Tomaten - Sorten, Kultur und Verwendung



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Wir bieten zahlreiche Tomaten-Sorten in unserem Shop an.

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Allgemeines

Tomaten sind das beliebteste Fruchtgemüse der Deutschen. Insgesamt wurden 2009/2010 in Deutschland 24,6 kg pro Einwohner verzehrt. 4,9 kg davon wurden frisch gegessen. Der Rest wurde als Tomatenmark, in Dosen, als Sossen oder Saft eingekauft.
Es gibt mehr als 1000 eingetragene Tomatensorten.
Die kleinesten Tomaten sind nur etwa 10 g schwer. Die größte Tomate steht im Guiness-Buch der Rekorde mit 3,51 kg. Früchte mit mehr als 500 g sind aber äußerst selten. Einige Fleischtomatensorten bringen regelmäßig Früchte zwischen 500 und 1000 g.
Tomaten werden nach verschiedenen Kriterien in Gruppen unterteilt.

Kriterium
Unterschied
Bezeichnung
Sorten
Zahl der Kammern


3 - 5 Kammern
typisch für Rundtomaten
Martina
2 Kammern
typisch für Cocktailtomaten
Gold Nugget, Golden Grape, weiße Mirabelle
mehr als 5 Kammern typisch für Fleischtomaten
Brandywine, Calabacio Rojo, Marmande, Weiße Tomate, White Bush, Aurea, Coeur de Boeuff, Paprikaförmige
Wuchstyp

begrenzt (determiniert)
ab einer bestimmten Höhe wird die Bildung von Seitentrieben eingestellt, meist kein Ausgeizen nötig
Buschtomaten
Martina, White Bush
unbegrenzt (indeterminiert)
Wachtsum unbegrenzt, ständig werden neue Seitentriebe und Blütenstände gebildet, lange Ernte, Ausgeuzen der Seitentriebe nötig um Ausreifen zu verbessern
Stabtomaten
Harzfeuer, Phantasia, Himmelsstürmer
Form







rund
Salattomaten, Cherrytomaten
Dolcevita, Rote Murmel, Golden Currant
flachrund Salattomaten und Flsichtomaten
Myrto, Saint Pierre
gefurcht typisch für Fleischtomaten
Coeur de Boeuff
herzförmig Herztomaten
Wolfort Wonder
oval, pflaumenförmig, eiförmig
Eier- oder Pflaumentomaten
Italian Giant Plum, Orange Plum, Robine, Yellow Roma
birnenförmig oft Cocktailtomaten
Gelbe Birne, Red Pearshaped, Yellow Pearshaped
länglich, walzenförmig
Flaschentomaten
Roma-Tomaten
San-Marzano-Tomaten
Datteltomaten
Banana Legs, Corianne, Caprese, Santorange, Roma
paprikaförmig Paprika-Tomaten Andenhorn, Paprikaförmige, Licobello
Fruchtgewicht


sehr klein (15 bis 20 g)
Kirschtomaten, Cherrytomaten
Tumbling Tom Red, Tumbling Tom Yellow, Lupitas, Rote Murmel, Golden Currant, Dolce Vita, Philovita, Dasher
klein (20 bis 60 g)
Cocktailtomaten (rund, oval oder birnenförmig)
Santorange (Datteltomate/Pflaumentomate), Vilma, Prolyco 2, Picolino, Licobello, Zebrino
mittel (60 - 100 g)
Salattomaten, Roma-Tomaten
Goldene Königin, Roma, Hilmar
groß (100 bis über 200 g, bis 1 kg möglich)
meist Fleischtomaten (flachrund, gerippt oder herzförmig)
Maranello,  Saint Pierre, Marmande

