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Staubfutter Futtertabletten Granulate Getrocknetes Naturfutter |
Salinenkrebse (Artemia franciscana,
A. salina etc.)
Wasserflöhe und Hüpferlinge (Bosmina, Cyclops, Daphnien, Moina, Diaptomus) andere Krebstiere Fruchtfliegen Mückenlarven Tubifex Weiße Asseln Mikrofutter (Infusorien) |
Für unsere Newsletter-Artikelserie über Futter für Aquarientiere habe ich lange recherchiert und habe dabei vor allem bemerken müssen, dass es sehr schwer ist die Nährstoffgehalte der einzelnen Futtersorten in Erfahrung zu bringen. Auf vielen, aber nicht allen, Packungen von Flocken- oder Granulatfutter sind die Anteile von Eiweiß, Fett, Rohasche und Rohfaser angegeben. Lebendfutterbeutel haben dagegen meist nicht einmal eine Beschriftung die Auskunft über den Inhalt gibt. Auf Frostfutterpackungen sind entweder gar keine Angaben zu finden (Schokotafeln). Auf Blistern findet man vor allem große, bunte Bilder und die Namen der Hersteller oder Zwischenhändler. Der Nährstoffgehalt steht im Kleingedrucktem, in diesem Fall rechts am Rand.

Nährstoffangaben auf einem Blister mit Rogen |
Nährstoffangaben auf einem Blister mit
Auf den beiden hier abgebildeten Packungen sind
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Im Internet bin ich in einigen Fällen fündig
geworden. Ich muss aber dazu sagen, dass die Angaben von firstfish.de nicht
belegt sind. Bei fischfutterhandel.de und Fauna Topics, sind die Nährwertangaben
Teil der Produktbeschreibungen und damit genauso zuverlässig wie die
Angaben auf den Verkaufsverpackungen.
Beim Vergleich der einzelnen Futtersorten viel auf, dass
einige landläufig verbreiteten Meinungen nicht unbedingt auf Tatsachen
beruhen. Beispielsweise sollen Enchyträen nur wenig gefüttert
werden, weil sie angeblich zu viel Fett enthalten. Stimmen aber die und
zugänglichen Nährwertangaben, dann enthalten sie aber auch nicht
mehr Fett als Artemia-Nauplien oder Flockenfutter, Granulate sind sogar
deutlich fetthaltiger. Im Vergleich zu anderen Würmern enthalten sie
allerdings tatsächlich mehr Fett. Es ist also alles relativ.
Wenn wir uns mit den Nährwertangaben der Futtersorten
beschäftigen, um das beste Futter zu finden, müssen wir zunächst
wissen, welche Ansprüche unsere Tiere an ihre Ernährung haben.
Darin liegt aber ein großes Problem, denn genau das wissen wir nämlich
nicht.
Die Untersuchungen zur Fischernährung wurden überwiegend
an Speisefischen wie Lachsen, Forellen und Karpfen gemacht. Die Frage ist
nur ob uns diese Untersuchungen weiter helfen. Ziel ihrer Ernährung
ist es sie möglichst schnell und kostengünstig schwer zu füttern.
Unsere Aquarienfische sollen aber möglichst lange leben und nicht
möglichst schnell wachsen. Einige Erkenntnisse aus der Fischwirtschaft
sind aber trotzdem für uns interessant.
In Versuchen wurden Lachse und Regenbogenforellen mit
einem künstlichen Aminosäurefutter gefüttert, dass aus einzelnen
Amonosäuren, Öl, Dextrin, Mineralstoffen, Vitaminen und einem
Bindemittel bestand. Die Tiere wuchsen gut, wenn alle Aminosäuren
in dem Futter enthalten waren. Durch das gezielte Weglassen von einer Aminosoäure
in den einzelnen Versuchsgruppen wurde ausgetestet, ob diese jeweils für
das Wachstum der Tiere notwendig sei. Das Fehlen von Arginin, Histidin,
Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan
und Valin führten zum Wachstumsstop bei jungen Lachsen. Mit Futter,
das ausser Alanin, Asparaginsäure, Glutaminsäure, Glycin, Hydroxyprolin,
Ornithin, Prolin, Serin, Tyrosin oder Cystin, alle Aminosäuren enthielt,
wuchsen die Fische dagegen normal.
Karpfen konnten mit der gleichen Futtermischung nicht
ernährt werden. Der Grund dafür scheint eine unterschiedliche
Fähigkeit der Fische zu sein sich Nährstoffe aus dem Futter zu
erschließen. Der pH-Wert und die Peptidzusammensetzung des Futters
scheinen eine große Rolle bei der Aufnahme zu spielen. Eine Ummantelung
des Futters mit Casein führte zumindest im Versuch mit Karpfen zu
einer gleichmäßigeren Aufnahme der Aminosäuren und verhinderte
ein Ungleichgewicht im Gewebe der Tiere. Dadurch wurde das Wachstum bei
gleicher Futterzusammensetzung verbessert, erreichte aber nicht das Maß
der Kontrollgruppe, die mit Casein und Gelatine gefüttert wurde. Auch
Marmorwelse ließen sich nicht problemlos mit dem Aminosäurefutter
füttern. Nur nach Gewöhnung und bei einem Futter pH-Wert von
7 ließ sich ein Wachstum erzielen. Aale nahmen im Versuch die Mangelvarianten
des Futters bereits nach drei Tagen nur noch schlecht an. In allen Versuchen
mit Lachsen, Karpfen, Aalen, Marmorwelsen und Tilapia (Tilapia zillii)
wurden aber am Ende die selben 10 essentiellen Aminosäuren festgestellt.
Daraus können wir für unsere Aquarienfische schließen,
dass auch sie diese unbedingt benötigen.
Der quantitative Bedarf ist aber wiederum unterschiedlich
bei den verschiedenen Fischarten und zwischen den einzelnen Aminosäuren.
So benötigt Lachs einen Anteil von 2,4 %, Regenbogenforelle
1,4 %, Karpfen 1,6 %, Marmorwels 1,0% und der Japanische Aal 1,7 % des
Trockenfutters an Alanin. Tryptophan wird in Anteilen zwischen 0,1 und
0,4 % benötigt, Isoleucin von 0,6 bis 1,5 % und so weiter. Jede Fischart
hat also eine eigene optimale Futterzusammensetzung.
Wie bereits die Versuche mit dem Aminosäurefutter
gezeigt haben, spielt auch die Dareichungsform eine große Rolle.
Wiederum an Karpfen wurde die Aufnahmefähigkeit der Tiere für
Aminosäuren aus verschiedenen Futtermitteln mit verschiedenen Grundsubstanzen
getestet. Es zeigte sich, dass sich zum einen die Aufnahmefähigkeit
zwischen den Grundsubstanzen, zum anderen zwischen den Aminosäuren
unterscheidet. So kann der Karpfen aus Gerste mehr als 93% des Arginins
verwerten, aus Sojaextraktionsschrot aber weniger als 84 %. Bei Threonin
sind es 80,2 bzw. 57,5 %. Der Grund dafür liegt in der Behandlung
des Futters, die Auswirkungen auf die chemischen Bindungen hat. Bei Hitze
verbinden sich zum Beispiel die Aminogruppen mit Aldehydgruppen von Kohlehydraten.
