Gattung Crinum - Hakenlilien
Crinum calamistratum
Crinum natans
Crinum thaianum
Die Crinum-Arten gehören zu den Amaryllidaceae
(Amaryllisgewächse). Sie haben eine echte Zwiebel
aus mehreren Blattschichten an deren unteren Ende aus der sogenannten Zwiebelscheibe
die Wurzeln entspringen. Sie ist mit den Narzissen (Narcissus) in
unseren Gärten, mit den Belladonnalilien (Amaryllis) und dem
Ritterstern (Hippeastrum) verwandt. Es gibt etwa 130 Arten, die
von Liebhabern gesammelt werden. Sie sind nicht winterhart und eignen sich
darum nur für frostfreie Klimate als Gartenpflanze. Viele bevorzugen
feuchte Standorte. Wasserpflanzen sind aber in der Gattung eine Ausnahme.
Die Zwiebeln sind giftig. Die der Asiatischen Giftlilie
(Crinum asiaticum) wurde früher als Brechmittel verwendet.
Die aquaristisch bekannten Arten stammen aus Afrika und
Asien. Sie eigenen sich gut für Barschbecken, weil die Pflanzen wenig
von den Fischen beschädigt werden. Blüten erzielt man nur im
offenen Aquarium, im Terrarium bzw. Paludarium oder im Gewächshaus.
Alle Blütenblätter sind gleich geformt (Perigon).
Sie bilden im unteren Bereich eine Röhre und sind oben frei.
Blütenstand von Crinum thaianum
Die Staubblätter (Filament + Anthere) ragen weit
aus der Blüte.
Der lange, schlanke, grüne Griffel ist sogar noch
länger.
Er hat an der Spitze eine grüne, knopfartige Narbe.
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Dauerwellen-Hakenlilie
Crinum calamistratum BOGNER
& HEINE 1987
Synonyme:
Crinum natans "Crispus"
Herkunft:
Afrika: Westkamerun
Aussehen:
Die schmalen gekräuselten Blätter sind nur
etwa 0,2 bis 0,7 cm breit und werden 70-200 cm lang. Die Blattrosette geht
aus einer etwa 10 cm langen Zwiebel mit einem Durchmesser von ca. 3 cm
hervor. Die harten Blätter haben eine deutliche Mittelrippe, sind
ungestielt, schmal-lanzettlich, gewellt
und dunkelgrün bis rötlich. Die Blattränder sind stark gewellt.
Die duftenden, weißen Blüten stehen allein oder in Gruppen bis
zu drei auf einem bis zu 80 cm langen Blütenstandstiel. Die Blütenröhre
ist 10 bis 12 cm lang und außen grün. Die sechs zürückgebogenen
Tepalen
sind weiß, ca. 7 cm lang und nur 0,5 bis 0,8 cm breit. Jede Blüte
hat 6 Staubblätter, die weit
aus der Röhre ragen und einen ca. 6 cm langen Griffel.
Temperatur: 22-28
°C
pH-Wert:
5,5-8,0
Härte:
2-12 °KH
Licht:
mittel
Sonstiges:
Die Pflanzen sind nicht sehr anspruchsvoll. Sie benötigen
lediglich einen ausreichend hohen Bodengrund (ca. 8 cm), damit die Zwiebel
gut verankert ist. Der Bodengrund sollte nährstoffreich sein. Die
Art mag Strömung. Die Vermehrung erfolgt über Brutzwiebeln.
Die Art wurde beschrieben ohne, dass Früchte und
Samen bekannt sind. Die Verbreitung ist möglicherweise auf einen Fluß
nahe Kumba in Westkamerun begrenzt (Kasselmann
1999). |
Crinum calamistratum im Aquarium
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Flutende Hakenlilie
Crinum natans BAKER 1898
Synonyme:
-
Herkunft:
Afrika (Sierra Leone, Liberia, Elfenbeinküste, Ghana,
Nigeria, Kamerun)
Aussehen:
Die ungestielten Blätter werden bis 140 cm lang
und 3 bis 5 cm breit. Sie sind bandförmig
mit einer deutlichen Mittelrippe und mehr oder weniger stark gewellten
Blatträndern. Der Blattrand ist unregelmäßig gezähnt.
Die Zwiebel hat einen Durchmesser von 7 bis 10 cm. Der Blütenstiel
wird bis 90 cm hoch und ragt aus dem Wasser. Er trägt 3 bis 5 weiße
und wohlriechende Blüten. Die Blütenröhre ist 10 bis 18
cm lang. Die Tepalen sind 5 bis 9 cm
lang und 0,9 bis 1,6 cm breit. Die sechs Staubblätter
ragen weit aus der Röhre. Der lange, dünne Griffel
ist länger als die Staubblätter.
Temperatur:
22-30 °C
pH-Wert:
5,5-8,0
Härte:
2-20 °KH
Licht:
mittel bis viel
Sonstiges:
Bei starkem Licht ist die Noppung der Blätter stärker.
Der Nährstoffbedarf ist hoch. Eine Bodendüngung ist zu empfehlen.
Die Pflanzen wachsen in der Natur in Brackwasser (Gezeitenbereich)
auf Schlickböden. Brackwasser ist aber für eine Kultur nicht
notwendig. Die Pflanzen lassen sich gut in mittelhartem bis hartem Aquarienwasser
kultivieren. Wegen der Größe der Zwiebel ist ein hoher Bodengrund
notwendig.
