Als Freund von Schnecken und
Pflanzen sind mir Krebse doch eher suspekt und weniger willkommen. Die
Zwergflusskrebse aus der Gattung Cambarellus
sind jedoch zumindest unproblematisch mit Pflanzen zusammenzubringen.
Die Cambarellus-Arten lassen sich in Aquarien mit
kleinen und
mittelgroßen Fischen pflegen. Sie eignen sich gut für
Nanoaquarien. Die Weibchen leben gerne etwas versteckt und die
innerartliche
Aggressivität ist
recht hoch. Darum benötigen die Tiere reichlich
Rückzugsmöglichkeiten und genug
Verstecke. Es sollten auch nicht zu viele Tiere auf kleinem Raum
gehalten
werden. Mehr als drei Tiere in einem 40-Liter-Aquarium sollten es nicht
sein.
Da es sich um Arten aus den gemäßigten Breiten handelt,
können sie bei
Zimmertemperatur in unbeheizten Becken gepflegt werden. Es werden alle
Arten
von Fischfutter, Spezialfutter für Krebse, Laub, Frostfutter und
verschiedene
Gemüsesorten angenommen. Da die Färbung sehr
variabel und
bei den einzelnen Arten sehr ähnlich ist, erfolgt eine eindeutige
Artunterscheidung
bei den Cambarellus anhand der
männlichen Geschlechtsorgane und ist eine Aufgabe für
Krebsspezialisten.
C.
montezumae wird etwa 3 bis 4 cm lang. Er ist meist gelb-.braun
oder grün-braun mit zwei breiten, unterbrochenen Streifen an den
Seiten. Es
gibt aber auch eine weiße Form. Die Weibchen sind kräftiger
als die Männchen.
Sie tragen durchschnittlich 30 bis 40 Eier mit ca. 1,5 mm Durchmesser.
Die
Tiere stammen aus Mexiko. Sie leben in fließenden und stehenden
Gewässern mit
dichtem Pflanzenwuchs.
Diese Krebse leben nur im Lago de Patzcuaro in Mexiko. Die Wildform ähnlich wie der unten abgebildete C. puer gefärbt, hat aber keinen dunklen Streifen an den Seiten des Carapax. Die Tiere werden 3 cm lang. Ein weiterer ähnlicher Vertreter der Gattung ist C. shufeldtii. Er wird etwa 2-3 cm lang. Wie bei C. puer gibt es auch hier eine gestreifte und eine marmorierte Form.
Die kleinen roten Krebse werden als
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Die Färbung ist unterschiedlich intensiv. |
Camberellus puer Hobbs 1941
Der kleine Krebs kommt in Missouri, Illionois, entlang
des Mississippi bis Louisiana, in Texas und Oklahoma vor. Die Farbe
variiert
zwischen braun-rot und grau. Charakteristisch sind die Streifen auf dem
Carapax und dem Abdomen. Die Tiere erwachsnen Tiere sind zwischen 1,8
und
3,3 cm groß. Männchen sind kleiner als Weibchen. Die
Weibchen
können fast das ganze Jahr über mit Eier gefunden werden. Sie
tragen zwischen 40 und 110 gleichzeitig.
Sie vermehren sich unproblematisch und der Bestand erhält
sich
ohne unser Zutun in einigen Aquarien. Die Tiere fressen die Pflanzen in
den
Aquarien nicht an. Allerdings fressen sie Posthorn-, Schlamm- und
Blasenschnecken. Sie rühren die Gelege nicht an, vertilgen aber
die Schnecken, bevor
sie geschlechtsreif sind, und rotten sie so aus. Größere
Apfelschnecken sind
nicht gefährdet. Jungtiere werden in einem Aquarium mit den
Krebsen jedoch
nicht groß. Es gibt zwei Farbformen. Die Farbform I ist
marmoriert oder
punktiert. Die Farbform II - die wir pflegen - hat deutliche Streifen
auf
Carapax und Abdomen. Die Tiere werden 1,8 bis 3 cm lang.