So wird die Verfügbarkeit der Aminosäuren gesenkt. Auch Bindungen
zwischen Aminosäuren und anderen Inhaltstoffen sind möglich,
die zu einer Hemmung der Verdauung führen, weil die Verdauungsenzyme
die Komplexe nicht angreifen können. Aus diesem Grund haben auch Fischmehle
mit der gleichen chemischen Zusammenszung unterschiedliche Verfügbarkeiten
an Aminosäuren, in Abhängigkeit vom Hersteller und dessen Herstellungsverfahren.
Nach zu lesen sind diese Versuchsergebnisse bei Steffens
1985.
Fazit:
Unsere Aquarienfische benötigen alle unterschiedliche
Futterzusammensetzungen, wenn wir sie optimal ernähren wollten. Diese
Zusammensetzung kennen wir aber nicht genau. Außerdem halten wir
unsere Tiere meist in artgemischten Gruppen. Da wir keine Kontrolle darüber
haben, welches Tier welche Futtersorte frisst, könnten wir sie, auch
wenn wir ein perfektes Futter hätten, nicht gezielt füttern.
Für eine optimale Ernährung ist darum immer
eine Mischung aus verschiedenen Futtersorten zu empfehlen. Nur so lassen
sich alle Fische im Aquarium auf Dauer gut ernähren. Es ist ratsam
zumindest zwei unterschiedliche Trockenfutter (z. B. ein Granulat von einem
Hersteller und eine Flocke von einem anderen) zu kombinieren. Besser ist
es zur Ergänzung auch ein oder zweimal die Woche Frostfutter oder
Lebendfutter anzubieten.
Trockenfutter, vor allem Futterflocken, sind weit verbreitet
in der Aquaristik. Es ist einfach zu handhaben, gut zu lagern und bietet
den Fischen alle notwendigen Mineralien und Nährstoffe. Es gibt die
verschiedenen Rezepturen der Hersteller oft in verschiedenen Flocken- oder
Körngrößen, als Tabletten und als Staubfutter. Es können
so alle Fische von Geburt an mit ein und dem selben Futter leben.
Dem Futter sind Vitamine zugesetzt, deren Menge man den
Angaben auf der Verpackung entnehmen kann. Vitaminesind aber sehr empfindlich.
Um sie im Trockenfutter zu erhalten, muss die Packung auch nach dem ersten
Öffnen wieder Licht und luftdicht verschlossen werden. Dennoch lässt
die Qualität durch das tägliche Öffnen und Schliessen nach.
Daher sollten die einzelnen Portionen nach spätestens 3 Monaten aufgebraucht
sein.
1 JBL NovoFect, 2 All Color Booster, 3 Cyclop Eeze, 4
JBL NovoGranoMix
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Flockenfutter:
Futter in Flockenform schwimmt eine kurze Zeit an der
Wasseroberfläche, saugt sich dann voll Wasser und geht unter. Es ist
in der Regel ein Mischung aus mehreren Futterrezepturen, die in flachen
Schichten heiß getrocknet, zerbrochen und dann gemischt werden. Meistens
beinhaltet das Futter sowohl rot gefärbte als auch grüne Bestandteile.
Die roten sind in der Regel Flocken mit einem höheren Anteil an tierischen
Inhaltsstoffen und die grünen solche mit mehr pflanzlichen Zutaten.
Diese Mischungen eigenen sich als Futter für Fische in Gesellschaftsbecken
sehr gut. Jede Art kann entsprechend ihren Bedürfnissen aus den Flocken
auswählen. Für Fische mit speziellen Bedürfnissen gibt es
Spezialfutter, die größere Anteile an der einen oder anderen
Zutat enthalten. Zum Beispiel gibt es spezielle Flocken für Lebendgebärende,
die einen besonders hohen Anteil an pflanzlichen Inhaltstoffen haben.
Tabelle 1: Zusammensetzung einiger Futterflocken
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Staubfutter
Staubfutter ist inhaltlich meist identisch mit dem Flockenfutter
aus der gleichen Produktreihe. Es ist in sehr feine Partikel zermahlen
und kann darum auch von sehr kleinen Fischarten oder Jungfischen gefressen
werden. Es eignet sich aber nur zur Fütterung von Tieren, die Nahrung
von der Wasseroberfläche nehmen. Staubfutter versinkt nicht.
Futtertabletten
Futtertabletten sind technisch nichts anderes als gepresstes
Flockenfutter. In der Zusammensetzung der Nährstoffe unterscheiden
sie sich meist etwas von den Futterflocken des selben Herstellers. Versinkende
Futtertabletten ermöglichen es bodenlebende Tiere gezielt zu füttern.
Es gibt aber auch flache, haftende Tabletten, die an die Innenseite der
Aquarienscheibe geklebt werden können. Klebt man sie etwa 1 cm oberhalb
des Wasserspiegels an, dann können sie gut als Vorratsfutter für
Apfelschnecken dienen, falls man mal ein Paar Tage verrreisen muss. Die
Fische kommen nicht heran und die Schnecken können die Futtertabletten
gut ablecken, weil sie durch die Luftfeuchtigkeit unter der Abdeckung weich
werden. Hat bei mir jedenfalls immer geklappt.
Tabelle 2: Zusammensetzung einiger Futtertabletten
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Granulate sollen vom Fisch nahezu vollständig verdaut
werden und enthalten darum kaum Ballastsstoffe. Sie haben einen sehr geringen
Anteil an Rohfaser. Granulate werden bei der Herstellung weniger stark
erhitzt als Flockenfutter. Darum sind am Ende mehr von den ursprünglich
zugesetzten hitzeempfindliche Vitamine enthalten. Die Formung erfolgt unter
hohem Druck.
Ein Teil der Körner sinkt meist sofort und ein Teil
schwimmt eine Weile.
Tabelle 3: Zusammensetzung einiger Granulate
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Getrocknetes
Naturfutter:
Es gibt viele verschiedene Varianten von getrocknetem
Naturfutter. In der Regel unbehandelte Futtertiere wie Wasserflöhe,
Mückenlarven, Tubifex, Artemia, Krill und andere werden entweder in
der Sonne oder gefriergetrocknet. Schnell getrocknetes Futter behält
den größten Teil seiner Vitamine und stellt in seiner Zusammensetzung
eine konzentrierte Form von Lebendfutter dar, so lange es nicht Licht oder
Feuchtigkeit ausgesetzt ist. Die Lagerung ist genauso einfach wie bei Flockenfutter,
Granulaten oder Tabletten. Nach dem Öffnen der Verpackung sollten
das Futter innerhalb weniger Wochen verbraucht werden, weil die Qualität
sinkt.
Getrocknetes Futter ist wegen des fehlenden Wassers sehr
hoch konzentriert. Es darf darum nicht in den selben Volumen-Mengen gefüttert
werden wie frisches.
Gefriergetrocknete Artemia-Nauplien
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Tabelle 4: getrocknetes Naturfutter
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Frostfutter gibt es in verschiedenen Formen. Die einfachste
ist die Platte. Dabei wird Futter flach ausgestrichen und eingefroren.
Die gefrorene glatte Platte wird dann in einen beschrifteten Beutel gesteckt.
Die "Schokotafel" hat etwa das Format einer Tafel Schokolade. Das Futter
wird dazu in einer Form eingefroren, die quadratische Vertiefungen aufweist.
