterschiede zwischen den Arten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich die einzelnen Arten miteinander leicht kreuzen. Hybridbildungen wurden von Aponogeton crispus, A. natans, A. elongatus, A. ulvaceus, A. undulatus, A. decaryi, A. satarensis, A. madagascariensis, A. boivinianus, A. appendiculatus und A. rigidifolius beschrieben (van Bruggen 1990, Kasselmann 1992, Les & Philbrick 1993, Yadav 1995, Gaikwad et al. 1998). Die Hybriden sind im Allgemeinen steril.
van Bruggen (1990) bezweifelt die Bildung natürlicher Hybriden, da nur selten zwei Arten an einem Fundort zusammen auftreten. Möglicherweise sind aber endemisch auftretende Arten durch Kreuzungen aus zwei oder mehreren anderen hervorgegangen. Die Elternarten wurden dann durch die besser angepassten Hybriden verdrängt. Beispielsweise sollen sich bei Aponogeton bruggenii in der Natur keine Früchte bilden, obwohl die Pflanzen reichlich blühen. Die Vermehrung erfolgt vegetativ durch die Bildung von Tochterknollen. Künstliche Selbst- und Kreuzbestäubung führte nur zu einem sehr geringen Samenansatz. Es wird vermutet, dass die Art nahe mit Aponogeton crispus verwandt ist (Yadav 1995 a). Möglicherweise handelt es sich um eine natürliche Hybride.
Die meisten Arten haben sich durch Isolation gebildet. Da die Pflanzen von Insekten bestäubt werden, können bereits wenige hundert Meter Regenwald eine fast unüberwindliche Barriere darstellen. Darin liegt auch der Artenreichtum auf Madagaskar begründet. Ein genetischer Austausch von einem Flusslauf zum anderen findet nicht statt. Auf dem afrikanischen Festland sind die meisten Arten dagegen recht weit verbreitet.

Nutzung durch den Menschen

junger Fruchtstand von Aponogeton distachyos

Die jungen Fruchstände von Aponogeton distachyos werden in Südafrika in diesem Stadium geerntet, nachdem die Blüten bestäubt, aber die Blütenstände noch nicht gesunken sind. Die Blüten werden zu Eintöpfen und anderen traditionellen Gerichten verarbeitet.

Die Knollen verschiedener Arten werden gekocht oder roh gegessen. Sie sind Stärkelieferanten und sind teilweise sehr wichtig für die Ernährung der Bevölkerung. Auf Madagaskar werden die Knollen von Aponogeton boivinianus gegessen. Sie sollen wie Esskastanien schmecken. In Australien verzehren die Aborigines die gerösteten Knollen von A. queenslandicus und A. elongatus (de Wit 1990, van Bruggen 1990). A. subconjugatus wird im Senegal als Nahrungsmittel genutzt (de Wit 1990). Auch die Knollen von A. junceus werden in einigen Regionen Afrikas gegessen (Pemberton 2000). Auf Sri Lanka werden die Blüten und Blütenstängel von A. jacobsenii und anderen Arten als Gemüse verwendet (De Wit 1990). Von A. natans werden die Knollen gegessen (Krause und Engler 1906, Van Bruggen 1990).
A. distachyos wird in Südafrika sogar gezielt angebaut und Blütenstände und Früchte als Gemüse zubereitet. Die Pflanze wird als kulturelles Erbe gepflegt und gilt als Ausdruck südafrikanischen Nationalgefühls. Die Blütenstände werden sogar in Konserven exportiert. Aponogeton angustifolius wird in ähnlicher Weise verwendet, jedoch nicht so häufig.
Ursprünglich wurden die Pflanzen von den Buschmännern genutzt. Die europäischen Siedler haben das Wissen möglicherweise von ihnen übernommen. Carl Thunberg beschreibt 1770 die gerösteten Knollen als Delikatesse. Der Geschmack der creme-weißen, festen Knollen soll nussig und etwas süß sein. Heute wird die Knolle nicht mehr genutzt. Sie sind von einer haarigen Haut überzogen, die sich auch von der gekochten Knolle nur schwer entfernen lässt. über die Verwendung der Blüten gibt es sogar ein afrikanisches Kochbuch mit Rezepten für Eintöpfe, Salate, Souffles, Kuchen und auf Toast.
Um große feste Blüten zu erhalten, wird Aponogeton distachyos gezielt in etwa 50 mal 50 Meter großen, 1-1,5 Meter tiefen Teichen angebaut, die durch Erdwälle gebildet werden. Im Januar und Februar werden sie in regelmäßigen Reihen in den Boden gesetzt. Dann wird der Teich voll Wasser gepumpt oder von Regenwasser auf natürlichem Wege aufgefüllt. Im April treten die ersten Blüten auf. Im Afrikanischen Winter von Mai bis Juli ist der Ertrag gering. Von August bis Oktober ist Haupterntezeit. Ab November trocknen die Felder langsam aus und die Knollen werden entfernt, da sonst durch die starke Vermehrung in der nächsten Saison die Bestände zu dicht und die Blütenstände zu klein würden. Größere Blütenstände bringen höhere Preise und es ist leichter schnell große Mengen zu ernten. Die Blütenstände der kultivierten Pflanzen sind etwa doppelt so lang wie die von wilden. Es werden auch deutlich mehr gebildet. Die Blüten werden nach der Bestäubung aber vor dem Absinken der Fruchtstände geerntet. Die Felder werden gedüngt. Algen, andere Wasserpflanzen, Schadinsekten, ägyptische Gänse und Enten stellen ein großes Problem dar. Aponogeton distachyos reagiert empfindlich auf Insektizide und Herbizide. Im Geschmack sollen die kultivierten Blütenstände etwas weniger intensiv sein als die wild gewachsenen.
Die größten Anbauer haben mehr als 15 ha Teichfläche und jährlich werden 5-10 Tonnen essbare Blütenstände pro Hektar und Jahr geerntet. Die Kultur ergänzt gut Weinbau oder Weizenkulturen, da die Hauptarbeitszeit in den Winter fällt. Dann benötigen andere Kulturen nur wenig Pflege. Diese gezielte Kultur wird erst seit den siebziger Jahren des 20sten Jahrhunderts betrieben. Sie begann nicht zur Deckung von primären Lebensbedürfnissen, sondern als Ausdruck des afrikanischen Lebensgefühls Während der Apartheidbewegung (Pemberton 2000). Die Pflanzen gilt als wertvolle einheimische Nahrungsquelle für die Südafrikaner (Van Wyk 2011).




Abyssinische Wasserähre - Aponogeton abyssinicus Hochstetter ex A. Richard 1851

Erstbeschreibung Aponogeton abyssinicus

Aponogeton abyssinicus
Aponogeton abyssinicus

Aponogeton abyssinicus Bilder von Gerd Eggers (Archiv Müllenholz)

Synonyme:
Aponogeton abyssinicus var. albiflorus Lye
Aponogeton abyssinicus var. cordatus Lye
Aponogeton abyssinicus var. glandulifera Lye
Aponogeton abyssinicus var. graminifolius Lye
Aponogeton boehmii Engler
Aponogeton braunii K. Krause
Aponogeton hildebrandtii Eichler
Aponogeton leptostachyus var. abyssinicus (Hochst. ex A.Rich.) Engler & K. Krause
Aponogeton leptostachyus var. minor Baker
Aponogeton oblongus Peter
Ouvirandra hildebrandtii Eichler

Herkunft:
Äthiopien, Kenia, Malawi, Ruanda, Somalia, Tansania, Uganda und Südostzaire

Aussehen:
Die Jugendblätter sind submers. Die Folgeblätter sind 16 cm und 5 cm breit. Die Spatha ist 16 mm lang und fällt nach dem Aufreißen ab. Der Blütenstand ist zweiährig und geruchslos. Die Blüten sind allseitswendig. Sie haben je zwei weiße bis violette Tepalen, die 1,5 - 4 mm lang und 0,5 - 2,5 mm breit sind. Es gibt apomiktische Blütenstände, die nur weibliche Blüten enthalten. Die zwittrigen Blüten haben sechs Staubblätter und drei Fruchtblätter. In apomiktischen Blüten sind keine Staubblätter aber bis zu sieben Fruchtblätter. Die Fruchtblätter enthalten 4 bis 10 Samenanlagen. Die Frucht ist 7 mm lang und 2,75 mm breit. An einem Ende ist ein langer Dorn. Die Samen sind 2 mm lang und 0,75 mm im Durchmesser. Samenschale doppelt.

Sonstiges:
Diese Art wächst in temporären Tümpeln und in Überschwemmungsgebieten auf Wiesen. Sie kommt auch auf salzhaltigen Böden vor. Aponogeton abyssinicus kann bis in eine Höhe von 2700 Metern über dem Meeresspiegel gefunden werden. Vom Austrieb bis zur Fruchbildung sollen nur 6 Wochen vergehen.
Die apomikten Pflanzen bilden auch ohne Bestäubung Samen. Die zwittrigen Pflanzen sind selbststeril und müssen mit zeitgleich blühenden Artgenossen kreuzbestäubt werden. Die Samen sind sehr klein und schwierig zu ziehen. Im Aquarium halten die Pflanzen nur bis zur Blüte und Fruchtbildung. Danach beginnen sie eine Ruhezeit, die sie im Aquarium nicht überdauern. Bisher gibt es keine Berichte über eine erfolgreiche Haltung im Aquarium.
In ihren Herkunftsgebieten wird die Pflanze als Karungu (Ruanda), Mutwet (Kipsigis), Mbana (Kinyaruanda) oder Embeneyui-Engare (Masai) bezeichnet.

Die Art wurde 1851 von Richard auf Vorschlag von Hochstetter benannt. 1894 wurden von G. Schweinfurth in Eritrea auf dem Plateau von Kohaito (Qohaito) Pflanzen dieser Art auf einer Höhe von 2600 mm NN gefunden. Die Pflanzen blühten und fruchteten Anfang Mai. Die Blüten waren hell-lila.




Aponogeton afroviolaceus Lye 1976

Synonyme:
Aponogeton afroviolaceus var. angustifolius Lye
Aponogeton violaceus Lye

Herkunft:
Kenia (Zentral Kenia, Thika District, Fort Hall), Tansania (Mbeya district, Usangu plain near Utengule (Utencile) und Iringa District, 11 km südöstlich von Iringa an der Dabaga Road), Malawi, südöstlicher Kongo, Sambia, Simbabwe, Botswana

Aussehen:
Die Jugendblätter sind submers und haben 4 cm lange und 0,5 cm breite Spreiten. Die Schwimmblätter sind 4-5 cm lang und 1,5 - 2 cm breit. Der Blütenstandstiel ist nicht zur Ähre hin verdickt. Die Spatha wird bis 7 mm lang und fällt ab. Die Ähre ist einachsig, bis 3 cm lang. Die zwei Tepalen pro Blüte sind violett und 2 - 3,25 x 1 - 1,25 mm groß. Es gibt apomiktische Blütenstände, die nur weibliche Blüten enthalten. Die zwittrigen Blüten haben sechs Staubblätter und drei Fruchtblätter. In apomiktischen Blüten sind keine Staubblätter aber bis zu acht Fruchtblätter. Sie enthält 5 bis 9 Samenanlagen. Die Frucht ist 7 mm lang und 3,5 mm breit. An einem Ende ist ein sehr langer Dorn. Die Samen sind 2 mm lang und 1 mm im Durchmesser. Die Samenschale ist doppelt.

Sonstiges:
Die Pflanzen wachsen in Höhenlagen zwischen 1000 und 1800 Metern über dem Meeresspiegel in temporären Tümpeln und Bächen. Sie kommen sowohl auf Sand- und Tonböden, wie auch in Sümpfen vor. An sonnigen Stellen sind sie teilweise häufig. Die Blüten erscheinen zwischen November und Juli.
Van Bruggen (1990) erhielt einmal Knollen, die bei ihm in Kultur die Ruhezeit nicht überstanden. Auch die Anzucht von Samen aus apomiktischen Früchten gelang ihm nicht.




Erstbeschreibung Aponogeton angustifolius

Beschreibung von Aponogeton distachyos und Erstbeschreibung von Aponogeton angustifolius in Aiton 1789

Schmalblättrige Wasserähre - Aponogeton angustifolius Aiton 1789

Synonyme:
Aponogeton crinifolius Lehm. ex Schltdl.