Männchen sind
deutlich kleiner als Weibchen. Abhängig von der
Körpergröße tragen die Weibchen
40 bis 110 Eier bis zum Schlupf unter dem Körper mit sich. Die
Jungtiere
benötigen ausreichend Versteckmöglichkeiten. Während und
nach der Häutung sind
sie empfindlich und können leicht Futter für Artgenossen
werden. Die Jungtiere
sind so klein, dass sie sich gut in 2 bis 3 cm langen Stücken
von
Luftschläuchen verstecken können. Später sind als
Verstecke Steinaufbauten,
Moospolster oder Tonröhren willkommen.
Cambarellus puer |
Der Marmorkrebs, von dem nur Weibchen bekannt
sind und, um dessen Identität lange gerätselt wurde, ist
mittlerweile als Procambarus fallax f. virginalis
identifiziert worden. Anders als die kleinen Cambarellus-Arten
ist der Marmorkrebs ein aktiver Gärtner. Er
frisst gerne Pflanzen und mäht mit Vergnügen
überschüssiges Grün direkt über
dem Boden ab. Die Tiere vermehren sich parthenogen und produzieren das
ganze
Jahr über immer wieder Eier, aus denen sich ohne Befruchtung
Jungtiere
entwickeln. Er ist ein Krebs für echte Liebhaber, der in
Gesellschaftsbecken
nichts zu suchen hat. Ein Gelege umfasst etwa 120
Eier. Die Tiere sind braun mit
marmorierenden
Aufhellungen an den Seiten des Rückenpanzers. Bei hartem,
alkalischem
Wasser neigen sie zur Blaufärbung. Die Körperlänge
erreicht
bis 15 cm. Sie können bei Temperaturen zwischen 4 und 30 °C, 2
bis 20 ° dGH und einem pH-Wert on 6,0 bis 8,0 gehalten werden. Als
Nahrung wird alles angenommen, was organischen Ursprungs ist. Das
Spektrum
reicht von Fischfutter über Aas, die Aquarienbepflanzung bis hin
zu
den eigenen Nachkommen. Als Gesellschaft eignen sich alle
pflanzenfressenden
Schnecken (z.B. Pomacea
canaliculata,
Marisa
cornuarietis und
Lymnaea
stagnalis).
Die Tiere sind winterhart und Überträger
der
Krebspest. Sie wurden bereits in mehreren Regionen Deutschland von
verantwortungslosen
Aquarianern ausgesetzt.
Die Tiere tragen oft mehr als 100 Eier |
Der Deutsche Edelkrebs (Astacus astacus)
ist eine stark bedrohte Tierart. Er war früher in Europa weit
verbreitet,
ging aber im Zuge der zunehmenden Gewässerverschmutzung,
Eutrophierung, Flurbereinigung und durch die Einschleppung der
Krebspest aus Amerika
stark
zurück.
Die Körper der Tiere sind rot- bis dunkelbraun.
Die Scheren sind auf der Unterseite rötlich. Die Weibchen sind 12
bis 15 cm groß, die Männchen werden größer.
Sie können bis zu 20 Jahre alt werden. Die
Geschlechtsreife
erreichen sie erst mit etwa 3 Jahren. Die Paarung erfolgt einmal im
Jahr
im Herbst (Oktober /November). Die 70 bis 200 Eier werden nach 4 Wochen
abgelegt. erst nach einem Kältereiz durch Temperaturen unter 5
°C
entwickeln sich die Eier. Die Jungtiere schlüpfen im Juli des
Folgejahres.
Edelkrebse sind an gemäßigte Klimate angepasst und vertragen
die hohen Temperaturen in Aquarien nicht. Der Grenzwert für
Sauerstoff
liegt bei 3 bis 4 mg/l. Darunter leiden die Tiere unter
Sauerstoffmangel.
Sie bevorzugen Bäche und Flüsse mit hartem Wasser. Die Tiere
sind nachtaktiv.
C. Lukhaup (2003): Süßwasserkrebse
aus aller Welt.-
Dähne-Verlag, Ettlingen
O. Mengedoht (2011): Procambarus fallas cf. virginalis - Rätsel gelöst.- DATZ 3-2011, 9