Zwischen den einzelnen Quadraten ist die Tafel dünner und lässt
sich entlang dieser Linien leichter brechen und portionieren. Auch die
Tafel wird in einem beschrifteten Beutel gelagert. Aufwändiger sind
Blister. Sie bestene aus einer Kunststoffschale mit Vertiefungen, in die
wie das Futter eingefüllt wird. Die Schale wird mit einer dünnen
Aluminiumfolie verschlossen und eingefroren. Das Futter kann bei Bedarf
in Portionen herausgedrückt werden ohne, dass das übrige Futter
der Luft ausgesetzt wird oder antaut. Blister sind oft aufwendig gestaltet
und teilweise mehrfarbig bedruckt. Auf vielen findet man, dann auch - meist
sehr klein und versteckt - die Nährwertangaben. Bei Schokotafeln und
Platten fehlen meist solche Angaben. Eine Ausnahme stellen die Futtermischungen
dar, die zusätzlich zu den Nährwertangaben auch die Zutaten auflisten.
Beim Kauf sollte man auf einige Dinge achten. In den
Packungen dürfen keine Eiskristalle sein (siehe Bild unten links).
Das ist ein Zeichen dafür, dass das Futter zwischenzeitlich angetaut
war. Das Futter hat in schlimmen Fällen dann die Konsistenz von Trockenfutter.
Die Inhaltstoffe können beim Auftauen Schaden genommen haben. Ist
das Futter zwischendurch stärker erwärmt wurden, kann es sogar
ganz verdorben sein.
Manchmal sind in den Blistern die einzelnen Vertiefungen
nicht ganz voll oder das Futter ist nur im unteren Bereich und der Rest
ist mit Wasser aufgefüllt. Es sollen natürlich alle Vertiefungen
mit Futter voll sein. Mit dem gefrorenen wasser können unsere Tiere
nichts anfangen. Darum lohnt es sich nicht immer das billigste Futter zu
nehmen.
Mysis als 100 g "Schokotafel" |
Ausschnitt aus einem Blister mit Rogen |
Neben eingefrorenen Futtertieren gibt es auch Futtermischungen, die aus tierischen und pflanzlichen Komponenten mit Vitaminzusätzen bestehen. Eingefrorene Futtertiere haben die gleiche Zusammensetzung wie lebende. Die Auswahl an Frostfutter ist recht umfangreich. Das meiste, was man als Lebendfutter bekommt, gibt es auch als Frostfutter. Das Frostfutter lässt sich aber deutlich besser lagern und benötigt keine Pflege.
Tabelle 5: Zusammensetzung von Frostfuttersorten
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In der Natur fressen Fische Insketenlarven, Kleinkrebse,
Würmer oder andere Fische. Dabei enthält ein gut genährtes
Futtertier mehr Nährstoffe als ein ausgehungertes. Eiweiß und
Fettgehalt sinken, weil die Tiere Masse veratmen um die lebenswichtigen
Stoffwechselvorgänge mit Energie zu versorgen. Darum müssen Futtertiere
entweder sofort verfüttert werden oder man muss sie mit Nahrung versorgen.
Sie sind nicht so lange lagerbar wie Trocken- oder Frostfutter. Länger
als eine Woche ohne Futter sollten sie nicht sein.
Es gibt einige Lebendfuttersorten, die man selber aus
Eier heranziehen und zum Teil auch vermehren kann.
Salinenkrebse sind ein beliebtes Aufzuchtfutter
für Jungfische. Die frisch geschlüpften Larven sind sehr klein
und so lange sie noch von ihrem Dotter zehren auch ohne zusätzliche
Fütterung ein nahrhaftes Futter.
Es gibt viele Tipps zur Anzucht der Salinenkrebse. Es
empfielt sich die Anweisungen auf der Verpackung zu lesen. Sie beinhalten
manchmal Tips wie das Quellen lassen in Wasser mit Zusatz von Kaisernatron.
Auch das anätzen der Cystenschalen mit Wasserstoffperoxid kann die
Schlupfrate verbesser oder das Schlüpfen beschleunigen.
Die Rezepte für die Zuchtansätze unterschieden sich etwas. Der Salzgehalt für einen erfolgreichen Schlupf reichen von 25 bis 35 g Salz pro Liter. Dabei haben die Tiere von verschiedenen Ursprungsorten unterschiedliche Optimalwerte. Etwas unklar ist, welchen Einfluss die Salzkonzentration tatsächlich auf die Dauereier hat. Klar ist nur, dass eine zu hohe Konzentration den Tieren in ihrer weiteren Entwicklung schadet (siehe Newsletter Nr. 11). Teilweise kann man wohl durch höhere Salzkonzentrationen die Schlupfrate verbessern. Manchmal - vor allem bei älteren Eiern - hilft nur ein Anätzen mit Wasserstoffperoxid. Auch die Eier in Süßwasser mit Kaisernatron vorquellen zu lassen, kann von Vorteil sein.
Ich nehme 5 g jodfreies Kochsalz auf 250 ml Wasser und
1 gestrichene Teelöffel Artemia (20g Salz auf 1 Liter Wasser + 2-3
TL Artemia). Das kommt zusammen
in eine 0,5 l Flasche. Durch den Deckel sind zwei Löcher
gebohrt, in die Luftschläuche führen. Der Belüftungsschlauch
reicht bis zum Boden des Gefäßes, der Entlüftungsschlauch
nicht bis ins Wasser. Die Belüftung erfolgt über eine Membranpumpe.
Der Luftstrom wird mit Hahn oder Klemme reguliert. Die Flasche hänge
ich dann ins Aufzuchtbecken. Bei 24 bis 28 °C schlüpfen die Nauplien
nach einem Tag (sichtbar an der Farbveränderung, wird rötlich).
Die Nauplien setzen sich nach dem Trennen von der Belüftung am Flaschenboden
ab. Dann kann man sie durch den Belüftungsschlauch nach oben pusten
in dem man in den Entlüftungsschlauch bläst. So gibt man sie
direkt in ein Artemia-Sieb und kann sie spülen und sofort verfüttern.
Adulte Artemia salina, Weibchen mit Eisäcken. |
Vergleich zwischen lebenden (dunkel und rund)
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![]() |
solchen Konserven verkauft. Sie sollten nach dem Öffnen kühl und trocken gelagert werden. Die Qualität nimmt aber auch bei gut verschlossener Dose im Kühlschrank innerhalb weniger Monaten ab, so dass dann weniger Tiere schlüpfen und der Schlupf auch nicht mehr gleichmäßig innerhalb von 24 Stunden erfolgt. Die Lebensfähigkeit der Larven ist meist auch herabgesetzt. |
Frisch geschlüpfte Nauplien zehren noch vom Eidoteer
und müssen nicht fressen. Danach benötigen sie aber Nahrung und
ihr eigener Nährstoffgehalt und damit der Nährwert für die
Fische sinkt. Es gibt verschiedene Studien zum Nährstoffgehalt von
Artemien in Abhängigkeit vom Nahrungsangebot. Beispielsweise wurden
im Labor Artemien vom Schlupf bis zum Erwachsenenstadium mit Fertigfutter
(„Nestum“) und mit einer einzelligen Mikroalge (Chaetoceros sp.) gefüttert.
Mit dem Kunstfutter wurde eine Überlebensrate von 72 % mit einer angereicherten
Variante sogar von 79 % erzielt. Nach 11 Tagen waren alle Tiere etwa 5
mm groß. Allerdings war der Fettgehalt in den mit „Nestum“ gefütterten
Artemien deutlich höher und der Eiweißgehalt deutlich niedriger
als in den mit der Alge gefütterten Tieren. Der Gehalt an Kohlehydraten
und Rohasche unterschied sich kaum. Das Fertigfutter ermöglicht allerdings
eine einfachere Aufzucht von Artemien, da die Reinkultur der Alge kostspielig
und zeitaufwendig ist.