Herkunft:

Südafrika - Kap der Guten Hoffnung

Aussehen:
Die Pflanzen erinnern an Miniaturausgaben von Aponogeton distachyos. Die Schwimmblätter sind bis 8,5 cm (selten bis 11 cm) lang und 1,2 cm breit. Der Blütenstandstiel verdickt sich unter den Ähren nicht. Die Spatha ist bis 1,2 cm lang und fällt ab. Der Blütenstand hat zwei Ähren, die etwa 2 cm lang sind. Die weißen, geruchlosen Blüten stehen nur auf der Innenseite der Ährenschenkel. Es sind vier bis acht pro Ähre. Die Blüten haben je zwei Tepalen. Diese Blütenblätter sind weiß und an der Basis rosa überlaufen. Sie sind 5 - 7,5 mm lang (selten bis 10 mm) und 2,5 - 2,75 mm breit. Es sind deutlich 5 bis 7 Längsnerven sichtbar. jede Blüte hat 6 Staubblätter und 3 Fruchtblätter mit je zwei Samenanlagen. Der Fruchtstand ist bis 4 cm lang. Die einzelnen geschnäbelten Früchte sind bis 12 mm lang und 3,5 mm im Durchmesser. Die Samen sind 11 mm lang und 3 mm breit. Die Samenschale ist einfach.

Sonstiges:
Die Pflanzen wachsen in trüben, seichten Tümpeln, an Teichrändern und in langsam fließenden Flüssen bis 300 m über dem Meeresspiegel in der Region um das Kap der Guten Hoffnung. Die Blütezeit ist von Mai bis September.
Die Art gilt als gefährdet. Es waren ursprünglich acht Fundorte bekannt. Drei davon sollen inzwischen erloschen sein. Die Standorte sind von einander getrennt, so dass es nicht zu einem genetischen Austisch zwischend en Populationen kommen kann. Das gesamte Verbreitungsbiet ist kleiner als 20.000 Quadratkilometer.
Die Art ist im botanischen Garten in Kew kultiviert worden. Erfahrungsberichte zur Kultur gibt es nicht.




Indische Küsten-Wasserähre - Aponogeton appendiculatus H.W.E. Van Bruggen 1968

Bild aus der Erstbeschreibung von Aponogeton appendiculatus

Abbildungen aus der Erstbeschreibung von Aponogeton appendiculatus (van Bruggen 1968b)

Synonyme:
keine

Herkunft:
Indien: Kerala (Vembanad Lake, Kottayam), Tamil Nadu

Aussehen:
Die Knolle hat einen Durchmesser von etwa 1 cm. Die Blätter sind alle submers, Schwimmblätter werden nicht gebildet. Die Blattspreiten sind 25-40 cm lang und bis 3 cm breit. Sie sind durchscheinend und am Rand gewellt bis gekräuselt, wie die von Aponogeton crispus. neben der Mittelrippe gibt es rechts und links je 2 - 4 feinere Längsadern. Die Blattstiele sind zwischen 13 und 25 cm lang.
Der bis zu 100 cm lange Blütenstandsstiel verdickt sich unter dem Blütenstand. Die abfallende Spatha ist 5 - 6 cm lang (laut van Bruggen 1968b, in van Bruggen 1990 steht "1,5 - 6 cm"). Der Blütenstand besteht aus einer Ähre mit kleinen, allseitswendigen Blüten. Die Ähre wird bis zu 15 cm lang. Die Blüten haben zwei weiße, 0,75 - 2 mm lange und 0,75 - 2 mm breite Tepalen. Jede Blüte hat 4 - 6 Staubblätter und 2 - 4 Fruchtblätter. In jedem Fruchtblatt sind ein bis zwei Samenanlagen. Die Früchte sind 1,25 cm lang und 5 - 7,5 mm dick. Sie haben einen endständigen Dorn. Der Same ist 1 x 0,5 cm groß und hat eine einfache Samenhülle. Der eiförmige Embryo hat eine warzige Oberfläche. Am breiteren Ende trägt er einen Kranz aus länglichen, zum Teil gedrehten Anhängseln (Appendices). Darauf bezieht sich der Artname (appendiculatus = "mit Anhängseln").
Chromosomenzahl 2 n = 30 (Gaikwad et al. 2014)

Sonstiges:
Das Verbreitungsgebiet ist unklar. In Westindien werden die Pflanzen wegen ihrer stärkehaltigen Knollen im Vambanad Lake (Kerala) geerntet. Es ist auch eien Aufsammlung aus Kottayam (südwestliches Kerala) bekannt. In Tamil Nadu soll es ebenfalls Vorkommen geben. Genaue Standortangaben fehlen und das Verbreitungsgebiet und die Häufigkeit der Art sind nicht bekannt (IUCN Red List).
Die Typus-Pflanzen stammen aus dem Vembanad Lake. Sie wachsen dort in Wasser, das zumindest zeitweilig stark brackig sein kann. Im November 1969 sammelte C.D.K. Cook Pflanzen in Wassertiefen von 1,5 bis 3 Metern. Der See hatte zu dem Zeitpunkt Niedrigwasser. Bei Hochwasser (April - September) war der Wasserstand etwa 1 m höher. Regenwasser aus den Bergen liefert dann Süßwasser. Während in der Trockenzeit der Salzgehalt durch Verdunstung ansteigt. Der See ist der größte von 29 größeren Seen, unzähligen Lagunen und 44 Flüssen die die sogenannten Backwaters in der Region Kerala bilden. Er ist 83 km lang und hat bei Cochin einen direkten Zugang zum Arabischen Meer.

Im Herbarium von Kew liegen ein Holo- und ein Iso-Typ, die ursprünglich als Aponogeton crispus bestimmt worden waren. Sie stammen aus Aufsammlungen vom November 1893 in Madras (heute Chennail) in Tamil Nadu. Sie wurden später von van Bruggen Aponogeton appendiculatus zugeordnet.
2014 zählten Gaikwad et al. die Chromosomenzahlen von Aponogeton appendiculatus aus North Paravoor (Kerala) und Aponogeton crispus aus Bangalore (Karnataka). Aponogeton appendiculatus hat 30 Chromosomen und Aponogeton crispus 32.

Abbildungen von Aponogeton azureus aus der Erstbeschreibung

Abbildungen aus der Erstbeschreibung von Aponogeton azureus



Bild aus Jumelle 1936

Abbildungen aus Flore de Madagascar von Jumelle (1936). Dargestellt ist zweimal Aponogeton bernierianus. Einmal unter dem richtigen Namen und einmal unter den Synonym Aponogeton quadrangularis.



Azur-Wasserähre - Aponogeton azureus H.W.E. van Bruggen 1975

Herkunft:
Nord-Namibia. Es ist nur der Fundort der Typus bekannt. Nur eine Aufsammlung 1973 (IUCN Red List).

Aussehen:
Die Knolle ist bis 1,5 cm im Durchmesser. Die Jugendblätter wachsen submers, sind linealisch bis spatelförmig und haben eine Spreitengröße von 7 x 1 cm. Die Schwimmblätter sind schmal elliptisch bis oval und bis 9 cm lang und 2,75 cm breit. Die Spatha wird bis 12 mm lang und fällt ab. Der Blütenstand hat zwei bis 3,5 cm lange Ähren. Die Blüten sind einseitswendig. Auffallend sind die zwei leuchtend hell blauen Tepalen an jeder Blüte. Sie sind bis zu 3 mm lang und bis 1,5 mm breit. Die Blüten haben 6 Staubblätte rund 3 bis 5 Fruchtblätter mit bis zu acht Samenanlagen. Die Frucht ist bis 6 mm lang und 3 mm dick und hat einen langen endständigen Dorn. Der Same ist bis 3 mm lang und 0,75 mm dick. Die Samenschale ist doppelt. Es wurden im März blühende Pflanzen gesammelt.

Sonstiges:
Die Pflanzen wurden 1974 von Merxmüller und Giess (Sammelnummer 30642) am Ufer eines Tümpels gesammelt. Der befand sich zu dem Zeitpunkt 16 km westlich von der Abzweigung der Straße nach Ohopoho vom Weg nach Ruacana. Es ist zu bezweifeln, dass es den Tümpel und die Pflanzen mehr als 30 Jahre nach ihrer Entdeckung heute noch gibt. Sie wurde nach ihrer Erstentdeckung nie wieder gefunden.




Berniers Wasserähre - Aponogeton bernierianus (Decaisne) Hooker fil. 1883

Bild aus der Erstbeschreibung von Ouvirandra bernierniana

Abbildung aus der Erstbeschreibung von Aponogeton bernierianus (Ouvirandra berneriana Decaisne 1838). Die genoppten Blätter, die im Herbarbeleg des Holotyps gut zu sehen sind, sind in der Zeichnung nicht dargestellt und werden auch in der Erstbeschreibung nicht erwähnt.

Synonyme:
Ouvirandra bernieriana Decaisne 1838
Aponogeton quadrangularis Baker 1881 (J. Linn. Soc., Bot. 18: 279)

Herkunft:
Ostmadagaskar (von der Insel Sainte Marie bis zum Fluß Matitanana)

Aussehen:
Die Knolle ist kugel- bis eiförmig. Sie ereicht einen Durchmesser von etwa 3 cm. Alle Blätter sind submers. Sie sind 11 bis 50 (selten bis 120) cm lang und 1,5 - 5 (selten 10) cm breit. Die Spreiten sind stark genoppt. Der Blütenstandstiel ist steif und wird zum Blütenstand allmählig dünner. Die Spatha ist etwa 15 mm lang und fällt ab. Der Blütenstand ist drei- bis fünfzehnährig. Die einzelnen Ähren sind bis zu 8 cm lang. Die Blüten sind allseitswendig mit 2 (3), weißen Tepalen. Die Tepalen sind 1,5 mm lang und 1,5 - 2 mm breit. Sechs Staubblätter und drei bis vier Fruchtblätter mit je zwei Samenanlagen. Die Frucht ist etwa 10 mm lang und 7 mm breit. Sie hat einen kurzen endständigen Dorn. Die Samen sind ungefähr 7 mm lang und 4 mm im Durchmesser. Die Samenschale ist einfach.
Die Pflanzen sind selbstfruchtbar.

Ökologie:
Wasserwerte vom Naturstandort: 16 bis 21 °C, GH < 1 - 1,5 dH, pH-Wert 5,8 bis 7,8, Leitwert 4 - 51 µS/cm. Die Pflamzen wachsen in langsam und schnell fließenden Bächen und Flüssen, sowie in Sümpfen. Sie kommen bis in eine Höhe von 1200 über dem Meerespiegel vor.
Im Botanischen Garten in München soll eine Pflanze über 10 Jahre lang in Kultur gewesen sein. Ihre Blätter waren weniger stark genoppt, als die von Pflanzen in der Natur.

Sonstiges:
Ursprünglich wurde die Art vom französischen Botaniker Joseph Decaisne als Ouvirandra berneriana beschrieben und war nach Ouvirandra fenestralis (Synonym von Aponogeton madagscariensis) die zweite Art in dieser Gattung. Die Quelle der Erstbeschreibung wird überall als J. P. B. Delessert, Icones selectae plantarum Vol. 1, S. 62 von 1821 angegeben. Tatsächlich steht sie aber in der Icones selectae plantarum Vol. 3 von 1838 (pdf der Erstbeschreibung). Diese Literaturangabe ("in Delest. Icon. vol. 3. 1 - 100") ist auf dem Herbar des Holotyps auch vermerkt. Die Diagnose der Erstbeschreibung lautet übersetzt wie folgt:"Die länglichen Blätter sind ganz (gefüllt), die Längsnerven sind kaum sichtbar, Ähren grazil und lockerblütig, Blüten rosa." Die Pflanzen sind nach einem Herbarbeleg im Naturkundemuseum in Paris beschrieben, der von Bernier gesammelt wurde. Die Knolle hat einen Durchmesser von 2,5 cm und mehr. Die Blattspreiten sind 20 - 30 cm lang und 3 bis 4 cm breit mit stumpfer Spitze. Die Basis ist abgerundet bis schwach herzförmig. Am Ende des Abschnitts wird eine dritte (unbeschriebene) Art der Gattung erwähnt, die aus Senegambia stammt.
Hooker (1858) lieferte eine Beschreibung einer Pflanze, die er für Aponogeton bernierianus (unter dem Syn. Ouvirandra bernieriana) gehalten hat. Die Pflanzen wuchsen am Naturstandort zusammen mit Aponogeton madagascariensis. Sie hatten 3 bis 5 Ähren und ihre Blätter waren schmaler und weniger stark gegittert, als die von Aponogeton madagascariensis. Die Abbildung zeigt deutlich, dass es sich bei diesen Pflanzen um eine schmalblättrige Form von Aponogeton madagascariensis gehandelt hat. Sein Sohn (Hooker fil.) überführte 1883 die Ouvirandras in die Gattung Aponogeton.




