Pflanzenernährung ist ein sehr komplexes und schwieriges
Thema. Es müssen bei der Identifikation der möglichen Mangelsymptome
einige Themenkomplexe beachtet werden, auf die wir auf dieser Seite eingehen
wollen:
- Bedarf der Pflanze
- Angebot - akuter Mangel
- Probleme bei der Aufnahme - induzierter Mangel
- Konkurrenz der Nährstoffe untereinander
- falscher pH-Wert
- falsche Temperatur
- Wurzelschäden durch Pilze,
Nematoden oder Sauerstoffmangel
- Mangelsymptome oder Zeichen von Toxizität?
- latenter Mangel ohne Symptome
- Symptome haben eventuell nichts mit Nährstoffen
zu tun
- Schädlingsbefall
- Sonnenschäden
- Schaden durch Algenmittel oder Fischmedikament
- Alterserscheinung
Es gibt kaum ein komplexeres und schwierigeres Thema. Eindeutige Antworten und Patentrezepte gibt es nicht!
Wenn wir uns mit der Frage beschäftigen, wieviele
Nährstoffe und welche wir unseren Aquarienpflanzen anbieten müssen,
dann suchen wir oft Hinweise in den Wasser- und Bodengrundanalysen von
Naturstandorten. Leider sind diese aus vielen Gründen nicht geeignet
um uns bei der Düngung im Aquarium zu helfen.
Grundsätzlich müssen wir feststellen, dass
sehr viel mehr Nährstoffe als wir allgemein vermuten über die
Wurzeln aus dem Substrat aufgenommen werden (Gentner
1977, Moeller et al. 1988, Wigand
et al. 2001). Wasseranalysen, die nur extrem geringe Nährstoffgehalte
anzeigen sind also irreführend, wenn keine Bodengrundanalyse vorliegt.
In natürlichen Gewässern schwanken die Wasserwerte
im Jahresverlauf, weil bei erhöhten Niederschlagsmengen oder bei Schneeschmelze
eine Verdünnung auftritt bzw. im Jahresverlauf durch den Eintrag von
Pollen, Blättern und anderem organischen Material auch der Input variiert.
Beispielsweise schwankt der Nitratgehalt an einem Meßpunkt im Rio
Parana im Jahresverlauf zwischen 0,4 und 4 mg/l und der pH-Wert zwischen
6,6 und 7,4. An einer anderen Stelle sind die Nährstoffgehalte dagegen
fast unverändert, während der pH-Wert den gleichen Schwankungen
unterliegt (Maine et al. 2004). Es hängt
also davon ab zu welcher Jahreszeit und bei welchem Wasserstand die Meßwerte
erhoben werden.
Nährstoffgehalte im Wasser an den Standorten von
Nymphoides
indica und Pontederia cordata (Barbieri
& Esteves 1991)
Außerdem wachsen Pflanzen in der Natur nicht dort, wo sie optimale Bedingungen für besonders buschiges, schnelles Wachstum mit schöne gefärbten unbeschädigten Blättern haben. Vielmehr besiedeln sie die Stellen, an denen sie akzeptable Umweltbedingungen vorfinden, andere Pflanzen aber aus irgendwelchen Gründen nicht wachsen können, weil beispielsweise die Salzkonzentration zu hoch, die Wasserversorgung zu schwankend, die Strömung zu stark oder das Licht nicht ausreichend ist. Dabei verändern sie durch ihre Anwesenheit das Millieu. Es ist also möglich, dass die Analysen an einem Standort im Pflanzenbestand und einige Meter davon entfernt sich unterscheiden. Die Unterschiede sind dann aber oft nicht der Grund dafür, dass die Pflanzen an der einen Stelle wachsen und nicht an der anderen, sondern die Folge davon.
Besonders schwerwiegend ist aber, dass die Analysen möglicherweise
fehlerhafte Ergebnisse erzielen. Wasserproben müssen wegen der biologischen
Aktivität von Algen und Bakterien sofort analysiert werden. Durch
den Verbrauch von Sauerstoff verändert sich anderen Falls der pH-Wert.
Denitrifizierende und nitrifizierende Bakterien wandeln Stickstoffverbindungen
weiter um und erzeugen so Zusammensetzungen, die in dem natürlichen
Gewässer nicht vorliegen. Algen verbrauchen Nährstoffe oder sterben
ab, wodurch wiederum Nährstoffe frei werden können. Kurz: Nachdem
eine Wasserprobe mehrere Stunden bei tropischen Temperaturen gestanden
hat oder sogar auf eine Schotterpiste durchgeschüttelt wurde, hat
es nichts mehr mit dem vom natürlichen Standort gemein.
Die Analyse selbst ist oft auch erschwert. Beispielweise
können bei Tropftests Farbveränderungen gar nicht oder nur schwer
beurteilt werden, wenn man es mit teebraunem Schwarzwasser zu tun hat.
Besonders weiches Wasser lässt sich schlecht messen, weil beispielsweise
viele Gesamthärtetests eine Härte von mindestens 3 °dGH voraussetzen.
Auch pH-Testreagenzien funktionieren in Weichwasser nur sehr ungenau. Abweichungen
bis zu 3 pH-Stufen zwischen einem Tropftest und der Messung mit einem Meßgerät
sind möglich. Tests deren Ergebnis an die Temperatur gebunden sind,
können unter tropischen Bedingungen extreme Ungenauigkeiten erzeugen.
Beispielsweise altern einige Reagenzien für Sauerstofftests bei hohen
Temperaturen sehr schnell. Dadurch muss mehr Reagenz verwendet werden um
den gewünschten Farbumschlag zu erreichen und der Meßergebnis
ist deutlich zu hoch. So kommt es vor, dass die gemessenen Sauerstoffgehalte
zum Teil über dem Sättigungswert liegen.
Tabelle: Sättigungswerte für Sauerstoff in Wasser
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Auch elektronische Meßgeräte sind nicht zu 100% zuverlässig. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann es zu Kondenswasserbildung kommen, die Kriechströme verursachen kann. Es empfiehlt sich die Meßgeräte zusammen mit dem Feuchtigkeit ziehenden Kiesel-Gel zu verpacken.
Es gibt viele Unklarheiten darüber, wie und in welcher
Form Nährstoffe von den Pflanzen aufgenommen werden. Beispielsweise
wird immer wieder behauptet, dass Aquarienpflanzen ihre Nährstoffe
vor allem über die Blätter aufnehmen und darum keinen Dünger
im Bodengrund benötigen. Außerdem sollen sie Ammonium lieber/besser/schneller
verwerten als Nitrat. Beide Behauptungen sind falsch!
Es gibt sowohl unter den Landpflanzen als auch unter
den Wasserpflanzen solche, die bevorzugt Ammonium (NH4+)
aufnehmen aber auch solche, die Nitrat (NO32-) bevorzugen.
Beim Rohrkolben (Typha orientalis) hat die Form der Stickstoffverbindung
keinen Einfluss auf dessen Aufnahme (Cary
& Weerts 1984).
Und auch Wasserpflanzen sind nicht alle in der Lage sämtliche
Nährstoffe in auzsreichender Menge über die Blätter aufzunehmen.
Untergetaucht lebende Sumpfpflanzen wie Echinodorus
und Cryptocoryne schon gleich gar
nicht.
Najas wächst sowohl frei treibend ohne Wurzeln
oder mit Wurzeln, als auch im Substrat verankert. Oft wird daraus geschlossen,
dass die Pflanzen ihren Nährstoffbedarf aus dem Wasser allein decken
und darum keine Düngung über den Bodengrund benötigen. Bei
den Sämlingen von Najas flexilis
wurde nachgewiesen, dass sie
mehr als 99 % ihres Phosphorbedarfs aus dem Sediment decken (Moeller
et al. 1988). Die Pflanzen können zwar frei treibend überleben,
ihre Versorgung ist aber deutlich besser, wenn sie über den Bodengrund
mit Nährstoffen versorgt werden.
Es werden auch nicht alle Nährstoffe gleich gut
über die Blätter aufgenommen. Vallisneria spiralis kann
zum Beispiel Phosphat in gleichem Maße mit den Blättern aus
dem Wasser wie mit den Wurzeln aus dem Boden aufnehmen. Die Aufnahme von
Eisen über die Blätter ist aber auf einen kleinen Bereich der
Wachstumszone beschränkt. Voll entwickelte Blätter können
von Eisen nicht mehr durchdrungen werden. Für eine ausreichende Versorgung
müssen die Pflanzen darum Eisen über die Wurzeln aufnehmen (Gentner
1977).
