Teilweise werden die Pflanzen zur Ernährung genutzt.
Zum Beispiel werden in China die Blätter von Hygrophila lancea
mit
Öl und Salz angerichtet. Hygrophila serphyllum und
H. spinosa
weden in Indien gegessen. Andere Arten wie Hygrophila auriculata
sind als Medizinalpflanzen wichtig. Ihre Samen weren in der indischen Medizin
zur Stärkung der Leberfunktion eingesetzt. Extrakte aus Hygrophila
erecta haben Einfluß auf die Entwicklung von Neuronen (Nervenzellen).
Die Pflanze wird in der traditionellen Medizin im fernen Osten eingesetzt.
Bei Hygrophila guianensis ist eine gute Wirkung gegen Protozoen
(z.B. Malaria) nachgewiesen worden. Extrakte aus Hygrophila stricta
zeigen
ein breites Spektrum an antibiotischen Wirkungen.
Briefmarke aus Ruanda mit Hygrophila auriculata als Motiv |
Die Gattung wurd 1810 von R. Brown aufgestellt. Typusart
war Hygrophila angustifolia, die dann von Kuntze 1891 als Varietät
von H. salicifolia eingeordnet wurde. Die Gattungen Synnema
und Nomaphila sind in Hygrophila eingegliedert worden. Die
Angaben zu den Artenzahlen schwanken zwischen 60 und 140. Möglicherweise
sind es aber auch weniger als 20 mit verschiedenen Standortvarianten.
Es fehlt ein Bestimmungsschlüssel der Arten weltweit und auch für
die einzelnen Verbreitungsgebiete fehlt. Die Angaben in den Floren sind
meist unvollständig und ihre Herkunft ist unklar. Es ist zum Beispiel
nicht nachvollziehbar, ob die Angaben in der "Flora of China" aus der Betrachtung
von Pflanzen an einem oder mehreren Standorten in China stammen oder ob
jemand glaubte, dass es sich um die entsprechende Art handeln müsste
und die Daten einfach von wo anders her übernommen hat.
Die Angaben in den
Erstbeschreibungen der Arten sind in der Regel recht ungenau. Das liegt
zum einen daran, dass die entsprechnden Sammler hunderte von Belegen von
ihren Reisen mitbrachten und sie aus Zeitmangel nur kurz beschrieben. Außerdem
wussten sie nicht, wie wichtig die Details wie die Größe der
Samen und Länge ihrer Drüsenhaare sein könnten. Dazu kommt,
dass es vor 150 Jahren noch kein Telefon, Fernsehen und Internet gab und
die Botaniker sich nicht schnell über e-mail mit Bildanhang austauschen
konnten. Das Kommunikationsmittel war damals die wissenschaftliche Veröffentlichung,
die Monate oder Jahre nach dem Verfassen des Manuskripts erscheinen konnte,
und der Brief. So kam es, dass verschiedene Botaniker die gleichen Pflanzen
fanden und ihre Funde in verschiedenen Ländern in verschiedenen Zeitschriften
publik machten. Auf diese Weise kam es zu vielen Synonymen. Es wurden zwischenzeitlich
verschiedne Gattungen in Hygrophila eingezogen, aber eine Revision
der Gattung selbst fehlt.
Für uns Aquarianer
ist die Systematik natürlich nur von untergeordneter Bedeutung - und
interessieren die Handelsbezeichnungen. Es wäre doch schön, wenn
man immer die selbe Pflanze bekommen würde, wenn man "Kirschblatt"
oder einen "Weidenblättrigen Wasserfreund" kauft. Leider ist das nicht
der Fall.
Ich habe einmal die
Pflanzen von verschiedenen Gärtnerein verglichen und musste feststellen,
dass sich die Anbauer nur bei der Stammformen von Hygrophila difformis
und Hygrophila polysperma einig sind.
