Gattung Cichorium

Zichoriensalat, Fleischkraut, Zuckerhut,

Chicoree, Radiccio, Endivien, Frisee und Escariol

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Chicoree

Endivien

Radiccio

Zichoriensalat



Endivien, Zuckerhut, Zichoriensalat, Chicoree, Radiccio, Escariol sind Blattsalate aus der Gattung Cichorium.
Escariol, Eskarol, Glatte Endivie und Winterendivie sind Bezeichnungen für Sorten von Cichorium endivia var. latifolia. Krausblättrige Sorten sind als Frisee oder Krausblättrige Endivie bekannt und gehen auf C. endivia var. crispum zurück. Diese Endiviensorten werden roh als Salat gegessen oder wie Mangold oder Spinat zubereitet.
Als Zuckerhut, Zichorie, Chicorée und Radiccio werden Zuchtformen von Cichorium intybus bezeichnet.
Zichoriensalate werden spät geernetet und sind in Erdmieten oder in Sand eingeschlagen über den Winter lagerbar. Darum werden sie auch als Wintersalate bezeichnet.
Die Pflanzen enthalten Inulin. Dieser Stoff fÖrdert die Entwicklung von krebsabwehrenden Bakterien und beugt so Darmkrebs vor.
Die Urform ist die Wegwarte aus deren gerÖsteten Wurzel man Kaffeeersatz herstellt.


Chicorée

Anfang Mai wird direkt auf dem Beet ausgesät. Der Boden sollte nicht zu schwer und tiefgründig gelockert sein. Die Samen liegen 2 - 3 cm tief bei einem Reihenabstand von 30 bis 40 cm. Wenn die Pflanzen etwa 5 cm hoch sind werden sie auf 8 - 10 cm in der Reihe vereinzelt. Im Oktober/November vergilben die Blätter und sterben ab. Dann werden die Wurzeln mit einer Grabegabel geerntet und einige Tage zu Abtrocknen luftige gelagert. Zum Putzen werden die verbleibenen Sproßteile etwa 5 cm über der Wurzel abgeschnitten. Wurzeln ab 3 cm Durchmesser können für die Trieberei verwendet werden. sie werden wie Karotten in Sand eingemietet und abgedeckt.

Das Treiben der Knospen erfolgt in Sätzen den ganzen Winter über. Gelagerte Knollen liegen in Sand eingeschlagen in der Miete an einem kühlen frostfreien Ort. Bei 0 - 3 °C und rund 95 % Luftfeuchtigkeit können die Wurzeln bis zu 8 Monate gelagert werden. Zum Treiben werden die Wurzeln dann bei 12 bis 18 °C in speziellen Kisten oder Gefäße gepflanzt. Eine bewährte Methode ist das Treiben in ca. 40 cm hohen Eimern oder Kisten mit AbzugslÖchern. Am Boden wird eine Erd-Torf-Sand-Mischung 10 cm hoch eingebracht darauf werden dann dicht an dicht die Wurzeln senkrecht eingeschichtet. Darauf kommt eine 5 cm hoche Erdschicht, die mit Wasser zwischen die Wurzeln geschlemmt wird. Die Abdeckung besteht aus 15 bis 20 cm Sand. Nach 4 bis 5 Wochen haben sich die festen, bleichen Knospen gebildet. Spezielle Sorten für die Treiberei müssen nicht mit Erde abgedeckt werden. Bei ihnen reicht das Abdecken mit dunkler Folie oder einem Licht dichten Gefäß.

Die bleichen Knospen enthalten weniger von dem Bitterstoff Lactocopikrin. Sie werden roh oder gekocht gegessen.


Endivien - Winterendivien, Escariol und Frisee

Glattblättrige Endivien werden als Escariol und krause als Frisée bezeichnet. Die Pflanzen werden Ende Juni bis Anfang Juli ausgesät. Sorten die zum Schießen (Blütenbildung) neigen werden später angebaut, schoßfeste etwas früher. Sehr schoßfest sind Frisee-Sorten. Sie sind aber nicht gut lagerbar. Die glattblättrigen Sorten sind kältetoleranter und besser lagerbar.