Untersuchungen haben gezeigt, dass Pflanzen mit einem
ausladenden, tiefgehendem Wurzelsystem mehr Nährstoffe aus dem Boden
entziehen, als wenig bewurzelte. Vallisneria americana kann zum
Beispiel dem Boden mehr Phosphat (PO4-) entziehen als Potamogeton pectinatus
(Wigand
et al. 2001). Das ist nicht wirklich ein überraschendes Ergebnis.
Interessant ist aber, dass sich im Boden unter Pflanzenbeständen deutlich
mehr Nährstoffe befinden als auf freien Flächen. Die Pflanzen
sind in der Lage Nährstoffe im Sediment zu deponieren und im Folgejahr
davon zu profitieren.
Das Angebot an Stickstoff und Phosphat wirkt sich direkt
auf den Habitus der Pflanze aus. Beispielsweise wird bei Elodea canadensis,
Elodea
nuttallii und Lagarosiphon major der Anteil der Wurzelmasse
an der Gesamtpflanzenmasse mit zunehmendem Nährstoffangebot immer
geringer (James et al. 2006). Diese Beobachtung
kann man auch bei vielen Landpflanzen machen. Ist ihre Nährstoffaufnahme
begrenzt, bilden sie mehr, längere und verzweigtere Wurzeln aus um
die geringen vorhandenen Mengen im Boden besser auszuschöpfen. Die
Trockenmasse der Wurzeln von Vallisneria americana nimmt dagegen
mit steigendem Phosphatangebot im Sediment deutlich zu, während sich
sich die Blattmasse nur wenig verändert. Diese Art reagiert also anders
herum.
Das Angebot in der Natur liefert uns also kaum eine Aussage darüber welche Zusammensetzung und Menge in der Nährstoffversorgung optimal sind. Es liegt also nahe sich die Zusammensetzung der Pflanzenmasse an zu sehen um auf die Menegenverhältnisse zu schließen. Dazu bräuchte man ja eigentlich nur gut entwickelte Pflanzen analysieren und ihre Nährstoffgehalte mit denen von Mangelpflanzen vergleichen. Solche Analysen zeigen deutlich, dass Pflanzenarten unterschiedliche Nährstoffzusammensetzungen haben und dass es deutliche Schwankungen in Abhängigkeit von den Kulturbedingungen gibt.
Nährstoffgehalte in der Trockenmasse von Salvinia
molesta [%]
| Room & Gill 1984 |
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| Stickstoff |
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| Phosphat |
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| Kalium |
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| Calcium |
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| Magnesium |
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| Natrium |
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Auch sind die Zusammensetzungen in den einzelnen Pflanzenteile unterschiedlich.
Nährstoffgehalte in verschiedenen Pflanzenteilen
von Nymphoides indica, Pontederia cordata und Utricularia
breviscapa in % der Trockenmasse
(Barbieri & Esteves
1991)
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| Nymphoides indica | Blatt |
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| Rhizome |
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| Wurzel |
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| Blüte |
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| ganze Pflanze |
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| Pontederia cordata | Blatt |
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| Rhizom |
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| Wurzel |
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| Blüte |
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| ganze Pflanze |
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| Utricularia breviscapa | ganze Pflanze |
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Zusätzlich schwanken die Nährstoffgehalte in
den einzelnen Pflanzenteilen im Jahresverlauf - also in Abhängigkeit
vom Entwicklungsstand und von Jahr zu Jahr. Die nachfolgenden Grafiken
zeigen den Nährstoffgehalte im Jahresverlauf in den Blätter und
den Rhizomen von Nymphoides indica (verändert nach Barbieri
& Esteves 1991).
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Die Tabelle unten zeigt die Veränderungen des durchschnittlichen
Gehalts an Stickstoff und Phosphat in der Pflanzenmasse eines Bestandes
von Nymphaea alba im Verlauf mehrerer Jahre (Marion
et al. 2003).
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| Stickstoffgehalt [%] |
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| Phosphatgehalt [%] |
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Der pH-Wert des Milieus beeinflusst die Nährstoffaufnahme und damit auch die Nährstoffgehalte. Die folgende Tabelle zeigt die Nährstoffgehalte von Aponogeton elongatus in Abhängigkeit vom pH-Wert (Tabelle nach Crossey 2002).

Unglücklicherweise treten Mangelerscheinungen einmal
früher und einmal später auf. Das ist abhängig von der sonstigen
Nährstoffversorgung der Pflanze. Beispielsweise kann Natrium einen
Teil der physiologischen Aufgaben von Kalium bei der Regulation des Wasserhaushalts
übernehmen. Entsprechend treten den Wasserhaushalt betreffende Mangelsymptome
erst später auf, wenn die Natriumzufuhr besser ist.
Auch sind Pflanzen individuell unterschiedlich anfällig
und zeigen Chlorosen nicht unbedingt sofort. Das Auftreten von Chlorosen
oder Nekrosen ist außerdem ein Zeichen für extrem starken Nährstoffmangel.
Ein latenter Mangel wird oft nicht bemerkt.
Probleme bei der Idenfikation
von Nährstoffmängeln
Wichtige Hinweise, bitte lesen!
Pflanzen benötigen verschiedene chemische Elemente
um ihre Substanz aufzubauen.
Kohlenstoff ( C ), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O)
sind in den größten Mengen in der pflanzlichen Masse enthalten.
Sowohl Zellulose als auch Zucker und Stärke sind aus den drei Elementen
aufgebaut. Im Zellkern und in der DNS sind zusätzlich Phosphat
(P), Stickstoff (N) und Schwefel (S)
enthalten.
Im Zellsaft sind Calcium (Ca), Kalium
(K), Natrium (Na) und Magnesium (Mg)
gelöst. Chlorid (Cl), Bor (B),
Eisen
(Fe), Mangan (Mn), Zink (Zn), Kupfer
(Cu) und Molybdän (Mo) übernehmen wichtige
Aufgaben bei den chemischen Umwandlungen durch Enzyme.
Mangelerscheinungen äußern sich am Häufigsten
in Chlorosen (Verfärbung oder Verblassen). Wie genau die Mangelsymptome
aussehen, hängt in erster Linie von der Pflanzenart und natürlich
vom Nährstoff ab. Oft treten Kombinationen von Mangelsymptomen auf,
die eine Identifikation erschweren.
Mangel kann durch das Fehlen eines Nährstoffs oder
durch dessen schlechte Verfügbarkeit hervorgerufen werden.Ist die
Verfügbarkeit durch Überangebot eines anderen Nährstoffs
oder durch einen ungünstigen pH-Wert verursacht, spricht von von einem
induzierten Mangel. wenn der Nährstoff fehlt, von einem akuten. Akuter
Mangel kann durch die Zufuhr des Nährstoffes behoben werden. Induzierter
Mangel nur durch Veränderungen im Milieu.
Auch Überschuss an verschiedenen Nährstoffen
kann zu Schäden führen. Entweder werden direkte Vergiftungen
(Toxizität) hervorgerufen oder die Aufnahme eines anderen Nährstoffs
wird behindert.
Bei zu hohem pH-Wert ist die Aufnahme von Mikronährstoffen
behindert.
Es bilden sich zum Beispiel Deformationen an den Schwimmblättern
von Nymphaea lotus aus.
Es ist schwierig an Hand von Symptomen einen bestimmten
Nährstoffmangel als Ursache für eine Verfärbung oder eine
Wuchsstörung zu identifizieren. Das liegt zum Einen daran, dass sich
der Mangel an verschiedenen Nährstoffen in Verfärbungen (Chlorosen)
äußert. Beispielsweise lassen sich Bormangel und Manganmangel
an Pappeln kaum unterscheiden. Zum Anderen kann der gleiche Mangel unterschiedlich
an verschiedenen Pflanzen aussehen, z. B. sind die Verteilungen der Chlorosen
im Blatt zwischen Ein- und Zweikeimblättrigen
unterschiedlich. Aber auch bei den Zweikeimblättrigen sehen die Mangeslsymptome
nicht immer gleich aus. Magnesium-Mangel an Kartoffel zeigt sich zum Beispiel
in Chlorosen der Interkostalfeldern, ausgehend
von der Mittelrippe. der Rand bleibt oft grün. Die Chlorosen können
in
Nekrosen übergehen. Bei Futterrüben
beginnt die Chlorose am Rand der Blattspitze und geht auch am Rand zuerst
in Nekrosen über, während der Bereich um die Mittelrippe und
die Blattbasis lange grün bleiben. In einem Fall beginnt der Mangel
an einem bestimmten Nährstoff also in der Blattmitte und im anderen
am Blattrand. Der Ort des Auftretens ist aber ein wichtiges Indiz dafür,
welche Nährstoffe überhaupt in Betracht gezogen werden sollten!
