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Zur Gattung Begonia (Fam. Begoniaceae -
Schiefblattgewächse)
gehören mehr als 1000 Arten. Zuchtformen soll es mehr als 12.000
geben.
Sie stammen aus den Substropen und Tropen Afrikas, Amerikas und Asiens.
Die Samen sind winzig. Ein Gramm Saatgut enthält etwa 70.000
bis 90.000 Samen.
Die Pflanzen werden grob in drei Gruppen unterteilt:
rhizombildende, knollenbildende und faserwurzelbildende Arten. Diese
Unterteilung
spiegelt nicht die Verwandtschaftlichen Verhältnisse der Begonien
wider, gibt aber Auskunft über die Verwendbarkeit der Pflanzen in
Kultur.
Die rhizombildenden Begonien sind immergrün und
haben auffallend schöne Blätter. Faserwurzelbildende Arten
sind
ebenfalls immergrün. Manche werfen aber im Winter einen Teil ihrer
Blätter ab. Sie bilden große Mengen an Blüten.
Knollenbegonien
sind nur im Sommer belaubt und verbringen den Winter als ruhende
Knolle.
Diese Arten werden bei uns als Kübel- und Gartenpflanzen
verwendet,
während die Arten und Sorten der anderen beiden Gruppen als
Zimmerpflanzen
kultiviert werden.
Typisch für alle Begonien sind die asymetrischen
Blätter und die getrenntgeschlechtigen Blüten, die in Dolden
oder Trauben angeordnet sind.
Blüten einer gefüllten roten
Knollenbegonie:
Trieb von Begonia
bonariensis ´Bonfire´ |
Mögen helle, aber nicht vollsonnige Standorte.
Sie
mögen nicht zu feucht stehen. Für den Austrieb im
Frühjahr
sind Temperaturen von 15 - 18 °C optimal. Später werden
vorübergehend
aber auch höhere Temperaturen vertragen. Wir haben die Pflanzen im
Sommer im Garten an der Südseite vom Haus. Dort sind zeitweilig
auch
24 - 28 °C möglich. Bei höheren Temperaturen
benötigen
die Pflanzen jedoch mehr Wasser und man sollte auch ihre direkte
Umgebung
gut anfeuchten. Durch die Verdunstung kommt es zu einer Abkühlung,
die den Pflanzen gut bekommt.
Knollenbegonien benötigen im Herbst zunehmend
weniger
Wasser. Die grünen Pflanzenteile vergehen und fallen am Schluss
vollständig
ab. Dann benötigt die Knolle gar kein Wasser mehr. Sie wird
ausgegraben,
gesäubert und und in einer Kiste mit Torf eingelagert. Die Knollen
lagert man wie die von Dahlien an einem
kühlen,
mindestens 10 °C warmen Ort. Im März/April kann man die
Knollen
wieder im Freiland oder in Kübeln auspflanzen. In
Frühbeetkästen
auch schon früher. Beim Pflanzen ist die Seite mit der Vertiefung
oben.
Man kann die Knollen teilen oder im Frühling
(April)
7 - 10 cm lange Stecklinge schneiden um Knollenbegonien zu vermehren.
Bei
der Teilung von Knollen muss sich an jedem Knollenstück mindestens
eine Knospe (Auge) befinden. Die Pflanzen werden dann in Anzuchterde
bei
etwa 20 °C kultiviert. Nach der Bewurzelung der Stecklinge werden
sie
einzeln in Töpfe gepflanzt.
Die Blüten der Hängebegonien sind
klein |
Eine männliche Blüte einer
gefüllten, riesenblütigen
Sorte. |
![]() "Tubby Yellow", weiblich |
![]() "Tubby Yellow", männlich |
Die Knollenbegonien in Kultur sind Hybriden aus
einigen
südamerikanischen Arten, die ursprünglich aus den Anden
stammen.
Sie werden als Begonia x tuberhybrida bezeichnet. Zu den
Stammformen
dieser Kulturpflanzen gehört Begonia clarkei. Auch von Begonia
pearcei leiten sich viele Kulturfomen ab. Die Pflanzen werden
zwischen
20 und 90 cm hoch.
Sorten:
| ´Allan
Langdon´: 60 cm hoch, Blüte
gefüllt,
tiefrot ´Anniversary´: 60 cm hoch, Blüte gefüllt, gelb ´Apricot Delight´: 60 cm hoch, Blüte gefüllt, apricotfarben, bis 17 cm im Durchmesser ´Billie Langdon´: 60 cm hoch, Blüte gefüllt, weiß, bis 18 cm Durchmesser ´Can-Can´: 90 cm, Blüte gefüllt, apricot mit pinkem Rand, bis 18 cm Durchmesser ´Illumination Orange´: 60 cm, Blüte gefüllt, 8 cm Durchmesser, Blütenstände hängen herab ´Jean Blair´: 60 cm hoch, Blüte gefüllt, gelb mit rotem Rand ´Famboyant´: 70 cm, Blüte dunkelrot ´Orange Cascade´: 60 cm, Blüte gefüllt, orange, herabhängend ´Roy Hartley´: 60 cm, Blüte gefüllt, rosa, 10 cm Durchmesser |
![]() "Beluga Yellow" |
![]() "Beluga Orange" |
![]() weibliche, rote Blüte |
![]() männliche Blüte von der gleichen Pflanze |
![]() Laub von "Flamboyant" |
![]() "Flamboyant" |
![]() "Dragon Wing Red" |
Winterblühende Knollenbegonien sind Hybriden
von
B.
socotrana. Diese seltene Art stammt von der Insel Sokrota, im Golf
von Aden.