In der Tabelle sind
einige Pflanzen aus dem Handel, eine Beschreibung ihrer Merkmale und die
Bezeichnungen bei verschiedenen Gärtnerein angegeben. Es muss sich
bei diesem Vergleich nicht um die selben Herkünfte handeln. Die Überwasserformen
der einzelnen Pflanzen sehen sich aber zumindest in den Katalogen und auf
den Internetseiten so ähnlich, dass sie ohne Kulturversuche (Kurztag,
Langtag, Blüte) nicht zu unterscheiden sind.
|
|
|
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![]() |
überwiegend in der Unterwasserform im
Handel, tief eingeschnittene, fiederteilige Blätter, hell grün
Überwasserform mit rundlichen bis verkehrt eiförmigen, behaarten Blättern und gesägtem Blattrand |
Dennerle: Hygrophila difformis
Las Lucanas: Hygrophila difformis submerged Oriental: Hygrophila difformis South Island: Hygrophila difformis Tropica: Hygrophila difformis |
![]() |
sowohl als Unterwasser- als auch als Überwasserpflanze
im Handel, Unterwasserblätter weicher und etwas größer
Blätter lanzettlich ca. 2,5 bis 5 cm lang und 1 bis 1,5 cm breit, grün bis leicht rötlich braun |
Dennerle: Hygrophila polysperma
Las Lucanas: Hygrophila polysperma Oriental: Hygrophila polysperma South Island: Hygrophila polysperma Tropica: Hygrophila polysperma |
![]() |
sowohl als Unterwasser- als auch als Überwasserpflanze
im Handel, Unterwasserblätter weicher und etwas größer
Blätter lanzettlich ca. 2,5 bis 5 cm lang und 1 bis 1,5 cm breit, grün bis rötlich pink mit weißen oder pinken Blattadern |
Dennerle: Hygrophila polysperma ´Sunset´
Las Lucanas: Hygrophila polysperma ´Rosa Nervis´ Oriental: Hygrophila polysperma ´Rosa Nervis´ South Island: Hygrophila rosanervis Tropica: Hygrophila polysperma ´Rosanervig´ |
![]() |
in der Überwasserform im Handel, Blätter hart und rau, hell grün bis blau grün, eiförmig, bis etwa 8 cm lang und 4,5 cm breit, Blattränder leicht gebuchtet bis gesägt | Dennerle: Hygrophila corymbosa
Las Lucanas: Hygrophila corymbosa var. stricta blue Oriental: Hygrophila corymbosa South Island: Hygrophila corymbosa Tropica: Hygrophila corymbosa ´Stricta´ |
![]() |
in der Überwasserform im Handel, Blätter weich und glatt, oliv grün bis blau grün, länglich eiförmig bis lanzttlich, bis etwa 10 cm lang und 3,5 cm breit, Blattränder glatt | Dennerle: Hygrophila stricta oder
Hygrophila corymbosa var. glabra ? Las Lucanas: Hygrophila corymbosa var. siamensis Oriental: Hygrophila corymbosa var. siamensis South Island: Nomaphila siamensis Tropica: Hygrophila corymbosa var. siamensis |
![]() |
in der Überwasserform im Handel, Blätter steif und glatt, oliv grün mit rötlich brauner Aderung, etwa 20 cm lang und 1,5 cm breit, Blattränder glatt, Stängel bräunlich | Dennerle: -
Las Lucanas: Hygrophila corymbosa var. salicifolia Oriental: - South Island: - Tropica: Hygrophila guianensis |
Es gibt zahlreiche andere Handelsbezeichnungen. Meist
werden sie einfach als Varietäten von H. corymbosa betrachtet.
Da sich die Pflanzen in Abhängigkeit von Tageslänge, Beleuchtungsstärke
und Luftfeuchtigkeit bzw. unter und über Wasser stark verändern,
ist ein Vergleich nur in der Kultur unter gleichen Bedingungen möglich.
Die Artbestimung ist dann immer noch wegen der fehlenden Literatur schwierig.
Besonders die schmalblättrigen Formen der Gattung sind schwer ein
zu ordnen.
Wasserfreund-Arten
Da die Bezeichnungen
der meisten Hygrophila-Arten zunächst einmal zweifelhaft sind,
habe ich versucht die Erstbeschreibungen der Arten zu bekommen. Besonders
interessant war dabei meist der Fundort. Wir beispielsweise von einer Gärtnerei
oder einem Händler unter dem Namen einer Art aus Südamerika etwas
angeboten, was aus Asien stammen soll, ist das schon mal recht verdächtig.