Beispielsweise führt sowohl der Mangel an Stickstoff als auch der
an Eisen zu Gelbfärbung der Blätter. ABER ACHTUNG: Stickstoff
ist ein retranslozierbarer Nährstoff und wird von der Pflanze bei
einer Unterversorgung aktiv aus den älteren Blättern in die Triebspitzen
transportiert. Darum sind bei Stickstoffmangel-Pflanzen die Triebspitzen
noch grün, wenn alles andere bereits quietschgelb sein KANN (nicht
muss!). Eisen ist ist nicht retranslozierbar! Es kann nicht wieder aus
den Blättern entzogen werden und transportiert werden. Darum tritt
Eisenmangel zuerst an den Triebspitzen auf. Zuerst deshalb, weil
die Pflanze weiterwachsen kann und sich die Chlorosen dann auf einen zunehmend
größeren Bereich der Pflanze erstreckt. Einfach deshalb, weil
immer mehr neue chlorotische Blätter gebildet werden, während
ältere Blätter aus Altersgründen einfach vergehen. Man kann
bei einer ganz gelben Pflanze die Ursache also nur dann beurteilen, wenn
man weiß wie es am Anfang aussah.
Das Messen von Wasserwerten zur Unterstützung einer
Diagnose kann hilfreich sein. Allerdings kann damit nicht ausgeschlossen
werden, dass die Aufnahme der Pflanze durch ein Überangebot an anderen
Nährstoffen, durch Schädigung der Wurzeln oder falsche Temperatur
und pH-Wert behindert wird. Außerdem kann die Aufhellung der
Blattflächen verdeckte Blattfarbstoffe sichtbar werden lassen. Hat
zum Beispiel eine Pflanze viele Anthocyane,
dann werden diese durch den Verlust des Chlorophylls z. B. bei Stickstoffmangel
oder beim Einsetzen der Herbstfärbung sichtbar. Diese Rotfärbung
ist dann aber nur eine Begleiterscheinung.
Zusätzlich kann es vorkommen, dass die Ursache für
eine Chlorose eine andere ist. Zuviel oder zu wenig Licht kann ebenfalls
zu Verfärbungen führen. Ebenso Virus- oder Pilzbefall oder eine
mechanische Beschädigung durch Welse oder Schnecken.
Chlorosen und Nekrosen durch
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Bräunliche Chlorosen auf einem Seerosenblatt
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Es gibt kaum brauchbare Literatur zu Nährstoffmängeln an Aquarienpflanzen. Daher ist auch nicht möglich eine allgemein gültige Aussage zu treffen. Es wurden nur sehr wenige Erfahrungsberichte zu dem Thema veröffentlicht. Es ist wahrscheinlich, dass es auch Situationen gibt, in denen zum Beispiel die Stickstoffmengen, die Kramer angibt über- oder unterschritten werden können ohne, dass es zu Schäden kommt.
Die folgende Tabelle soll Hinweise
gebenen, worum es sich bei den Veränderungen an den Aquarienpflanzen
handeln könnte. Es handelt sich überwiegend um Beobachtungen
an emersen Kulturpflanzen (Kartoffeln,
Getreide etc.). Aus den oben genannten Gründen sind sie nur bedingt
auf Aquarienpflanzen übertragbar. Nekrosen, die durch Vertrocknen
auftreten, werden bei submersen Pflanzen
entfallen, solche die durch direkte Vergiftung entstehen aber nicht. Die
Beschreibungen sind gemäß den Angaben von Bergmann
(1993).
| Pflanzenteile | Symptome | mögliche Ursache |
| alle | eigentlich rote oder weiß-panaschierte Pflanzen werden grün; Pflanzen schwächlich; Stängel dünn, Blätter klein (Rosettenpflanzen); lange Internodien, wenig Blätter (Stängelpflanzen) | Lichtmangel |
| alle | Pflanzen lang, unverzweigt | zu hoher Rotanteil in der Beleuchtung |
| alle | lange Internodien und kleine Blätter bei Stängelpflanzen; schmächtiger Wuchs bei Rosettenpflanzen | zu hohe Temperaturen |
| alle | Pflanzen kurz und gedrungen | zu hoher Blauanteil in der Beleuchtung |
| alle | Kümmerwuchs | zu hoher Gelb/Grün - Anteil in der Beleuchtung |
| alle | Blattrandchlorosen, die in Nekrosen übergehen; kleine braune bis schwarze Punkte | Mangantoxizität |
| alle | dunkle Flecken, Absterben der Blätter | Phosphatüberschuss |
| alle, besonders ältere Blätter | hellgrüne bis gelbe Farbe, beginnend an den älteren Blättern, wenige Verzweigungen | Stickstoffmangel |
| besonders ältere Blätter | dunkel- bis blaugrüne Farbe, Blattadern und Stängel rötlich, ältere Blätter gelbbraun bis rot | Phosphatmangel |
| ältere Blätter | erst blaugrüne Färbung, dann Chlorosen | Molybdänmangel |
| ältere Blätter | Chlorosen in den einzelnen Interkostalfeldern geben dem Blatt ein marmoriertes Aussehen, Blattadern und Blattränder bleiben lange grün, aus den Chlorosen können sich Nekrosen entwickeln | Magnesiummangel |
| ältere Blätter | ausgehend vom Blattrand bilden sich Chlorosen, die in graubraune bis rötlichbraune Nekrosen übergehen | Kaliummangel |
| alte Blätter | braune oder gelbe Verfärbung, beginnend an den Blattspitzen | Eisentoxizität |
| Interkostalfelder jüngerer Blätter | mosaikartige Chlorosen, Adern bleiben grün; Übergang zu größeren gelben Flecken und Nekrosen oder schwarze Punkte | Manganmangel |
| Interkostalfelder jüngerer Blätter | Chlorosen | Zinkmangel |
| jüngste Blätter | klein, verdreht und/oder verkrüppelt | Calciummangel
Bormangel Zinkmangel Kupfermangel |
| jüngste Blätter | Junge Blätter sind hellgrün bis zitronengelb; Blattadern bleiben zunächst grün; Stängel kürzer und dünner; später auch Blattadern hell; vom Rand beginnend Nekrosen; kurze, braun verfärbte Wurzeln | Eisenmangel |
| jüngste Blätter | einschließlich der Blattadern hellgrün bis gelb, Blattadern heller als Blattspreite, gehemmtes Sproßwachstum | Schwefelmangel |
| jüngste Blätter | zuerst tiefgrün bis blaugrün, später chlorotisch, Absterben zusammen mit der Sproßspitze | Bormangel |
| Sproßspitze | Absterben | Calciummangel
Bormangel Kupfermangel |
| Blattränder | Nekrosen | Nitrat-Überschuss
Molybdänmangel Eisentoxizität |
| Blattflächen | verbogen oder kleiner als normal | Kaliummangel
Molybdänmangel |
| Interkostalfelder junger oder alter Blätter | Chlorosen | Zinkmangel |
| unteres Stängelende | Braunfärbung und Fäule; schwärzliche Wurzeln | Fäulnis durch Sauerstoffmangel im Bodengrund |
Im folgenden Abschnitt werde einige grundsätzliche Angaben zu den wichtigsten Nährstoffen gemacht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass alle Zahlen Mittel- oder Näherungswerte sind. Beispielsweise unterscheiden sich die Nährstoffgehalte in den einzelnen Pflanzenteilen (Blatt, Sproß, Wurzel, Rhizom) von einander. Zusätzlich schwanken sie im Jahresverlauf (Austrieb, Blüte, Samenansatz) und abhängig vom pH-Wert (siehe Tabelle).
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: durchschnittlich
1,5%
Der tatsächliche Stickstoffgehalt ist von der Pflanzenart,
ihrem Ernährungszustand und dem untersuchten Pflanzeteil abhängig
(siehe Tabelle oben).