Solche Ergebnisse sind vor allem für wissenschaftliche
Arbeiten wichtig, bei denen Artemien zuverlässig und pünktlich
als Futter für die eigentlichen Versuchsobjekte zur Verfügung
stehen müssen. Beispielweise sind Tintenfische (Octopus vulgaris)
in ihren frühen Entwicklungsstadien auf derartige Beute angewiesen.
Sie benötigen allerdings für eine optimale Entwicklung eine bestimmte
Nährstoffzusammensetzung im Futter. In einem Versuch dazu wurden Artemia-Nauplien
mit der marinen Alge Tetraselmis suecica 2 bis 4 Tage vorkultiviert
und dann im weiteren Verlauf mit Tetraselmis suecica, Isochrysis
galbana, Isochrysis aff. galbana oder Rhodomonas lens
für 26 Stunden weiter gefüttert. R. lens ist dabei die
Alge mit dem höchsten Proteingehalt von 62% im Versuch. Die übrigen
liegen um 42 bis 44 %. Dafür ist bei denen der Gehalt an Fetten und
Kohlehydraten höher. Die meisten der drei Tage alte Artemien hatten
einen Proteingehalt von rund 51%, nur bei den mit I. galbana gefütterten
Tieren war der Gehalt mit 41% deutlich geringer. Der Fettgehalt lag zwischen
11 und 16% und der Kohlehydratgehalt bei etwa 11 %.
Nach 5 Tagen (4 Tage Vorkultur) war der Proteingehalt
aller Artemien zwischen 64 und 68 %. Der Fettgehalt lag zwischen 10 und
16%. Der Anteil an Kohlehydraten sank entsprechend ab (bis 6%).
Abgesehen von dem schwankenden Gesamtfettgehalt, konnte
auch eine Verschiebung in der Zusammensetzung der Fette festgestellt werden.
Die unterschiedlichen Fettsäuren waren in unterschiedlich gefütterten
Tieren in wechselnder Konzentration zu finden. Da bestimmte Fettsäuren
für die Fütterung der Oktopus-Jungtiere notwendig sind, ist es
wichtig, die optimale Fütterung für Artemien zu finden, damit
bei den Tieren keine Mangelerscheinungen bzw. Entwicklungsstörungen
auftreten.
Eine Frage beantwortet übrigens keine der Futterstudien.
Nämlich die, welche Artemien-Art eigentlich untersucht wurde! Lediglich
die Namen der „Hersteller“ werden genannt. Es wurde aber festgestellt,
dass diese Eier verschiedener Herkünfte mischen.
Für uns als Aquarianer bleibt damit nur die Erkenntnis,
dass die Fütterung der Salinenkrebse Einfluss auf ihren Nährstoffgehalt
hat und das sich ihre Zusammensetzung im Laufe ihrer Entwicklung verändert.
Tabelle 6: Nährstoffangaben zu Artemia
aus verschiedenen Quellen
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* Fütterungsversuch mit verschiedenen Algen
Wasserflöhe und Hüpferlinge (Cyclops, Daphnia, Moina, Bosmina, Diaptomus)
Wasserflöhe und Hüpferlinge sind Krebstiere. Wegen ihreres Panzers sind sie sehr ballaststoffreich. Für heranwachsende Fische sind sie wegen ihrer geringen Größe ideal. Die verschiedenen Arten sind zwischen 1 und 6 mm groß. Es gibt verschiedene Arten in verschiedenen Gattungen. Möchte man die Tiere nicht nur verfüttern, sondern auch vermehren, sollte man sich über ihre jeweiligen Ansprüche informieren. Wasserflöhe und Rüsselkrebse sind Blattfußkrebse, Hüpferlinge und Schwebekrebse gehören zu den Ruderfußkrebsen.
Wasserflöhe haben einen 1 bis 6 mm langen,
meist sackförmigen Körper. Sie rudern mit bewimperten Antennen
(2. Antennenpaar) um sich fortzubewegen. Es gibt zahlreiche Arten. Am bekanntesten
ist die Gattung Daphnia, zu der zum Beispiel der Gemeine Wasserfloh (D.
pulex), der Große Wasserfloh (D. magna), der Haubenwasserfloh
(D. galeata) und der Helmwasserfloh (D. cucullata) gehören.
Ebenfalls recht bekannt sind der Tümpelwasserfloh (Moina brachiata),
der Japanische Wasserfloh (Moina macrocopa) und das Rüsselkrebschen
(Bosmina longirostris).
Wasserflöhe ernähren sich von Plankton. Einige
Arten nutzen nur Mikroalgen (Daphnia pulex, D. longispina, Moina brachiata)
andere fressen auch Flagellaten (Daphnia galeata) oder jagen aktiv
nach Beute (Polyphemus pediculus).
Für die Aquaristik wird der Große Wasserfloh
(Daphnia magna) vermehrt, weil er anspruchslos ist und eine
sehr große Vermehrungsrate hat. Die Tiere kommen massenhaft in Kleingewässern
vor, die auch stärker verschmutzt sein können. Damit sind aber
überdüngte, algenreiche und keine chemisch belastete Gewässer
gemeint. Dieser Wasserfloh kommt auch in gartenteichen vor. Die Weibchen
werden bis zu 6 m lang. Die Männchen erreichen nur ein Drittel ihrer
Größe. Ausgewachsene Weibchen können bis zu 100 Eier im
Brutraum mit sich tragen. Fortpflanzungsfähig sind die Tiere bereits
im Alter von wenigen Tagen. Laut einer Hochrechnung soll ein Großer
Wasserfloh 30 Millionen Nachkommen in einem Monat haben können, falls
alle überleben würden.
Großer Wasserfloh (Daphnia magna) |
Weibchen mit Eiern |
Für die Zucht benötigt man Aquarien, große Eimer oder Maurertonnen. Auf Wasserpflanzen sollte man verzichten. Daphnien leben in der Regel im freien Wasser und meiden Pflanzenbestände. Zur Fütterung sind Aufzuchtfutter für Artemien und Hefeextrakte geeignet. Eine starke Beleuchtung ist nicht notwendig. Im Freien sollten die Kulturen nicht in der vollen Sonne stehen. Im Aquarienkeller kann auch mit schwachen Leuchten belichtet werden. Eine optimale Vermehrung erreichen die Tiere bei 20 bis 25 °C. Bei höheren oder niedrigeren Temperaturen sinkt die Vermehrungsrate.
Für Lebendkulturen im Aquarienkeller ist der Japanische Wasserfloh (Moina macrocopa) besser geeignet. Er lässt sich über längere Zeit gut kultivieren. Dazu werden Eimer oder andere Kunststoffbehälter mit bis zu 20 Liter Fassungsvermögen benötigt. Wie bei den Daphnien ist eine indirekte Belichtung völlig ausreichend. Volle Sonne führt zu starker Erwärmung, die sich schnell schädlich auswirkt. Die optimale Wassertemperatur liegt bei 25 °C, kann aber auch darüber liegen. Die Tiere lassen sich gut mit Artemia-Aufzuchtfutter, Algenpulver oder Hefeextrakten füttern.
Die Rüsselkrebse der Gattung Bosmina bewegen sich gleichmässig rudernd durch das Wasser. Sie sind sehr klein, haben aber eine harte Schale. Im Sommer findet man sie in wärmeren Seen. Sie werden als Frostfutter im Handel angeboten. Sie sind kleiner als Daphnia oder Moina und eigen sich darum besser für kleinere Fische. Typisch ist der lange gebogene Rüssel dem die Tiere ihren deutschen namen verdanken. Der Körper ist kugelig. Die Tiere sind zwischen 250 und 1200 µm groß.