Bogners Wasserähre - Aponogeton bogneri H.W.E. Van Bruggen 1973

Herkunft:
Zaire (Katanga, Kafubu-River, nahe dem Keyberg in der Provinz Shaba), möglicherweise auch Sambia

Aussehen:
Die Knolle ist eiförmig und etwa 2 cm im Durchmesser. Die Blätter sind alle submers. Die glatten Blattspreiten sind 24 - 45 cm lang und 2,5 - 6,5 cm breit. Basis und Spitze sind beide schmal keilförmig. Es gibt 9 oder 11 Längsnerven. Die Blattstiele sind zwschen 10 und 50 cm lang.
Die Spatha bleibt am Blütenstandstiel hängen. Sie wird etwa 2,5 cm lang. Der Blütenstandstiel (Pedunkel) ist ca. 65 cm lang. Der Blütenstand besteht laut Erstbeschreibung (van Bruggen 1973) aus einer dirchtblütigen Ähre. In der Monographie von 1985 und in dem Aqua Planta Sonderheft von 1990 wird erwähnt, dass es am selben Standort Pflanzen mit einer und mit zwei Ähren gegeben haben soll. Von Bruggen spricht daher in den späteren Veröffentlichungen von ein oder zwei Ähren. Es wäre ungewöhnlich und einmalig bei Aponogeton, wenn das zutreffen würde.
Die Blüten sind allseitswendig. Sie haben je zwei gelbe Tepalen, mit einer Größe von 2-2,75 x 0,5 - 1 mm. Jede Blüte hat 6 Staubblätter und 4 bis 6 Fruchtblätter. Es werden bis zu 6 Samenanlagen angelegt. Der Fruchstand ist bis 11 cm lang. Die Früchte sind 6-8 mm lang und 3-5 mm breit. Sie haben einen endständigen Dorn. Die Samen sind 2,5 - 3,25 mm lang und 1-1,25 mm dick. Die Samenschale ist doppelt.

Sonstiges:
Lebend wurde die Pflanze bisher nicht eingeführt. Darum gibt es auch keine Hinweise zur Kultur.
Die Pflanzen wachsen am Typus-Standort in schnell fließendem, tiefen Wasser an einem sonnigen Platz. Die Blüten wurden sowohl im Juni, September als auch im Dezember gesehen (drei verschiedene Reisen).




Genoppte Wasserähre - Aponogeton boivinianus Baillon ex Jumelle 1922

Aponogeton boivininanus

Mehrere Aponogeton boivinianus in einem Aquarium

Aponogeton boivinianus Blatt

Typische bullose Blattspreite von Aponogeton boivinianus
Aponogeton boivinianus Knollen mit Blätter

Wieder austreibende Knollen.

Aponogeton boivinianus Knollen mit Wurzeln

Die Knollen sind abgeflacht und kahl. Die Wurzeln sind unverzweigt.

Synonyme:
keine

Herkunft:
Nordwest-Madagaskar: Departement Diégo-Suarez und Nosy Bé, Insel Myotte

Aussehen:
Die hellbraune Knolle ist rund und abgeflacht, fast scheibenförmig. Sie weist keine Behaarung auf und ist glatt. Sie erreicht einen Durchmesser von etwa 3 cm. Die Blätter sind dunkelgrün, transparent und stark genoppt. Die Spreiten sind zwischen 6-60 cm lang und 1,5 bis 8 cm breit. Der Blütenstandstiel kann bis 70 cm lang werden. Die Spatha wird bis 4,5 cm lang und fällt ab. Der Blütenstand ist 2- bis 3-ährig. Die Ähren werden bis 20 cm lang. Jede Blüte hat 2 weiße oder rosafarbene Tepalen. Chromosomenzahl 2n = 40.

Temperatur: 22-25 °C

pH-Wert: 5,0-7,0

Härte: 2-15 °KH

Licht: mittel bis viel

Ökologie:
Die Pflanzen wachsen in Höhenlagen zwischen 50 und 500 m. Sie kommen in langsam und schnell fließenden Bächen und Flüssen vor. Sie sind auch in Stromschnellen zu finden. Die Standorte sind sonnig oder beschattet. Die Gewässer haben in den Trockenzeiten deutlich weniger Wasser und einen geringen Wasserstand, trocknen aber nur in extrem trockenen Jahren ganz aus (Kasselmann 2010, S. 46).
Es wurden mehrfach Wasserwerte an den Naturstandorten gemessen. Dabei wurden Temperaturen zwischen 21 und 27 °C, pH-Werte von 6 - 7,5, Gesamthärten von 3,0 - 13,5 und Leitwerte von 11 - 136 µS/cm festgestellt (van Bruggen 1990).
Die folgende Tabelle zeigt einige Wasserwerte am Naturstandort von Aponogeton boivinianus (nach Kasselmann 2010)

Standort Rivière de Caimans, April 2000 Fluss Antsahalatrina, April 2000 Fluss Antsahalatrina, Dezember 2006 Fluss Sakaramy, April 2000 Fluss Sakaramy, Dezember 2006
Wassertemp. °C 32 31 33 24 26,8
Leitf. [µS/cm] 507 136 146 307 267
pH-Wert 8,7 7,8 7,8 7,9 7,9
°dGH 9,7 2,7 2,6 6,7 5
°KH 11,9 3,4 4 8,1 7
K [mg/l] 0,5 3,2 2,9 1,7 2,1
Na [mg/l] 44 8,6 10 18,4 19
Fe [mg/l] 0,04 weniger 0,01 weniger 0,01 0,04 0,07

Sonstiges:

Die Art eignet sich gut für das Aquarium. In der Wachstumsphase werden wöchentlich 1-2 Blätter gebildet. Es ist ein nährstoffreiches, aber nicht anaerobe Substrate günstig.
Die gekochten Knollen schmecken wie Esskastanien.

diploider Chromosomensatz 2n = 40 (VAN BRUGGEN 1985)


Van Bruggens Wasserähre

Aponogeton bruggenii YADOW & GOVKAR 1995

Herkunft:

Indien - westliche Küstenregion Konkan (endemisch)

Aussehen:

Die Pflanze ist 10-30 cm hoch. Die Knolle ist 0,6 bis 3 cm lang und 1-2 cm dick. Die Pflanzen bilden nur Schwimmblätter. Die 3-4 mm dicken Blattstiel sind dreieckig und zwischen 5 und 25 cm lang. Die Blattspreite ist dick, dunkelgrün und brüchig. Die Oberseite ist glänzend. Die Blätter weisen auf beiden Seiten Spaltöffnungen auf. Die Spreite ist 2-7,5 cm lang und 1,8 - 3,3, cm breit, länglich-eiförmig mit herzförmiger, gestutzter oder gerundeter Basis. Die Spitze ist abgerundet oder spitz. Auf beiden Seiten der Mittelrippe verlaufen 3 oder vier weitere Blattnerven.
Der Blütenstand ist einährig und steht auf einem 20-30 cm langem dünnen Stiel. Die abfallende Spatha ist etwa 1,5 cm lang und 0,6 cm breit.
Die ähre selbst ist 6-7 cm lang und allseitswendig dicht mit zwittrigen rosafarbenen Blüten besetzt. Jede Einzelblüte hat zwei einnervige Tepalen, die auch im Fruchtstadium erhalten bleiben. Sie sind verkehrt eiförmig und Während der Blüte 1,5 mm lang und breit, im Fruchtstadium etwa 2 mm lang und 1,5 mm breit.
Jede Blüte hat 6 Staubblätter. Die Stamen sind 2-2,2 mm lang. Die Antheren sind violett.
Die Pollenkörner sind ellipsoid und 28-36 x 12-16 µm groß. Sie weisen eine Furche auf (monosulcat), die sich über die gesamte Länge erstreckt. Gewöhnlich ist sie an den Rändern verdickt und geschlossen. Die Exine ist etwa 2 µm dick und dicker als die Nexine, zweischichtig. Das Tectum hat kleine Löcher, die gewöhnlich von 5-6 kleinen Stacheln umgeben sind.
Jede Blüte hat drei Fruchtblätter. Sie sind 1 mm lang und etwa 0,5 mm breit. Während der Blüte sind sie blau. In jedem Fruchtblatt befinden sich zwei Samenanlagen mit grundständigen Integumenten. Der Griffel ist kurz.
Die Frucht ist 5-7 mm lang und 2-3 mm dick. Die Oberfläche ist glatt. Die Enden sind geschnäbelt. Die Samen haben eine einfache Schale. Der Embryo ist zylindrisch mit einer basalen nicht eingesenkten Keimknospe, 5-6,5 mm lang und 1,5-1,8 mm dick.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.

Temperatur: 22 - 26°C

pH-Wert: um 6,5

Härte: 4 - 12 ° KH

Licht: mittel

Sonstiges:

Dieser Aponogeton wurde früher beschrieben als der australische Aponogeton vanbruggenii. Beide wurden zu Ehren von Harry van Bruggen benannt.
Die Art wächst in Reisfeldern am Tacarli-Fluß bei Nerurpar-Dhamapur (16°-0´41´´ nördliche Breite, 73°-37`30`` östlicher Länge). Der Typusstandort ist bisher der einzige Fundort der Art. Der Standort liegt etwa 15-20 m über dem Meeresspiegel. Die jährlichen Niederschläge von 200-225 mm fallen vor allem von Juni-September (Sommer-Regenzeit).
Die Pflanzen überdauern mit eingezogenen Blättern im Boden. Im Juni zum Beginn der Regenzeit treibt sie aus der Knolle wieder aus. Im Oktober trocknen die Reisfelder aus und die Pflanzen ziehen ihre Blätter ein. Von Juli bis September kommt es zur Blüte. Die einzelnen Blütenstände halten 10-15 Tage. Während einer zweijährigen Beobachtungszeit am Naturstandort und im Aquarium konnte kein Fruchtansatz beobachtet werden. Durch Selbst- und Kreuzbefruchtung konnten nur jeweils 1-5 Früchte pro Blütenstand erreicht werden. Insgesamt betrug die Zahl der geernteten Samen nicht mehr als 15.
Die Vermehrung erfolgt vegetativ durch die Bildung von Tochterknollen. Aus jeder Knolle gehen mehrere Sprosse hervor, die selbst neue Knollen bilden. Dadurch bildet sich ein Horst aus 2-10 Knollen. Durch die Bearbeitung der Reisfelder werden die Knollen getrennt und im Feld verbreitet.
Die Art wird seit der ersten Aufsammlung 1992 im Botanischen Garten der Shivaji-Universität in Kolhapur (Maharashtra) kultiviert. Sie wächst sowohl in indischer Gartenerde, als auch in sandigem Substrat gut. Ohne eine Trockenzeit, bei ständiger emerser Kultur, zieht die Pflanze die Blätter nicht ein. Gutes Wachstum ist aber nur Während der Regenzeit zu beobachten. Die Pflanze blühen in Kultur gelegentlich zwischen Juni und Oktober. Spontaner Samenansatz wurde nicht beobachtet. Die von van Bruggen in die Niederlande exportierten Pflanzen blühten bis 1995 nicht (Beschreibung nach Yadav 1995 a).
Die Pflanzen lassen sich in flachen Aquarien mit einem Wasserstand von etwa 15 bis 20 cm gut halten. Die Schwimmblätter bleiben lange erhalten. Leider ist die Vermehrungsrate in Kultur sehr gering. Nicht jede Knolle schafft es jedes Jahr sich zu teilen. Eine Düngung über den Bodengrund ist notwendig.

Aponogeton bruggenii Pflanze mit Schwimmblättern

Pflanzen in einem Aquarium

Aponogeton bruggenii im Kulturbecken
(1. Januar 2007)



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Bullose Wasserähre

Aponogeton bullosus H.W.E. VAN BRUGGEN 1969

Herkunft:

Australien (Atherton Tablelands bei Cairns)

Aussehen:

Alle Blätter submers, mit stark genoppten Blattspreiten. Blattspreiten bis 50 cm lang und 2,5 cm breit. . Die Spatha ist 1,5 cm lang und bleibt erhalten. Der Blütenstand ist einährig und wird bis 5 cm lang. Die Blüten sind allseitswendig und haben je zwei gelbe, 0,75 - 1,25 x 0,75 - 1 mm breite Tepalen. Die Blüten haben sechs Staubblätter und zwei bis vier Fruchtblätter mit etwa 6 Samenanlagen. Die Früchte sind 5-6 mm lang und 3-4 mm breit. Sie haben einen endständigen Dorn. Der Same ist etwa 2,5 mm lang und 1 mm breit. Die Samenschale ist einfach. Selbstbestäubung und möglicherweise auch Fruchtansatz ohne Bestäubung sind möglich.

