Kampffische - Betta splendens
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Labyrinthfische verfügen neben den Kiemen über ein spezielles Organ, das Labyrinth, das es ihnen ermöglicht Luft zu atmen. Sie sind auf diese Form der Atmung angewiesen und müssen darum einen freien Zugang zur Wasseroberfläche haben.


Über Hochzuchtkampffische haben wir in unseren Newsletter Nr. 5 einen Artikel.
 
Kampffisch
Betta splendens
Herkunft:


Thailand, Kambotscha, Vietnam, Malysia

Aussehen: 
Das Männchen wird etwa bis 6 cm lang. Die Weibchen sind meist kleiner. Die Zuchtform, die als Giant bezeichnet wird ist größer und wird bis etwa 9 cm lang. 
Das Maul ist oberständig und weißt die Tiere als Oberflächenfische aus. Die Rückenflosse ist in die hintere Körperhälfte verschoben. Beide Geschlechter sind farbig. Die Männchen haben aber vor allem bei den langflossigen Formen längere Flossen. Wildtypen zeigen bei Laichstimmung Querstreifen. Bei den farbigen zuchtformen fehlt dieses Muster oft. Auffallend bei laichbereiten Weibchen ist der dicke Bauch und die etwas heraustretende weißeliche Genitalpapille. 

Beckengröße:      ab 20 cm Kantenlänge 

Temperatur:       24-30 °C

pH-Wert:            6,5-7,5

Härte:                 5-12 °dGH

Licht:                 tagaktiv, bevorzugt abgedunkelte Bereiche

Futter:                alles

Sonstiges:

Da sie Labyrinthfische sind, benötigen sie einen freien Zugang zur Wasseroberfläche um zu atmen. 

Es wird oft empfohlen ein Männchen mit mehreren Weibchen zu vergesellschaften, da sie gejagt werden und sonst ein einzelnes Tier, die gesamte Aggression des Männchens abbekommen würde. Besser ist es jedoch die Tiere nur zur Zucht zusammen zu setzen und dann im Zuchtbecken viel Moos oder Pflanzenstängel zu haben. Wenn das Männchen keine freie Sicht auf das Weibchen hat reagiert es weniger aggressiv. Außerdem kann er das Weibchen nicht gut erreichen, wenn ihn die Pflanzen behindern. Anderen Arten gegenüber sind die Tiere in der Regel nicht aggressiv. Einzelne Exemplare (auch Weibchen) weichen von dieser Regel aber ab. 

Die Männchen bauen Schaumnestbauer. Die Weibchen werden zuerst nicht in der Nähe des Nestes geduldet. Es hat sich bewährt sie am Anfang durch eine Trennscheibe vom Männchen zu separieren. Wenn das Männchen sich ihr gegenüber weniger angriffslustig zeigt, kann man sie zusammenlassen. Meist wird das Weibchen trotzdem zuerst gejagt und oft verletzt. Es gibt allerdings auch Männchen, die sich deutlich weniger agressiv zeigen. 

Nach einigen Scheinpaarungen unter dem Nest werden die Eier abgegeben. Sie sinken zu Boden (Sinkeier) und werden werden vom Männchen eingesammelt und ins Nest gespuckt. Das Weibchen verharrt nach der Eiabgabe eine Weile in der Laichstarre und hilft dann beim Einsammeln der Eier. Es in mehreren Schüben bis 200 Eier pro Brut abgelegt. Nach der Paarung wird das Weibchen verjagt und ohne ohne geeignete Versteckmöglichkeit getötet. Das Männchen kümmert sich um die Brutpflege. Nach 24 Stunden schlüpfen im Schaumnest die Larven. Nach zwei Tagen schwimmen sie frei. Sie werden mit Staubfutter, Infusorien und frisch geschlüpften Artemia-Nauplien aufgezogen. 

Die Art wurde 1874 nach Frankreich importiert ohne das eine Nachzucht gelang. 1892 gab es die ersten Zuchterfolge in Frankreich nach einer Neueinfuhr. 1886 kamen die ersten 10 Paare nach Deutschland. Die Schleierform gibt es etwa seit 1900 in Thailand. Sie wurde 1926 zum ersten Mal nach Deutschland importiert. 

Die Art wird im siamesischen Sprachgebrauch als "pla kat" bezeichnet. Der Siamesischer Schleier-Kampffisch ("pla kat khmer") ist eine Zuchtform aus dieser Art. Neben Schleierschwänzen, werden auch so genannte Crown Tails, Halfmoons, Double Tails und andere Formen gezüchtet, die einem Zuchtstandart unterliegen. Es finden regelmäßig Ausstellungen statt.