Hüpferlinge haben eine gestreckte Form. Sie
sind in einen Vorderkörper und einen Hinterkörper mit einer borstigen
Schwanzgabel gegliedert. Die Schwanzborsten sind unterschiedlich lang.
Die Weibchen tragen nach der Begattung je zwei Eiballen rechts und links
am Hinterleib.
Der Dunkle Riesenhüpferling (Macrocyclops fusca)
ist mit ca. 4 mm die größte einheimische Art. Die Tiere leben
räuberisch zum Beispiel von kleinen Krebsen und Rädertierchen.
Der Gemeine Hüpferling (Cyclops strenuus) ist die häufigste
und am weitesten verbreitete Art. Auch bei ihr leben die Adulten räuberisch.
Sie sind etwa 2 mm lang, die Männchen sind im Durchschnitt etwas kleiner
als die Weibchen. Die Entwicklung vom Schlupf zum erwachsenen Tier dauert
etwa einen Monat und erfordert etwa 12 Häutungen. Das Besondere an
Hüpferlingen ist, dass sie sich nicht im Sommer, sondern vor allem
im Winter stark vermehren. Sie sind darum ein wichtiges Futter für
Fische, wenn es insgesamt wenig Nahrung gibt. Cyclops benötigen
sauberes Wasser. Die Nauplien entwickeln sich zu jeder Jahreszeit (auch
unter Eis). Die Tiere kann man im Zoofachhandel kaufen. Zur Zucht benötigt
man ein Gefäß mit 5 bis 10 l Inhalt. Zur Fütterung wird
etwas Hefesuspension zu dem Wasser gegeben, bis das Wasser etwas trübe
ist. Eine Belüftung ist zu empfehlen, weil Sauerstoffmangel den Tieren
schadet und das Wasser schnell kippt. Veralgung ist hier erwünscht,
weil die Algen als Futter dienen. Andere Pflanzen sollten nicht im Behälter
sein, weil sie den Zuchterfolg in der Regel senken. Zum Verfüttern
werden die Wasserflöhe entweder mit einem feinen Sieb abgefischt oder
durch ein Sieb gegossen.
Diaptomus- und Eudiaptomus-Arten werden als Schwebekrebse bezeichnet. Sie ähneln den Hüpferlingen sehr. Bei ihnen sind aber die Schwanzborsten alle etwa gleich lang. Schwebekrebse fressen Algen und Einzeller. Winter findet man ihn unter Eis um Sommer nur in kühleren, beschatteten Tümpeln. Diaptomus castor wird etwa 3,5 mm lang, die übrigen Arten bleiben kleiner.
Ebenfalls zu den Krebstieren, aber nicht zum eigentlichen Lebendfutter gehören die Muschelkrebse. Sie können mit Wasserpflanzen, aber auch mit Lebendfutter in das Aquarium eingeschleppt werden. Der Zebramuschelkrebs (Cypridopsis vidua) taucht manchmal in Aquarien auf. Die Art bevorzugt Wasser mit einer Temperatur über 20 °C und fühlt sich darum im Aquarium durchaus wohl. Trotz Fischbesatz vermehren sich die Tiere gut, weil sie wegen ihrer harten, kalkigen Schale nicht gefressen werden. Meist verschwinden die Tiere nach einigen Wochen genauso plötzlich, wie sie aufgetaucht sind, vermutlich, weil ihnen das Futter fehlt. Muschelkrebse fressen abgestorbenes Material und sind im Aquarium nicht schädlich.
Tabelle 7: Nährwerte verschiedener Wasserflöhe
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Bachflohkrebse sind für viele Fische zu groß. Sie werden getrocknet vor allem als Schildkrötenfutter angeboten.
Tabelle 8: Nährwerte von Gammarus und Hyalella
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Fruchtfliegen (Drosophila melanogaster und D.
funebris) finden vielfach Verwendung in der Aquaristik und der Terraristik.
Sie lassen sich leicht züchten und sind wegen ihrer geringen Größe
gut als Futter für Fische und Frösche geeignet. Es gibt
von diesen Tieren Stämme, die flügellos sind oder Stummelflügel
haben. Diese hüpfen nur, fliegen aber nicht, so dass ihnen die Flucht
aus dem Aquarium nicht so leicht möglich ist. Das Entwischen von flugunfähigen
Tieren aus dem Aquarium oder Terrarium in den Wohnraum kann man mit dem
Anbringen von doppelseitigem Klebeband an den Spalten der Türen oder
der Abdeckung verhindern. Die laufenden Tiere bleiben daran haften. Bei
flugfähigen Tieren funktioniert dieser Trick leider nicht!
Die erwachsenen Fliegen sind etwa 2 mm groß. Die
handelsüblichen Zuchtansätze enthalten Tiere, Eier und teilweise
auch bereits Puppen. Die Tiere vermehren sich bei einer Temperatur von
20 bis 22 °C problemlos. Nach wenigen Tagen sind zahlreiche Fliegen
zum Verfüttern oder Verteilen in neue Zuchtansätze vorhanden.
Bei Raumtemperatur sind die Tiere recht aktiv und benötigen etwas
Futter (Bananenschale, Apfelscheiben, Weintrauben oder ähnliches),
damit ihr Nährwert und Vitamingehalt erhalten bleibt. Will man die
Tiere vermehren, dann sollten keine geflügelten Fruchtfliegen aus
dem Garten oder der Küche an die Kulturen gelangen. Bei den handelsüblichen
Zucht- und Transportbehältern kann es nämlich zu Paarungen durch
die Gaze des Deckels kommen. Dadurch werden die Gene für intakte Flügel
auf die Nachkommen übertragen und die Nachzucht könnte flugfähig
sein. Es gibt spezielle Zuchtgefäße für Drosophila,
die einen Schaumstoffstopfen haben, der so hoch ist, dass die Tiere sich
nicht durch ihn hindurch paaren können. Will man die Tiere nicht vermehren
können sie bei 16 bis 18 °C gelagert werden. Als
Futter dient dann ein Fruchtbrei. Geruchsneutrale Fertigmischungen kann
man als trockenes Pulver kaufen. Wer selber mischen möchte kann mal
das probieren: 1 Glas Pflaumen, 1 Paket Haferflocken, 1 Apfelsine mit Schale
(ungespritzt), 1 Banane und eine Tasse Essig im Mixer pürieren, auf
die Ansätze verteilen fertig. Liefert neben der nötigen Energie
auch Vitamine, die den zu fütternden Tieren zu Gute kommen. Hat den
Nachteil, dass es sehr saftig ist und schnell fault. Die Ansätze müssen
wöchentlich neu gemacht werden. Stroh oder Holzspäne dienen den
Tieren als Kletterhilfe, damit sie nicht am Futterbrei festkleben. Es gibt
unzählige Futtervarianten, die mehr oder weniger streng riechen.
Zuchtansatz mit Drosphila |
Tabelle 9: Nährwert von Drosophila
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Mückenlarven sind ein sehr beliebtes Fischfutter. Sie leben im Wasser, bis sie sich zu Mücken umwandeln. Meist werden sie in kleinen Wasserbeuteln angeboten, seltener kann man sie auch in feuchtes Zeitungspapier eingeschlagen bekommen.