Sonstiges:

Die Pflanzen wachsen in schnell fließenden Bächen und und Flüssen. Da die Gewässer der Tablelands von Gebirgswasser gespeist werden, sind sie meist recht kalt. Eine Standortuntersuchung ergab eine Wassertemperatur von 14 °C, pH 7 und und einer Gesamthärte von < 1 dH.
Obwohl die Pflanzen im Aquarium nicht über längere Zeit zu halten waren, wurden sie trotzdem in großen Mengen nach Europa importiert. Die Pflanzen waren durch starkes Sammeln bereits in der Mitte der 1980 stark bedroht. Heute bseteht ein Exportverbot aus Australien.

Pflanze am Naturstandort Aponogeton bullosus am Naturstandort

Fruchstände am Naturstandort

Früchte

mikroskopische Aufnahme eines Samens

Same von Aponogeton bullosus mit Hülle.



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Capurons Wasserähre

Aponogeton capuronii H.W.E. VAN BRUGGEN 1968

Herkunft:

Südost-Madagaskar

Aussehen:

Die Knolle dieser Art wird bis 10 cm lang und 3 cm im Durchmesser. Die Blätter werden 7 bis 20 cm lang. Die Spreiten sind pergamentartig und steif. Sie sind dunkelgrün, bullös und gewellt. Der Blütenstand hat 2-3 Ähren, wird 14 cm lang. Die zwei weißen Tepalen können fehlen. Chromosomenzahl 2 n = 32.

Temperatur: 18 - 24 °C

pH-Wert: 5,0 - 6,5

Härte: 2-15 °KH

Licht: mittel bis viel

Sonstiges:

Die Art bevorzugt kühleres Wasser. Die Art eigent sich nicht gut für Aquarien. Sie ist auch kaum zu bekommen, weil sie unter naturschutz steht und nicht mehr ausgeführt werden darf. Die wenigen Knollen, die denoch in die Kultur gelangen sind meist stark angefault und stinken zum Himmel.

diploider Chromosomensatz 2n = 32 (van Bruggen 1985)

Aponogeton capuronii Blütenstand von Aponogeton capuroniiBlüten von Aponogeton capuronii

Blütenstand und Details der Blüten Früchte von Aponogeton capuronii
Früchte

Aponogeton cordatus

Aponogeton ulvaceus und Aponogeton cordatus aus Jumelle 1936

Aponogeton ulvaceus und Aponogeton cordatus aus Jumelle 1936


Krause Wasserähre

Aponogeton crispus Thunberg 1781

Synonyme:

Aponogeton echinatus ROXBURGH 1832

Herkunft:

Sri Lanka und Südindien

Aussehen:

Diese Wasserähre wird bis 50 cm hoch. Ihre Blätter sind gestielt, lanzettlich bis länglich eliptisch. Die Spreiten sind 20 bis 40 cm lang und 3 bis 5 cm breit. Sie sind hell bis dunkel grün, teilweise rötlich bis zum violetten. Der Blattrand ist stark gewellt. Die Blattstiele sind etwa 30-35 cm lang. Der Blütenstandsstiel ist bis 100 cm lang. Die einährigen Blütenstände werden über die Wasseroberfläche hinausgeschoben. Sie haben weiße Blütenblätter. Die Ähren konnen bis zu 35 cm lang werden und sind selbstfruchtbar. Die Früchte beinhalten sehr große Samen. Die Knolle hat einen Durchmesser von bis zu 5 cm. Sie ist überall mit filzigen "Haaren" besetzt. Die Chromosmenzahl beträgt 2 n = 32. Es gibt aber auch Zählungen, die 26 bzw. 52 Chromosomen feststellen.

Temperatur: 22-32 °C

pH-Wert: 5,5-7,5

Härte: 2-15 °KH

Licht: mittel bis viel

Sonstiges:

Die Pflanzen haben wie alle Aponogeton einen hohen Nährstoffbedarf. Die Knolle bringt 1-4 Blätter in der Woche hervor. Sie benötigt nicht unbedingt eine Ruhezeit.
Die Vermehrung ist über Samen auch im Aquarium möglich. Dann ist aber eine künstliche Bestäubung mit einem Pinsel notwendig (Insekten fehlen).


Größenvergleich zwischen den Sämlingen von Aponogeton ulvaceus und Aponogeton crispus

Größenvergleich zwischen den Sämlingen von Aponogeton ulvaceus (links) und Aponogeton crispus (rechts).
Die Samen sind auffallend groß.
Aponogeton crispus ist leicht mit anderen Arten zu kreuzen. Teilweise gelangen diese Hybriden auch in den Handel.
Unter dem Namen ´Kompakt´ wurde früher eine Selektion von Hans Barth in Dessau angeboten.

diploider Chromosomensatz 2n = 32 (VAN BRUGGEN 1985)

Aponogeton crispus grüne Form von Aponogeton crispus

rote Form von Aponogeton crispus im Aquarium

rote Form im Aquarium


Blütenstand von Aponogeton crispusDetails der Blüten Blütenstand von Aponogeton crispus

Früchte von Aponogeton crispus Die Früchte und Samen von
Aponogeton crispus sind recht groß



Keil-Wasserähre

Aponogeton cuneatus S.W.L.Jacobs 2006

Synonyme:

keine

Herkunft:

Australien - Küstenregion von Queensland, nördlich der Tropen

Aussehen:

Die Knolle ist ovoid bis länglich, etwa 4 cm lang und 1,5 cm breit. Die Blätter sind in der Regel submers, selten flutend. Die Unterwasserblätter sind schmal bis breit elliptisch oder länglich. Die Stiele sind bis zu 30 cm lang. Die Spreiten sind 10 bis 50 cm lang und 2-5 cm breit. Sie sind hell bis dunkel grün bis grün-braun. Manchmal sind die Blattränder leicht gewellt. Die Spreiten haben 5 bis 9 Längsnerven. Der Blütenstandstiel ist bis zu 90 cm lang. Nahe der Knolle ist er 2 - 4 mm im Durchmesser, nahe der ähre 5-6 mm. Die Blüten sind allseitswendig an einer 1,1 bis 3,1 mm dicken Achse angeordnet. Die Spatha ist bis zu 1,5 cm lang. Sie fällt ab. Der Blütenstand ist einährig. Die Tepalen sind keilförmig (cuneat), gelb und haben einen Nerv. Sie sind 1-1,4 mm lang und 1,4 bis 2 mm breit. Es sind pro Blüte 6 Staubblätter. Die Pollensäcke sind 0,3 - 0,4 mm lang und 0,3 bis 0,6 mm breit. Die Filamente (Stiele der Pollensäcke) sind 0,8-2,7 mm lang. an der Basis sind sie breiter. 2 bis 6 - meistens 3 - Fruchtblätter hat jede Blüte. Die Frucht ist rundlich mit einer dicken Hülle. Sie ist 2,5 - 5,8 mm lang und 1,8 - 5 mm breit. Sie hat einen Dorn, der meist seitlich sitzt, selten an der Spitze. Der Dorn ist bis zu 1,5 mm lang. Jede Frucht enthält 2 bis 5 elliptische Samen. Diese sind 1,2 - 4,2 mm lang und 0,5 - 1,6 mm breit. Die Samenhülle ist einfach und sehr dünn.

Sonstiges:

Die Pflanzen sind Aponogeton elongatus ähnlich. Allerdings sind ihre Tepalen cuneat (keilförmig) und nicht spathulat (spatelförmig).
In der Natur wächst die Pflanze in permanenten Creeks und Flüssen. Meist steht sie beschattet.

Aponogeton cuneatus im Aquarium Aponogeton cuneatus im Aquarium





Blütenstand von Aponogeton cuneatus Blütenstand von Aponogeton cuneatus

Fruchtstand von Aponogeton cuneatus Fruchtstand



Aponogeton decaryi Jumelle 1943

Bild von Aponogeton decaryi aus Jumelle 1936

Abbildungen von Aponogeton decaryi aus Jumelle 1936




Aponogeton desertorum



Südafrikanische Wasserähre

Aponogeton distachyos LINNE filius 1781



Herkunft:

Afrika, nach Südeuropa, Asien und Australien (South Australiea, südliches New South Wales und Viktoria) verschleppt

Aussehen:

Die Knollen werden bis zu 6 cm lang. Die Pflanzen bilden nur sehr wenige vergängliche Unterwasserblätter und dann Schwimmblätter. Abhängig vom Ernährungszustand un d auch von der Selektion, werden die Schwimmblätter 5 bis 40 cm lang und 1 bis 8,6 cm breit. Sie sind eiförmig, schmal oval oder lancettlich. Sie haben 7 bis 9 Längsadern. Die Blattstiele werden etwa 100 cm lang. Die Blütenstände haben 2 Ähren mit großen weißen Blütenblättern. Der Blütenstandstiel ist etwa 80 cm lang und die abfallende Spatha bis zu 3 cm. Die Blütenstände werden bis 5,5 cm lang. Die Blüten haben jeweils nur eine weiße Tepale. Diese stehen sich in zwei Reihen auf der Innenseite der Ährenschenkel gegenüber (einseitswendig). Die Tepalen haben etwa 13 Längsnerven. Sie sind 10 bis 30 mm lang und 3,5 bis 12 mm breit. Es werden 8 bis 16 Staubblätter ausgebildet. Die Pollensäcke sind schwärzlich purpur rot. 2 - 6 Fruchtblätter. Der Fruchstand ist bis 7 cm lang. Die einzelnen Früchte erreichen eine Größe von 22 x 6 mm. Sie haben einen 5 mm langen, geraden oder gebogenen Dorn an einem Ende. Die Samen sind 18 mm lang und 7 mm breit. Sie haben eine einfache, lose Hülle, die einen kleinen Embryo umgibt.

Temperatur: 16 -28 °C

pH-Wert: 5,0 - 6,5

Härte: 2-15 °KH

Licht: mittel bis viel

Sonstiges:

Die Pflanzen werden in Südafrika zum menschlichen Verzehr angebaut. Dazu wurden besonders große Pflanzen selektiert.
Mit den großen weißen Blüten ist die Pflanze eine attraktive Art für den Teich. Für das Aquarium ist die Art uninteressant, weil sie nur Schwimmblätter bildet.




Blüten von Aponogeton distachyos

Typischer zweiähriger Blütenstand mit großen weißen Tepalen.

Aponogeton distachyos in Australien

verwilderter Bestand in Australien

Schwimmblätter und Blütenstand

Schwimmblätter und Blütenstand Seitenanfang


Längliche Wasserähre

Aponogeton elongatus F. MUELLER ex BENTHAM 1878



Herkunft:

Australien - Küstengebiete von Queensland südlich der Tropen

Aussehen:

Die Knolle dieser Art ist oval bis länglich. Sie wird etwa 4 cm lang und hat einen Durchmesser von etwa 1,5 cm. Es werden zwei Formen unterschieden. Die Unterart subsp. fluitans bildet regelmäßig Schwimmblätter, subsp. elongatus dagegen nur selten. Die Unterwasserblätter sind schmal bis breit elliptisch oder eiförmig. Sie sind zwischen 7 und 42 cm lang und 0,8 bis 6,7 cm breit. Die Farbe variiert zwischen grün, dunkel grün und grünlich kastanienbraun. Die Blattränder sind leicht gewellt bis gewellt. Die Blätter haben in der Regel 7 bis 9 Längsadern selten sind es weniger (ab 5) oder mehr (bis 11). Die Blattstiele sind zwischen 17 und 35 cm lang. Die Schwimmblätter sind schmal elliptisch bis eiformig, 9-19 cm lang und 2,2 bis 3,5 cm breit. Auch sie haben 7 bis 9 Längsnerven. Ihre Stiele sind 60 bis 90 cm lang.
Der Stiel des Blütenstandes wird etwa 90 cm lang. An der Knolle ist er etwa 6-8 mm breit, unter der einzelnen ähre 5-8 mm. Die Spatha ist etwa 1,5 cm lang und fällt ab. Der einährige Blütenstand ist gelb. Die Blüten sind allseitswendig. Jede Einzelblüte hat 2 gelbe Tepalen. Diese sind 1,8 bis 2,5 mm lang und 0,7 bis 1,3 mm breit. Es gibt 6 Pollenfäden. Sie sind 0,8 - 2,7 cm lang. Die Pollensäcke messen 0,3 - 0,4 x 0,3 - 0,6 mm. Es gibt 3 Fruchtblätter, selten 2 - 6. Die Frucht ist rundlich und hat eine dicke Hülle. Sie ist 2,5 - 5,8 mm lang und 1,8 - 5,0 mm breit. Der Dorn ist meist seitlich, selten am Ende. Er ist bis zu 1,5 mm lang. In jeder Frucht sind 2 bis 5 Samen. Diese sind 1,2 - 4,2 mm lang und 0,5 - 1,6 mm breit. Sie sind elliptisch und haben nur eine einfache Samenhülle. Diese ist meist sehr dünn und dicht am Embryo angelagert.

