Gattung Lagenandra
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Lagenandra meeboldii
Lagenandra nairii
Lagenandra thwaitesii

Die Gattung hat keinen deutschen Namen. Es sind etwa 15 Arten bekannt, die alle aus Indien oder Sri Lanka stammen.
Wie die Wasserkelche (Cryptocorynen) gehört auch diese Gattung zu den Aronstabgewächsen (Araceae). anders als die Cryptocorynen bilden die Pflanzen in der Regel keine Ausläufer, sondern Jungpflanzen direkt am Rhizom. Von dieser Regel stellt aber Lagenandra nairii eine Ausnahme dar.
Außerdem ist bei den Lagenandra-Arten das jüngste Blatt nicht tütenförmig zusammengerollt, sondern von beiden Seiten her zur Blattmitte eingerollt. Die Fruchtblätter in der Blüte sind frei und spiralig übereinander angeordnet und nicht wie bei den Cryptocorynen verwachsen und auf einer Ebene.
 
 

Bei den Lagenandra-Arten sind die jungen Blätter
von beiden Seiten zur Mitte gerollt.

Bei den Cryptocoryne-Arten sind die jungen Blätter
von einer Seite, tütenförmig aufgerollt.

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Meebolds Lagenandra
Lagenandra meeboldii (ENGLER) FISCHER

Synonyme:
-

Herkunft:
südwest Indien

Aussehen: 
Die Pflanze wird ca. 20 cm hoch. Sie hat ein kriechendes Rhizom. Die Blattstiele sind zwischen 5 und 20 cm lang. An der Basis ist eine Blattscheide, die etwa 4 cm lang wird. Die Spreite erreicht eine Länge von etwa 6 bis 12  cm und eine Breite von 3,5 bis 7 cm. Sie ist oval mit einer sehr leicht herzförmigen Basis. Es gibt eine grüne und eine rötliche Form. 
Der Blütenstand ist von außen unauffällig weißlich bis leicht gelb-braun. Er steht auf einem mehrere Zentimeter langen Stiel. Die Innenseite der Spatha ist pink und warzig. Die Fahne ist meist aufrecht und wenig gebogen. 

Temperatur:      22-28 °C

pH-Wert:          unter 7

Härte:               2-15 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Zumindest die rote Form benötigt in emerser Kultur eine gute Düngerversorgung. Sie wächst recht stabil, aber nicht besonders schnell. Submers habe ich die Pflanzen selbst noch nicht kultiviert. 
Insgesamt wird Lagenandra meeboldii  wenig in Aquarien kultiviert. In den USA wird sie als Aquarienpflanze angeboten. Die Erfahrungen sind sehr unterschiedlich. Offensichtlich vertragen die Pflanzen es nicht immer, wenn das Rhizom im Substrat vergraben wird. Als Bodengrund eignen sich Sand oder Kies. Beschattet mag die Pflanze nicht stehen. 

L. meeboldii mit zwei Knospen 
und einer Blüte im 
Botanischen Garten München

Nahaufnahme eines Blütenstandes.

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Nairs Lagenandra
Lagenandra nairii RAMAMURTHY & RAJAN 1984

Synonyme:
-

Herkunft:
Indien (nur vom Typusstandort in Kerala bekannt)

Aussehen: 
Die Pflanze wird ca. 30 cm hoch. Sie hat ein kriechendes, 1,5-2 cm dickes Rhizom. Die Blattstiele sind zwischen 3 und 30 cm lang. An der Basis ist eine Blattscheide, die 1 bis 6 cm lang wird. Die Spreite erreicht eine Länge von etwa 17 cm und eine Breite von etwa 9 cm. Sie ist oval bis herzförmig. Die Oberseite ist kahl und mittelgrün. Die Unterseite ist schwach behaart und hellgrün. Die Spatha ist seitwärts gebogen, warzig und behaart. Meist sind die Blütenstände rot-violett, es gibt aber auch Pflanzen mit gelben Spathen.

Temperatur:      22-26 °C

pH-Wert:          3,0-7,0 (emers)

Härte:               2-12 °KH

Licht:                mittel bis viel

Sonstiges:
Diese Sumpfpflanze wurde erst am 22. März 1981 entdeckt und 1984 beschrieben. Sie eignet sich gut für die Kultur in Paludarien. Die Pflanzen blühen regelmäßig und bilden Ausläufer. Möglicherweise auch für die submerse Kultur geeignet.