Rote Mückenlarven sind die Larven von Zuckmücken (Chironomus sp.). Sie sind wurmförmig und bis etwa 2 cm lang. Sie sind durch einen hämoglobinartigen, roten Blutfarbstoff gefärbt. Die Tiere kommen vor allem in stark verschmutzten Gewässern im Schlamm vor. Vor einigen Jahren waren sie sehr in Verruf geraten, weil sie Schadstoffe aus ihrem Lebensraum eingelagert haben und stark mit roten Mückenlarven gefütterte Aquarienfische Leber- und Nierenschäden bekamen. Heute ist die chemische Belastung von Gewässern deutlich geringer und die meisten oder alle Tiere im Handel stammen aus Zuchtteichen. Die Larven leben in Gespinnströhren am Gewässergrund in die sie durch wellenförmige Bewegungen Wasser strömen lassen. Auch im Aquarium sinken die Larven sofort auf den Boden. Sie atmen direkt über die Haut. Die erwachsenen Tiere stechen nicht und saugen kein Blut. Rote Mückenlarven eignen sich gut als Futter für Bodentiere (z. B. Corydoras) oder für Zwergkugelfische.
Schwarze Mückenlarven
sind junge Haus- oder Stechmücken (Culex pipiens, Aedes
sp. und Ochlerotatus sp.). Die erwachsenen Tiere stechen und saugen
Blut. Man sollte diese Tiere also gut dosiert füttert, damit man am
Ende nicht selbst als Büfett herhalten muss. Die Eier werden in Paketen
direkt frei treibend auf der Wasseroberfläche von Jauchegruben, Eimern,
kleinen Dosen und anderen fischfreien „Gewässern“ abgesetzt. Nach
2 Tagen schlüpfen die Larven. Sie haben ein zylindrisches Atemrohr
(Sipho) am Hinterleib, mit dem sie Luft an der Wasseroberfläche aufnehmen,
während sie schräg darunter stehen. Bei Störungen tauchen
sie sofort ab. Gefressen wird mit Hilfe von Strudelorganen Detritus und
Mikroorganismen. Wenn sie etwa 7 mm groß ist verpuppt sich die Larve.
Larve unter dem Mikroskop |
Beim Atmen hängen sie schräg im Wasser. |
Die weißen Mückenlarven haben einen
transparenten Körper mit je einem silbrig glitzernden Luftkörper
vorne und hinten. Sie sind etwa 12 mm lang und schweben waagerecht im Wasser.
Es handelt sich bei ihnen um die Larven der Büschelmücke (Chaoborus
sp.). Diese Tiere stechen ebenfalls nicht. Die Larven vertragen aber auch
die hohen Temperaturen im Tropenaquarium nicht und sterben nach einigen
Stunden ab.
90 ml-Beutel mit weißen Mückenlarven |
90 ml-Beutel mit roten Mückenlarven |
Rote Mückenlarven als 100 g Tafel |
Tabelle 10: Nährwerte von Mückenlarven
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Stubenfliegen (Musca domestica)
werden gezielt als Futtertiere gezüchtet und verkauft. Wer das Glück
oder Pech hat reichlich davon in seiner Wohnung zu haben, kann natürlich
auch dieses Gratisfutter verwenden, wenn er es nicht gerade mit der Spraydose
erlegt hat. Die gezüchteten Tiere sind spezielle Stämme, die
wie die Fruchtfliegen auch, ein Gen tragen, das verkrüppelte Flügel
mit sich bringt. Die Tiere fliegen also nicht richtig und lassen sich darum
gut verfüttern.
Sie sind wie Drosphila ein gutes Futter für Oberflächenjäger. Schmetterlingsfische sind dankbare Abnehmer. |
Weniger weit verbreitet in der Aquaristik sind Goldfliegen
(Lucilia sp.) bzw. ihre Larven, die Pinky-Maden. Die Maden sind
etwa 1 bis 1,5 cm groß und weißlich. Sie werden in Plastikdöschen
geliefert in denen sie in einem Substrat herumrobben. Es ist nicht Jedermanns
Sache die wabbeligen Viecher mit den Fingern herauszusammeln. Sie sind
allerdings ungefährlich und beißen oder stechen nicht. Die Maden
sind sehr eiweiß- und fetthaltig. Diese Fütterung bringt den
Fischen viel Energie und kann bei einigen Fischen den Laichansatz fördern.
Ein Nachteil ist, dass die Maden nicht schwimmen. Sie müssen sehr
gezielt gefüttert werden, damit sie nicht auf dem Grund verrotten
und das Wasser verderben.
Die erwachsenen Goldfliegen sind bis etwa 1,5 cm groß.
Sie sind grün und gold schimmernd. Durch ihren Panzer sind die ausgewachsenen
Tiere ballaststoffhaltiger und liefern prozentual weniger Fett und Eiweiß.
Allerdings schwimmen sie auf der Oberfläche und können so auch
für Oberflächenfische verwendet werden. Es empfiehlt sich aber
die Tiere vor dem Verfüttern etwa eine halbe Stunde in den Kühlschrank
zu stellen oder sie sogar einzufrieren, damit sie nicht sofort wegfliegen
oder aus dem Aquarium kriechen.
Fliege und Eier auf Katzenfutter |
Die erwachsenen Fliegen ernähren
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Diese Fliegen gehören zu den ersten Besuchern an Aas. Das Fangen ist demnach einfach: Man nehme ein Stück Fleisch oder eine Schale mit Hunde- oder Katzennaßfutter und positioniere diesen Köder im Garten oder auf dem Balkon. Nach etwa 2 Tagen kann man dann einfach die Maden einsammeln. Diese schlüpfen bereits nach 10 bis 24 Stunden aus ihren Eiern. Das Madenstadium dauert bei 22-23 °C 7 Tage bei 18-19°C 9 Tage. Dann verpuppen sich die Tiere. Die Puppen benötigen bei 23 °C etwa 6 bis 8 Tage um sich zu Fliegen zu entwickeln. Die Weibchen sind nach etwa 2 Wochen geschlechtsreif, die Männchen direkt nach dem Schlupf. Die Lebenserwartung beträgt etwa ein bis zwei Monate. Wegen des kurzen Larven-Stadiums lassen sich die Pinky-Maden nicht lange bei Raumtemperatur halten. Werden sie nicht im Kühlschrank gelagert, was die Entwicklungszeit verlängert, dann verpuppen sie sich schnell. Längere Lagerung hat allerdings auch zur Folge, dass der Nährstoffgehalt sinkt und die Sterblichkeit sich erhöht.
Der braun-graue Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides
obtectus) ist etwa 3 bis 4 mm lang. Die Tiere stammen eigentlich
aus wärmeren Regionen, haben sich nach der Einschleppung mit Hülsenfrüchten
bei uns aber eingebürgert. Die Tiere fressen unter anderem Speisebohnen,
die sie sowohl auf dem Feld als auch im Lager befallen. Sie können
wie Fruchtfliegen verfüttert werden.
| Springschwänze (Colembolen) sind flügellos
und leben in der Streuschicht des Erdbodens. Sie zersetzen abgestorbenes
Material. Sie gehören zu den typischen Futtertieren für Frösche.
Für die Fütterung von Fischen sind sie nur bedingt geeignet,
weil sie übers Wasser gehen können. Sie können dauerhaft
auf Schwimmblättern und anderen Pflanzenteilen leben. Sie richten
nicht wirklich Schaden an, sind aber auch nicht unbedingt dekorativ. Kleinere
Fische nehmen die Springschwänze als Nahrung an.