Temperatur: k. A.

pH-Wert: k. A.

Härte: k. A.

Licht: k. A.

Sonstiges:
Viele der neu beschriebenen Aponogeton-Arten aus Australien wurden aus dieser Art ausgegliedert. Es wurde bereits Pflanzen, die als Aponogeton elongatus bezeichnet waren nach Deutschland eingeführt. Sie blühten gelb. Die Blüten verströmten einen starken Fäulnisgeruch. Ob es sich dabei aber um eine echte Aponogeton elongatus handelte oder ob es eine Form war, die heute zu einer anderen Art gezählt wird, lässt sich schwer nachvollziehen.

diploider Chromosomensatz 2n = 40 (f. longifolius) (VAN BRUGGEN 1985)

Aponogeton elangotus am Naturstandort Aponogeton elongatus am natürlichen Standort im Orara River in NSW

gelbe Blüten von Aponogeton elongatus

Blütenstand

Aponogeton elongatus mit Knolle

Aponogeton elongatus
Knolle, Blätter und Blütenstand

Blüten von Aponogeton elongatusFrüchte von Aponogeton elongatus Blüten- und Fruchstand von Aponogeton elongatus



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Kimberly-Wasserähre

Aponogeton euryspermus HELLQUIST & S.W.L JACOBS 1998

Herkunft:

Australien - Kimberly Region in Westaustralien

Aussehen:

Die Knolle ist länglich oval, hat eine Länge von 1 - 3 cm und ist 1-2 cm breit. Die Pflanzen bilden Unterwasser- und Schwimmblätter. Die submersen Blätter sind linealisch, lanzettlich bis elliptisch und haben haben meist 7-9 Blattnerven, selten weniger (3) oder mehr (bis 11). Die Spreiten sind 23-35 cm lang und 0,5-6 cm breit. Die Ränder sind glatt oder leicht gewellt. Die Schwimmblätter sind eiförmig bis elliptisch. Sie werden bis zu 11 cm lang und sind grün bis grünlich kastanienbraun. Sie haben 2 bis 4 Längsnerven. Die Ränder sind glatt. Die Blattstiele werden bis zu 64 cm lang. Der Blütenstandstiel ist zwischen 29 und 107 cm lang. An der Basis ist er 0,6 - 1,8 mm breit und nahe der ähre 0,7 - 4,8 mm. Die Spatha ist 1,5 cm lang. Die ähre hat allseitswendige Blüten mit je zwei gelben, spatelförmigen Tepalen. In der Regel ist sie einzeln - selten geteilt - und wird bis zu 17 cm lang. Die Tepalen sind 1,1 - 2 mm lang und 0,7 - 1,5 mm breit. 6 Staubblätter. Antheren 0,2 - 0,5 mm lang und 0,4-0,5 mm breit. Die Staubfäden sind 1,2 - 2,1 mm lang. 2-3 Fruchtblätter. Die Früchte sind 3-6,2 mm lang und 2,4 - 5 mm breit. Der Dorn ist seitlich oder am Ende, gerade oder gebogen, bis 1 mm lang. Die Samen sind breit elipsoid bis eiförmig. Bis zu 4 sind in einer Frucht. Sie sind 3,2 - 4,4 mm lang und 1,1 - 2,8 mm breit. Die äußere Samenhülle ist dick und lässt sich leicht entfernen.

Temperatur: k.A.

pH-Wert: k.A.

Härte: k.A.

Licht: k.A.

Sonstiges:

Diese Art kommt weiter östlich vor als Aponogeton tofus und Aponogeton vanbruggenii. Sie bildet auffallend große und breite Samen, die zur Reife sehr dick werden können.

Schwimmblätter und Blütenstände von Aponogeton euryspermus Aponogeton euryspermus am Naturstandort

Fruchtstand von Aponogeton euryspermus

Unten sind bereits Früchte und
oben noch Blüten zu sehen.

rasterelekronenmikroskopische Aufnahme des Samens

Same von Aponogeton euryspermus.
Die Samenhülle ist teilweise abgelöst.
Eine Keimwurzel bildet sich .


Aponogeton fugax

Aponogeton fugax

Aponogeton fugax

Blüten von Aponogeton fugax am Naturstandort. Die bräunlichen Schwimmblätter sind von Aponogeton angustifolius. Bild von John Manning.

Aponogeton fugax J. C. Manning & Goldblatt 2008

Synonyme:
keine

Herkunft:
Südafrika, Bokkeveld Mountains

Aussehen:
Die hellbraune Knolle ist rundlich und 10 - 15 mm im Durchmesser. Aus ihr gehen 6 bis 8 blaßgrüne bis bronzefarbene Unterwasserblätter hervor. Sie sind linealisch, bis 60 cm lang und im Querschnitt elliptisch und 0,8 - 2 mm breit. Die Spreiten sind ledrig und enthalten Luftgefäße. Sie sind gebogen und bilden Kurven.
Die Blütezeit ist vom späten Juli oder August bis in den September. Der Blütenstandstiel ist bis zu 80 cm lang. Er verdickt sich unterhalb des Blütenstandes leicht. Die Spatha ist 10 - 12 mm lang und flaschenförmig mit einem langgestrecktem Schnabel. Sie fällt ab, wen sich die Ähren strecken. Der zweiährige Blütenstand schwimmt auf dem Wasser. Die Ähren sind 4 bis 5 mm lang und tragen 3 bis 4 geruchlose Blüten. Die Blüten sind alle fruchtbar. Sie haben 2 sehr verschiedene Tepalen. Die sind häutig und transparent, rund oder breit oval und haubenförmig gewölbt. An der Basis sind sie rosa gefärbt, sonst weiß. Sie fallen schnell ab, worauf sich das Artepithel "fugax" bezieht, der "vergänglich" oder "flüchtig" bedeutet. Am größten ist die äußere Tepale der untersten Blüten. Sie dienen als Schwimmkörper für die Blüte. Sie ist 5 - 7 mm groß. Bei den höher liegenden Blüten sind die Blütenblätter kleiner. Die inneren Tepalen sind schuppenartig und nur etwa 1 mm im Durchmesser. Die Blütenteile sind zweizählig. Jede Blüte hat nur 4 Staubblätter (statt 6), die etwa 2 mm lang und durchscheind weiß sind. Die Antheren sind 1 mm lang, bräunlich grün und enthalten gelben Pollen. Der weibliche Blütenteil bestehen aus nur 2 Fruchtblättern (statt 3), was Aponogeton fugax von allen anderen bekannten Arten unterscheidet, die alle dreizählig sind. Die Fruchtblätter enthalten je 2 Samenanlagen. Der Griffel ist etwa 1,5 mm lang. Die Früchte sind schmal ellipsoid bis spindelförmig, 5 - 7 mm lang und 2 mm breit. Sie haben einen geraden, 1,5 - 2 mm langen Schnabel und enthalten 2 Samen. Die Samen sind spindelförmig 4,5 - 5,5 mm lang und gelblich braun. Sie sind glatt und glänzend.

Ökologie:
Die Art ist von wenigen verstreuten Plätzen aus der Kapregion in Südafrika bekannt. Sie kommt in temporären Tümpeln vor, die bereits zwei Monate nach der Blüte komplett ausgetrocknet sind. An anderen Stellen wachsen sie in permanenten Gewässern. Die Pflanzen wachsen in Schlamm oder lehmigem Boden in seichtem Wasser. Sie wurden in Wassertiefen von 10 bis 120 cm gefunden. Bei höherem Wasserstand wachsen sie komplett untergetaucht.

Sonstiges
Die Pflanzen wurden zum ersten Mal 1983 von der südafrikanischen Botanikerin Deidré Snijman gesammelt. 2000 wurde das Herbarmaterial von Goldblatt und Manning Aponogeton ranunculiflorus zugeordnet. Erst nachdem 2007 neues, lebendes Material in Bokkeveld gesammelt wurde, waren deutliche Unterschiede zu sehen und dieser Aponogeton wurde als neue Art beschrieben.

Sechszählige Wasserähre

Aponogeton hexatepalus VAN BRUGGEN 1969



Herkunft:

Australien - Region um Perth

Aussehen:

Die Knolle ist bis 6,5 cm lang und 2 cm im Durchmesser. Die Art bildet nur Schwimmblätter mit schmalen, länglichen Blättern. Die Spreiten sind bis 20 cm lang und 0,3 - 0,7 cm breit. Die Blätter haben 5 bis 9 Längsnerven. Die Blattstiele sind bis 20 cm lang. Der Blütenstandstiel erreicht eine Länge von bis zu 40 cm. Er ist nahe der ähre weder verbreitert noch flach gedrückt. Die Spatha ist 2 - 3 cm lang und bleibt Während der Blüte erhalten. Der Blütenstand ist zweiährig und gelb-grün. Er wird bis zu 17 cm lang. Die Blütenachse ist weiß und im unteren Bereich kahl. Die einzelnen Blüten sind allseitswendig. Sie haben 6 Tepalen und 6 Staubblätter. Die Tepalen sind grün, haben einen Nerv und sind 0,5 - 1 mm x 0,75 - 1,25 mm groß. Die Pollensäcke sind 0,3 x 0,3 mm groß. Die Filamente sind etwa 1,5 mm lang. Es gibt je 3 (selten 4) Fruchtblätter. Die Frucht ist 3,8 - 10 mm lang, 1,9 - 5 mm breit und hat einen Dorn am Ende. Die Samen sind elliptisch 2,6 - 7 mm lang und 1,2 - 3 mm breit. Sie haben nur eine einfache Samenhülle und eine Plumula.


Sonstiges:

Dies ist die einzige bekannte Wasserähre mit secht Tepalen. Darauf bezieht sich der Artname (hexa = sechs, tepalus = Tepalen). Die Pflanzen wachsen in Süßwasser-Pools, die 3 bis 4 Monate Wasser haben. Blüten und Früchte findet man zwischen August und November.
Die Art kommt nur nahe Perth vor und ist wegen Zerstörung ihres Habitats selten und bedroht.

Schwimmblätter von Aponogteon hexatepalus Aponogeton hexatepalus
am Naturstandort




Kimberley-Wasserähre - Aponogeton kimberleyensis Hellquist & S.W.L Jacobs 1998

Synonyme:

Aponogeton elongatus (ausgegliedert aus dem Komplex)

Herkunft:

Australien

Aussehen:

Die Art bildet nur Unterwasserblätter. Die Spreiten der dunkel grünen Unterwasserblätter sind linealisch, 24 bis 23 cm lang und bis 3 cm breit. Die Spitze ist stumpf bis selten eingezogen. Die Blätter haben 5 Längsnerven. Eine Band aus Lacunen ist deutlich erhaben und 2 mm breit. Es umfasst bis zu 4 Zellreihen beidseits der Mittelrippe. Die Blattstiele sind bis 5 cm lang. Der Blütenstandstiel erreicht eine Länge von bis zu 32 cm und ist nahe der Basis 0,4 bis 1 mm dick. Zur ähre hin wird er 0,5 bis 2,4 mm breit. Die Spatha fehlte bei der Betrachtung des Typusmaterial. Der Blütenstand ist einährig und gelb-grün. Er wird bis zu 7,5 cm lang. Die Blütenachse ist grün und etwa 0,5 bis 2 mm dick. Die einzelnen Blüten sind allseitswendig. Sie haben 2 Tepalen und 6 Staubblätter. Die Tepalen sind gelb, haben einen Nerv und sind 1 - 1,4 mm x 0,8 mm groß. Die Filamente sind etwa 1 . 1,5 mm lang. Es gibt je 3 Fruchtblätter. Die Frucht ist 2,5 - 3 mm lang, 2,0 - 2,8 mm breit und hat einen aufrechten bis leicht gebogenen Dorn am Ende. Die Samen sind elliptisch 0,7 - 1,4 mm lang und 0,4-0,8 mm breit. Sie haben nur eine einfache Samenhülle.