Diese gelb blühende Form von L. nairii
stammt aus Kerala in Indien.


Blüte von L. nairii
links: ganzer Blütenstand
rechts: nach Entfernen der Spatha mit Blick auf die weiblichen Blütenteile,
der Männliche Teil ist von der Kesselklappe umhüllt.

nach Entfernen der Kesselreste 
mit freigelegten männlichen Blüten 
und die rötlichen Narben.

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Thwaites Lagenandra
Lagenandra thwaitesii ENGLER 1879

Synonyme:
Arum ovatum

Herkunft:
südwestliches Sri Lanka

Aussehen: 
Die Pflanze wird über Wasser etwa 50 cm hoch, benötigt aber mehrere Jahre um diese Größe zu erreichen. Sie hat ein kriechendes Rhizom. Die Blattstiele werden bei gut entwickelten Pflanzen etwa 10-20 cm lang. Die Blattspreite ist lanzettlich, am Rand leicht gewellt und etwa 10 bis 25 cm lang und 2,5 bis 5 cm breit. Die Basis ist gestutzt und teilweise unsymetrisch. Die Blätter sind dunkelgrün mit einem silbrig-seidigen Glanz auf der Blattoberseite. Der Silberglanz wird mit zunehmender Beleuchtungsstärke intensiver. Die Spatha ist außen grünlich purpur bis dunkel braun gefärbt. 
Unter Wasser wächst die Pflanze langsamer, kann aber auch dann bis zu 40 cm hoch werden. Der Habitus unterscheidet sich kaum von der Überwasserform.

Temperatur:      22-28 °C (nach Puhlmann: mindestens 25 °C)

pH-Wert:          5,5 - 7,5 (nach Puhlmann: 6,0 bis 6,5)

Härte:               1-12 °KH (nach Puhlmann: um 5 °dGH)

Licht:                mittel bis viel (12 bis 14 Stunden)

Sonstiges:
Die Pflanze eignet sich gut für die Kultur. Im Paludarium sollte sie nährstoffreichen Bodengrund mit Lehmzusatz haben. Tageslicht und eine hohe Luftfeuchtigkeit sagen ihr zu. Sie wächst unter Wasser nur langsam aber gut. Benötigt aber viel Licht. 
Die Pflanze wurde zum ersten Mal in dem 1692 erschienenen Werk "Hortus Malabaricus" mit der Bezeichnung "Karin-pola" abgebildet.

Blätter von Lagenadra thwaitesii

Diese Blüte ist untypisch. 

Normal geformter Blütenstand mit  
geschwänzter und gedrehter Spatha. 

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Literatur zu Lagenadra:

K. Puhlmann (1985): Zu Wasser und zu Lande: Lagenandra thwaitesii, Sumpf- und Aquakultur.- Aquarien Magazin 10, 441-443

W. Crusio, A. de Graaf (1986): Lagenandra dewitii Crusio et De Graaf (Araceae), eine neue Art aus Sri Lanka.- Aqua Planta 2-86, 57-59

M. Sivadasan (1986): Lagenandra nairii - eine ungewöhnliche Art aus Indien.- Übersetzung von J. Bogner, Aqua Planta 2-86, 60-64

J. Bogner, N. Jacobsen (1987): Die systematische Stellung von Lagenandra gomezii (Schott) Bogner et Jacobsen, comb. nov. .- Aqua Planta 2-87, 43-50

A. de Graaf, W. Crusio (1990): Lagenandra praetermissa de Wit.- DATZ 43(4), 235

A. de Graaf, W. Crusio (1990): Lagenandra jacobsenii de Wit.- DATZ 43(5), 302

A. de Graaf (1991): Die Verbreitung von Cryptocoryne und Lagenandra (Araceae) auf Sri Lanka (2).- Das Aquarium 25(10), 17-21

F.  Möhlmann (1992): Pflanzen für das Aquaterrarium: Die Gattung Lagenandra.- Aquarium Heute 10(1), 29-31

G. Eggers (1994): Sri Lanka 2. - Lagenandra und Cryptocoryne-Arten.- Aqua Planta 1-94, 20-28

C. Kasselmann (1999):  Aquarienpflanzen.- 2. erweiterte Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart

M. Sivadasan, V. Abdul, B. Thomas (2002): Lagenandra keralensis Sivadasan Jaleel (Araceae), eine bemerkenswerte neue Art aus Indien.- Aqua Planta 1-2002, 16-21