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Braunalgen Blaualgen Fadenalgen Goldalgen |
Kieselalgen Pinselalgen Rotalgen |
Zur Biologie der Algen:
Die meisten Organismen, die wir als Algen bezeichnen
sind Pflanzen. Das bedeutet, dass sie die gleichen Bedürfnisse haben
wie unsere gezielt ausgewählten Aquarien- oder Teichpflanzen. Sie
haben einen Zellstoffwechsel bei dem sie Zucker zu Wasser und Kohlendioxid
veratmen. Zur Deckung ihres Energiebedarfs sind sie in der Lage mit Hilfe
von Licht Zucker selbst aus Kohlendioxid und Wasser zu synthetisieren.
Der Vorgang der Photosynthese unterscheidet sich bei ihnen nicht von dem
der höheren Pflanzen. Allerdings sind Algen kleiner, d. h. es ist
ein größerer Prozenteil ihrer Masse direkt dem Licht ausgesetzt
und kann aktiv an der Photosynthese mitwirken. Daher sind ihre Stoffwechselumsätze
pro Gramm Pflanzenmasse höher. Man benötigt darum recht viele
Pflanzen um ihnen ausreichend Konkurrenz um Licht und Nährstoffe entgegen
zu setzen.
Algen können in verschiedenen Formen auftreten.
Es gibt einzellige, koloniebildende Arten und Mehrzeller. Einzellige Arten
der Grünalgen leben z. B. als Plankton im freien Wasser, besiedeln
feuchte Erde und wachsen sogar auf Schnee. Im Meer leben sie teilweise
im Körper von anderen Tieren und versorgen diese mit Nährstoffen
(einige Quallen, Muscheln und Schnecken). Sie können mit Pilzen Flechten
bilden. Koloniebildende Arten sind Einzeller, die sich aneinander haften,
aber getrennte Stoffwechsel haben. Dazu gehören zum Beispiel die Goldalgen
der Gattung Dinobryon.
Eine Übergangsform zwischen den koloniebildenden
Einzellern und den Mehrzeller stellen Kolonialindividuen dar.
Die Grünalge Volvox besteht aus Tausenden
von Zellen, die durch Plasmabrücken verbunden sind. Bestimmte Bereiche
des so entstehenden kugelförmigen Komplexes sind auf die Reproduktion
spezialisiert, andere sind nur Bestandteil der Struktur.
Bryopsis hat eine federähnliche Struktur.
Die einzelnen Fäden bestehen aus jeweils einer vielkernigen Zelle.
Diese entsteht dadurch, dass bei der Zellteilung keine Zwischenwände
gebildet werden. Vielzellige Algen, die differenzierte Gewebe bilden werden
als Tange bezeichnet. Der Meeressalat (Ulva spec.) ist ein Tang.
Er haftet mit spezialisierten Wurzelzellen am Untergrund. Die meisten Braunalgen
und einige Rotalgen (z.B. Palmaria sp.) sind ebenfalls Tange.
Algen vermehren sich durch Teilung, durch Bildung von
Dauerformen, den Zysten (widerstehen Trockenheit), und geschlechtlich.
Bei der sexuellen Vermehrung können begeißelte Spermatozide
oder amöboide Formen entstehen. Auch die adulten Formen können
begeißelt sein (z. B. Goldalgen).
Blaualgen (Cyanobakterien):
Eigentlich handelt es sich hierbei um Bakterien. Sie
waren die ersten Einzeller, die vor 2,5 bis 3,4 Millionen Jahren begannen
Photosynthese zu betreiben. Ihr Zellwände sind dick und gelatinös,
daher bilden sie schmierige Schichten. Es gibt einzellige, koloniebildende
und vielzellige Arten (Kettenbildung).
Sie besitzen keinen Zellkern, in dem bei höheren
Lebensformen die DNS konzentriert ist. Ihr Erbmaterial liegt frei in einem
Teil des Zellinneren, der als Zentroplasma bezeichnet wird. Dieser Bereich
des Zellinneren ist farblos bzw. schwer anfärbbar. Darum herum liegt
das Chromatoplasma, dass die für die Photosynthese
wichtigen Farbstoffe enthält. Blaualgen sind farblich recht unterschiedlich.
Oft sind sie aber blau-grün, blau, blau-schwarz oder gelb-braun. Charakteristisch
ist das Vorkommen des Farbstoffs Phykocyan, der zusätzlich zu Chlorophyll
a, Phykoerythrin, Carotinen und Xanthophyllen vorkommt.