Sonstiges:
Die Pflanzen kommen endemisch in Flüssen in den Kimberleys in Australien vor. Blüten und Früchte findet man zwischen März und Mai.

Aponogeton kimberleyensis am Naturstandort Aponogeton kimberleyensis
am Naturstandort




Lakhonesis-Wasserähre

Aponogeton lakhonesis Aimeé Antoinette Camus 1909

Herkunft:

Kambodscha, China, Indien, Indonesien, Thailand und Vietnam

Aussehen:

Die submersen Blätter sind bis 25 cm lang und 6 cm breit. Meist sind sie schmaler. Die Schwimmblätter werden bis 17 cm lang und 4 cm breit. Die Spatha ist etwa 1,7 cm lang, meistens fällt sie ab. Der Blütenstand hat eine bis zu 8 cm lange ähre. Die Blüten sind allseitswendig und haben zwei gelbe 1-2 mm lange und 0,75-1,5 mm breite Tepalen, sechs Staubblätter und drei bis fünf Fruchtblätter mit je vier bis acht Samenanlagen. Der Fruchstand kann bis 17 cm lang werden. Die Früchte sind 3 mm lang und 2 mm breit sie heben einen endständigen oder seitlichen Dorn. Die Samen sind 2-3 x 1 mm groß. Die Samenschale ist doppelt.

Sonstiges:

Die Pflanzen wachsen in Teichen, Reisfeldern und langsam fließenden Flüssen. Sie wurden einmal Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrunderts nach Europa eingeführt. Sie waren aber schwierig zu kultivieren und verschwanden wieder aus der Kultur. Ich selbst habe einmal Pflanzen von Niels Jacobsen aus Kopenhagen erhalten. Die KNolle der Pflanze teilte sich bei mir nach enigen Monaten in der Kultur, so dass ich sieben pflanzen erhielt. Leider nahmen die Pflanzen bei einem Umzug Schaden und trieben danach nicht wieder aus.
Die Pflanzen werden in Thailand (bei Lampang) als Salat gegessen. Dort werden sie als Pak Kuap bezeichnet.

Aponogeton lakhonesis Aponogeton lakhonensis


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Lance Smith´s Wasserähre

Aponogeton lancesmithii C.B. HELLQUIST & S.W.L. JACOBS 1998

Synonyme:
-

Herkunft:

Australien - endemisch im Russell River und seinen Nebenflüssen im Innisfail Distrikt von Nord Queensland

Aussehen:

Die Pflanzen sind Aponogeton elongatus und Aponogeton bullosus ähnlich. Von Aponogeton elongatus unterscheiden sie sich durch die mehr oder weniger stark bullosen Blattspreiten und von Aponogeton bullosus dadurch, dass die Spatha abfällt und dass es zwei Samenhüllen gibt.
Die Knolle ist länglich 5 cm lang und 2-3 cm im Durchmesser. Alle Blätter sind submers. Die Spreiten sind grün bis dunkel grün linear bis lanzettlich, 10-48 cm lang und 0,9 - 4 cm breit. Sie sind leicht bis stark bullos. Die Blattränder sind leicht gewellt.

Sonstiges:

Die Pflanzen wachsen in langsam bis schnell fließendem Wasser.
Nicht in Kultur.

rastereletronenmikroskopische Aufnahme des Samens Same von Aponogeton lancesmithii
mit Hülle.



Madagassische Wasserähre - Aponogeton longiplumulosus H.W.E. Van Bruggen 1968

Synonyme:
keine

Herkunft:
Nordwest-Madagaskar Nähe

Aussehen:

Die Knolle ist rund und hat einen Durchmesser bis 2 cm. Die Pflanzen werden bis zu 70 cm hoch. Die Blätter werden bis zu 60 cm lang und 1,5 bis 4 cm breit. Die Blattränder sind stark gewellt. Sie sind an der Basis keilförmig und laufen an der Spitze spitz zu. Sie sind mittel- bis dunkelgrün und haben eine breite, hellgrüne Mittelader. Der Blattstiel kann bis 18 cm lang werden. Der Blütenstandsstiel wächst aus dem Wasser haerus und erreicht Längen von bis zu 1,5 m. Der Blütenstand ist zweiährig. Die Ähren sind bis 12,5 cm lang. Es gibt eine helle Form mit hellrosa bis weißen Blütenständen. Diese wurde vor allem in den Anfangsjahren importiert. Diese Form hat einen diploide Chromosomensatz von 2 = 38 (oder 40?). In der Literatur (z. B. Kasselmann 1984, Bruggen 1985a) ist angegeben, dass die hell blühenden Pflanzen zum Teil nur eine oder auch manchmal bis zu 4 Ähren bilden. Das ist sehr ungewöhnlich und könnte darauf hinweisen, dass hier teilweise Verwechselungen mit anderen Arten vorkamen. Bekannter ist die Form mit den intensiv violetten Blütenständen. Die Pflanze wurde zum ersten Mal 1983 nach Europa importiert. Sie hat 2 n = 68 Chromosomen (Kasselmann 1984, van Bruggen 1985 b).

Temperatur: 22-26 °C

pH-Wert: 5,5 - 6,5

Härte: 4-12 °KH

Licht: mittel bis viel

Ökologie
Die Pflanzen stammen aus Nordwest-Madagaskar. Die Herbarbelege der Typuspflanzen wurden in der Umgebung von Maromandia und des Sambirano-Flusses gesammelt. Der Fluss entspringt im Gebirgsmassiv des Tsaratanana und mündet südlich der Stadt von Ambaja ins Meer. 1970 fand Josef Bogner die Pflanzen in der Nähe von Beraty in zwei Nebenflüssen der Manangarivo. Der Wasserstand betrug an einem Standort in der Trockenzeit nur etwa 10 bis 20 cm. Das Wasser war trüb und stand. Der Sandboden war steinig. Die Knollen saßen etwa 5 Zentimeter tief im Boden. Am Ufer war der Fluss beschatte und in der Mitte vollsonnig. Am anderen Standort war das Wasser 30 bis 40 cm tief und floss enbenfalls nicht. Der Fluss war hier stark beschattet. An diesem Platz wurden die Wasserwerte bestimmt: 1,6 mg/l Chlorid, GH 7,8 °dH, Karbonathärte 4,6 °KH, Leitfähigkeit 186 µS/cm und pH-Wert 5,8 - 6,2. Sonstiges:

Den Artnamen bekam die Pflanze, weil die Embryonen in den Herbarbelege, nach denen dieser Aponogeton beschrieben wurde auffällig lange Keimblätter (Plumula) hatten. Erst später stellte van Bruggen fest, dass dies keine stabiles Merkmal ist und dass auch andere Wasserähren so lange Keimblätter ausbilden können (van Bruggen 1985b). Die Art ist gut für das Aquarium geeignet. Sie blüht recht häufig, setzt aber selten Samen an. Die Knolle treibt nach der Ruhezeit im Aquarium meist gut wieder aus. Manche Pflanzen machen gar keine Ruhephase durch.

typische BlattformBlütenstand mit zwei violetten Ähren



diploider Chromosomensatz 2n = 38 (40?) oder ca. 68 (VAN BRUGGEN 1985)

Aponogeton longiplumulosus Aponogeton longiplumulosus wird sehr groß.

Knolle mit zwei Vegetationspunkten

Diese zwei Vegetationspunkte wachsen
immer weiter auseinander und werden
sich irgendwann von alleine trennen.



Zeichnung von Aponogeton madagascariensis aus Decaisne 1838

Zeichnung von Aponogeton madagascariensis aus Decaisne 1838

Zeichnung von Aponogeton madagascariensis aus Hooker 1858

Zeichnung von Aponogeton madagascariensis aus Hooker 1858. Von Hooker als Ouvirandra berneriana vorgestellt (Erklärung im Text).

Zeichnung von Aponogeton madagascariensis aus Jumelle 1936

Zeichnung von Aponogeton madagascariensis aus Jumelle 1936. Es sind Blattauschnitte der Form "var. guilottii" (2) und von einer weniger gefensterten Form (3) mit abgebildet.

Gewöhnliche Gitterpflanze - Aponogeton madagascariensis (Mirbel) H.W.E. van Bruggen 1968

Synonyme:

Uvirandra madagascariensis Mirbel 1803
Hydrogeton fenestralis Mirbel 1805
Ouvirandra fenestralis Poiret 1816
Aponogeton fenestralis Hooker fil. 1883
Aponogeton fenestralis var. major H. Baum 1906
Aponogeton henkelianus Baum 1906
Aponogeton fenestralis var. henkelianus Falkenberg et Baum 1938
Aponogeton guillotii Hochr. 1907
Aponogeton fenestralis var. guillotii Jumelle 1936

Herkunft:
Madagaskar und Mauritius

Aussehen:
Die Pflanzen sind 30-70 cm hoch. Die Blätter sind auffällig gitterartig durchbrochen. Die Spreiten sind oval bis lanzettlich, bis 50 cm lang und 15 cm breit. Die Blattstiele sind zwischen 10 und 20 cm lang. Die Knolle ist zylindrisch. Sie ist 1 bis 10 cm lang und 2 cm im Durchmesser. Sie sieht oft aus, als wäre am unteren Ende etwas abgeschnitten worden. Die Blütenspatha hat keine verlängerte Spitze. Die Blüte sind in 2 bis 4 (selten bis 6) Ähren pro Blütenstand angeordnet. Die Blütenblätter sind weiß bis rot. Die Ähren sind 5 bis 7 cm lang und selbstfruchtbar.

Temperatur: 18-22 °C (kurzfristig bis 24 °C) oder 24 bis 26 °C je nach Herkunft
pH-Wert: 4,5-6,5
Härte: 2-12 °KH
Licht: mittel bis viel

Sonstiges:
Die richtigen Kulturbedingungen zu finden ist nicht ganz einfach. Es gibt sowohl Pflanzen in warmen Tieflandgewässern als auch in kühleren Bergbächen. Letztere lassen sich am besten bei Temperaturen von 18 bis 22 °C pflegen. Andere Herkünfte mögen es wärmer. Einige Formen mögen weiches wasser, andere lassen sich auch leicht in sehr hartem Wasser vermehren. Da man meist nicht weiß woher die Pflanzen stammen ist die Haltung nicht ganz einfach. Weiches, leicht saueres Wasser scheint von Vorteil, Während hartes Wasser nicht von allen Formen vertragen wird.
In der Wachstumsphase treiben die Pflanzen 1-2 Blätter wöchentlich. Häufige Wasserwechsel sind zu empfehlen, weil die Blätter leicht verlagen. Die Pflanzen bevorzugen nährstoffreiche Substrate, vertragen aber keine anaeroben Bedingungen.
Die Aufzucht aus Samen ist schwierig. Für die Zucht werden 2-3 Wasserwechsel pro Woche empfohlen (sauberes Regenwasser). Sonnenlicht vermeiden (Schwimmpflanzen) und nicht zu warm. Im Winter sollen 15-18 °C ausreichen (Tageslicht). Kräftige Pflanzen bilden Seitensprosse. Rhizomteilung ist möglich, in dem zwei vegetationspunkte auseiander wachsen.
In der Natur kommen die Pflanzen bis in 1 m Wassertiefe vor.
Die Blätter einer Kreuzung aus Aponogeton ulvaceus und Aponogeton madagascariensis haben ein ähnliches Muster wie die von Aponogeton undulatus. Sie sind aber breiter und leicht gewellt.

diploider Chromosomensatz 2n = ca. 78 (van Bruggen 1985)

