Gattung Amaranthus - Amarant oder Fuchschwanz

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Ich bieten Saatgut für Amarant in meinem Shop an.


 

Allgemeines


Der Amarant ist eine alte Kulturpflanze aus der Familie der Fuchsschwanzgewäches (Amaranthaceae). Zur gleichen Familie gehört auch der Hahnenkamm oder Brandschopf (Celosia). Bei uns finden beide als Zierpflanze Verwendung. Die Blütezeit seiner Popularität hatte der Fuschschwanz bereits im 19. Jahrhundert, als man ihn in nahezu jedem Bauerngarten finden konnte.
Amarant wird aber wegen seiner Samen auch als Nahrungspflanze angebaut. Bereist die Inka und Maya nutzten die Körner wie Getreide. Grabbeigaben zeigen, dass die Pflanzen bereits seit mindestesn 9000 Jahren in Kultur ist. Es handelt sich nicht um eine Süßgras und darum nicht um ein echtes Getreide, sondern nur Pseudogetreide oder eine Pseudocerealie. Da Amarant frei von Gluten ist, eignet er gut als Getreideersatz bei Glutenunverträglichkeit. Er findet unter anderem Verwendung in Müsli.

Müsli mit gepopptem Amarant Müsli mit Amarant

Es gibt Müsli-Mischungen mit Amarant.

Bei den enthaltenen Kohlehydraten handelt es sich überwiegend um Ballaststoffe. Die Gehalte an Magnesium und Eisen sind etwa soppelt so hoch wie in Weizen oder Reis. Der Calcium-Gehalt ist sogar etwa 5 bis 8 mal so hoch. Dafür eignet sich Amarant aber leider nicht zum Backen. Die Blätter aller Arten sind als Gemüse verwendtbar. A. tricolor wird als Gemüse-Amarant oder Chinesischer Spinat bezeichnet. A. dubius (Syn. A. lividus)  wird in Westafrika und auf Java als Gemüse angebaut. In Deutschland war er früher als "Roter Meyer" bekannt. In Europa findet man die Blätter nicht im Handel, weil sie sich nicht lange genug halten bzw. in Europa nicht zum Verzehr angebaut werden. Sie enthalten viel Vitamin A und C. Der Anbau im Hausgarten ist unkompliziert. Die Pflanzen wird zur Ernte nahe über dem Boden gestutzt, damit sie neu austreibt und sich gut verzweigt. Gegessen werden die Blätter und Triebspitze. Sie werden wie Spinat zubereitet. Da die Pflanzen dazu neigen viel Nitrat einzulagern, wird immer empfohlen sie abends zu ernten, wenn alle niedermolekularen Stickstoffverbindungen weitgehend zu Eiweißen umgebaut wurden. Das Selbe gilt auch für Spinat und Salate. Morgends und bei trüber Witterung ist der Nirtagehalt am höchsten.

Es gibt etwa 60 bis 70 Arten, die weltweit in wärmeren und gemäßigten Regionen vorkommen. In Deutschland kommen 14 Arten vor. Einige sind seit dem 19. Jahrhundert bei uns als Neophyten verwildert, andere sind bei uns von Natur aus heimisch. Die Pflanzen sind überwiegend einjährig. Sie wachsen kriechend oder aufrecht. Die Blütenstände sind lange hängende oder aufrechte Ähren. Die winzigen Blüten behalten auch nach dem Verblühen ihre Farbe und sind gut für Trockensträuße geeignet. Am besten schneidet man dazu voll aufgeblüte Stängel und lässt sie hängend trocknen.
Die meisten Amarant-Arten sind anspruchslos und benötigt wenig Wasser. Man findet sie oft an Bahndämmen, Wegrändern und zwischen Schutt. Der Ufer-Amarant besiedelt allerdings sandige Flussufer und feuchte Wiesen.

Eine Anmerkung zum Namen. Im Deutschen (Duden!) wird der Amarant ohne "h" am Ende geschrieben. Der/das Amaranth ist ein roter Lebensmittel (E123). Im Englischen wird allerdings "amaranth" als Bezeichnung für die Pflanze verwendet. Der Gattungsname leitet sich vom griechischen amárantos = unverwelklich ab. Er wurde von einem Botaniker an das griechische ánthos = Blüte anlehnend umgewandelt und schreibt sich seither mit "th".

Kultur

Sonnige, warme Standorte mit leichten, nicht zu nassen Böden sind ideal für die Kultur von Amarant. Eine gute Nährstoffversorgung ist die Grundbedingung für einen kräftigen Wuchs. Da die Sorten frostempfindlich sind, sät man sie am Besten ab Ende März oder Anfang April im Haus oder Gewächshaus aus. Die Keimtemperatur liegt bei 15 bis 18 °C. nach sieben bis vierzehn Tagen gehen die Samen auf. Die Pflanzen werden in 10 bis 12 cm Töpfe mit nährstoffreichem Substrat piekiert. Ab Mitte Mai kann man die Jungpflanzen dann ins Freiland setzen. Direktaussaat im Mai und späteres Vereinzeln ist bei A. caudatus möglich. Der Pflanzabstand beträgt 40 bis 50 cm, bei größeren Sorten mehr. Die Blüten bilden sich etwa drei bis dreieinhalb Monate nach der Aussaat. Wärme fördert die Entwicklung. In kalten verregneten Jahren entwickeln sich die Pflanzen langsam und bleiben klein. Die ersten Fröste töten die Pflanzen ab.
Ab und an können Blattläuse auftreten. An sonsten sind die Pflanzen robust und gesund. Schnecken fressen sie nicht.
Amarant kann als Kübelpflanze verwendet werden oder im Beet zwischen Sommerblumen und Stauden. Größere Sorten sind schöne Solitärs. Niedrigere sollten in Gruppen gepflanzt werden ume ine schöne Wirkung zu erzeilen. Besonders wertvoll ist der Fuchsschwanz, weil die Blüten sich erst zum Ende des Sommer zeigen, wenn viele andere Pflanzen bereist verblüht sind.