Beispiele:
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
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| Elodea canadensis |
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| Elodea nuttallii |
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| Lagarosiphon major |
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| Nymphaea alba |
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| Nymphoides indica Blätter |
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| Nymphoides indica Rhizom |
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| Nymphoides peltata |
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| Pontederia cordata Blätter |
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| Pontederia cordata Rhizom |
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| Potamogeton pectinatus Blätter |
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| Potamogeton pectinatus Wurzeln |
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| Salvinia molsta |
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| Trapa natans |
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| Vallisneria americana Blätter |
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| Vallisneria americana Wurzeln |
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Allgemeine Informationen
Stickstoff ist Bestandteil der Erbsubstanz DNS, von Eiweißen, Chlorophyll und verschiedenen Pflanzenhormonen.
Stickstoffmangel ist im Gartenbau und in der Landwirtschaft
ein großes Problem, im Aquarium aber seltener.
Stickstoff gehört zu den translozierbaren Nährstoffen.
Das heißt die Pflanze ist in der Lage Stickstoff aus altem Gewebe
zu mobilisieren und in jüngeres Gewebe zu transportieren. Das passiert
zum Beispiel, wenn im Blätter von Laubbäumen ihre Herbstfärbung
bekommen. Es werden Nährstoffe aus den Blättern entzogen und
im Stamm gespeichert umd den Nährstoffverlust beim Laubfall zu verringern.
Darum enthält Herbstlaub auch weniger Nährstoffe als grüne
Blätter.
Wegen dieser Fähigkeit der Pflanzen treten bei einer
Unterversorgung mit Stickstoff auch zuerst Mangelsymptome an den älteren
Blättern auf. Der Stickstoff wird von den alten in die jungen,
wachsenden Pflanzenteile transportiert. Ein geringer Mangel muss dabei
nicht bemerkt werden. Die älteren Blätter werden lediglich schneller
gelb und haben eine kürzere Lebenserwartung. Das tritt zum Beispiel
auf, wenn
emerse Pflanzen auf die submerse
Kultur umgestellt werden. Da sie zunächst nicht gut angewachsen sind,
können sie sich nicht ausreichend über die Wurzeln versorgen.
Daher nutzen sie die Nährstoffreserven aus den alten Blättern.
Es ist daher auch nicht ratsam zum Beispiel beim Einpflanzen von Echinodorus
zu viele Blätter zu entfernen, auch wenn sie tatsächlich nach
wenigen Tagen beginnen abzusterben. Die Pflanze benötigt die in ihnen
enthaltenen Nährstoffe für einen guten Start in die Unterwasserwelt.
Der Stickstoffgehalt in Pflanzen wird aber auch durch
andere Faktoren beeinflusst. Bei Vallisneria spinulosa hat sich
in einem Versuch gezeigt, dass durch eine Erhöhung des Kohlendioxidangebotes
das Wachstum deutlich zunimmt. Überraschenderweise nahm dabei die
Stickstoffkonzentration in den Blättern um rund 15% ab, während
die Wurzeln und Stolonen unbeinflusst blieben. Die Phosphatkonzentration
stieg dagegen in den Blättern, Wurzeln und Stolonen um 35 bis 147
% an (Yan X. et al 2006).
Stickstoffmangel zeigt sich als Aufhellung bis hin zu
einer zitronengelben Färbung, beginnend an den älteren Blättern.
Bei extremem Mangel wird die gesamte Pflanze gelb, sofern nicht andere
farbstoffe durch den Verlust von Chlorophyll sichtbar werden. Die Verzweigung
von Stängelpflanzen ist geringer. Stickstoffmangelpflanzen sind kleiner
als gut versorgte Pflanzen. Stängel und Blätter stehen steif
aufrecht und auch die Blätter liegen dabei eng am Stängel an.
Diese Starrtracht kann bei Gräsern bis in die Blattspitzen reichen.
(Bei Schwefelmangel hängen die Blattspitzen.) Ursache ist ein erhöhter
Anteil an Kohlehydraten. Das kann bei manchen Pflanzenarten (z. B. Rüben
und Erdbeeren) zu Rotfärbung durch Anthocyane
führen. Anders als bei Phosphatmangel treten sie aber nur zusammen
mit hell grünen bis gelben Chlorosen auf.
Die Samen reifen nach der Blüte nicht aus.
Schwefelmangel kann je nach Pflanzenart
und Situation Stickstoffmangel oder Stickstofftoxizität verursachen.
Ein Mangel an Molybdän stört den Stickstoff-Stoffwechsel, so
dass auch durch Molybdän-Mangel Stickstoffmangelsymptome ausgelöst
werden können.
Überdüngung und Toxizität
Mit einem steigenden Angebot an Stickstoff, steigt auch
der Stickstoffgehalt in der Pflanze. Beispielsweise stieg in einem Versuch
der Anteil von Stickstoff bei Elodea canadensis von 1,83 auf 2,1
% Trockenmasse, bei Elodea nuttalii von 1,56 auf 2,1% und bei Lagarosiphon
major von 1,5 auf 1,9 % bei einer Düngung von jeweils 0,21 mg/l
Stickstoff bzw. 3,36 mg/l Stickstoff, das entspricht einem Äquivalent
von ca. 13 bzw. 208 mg Nitrat pro Liter (James
et al. 2006).
Auch eine Überdüngung kann zu Problemen führen.
Eine hohe Konzentration von Ammonium führt zu Blattschäden. Eine
Überversorgung mit Nitrat kann Blattrandnekrosen verursachen. Nitrattoxizität
kann auch durch Schwefelmangel induziert werden.
Zusätzlich fördert starke Stickstoffdüngung
das Wachstum, ohne das ausreichend hochmoleulare Kohlehydrate (Zellulose,
Lignin) gebildet werden. Die Zellwände werden dünner und der
Gehalt an Zuckern im Zellsaft steigt. Dadurch wird die Pflanze nicht nur
anfälliger, sondern auch attraktiver für Pilze und saugende Insekten.
Zu starke Stickstoffdüngung fördert zum Beispiel den Befall mit
Grauschimmel
(Botrytis cinerea). Kaliumbetonte Düngung wirkt sich dagegen
positiv auf die Widerstandskraft gegen den Pilz aus.
Nitratüberschuss
soll nach einer von mehreren Theorien für die Cryptocorynen-Krankheit
verantwortlich sein, bei der durch Veränderungen des Lichtangebots
oder Schwankungen der Wasserwerte die Blätter zerfallen. Eingelagerte
Stickstoffverbindungen werden möglicherweise schlagartig freigesetzt
und führen zu einer Vergiftung der Pflanze. Allerdings kann man die
Symptome auch durch einer Überdüngung mit
Kalium
(über 50 mg/l Aquarienwasser) verursachen.
| Erfahrungsberichte aus der Aquaristik
Eichhornia-Arten benötigen viel Stickstoff.
Ein befriedigendes
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Shinnersia rivularis weiß-grün oben
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Echinodorus palaefolius mit extremem Stickstoffmangel. Im Hintergrund zum Vergleich E. x ´Ozelot grün´ |
Wenn der Stickstoffmangel nicht stark
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Stickstoffkreislauf und
Einlaufphase des Aquariums
Im Aquarium läuft wie im Boden oder in natürlichen
Gewässern eine Abbaukette ab, bei der aus abgestorbenem tierischen
oder pflanzlichem Material und tierischen Ausscheidungen erst Ammonium
(pH > 7 Ammoniak), dann Nitrit und zum Schluss Nitrat wird. Dabei werden
an Stickstoffreste aus Amminogruppen oder Harnstoff (CNH-Körper) Sauerstoff
(O) angehängt. Dieser Vorgang erfolgt im Inneren von Bakterien, die
z.B. Ammonium als Nahrungsquelle nutzen und ihn in ihrem Stoffwechsel verbrennen
(oxidieren). Auf die gleiche Weise produzieren wir Menschen bei der Energiegewinnung
aus Kohlenhydraten (Zucker und Stärke) Kohlendioxid. Das entstehenden
Nitrit (NO2) ist also
ein Abfallprodukt von bakteriellem Stoffwechsel. Andere Bakterien nutzen
das Nitrit um ihren eigenen Nahrungsbedarf zu decken und verbrennen das
Molekül auch noch einmal. Das entstehende Nitrat (NO3)hat
darum drei Sauerstoffatome.
In der Einlaufphase eines Aquariums
sind die Bakterien nur in sehr geringer Konzentration im Wasser bzw. im
Filter. Darum kann sich Ammonium ansammeln. Erst wenn die Bakterien sich
vermehrt haben, kann jedes frei werdende Molekül von Ammonium sofort
verwertet werden. Dann steigt der Gehalt an Nitrit so lange an (Nitritpeak),
bis ausreichend Bakterien der anderen Art da sind um es schnell ab zu bauen.