Es gibt eine schöne Zeichnung einer schmalblättrigen Form in Hooker 1858. Er hielt diese Pflanze aber für Aponogeton bernierianus (bsw. Ouvirandra bernieriana). Die Erstbeschreibung von Aponogerton bernierianus erwähnt nicht, dass die Blätter bullos sind, sondern nur, dass sie ganz sind und nicht durchbrochen wie bei der "Ouvirandra fenestralis". Da zu der Zeit nur diese zwei Arten der Gattung bekannt waren und William Jackson Hooker (Hook.) bei diesen schmalblättrigen Pflanzen beobachtete, dass die Jugendblätter ganz sind und sich auch nicht bei allen Blättern überall Löcher bilden, ging er davon aus, dass es sich bei seinen Pflanzen um die "neu" (vor 20 Jahren) beschriebene "Ouvirandra bernieriana" handelte.
Sein Sohn Joseph Dalton Hooker (Hooker fil.) überführte die beiden "Ouvirandras" 1883 in die Gattung Aponogeton: als Aponogeton fenestralis und Aponogeton bernierianum. Gitterpflanze im Fotobecken
Diese Gitterpflanze ist rund 60 cm hoch.
Die Blattspreiten sind ca. 12 cm breit
und 40 cm lang.

schmalblättrige Form der Gitterpflanze

Varietät "henkelianus"

Hybride zwischen Aponogeton ulvaceus und Aponogeton madagscariensis

Hybdride aus Aponogeton madgascariensis und
Aponogeton ulvaceus in der Gärtnerei
von Rainer Münch. Seitenanfang

Masoala-Wasserähre

Aponogeton masoalaensis BOGNER 2002

Synonyme:

Aponogeton tenuispicatus H. BRUGGEN

Herkunft:

Madagaskar

Aussehen:

Die Pflanzen haben ovale bis länglich-ovale Blattspreiten. Sie sind etwa 6 bis 15 cm lang und 2 bis 4 cm breit. Die Basis ist abgerundet, gestutzt oder leicht herablaufend. Die Spitze ist abgerundet, manchmal bespitzt. Abhängig von den Wuchsbedingungen sind die Blätter in der Natur hell grün oder mit einem schwärzlichen Belag überzogen. Die Blattstiele sind zwischen 7 und 15 cm lang. Die ähre ist zweigabelig. Die Blüten sitzen locker allseitswenig um die Achse. Die jeweils zwei Tepalen sind weißlich, verkehrt eiförmig, ca. 1 mm lang und 0,8 mm breit. Die Knollen sind ellipsoid, hell braun und glatt.

Temperatur: 22 - 28 ° C

pH-Wert: 5,5 - 7,0

Härte: 1 - 12 dKH

Licht: mittel

Sonstiges:

Die hier abgebildte Pflanze war zum Schutz vor Schneckenfrass unter der Gitterplatte eines schwimmenden Ablaichkastens gehalten worden. Leider ließ sich die Pflanze nich befreien ohne die Blätter zum größten Teil zu beschädigen. Die Pflanze trieb danach nicht wieder aus.

Aponogeton masoaloensis

Die Pflanzen sind ein einem
Aufzuchtkasten unter dem Gitter
gewseen um sie vor Schneckenfraß zu schützen. Sie wuchsen durch das Gitter.

Schwimmende Wasserähre

Aponogeton natans ENGLER & KRAUSE 1906

Herkunft:

Sri Lanka und Indien

Aussehen:

Die Knolle ist bis 2 cm im Durchmesser. Die Jungendblätter sind submers, lanzettlich und bis 6,5 x 1,5 cm groß. Die Art bildet viele Schwimmblätter aus. Diese sind etwa 11,5 x 3 cm groß. Die Blütenstandsstiele werden bis 45 cm lang. Der Blütenstand ist einährig, bis 9 cm lang und allseitswendig. Jede Blüte hat 2 weiße, rosafarbene oder violette Tepalen.

Temperatur: 22-30 °C

pH-Wert: 6,5-9,0

Härte: 1-12 °KH

Licht: viel

Sonstiges:

Da die Art sehr robust, aber wegen ihrer Wuchsform für die Aquaristik eher uninteressant ist, wird sie mit anderen Arten gekreuzt um robuste, dekorative Hybriden zu erzeugen. Sie benötigt keine Ruhepause im Aquarium. Nur in flachen Becken gut zu kultivieren

Chromosomenzahl 2 n = 80.




Lebendgebärende Australische Wasserähre

Aponogeton proliferus C.B. HELLQUIST & S.W.L. JACOBS 1998

Herkunft:

Australien - bisher nur in der Innisfail Region im Norden von Queensland gefunden

Aussehen:

Die Knolle ist weniger als 1 cm groß. Die dunkelgrünen Blätter sind alle submers. Ihre Spreiten sind linealisch, haben 7 Längsadern und sind 18,5 - 31 cm lang und 0,4 - 1,6 cm breit. Die Blattränder sind flach oder leicht gewellt. Die Blattstiele erreichen eine Länge bis 13 cm. Der Blütenstandstiel ist bis 32 cm lang. Er wird nach oben hin dicker. Die Spatha ist 1,5 cm lang und bleibt teilweise erhalten. Der allseitswendige Blütenstand ist gelb und einährig. Die ähre wird etwa 5,5 cm lang und die Achse hat einen Durchmesser von 1,6 mm. Die Blüten sind überwiegend zweigeschlechtig. Die 2 Tepalen an den Blüten sind gelb uns spatelförmig. Es werden 1 bis 6 Staubblätter ausgebildet. Die Pollensäcke sind 0,4 x 0,4 mm groß. Meistens sind 4 oder 5 Fruchtblätter zu finden, selten keine oder bis zu 9. (übersetzung der Erstebschreibung von C.B. HELLQUIST & S.W.L. JACOBS 1998)

Sonstiges:

Die Art ist Aponogeton elongatus ähnlich, bildet aber an Blütenstandstielen vor allem Jungpflanzen und weniger Blüten. Die Vermehrung erfolgt kaum über Samen, da die Pflanzen so gut wie keine Blüten bilden. Die Vermehrung geht darum nur langsam voran.
Die Pflanzen wachsen in der Natur in schmalen, flachen und stark beschatteten Küstenflüssen. Vermutlich ist die Art nur in einem sehr begrenzten Bereich beheimatet und möglicherweise vom Aussterben bedroht, weil das Habitat durch menschliche Einflüsse gestört wird.
Die Pflanzen wurden von Lance Smith zur Bestimmung kultiviert.

Aponogeton proliferus am Naturstandort Aponogeton proliferus am Naturstandort
mit Adventivpflanze

Jungpflanze

Blütenstandstiel mit Adventivpflanze




Aponogeton queenslandicus Aponogeton queenslandicus am Naturstandort

Aponogeton queenslandicus

Schwimmblätter und Ähre

rasterelektronenmikroskopische Aufnahme eines Samens

Same von Aponogeton queenslandicus mit Hülle.




Aponogeton rehmannii

Herkunft:
Simbabwe

Steifblättrige Wasserähre

Aponogeton rigidifolius H.W.E. VAN BRUGGEN 1962


Herkunft:

Sri Lanka

Aussehen:

Diese sehr groß werdenede Pflanze bildet nur Unterwasserblätter. Diese sind matt dunkelgrün bis rötlich braun, nicht durchscheinend, schmal-lanzettlich, 25 bis 50 cm lang und etwa 3 cm breit. Der Rand ist leicht gewellt. Die Mittelader ist durch Queradern mit den anderen Längsnerven verbunden. Der Blattstiel ist eckig und 10-35 cm lang. Der Blütenstandsstiel wird bis zu einem Meter lang. Die ähre erreicht bei großen Exemplaren bis zu 30 cm. Die Blüten sind weiß.
Anders als die meisten anderen Aponogeton bildet diese Art ein kriechendes Rhizom aus, an dem sich Seitentriebe bilden können. Dazu muss die Pflanze aber einige Jahre alt sein.

Temperatur: 22-28 °C

pH-Wert: 6,0-7,5

Härte: 2-12 °KH

Licht: hell

Sonstiges:

Die Art ist sehr häufig auf Sri Lanka. Im Aquarium ist sie teilweise schwer zu halten, auf den Blättern bilden sich schwarze Flecken, die vermutlich auf eine induzierte Stickstofftoxizität zurück zuführen sind. Kaliumdüngung schafft dabei Abhilfe. In der Natur wachsen sie auf Sand. Die Pflanzen haben keine Ruheperiode. Die Blüte bildet sich im Langtag (mehr als 12 - 15 Stunden Licht). Es werden auch ohne Betsäubung Früchte angesetzt, diese sind aber hohl. Samen kann man nur durch Kreuzbestäubung von zwei verschiedenen Pflanzen erzielen.

diploider Chromosomensatz 2n = 48 (VAN BRUGGEN 1985)

Jungpflanze Jungpflanze

Große Pflanze

Kräftige Pflanze mit 50
ca. 120 cm langen Blättern


Aponogeton robinsonii

Ähre von Aponogeton robinsonii

Aponogeton robinsonii

Habitus der Schwimmblatt bildenden Form von Aponogeton robinsonii

Robinsons Wasserähre - Aponogeton robinsonii A. Camus 1911

Synonyme:
Aponogeton eberhardtii A. A. Camus 1914

Herkunft:
Vietnam

Aussehen:

Es gibt verschiedene Typen dieser Art. Einige Pflanzen bilden überwiegend Schwimmblätter. Die submersen Jugendblätter sind meist nur kurz zu sehen, können aber auch - je nach Licht und Nährstoffangebot - lange unter den Schwimmblättern erhalten bleiben. Diese Form habe ich selbst eine Zeit lang gepflegt. Ist der Wasserstand niedrig (ca. 10 - 15 cm), dann machen die Pflanzen ausschließlich Schwimmblätter. Bei einem höheren Wasserstand wurden auch einige Unterwasserblätter gebildet. Mehr als etwa 20 bis 25 cm hatten die Pflanzen bei mir in der Kultur nie. Ich kann also nicht sagen, ob sie nur noch Unterwasserblätter bilden, wenn sie in tieferem Wasser stehen.
Von Ingo Hertel wurde (1980) eine Form mitgebracht, die keine Schwimmblätter bildet, aber von H. W. E. vam Bruggen (1985) eindeutig als Aponogeton robinsonii identifiziert wurde. Am Naturstandort hatten diese Pflanzen 8 - 37 cm lange Blattspreiten mit 1,2 - 3,5 cm Breite. Sie waren glatt bis leicht gewellt und durchscheinend bis undurchscheind und ledrig. Die Blattstiele waren bis 34 cm lang. Die größten Exemplare erreichten eine Höhe von 70 cm. Die Knollen waren 1,2 - 2,5 cm groß (Hertel 1980).
In der Kultur entwickelten sich die Pflanzen gut. Die Blattstiele wurden bis 50 cm lang. Die Blattspreiten waren bis 50 cm lang und 3 cm breit. Die Pflanzen blühten mit dem zweiährigen, einseitswendigen Blütenstand, der für die Art typisch ist. Die Blüten haben zwei weiße 3 x 4 cm große Tepalen, drei Fruchtblätter und sechs Staubblätter. ie duften süßlich. Der Blütenstandstiel war fast einen Meter lang. Die Spatha soll purpurfarben gewesen sein. Die Ähren setzten durch künstliche Bestäubung mit einem Pinsel Samen an. Die Früchte waren nach etwa 4 Wochen reif. Sie schwammen ein bis zwei Tage, dann löste sich die äußere Fruchthülle und sie sanken auf den Boden. Die Jungpflanzen wurzelten in eine 2 - 3 cm dicke Schicht aus Sand und Lehm ein. Die Jungpflanzen wuchsen schnell und wurden in ein anderes Aquarium mit lehmhaltigem Kiesgrund eingesetzt. Nach sechs Monaten waren die Jungpflanzen 70 cm hoch und begannen zu blühen (Kunow 1985).

Temperatur: 20 bis 26 °C
pH-Wert: 6,0 bis 7,2
Härte: 4 - 12 °KH
Licht: mittel bis viel

Ökologie:
Ingo Hertel (1980) fand diese Wasserähre im Mai 1980 in Vietnam in der Region um Hue und beschrieb zwei Fundorte. Am ersten Fundort am Fluss Fe Tu betrug die Wassertemperatur 30 °C. Die Gesamthärte lag unter 1 °dGH und der pH-Wet bei 6,5. Der Nitratwert des Wassers war unter 1 mg/l. Der Bodengrund bestand aus weichem Schlamm in den Hertel beim Sammeln der Pflanzen bis zu den Waden einsank.
Der zweite Fundort lag beim Ort Loc Tu auf der Strecke zwischen Da Nang und Hue, 52 km von Da Nang entfernt. Hier wuchsen die Pflanzen in 150 cm tiefem Wasser und bildeten dichte Bestände an einer Brücke. An diesem Fundort war der Boden steinig und die Pflanzen saßen sehr fest.