Sehr gute Pflanze für Ostafrika-Barschbecken. |
Crinum natans im Aquarium
Die Pflanze ist eine Weile frei im
Becken getrieben und ist nun frisch
gepflanzt. Dadurch kommt die
untypische, flache Wuchsform zustande.
In wenigen Tagen werden die
Blätter sich nach oben strecken.
Zwiebel von Crinum natans
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Thailändische Hakenlilie
Crinum thaianum J.
SCHULZE 1971(a)
Synonyme:
-
Herkunft:
Thailand
Aussehen:
Die Pflanzen haben Zwiebeln mit einem Durchmesser von
etwa 6 cm. Die bandförmigen Blätter sind 50-300 cm lang und etwa
1,5 bis 2,5 cm breit. Sie sind glatt bis teilweise extrem, spiralig gedreht
und grün. Der Mittelnerv ist weniger deutlich als bei den anderen
Arten. Der Blattrand ist fein gezähnt.
Der Blütenstandstiel ist ca. 80 cm lang und trägt bis zu 10 Blüten.
Die weißen Blüten duften intensiv. Die weißen Tepalen
sind 6,5 bis 10 cm lang und 0,8 bis 1,5 cm breit. Die Röhre ist bis
14 cm lang.
Temperatur:
22-28 °C
pH-Wert:
5,5-8,0
Härte:
2-12 °KH
Licht:
mittel
Sonstiges:
Wegen der Zwiebel benötigt die Pflanze einen hohen
Bodengrund ab etwa 8 cm. Die Zwiebel der Pflanze sollte man nur zu 2/3
in den Boden eingraben. Die Vermehrung erfolgt über Brutzwiebeln.
Wegen der Länge ihrer Blätter sind die Pflanzen nur für
Aquarien mit einer Höhe ab 50 cm zu empfehlen. Die flutenden Blätter
können problemlos abgeschnitten werden, wenn sie den übrigen
Bewuchs zu stark beschatten. Blüten bilden sich nur im Langtag.
Die Pflanzen wachsen unter Bedingungen, unter denen die
optisch ähnliche Riesenvallisnerie nicht gedeiht, weil zum Beispiel
etwas Kupfer im Leitungswasser ist.
In der Natur wachsen sie in der kräftigen Strömung
von Bächen und Flüssen. |
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Literatur:
Baker (1898): Fl. trop. Afr.
7. S396
J. Schulze (1971a): Plant
Life, San Diego/La Jolla/Calif., USA
J. Schulze (1971b): Eine neue
Wasserlilie aus Südostasien.- DATZ 24 (4), 125-128
K. Horst (1976): Cryptocorynengewässer unter die
Lupe genommen.- Aqua Planta 1-76, 5-6
J. Schulze (1986): Crinum thaianum J. Schulze.-
Übersetzung C. Kasselmann, Aqua Planta 3-86, 95-98
J. Schulze (1986): Crinum thaianum J. Schulze.-
Übersetzung C. Kasselmann, Aqua Planta 4-86, 146-147
B. Ziarko (1986): Beobachtungen an einem natürlichen
Standort von Crinum thaianum.- Aqua Planta 3-86, 99
J. Bogner, H. Heine
(1987): Eine neue Aquarienpflanze aus Kamerun: Crinum calamistratum
Bogner et Heine, sp. nov. (Amaryllidaceae).- Aqua Planta 4-87, 123-129
C. Kasselmann (1987): Crinum natans Baker aus Westafrika.-
Ti-International 79, 28-31
H.-T. Steinhaus (1988): Eine kleine Sternstunde im Aquarium:
Die Blüte der Crinum natans.- DATZ 41(11), 497-480
H.C.D. De Wit (1990): Aquarienpflanzen.- 2. Überarbeitete
Auflage, übersetzt aus dem Niederländischen von Dr. Edy Roche,
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
H. Bader (1991): Hakenlilien (Crinum), Pflanzenriesen
im Aquarium.- Aqua Planta 3-61, 85-92
O. Gartner (1992): Freude an zwei afrikanischen Crinum-Arten.-
DATZ 45(5), 320-323
K. Paffrath (1993): Die Rötliche Hakenlilie. Wer
ein offenes Aquarium pflegt, sollte auf diese interessante Pflanze nicht
verzichten.- TI-Magazin 115, 26-29
H.-T. Steinhaus (1995): Blütenzauber Teil 2: Die
Blüte der Flutenden Hakenlilie, Crinum natans.- Das Aquarium
29(8), 21-23
C. Kasselmann (1999): Aquarienpflanzen.-
2. Auflage, DATZ-Atlanten, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart
I. Scheuermann (2001): Pflanzen fürs Aquarium.- 9.
Auflage, GU Aquarien-Ratgeber, Gräfe und Unzer Verlag GmbH, München
J. Schlüssel (2001): Dauerwellen unter Wasser. Die
Flutende Hakenlilie Crinum natans.- Aquarium live 5(5), 52-55
E. Fischer (2005): Hakenlilie - Crinum thaianum.-
Aquarienclub Braunschweig e.V., Fishlight XXIII., 10