Blaualgen vermehren sich ausschließlich ungeschlechtlich
durch Teilung. Sie bilden auch keine begeißelten Formen aus.
Die blauen bis schwarzen Algen-Überzüge können
Pflanzen das Licht nehmen, so dass sie eingehen. Gründe für ein
verstärktes Auftreten sind Überdüngung (Phosphat), schlechte
Durchlüftung des Bodens und Sauerstoffmangel. Einige Arten sind in
der Lage Stickstoff aus der Luft zu binden. Diese Arten leben z.B. in Symbiose
mit Algenfarn (Anabaena azollae in Azolla sp.). Diese Pflanzen
werden auch eingesetzt um den Nährstoffgehalt im Wasser von Reisfeldern
zu erhöhen.
Die Blaualgen lagern Bitterstoffe ein und sind daher
als Nahrungsquelle unbeliebt. Geringe Mengen werden von der Roten Posthornschnecke
gefressen, die aber auch an Pflanzen frisst. Das Abstellen der Ursache
ist daher die einzige wirksame Bekämpfung: Entfernung von faulendem
Material, Reinigung des Filters, eventuell zusätzliche Belüftung,
weniger Füttern.
Es gibt Berichte, dass durch Zufuhr von Kaliumsulfat
oder Kaliumchlorid Blaualgen aus dem Aquarium verschwanden (Vrabec
1989, Kluczniok 1989). Wahrscheinlich
wirkte sich in diesen Fällen die Kaliumgabe positiv auf das Wachstum
der Wasserpflanzen aus und die wurden dadurch konkurrenzfähiger. Andere
Autoren berichten, dass diese Behandlung bei ihnen keinen Erfolg brachte
(Greger 1990). Schwermer
(1990) empfielt das Aquarium fünf bis sechs Tage völlig ab
zu dunkeln. Die Algen lösen sich dann auf. Im Anschluss wird zunächst
etwas weniger Licht als ursprünglich auf das Becken gegeben und die
Beleuchtungsdauer etwas kürzer gehalten als normal. Nach und nach
passte er dann die Lichtstärke und Beleuchtungsdauer wieder dem ursprünglichen
Maß an. Auf die Weise wurde verhindert, dass empfindlcihe Pflanzen
(Cryptocorynen) durch die Lichtschwankung zu Schaden kamen.
Einige Blaualgen bilden mit Pilzen Flechten. Sie wachsen
auf Pflanzen, Steinen und auf dem Boden.
Braunalgen (Phaeophyta):
Braunalgen kommen fast nur im Meer vor und bevorzugen
dort überwiegend kaltes Wasser. Es gibt ca. 1.500 Arten. Die Algen
enthalten Chlorophyll, dass aber von anderen Pigmenten (z. B. Fucoxanthin)
überlagert wird. Sie sind durch ein spezielles Photosystem an tiefere
Regionen angepasst. Sie sind mehrzellig und deutlich in Haftorgane, Stiele
und Blätter gegliedert. Zu den Braunalgen gehören Tange (z.B.
Dictyota
dichotoma und Postelsia spec.). Der Riesenkelp (Gattung
Macrocystis)
wird bis 80 m hoch. In kalten polaren Küstengewässern bildet
er dichte Wälder.
Hormophysa cuneiformis ist
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Hormophysa cuneiformis in einem
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Die Padina-Arten bilden auffällige Formen.
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Größere Exemplare wellen sich oder
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Dieser Tang (Ecklonia radiata) wurde
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Einige Sargassum-Arten haften nicht am Boden, sondern
treiben mittels Gasblasen frei im offenen Meer. Sie bilden einen schwimmenden
Lebensraum für Krabben, Garnelen und junge Fische.
Im Aquarium sind Braunalgen fast nicht zu halten, da
sie zum einen sehr groß werden und zum anderen große Mengen
von organischem Schleim absondern, der die Abstoßung von Calciumkarbonat
ermöglicht, die die Pflanzen bei der Photosynthese produzieren (biogene
Entkalkung).
Die bräunlichen Algen im Aquarium sind meistens
Kieselalgen. Mehr Informationen über Braunalgen gibt es im Newsletter
Nr. 4.
Goldalgen (Chrysophyta):
Ca. 850 Arten. Sie sind Bestandteil des Süßwasserplanktons.
Die meisten Arten bilden Kolonien. Im Aquarium können sie als Schwebealgen
auftreten.
Einige Sippen wachsen auch af anderen Algen, z. B. auf
Fadenalgen. Die beiden Bilder zwigen wahrscheinlich eine Epipyxis
spec.