Sonstiges:
Die Art ist die einzige zweiährige in Asien. Diploider Chromosomensatz 2n = ca. 60 (64?) (van Bruggen 1985)



Queensland Wasserähre

Aponogeton queenslandicus VAN BRUGGEN 1969


Herkunft:

Australien (Queensland)

Aussehen:

Die Blätter sind selten submers, meistens bilden sich schnell Schwimmblätter. Die Unterwasserblätter haben bis zu 70 cm lange und 4,5 cm breite, genoppte Spreiten. Die Schwimmblätter sind glatt 5 bis 15 cm lang und 0,8-3 cm breit. Die Spatha ist 1,5 cm lang. Sie fällt meist ab. Der Blütenstand ist eine einzelne ähre. Sie ist bis zu 9 cm lang. Die Blüten sind allseitswendig. jede Blüte hat zwei gelbe Tepalen. Diese sind 1,5-2 mm lang und 0,5 bis 1 mm breit. Die drei bis vier Fruchtblätter haben jeweisl bis zu 8 Samenanlagen. Die Frucht ist bis 8 mm lang und 5 mm dick. . Die Samen erreichen eine Länge von ca. 3 mm und haben einen Durchmesser von 1 mm.

Sonstiges:

Die Ureinwohner nennen die Pflanze Cob-oo-ree (wilde Kartoffel) (van Bruggen 1990).
Die Pflanze ist nicht in Kultur. Wegen der wenig haltabren Unterwasserblätter wäre sie auch nicht besonders attraktiv.

Aponogeton stuhlmannii

Herkunft:
Simbabwe
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Sandstein Wasserähre

Aponogeton tofus S.W.L JACOBS 2006

Synonyme:

Aponogeton elongatus forma strigosus H. BRUGGEN 1969

Herkunft:

Australien (Northern Territory and Arnhem Land)

Aussehen:

Die Knolle ist länglich oval und 1 bis 3 cm lang und 1 bis 2 cm im Durchmesser. Die Blätter sind überwiegend submers, selten werden Schwimmblätter gebildet. Die submersen Blätter sind linealisch oder lanzettlich bis elliptisch. Sie werden bis zu 23 selten bis zu 35 cm lang. Die Breite variiert zwischen 0,5 und 6 cm. Die Blattränder sind glatt oder wenig gewellt.
Die Samen sind fast zylindrisch. Die Samen sind schmal und fast zylindrisch. Die äußere Samenhülle ist dick und lässt sich leicht entfernen.

Temperatur: k.A.

pH-Wert: k.A.

Härte: k.A.

Licht: k.A.

Sonstiges:

Der Artname leitet sich vom Begriff "tofus" oder "tufa" ab. Damit wird der Sandstein in der Region des Arnhem Land Plateau bezeichnet. Ursprünglich bezeichnet der Begriff porösen, schwammigen Kalksandstein.
Die Art gehört zu einer Gruppe neu beschriebener australischer Arten, die ursprünglich alle als Aponogeton elongatus zusammengefasst waren.
Die Pflanzen wachsen in Flüssen und Lagunen auf oder nahe an Sandstein-Gebieten, vor allem auf dem Arnhem-Land Plateau. Die Blüten bilden sich an den Naturstandorten im Dezember bis Februar und die Früchte im Mai bis Juli.
Genanalysen haben ergeben, das Aponogeton tofus nahe mit Aponogeton euryspermus verwandt ist. Es gibt jedoch deutliche Unterschiede.

Aquarienkultur von Aponogeton tofus
Aponogeton tofus im Aquarium Früchte von Aponogeton tofus
Früchte



Ulvablättrige Wasserähre

Aponogeton ulvaceus BAKER 1881


Aponogeton ulvaceus und Aponogeton cordatus aus Jumelle 1936

Aponogeton ulvaceus und Aponogeton cordatus aus Jumelle 1936

Herkunft:

Madagaskar

Aussehen:

Diese wunderschöne Wasserähre wird bis 60 cm hoch. Die rundliche, glatte Speicherknolle ist dunkelbraun. Sie hat um den Vegetationspunkt herum harte, borstige Stacheln. Die Blätter sind hellgrün (bei starkem Licht rötlich), langgestielt, gewellt, oft so stark, dass sie wirken wie in sich gedreht. Die Blüte ist zweiährig, mit zwei weißen oder gelben Tepalen. Die Pflanzen sind selbststeril. Es werden aber leicht Samen angesetzt, wenn mehrere Pflanzen gleichzeitig blühen. Die Chromosomenzahl wurde mit 2 n = 40 (38?) bestimmt.

Temperatur: 22-30 °C

pH-Wert: 4,5-7,5

Härte: 2-15 °KH

Licht: mittel bis viel

Sonstiges:

Die Pflanze stammt aus ruhigem, langsam fließenden Gewässern. Sie verträgt manchmal auch härteresWasser, entwickelt sich in weichem, leicht saurem Milieu aber besonders gut. In der Wachstumsphase werden wöchentlich etwa 2 Blätter gebildet. Die Vermehrung erfolgt durch Samen. Kreuzungen aus Aponogeton ulvaceus und Aponogeton madagascariensis ähneln A. undulatus von der Blattstruktur. Auch Kreuzungen mit Aponogeton natans sind möglich. Seit 1981 ist eine seltene lebendgebärende Form bekannt. Die Art blüht im Langtag.

diploider Chromosomensatz 2n = 40 (38?) (VAN BRUGGEN 1985)

Aponogeton ulvaceus Wunderschöne, breitgewellte
Blätter sind typisch für die Art .

Sämlinge von Aponogeton ulvaceus

Sämlinge -
durch die Wasseroberfläche fotografiert .


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Gewelltblättrige oder Lebendgebärende Wasserähre

Aponogeton undulatus ROXBURGH 1832

Herkunft:

Indien, Pakistan, Thailand

Aussehen:

Die Knolle ist eiförmig oder länglich und erreicht eine Länge bis 2,5 cm. Die Oberfläche ist glatt und weist keine filzigen beläge auf, wie bei Aponogeton crispus. Die Pflanzen werden etwa 30-40 cm hoch. Die submerse Blätter sind lanzettlich und hell- bis dunkelgrün. Die Spreiten sind 20-25 cm lang und 0,8-4 cm breit. Am Rand dsind die Blätter gewellt. Als Charakteristisch gelten durchscheinde, viereckige Felder in den Blattspreiten. Dieses Merkmal wird aber nicht von allen Formen ausgebildet und tritt auch bei Hybriden zwischen Aponogeton ulvaceus und Aponogeton madagascariensis auf. Außerdem kann auch Aponogeton crispus solche Blätter bilden. Es gibt verschiedene Formen. Die hier abgebildete gehört zu den wüchsigsten. Andere Formen entwickeln sich langsam und bleiben klein. Es gibt Formen, die Schwimmblätter bilden, diese sind bis zu 20 cm lang 5 cm breit. Der Blütenstängel bis 55 cm lang und einährig. Die Pflanzen bilden selten weiße Blüten aus. Meist tragen die Stängel junge Pflänzchen mit knolliger Basis.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 70 - 74.

Temperatur: 22-30 °C

pH-Wert: 5,5-7,5

Härte: 5-15 °KH

Licht: mittel bis viel

Sonstiges:

Die Pflanzen machen auch im Aquarium eine Ruhezeit von 2- 3 Monate mit, treiben aber ohne weiteres Zutun in der Regel von alleine wieder aus. Wenn Blüten gebildet werden, lässt sie sich leicht mit dieser Aponogeton crispus oder Aponogeton natans kreuzen.

diploider Chromosomensatz 2n = ca. 70 bzw. ca. 74 (verschiedene Herkünfte) (VAN BRUGGEN 1985)

Gewellte Wasserähre im Fotobecken Aponogeton undulatus


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Van Bruggens Wasserähre

Aponogeton vanbruggenii (C.B. HELLQUIST & S.W.L. JACOBS 1998)

Synonyme:

aus Aponogeton elongatus ausgegliedert

Herkunft:

Australien

Aussehen:

Die Knolle ist ellipsoid bis länglich. Die Größe reicht von 0,5 bis 4 cm in der Länge und 0,5 bis 2,5 cm in der Breite. Es werden submerse und / oder schwimmende Blätter gebildet. Die Unterwasserblätter sind lanzettlich, elliptisch oder verkehrt eiförmig. Die Spreite ist 7 bis 36 cm lang und 0,6 bis 5 cm breit. Die Farbe variiert zwischen grün und grün-braun. Die Blattränder sind mehr oder weniger stark gewellt, selten ganz glatt. Die Basis ist breit keilförmig, stumpf, selten gestutzt. Der Blattstiel ist 15 bis 23 cm lang. Die Schwimmblätter sind elliptisch oder eiförmig, bis 38 cm lang und 5 cm breit, meist kleiner (12 x 2,5 cm). Sie sind grün bis braun-grün mit flachen Rändern. Die Basis ist keimförmig, stumpf, spitz, gestutzt, selten herzförmig. Der Blattstiel ist bis 91 cm lang. Der Blütensstandstiel erreicht eine Länge von 50 bis 80 cm. Er wird zur ähre hin breiter und ist dort dann bis zu 4,2 mm dick. Die Spatha ist 1,5 cm lang und fällt ab. Die Ähren sind einzeln, gelb und treiben auf dem Wasser oder stehen etwas darüber. Die Achse hat einen Durchmesser von etwa 1 bis 3,2 mm. Die Blüten sind allseitswendig. Die zwei tepalen pro Blüte sind gelb, 1,2 - 2,1 mm lang und 0,7-1,5 mm breit. Jede Blüte hat sechs Staubblätter. Die Antheren sind 0,2 bis 0,6 mm lang, 0,2 bis 0,6 mm breit. Die Filamente sind 1-2,5 mm lang und an der Basis etwas dicker. In der Regel gibt es drei Fruchtblätter manchmal sind es aber auch nur zwei oder bis zu 5. Die Früchte sind ellipsoid, papierartig dünn, 2,7 bis 7,1 mm lang und 2,2 bis 5,5 mm breit. Der Schnabel ist etwa 1 mm lang, meist endständig. Er kann gerade oder gebogen sein. Die Samen sind eiförmig bis schmal ellipsoid. Es befinden sich zwischen 2 und 7 in jeder Frucht. Sie sind 2,3 bis 4,8 mm lang, 0,7 bis 1,6 mm breit. Sie sind deutlich abgeflacht oder drehrund, mit einem deutlichen Knopf an einem Ende. Sie haben zwei Samenschalen, von denen die äußere lose ist und leicht zu entfernen. Die innere Samenschale ist meist leicht zu entfernen. (übersetzung der Erstbeschreibung C.B. HELLQUIST & S.W.L. JACOBS 1998)


Sonstiges:

Die Pflanzen sind Aponogeton elongatus ähnlich und wurden erst vor wenigen Jahren als eigene Art beschrieben. Die Samen sind deutlich schmaler als die von Aponogeton tofus und haben einen deutlichen Knopf an einer Seite. Die äußere Samenschale ist dünn. Sie lässt sich leicht entfernen. Das Verbreitungsgebiet von Aponogeton vanbruggenii liegt weiter östlich als das von Aponogeton euryspermus, überschneidet sich aber mit dem von Aponogeton tofus.
Der Holotype stammt aus Queensland: McIvor River.
Die Pflanzen wachsen in Flüssen, Strömen, in Seen und Billabongs. Blüten und Früchte hat man von März bis Oktober und im Januar gefunden.

Aponogeton bruggenii im Aquarium Aponogeton vanbruggenii

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geschwungene Linie


Literatur zu Aponogeton:

Linné filius (1781): ?.- Suppl. 215

C.P. Thunberg (1781): ?.- Nov. Gen. 4, 73

Aiton (1789): Hortus Kewensis, or, A catalogue of the plants cultivated in the Royal Botanic Garden at Kew, Vol. 1 Monandria - Heptandria, Classis VII, Heptandria, Tetragynia, S. 495

W. Roxburgh (1795): Plants of the coast of Coromandel 1, London

C. P. Thunberg (1796): Voyages de C.P. Thunberg au Japon, 4, Paris

W. Roxburgh (1832): Flora of India, ed. Carey 2, Serampore

J. Decaisne (1838): Ouvirandra Aub. du Petit-Thotjars. Gen. nov. Madag. n. 2..- J.P.B. Delessert, Icones selectae plantarum Vol. III: S. 62 - 63 und Tafel 100 (Aponogeton bernerianus)

M. P. Edgeworth (1848): On Aponogeton and the allied genera.- London J. Bot. 3, 402-407

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