Da Ammoniak und Nitrit giftig für Fische sind, sollten Fische erst
eingesetzt werden, wenn die Abbaukette vollständig abgelaufen ist.
Das Absinken des Nitritgehaltes ist dafür ein gutes Indiz. Allerdings
kann sich die Abbaukette nur dann entwickeln, wenn Stickstoff im Wasser
ist. Es muss also Mulm oder Fischfutter zugegeben werden, damit die ersten
Bakterien der Abbaukette Nahrung haben und in der Folge auch die anderen
Futter finden. In der Einlaufphase ist es darum wichtig etwas Stickstoff
zu zuführen und für eine ausreichende Belüftung zu sorgen.
Von Kohlendioxiddünung ist in den ersten Monaten abzuraten, da zuerst
vor allem Stickstoff und Phosphat das Wachstum begrenzen.
Stickstoffmangel ist im eingefahrenen Aquarium selten
zu erwarten, da die Stoffwechselprodukte von Fischen eher zu einer Überversorgung
führen. Bei einer übermäßigen Versorgung mit Phosphat
kann es aber vorkommen, dass zumindest latenter Mangel auftritt.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: durchschnittlich
0,2%
Der tatsächliche Phosphatgehalt ist von der Pflanzenart,
ihrem Ernährungszustand und dem untersuchten Pflanzeteil abhängig
(siehe hier).
Phosphat ist Bestandteil der Chromosomen, der Zellmembranen
und dient als Energieträger (ATP).
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
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| Nymphaea alba |
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| Nymphoides indica Blätter |
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| Nymphoides indica Rhizome |
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| Nymphoides pelatata |
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| Pontederia cordata Blätter |
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| Pontederia cordata Rhizome |
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| Potamogeton pectinatus Blätter |
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| Potamogeton pectinatus, Wurzeln |
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| Salvinia molesta |
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| Trapa natans |
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| Vallisneria americana Blätter |
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| Vallisneria americana Wurzeln |
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Ein zu hoher Phosphatgehalt wird oft für das übermäßige Wachstum von Pinselalgen verantwortlich gemacht. Es kann aber vorkommen, dass ein Aquarium mit 5 mg/l Phosphat völlig algenfrei ist, währenmd ein anderes mit 0,1 mg/l Phosphat völlig überwuchert wird. Der Grund dafür scheint zu sein, dass nicht der totale Phosphatgehalt wichtig ist, sondern das Verhältnis vom Phosphat zu den anderen Nährstoffen. Nitrat und Phosphat werden von den Aquarienpflanzen in Sumpfkultur etwa in einem Verhältnis von 15:1 aufgenommen. Ist mehr Phosphat vorhanden, dann kann Stickstoff der begrenzende Faktor werden.
Teilweise können die Phosphatwerte dann die Skala
der Wassertest sprengen und lassen sich nur mit Hilfe von Verdünnungen
messen. Dazu muss man vor dem Testen destilliertes Wasser zur Probe geben.
Es können in so einem Fall Werte bis 30 oder 40 mg Phosphat pro Liter
Wasser auftreten. "Normal" wären etwa 0,1 mg/l. Dieser Zustand geht
oft mit verstärktem Wachstum von Pinselalgen einher. Abhilfe schaffen
regelmäßige Wasserwechsel (etwa alle 2 Tage) bis eine Verringerung
des Phosphatgehaltes eintritt. Ein einmaliger Wasserwechsel reicht nicht
aus, weil aus dem Substrat ausgefallene Phosphorsalze nach dem Wasserwechsel
zurückgelöst werden. Die Zugabe von Phosphatreduzierenden Zusätzen
ist aus dem gleichen Grund keine Lösung. Das Phosphat wird lediglich
ausgefällt und löst sich wieder, wenn z.B. der pH-Wert oder die
Gesamthärte verändert werden. Wenn der Phosphatgehalt gesunken
ist, dann empfiehlt sich die Zugabe von stickstoffhaltigen Düngern.
Denn die Pflanzen können das Phosphat nur aufnehmen, wenn sie wachsen.
Alle Mangelfaktoren müssen dafür beseitigt werden. Die Ergänzung
des Pflanzenbestandes mit schnell wachsenden Pflanzen ist zu diesem Zeitpunkt
sinnvoll um den Entzug von Phosphat zu fördern.
In einem Versuch hat sich gezeigt, dass durch eine Erhöhung
des Kohlendioxidangebotes bei Vallisneria spinulosa die Phosphatkonzentration
in den Blättern, Wurzeln und Stolonen um 35 bis 147 % ansteigt, während
der Stickstoffgehalt sink (Yan X. et al 2006).
Phosphatmangel erzeugt kleine, grau-grüne oder rötliche
Pflanzen. Ursache ist die Ansammlung von Anthocyanen
durch einen Mangel am energietransportierenden ATP. Die Rotfärbung
beginnt
in den älteren Pflanzenteilen und ist im Bereich der Blattadern
und –stiele besonders ausgeprägt. Es treten keine Aufhellungen
oder Vergilbungen auf! Der Energiemangel hemmt alle Stoffwechselvorgänge.
Überdüngung und Toxizität
Mit zunehmendem Phosphatangebot steigt der Phosphatgehalt
im Pflanzengewebe.
Phosphatüberschuss ist im Aquarium häufiger.
Er zeigt sich manchmal in braunen bis schwarzen Verfärbungen auf den
Blättern, die dann absterben. Es kommt zu verstärktem Algenwuchs
(Pinselalgen). Häufig tritt zusätzlich Eisenmangel
auf, weil Phosphat die Aufnahme von Eisen behindert. Regelmäßige
Wasserwechsel sind nötig.
In Überdüngten Gewässern ist vor allem
der erhöhte Phosphatgehalt dafür verantwortlich, dass sich Plankton
vermehren kann. Durch die Trübung dringt weniger Licht ins Wasser
und Unterwasserpflanzen werden verdrängt. Darum sind in Gewässern
mit hohem Gesamtphosphatgehalt (> 100 µg/l) nur sehr wenige submerse
Pflanzen zu finden. Beispeilsweise waren in den 1960ern etwa 39% der flachen
Gewässer (bis 2,5 m) in Nord-Ostdeutschland mit dichten Pflanzenbeständen
bewachsen, in den 1990ern waren es nur noch 2 % (Körner
2002).
In diesem Bestand von Echinodorus
bleherae
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Der Nährstoffentzug aus den alten Blättern
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Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,1-0,6%.
Schwefel ist Bestandteil von Chlorophyll und Chloroplasten,
sowie von essentiellen Aminosäuren (Cystein und Cystin) und so am
Aufbau wichtiger Proteine beteiligt. Aneurin (Thiamin oder Vitamin B1)
enthält Schwefel. Ebenso Biotin (Vitamin H), das Co-Enzym A, das eine
wichtige Rolle im Atmungsstoffwechsel spielt, und einige Enzyme, die bei
der Stickstoffumwandlung in der Pflanze von Bedeutung sind. Auch in Zellmembranen
ist Schwefel gebunden. Er ist damit für die Pflanze unverzichtbar.
Die aromatischen Öle, die bei Senf und Lauch für
den Geruch verantwortlich sind, sind ebenfalls schwefelhaltig. Daher haben
solche Pflanzen auch mit z.T. mehr als 1 % in der Trockenmasse einen
besonders hohen Schwefelgehalt. Entsprechend größer ist auch
ihr Schwefelbedarf, gegenüber anderen Kulturpflanzen.
Im Zellsaft liegt Schwefel als CaSO4
und als SO24 -
vor. Überschüssiger Schwefel kann in den Blättern als Sulfat
gelagert werden. Diese Reserve kann mehr als die Hälfte des Gesamtschwefels
einer Pflanze ausmachen. Erst wenn die völlig verbraucht ist, treten
an den jüngeren Blättern erste Mangelsymptome auf.
Schwefelmangel kann je nach Pflanzenart und Situation
Stickstoffmangel oder Stickstofftoxizität verursachen
Die chlorotischen Mangelsymptome treten zuerst an den
jüngeren Blättern auf, die älteren Blätter sterben
nicht
vorzeitig ab. Es wird zwar Schwefel aus älteren Blättern verlagert,
aber die Versorgung reicht nicht aus. Junge Blätter sind darum kleiner
und zeigen Chlorosen von hellgrün bis gelb, beginnend um die Blattadern
herum. Teilweise kann es durch Anthocyaneinlagerung
zu rot-violetten Verfärbungen entlang der Blattadern kommen.
