In jedem Aquarium tauchen früher oder später
Tiere oder Objekte auf, deren Herkunft man sich nicht gleich erklären
kann. Auf dieser Seite werden ein Paar davon vorgestellt.
Bewegliche Objekte
Die Milchweisse Planarie (Dendrocoelum lacteum)
Diese kleinere, braune Planarie kann man sich
Die weißen, kleinen Dugesia austroasiatica
sind
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Zu den lästigsten Plagegeistern im Aquarium gehören
die Planarien (Stamm
Plathelminthes, Klasse Turbellaria). Sie sind schleimig und bewegen sich
gleitend fort. Dabei verändert sich ihre Form nicht wesentlich. Meistens
haben sie einen keilförmigen Kopf. Sie haben nur ein Paar Augen, die
oft in weiße Flächen eingebettet und gut sichtbar sind. Alle
Planarien sind Räuber, die kleinere Wassertiere erbeuten. Sie können
sich aus Körperteilen regenerieren und ihre Eier isn gegen die meisten
chemischen Substanzen resistent. Das ist zwei der Gründe warum sie
sehr schwer zu bekämpfen sind.
Die links oben abgebildete Milchweisse Planarie (Dendrocoelum lacteum) wird man nicht im Aquarium finden. Es kommen in Europa etwa 70 Arten der Gattung vor. Die meisten leben in Höhlen. Die Tiere sind an kühle Gewässer angepasst und überleben die Temperaturen im tropischen Aquarium nicht. Die Strichzeichnung am Rand sind Verzweigungen des Darms. Das Vordende ist abgestumpft. Zwischen den Augen befinden sich zwei sehr kurze, gnubbelige Tentakel, die das Vorderende aber nicht überragen. Die Tiere sind schnell und beweglich und können darum auch flinke Beutetiere (Wasserasseln und Bachflohkrebse) erbeuten. Es werden Verdauungssäfte in die Beute injeziert, die das Gewebe verflüssigen. Danach wird das Opfer ausgesaugt. Diese Tiere sind mit bis zu 2,6 cm Körperlänge deutlich größer als die üblichen weißen Planarien im Aquarium. Die weißlichen Planarien im Aquarium sind 1 bis 1,2 cm lang und etwa 1,5 mm breit. Ihr Kopf ist abgerundet dreieckig. Die Augen sind als dunklen Flecken sichtbar, die von einem unpigmentierten Hof umgeben sind. |
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Fortbewegung von Egeln
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Im Aquarium treten nicht nur Planarien auf. Selten kommen
auch Egel vor. Sie haben
wie die Planarien eine wurmförmige Gestalt. Sie gehören aber
zu den Ringel- und nicht zu den Plattwürmern - sind also näher
mit den Regenwürmern als mit den Planarien verwandt.
Sie sind nicht schleimig, sehr fest und lassen sich sehr schwer zerteilen. Sie können sich nicht regenerieren. Die Tiere haben zwei Saugnäpfe. Einer befindet sich am Kopf, der zweite am Hinterende. Egel haben eine oft als "spanneraupenartig" beschrieben Form der Fortbewegung. Die kleinen Bilder links zeigen diesen "Egelwalk". Der hintere Saugnapf dient dem Tier als Halt, während es nach einer neuen Position sucht. Dann streckt sich der Körper und der vordere Saugnapf heftet sich an den Untergrund. Der Körper wird nachgezogen und der hintere Saugnapf nahe dem vorderen aufgesetzt. Dabei krümmt das Tier den "Rücken". Der vordere Saugnapf wird gelöst und sucht nach neuem Halt für den nächsten Schritt. |
Kleiner Schneckenegel
Schneckenegel mit Jungtieren
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Anders als der Rollegel sind Schneckenegel und Zweiäugige
Plattegel (Fam. Glossiphoniidae) im Aquarium sehr gefährlich für
Fische und vor allem für Schnecken. Sie saugen nicht nur kurz, sondern
töten die Tiere ab. Fische werden zwar erst angegriffen, wenn keine
Schnecken mehr zur Verfügung stehen, aber auch sie werden verletzt
und können bei starkem Befall sterben. Der Egel raspelt ein Loch in
die Haut des Opfers und saugt Körperflüssigkeiten.
Die Tiere betreiben Brutpflege indem sie ihre Eikokons und auch die Jungtiere unter dem Bauch mit sich herumtragen. Sie bringen ihre Jungen aktiv zu einem Wirt an dem diese sich dann festsaugen. Egel . Der Schneckenegel (Glossiphonia heteroclita) ist weißlich, gelblich oder gräulich. Er hat drei Paar Augen hinter einander, wobei die beiden hinteren Paare dichter zusammen stehen. Der Rücken weist keine Warzen auf. Die Art saugt an Schnecken und Würmern.
Augen des Kleinen Schneckenegels. Der Zweiäugige Plattegel (Helobdella stagnalis) hat nur zwei Augen. Er ist farblos, hellgrau oder rötlich. Er saugt an Mückenlarven, Wasserflöhen, Wasserasseln, Schnecken, Amphibien und im Aquarium auch an Fischen. |
Stylaria lacustris an der Aquarienscheibe |
Selten treten in Aquarien kleine, dünne weiße
Würmer
auf, die sich vor allem in der Nacht an den Scheiben sammeln. Sie bewegen
sich fort in dem sie sich wie Gummibänder strecken und wieder zusammenziehen.
Bei diesen Tieren handelt es sich um Stylaria lacustris. Die Tiere gehören zu den Würmern und zwar in die Unterklasse der Wenigborster (Oligocheata). Sie sind Verwandte von Regenwurm und Schlammröhrenwurm (Tubifex). Die Tiere werden bis 1 cm lang und haben einen Durchmesser von weniger als einem halben Millimeter. Typisch ist der lange, bewegliche Fühler am Vorderende. Die Tier können gut schwimmen, leben aber im Schlamm von stehenden Gewässern und Flüssen. Dort fressen sie Aufwuchsalgen und Detritus. Sie vermehren sich ungeschlechtlich durch Teilung nach Kettenbildung. Das heißt das Tier wächst in die Länge und zerfällt dann irgendwann in zwei. Geschlechtliche Fortpflanzung erfolgt nur im Herbst. Dann werden schleimumhüllte Eikokons an Wasserpflanzen geheftet. Die Tiere stellen keine Bedrohung für die Aquarienbewohner dar. Sie werden zum Teil gefressen, ziehen sich aber tagsüber ins Substrat zurück. |
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Hydra viridis |
Unbewegliche Objekte
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oder auch an Holz kleben manchmal die Gelege von Apfelschnecken aus der Gattung Pomacea. Bei Pomacea bridgesii, P. diffusa und P. scalaris sind sie weiß oder beige. Bei P. canaliculata und P. insularum rot und bei P. glauca grün. |
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Asolene spixi sind schleimige Massen, die man unter Wasser an Pflanzen, Holz oder auch an anderen Schnecken finden kann. |
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ist ein Gelege vom Rollegel. Es ist etwa 8 mm lang und 4 mm breit. Jedes Gelege enthält ein Ei. Das rotbraune Objekt in der Mitte ist der Egel-Embryo. Diese Eihüllen haften an festen Substraten. |
Literatur:
H. W. Ludwig (2003): Tiere und Pflanzen unserer Gewässer.- BLV Bestimmungsbuch
© Wilstermann-Hildebrand 2010