Halfmoon (HM) in hell rot
Flossen und Körper sind mit der 
gleichen Intensität rot gefärbt. 

Weibchen in Kambodscha rot.
Der Körper ist hell rot und 
die Flossen dunkel rot. 

HM in royalblau

Weibchen sind weniger intensiv gefärbt.

Bei Hochzuchtbettas werden verschiedene Klassen unterschieden. Der Schleierschwanz (vaigtail VT), den man oft in Zoogeschäften findet ist eine der ursprünglichsten Zuchtformen. Die Tiere haben längere Flossen als die Wildbettas. Diese hängen jedoch nach unten und können nicht vollständig aufgefächert werden. Bei sogenannten Halfmoon Bettas (HM) können die Flossen in einem Winkel von 180 Grad aufgespannt werden. Bei Over Halfmoon Bettas (OHM) sogar noch weiter. Tiere die keien 180 Grad erreichen sind deltas (D) oder Super Deltas (SD). Bei Crowntails (CT) sind die Flossenstrahlen über die Flossenhäute hinaus verlängert. Überkreuzen sich die verlängerten Flossenstrahlen sind das Cross Ray Crown Tails (CRCT). Die kurzflossigen Tiere werden als Plakat (PK) bezeichnet. Man unterteilt sie noch in traditional und HM, gemäß der Form ihrer Flossen, die durch die Länge und Verzweigung der Flossenstrahlen bedingt ist. Zusätzlich gibt es noch Double Tails (DT), die einen sehr breiten Flossensatz haben. Beim Rosetail (RT) sind die Flossenhäute so weit, dass sie nicht gespannt werden, wenn der Fisch die Flossenstrahlen maximal gespreizt hat.

Es werden zahllose Farbvarianten gezüchtet, die nicht einheitlich bezeichnet sind. Dahe rist es möglich, dass die hier gezeigten Farben von anderen Haltern/Züchern anders bezeichnet werden. Es gibt drei Rotfärbungen - Hell-Rot, Dunkel-Rot (dark body red) und Kambodscha-Rot. Die letzte Bezeichnung wird für Tiere verwendet, die im Körper heller rot (rot-orange) sind als in den Flossen (Bild). Die Blautöne variieren von einem tiefen Royalblau über Turkis zu Stahlblau. Bei gelben Tieren ist oft nur der Körper leicht gelblich. Der Fisch ist sehr transparent. Es sind Blutgefäße durch den Körper sichtbar. Die Flossen sind oft farblos. Sind die Tiere im ganzen Körper und in den Flossen gelb, wird das als high intense yellow - intensives Gelb bezeichnet. Schwarze Punkte oder Flecken gelten "Schwarzfehler". Haben dagegen alle Schuppen eine gleichmäßige schwarze Rand, wird das als pineapple - Ananas bezeichnet. Farblose Tiere sind Zelophan oder Transparent. Die Farbe „Melano“ bezeichnet ein Tier mit blauem Körper und schwarzen Flossen. „Black Lace“ oder „Black Orchid“ weist einen schwarzen Körper und schwarze Flossen auf. Die Flossenhäute sind aber blau. „Copper“ und „Dragon“ haben einen metallischen Glanz. Bei den „Dragon“ ist die metallische Glanzschicht der Schuppen besonders dick. Dadurch wirken die Tiere fast wie lackiert.
Mischungen aus mehreren Farben werden als Bicolor (zwei Farben) oder Tricolor (drei Farben) bezeichnet. Triband bezeichnet dreifarbige Tiere, bei denen die Farben klar von einander abgegrenzt zum Beispiel auf Körper, Flossen und Flossensaum. Wenn der Flossensaum weiß ist, spricht man auch von Butterfly. Haben blaue Tiere einen gelbem Flossensaum wrd das als Mustard Gas (Senfgas) bezeichnet. Andere Farbmischungen werden einfach als Multicolor bezeichnet. Sind die Tiere gescheckt, sind sie Marbled. Bei kleinen gleichmäßig verteilten Punkte spricht man von Grizzelt.
 

CT dark body red

CT Weibchen in hell rot


HM türkis

HM Weibchen türkis

CT türkis

HM Stahl blau / steel blue

HM  gelb / yellow

HM zelophan

SD gelb oder pineapple

CT black lace

CT multicolor / bicolor

CT Weibchen multicolor

HMPK multicolor Butterfly

HMPK multicolor

 CRCT multicolor

OHM multicolor / bicolor

DT rot weiß

DT Mustard Gas

HMPK pink

HMPK black copper

PK rosetail multicolor copper

SD copper

CT copper

HM copper

HM Männchen marbled

HM Männchen marbled

HM Weibchen marbled


© Wilstermann-Hildebrand 2009