Außerdem habe ich Herbarbelege aus verschiedenen Regionen und Standortbilder
verglichen.
Auch die Aquarienliteratur
habe ich mir angesehen. Leider findet man zu den Hygrophila-Arten aber
wenig oder wenig richtige Bezeichnungen. Einige Autoren meiden die Schwierigkeiten
bei der Zuordnung in dem sie sich auf zwei oder dreri Arten beschränken.
Nämlich auf H. polysperma, H. difformis und H. corymbosa.
Wobei letzgenannte in der Beschreibung dann auch oft schmalblättrige
Formen mit umfasst, die möglicherweise eher zu H. salicifolia
zu zählen sind.
Die Unterscheidung
der verschiedenen Sippen ist dadurch erschwert, dass durch Übersetzungsfehler
Merkmale falsch wieder gegeben wurden. Beispielsweise findet man bei De
Wit (1990) H. corymbosa unter dem Namen Nomaphila stricta.
Als Unterscheidungsmerkmal zu Hygrophila wird angegeben, dass Nomaphila
nur vier Kelchblätter hätte. Allerdings steht eindeutig in der
Erstbschreibung
von H. corymbosa, dass es fünf sind ("quinquepartitus"). Das
Kelchblatt, das oben auf der Blüte liegt ist dabei am längsten.
Ein Merkmal, dass sich alle Hygrophilas teilen. Interessanterweise
beschreibt Nees 1847 als Gattungsmerkmal von Nomaphila einen sechsteiligen
Kelch. Er ordnet Justicia stricta dann der Gattung Nomaphila
zu, obwohl diese laut Erstbeschreibung fünf Kelchblätter hat.
Er unterscheidet diese Art von Nomaphila corymbosa. Heute werden
die zwei Pflanzen als eine Art verstanden.
Die Hygrophila
angustifolia wird von Botanikern zu als Unterart Hygrophila salicifolia
gestellt. Allerdings gehört die im Handel befindliche Hygrophila
angustifolia eindeutig nicht zu salicifolia, weil sie wie H.
corymbosa gegabelte Blütenstände hat. Daher stelle ich sie
hier zusammen mit Hygrophila corymbosa als Formen-Kreis zusammen.
Hygrophila
balsamica
Corymbosa-Gruppe
Hygrophila
corymbosa
Hygrophila
corymbosa ´Mini´
Hygrophila
corymbosa var. siamensis
Hygrophila
costata
Hygrophila
difformis
Hygrophila
lacustris
Hygrophila
pinnatifida
Hygrophila
polysperma
Hygrophila
polysperma ´Rosae´
Hygrophila
polysperma ´braun´
Hygrophila
polysperma ´breit´
Hygrophila
polysperma ´schmal´
Salicifolia-Gruppe
Hygrophila
salicifolia
Hygrophila
salicifolia var. angustifolia
Hygrophila
spec.
| Balsam-Wasserfreund
Hygrophila balsamica (LINNÈ FILIUS) RAFINESQUE 1838 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 24 - 30 °C pH-Wert: 5,0-7,0 Härte: 2-12 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
|
Unterwasserform des
|
Corymbosa-Gruppe
Es gibt zahlreiche Wasserfreund-Formen im Handel. Die
violette Blüten und gegabelte Blütenstände haben. Diese
Merkmale sind charakteristisch für Hygrophila corymbosa, der
von seinen gestielten (lat.: corymbus = Blütentraube) Blütenständen
seinen Artnamen hat. Eigentlich müsste die die Art als Hygrophila
stricta bezeichnet werden, weil dieser Name älter ist. Ich behalte
hier jedoch die Bezeichnung "corymbosa" bei, weil sie bezeichnender ist
und einen höheren Bekanntheitsgrad besitzt.
Die Blüten in dieser Gruppe sind mehr oder weniger
intensiv lila. Der mittlere Teil der Unterlippe ist stark nach oben gewölbt
und bullos. Er hat eine Zeichnung aus weißen Flecken und dunkleren
violetten Linien. Die Oberlippe ist etwa so breit wie der Mittellappen
der Unterlippe. Der Saum der Oberlippe ist nach oben gebogen. Die Blüten
sind in einer Traube angeordnet. Sowohl die Blütenkelche, als auch
die Blütenstiele sind behaart.