B. garndis subst. evansiana var. alba wird etwa
50 cm hoch und hat duftende, rosafarbene Blüten. Sie ist bedingt
winterhart,
sollte aber trotzdem im Haus überwintern. B. dregei blüht
weiß.
Begonia boliviensis
ist eine Art aus dem Hochland von Argentinien und Bolivien. Recht
bekannt ist die Sorte ´Bonfire´. Die Pflanzen werden im Kübel etwa 90 cm hoch und
ebenso breit. Voraussetzung dafür sind ausreichend Nährstoffe
und Platz. Im Zimmer als Topfpflanze bleibt sie mit etwa 45 x 45 cm
deutlich kleiner.
Eine Überwinterung ist wie bei anderen Knollenbegonien
möglich. Die Pflanzen werden im Herbst zurück geschnitten,
ausgegraben und dann trocken (in Torf eingeschlagen) gelagert.
![]() ´Bonfire´ |
![]() ´Bellavista Orange´ |
Im Frühling und Sommer benötigen sie viel
Licht.
Direkte Sonne wird aber nicht vertragen. Die optimale Temperatur liegt
bei etwa 15 °C. Etwa zweimal die Woche wird gegossen. Im Herbst und
Winter werden die Pflanzen an einen schattigen Ort gestellt und nur
mäßig
gegossen. Die Erde soll zwischendurch abtrocknen. Eine Düngung ist
bis zum Frühjahr nicht nötig. Bei mindestens 13 °C
verbringen
die Pflanzen so den Winter. Man kann sie nun auch Umtopfen, wenn es
nötig
sein sollte.
Die Vermehrung kann über Sproß- oder
Blattteilstecklinge
erfolgen. Für die Blatteilstecklinge wählt man eine
großes,
gesundes Blatt aus und schneidet es in quadratische Stücke. Diese
legt man mit der Blattunterseite auf feuchte Anzuchterde. Das
Kulturgefäß
wird mit einem Deckel oder Folie abgedeckt und an einen nicht zu hellen
Platz gestellt. An den Schnittkanten bilden sich dann Jungpflanzen, die
man später vereinzelt und eintopft.
Zu den rhizombildenden Begonien gehören zum
Beispiel
B.
masoniana (Eisernes Kreuz), B. rex (Königs-Begonie)
und
B. versicolor.
![]() ´Doublet Red´ |
![]() ´Doublet White´ |
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![]() ´Paso Doble Candy Pink´ |
![]() ´Paso Doble Cherry Red´ |
![]() Begonia x benariensis in rot |
Überwintert werden die Pflanzen bei 10 bis 15°C. Im Februar schneidet man sie zurück und topft bei Bedarf um. So erhält man im Frühjahr einen schönen kräftigen und buschigen Neuaustrieb.
Zur Vermehrung aknn man Blatt- und Triebstecklinge verwenden, die im Sommer leicht wurzeln schlagen. Es ist auch eine Vermehrung aus Samen möglich. Im Januar/Februar werden sie bei 18 - 24 °C auf Anzuchterde ausgesät. Zum keimen kommen die Samen an einen schattigen Ort. Während die Jungpflanzen heranwachsen benötigen sie immer mehr Licht, aber immer weniger Wärme.
Begonien gelten als etwas schwierig. Bei zu feuchter
Erde oder zu hohen Temperaturen erschlaffen die Blätter und die
Triebe.
Durch zu hohe Sonneneinstrahlung verliert die Pflanze zuviel Wasser und
welkt. An vollsonnigen Standorten kann sie so innerhalb kurzer Zeit
sterben.
Buntblättrige Arten dürfen nur im Schatten stehen. Ideal
wäre
eine Pflanzenvitrine oder ein Blumenfesnter für die Kultur. Im
Handel
erhältliche Arten sind in der Regela aber auch für die Kultur
auf der Fensterbank geeignet.
Die Pflanzen sind auch anfällig für
Grauschimmel
(Botrytis cinerea). Hohe
Luftfeuchtigkeit
fördert den Pilzbefall. Eine regelmäßige Kaliumdüngung
erhöht die Widerstandskraft der Pflanzen gegen den Pilz. Etwa alle
2 Wochen sollte man dem Gießwasser darum etwas Kalium haltigen
Volldünger
zugeben.
Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit kann auch Mehltau
auftreten.
Dann sollte die Pflanze gut abtrocknen können und muss mit einem
geeigneten
Fungizid behandelt werden.
Literatur:
H. Jantra (1995): Das moderne Handbuch Zimmerpflanzen.- Falken-Verlag, Niedernhausen
M. T. Della Baffa (1997): Der Grosse Naturführer Zimmerpflanzen.- Kaiser-Verlag, Klagenfurth
H. Heitz (2002): So grünen und blühen sie
am
schönsten ... Zimmerpflanzen.- Gräfe und Unzer, München
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