Goldalgen auf Fadenalgen |
Goldalgen auf Fadenalgen |
Grünalgen (Chlorophyta):
Bisher wurden über 7.000 Arten beschrieben. 90%
leben im Süßwasser. Es gibt nur wenige maritime Arten. Ulva
und Enteromorpha bilden blattartige Strukturen aus. Enteromorpha
wird bis 30 cm lang und sitzt fest auf Steinen, Muscheln oder Holz. Sie
kommt in Küstengewässern und Flussmündungen weltweit dort
vor wo Pflanzenfresser fehlen (8-20 °C, Seewasser mit 0,5 bis 3,5%
Salzgehalt). Viele sind einzellig und Bestandteil des Planktons (Chlamydomonas
und Chlorella).
In frisch eingerichteten Becken können Schwebealgen
der Gattungen Acinastrum, Ankistrodesmus, Oöcystis,
Pandorina,
Pediastrum,
Scenedesmus
und Volvox das Wasser grün färben.
Sphaerella färbt
das Wasser bräunlich. Sie wird häufig mit Regenwasser eingeschleppt.
Verringerte Belichtungsdauern lassen diese Algen schnell wieder verschwinden.
grünes Wasser in einem Aquarium |
Schwebealgen aus einer Wasserprobe
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Die Fadenalgen gehören zu den mehrzelligen
Grünalgen. Dazu gehören Arten aus den Gattungen Mougeotia,
Spirogyra,
Zynema,
Pithophora
und Sphaeroplea, sowie Cladophora, Aegagrophila
und Spirogyra-Arten. Im Aquarium sind immer einige Fadenalgen, bei
ausgeglichenen Verhältnissen aber nicht in grossen Mengen. Leider
wickeln sie sich bei Massenvermehrung um Pflanzenteile und nehmen
ihnen das Licht. Feinfiedrige Arten (z. B.
Cabomba
aquatica, Limnophila aquatica)
können so schnell absterben. Fadenalgen können mit der Hand entfernt
werden, wachsen aber ohne weiter Maßnahmen schnell wieder nach. Regelmäßige
Wasserwechsel und eine gute Filterung reduzieren sie. Sie sind nicht schädlich,
aber nehmen den anderen Pflanzen das Licht. Sie produzieren Sauerstoff
und dienen einigen Tieren als Nahrung. Besonders Garnelen und Krebse fressen
Grünalgen gern. Eine effektive Algenbekämpfung funktioniert aber
nur dann, wenn ihnen nicht übermäßig leichter erreichbares,
energiereiches Flocken- oder Granulatfutter angeboten wird. Dann düngen
die Garnelen mit ihren Ausscheidungen nämlich das Wasser zusäzlich
und haben weniger Appetit auf Algen.
oben: borstige, harte Fadenalge rechts oben: schleimige Fadenalge rechts unten: mikroskopische Aufnahme
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Zu den Fadenalgen gehört übrigens auch der beliebte
Moosball (Aegagropila sauteri). Er
gehört allerdings nicht zur Gattung Cladophora, wie die oben
rechts abgebildete Fadenalge. Während bei Cladophora einzelne,
stark verzweigte Einzelfäden vorliegen, verfilzen die Fäden bei
Aegagropila.
Außerdem gibt es deutliche Unterschiede in der Zusammensetzung der
Zellwände, die bei Aegagropila auch Chitin enthalten, sowie
bei den Chloroplasen, die sich in ihrer Carotin-Zusammensetzung unterscheiden.
Sehr viel filigraner ist das Wassernetz (Hydrodictyon
reticulatum). Diese Alge gehört zu den Hydrodictyaceae. Sie kommt
in Seen Teichen und Flüssen vor. Sie bildet Kolonien, aus vielen tausend
Zellen, die in einem sackförmigen Netz angeordnet sind. An jedem „Knoten“
dieses Netzes treffen in der Regel drei schlauchförmige, etwa 1 cm
lange Zellen aufeinander. Auf diese Weise bilden sich wabenförmige,
vier, sechs- oder achteckige Maschen. Jede Zelle hat zahlreiche Zellkerne.
Bei der Vermehrung entstehen innerhalb der Zellen bis zu 20.000 begeißelte
Zoosporen, die sich bereits in der Mutterzelle zu einem Netz anordnen.