1981 beschrieb Paffrath
einen "Afrikanischen Wasserfreund" aus dem Niokolosee (Senegal), den er
als Hygrophila stricta identifizierte. Die Bilder zeigen deutlich
die gestielten Blütenstände mit den typischen lila Blüten
dieser Gruppe. Die submerse Pflanzen auf den Abbildungen sehen den H.
salicifolia von Dennerle recht ähnlich. Die emersen Pflanzen (Paffrath
1977) sehen dagegen aus wie emerse H. siamensis.
Paffrath unterscheidet H. stricta von H. corymbosa
dadurch, dass bei H. stricta alle Knospen der Zymen sich entwickeln,
während bei H. corymbosa immer nur eine Seiteknospe sich entwickelt
und die jeweils gegenüber liegende verkümmert. Er geht davon
aus, dass es sich um zwei Formen einer Art handelt.
| Großer Wasserfreund oder Kirschblatt
Hygrophila corymbosa (BLUME 1826) LINDAU 1895 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 22-28 °C pH-Wert: 5,5-7,5 Härte: 2-18 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
Die Form, die als Hygrophila corymbosa, Hygrophila
corymbosa var. stricta blue oder Hygrophila corymbosa ´Stricta´
im Handel ist, neigt im Aquarium sehr zu Chlorosen und Kleinblättrigkeit.
Diese schöne panaschierte Form ist leider nicht im Handel. |
Das typische Kirschblatt hat grobe,
Die Blüten sind an einem verzweigten,
Einzelblüte
Bei ´Kompakt´ oder ´Mini´ ist
|
Text der Erstbeschreibung von Nomaphila corymbosa
|
Bestand von Hygrophila siamensis
und die Blüten an verzweigten Stielen. |
| Schmalblättriger
Wasserfreund
Hygrophila cf angustifolia Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 22-28 °C pH-Wert: 6,0 - 7,5 Härte: 2-18 Licht: mittel bis viel Sonstiges:
|
Die Langtagform über Wasser.
Unter Wasser sind die Blätter ganz lang
|
Links Winterform aus einem deutschen Gewächshaus
|
Die Stängel sind stark behaart. |
Die Blüten stehen in Trauben. |
Langtagform - Bund aus Importstängeln |
| Guyanischer Wasserfreund
Hygrophila costata Sinning 1824 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
In Queensland, wohin sie durch den Aquarienhandel verschleppt wurde, blüht die Art das ganze Jahr hindurch. Temperatur: 22-28 °C pH-Wert: 6,5-7,5 Härte: 2-12 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
|
Überwasserform
Blüte mit tief eingeschnitten Lappen
Blüten in den Achseln |
Pflanze mit quirlständigen Blättern |
| Indischer Wasserwedel, Wasserstern
Hygrophila difformis (LINNÉ fil.) BLUME 1826 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 22-30 °C pH-Wert: 6,0-7,5 Härte: 2-18 °KH, bis 30 °dGH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
Es gibt eine buntblättrige Form. Bei ihr sind die Blattadern gelb bis weiß. Bei Blättern mit nicht so stark zerteilten Spreiten ist die Spreite flächig gelb. Die Form soll seit 1976 im Handel sein. Sie ist in Deutschland aber selten erhältlich (Paffrath 1987). Es gibt auch eine Form, deren Blätter unter Wasser
die gleiche Form haben wie über Wasser. Die Blüte (unten rechts)
sieht genauso aus wie die der veränderlichen Form (oben rechts).
|
Die emersen Blätter sind ungeteilt und
Blüte der Hygrophila difformis,
|
Unterwasserform von H. difformis |
Während die Triebe von H. difformis aus
|
Buntblättrige Form des Wasserwedels |
Bei sehr starkem Licht kann
|
| Schmaler Wasserfreund
Hygrophila lacustris (Schlechtendal 1830) Nees 1847 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 22-26 °C pH-Wert: 6,5-7,2 Härte: 2-12 °KH Licht: viel Sonstiges:
Erstbeschreibung von
Hygrophila
lacustris
Die Pflanze wächst in Nordamerika in Florida, Texas
und Mexiko. Sie besiedelt Sümpfe und Schlickbänke.
