Tropaeolum - Kapuzinerkresse
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In der Gattung Tropaeolum gibt es 87 Arten, die alle aus Mittel- und Südamerika stammen. Bei uns ist als Kapuzinerkresse oder "Guck-über-den Zaun" vor allem Tropaeolum majus bekannt. Auch die anderen Arten sind ein- oder mehrjähgrige Rank- und Kletterpflanzen. Sie unterscheiden sich zum Teil sehr in der Form der Blätter und Blüten.

Kapuzinerkresse dient in erster Linie als Zierpflanze zum begrünen von Beeten, Balkonkästen, Zäunen, Pergolen und Rankgittern. Die Triebe einige Arten haben Ranken, mit denen sie sich festhalten, während sie nach oben klettern. Bis zu 3 m oder höher kann die Knollenkapuzinerkresse Tropaeolum tuberosum in die Höhe wachsen. Die gelbblühende Kanarienvogel-Kapuzinerkresse Tropaeolum peregrinum wird bis zu 2 m hoch. Die Pflanzen sind in ihrer Heimat mehrjährig, werden bei uns aber einjährig kultiviert, weil sie keinen Frost vertragen.
Die Blätter werden von einigen Insekten als Nahrung genutzt. Darum kann man sie als Lock- oder Futterpflanzen verwenden. Blattläuse lassen sich durch Kapuzinerkresse als Unterpflanzung von Rosen fernhalten. Von der wuchernden Kresse kann man befallene Blätter leicht entfernen und die Rosen bleiben verschont. Die Raupen des Kohlweißlings fressen an den Blättern. An ihnen kann man die Entwicklung der Schmetterlinge gut beobachten ohne den Kohl im eigenen Garten dafür zu opfern.
In der Regel werden feuchte - aber nicht staunasse - Standorte in der Sonne oder im Halbschatten bevorzugt. Der Boden-pH kann sauer bis alkalisch sein. Auf nährstoffreichen Böden werden viele Blätter, aber wenig Blüten gebildet.



Kohlweißlingsraupe auf Kapuzinerkresse

Eine Raupe des Großen Kohlweißlings
und der von ihr verursachte Fraßschaden.
Blattläuse auf Kapuzinerkresse

Blattläuse gehen bevorzugt auf Kapuzinerkresse.
Andere Pflanzen wie z. B. Rosen bleiben dann verschont.



Kapuzinerkresse, Guck-über-den-Zaun

Tropaeolum majus


Herkunft:

Mittelamerika (Brasilien, Peru)

Aussehen:

Die Pflanzen wachsen schnell, buschig oder kriechend. Bleiben sie am Boden werden die Pflanzen rund 50 cm hoch. Können sie sich an Mauern oder Zäunen abstützen, können sie auch einen oder mehr Meter in die Höhe wachsen. Die TRiebe können bis 5 m lang werden. Die Blätter sind schildförmig und rundlich. Die Blüten sind fünfzählig und haben an der Rückseite einen Sporn. Die Farbe variiert von gelb über orange zu rot. Die Früchte und Samen sind recht groß.

Sonstiges:

Die Kapuzinerkresse ist einjährig, aber winterhart. Die Pflanzen sterben am Ende des Sommers ab. Ihre Samen bleiben aber von der Winterkälte unbeeindruckt und keimen im nächsten Jahr. Ideale Standorte sind vollsonnig bis halbschattig, humos und feucht.
Die Blütenfarbe ist von der Witterung mit abhängig. Bei Kälte und wenig Sonne sind die Farben weniger intensiv und die Blüten von Zuchtformen mit cremweißen Blüten werden gelblich. Die "Alaska-Hybriden" haben weiß panaschierte Blätter.
Die Blätter und Blüten haben einen scharfen, kresseartigen Geschmack. Sie können sparsam in Salate gemischt werden. Die Knospen und die unreifen Früchte können wie Kapern eingelegt werden. Die enthaltenen Benzylsenföle wirken antibakteriell, darum wird diese Kapuzinerkresse auch als Heilpflanze verwendet.
Die Art ist wahrscheinlich eine Naturhybride.
orange Form aus der Alaska-Serie

orange Form aus der Alaska-Serie

gelbe Blüte

eine gelbe Sorte
 Blüte mit Sporn  panaschiertes Laub

Der Sporn an der Blüte ist deutlich ausgeprägt. Panaschierte Kapuzinerkresse als Randbepflanzung am Teich.





Kleine Kapuzinerkresse

Tropaeolum minus


Herkunft:

Peru, Ecuador

Aussehen:

Die Blätter sind schildförmig. Die Triebe sind nur etwa 30 bis 50 cm lang und die Pflanzen ranken nicht. Die Blüten erscheinen von Juni bis September. Die Früchte reifen im August bis Oktober.

Sonstiges:

Sonnige bis halbschattige Standorte auf feuchten Böden sind ideal. Im Schatten wachsen die Pflanzen nicht.
Da die Triebe kurz sind, eignen sich diese Pflanzen gut für Kübel und Ampeln.
rote Kapuzinerkresse mit panaschiertem Laub

eine Sorte mit dunkelroten Blüten und panaschiertem Laub

Sorte Sangria

ôSangriaô hat rote Blüten
und dunkle Blätter



Kanarienvogel-Kapuzinerkresse

Tropaeolum peregrinum


Synonym:

Tropaeolum canariense

Herkunft:

Mittelamerika

Aussehen:

Diese Kletterpflanze wächst bis zu 2 m in die Höhe. Die Blätter sind fünfaderig und fingerförmig geschnitten. Die Blüten sind gelb. Die beiden oberen Konblätter sind auffallend groß und am Rand geschlitzt. Dadurch wirken sie wie die Flügel von gelben Vögeln.

Sonstiges:

Die Pflanzen sind in ihrer Heimat ausdauernd, überstehen bei uns im Freien aber den Winter nicht. Sie werden darum im Frühjahr ausgesät. Ideal ist ein sonniger Standort mit humosem, durchlässigem Boden oder ein Kübel. Ein Rankgerüst oder eine andere Kletterhilfe sind nötig.
Diese Kapuzinerkresse wird schnell von Läusen heimgesucht. Während Tropaeolum majus den Befall in der Regel verkraften kann, leidet diese Art sehr. Der Einsatz von Kombistäbchen (Dünger und Insektenmittel), die in das Substrat gesteckt werden, hat sich bei uns bewährt.
Blüte von Tropaeolum perigrinum

Die Blüten sehen aus wie gelbe Vögel.

Saemlinge

Sämlinge

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Literatur:


Botanica - Das ABC der Pflanzen.- Köneman Verlagsgesellschaft, Augsburg

M. Haberer (2006): Garten- und Zimmerpflanzen.- Ulmer-Verlag, Stuttgart

B. B. Sparre,  L. Andersson (199):. A taxonomic revision of the Tropaeolaceae. Opera Bot. 108: 1 - 140

Onlinesquellen:

Heilpflanzenseite aus der Schweiz

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é Wilstermann-Hildebrand 2011 - 2012