Zur Vermehrung setzt man die Tiere in eine Plastikschale mit Deckel. Als Substrat eignet sich zum Beispiel feuchte Blumenerde. Gefüttert werden sie mit kleinen Apfelstücken oder roher Kartoffel. Springschwänze (Bourletiella sp. oder Onychiurus sp.) werden etwa 1,5 bis 3 mm lang. Charakteristisch für sie ist eine Sprunggabel am Hinterende mit der sie sich hüpfend fortbewegen. |
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Ofenfischchen (Thermobia domestica) kennt man meist aus dem eigenen Bad. Diese etwa 1 cm langen Urinsekten leben in feuchtwarmer Umgebung in Spalten und Ritzen. Sie sind nachtaktiv. Manchmal kann man sie verschwinden sehen, wenn man nachts im Bad das Licht anschaltet.
Die Larven des Schwarzkäfers (Zophobas
morio) enthalten sehr viel Protein und Fett. Sie haben eine harte Haut.
Deshalb und wegen ihrer Länge von 5 cm eignen sie sich nur als
Futter für sehr große Fische. Besser geeignet sind sie für
Reptilien. Diese Käferlarven mögen es etwas wärmer. Sie
sollten bei 16 bis 18 °C gelagert werden. Zur Zucht benötigt man
ein Terrarium, eine Fauna-Box, eine Kunststofftransportkiste oder ähnliches
mit mindestens 20 x 15 cm Grundfläche. Die Temperatur sollte mindestens
22 °C betragen. Die Larven und die Käfer fressen morsches Holz,
dass man Ihnen in größeren Stücken anbieten muss. Sie sind
kanibalisch und fressen die Puppen ihrer Geschwister, wenn sie die Gelegenheit
bekommen. Viele Versteckmöglichkeiten sind darum wichtig.
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Mehlwürmer (Tenebrio molitor) sind ebenfalls
Käferlarven und keine Würmer. Sie werden bis zu 3 cm lang. Überwiegend
werden diese Tiere von Terrarianern verwendet. Die Larven können bei
8 bis 12 °C gut gelagert werden. Bei Zimmertemperaturen beginnen sie
sich zu verpuppen und entwickeln sie zu Käfern. Larven und Käfer
fressen Getreide bzw. Mehl und gehören zu den Vorratsschädlingen.
Tabelle 11: Nährwerte von Maden und Raupen
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Tubifex und andere Würmer:
Schlammröhrenwürmer (Tubificidae) sind
Verwandte des Regenwurms. Sie leben am Grund von Gewässern in Schlamm,
in den sie sich Röhren graben. Die Wände der Röhren stabilisieren
sie mit Schleim. Sie stecken etwa zur Hälfte mit dem Kopf voran im
Grund. Mit dem Enddarm nehmen sie Sauerstoff aus dem Wasser auf .
Der Gemeine Schlammröhrenwurm (Tubifex tubifex)
ist in Deutschland weit verbreitet. Die Tiere fressen organische Abfälle
und kommen darum vor allem in stark belasteten Gewässern in großer
Zahl vor. Ein typischer Fundort wäre zum Beispiel
ein Stelle an der schlecht geklärtes Abwasser in einen Fluss gelangt.
Da sich an solchen Stellen auch chemische Rückstände und Schwermetalle
ansammeln, sind die dort lebenden Würmer nicht als Fischfutter geeignet.
Sie bis zur Darmentleerung zu wässern und sparsam zu verfüttern,
reduziert zwar für die Fische die Belastung mit chemischen Schadstoffen,
kann aber die Übertragung von Krankheitskeimen nicht verhindern. Glücklicherweise
gelangen aber nur noch selten ungeklärte Abwässer in unsere Flüsse.
Tubifex sind auch Zwischenwirte für den Parasiten
Myxobolus
cerebralis, der Deformationen des Skeletts bei Jungfischen und Schädigungen
des zentralen Nervensystems verursacht. Zielorganismus sind Forellen und
Lachse in der Teichwirtschaft. Infizierte Tubifex, leiden unter dem Befall
mit dem Parasiten, sterben aber nicht. Ihre Nahrungsaufnahme ist beeinträchtigt,
sie sind kleiner und weniger stark gefärbt als gesunde Tiere. Die
Parasiten werden aus dem Wurm nur bei Temperaturen zwischen 10 und 15 °C
frei gesetzt. Die Larven im Triactinomyxon-Stadium befallen dann den Fisch
in dem sie sich durch seine Haut bohren. Bei wärmerem oder kälteren
Wasser werden diese Larven nicht frei gesetzt und es kommt zu keiner Infektion
(siehe dazu Wikipedia: Myxobolus cerebralis).
Die Würmer im Handel werden werden für den
Verkauf gezüchtet und sind bezüglich Schadstoffen, Keimen und
Parasiten unbedenklich. Eine Infektion mit Myxobolus cerebralis wäre
nur möglich, wenn die Würmer zusammen mit Forellen oder Lachsen
in einem Teich leben würden. Wer sicher gehen will kann auch auf lebende
Tubifex verzichten und auf getrocknete oder gefrorene zurück greifen.
Es werden verschiedene Arten als Fischfutterangeboten,
die als "Tubifex" bezeichnet und nicht weiter unterschieden werden. Die
Würmer sind wegen ihres Blutfarbstoffes rot und werden zwischen 2,5
und 9 cm lang.
Enchyträen (Enchytraeus albus) und
Grindalwürmer (Enchytraeus buchholzi) sind ebenfalls Wenigborster.
Diese weißen Würmer leben in Kompost und anderen rottenden Materialien
an Land. Grindalwürmer werden etwa 1 cm lang, die Enchyträen
erreichen eine Länge von etwa 5 cm.
Sie sind recht einfach selbst zu vermehren. Auf einem
feuchten Medium wie einem Filterschwamm, in Gartenerde oder auf Tongranulat,
wie es für Zimmerpflanzen verwendet wird, können sie mit Haferflocken
oder anderem organischen Material gefüttert werden.
Wichtig ist es, dass die Materialien steril sind, damit
sich keine Fäulnisbakterien, Pilze, andere Würmer oder Fliegenmaden
im Ansatz breit machen. Das Substrat wird einen Kunststoffbecher
mit Deckel gefüllt und die Würmer eingesetzt. Dann gibt man darauf
das Futter – zum Beispiel Haferflocken oder Brot. Die Menge sollte gering
sein, damit das Futter nicht schimmelt bevor es vollständig gefressen
werden kann. Legt man ein kleines Stück Kunststoff oder Glasscheibe
direkt auf das Substrat, dann kann man zum Verfüttern einfach die
Tiere abspülen, die sich darunter sammeln. Der Becher wird zum Schluss
mit dem Deckel verschlossen, damit die Kultur nicht austrocknet.
Rotwürmer (Dendrobeana sp.) und Tauwürmer
(Lumbricus sp.) werden häufiger als Angelköder oder zur
Fütterung von Terrarientieren verwendet als in der Aquaristik. Sie
werden aber von entsprechend großen Aquarienfischen auch gerne genommen.
Diese Tiere werden 5 bis 8 cm lang. Sie lassen sich im eigenen Kompost
sammeln oder auch in Wurmkisten mit Laub, Erde und Kaffeesatz züchten.