Es werden Starrtrachtsymptome gebildet, d.h. die Stängel
stehen starr aufrecht und die Blätter eng am Stängel anliegend
auch. Die Blätter sind kleiner und oft schmaler. Das Sprosswachstum
ist reduziert und die Stängel sind dünner. Das Wurzelwachstum
ist weniger stark beeinträchtigt, so dass sich das Verhältnis
zwischen Sproß und Wurzel zu Gunsten der Wurzel verschiebt.
Abhängig davon in welchem Entwicklungsstadium akuter
Mangel auftritt, können die Pflanzen auch stark kümmern.
Niedriger Sulfatgehalt im Boden kann eine verstärkte
Chloridaufnahme provozieren, die wiederum zum Quellen des Gewebes führt.
Die Pflanzen zeigen dann kaum Chlorosen, haben aber gestauchte Internodien
und ähneln Sukkulenten.
Die Menge an Chlorophyll sinkt, weil Schwefel Bestandteil
von Chlorophyll und Chloroplasten ist. Durch Schwefelmangel kann es zu
Störungen in der Nitratreduktion im Pflanzeninneren kommen und dadurch
Nitrattoxizität auftreten. Knöllchenbakterien, die zum Beispiel
in Symbiose mit Leguminosen leben, benötigen Schwefel für die
Bindung von Luftstickstoff (N2). Schwefelmangel
hemmt sie und kann so zu Stickstoffmangel führen.
Bei Schwefelmangel vermindert sich die Eiweißqualität
und der Stärkegehalt in den Pflanzen nimmt zu.
Im Aquarium ist der Mangel unwahrscheinlich, weil Leitungswasser
Sulfat enthält und Schwefel aus Futterresten frei wird. Schwefel bzw.
Sulfat ist das am häufigsten verwendete Gegenion für Salze in
Aquarienpflanzendüngern.
Überdüngung und Toxizität
Schwefelüberdüngung ist sehr selten. Es gibt
keine Berichte über Schwefelüberdüngung bei Aquarienpflanzen.
Allerdings kann es in unbelüfteten Filtermaterialien
und anaeroben Substratschichten zur Bildung von giftigem Schwefelwasserstoff
(H2S) kommen, weil die bakterielle Abbaukette zum Sulfat durch
Sauerstoffmangel unterbrochen wird. Der Schwefelwasserstoff kann die Wurzeln
schädigen und ist auch giftig für Fische und andere Lebewesen.
Bei anderen Kulturpflanzen kann sehr selten eine Toxizität durch ein Schwefelüberangebot auftreten. Bei Citrus beginnen die Blätter vom Rand her zu vergilben und bleiben kleiner. Die Früchte reifen aus, bevor sie ihre Zielgröße erreichen. Zuckerrüben, Tomaten, Baumwolle und Luzerne bleiben bei Schwefelüberschuß kleiner ohne Blattsymptome zu zeigen. Sorghumhirse und Bohnen kümmern sehr stark und zeigen deutliche Interkostalchlorosen und Nekrosen. Die Blätter fallen früh ab. Luzerne zeigt Chlorosen erst ab einem Blatt-S-Gehalt von etwa 2 %. Bei Citrus sind bereits ab 0,5 % Schäden sichtbar.
Schwerwiegender hat sich in den 70er und 80er Jahren im Freiland eine Schädigung durch Schwefeldioxid (SO2) und Schäden durch sauren Regen ausgewirkt. Durch den Einsatz von Filtern bei den verursachenden Industrien hat der Schwefeleintrag aus der Luft so weit nachgelassen, das zusätzliche Düngung in der Landwirtschaft nötig geworden ist.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 1 %
Kalium ist wichtig für den Wasserhaushalt. Der Zellinnendruck
wird durch hohe Kalium-Gehalte aufrecht erhalten. Im Wasserwerk wird es
in der Regel aus dem Wasser entfernt, darum ist es im Leitungswasser oft
nicht in ausreichender Menge vorhanden.
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
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| Nymphoides indica Blätter |
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| Nymphoides indica Rhizome |
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| Pontederia cordata Blätter |
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| Pontederia cordata Rhizome |
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| Salvinia molesta |
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Kalium-Mangelsymptome
Kalium-Mangel führt zu einer Störung der Zellatmung,
des Kohlehydrat- und Proteinstoffwechsels. Die Symptome zeigen sich
zuerst durch Blattrandchlorosen und Nekrosen an älteren Blättern.
Ursache hierfür soll die Ansammlung von Aminen (Stickstoffverbindungen)
sein, die toxisch wirken. Bei Aponogeton zeigt sich Kaliummangel
sehr deutlich. Diese braunen Flecken sind vor allem bei Aponogeton
rigidifolius bekannt. Kluczniok (1989)
berichtet, dass beim ihm Echinodorus macrophyllus gelbe Flecken
an den Rändern und an der Spitze der Blätter bekam, die dann
in Nekrosen übergingen und zu Löchern führten. Durch Zugabe
von einem Teelöffel Kaliumsulfat auf 150 l Wasser konnte er die Mangelsymptome
beheben. Die Blätter wurden innerhalb von drei Wochen wieder grün.
Die selben Symptome zeigte auch Anubias barteri var. glabra. Als
Nebeneffekt der Düngung verschwanden beim ihm die Blaualgen.
Kaliumbetonte Düngung verbessert die Widerstandskraft
von Pflanzen gegenüber Grauschimmel
(Botrytis cinerea), während eine stickstoffbetonte Düngung
den Pilzbefall fördert.
Bei Kaliummangel bilden sich auf den Blättern
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Von links nach rechts:
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Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,5 %.
Calcium stabilisiert die Zellwände und die Membranen.
Es wird nicht in Moleküle der Pflanze eingebunden, sondern liegt nur
als Ion im Zellsaft oder als Ion in den Zellwänden vor.
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| Nymphoides indica Blätter |
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| Nymphoides indica Rhizome |
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| Pontederia cordata Blätter |
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| Pontederia cordata Rhizome |
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| Salvinia molesta |
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Calcium-Mangelsymptome
Mangelsymptome treten zuerst an meristematischem
Gewebe von Wurzel und Spross auf. Je schneller die Pflanzen wachsen, desto
stärker sind die Symptome. Jüngere Blätter einiger Pflanzen
zeigen Gewebeschäden. Bei anderen Pflanzenarten treten Chlorosen am
Blattrand auf.
Ein hoher Kalium-Gehalt verstärkt den Mangel, da
Pflanzen an eine bestimmtes K/Ca-Verhältnis angepasst sind.
Chlorosen und Nekrosen in den Interkostalen
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Blattrandchlorosen und Trockenschäden
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Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,2 %.
Magnesium ist das Zentralatom des Chlorophylls und in
dieser Funktion nicht ersetzbar. Außerdem ist es wichtig für
die Proteinbiosynthese, weil es die Ribosomen aktiviert. Ohne Magnesium
können keine Proteine (Eiweiße) hergestellt werden. Der Stoffwechsel
kommt dann zum erliegen.
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| Nymphoides indica Blätter |
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| Nymphoides indica Rhizome |
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| Pontederia cordata Blätter |
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| Pontederia cordata Rhizome |
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| Salvinia molesta |
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Mangel äußert sich zuerst an den älteren
Blättern. Es bildet sich ein marmoriertes Muster aus Chlorosen. Nekrosen
bilden sich aus. Blattränder und Blattadern sind häufig nicht
betroffen.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,01%.
Eisen ist Bestandteil von Chlorophyllvorstufen und ist
wichtig für die Umwandlung von Stickstoff in der Pflanze.
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
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Eisenmangel äußert sich in Chlorosen an den jüngern Blättern. Anfangs sind die Blattadern noch grün, später werden sie auch gelb. Die Blätter werden weiß, brüchig und glasig. Die Pflanzen sterben von oben her ab. Die Wurzeln sind kurze und braunverfärbt.
Eisen wird in der Pflanze nicht verlagert, wenn es einmal
im Blatt angekommen ist. Daher treten die Mangelsymptome zuerst an der
Spitze auf.