Stabtomaten wachsen an den Trienspitzen während der gesamten Vegetationsperiode weiter und bilden ständig Seitentriebe. Sie werden Eintriebig gezogen und müssen mit Stangen, Stäben oder Schnüren gestützt werden, da ihre Stengel sie sonst nicht aufrecht halten. Die Pflanzen werden 2m hoch oder höher. Im Hausgarten wird man das Wachstum durch Entfernen der Triebspitzen irgendwann stoppen. Seitentriebe müssen regelmäßig ausgebrochen werden. Buschtomaten werden nur etwa 1,2 bis 1,5 m hoch und hören dann von alleine auf zu wachsen. Sie bilden auch nur eine begrenzte Zahl von Seitentrieben, die nicht entfernt werden müssen. Buschtomaten brauchen keine Stütze.
Die meisten im Handel befindlichen Tomaten sind Salattomaten oder Rundtomaten. Sie sind saftig und haben recht viel Gallerte (Pulpa) und Samen. Vielfach taucht auch die Bezeichnung "Hellfruchtsorte" auf. Dabei handelt es sich um Tomaten, die von der samenrein vermehrbaren Tomatensorte ´Hellfrucht´ abstammen. Das ist eine ertragreiche Sorte mit platzfesten Früchten, die sehr widerstandsfähig gegen ungünstige Witterung ist und sich auch für den Bioanbau eignet. Charakteristisch für Hellfruchtsorten ist, dass die unreifen Früchte um den Stielansatz herum keine dunkelgrüne Farbe haben, sondern gleichmäßig hell grün sind (z. B. ´Moneymaker´). Salat- oder Rundtomaten gibt sie lose oder als Tross- oder RispentomatenRispentomate ist eine Handelsform. Es gibt Sorten, die so gleichmäßig abreifen, dass die ganze Rispe auf einmal reif wird. Man kann durch den Rückschnitt der Blütenknospen auf 5 oder 6 das Selbe Ergebnis aber auch bei anderen Sorten erreichen. Hauptsächlich sorgt der mitgeerntete Stiel für viel frischen Duft.
Aroma- oder Cocktailtomaten
sind besonders kleine, aromatische Sorten. Ihre Größe reicht etwa von der Größe einer Kirsche bis zu Golfballgröße. Ihre Form kann rund, oval oder länglich sein. Cherrytomaten oder Kirschtomaten sind sehr kleine rundliche bis eiförmige Sorten, deren Früchte etwa kirschgroß und bis 20 oder 25 g schwer sind. Sie sind sehr süß und fruchtig und werden vor allem als Naschgemüse und Dekoartion verwendet.
Roma-, Eier-, Flachen-,
San-Marzano- oder Pomodori-Tomaten sind ei- bis flaschenförmig. Diese Sorten haben wenig Kerne und viel Fruchtfleisch. Sie werden zum Beispiel für Konserven verwendet. Sie sind länglich-walzenförmige und haben zwei bis drei Fruchtkammern. Sie sind typisch für die italienische Küche. San-Marzano-Typen sind nach einem Ort zwischen Nocera und Sarno in Italien benannt. Die Fruchtform ist länglich mit einer Taille (Flaschentomate). Diese Sorten haben einen sehr geringen Wassergehalt. Dadurch sind sie für den Frischverzehr zu trocken und schmecken mehlig. Sie bleiben aber beim Kochen fest, eignen sich zur Herstellung von Tomatenmark, zum Grillen und Überbacken. Roma-Tomaten sind eiförmig und saftiger. Sie können zum Kochen und auch frisch verwendet werden. kleinfruchtige Sorten werden auch als Datteltomaten bezeichnet und werden oft als Cocktailtomaten geführt.
Fleischtomaten haben große, fleischige Früchte mit wenig Gallerte um die Samen. Sie haben ein Gewicht von 100 bis 1000 g. (z. B. ´Bellriccio´, ´Matias´). Als "Ochsenherz  oder "Coeur de Boeuf" werden beutelförmige Fleischtomaten mit charakteristischen Falten bezeichnet (´Aurea´). Flachrunde, gerippte und eingebuchtete Fleischtomaten werden als Marmande-Typen bezeichnet.
Außer roten Tomaten gibt es auch gelbe, orange, grüne, weiße und braune. Einige Sorten sind gestreift (´Zebrino´, ´Green Zebra´).