Durch das Zerreißen der Membran der Mutterzelle, wird das Netzchen
frei und wächst schnell. Die Natzalge treibt frei im Wasser und kann
etwa 20 cm lang werden. Sie kommt in sauberen bis mäßig verschmutzten
Gewässern vor.
Ein Netz von Hydrodictyon reticulatum |
Zellen von Hydrodictyon reticulatum |
Es soll möglich sein die Algen mit Aspirin zu bekämpfen. Pinselalgen und Fadelalgen sollen absterben, wenn man dem Wasser eine Tablette Aspirin auf 1000 l zusetzt (Eggers 1989). Einige weitere Informationen - unter anderem auch zur chemischen Bekämpfung - gibt es im Newsletter Nr. 3.
Kieselalgen (Diatomophyceae = Diatomeen):
Es gibt ca. 10.000 Arten. Sie sind gelb oder braun gefärbt.
Ihre nächsten Verwandten sind unter anderem die Braunalgen. In ihren
Zellwänden ist hydratisiertes Silikat eingelagert, daher sind sie
relativ schwer und ihre äußere Form ist fest und unflexibel.
Die Kieselalgen bilden eine eigene Klasse im Pflanzenreich,
die Diotomophyta (nach ROTHMALER 2000).
| Unterklasse | Ordnungen | Familien | Gattungen (Auszüge) |
| Centrodiatomophycidae | Coscinodiscales | Melosiraceae
Thalassiosiraceae Coscinodiscaceae Heliopeltaceae Hemidiscaceae Rhizosoleniaceae Chaetoceraceae Hemiaulaceae Biddulphiaceae |
Leptocylindrus, Hyalodiscus
Lauderia, Skeletonema Coscinodiscus Aulacodiscus Roperia Streptotheca, Rhizosolenia Attheya, Chaetoceros Eucampia Biddulphia, Triceratum |
| Pennatodiatomophycidae | Diatomales
Eunotales Achnanthales Naviculales
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Diatomaceae
Eunotiaceae Achnanthaceae Naviculaceae Epithemiaceae Nitzschiaceae Suriellaceae |
Licmophora
Eunotia Achnanthes Amphora, Navicula, Trachyneis Rhopalodia Nitzschia Cymatopleura |
Die folgenden Aufnahmen wurden mit einem Rasterelektronen-Mikroskop
gemacht. Sie stammen alle von Joanne Green von der Mullum Creek Native
Nursery in Mullumbimby, New South Wales, Australien. Die Algen stammen
alle aus einer Salzmarsch.
Kieselalgen sind Bestandteil des Planktons. Sie
enthalten Chlorophyll und sind im offenen Meer die hauptsächlich Photosynthese
betreibenden Organismen. Um trotz ihrer harten, schweren Schale schwimmen
zu können und so in der Nähe des Lichtes zu bleiben lagern sie
Fette ein. Im Aquarium bilden Kieselalgen meist dünne, braune Beläge.
Sie treten oft bei Lichtmangel auf. Sauerstoffmangel und Überdüngung
(Stickstoff und Phosphat) begünstigen sie. Ein Wechsel der Leuchtstoffröhren
kann Abhilfe schaffen, wenn die Ursache nicht in einer mit Schwimmpflanzen
zugewucherter Wasseroberflche liegt. Die Förderung des Pflanzenwachstums
reduziert die Nährstoffgehalte im Wasser und erhöht durch die
Assimilation den Sauerstoffgehalt. Kieselalgen werden dann zurück
gedrängt.
Schnecken, die Substrate abweiden, nehmen Kieselagen
mit auf. Es ist nicht ganz klar, ob die Algen dabei Schaden nehmen. Es
ist nur von Nixenschnecken (Neritidae) bekannt,
dass sie die Algen zerbrechen, bevor sie sie schlucken. Ob andere Arten
die Algen verdauen können ist nicht bekannt. Die beiden unteren Bilder
zeigen den Kot von Salanitor solida. Er beinhaltet ganze Kieselalgen
und auch Bruchstücke. Es ist nicht bekannt, ob die Bruchstücke
bereits in dieser Form von der Schnecke aufgenommen wird, oder ob die Schnecke
in der Lage ist, die harten Schalen zu zerkleinern. Das bedeutet, dass
Kieselalgen nach dem Gefressenwerden möglicherweise unversehrt sind
und einfach weiterwachsen können. Weitere Informationen finden Sie
in Newsletter Nr. 5
Kot der Schnecke Salanitor solida |
Achnates sp. in Kot der Schnecke
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Pinselalgen, Bart- oder Rotalgen (Rhodophyta):
Es gibt etwa 4.000 Arten. Sie sind rot bis schwarz und
meist an tropische Klimate angepasst. Einige Arten besiedeln Süsswasser
oder feuchtes Erdreich. Hauptsächlich kommen sie jedoch im Meer vor.