In der Natur haben sich Pflanzen an bestimmte Standorte
angepasst. Auf basischen Böden findet man besonders Pflanzen (Gräser),
die durch die Ausscheidung von Phytosiderophoren (Chelatbildner) Eisen
komplexieren können. Dieser Vorgang ist unabhängig von pH-Wert
und Temperatur. Nicht-Gräser reagieren auf einen Mangel an Eisen mit
verringertem Wurzellängenwachstum, verdickten Wurzelspitzen (Vergrösserung
der Membranoberfläche) und einer Zunahme der Wurzelhaarzahl. Es werden
verstärkt H+.-Ionen ausgeschieden und damit aktiv der pH-Wert gesenkt.
In stark alkalischem Milieu werden die Protonen abgepuffert und die Strategie
der Eisenaufnahme bleibt erfolglos.
Ein hohes Angebot an Phosphat und ein
zu hoher pH-Wert (über 7) verstärken den Mangel. Auch hohe Nitratgehalte,
hohe Carbonat, Gesamthärte und Kaliummangel wirken sich negativ aus.
Starker Mangel lässt sich durch Eisendüngung nicht mehr beheben.
Der Eisengehalt im Wasser muss nicht das Maß für
die Verfügbarkeit des Eisens sein, da die Pflanzen auch Nährstoffe
aus dem Bodengrund aufnehmen, wo sie es sich zum Beispiel durch Absenken
des pH-Wertes im wurzelnahen Bereich direkt verfügbar machen. Die
Empfindlichkeit gegenüber anderen störenden Einflüssen ist
unterschiedlich stark, so dass es möglich ist, dass einige Pflanzen
Eisenmangel zeigen und andere wunderbar wachsen.
Dem Frischwasser sollte bei einem Wasserwechsel ein Eisendünger
zugesetzt werden. Darüber hinaus müssen aber auch die übrigen
Wasserwerte beobachtet werden.
Fazit: Die Ursachen von Eisenmangel
1. absoluter Mangel an Eisen (im Leitungswasser nicht
enthalten)
2. Mangel an verfügbarem Eisen
a) zu hoher Nitratgehalt (Wasserwechsel machen)
b) zu hoher Phosphatgehalt (Wasserwechsel machen)
c) falsches Lichtspektrum (Leuchtkörper austauschen)
d) zu hohe Karbonathärte (angepasste Arten verwenden,
Wasser enthärten)
e) zu hohe Gesamthärte (angepasste Arten verwenden,
Wasser enthärten)
f) zu hoher pH-Wert (angepasste Arten verwenden, pH-Wert
senken)
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Eisen kommt im natürlichen Boden in unterschiedlichen
Konzentrationen vor. Hochmoore sind meist frei von Eisen. Laterite und
Terra rossa-Böden der Tropen können bis 10% oder mehr Eisen enthalten.
Es ist Bestandteil verschiedener Minerale (Hornblenden, Augite, Biotite
u.a.) und wird durch Verwitterung frei als dreiwertige Oxide und Hydroxide,
die wasserunlöslich sind. Ein geringer Teil wird an Tonminerale gebunden
oder bildet mit Phosphaten und Carbonaten Salze.
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Eisen-Toxizität
Eisen kann auch zu Vergiftungen führen, besonders
bei Calcium-, Phosphat- und Sauerstoffmangel. Eine Überdüngung
mit Eisen behindert die Aufnahme von Mangan.
Eisenüberschuss äußert sich durch
Braun- und Gelbverfärbung der ältesten Blätter, beginnend
an den Spitzen der Blätter.
Pflanzen, die an aquatische Standorte angepasst sind
haben Systeme entwickelt, die eine Oxidation von Eisen ermöglichen
um dadurch Eisentoxizität zu vermeiden (z.B. Reis). Einige Pflanzenarten
benötigen Silizium um ihre Eisenaufnahme zu regulieren.
Links Ludwigia mit Eisenmangel,
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Auch bei Schwimmblattpflanzen werden immer zuerst die jungen Blätter chlorotisch, während die älteren normal gefärbt sind. |
Bei Echinodorus mit rosa oder gelb gefärbten Herzblättern (hier E. x ´Oriental´) fallen Eisenmangelchlorosen besonders schnell auf. |
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,005%.
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
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Mangan-Mangel:
Manganmangel zeigt sich als erstes an Chlorosen in der
Wachstumszone. Betroffen sind zunächst die Interkostalfelder,
dann bilden sich gelbe Flecken, die in Nekrosen übergehen. Oft bilden
sich Deformationen an den jüngsten Blättern. Ursache für
Manganmangel an Aquarienpflanzen ist eine häufig einseitige Eisendüngung.
Mangantoxizität kann bei pH-Werten unter 5,5
und bei Sauerstoffmangel vorkommen. Blattrandchlorosen entwickeln sich
weiter zu Nekrosen. Die Blätter sind gekrümmt. Es sind deutlich
braune Punkte aus oxidierten Phenolen (in den Zellwänden) zu sehen.
Die Calcium-Aufnahme wird gestört, so dass es zu einem Ca-Mangel kommt.
Silizium wirkt der Mangan-Toxizität entgegen.
Manganmangel an Echinodorus palaefolius
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Extremer Manganmangel an Echinodorus maculatus
durch
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Die Pflanzen reagieren unterschiedlich auf Manganmangel.
Bei Echinodorus palaefolius treten viele kleine Punkte auf und die
Blätter zeigen Wellen in der Spreite. Echinodorus maculatus
zeigt ausgeprägte Nekrosen. Weniger Punkte sind an Echinodorus
parviflorus ´Tropica´und E. cordifolius zu sehen.
Sehr vereinzelt nur an Echinodorus bleherae, Echinodorus x ´Rrubra´
und E. x barthii. An den klein bleibenden E. angustifolius,
E.
bolivianus und E. latifolius treten Chlorosen auf.
Echindorus x ´Harbig rot´, E. x ´Ozelot´,
E.
amazonicus und E. osiris bleiben unter den gleichen Bedingungen
noch symptomlos.
Kleemann (1990) beschreibt die "Christbaumkrankheit"
bei der es sich nach seiner Meinung um Manganmangel handelt. Dabei ist
die Spreite zwischen den Adern aufgehellt, die Adern bleiben aber dunkel.
Er bezeichnet diese Symptome als Christbaumkrankheit, weil ihn die Adern
an trockene Tannenzweige erinnerten. leider enthält der Artikel keine
Bilder, so dass ich nur auf Grund der Beschreibung annehmen kann, dass
die Pflanzen solche Symptome zeigen wie die unten abgebildeten Cryptocoryne
beckettii.
Diese Chlorosen an einer Varietät von Cryptocoryne
waren nur
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| Aponogeton elongatus Blätter bei pH 6,5 |
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Bormangel betrifft vor allem meristematisches (teilungsfähiges) Gewebe. Das Wurzelwachstum wird eingeschränkt. Junge Blätter sind stark verkrüppelt und tiefgrün bis blau. Später werden sie chlorotisch und sterben ab.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,0006 %.
Kupfer wird unabhängig von der Konzentration in der Außenlösung immer in konstanter Rate von 0,11 mg/l und Tag von Myriophyllum aquaticum, Ludwigia palustris und Mentha aquatica aufgenommen (Kamal et al. 2004).
Kupfer-Mangel
Kupfermangel führt zu starken Chlorosen bis hin zur Weißfärbung. Die Blätter verkrüppeln und drehen sich ein. Hohe Stickstoffmengen und hohe pH-Werte verstärken den Mangel. Jüngste Blätter sterben ab bevor sie Farbe ausbilden.
Kupfer-Toxizität
Wenn neue Wasserleitungen aus Kupfer sind, dann kann das Leitungswasser 0,1 mg/l Kupfer oder mehr enthalten. Arten, die sehr empfindlich auf Kupfer reagieren (Vallisnerien, Wasserpest und andere) zeigen aber schon bei Konzentrationen von 0,02 mg/l Deformationen. Besonders in Bereichen mit hartem Wasser bildet sich aber schnell eine wasserunlösliche Schicht in den Rohren, die das Auswaschen von Kupfer deutlich reduziert. Die Verwendung von Wasseraufbereitungsanlagen zur Wasserenthärtung fördert dagegen die Kupferfreisetzung aus den Rohren. Hauptsächlich stellt aber das Kupfer aus Fischmedikamenten und Mitteln zur Algenbekämpfung ein Problem dar. Es wird schlagartig in hohen Konzentrationen zugegeben und kann schnell ganze Pflanzenbestände vernichten.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,002 %.