Tubifex im 90 ml-Beutel |
Die Würmer schlingen sich um einander
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Die frischen Würmer sind sehr aktiv. |
Enchyträn im 90 ml-Beutel |
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Zuchtansatz für Enchyträen mit Haferflocken |
Tabelle 12: Nährwerte von Würmern
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Weiße Asseln (Trichorhina
tomentosa)
Diese Assel ist etwa 4 bis 5 mm lang und weiß. Sie
fressen abgestorbenes Pflanzenmaterial und sind darum gute Mitbewohner
in feucht-warmen Terrarien. Sie sind ein gutes Futter für Frösche
und kleinere Reptilien. Die Asseln verstecken sich gerne. Um sie zu sammeln
genügt es etwas Futter unter einen Dosendeckel oder ein Rindenstück
zu legen. Die Tiere werden sich dort sammeln und können dann problemlos
von Rinde oder Deckel abgeklopft werden.
Für eine erfolgreiche Vermehrung ist eine Temperatur
von über 25 °C und eine Luftfeuchtigkeit um 90% notwendig. Als
Substrat kann Kokosfaserhumus, Torf, oder Lauberde verwendet werden. Die
Tiere fressen davon und graben sich darin ein. Als Futter eignet sich feines
organisches Material wie Fischfutter, Haferflocken, Kleie, Mehl, Trockenhefe,
in Scheiben geschnittene Möhren, Kartoffeln und Obst. In Terrarien
fressen sie auch Kot und Futterreste der Hauptmieter. Sie beseitigen sogar
Schimmel. Sie vermehren sich nicht besonders schnell. Regelmäßiges
Besprühen ist Pflicht, weil sie Trockenheit gar nicht vertragen.
Weiße Asseln auf einem Kokosfasersubstrat |
Abgesehen von dem Strich auf
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Infusorien sind Einzeller, die sich in Wasser mit pflanzlichem Nährboden entwickeln. Sie fressen Mikroalgen, Bakterien und (Hefe-) Pilze. Vielleicht kennt es der eine oder andere noch aus der Schule. Man stellt ein Gefäß mit Wasser in die Sonne und füllt Heu oder andere getrocknete Pflanzenteile hinein. Das Wasser wird trübe und nach einigen Tagen wimmelt es von kleinen Lebewesen. Das sind die Infusorien. Ein entsprechender solcher Ansatz kann Wimperntiere, Rädertierchen und Amöben enthalten.
Die Pantoffeltiere (Paramecium sp.) gehören zu den Wimperntieren (Ciliata) der Klasse Holotricha. Sie sind einzellige Lebewesen, deren ganze Körperoberfläche mit feinen Flimmerhärchen besetzt ist. Diese Wimpern dienen der Fortbewegung und strudeln Nahrung in die Mundöffnung. Wimperntiere können sich teilen. Es gibt aber auch eine Art der geschlechtlichen Fortpflanzung, die als Konjugation bezeichnet wird. Dabei tauschen – vereinfacht ausgedrückt - zwei Tiere Teile ihrer Zellkerne aus. Es gibt verschiedene Pantoffeltierarten. Sie sind zwischen 50 und 300 µm groß und mit bloßem Auge als wimmelnde Punkte sichtbar.
Amöben werden auch als Wurzelfüßer
(Rhizopoda) bezeichnet. Charakteristisch ist ihre veränderliche Form,
die durch Ausstülpungen des Zellkörpers bedingt ist. Die Ausstülpungen
dienen der Fortbewegung und auch der Nahrungsaufnahme. Die Vermehrung erfolgt
durch Teilung.
Pantoffeltierchen (Paramecium sp.) |
aus einer Kultur und gehören zu einer Art. Das Tierchen oben links lebt und wurde schwimmend in einem Tropfen Wasser fotografiert. Die Tiere sind aber sehr schnell und eine genaue Darstellung ist auf diese Weise nicht möglich. Das Pantoffeltier links unten ist zwischen Objektträger und Deckgläschen eingeklemmt. Das Exemplar unten rechts ist auf einem Objekträger angetrocknet. Daher haben die Tiere alle eine unterschiedliche Körperform.
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Die Rädertierchen (Rotatoria) sind mehrzellige
Tiere. Sie gehören zu den Schlauchwürmern (Aschelminthes). Mehr
als 95% der Arten leben im Süßwasser. Sie sind zwischen 40 µm
und 3 mm lang. Zu den größten gehören die Sack-Rädertiere
der Gattung Asplanchna, die Blumen-Rädertiere (Floskularia
sp.), die Reusen-Rädertiere (Collotheca sp.) und die Fransenkrone
(Stephanoceros sp.).
Bei Rädertierchen ist der Körper ist in Kopf,
Rumpf und einen Fußabschnitt gegliedert. Am Kopf gibt es einen bewimperten
Bereich, der der Nahrungsaufnahme dient. Ihr Körper ist mit einer
mehr der weniger Zellschicht überzogen, die bei manchen Arten zu einem
Panzer verfestigt ist. Sie haben einen Nervenknotenpunkt (Cerebral-Ganglion),
der von der Funktion her einem Gehirn entspricht. Es verarbeitet die Sinneseindrücke
von Augen und Tasteborsten und koordiniert die Bewegungen des Tieres. Meist
vermehren sich Rädertiere durch Jungfernzeugung (Parthenogenese).
Es sind nur von wenigen Arten überhaupt Männchen bekannt. Diese
treten zeitlich begrenzt in den Gewässern aus. Sie haben keine Verdauungsorgane
und der größte Teil ihres Körpers wird von ihren Hoden
ausgefüllt.
Lecane sp. |
Das hier abgebildete Rädertier aus der Gattung Lecane hat einen langen Fußabschnitt. Mit den Zehen am Ende haftete es sich an und schwingt dann den Körper um diesen Ankerpunkt herum, während es Futter sucht. |
Infusorienkulturen sind etwas schwierig in der Pflege.
Die Tiere müssen regelmäßig gefüttert werden, ohne
dass das Wasser kippt. Abhängig von der gewählten Futterart vermehren
sich die verschiedenen Arten unterschiedlich stark. Die hier abgebildeten
Tiere stammen aus einer Kultur, die mit Eigelb gefüttert wird. Es
ist eine fast reine Kultur von Pantoffeltierchen. Die Rädertierchen
sind deutlich in der Minderheit.
Zur Fütterung eignen sich auch Dosenmilch oder eine
Hefesuspension, die tropfenweise zugegeben werden bis eine leichte Trübung
eintritt. Auch Mikroalgen werden gefressen.
Besonders für Welse, Schnecken und Garnelen empfiehlt
es sich Gemüse als Zusatzfutter an zu bieten, weil sie auch in der
natur überwiegend pflanzliche Nahrung zu sich nehmen. Dabei ist es
nicht notwendig teuere Spezialtabletten zu kaufen. vorgegartes, frisches
Gemüse oder welches aus der Konserve eignen sich gut.
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Literatur:
P. Seixas, Manuel Rey-Méndez, Luísa M.P. Valente and Ana Otero (2008): Producing juvenile Artemia as prey for Octopus vulgaris paralarvae with different microalgal species of controlled biochemical composition.- Aquaculture, Volume 283, Issues 1-4, 1 Pages 83-91
W. Steffens (1985): Grundlagen der Fischernährung.- VEB Gustav Fischer Verlag, Jena
H. Streble, D. Krauter (2006): Kosmos Naturführer: Das Leben im Wassertropfen - Mikroflora und Mikrofauna des Süsswassers.- Kosmos Verlag, Stuttgart
H.W. Ludwig (2003): Tiere und Pflanzen unserer Gewässer.-
BLV Verlagsgesellschaft mbH, München, Wien, Zürich
Internetquellen:
Wikipedia
© Wilstermann-Hildebrand 2009