Die Jungpflanzen werden nach etwa 4 Wochen in Abständen von 30 x 30 cm ausgepflanzt. Geerntet wird etwa 3 Monate später ab Anfang Oktober. Endivien können ungebleicht gegessen werden. Eine sehr milde und robuste Sorte ist zum Beispiel ´Escariol gelb´. ´Escariol grün´ neigt weniger zum Schossen und kann etwas früher angebaut werden. Gebleichte Salate halten sich nicht so lange und haben auch weniger Vitamine, sind aber weniger bitter. Zum Bleichen bindet man etwa zwei Wochen vor der Ernte die KÖpfe an einem trockenen Tag zusammengebunden, damit die inneren Blätter bleichen. Bleichhauben, dunkle Eimer oder schwarze Folie können auch verwendet werden. Ganz einfach ist das Auflegen eines Tellers auf das Herz der Pflanze etwa 10 Tage vor der geplanten Ernte. Praktischer ist der Anbau von selbstbleichenden Sorten wie ´Diva´ und ´Bubikopf´. ´Golda´ bildet feste KÖpfe und ist dadurch selbstbleichend.

Die meisten glatten Sorte sind Kältetolerant und können im Herbst lange geerntet werden. ´Grüner Escariol´ verträgt Frost bis -5 °C. In milden Lagen kann man Endivien bis in den Dezember hinein direkt vom Beet ernten. Bei Nässe besteht aber die Gefahr von Fäulnis. Mit der Wurzel ausgegraben können die Pflanzen eingeschlagen im Keller gut gelagert werden. Ohne Wurzel im Gemüsefach sind diese Salate nur für 2 oder 3 Tage haltbar.

"Sommerendivien" ist eine Bezeichnung für RÖmersalat, der zum Bleichen zugebunden wird.


Brillantes Lorie

´Brillantes´ ist eine glatte Endivie (Escariol) und ´Lorie´ eine krause (Frisée).


Radiccio

Beim Radiccio sind die KÖpfe, rundlich und locker, wie bei einem Kopfsalat. Die Blätter sind meist rot mit weißen Rippen oder weiß mit dichten roten Sprenkeln. Dieser Salattyp stammt aus Italien.

Im Abstand von 25 cm wird in Reihen ausgesät. Später wird in der Reihe auf 20 cm vereinzelt. Ausgesät wird von April bis Ende Juli und geerntet von Juli bis zum folgenden Frühjahr. über Winter werden die Pflanzen mit Fichtenreisig abgedeckt. Ein Folientunnel kann im Frühjahr die Erntereife beschleunigen. Zur Ernte werden die KÖpfe mit einem Stück der Wurzel abgeschnitten, damit die Blätter zusammenbleiben.

Radiccio wird bei uns meist als frischer Salat gegessen. In Italien wird er auch gegrillt oder zu Risotto verarbeitet. Er hält sich im Kühlschrank bis zu einem Monat.


Indigo Palla Rossa Fiore

´Indigo´, ´Palla Rossa´ und ´Fiore´ Anfang August. Die Pflanzen sind noch nicht erntereif und untypisch gefärbt.


Zichoriensalat, Zuckerhut oder Fleischkraut

Die Bezeichnungen für den Zichoriensalat sind regional unterschiedlich. "Zuckerhut" ist eine Ableitung vom Namen einer Sorte. Fleischkraut ist die gängige Bezeichnung in Süddeutschland. Die KÖpfe sind dicht geschlossen und länglich, wie die von Chinakohl. Botanisch handelt es sich um Cichorium intybus var. foliosum.

Zichoriensalate kann man auf humosem Boden an windgeschützten, sonnigen Stellen anbauen. Ausgesät wird vor Ort in der zweiten Junihälfte. Die Salate können zum Beispiel als Nachkultur auf Dicke Bohnen oder frühen Möhren folgen. Der Reihenabstand beträgt 30 cm. Nach dem Verziehen ist auch in der Reihe ein Abstand von 30 cm. Zwei Düngungen mit je 20 - 30 g/qm Volldünger sind nötig, damit der blattreiche Salat sich gut entwickelt. Die Pflanzen vertragen Frost bis -8 °C und können darum bis in den November hinein geernetet werden. Mit Wurzelballen ausgegraben und im Frühbeetkasten oder im kühlen Keller eingeschlagen lässt sich Zichoriensalat lange lagern.

Verwendet wird er in der Küche roh und gekocht.


Jupiter

´Jupiter´




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Literatur:


E. Herrmann-Lejeune (1995): Unser Hausgarten.- 12., vollständig überarbeitete Auflage


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