Sorten

Es gibt Zuchtformen von verschiedenen Arten. Welche Sorten zu welchen Arten gehören ist nicht immer zweifelsfrei zu klären. Ich habe hier die Einteilung von Erhardt (2010) übernommen. Viele Sorten werden dem Garten-Fuchsschwanz (A. caudatus) zugerechnet. Manchmal werden die Formen mit den aufrechten Ähren aber auch zu A. cruentus gezählt.
Der Garten-Amarant (A. caudatus) stammt vermutlich ursprünglich aus dem tropischen Afrika und Asien. Heute ist er weltweit verbreitet. Die Pflanzen werden 60 bis 100 cm hoch. ´Fat Spike´ hat aufrechte sehr voluminöse, rote Blütenstände. Das Laub ist dunkel grün bis bräunlich. Bei ´Marvel Bronce´ sind die Blätter dunkel bronzefarben und die aufrechten Blütenstände rot. Die grünlaubige Sorte ´Pony Tails´ wird bis zu 120 cm hoch. Die langen roten oder grünen Blütenstände hängen bis zum Boden.
´Kupferberg´ ist etwa 130 cm hoch und hat orange bis kupferfarbene aufrechte Blütenstände und grünes Laub .


Rotschwanz

A. caudatus ´Rotschwanz´
Grünscnwanz

A. caudatus  ´Grünschwanz´
Hot Buiscuit

´Hot Biscuit´
Oeschberg

´Oeschberg´ ist eine
bewährte Sorte mit dunklem Laub.






Green Thumb
Amaranthus hypochondriacus wird bis zu 150 cm hoch. Die Farbe der Blätter und der Blütenstände variiert von grün bis rot. Die Blätter sind grün bis dunkel braun oder rötlich bis fast schwarz.

Das Bild zeigt A. hypochondriacus ´Green Thumb´. Die Sorte wird etwa 30 - 50 cm hoch. Sie entwickelt sich aber langsam und benötigt lange, bis sie zu ansehnlicher Größer herangewachsen ist. Die grünen Blütenstände halten bis September.

´Pigmy Viridis´ ist ´Green Thumb´ ähnlich hat aber spitz zulaufende Blütenstände. ‘Pigmy Torch’ ist eine rote Sorte mit bräunlichem Laub.

´Torch Deep Red´ hat sehr dunkles, fast schwarzes Laub und leuchtend rote Blütenstände.

Die oft dunkel gefärbten und stumpf wirkenden Blätter haben der Art den Namen "Trauer-Fuchsschwanz" eingebracht.


Amaranthus tricolor wird als Gemüse-Amarant oder "Chinesischer Spinat" bezeichnet. Die Art stammt ursprünglich aus Südostasien (Malaysia bis China). Die Blätter sind zwei- oder dreifarbig und werden mehr als 20 cm lang. Die Pflanzen werden etwa 130 cm hoch.
Sie benötigen sehr viel Wärme und entwickeln sich nur zufrieden stellend wenn sie im haus vorgezogen wurden. Etwas Kalkzusatz zum Substrat soll sich positiv auswirken.
Nur in sonnigen warmen Sommern kommen die Pflanzen voll zur Entfaltung. Da sie sich langsam entwickeln, bilden sie bei uns meist keine Blütenstände bis zum Ende der Vegetationsperiode. Attraktiv sind die pflanzen durch ihr farbiges Laub.

´Perfecta´ ist eine bis 85 cm hohe Sorte mit auffällig orange-roten Hochblättern.
‘Early Splendor’ ist dunkellaubig mit auffallend rot-gelben, gekräuselten Hochblättern. Die pflanze wird etwa 80 - 100 cm hoch. Die Sorte ´Splendens Perfecta´ wird etwa 85 cm hoch und hat grün-rote Blätter, die im Idealfall auch einen Gelbanteil zeigen. Eine weitere Sorte ist die gelb-rot-grüne ´Josephs Coat´. Sie wird etwa 50 bis 60 cm hoch.

Die Sorten entwickeln sich in kalten, verrregneten Sommern nicht ideal. Weder die Wuchshöhe noch die typische Sortenfärbung wird dann ausgebildet.
Splendens perfecta

Die Blätter von ´Splendens Perfecta´
sollten in Grün, Rot, dunkel Rot und Gelb
leuchten. Im feucht-kalten Sommer 2011 wurde die typische Ausfärbung und auch die Höhe von 120 cm nicht erreicht.





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Literatur:

F. Köhlein (2002): Alte Bauerngartenpflanze in modernem Gewand.- Gartenpraxis 4, 17 - 21

Rothmaler (2002): Exkursionsflora von Deutschland - Gefäßpflanzen-Grundband.- Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg und Berlin

W. Ehrhardt (2010): Bunte Fuchsschwänze für den Wechselflor.- Gartenpraxis 5, 52 - 57


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© Wilstermann-Hildebrand 2011 - 2012