Zink wird unabhängig von der Konzentration in der
Außenlösung immer in konstanter Rate von 0,48 mg/l und Tag von
Myriophyllum
aquaticum, Ludwigia palustris und Mentha aquatica aufgenommen
(Kamal et al. 2004).
Zinkmangel tritt häufig zusammen mit Eisenmangel und unter den gleichen Bedingungen auf. Besonders ein hohes Phosphatangebot kann der Auslöser sein. Die Interkostalfelder der jüngeren Blätter werden chlorotisch.
Toxizität ist selten und äußert sich wie Eisentoxizität.
Allgemeine Informationen
Anteil an der Trockensubstanz der Pflanze: 0,00001 %.
Bei Mangel verfärben sich ältere Blätter blaugrün (Ursache ist eine Störung im Stickstoff-Stoffwechsel). Später kommt es zu Chlorosen.
Allgemeine Informationen
Silizium wirkt Mangan-Toxizität entgegen, weil die
Ionen um die Bindungsplätze an der Zellmembran konkurrieren. Silizium
wird in Zellwände eingebaut. Harte Pflanzen (Gräser, z. B. Reis)
enthalten meistens Silizium. Es ist kein essentieller Nährstoff. Die
genaue Funktion ist unbekannt.
Silzium ist auch Bestandteil der Schalen von Kieselalgen.
Quarzkies und Glas bestehen aus Siliziumoxid. Eine künstliche Zufuhr
ist nicht notwendig.
Allgemeine Informationen
Natrium ist wichtig für den Wasserhaushalt.
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| Nymphoides indica Blätter |
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| Nymphoides indica Rhizom |
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| Pontederia cordata Blätter |
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| Pontederia cordata Rhizome |
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| Salvinia molesta |
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Natrium-Mangelsymptome sind bisher nicht bekannt.
Allgemeine Informationen
Es ist wichtig für den Wasserhaushalt und für
die Proteinstabilität.
Ein Mangel wäre äußerlich nicht sichtbar,
ist aber unwahrscheinlich, da Chlorid häufig in Leitungswasser enthalten
ist.
Man sollte aber möglichst keine Düngesalze verwenden
die Chlorid als Gegenion enthalten. (z. B. KCl), da einige Aquarienpflanzen,
darunter Nymphaea lotus
und Bolbitis heudelottii
empfindlich auf Chlorid reagieren.
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Pflanzen, die an schattige Standorte angepasst sind haben dunkelgrüne Blätter. Sie haben besonders viel Chlorophyll. Dieses wird nicht durch andere Farbstoffe überlagert und kann durch zu starkes Licht beschädigt werden. Anubias-Arten stellen bei zuviel Licht ihr Wachstum ein. |
Diese Anubias heterophylla zeigen Chlorotische
Veränderungen,
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Zu den Schwermetallen gehören Aluminium, Chrom, Barium, Titan, Cobald, Nickel, Cadmium und Blei, aber auch Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Mangan und Zink, die als (Mikro)-Nährstoffe für die Pflanze wichtig sind. Besonders die Elemente, die keine Funktion in der Pflanze haben, können zu schweren Vergiftungserscheinungen führen, weil sie schon bei geringen Dosen, Stoffwechselvorgänge behindern, indem sie Bindungstellen für andere Elemente belegen und dadurch zum Beispiel Enzyme zerstören. Dabei sind die Schäden durch Messung von Stoffwechselaktivitäten deutlich früher zu bemerken als an Chlorosen oder Wuchshemmung, z. B. bei Nickel an Elodea canadensis (Käkönen & Kairesalo 1998). Bei einer Vergiftung durch Quecksilber besipielsweise nimmt der Gehalt an Chlorophyll, Proteinen, Stickstoff, Phosphat und Kalium in Vallisneria spiralis innherlb von 7 Tagen ab (Gupta & Chandra 1998).
Obwohl sie nicht alle von Nutzen und in höheren Dosen schädlich sind, nehmen Pflanzen Schwermetalle auf. Sie werden im Pflanzengewebe eingelagert. Die meisten Elemente (Ca, Fe, Al, Cr, Cu, Ba, Ti, Co, Pb) werden vor allen in den Wurzeln akkumuliert. Mangan, Zink und Magnesium findet man vor allem im Stängel und Calcium wird in den Blättern eingelagert. Dabei nehmen die Pflanzen die für sie wichtigen Metalle in größerem Maße auf, als die schädlichen (Vardanyan & Ingole 2006).
Zink und Kupfer werden unabhängig von der Konzentration in der Außenlösung immer in konstanter Rate von 0,48 mg pro Liter und Tag bzw. 0,11 mg pro Liter und Tag von Myriophyllum aquaticum, Ludwigia palustris und Mentha aquatica aufgenommen. Bei Quecksilber und Eisen steigt die Aufnahmerate in Abhängigkeit von der Konzentration. Bei Quecksilber reicht die Spanne von 0,0002 bis 0,0787 mg pro Liter und Tag. Bei Eisen von 0,41 bis 7,00 mg pro Liter und Tag (Kamal et al. 2004). Auch Cadmium wird mit steigender Konzentration im Nährmedium vermehrt aufgenommen (Sivaci et al. 2004). Die einzelnen Schwermetalle werden unterschiedlich schnell aufgenommen. Nickel dringt zum Beispiel 25 bis 40 Mal schneller in Elodea canadensis als Chrom (Kahkönen et al. 1998).
In einem Versuch mit Vallisneria spinulosa wurde
nachgewiesen, dass von der Mutterpflanze aufgenommenes Blei auch in die
Jungpflanzen gelangt. Die höchste Bleikonzentration wurde in den Wurzeln
gefunden, danach absteigend in den Turionen, den Stolonen und die niedrigste
in den Blättern. Bereits bei einer Bleimenge von 40 µg pro Gramm
Boden ist das Wachstum deutlich gesenkt. Die Enzyme Superoxiddismutase,
Katalase
und Peroxidase zeigten eine deutlich
verringerte Aktivität (Yan X. et al. 2006).
Chrom wird von Salvinia herzogii und Eichhornia
crassipes nur in geringen Mengen in die Blätter verlagert. Eine
Aufnahme über die Blätter ist aber möglich. (Maine et al.
2004
Wie hoch die Konzentration an Schwermetallen sein darf hängt von der Pflanzenart ab. Mehr als 50 mg/l Blei ist tödlich für Algen der Gattung Microspora. Axtell et al. 2003 Eichhornia crassipes verträgt bis zu 100 mg/l Blei. Wir dieses aber mit anderen Schwermetallen zusammen angeboten sind bereits 3 mg/l tödlich (Soltan & Rashked 2001).
Die Fähigkeit Schwermetalle aufzunehmen macht man sich bei der Klärung von Abwässern zu Nutze. Interssant ist darum die Frage welche Pflanzenarten besonders viel von welchem Schwermetall aufnehmen können, bevor sie absterben. Lee et al. 1998 untersuchten 20 Wasserpflanzen und stellten fest, dass sie sehr unterschiedlich reagierten. Generell war die Empfindlichkeit gegen Zink höher und viele der Versuchspflanzen überlebten den Versuchszeitraum nicht. Aber auch die Fähigkeit Blei einzulagern ist begrenzt. Die Aufnahme wird irgendwann durch die Zerstörung der Enzyme behindert.
Tabelle: ungefähre Maximale Gehalte an Blei und Zink
in mg pro kg Trockenmasse bei verschiedenen Wasserpflanzen (nach Lee
et al. 1998).
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| Ceratopteris thalictroides |
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| Hygrophila polysperma |
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| Myriophyllum elatinoides |
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| Hydrocotyle leucocephala |
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| Ludwigia palustris |
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| Cabomba caroliniana |
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| Limnophila aquatica |
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| Vallisneria spiralis |
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Gehalte von Cadmium und Blei in Alternathera philoxeroides
nach dreiwöchiger Kultur in Nährlösung mit 0,5 mg/l Blei-Nitrat
oder Cadmium-Chlorid (Naqvi et al. 1993)
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| Wurzel |
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| Stängel |
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Interessant ist, dass verschiedene Versuche gezeigt haben, dass auch tote, getrocknete Pflanzenteile Schwermetalle einlagern. das bedeutet, das die Aufnahme passiv in die Zellwände erfolgt und nicht bedingt durch Stoffwechselaktivitäten. Ergebnisse dazu gibt es für Eichhornia crassipes, Potamogeton natans und Ceratophyllum demsum (Schneider et al. 1995, Lacher & Smith 2002, Keshkinkan et al. 2004).
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