Fazit:
Die Bezeichnungen für Tomaten sind also abhängig von Größe (z. B. Kirschtomate oder Cocktailtomaten), ihrer Form (z. B. Flaschentomate), ihrer Verwendung (Fleischtomate) und vom Wuchstyp (Stab- oder Buschtomate). Für die richtige Sortenwahl sollten wir einige der Bezeichnungen kennen. die normalen, rundfrüchtigen Salattomaten eigen sich gut als Brotbelag und für Salate. Cherry- und Cocktail-Tomaten sind aromatischer und eignen sich hervorragend als Naschgemüse und zur Dekoration. San-Marzano-Tomaten sind gut zum Kochen und Grillen, weniger gut für den Frischverzehr geeignet. Buschtomaten wachsen nur begrenzt in die Höhe. Stabtomaten wachsen an der Spitze unbegrenzt weiter und bilden viele Seitentriebe, die ausgegeizt werden müssen.




Conqueror

´Conqueror F1´ ist eine Romatomate
Die Sorte ist resistent gegen Samtflecken,
Echten Mehltau und Tomaten-Mosaikvirus.


SantorangeF1

´Santorange F1´ ist eine gelbe Pflaumentomate.

Green Zebra F1

Bei ´Green Zebra F1´ sind auch die reifen Früchte grün.
Sie sind hell grün- dunkel grün gestreift.

Philona F1



Bei ´Philona F1´ sind die reifen Früchte rot.
Grüne Früchte dieser Sorte dürfen nicht gegessen werden,
weil sie giftiges Solanin enthalten.