Viele Arten sind an grosse Tiefen angepasst (bis 260 m). Sie sind vielzellig
und können Tange (z. B. Caloglossa leprieurii) bilden. Andere
Arten haben filigranere, fädige Strukturen. Corallina spec.
sehen fast wie Korallen aus, da sie Calciumcarbonat in ihre Zellwände
einlagern. Es gibt keine begeisselten Arten.
Die rote Farbe stammt unter anderem von Carotin. Die
Rotalgen im Aquarium wachsen in Fäden oder Büscheln auf Steinen,
Holz und Pflanzen. Sie zeigen in basischem Wasser (pH-Wert > 7) Kohlendioxidmangel
an. Besonders gut gedeihen sie in hartem, schlecht gefiltertem Wasser.
Diese Algen lassen sich nicht von Pflanzenblättern entfernen, bei
starkem Befall sterben die Pflanzen ab.
Es soll möglich sein die Algen mit Aspirin zu bekämpfen. Pinselalgen und Fadelalgen sollen absterben, wenn man dem Wasser eine Tablette Aspirin auf 1000 l zusetzt (Eggers 1989).
Die Süßwasser-Rotalge Thorea ramosissima
BORY kommt in europäischen Fließgewässern vor. Sie gehört
in die Familie der Thoreaceae. Die Thalli wachsen aufrecht. Sie sind im
Querschnitt rund, biegsam und weich. Sie sind verzweigt und ihre Oberfläche
ist mit Assimilationsfäden bedeckt. Sie fühlen sich schleimig
an. Die Vermehrung erfolgt über Monosporen. Thorea ramosissima
ist die häufigste Art von 5 oder 6 in der Gattung. Sie wächst
auf festen Substraten und wird dort etwa 10 bis 15 cm hoch bzw. lang.
Das Foto (unten rechts) wurde im Botanischen Garten in
München aufgenommen. Dort wächst die Alge seit dem Jahr 2004
in einem Aquarium mit hartem, alkalischem Wasser. Aus technischen Gründen
ist in dem Aquarium keine Kohlendioxiddüngung angeschlossen (BOGNER
2004). Offenbar findet die Alge so optimale Bedingungen vor.
Mehr Informationen finden Sie im Newsletter
Nr. 4.
Tricleocarpa cylindrica ist in
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Pinselalgen in einem Süßwasseraquarium
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Thorea ramosissima in einem Aquarium |
Literatur:
J. Clasen (1976): Grundlegende Informationen über Algen im Süßwasseraquarium.- Aqua Planta 1-76, 7-8
J. Clasen (1976): Die Schwarze Pinselalge.- Aqua Planta 2-76, 5-6
J. Kluczniok (1989): Erfahrung mit Blaualgen und Kaliumsulfat.- AP 3-89, 106-107
A. Vrabec (1989): Weitere Erfahrungen zur Kaliumdüngung und Blaualgenbekämpfung mit Kaliumsulfat.- AP 3-89, 108-109
G. Eggers (1989): Aspirin zur Algenbekämpfung?- AP 3-89, 94
W. Schwermer (1990): Wie werde ich meine Blaualge wieder los.- AP 2-90, 51
B. Greger (1990): Ein Thema ohne Ende.- Algen im Aquarium.- AP 2-90, 52-54
W. Rothmaler (2000): Exkursionsflora von Deutschland.- 3. durchgesehene Auflage, Spektrum Akademischer Verlag Heidelberg, Berlin
Campbell et al. (2000) Biologie.- erste deutsche Auflage, Spektrum Verlag
J.M. Huisman (2000): Marine Plants of Australia.- University of Western Australia Press, Canberra
M. Salisch (2001): Algen in Süßwasseraquarien: Nicht erwünscht - aber stets latent vorhanden - 2. Teil und Schluß.- Aquarium heute 2/2001, 37-40
J. Bogner (2004): Eine Süßwasser-Rotalge im Aquarium.- Aqua Planta 4-2004, 142
J. Sprung (2005): Algen - Probleme und Lösungen.- Dähne-Verlag, Ettlingen
H. Streble, D. Krauter (2006): Das Leben im Wassertropfen.- 10. Auflage, Kosmos Naturführer, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH, Stuttgart
(c) Wilstermann-Hildebrand 2009