|
"Hygrophila lacustris" aus Thailand.
|
| Gebuchteter Wasserfreund
Hygrophila pinnatifida (Dalzell 1851) Sreemadh. 1969 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 22-26 °C pH-Wert: 6,5-7,2 Härte: 2-12 °KH Licht: viel Sonstiges:
Text der Erstbeschreibung von Nomaphila pinnatifida |
Hygrophila pinnatifida emers im Februar
im Juli
submers
|
| Indischer Wasserfreund
Hygrophila polysperma T. Anderson 1867 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 20-30 °C pH-Wert: 5,0-8,0 Härte: 2-12 °KH Licht: mittel bis viel Sonstiges:
|
Normalform
H. polysperma ´breitblättrig´
ist etwas
|
Die Farbintensität der Varietät ´rosae´
emerse Form von H. polysperma "braun schmal"
|
Das Bild rechts zeigt einen blühenden
|
Zu dieser Gruppe habe ich einige mehr oder weniger schmalblättrige Formen zusammen gefasst, deren Blüten in Gruppen in den Blattachseln sitzen. Die Blüten sind blaß-lila mit dunklerer Zeichnung. Die Oberlippe ist weiß oder blaß lila. Sie ist nicht tief eingeschnitten und fast so breit wie die Unterlippe. Der Rand ist wenig oder gar nicht nach oben gebogen. Die Unterlippe ist tief eingeschnitten. Die Lappen spreizen sich nicht aus einander. Sie haben an der Spitze eine flächige violette Markierung, die einen weißen Saum um jede Lippe frei lässt. Im Schlund ist eine Zeichnung aus violetten Linien.
Wie schwierig die Systematik in dieser Gruppe ist stellte
schon Paffrath (1983) fest. Er gab an, dass
Nees ein und die selbe Art sechsmal nämlich unter den Namen H.
salicifolia, H. assurgens, h. radicans, H. obovata, H. dimidiata und
H. ciliaris beschrieben habe. Außerdem zählt er als Synonyme
H.
angustifolia R. Brown, H. stricta Kasskarl und H. malabrica
Ratin auf. Die Pflanze, die sich unter dem Namen Hygrophila angustifolia
im Handel befindet ist eine Form von Hygrophila corymbosa.
Ebenso
gilt H. stricta als eine Form aus der Corymbosa-Gruppe. möglicherweise
ist handelt es sich dabei sogar um die korrekte Bezeichnung für das
Kirschblatt, das wir unter den Nemen H. corymbosa kennen.
Aus Erfahrung wissen wir, dass vor allem die Behaarung
ein Merkmal ist, dass stark von den Umweltbedingungen (Luftfeuchtigkeit
und Temperatur) abhängt. Die "Flora of Japan" erwähnt zum Beispiel
keine Behaarung der Blätter und bezeichnet den Stängel als kahl.
In der "Flora of China" werden sowohl behaarte Stängel als auch behaarte
Blätter beschrieben. Unklar ist auch die Länge der Früchte.
Sie sollen laut "Flora of China" ein Drittel bis ein viertel länger
sein als die Kelchblätter und 15 bis 17 mm lang sein. Die "Flora of
Japan" erwähnt kein Größenverhältnis zu den Kelchblättern
und gibt als Länge 8 bis 10 mm an. Die Flora of China unterscheidet
zwei Unterarten in China. Bei
H. salicifolia var. salicifolia sollen
die Brakteen unten fein behaart sein. Bei H. salicifolia var. longihirsutaH.
S. Lo & D. Fang (1997) bleiben die Brakteolen erhalten und
die Lappen des Blütenkelchs sind braun rau behaart.