Kultur, Veredelung und Ernte

Tomaten wachsen am Besten an einem sonnigen, geschützten Standort. Die Blätter sollten vor zuviel Nässe geschützt werden und immer gut abtrocknen können. Ideal ist die Kultur in einem Tomatengewächhaus oder unter einem Vordach. Der Boden muss locker, tiefgründig, nährstoffreich und humos sein. Tomaten sind dankbar für viel Wasser und wöchentliche Flüssigdüngung. Das Gießen wird einfacher, wenn Sie schon beim Pflanzen nahe bei Wurzelhals einen Tontopf versenken. Eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen ist wichtig für eine erfolgreiche Kultur.
Wer selbst Tomaten aussäen will sollte damit Mitte Februar oder März anfangen. Zur besseren Keimung lässt man die Samen vorquellen. Sie werden in Saatschalen oder Töpfe ausgesät und etwa 5 mm hoch mit Erde bedeckt. Das Substrat muss nun immer leicht feucht sein. Bei 18 bis 25 °C keimen die Pflanzen nach 8 bis 14 Tagen. Der Standort muss hell sein. An zu dunklen Stellen vergeilen die Pflanzen und bilden dünne hell grüne Triebe. Wenn nur Tageslicht am Fenster zur Verfügung steht, sollte nicht von Anfang März gesät werden. Wir haben unter unserer Aquarienbeleuchtung ausreichend Platz um unsere Sämlinge dort zu platzieren. Das garantiert auch im Winter ausreichend Licht.
Wenn die Pflanzen die ersten echten Laubblätter haben werden sie pikiert. Sie kommen einzeln in Töpfe und wachsen darin heran. Erst Mitte bis Ende Mai werden die Jungpflanzen ins Freiland gepflanzt. Der Pflanzabstand beträgt etwa 70 x 70 cm. Bei veredelten, mehrtriebigen Pflanzen sollte der Abstand etwas größer sein. Den
Wurzelballen wird immer ganz in die Erde gepflanzt. Die Tomaten werden sofort mit einem Stab oder Spalier gestützt. Bodentemperaturen unter 14 °C sagen Tomaten nicht zu. Sonnige, warme Standorte sind für eine erfolgreiche Kultur unbedingt wichtig.
Bei den vielen Sorten muss man die Nebentriebe sofort ausbrechen und durch das Entfernen der Spitze über dem 5. bis 6. Blütenstand das Längenwachstum begrenzen, damit die Früchte gut ausreifen. Es gibt jedoch auch Sorten, bei denen das Ausgeizen nicht nötig ist (´Ovalino´, Golden Currant´).
Eine einzelne Pflanze trägt - je nach Sorte und Kulturbedingungen - zwischen 3 und 5 kg Früchte. Fleischtomaten tragen etwa 3 bis 4 kg, Cocktailtomaten 2 bis 3 kg. Bei einer frühen Aussaat Mitte Februar sind die Erträge pro Pflanze 1 bis 1,5 kg höher, als bei Aussaat Mitte März. In Versuchen konnten durchschnittlich etwa 15 kg Tomaten pro Quadratmeter geernetet werden.
Nach Abernten der ersten Fruchttraube sollte das bodennahe Laub entfernt werden. Das reduziert das Risiko, dass sich Pilzkrankheiten nicht ausbreiten. Unreif geerntete Früchte reifen bei 18-30°C nach. Um Krankheiten durch bodenbürtige Erreger (z. B.  Fusarium ) möglichst ausszuschließen, dürfen Tomaten nur alle 4 bis 6 Jahre wieder auf die gleiche Fläche gepflanzt werden. In Gemüsebeeten werden sie darum in die Kulturfolge mit eingeplant. Sie können aber auch problemlos in Kübeln gezogen werden.
Für ein gesünderes und kräftiges Wachstum können Tomaten auf resistente und schnell wachsende Unterlagen veredelt werden. Die Edelsorte bildet dann die Früchte in der gewünschten Qualität, während eine resistente Wildart oder ein spezielle Sorte (´Vigomax F1´) eine optimale Nährstoffversorgung garantiert. Veredelte Jungpflanzen kann man im Fachhandel kaufen. Man kann mit etwas Geschick aber auch eigene Sämlinge veredeln.
Bei der Verwendung einer Veredelungsunterlage werden die Samen nach Kulturanweisung vorgezogen. Bei ´Vigomax F1´ handelt es sich beispielsweise nicht um eine Tomate, sondern um ein Nachtschattengewächs aus der Gattung Solanum. Die Pflanzen sind resistent gegen Nematoden und Korkwurzelkrankheit, sie garantieren höhere Erträge und längere Ernte. Durch die kräftige Untertlage, können die Edelsorten auch mehrtriebig gezogen werden und können mehr Rispen versorgen. So bringen sie mehr Früchte. Anders als Tomaten ist ´Vigomax F1´ ein Lichtkeimer. Die Samen werden nur an das Substrat angedrückt und nicht mit Erde bedeckt!
Unterlage und Edelsorte werden zeitgleich ausgesät oder stärker wachsende Unterlagen etwa 3 bis 4 Tage später, damit die Pflanzen zum Zeitpunkt der Veredelung etwa gleichdicke Triebe haben. Am Einfachsten ist die Verwendung eines Veredelungsets. Es beinhaltet Saatgut und feine Keramikstäbe. Zum Veredeln wird nun der Kopf der Unterlage abgeschnitten, so dass eine glatte gerade Schnittfläche entsteht. Der Stängel sollte an der Stelle etwa 2 bis 3 mm dick sein. Nun wird das Keramikstäbchen bis zur Hälfte mittig in den Stängel gesteckt. Dann schneidet man den Trieb der Edelsorte so ab, dass er plan und eben ist und die gleiche Dicke hat wie die Unterlage an der Veredelungsstelle. Nun wird der Kopf der Edelsorte auf das Keramikstäbchen in der Unterlage gesteckt, so dass die Stängelstücke aufeinander liegen. Über die veredelte Pflanze wird ein transparentes Gefäß oder eine Tüte gestülpt um die Verdunstung zu verringern. Nach einer Woche sind die zwei Pflanzen miteinander verwachsen.
Sie werden dann im Mai ausgepflanzt. Je nach Eigenschaften der Unterlage werden die Pflanzen normal gemäß den Vorgaben der Edelsorte weiter kultiviert oder als Mehrtrieber mit mehr Rispen.
Unterlagen schützen die Tomaten nur vor Schaderregern aus dem Boden, nicht vor Pilzen die die Blätter befallen. Dazu müssen entsprechend resistente Edelsorten gewählt werden. Vorbeugende Maßnahmen (günstiger Standort, richtiger Pflanzabstand, Sortenwahl, Kulturplan) machen einen Anbau ohne Pflanzenschutzmittel möglich.

Kraut- und Braunfäule

Kraut- und Braunfäule
Kraut- und Braunfäule an Tomaten
Der Pilz bringt das Gewebe zum Absterben.


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Literatur und weitere Infos:

Tomaten-Atlas mit mehr als 3000 Sorten

Informationen zu Tomatentypen von der Landwirtschaftskammer Bayer

Erträge verschiedener Tometnsorten im Kulturversuch der Landwirtschaftskammer Bayern

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© Wilstermann-Hildebrand 2012