Hara et al. (1982) haben
Hygrophila
lancea (Thunb.) Miq. und Hygrophila salicifolia (Vahl) Nees
zu einer Art zusammen gefasst. Dieser Ansicht folgen auch viele andere
asiatische Botaniker. Dennoch werden die Pflanzen teilweise als eigenständige
Arten aufgeführt. T. Makino ordnet alle Hygrophila der
japanischen Inseln und von Taiwan
H. salicifolia (Vahl) Nees zu.
Die Zuordnung der Aquarien-Hygrophilas zu dieser Art ist
schwierig. Die typische schmalblättrige "H.
angustifolia" aus dem Handel zeigt in ihren Blütenmerkmalen
eine Verwandtschaft mit H. corymbosa, gehört also nicht zu
dieser Gruppe. Allerdings hat Paffrath (1983)
eine echten H. salicifolia beschrieben. Über Wasser waren seine
Pflanzen bis einen Meter hoch und hatten vierkantige, drüsig behaarte
Stängel. Die Blätter waren schmal lanzettlich, kurz gestielt
mit spitzer Basis und spitzer Spitzer. Junge Blätter waren fein behaart
und rötlich. Ältere Blätter waren matt dunkel grün
und kahl. Die Mittelader war rötlich. 10 bis 14 Paar Seitennerven
zweigten davon ab. Die Blüten sind in Zymen.
Paffrath beschreibt sie als Büschel aus drei bis sieben ungestielten
Blüten, von denen die drei mittleren am kräftigsten sind. Die
hatten eine 5 mm lange Röhre, die hinten 1,5 mm Durchmesser und vorne
3 mm hatte. Die Oberlippe war hoch geschlagen und wenig eingschnitten.
Die Unterlippe war dreilappig, leicht hoch gewölbt und purpurn geadert.
Die ganze Blüte war schwach violett bis weißlich. Submers waren
die Blätter kurz gestielt bis sitzend, grün bis rötlich
(an der Triebspitze). Die Blattspreiten waren 8 bis 12 cm lang und 7 bis
10 mm breit. Weiches Wasser oder Kohlendioxidgaben in härterem Wasser
führten zu größeren Blättern bei den Pflanzen. Das
Verhältnis von Länge zu Breite soll konstant bei etwa 12 zu 1
gelegen haben. Bei H. lacustris entsprechend 20:1 und bei H. costata 30:1.
Die letzten Anhaben können nicht verifiziert werden, da die Identität
der entsprechenden Pflanzen sich heute nicht mehr klären lässt.
Ausschnitt aus dem Artikel von Paffrath 1983 mit Bild
|
Die Beschreibung und die Abbildung passen gut zu dem oberen
Herbarbeleg, den ich bei H. salicifolia var. angustifolia
abgebildet habe.
| Weidenblättriger Wasserfreund
Hygrophila salicifolia (Vahl) Nees 1832 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Temperatur: 20-28 °C pH-Wert: 5,0-8,0 Härte: 2-18 °KH Licht: mittel Sonstiges:
Es gibt verschiedene schmalblättrige Formen, deren
Zugehörigkeit zu dieser Art nicht eindeutig ist. Im Handel findet
man H. salicifolia (grüne Blätter, bis etwa 15 cm lang
und 3 cm breit) und H. salicifolia ´rot´ (rötlich
braune Blätter, bis etwa 10 cm lang und 2 cm breit, Stängel sehr
steif).
Früchte von H. salicifolia rot |
Hygrophila salicifolia im Gewächshaus
Blüten und junge Früchte
Hygrophila salicifolia ´rot´ und
Blüten von Hygrophila salicifolia ´rot´. |
| Schmalblättriger Wasserfreund
Hygrophila salicifolia var. angustifolia (R. Brown) Kuntze 1891 Synonyme:
Herkunft:
Aussehen:
Sonstiges:
Herbarbeleg aus Queensland. Ca. 50 cm hoch, Blüten
dicht gedrängt, violett (purple).
|
Herbarbeleg von H. angustifolia
|
Die unten abgebildete Pflanze ist möglicherweise eine Form von Hygrophila salicifolia. Sie unterscheidet sich aber in der Form und der Farbe der Blüten und in der Blätter von den anderen hier abgebildeten Formen. Importiert wurde sie unter dem Namen "Hygrophila lacustris". Allerdings blüht sie nicht weiß, so dass diese Bezeichnung in jedem Fall falsch ist.
Hygrophila spec. emers |
Hygrophila spec. Blüte |
Hygrophila spec. Blüte |
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